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One Night Stands und wahre Liebe


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CAN'T HARDLY WAIT


CAN'T HARDLY WAIT CAN'T HARDLY WAIT (Blu-ray: Sony, USA)
(OT: Can't Hardly Wait | USA 1998 | Regie: Harry Elfont/Deborah Kaplan)

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Nach dem letzten Schultag und dem Überreichen der Abschlusszeugnisse wartet auf die Schüler der Abschlussklasse von 1998 eine riesige Party, die so manche große Hoffnung erfüllen soll. Preston (Ethan Embry) hat beispielsweise erfahren, dass Amanda (Jennifer Love Hewitt), das Mädchen seiner Träume, endlich wieder solo ist und setzt alles daran, bei ihr zu landen. Kenny (Seth Green) rückt mit einem riesigen Kondomvorrat an und hofft, auf der Party endlich seine Jungfräulichkeit zu verlieren und der Streber William (Charlie Korsmo) möchte sich bei der Sportskanone Mike (Peter Facinelli) für alle Demütigungen der letzten Jahre rächen…

Der große Erfolg, den American Pie im Jahr 1999 hatte, blieb dem ziemlich genau 1 Jahr zuvor in den Kinos gestarteten Can't Hardly Wait seltsamerweise verwehrt. Sonst würde man heute wohl von diesem Film als den Auslöser der neuen Teenie-Film-Welle sprechen. In Can't Hardly Wait dreht sich alles um einen Jahrgang von Highschool-Absolventen, die nun kurz vor dem Eintritt ins College stehen und es auf einer riesigen Fete noch mal so richtig krachen lassen wollen. Natürlich ist hier praktisch jedes Klischee des Teenie-Films vertreten - egal ob es sich nun um die handelnden Charaktere oder die Entwicklung des Plots handelt - und umso schöner ist es zu sehen, dass es den beiden Regisseuren und Drehbuchautoren Harry Elfont und Deborah Kaplan trotz all dieser Klischees dennoch gelungen ist, dem Zuschauer interessante Figuren zu präsentieren. In Can't Hardly Wait stapfen keine seelenlosen Hüllen durch die Gegend, Elfont und Kaplan nehmen ihre Protagonisten ernst und finden in der ganzen Partystimmung, die in Can't Hardly Wait den Ton angibt, immer wieder Platz für ruhigere und nachdenklichere Zwischentöne. Can't Hardly Wait ist mit seiner gelungenen Mischung aus Ernst und Komik und seiner wundervollen Atmosphäre, die er über weite Strecken seiner Laufzeit verbreitet, praktisch so etwas wie die definitive Hommage an das Kino des John Hughes aus den 80er Jahren. Der Soundtrack des Streifens ist allererste Sahne und die Besetzungsliste ist ein "Who Is Who" der zum damaligen Zeitpunkt aufstrebenden Jungstars. In größeren und kleineren Rollen tummeln sich Schauspieler/innen wie Jennifer Love Hewitt, Ethan Embry, Seth Green, Lauren Ambrose, Chris Owen, Breckin Meyer, Eric Balfour, Clea DuVall, Selma Blair, Freddy Rodríguez, Jaime Pressly und viele andere mehr.

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Harry Elfont Deborah Kaplan Jennifer Love Hewitt Freddy Rodríguez Jason Segel Selma Blair 1990er Rache


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MIGHTY APHRODITE


MIGHTY APHRODITE MIGHTY APHRODITE (DVD: Miramax/Buena Vista, Großbritannien)
(OT: Mighty Aphrodite | USA 1995 | Regie: Woody Allen)

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Max (Jimmy McQuaid), der Adoptivsohn von Sportjournalist Lenny (Woody Allen) und dessen Ehefrau Amanda (Helena Bonham Carter), stellt sich als kleines Genie heraus und Lenny spürt in sich langsam das dringende Bedürfnis aufkommen, nach der leiblichen Mutter seines Sohnes zu suchen. Und diese Suche ist auch relativ schnell von Erfolg gekrönt und führt zu dem zunächst ausgesprochen ernüchternden Ergebnis, dass es sich bei der leiblichen Mutter um die Prostituierte Linda Ash (Mira Sorvino) handelt. Doch Lenny möchte die junge Frau dennoch näher kennenlernen und stellt dadurch sein Leben komplett auf den Kopf...

Woody Allen, der hier mal wieder als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller zu Gange war, ist als hibbeliger Neurotiker zum wiederholten Male absolut in seinem Element. Mighty Aphrodite bietet all das, was man sich von einem Allen-Film erwarten kann. Der in New York spielende Streifen ist federleicht inszeniert, bei den herrlichen Dialogen regieren der Wortwitz und die Ironie und Woody Allen und Mira Sorvino - die für ihre Darbietung übrigens mit einem Oscar ausgezeichnet wurde - ergänzen sich als komplett ungleiches Paar wirklich hervorragend und harmonieren ganz vorzüglich miteinander. Und auch diese Inszenierung in Form einer griechischen Tragödie incl. dem dazugehörigem Chor hat mir wirklich ausgesprochen gut gefallen. Mighty Aphrodite macht über die komplette Laufzeit einen riesigen Spaß und sorgt einmal mehr für dieses wohlige Gefühl in der Magengegend. Aber irgendwie bin ich das von Woody Allen ja mittlerweile schon gewohnt. Ich habe noch keinen wirklich schlechten Film von ihm gesehen.

TRAILER:


Woody Allen Helena Bonham Carter Peter Weller 1990er Oscar Winner Oscar Nominee New York


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SPETTERS


SPETTERS SPETTERS (DVD: MGM, Großbritannien)
(OT: Spetters | Niederlande 1980 | Regie: Paul Verhoeven)

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Motocross-Rennen sind die große Leidenschaft der drei Freunde Rien (Hans van Tongeren), Eef (Toon Agterberg) und Hans (Maarten Spanjer), die in den trostlosen Außenbezirken von Rotterdam aufgewachsen sind und davon träumen, eine ähnliche Karriere im Motocross-Sport hinzulegen wie ihr großes Idol Gerrit Witkamp (Rutger Hauer). Als eines Tages die verführerische Fientje (Renée Soutendijk) mit ihrer mobilen Imbissbude in das Leben der drei Freunde tritt und jedem von ihnen gehörig den Kopf verdreht, wird dadurch auch die Freundschaft von Rien, Eef und Hans auf harte Proben gestellt...

Spetters ist einer der letzten Filme, die Paul Verhoeven in seiner niederländischen Heimat gedreht hat, und erzählt die Geschichte von drei in den Außenbezirken von Rotterdam lebenden Freunden, die von einer Karriere im Motocross-Sport träumen. Diese Träume werden allerdings relativ schnell von der knallharten Realität eingeholt und so hat jeder von ihnen mit gewissen Schicksalsschlägen zum kämpfen. Und obwohl weder die drei männlichen Hauptcharaktere noch die von Renée Soutendijk gespielte Fientje aufgrund ihrer Taten und ihres Verhaltens so wirklich als Identifikationsfiguren taugen mögen, schafft es Verhoeven doch, beim Zuschauer Mitgefühl für seine Figuren zu wecken. Man leidet - insbesondere mit Rien und Hans, aber auch mit dem kriminellen Eef und der durchtriebenen Fientje - regelrecht mit und würde sich wünschen, dass wirklich jeder von ihnen ein Happy End spendiert bekommt. Dass dem nicht so sein wird, ist jedoch relativ schnell klar. Der Ton in Verhoevens Coming-of-Age-Drama ist relativ rauh und die Atmosphäre doch ziemlich unterkühlt. Verhoeven wählt drastische Bilder um dem Zuschauer seine Geschichte zu erzählen und insbesondere die expliziten Sexszenen dürften damals sicher für den einen oder anderen Skandal gesorgt haben. Spetters verlangt dem Zuschauer einiges ab und ist definitiv kein Film, bei dem sich während der Sichtung ein Gefühl des Wohlfühlens einstellen kann. Sehenswert!

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Paul Verhoeven Rutger Hauer 1980er female nudity Femme fatale


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ROOM IN ROME


ROOM IN ROME ROOM IN ROME (Blu-ray: Capelight, Deutschland)
(OT: Habitación en Roma | Spanien 2010 | Regie: Julio Medem)

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Die selbstbewusste Spanierin Alba (Elena Anaya) und die etwas zurückhaltende Russin Natasha (Natasha Yarovenko) haben sich gerade erst an ihrem jeweils letzten Abend in Rom kennengelernt, einen gemeinsamen Abend in einer Bar verbracht und befinden sich nun leicht alkoholisiert auf dem Rückweg in ihr jeweiliges Hotel. Doch bevor sich ihre Wege endgültig trennen, gelingt es der lesbischen Alba die kurz vor ihrer Hochzeit stehende Natasha zu überreden, mit ihr eine gemeinsame Nacht zu verbringen. Unsicher folgt Natasha Alba in ihr Zimmer und lässt sich auf ein Abenteuer ein, welches das Leben beider Frauen für immer verändern wird…

Das Genre des erotischen Films ist ja auch irgendwie nicht totzukriegen. Alle heilige Zeit kommt dann doch immer mal wieder ein neuer Streifen heraus, der zumindest auf den ersten Blick einigermaßen interessant und vielversprechend aussieht. So auch Room in Rome vom spanischen Regisseur Julio Medem, der sich zielsicher in der Ecke der anspruchsvolleren Filme des Genres platzieren will. Wobei sich der erotische Film aus der Schmuddelecke ja ohnehin schon längst verabschiedet - da finden sich nur noch schnell gedrehte Billigproduktionen für das Spätprogramm der Privatsender - und eher das Arthouse-Publikum als sein neues Zielpublikum ins Auge gefasst hat. So entledigen sich in Room in Rome die beiden Protagonistinnen dann auch nicht nur ihrer Kleider, sondern insbesondere auch ihrer Sorgen und Ängste und lassen in ihren ausführlichen Gesprächen einen tiefen Einblick in ihr Seelenleben zu. Dem herkömmlichen Striptease folgt sozusagen der Seelenstriptease. So wirklich gelungen ist Regisseur Julio Medem dieser anspruchsvolle Teil des Films jedoch nicht. Und das liegt vor allem daran, dass Medem es in meinen Augen nicht geschafft hat, beim Zuschauer echtes Interesse für seine beiden Figuren zu wecken. Es ist sowieso immer ziemlich problematisch, wenn ein Film nur von ganz wenigen Figuren getragen werden soll und wenn man als Zuschauer dann keinerlei Zugang zu diesen Figuren findet, wirkt sich das nicht unbedingt positiv auf das Seherlebnis aus. Dieser offensichtlichen Schwäche steht die visuelle Kraft von Room in Rome glücklicherweise gegenüber. Medems Film sieht einfach atemberaubend gut aus. Die vorhandenen Erotikszenen sind wirklich ausgesprochen ansprechend und erotisch umgesetzt und überhaupt verwöhnt Kameramann Alex Catalán das Auge des Zuschauers mit so einigen wunderschönen Einstellungen. Insbesondere an dieser letzten Kamerafahrt - nachdem die beiden Hauptfiguren das Hotelzimmer am Morgen verlassen, fährt die Kamera langsam durch das leere Zimmer über den Balkon hinaus und verharrt dort in Vogelperspektive mit dem Blick auf die Straße bis die beiden Protagonistinnen diese betreten - habe ich regelrecht meinen Narren gefressen. Eine dieser Szenen für die Ewigkeit. Und solche Szenen sind es dann halt am Ende auch, die die Schwächen in der Figurenzeichnung und Charakterentwicklung fast vergessen machen und dafür sorgen, dass Room in Rome am Ende des Tages dann doch positiv in Erinnerung bleibt.

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Julio Medem 2010er female nudity Rom


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FREUNDE MIT GEWISSEN VORZÜGEN


FREUNDE MIT GEWISSEN VORZÜGEN FREUNDE MIT GEWISSEN VORZÜGEN (Blu-ray: Sony, Deutschland)
(OT: Friends with Benefits | USA 2011 | Regie: Will Gluck)

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Der aus Kalifornien stammende Dylan Harper (Justin Timberlake) schaut sich auf Initiative der Headhunterin Jamie Rellis (Mila Kunis) einen ausgesprochen attraktiven Job in New York etwas näher an. Als Dylan das Jobangebot letztlich annimmt und sich in New York niederlässt, entwickelt sich zwischen ihm und Jamie relativ schnell eine sexuelle Beziehung auf rein freundschaftlicher Basis und ohne weitere Verpflichtungen eingehen zu müssen. Darüber sind sich beide absolut einig, zumindest zunächst...

Vor dem Hintergrund, dass Regisseur Will Gluck ein Jahr zuvor den grandiosen Einfach zu haben gemacht hat, ist Freunde mit gewissen Vorzügen ziemlich "gewöhnlich" ausgefallen. Vom hintergründigen Witz eines Einfach zu haben ist hier leider nicht sonderlich viel übrig geblieben. Allzu tragisch ist das jedoch nicht, denn auch Freunde mit gewissen Vorzügen hat seine Stärken. Die liegen zwar sicher nicht in einer überraschenden Story mit einem unvorhersehbaren Ende - schließlich handelt es sich hier um eine waschechte RomCom und da sollte man schon während der Credits wissen, wie die Geschichte verlaufen und auch letztendlich enden wird -, dafür aber definitiv im Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller, die wirklich ganz wunderbar miteinander harmonieren. Mila Kunis ist einfach unglaublich süß und warum Justin Timberlake vielerorts zu extrem negativ gesehen wird, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Ich mochte ihn in Alpha Dog, ich mochte ihn in The Social Network, ich mochte ihn in In Time und ich mochte ihn auch in diesem Film. Es macht einfach Spaß, die von Mila Kunis und Justin Timberlake gespielten Charaktere in ihrem Beziehungschaos zu begleiten. Bei Filmen wie diesem hier ist im Endeffekt der Weg das Ziel und dieser Weg ist hier ausgesprochen witzig und verdammt sexy ausgefallen, kurzweilig inszeniert und sogar mit dem einen oder anderen erinnerungswürdigen Moment ausgestattet. Toll die Flash-Mob-Sequenzen, ganz vorzüglich die Musikauswahl des Soundtracks und Fernweh verursachend der Handlungsort New York. Kino zum Wohlfühlen. Nicht mehr und auch nicht weniger. Und im Vergleich mit dem thematisch sehr ähnlichem und auch ziemlich unterhaltsamen Freundschaft Plus von Regisseur Ivan Reitman, in dem sich Natalie Portman und Ashton Kutcher auf das Experiment “Sex ohne Verpflichtungen“ eingelassen haben, hat Freunde mit gewissen Vorzügen eindeutig die Nase vorn.

TRAILER:


Will Gluck Justin Timberlake Mila Kunis Emma Stone Woody Harrelson Jason Segel 2010er New York Los Angeles


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THE LAST AMERICAN VIRGIN


THE LAST AMERICAN VIRGIN THE LAST AMERICAN VIRGIN (DVD: MGM, USA)
(OT: The Last American Virgin | USA 1982 | Regie: Boaz Davidson)

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Gary (Lawrence Monoson), Rick (Steve Antin) und David (Joe Rubbo) sind beste Freunde und haben insbesondere Frauen und sexuelle Abenteuer im Kopf. Während insbesondere Rick immer wieder bei den Mädchen landen kann, hat der schüchterne Gary kein großes Glück im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht. Als Rick schließlich mit der hübschen Karen (Diane Franklin) seine neueste Eroberung präsentiert, wird die Freundschaft zwischen Gary und Rick auf eine harte Probe gestellt. Denn Gary ist schon seit längerer Zeit heimlich in Karen verliebt...

Benny, Momo und Johnny heißen jetzt Gary, Rick und David, die Handlung wurde aus dem Israel der 50er Jahre in die USA der 80er Jahre verlegt und anstelle eines 50er-Jahre-Rock’n’Roll-Soundtracks von Little Richard, Paul Anka, Jerry Lee Lewis & Co. gibt es nun Hits der 80er von The Police, The Cars, REO Speedwagon, Blondie, Journey & Co. als musikalische Untermalung. Ansonsten hält sich Regisseur Boaz Davidson mit seinem Eis am Stiel-Remake fast schon penibel genau an seine eigene Vorlage. Eine großartige Eigenständigkeit ist praktisch nicht erkennbar, die Ereignisse des Originals wurden - wenn überhaupt - dann nur ganz leicht abgeändert. Aufgrund dieser Tatsache drängt sich ein Vergleich mit dem Original natürlich noch mehr auf als es sich ohnehin schon aufgrund der Remake-Problematik aufdrängen würde und aus diesem Vergleich geht The Last American Virgin dann doch sehr eindeutig als zweiter Sieger hervor. Dem Film fehlt vor allem die Ernsthaftigkeit, die sich in Eis am Stiel - trotz allen Klamauks - durch den ganzen Film gezogen hatte und so wirkt insbesondere das dramatische Schlussdrittel nach dem bunten Treiben zuvor fast wie ein Fremdkörper. Außerdem halten die drei Hauptdarsteller Lawrence Monoson, Steve Antin und Joe Rubbo einen Vergleich mit Yftach Katzur, Jonathan Sagall und Zachi Noy einfach nicht stand und Hauptdarstellerin Diane Franklin in der Rolle der von Gary und Rick gleichermaßen begehrten Karen hat zwar ein hübsches Gesicht und schöne Brüste, trägt aber halt leider auch eine dieser extrem schrecklichen Frisurverbrechen aus den 80ern spazieren und erreicht in ihrem Spiel nie die Intensität von Anat Atzmon aus dem Originalfilm.
Es lohnt sich allerdings, The Last American Virgin losgelöst vom Original als komplett eigenständigen Film zu betrachten. Denn dann wird man mit einem kurzweiligen und ausgesprochen sehenswerten Prototyp der US-Teenager-Sexkomödie aus den 80ern belohnt. Ähnlich wie der zuvor gesehene Tomboy läuft auch The Last American Virgin vor Schauwerten fast über und verwöhnt den Genrefreund mit einer Vielzahl an gelungenen Gags und jeder Menge nackter Tatsachen. Der oben schon angesprochene Soundtrack ist zudem pures Gold und trägt viel zum Gelingen des Films bei. Ja, The Last American Virgin rockt ganz gewaltig. Man muss halt einfach nur verdrängen, dass man es mit einem Remake von Eis am Stiel zu tun hat.

TRAILER:


Boaz Davidson 1980er female nudity Cannon Films Remake Teensploitation Sexploitation


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TOMBOY


TOMBOY TOMBOY (DVD: BCI Eclipse, USA)
(OT: Tomboy | USA 1985 | Regie: Herb Freed)

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Sehr zum Leidwesen ihrer besten Freundin Seville (Kristi Somers) interessiert sich die attraktive Tommie (Betsy Russell) nicht im geringsten für Jungs und Klamotten, sondern jobt lieber in einer Kfz-Werkstatt als Automechanikerin. Dies ändert sich jedoch als Tommie den Rennfahrer Randy Starr (Gerard Christopher) kennenlernt und dieser sich tatsächlich für sie zu interessieren scheint...

Ich hab mir schon viel zu lange keinen Film aus der “Crown International“-Library mehr angesehen und es wurde höchste Zeit, dieses Versäumnis nachzuholen. Die Wahl fiel auf Tomboy mit der süßen Betsy Russell - die ja in den letzten Jahren mit ihrer Rolle in den Saw-Filmen ein kleines Comeback feiern konnte - in der Hauptrolle. Und auch Tomboy ist eindeutig als Crown-Film zu identifizieren. Die Handlung in Herb Freeds Mischung aus Komödie und Love Story ist komplett zu vernachlässigen und plätschert im Endeffekt nur so vor sich hin. Das einzige Ziel von Herb Freed dürfte es gewesen sein, in Tomboy möglichst viele entblößte Damenbrüste unterzubringen und so in diesem immer wieder nett anzusehenden Wettstreit mit ähnlichen Konkurrenzprodukten einen der vorderen Plätze zu belegen. Und dieses Ziel darf man definitiv als erreicht betrachten. Tomboy bombardiert den Zuschauer mit Schauwerten und nackten Tatsachen am laufenden Band und hat sich so seinen Platz in der “Nudity Hall of Fame“ definitiv gesichert. Freunde des Teensploitation-Films der 80er Jahre können hier ohne großes Zögern zugreifen. Es lohnt sich. :D

CLIP:


Herb Freed Betsy Russell 1980er female nudity car chase Crown International Pictures Teensploitation


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DATE NIGHT - GANGSTER FÜR EINE NACHT (Extended Cut)


DATE NIGHT - GANGSTER FÜR EINE NACHT (Extended Cut) DATE NIGHT - GANGSTER FÜR EINE NACHT (Extended Cut) (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Date Night | USA 2010 | Regie: Shawn Levy)

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Eigentlich wollten die in New Jersey lebenden Ehegatten Phil (Steve Carell) und Claire Foster (Tina Fey) nur einen Abend in einem der angesagtesten Lokale in New York verbringen. Doch endlich dort angekommen, stellt sich heraus, dass es ohne wochenlange Vorausreservierung keine Möglichkeit zu geben scheint, einen Tisch zu bekommen. Die Fosters werden an die Bar vertröstet und als Phil dort mitbekommt, wie ein Paar mit dem Nachnamen Tripplehorn wegen seines reservierten Tisches ausgerufen wird und sich nicht meldet, greift er zu einer Notlüge. Phil gibt sich und Claire kurzerhand als die Tripplehorns aus und nun scheint dem gelungenen Abend tatsächlich nichts mehr im Wege zu stehen. Doch die kleine Notlüge erweist sich als fataler Fehler und für Phil und Claire beginnt schon kurz nachdem sie an ihrem Tisch Platz genommen haben eine Nacht, die sie nicht mehr so schnell vergessen werden...

Date Night hatte bei mir allein schon wegen seiner Ausgangssituation von vornherein einen sprichwörtlichen Stein im Brett. Seit ich in den 80ern Kopfüber in die Nacht von Regisseur John Landis gesehen habe, liebe ich Filme, in denen sich die Charaktere durch eine nächtliche Metropole schlagen müssen und dabei von einer Katastrophe in die nächste schlittern. Glücklicherweise werden Streifen dieser Art in schöner Regelmäßigkeit immer wieder gedreht und bis jetzt hat mich selten einer enttäuscht.
Auch Date Night stellt da keine Ausnahme dar. In Shawn Levys unterhaltsamer Mischung aus Action, Krimi, Komödie und Love Story geraten Steve Carell und Tina Fey als gelangweiltes Ehepaar wegen einer kleinen Schwindelei in das Abenteuer ihres Lebens und bringen so die etwas eingeschlafene Beziehung wieder in Schwung. Carell und Fey harmonieren dabei ganz vorzüglich miteinander und machen Date Night zu einem echten Erlebnis. Die Balance zwischen komischen und spannenden Sequenzen passt perfekt, Date Night ist wirklich verdammt lustig ausgefallen, besticht durch jede Menge Wortwitz, erzählt eine durchaus spannende Geschichte und hat nebenbei noch eine der coolsten Autoverfolgungsjagden der jüngeren Kinovergangenheit zu bieten. Und wer sich hier alles in kleineren und größeren Nebenrollen tummelt ist der absolute Hammer. So sind beispielsweise Mark Wahlberg, Mark Ruffalo, James Franco, Mila Kunis, Ray Liotta und William Fichtner mit von der Partie. Das nächtliche New York ist als Schauplatz natürlich perfekt geeignet und in seinen besten Momenten wandelt Date Night mit seinem gelungenen Genremix sogar fast auf den Spuren von Filmen wie den oben schon genannten Kopfüber in die Nacht von John Landis oder Die Zeit nach Mitternacht von Martin Scorsese. Klasse!

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Shawn Levy Steve Carell Mark Wahlberg Mark Ruffalo Mila Kunis Ray Liotta 2010er car chase New York


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ALLES ERLAUBT - EINE WOCHE OHNE REGLEN (Extended Cut)


ALLES ERLAUBT - EINE WOCHE OHNE REGLEN (Extended Cut) ALLES ERLAUBT - EINE WOCHE OHNE REGLEN (Extended Cut) (Blu-ray: Warner, Deutschland)
(OT: Hall Pass | USA 2011 | Regie: Bobby Farrelly/Peter Farrelly)

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Um ihre Eheprobleme zu lösen greifen die beiden Freundinnen Maggie (Jenna Fischer) und Grace (Christina Applegate) zu drastischen Maßnahmen. Sie geben ihren Männern Rick (Owen Wilson) und Fred (Jason Sudeikis), die sich ständig nach jedem Rockzipfel umdrehen und - sobald sie meinen, sie seien unbeobachtet - über Sex mit anderen Frauen fantasieren, eine Woche Urlaub von der Ehe. Während Maggie und Grace mit den Kindern wegfahren sollen sich Rick und Fred ohne jegliche Konsequenzen eine Woche lang komplett austoben. Doch die theoretischen Möglichkeiten, die sich den beiden Schwerenötern somit offenbaren, lassen sich in der Praxis nur schwer umsetzen...

Die Zeit, in der mir die Farrelly-Brüder mit Filmen wie Dumm und dümmer oder Verrückt nach Mary noch Magenkrämpfe vor lauter Lachanfällen verursacht haben, ist wohl definitiv vorbei. Wenn man es nicht wüsste, dass auch Alles erlaubt - Eine Woche ohne Regeln von den Farrellys stammt, man würde es nicht wirklich merken. Nur in wenigen vereinzelten Szenen lugt der derbe Gross-Out-Humor früherer Filme noch um die Ecke, ansonsten ist Alles erlaubt - Eine Woche ohne Regeln nicht mehr und nicht weniger als eine weitere, nett anzusehende und kurzweilige Komödie. Ein Film aus einer mittlerweile schon fast unüberschaubaren Masse an ähnlich gestrickten Streifen der letzten Jahre. Ein paar hübsche Gags, eine harmlose Story, ein paar bekannte Gesichter, ein eingängiger Soundtrack, ein bisschen nackte Haut und eine positive Botschaft am Ende. Cineastisches Fast Food, perfekt geeignet um sich einfach nur unbeschwert unterhalten und berieseln zu lassen. Tut niemandem weh und verschwindet garantiert nach kurzer Zeit wieder aus dem Gedächtnis. Ich lass mich von solchen Filmen ja immer wieder gerne einlullen und scheine - insbesondere nach nervigen und stressigen Arbeitstagen - wirklich ein besonderes Faible für so seelenlosen Kram zu haben.

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Bobby Farrelly Peter Farrelly Owen Wilson Christina Applegate Alyssa Milano 2010er female nudity


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BELLFLOWER


BELLFLOWER :love: BELLFLOWER :love: (Blu-ray: I-On New Media, Deutschland)
(OT: Bellflower | USA 2011 | Regie: Evan Glodell)

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Die beiden besten Freunde Woodrow (Evan Glodell) und Aiden (Tyler Dawson) teilen eine fanatische Begeisterung für den 2. Teil der Mad Max-Saga. Eine Begeisterung, die fast schon absurde Blüten treibt. Woodrow und Aiden träumen von der Apokalypse, bauen in ihrer Freizeit Waffen und Flammenwerfer und wollen mit diesen ihre Autos aufrüsten um in einer post-apokalyptischen Welt überleben zu können. Als Woodrow eines Tages die hübsche Milly (Jessie Wiseman) kennenlernt und sich unsterblich in sie verliebt, hat diese Liaison nicht vorhersehbare Konsequenzen...

Mal wieder ein Film aus dem Independent-Bereich. Bellflower ist das Erstlingswerk von Regisseur Evan Glodell, der neben der Regie auch noch für das Drehbuch, die Produktion und den Schnitt verantwortlich zeichnete, eine eigene Kamera für diesen Film konstruiert hat, das im Film vorkommende Muscle-Car selbst (um)gebaut hat und darüber hinaus auch noch in der Hauptrolle zu sehen ist. Viel mehr Energie kann man in einen Film wohl fast nicht mehr investieren.
Bellflower ist eine wilde Mischung aus Coming-of-Age-Drama, Love Story, Actionfilm, Thriller sowie Gewalt- und Psychostudie. Ein Film, der gleichermaßen berührt und verstört und dessen Protagonisten mit zunehmender Laufzeit immer mehr in einen (vielleicht auch nur imaginären?) Strudel aus Wahnsinn, Liebe, Hass, Gewalt und Gegenwalt geraten.
Insbesondere in visueller Hinsicht ist Bellflower schlichtweg atemberaubend. Die selbst konstruierte Handkamera liefert Bilder von betörender Schönheit und die ganze Farbgebung des Films ist einfach nur grandios. In Verbindung mit der tollen Optik, der bewegenden und mitreißenden Geschichte, den absolut überzeugenden Schauspielerleistungen, einem Gänsehaut verursachenden Soundtrack und einem gelungenen Sounddesign entsteht so eine ganz eigene Stimmung und Atmosphäre, die den kompletten Film trägt, unter die Haut geht und dazu führt, dass man als Zuschauer dem Geschehen einfach nur gefesselt folgt.
Gedreht für die geradezu lächerliche Summe von $ 17.000,00 und vor dem Hintergrund, dass dies für fast alle Beteiligten vor und hinter der Kamera eines der ersten Filmexperimente gewesen sein dürfte, kann man vor dem Endergebnis nur mehr als anerkennend seinen Hut ziehen. Insbesondere unter Berücksichtigung der Produktionsumstände, ziehe ich in meiner abschließenden Beurteilung des Films das vielerorts leider fast schon inflationär benutzte M-Wort: Bellflower ist ein Meisterwerk! Punkt. Aus. Fertig.

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Evan Glodell 2010er female nudity


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HAPPY NEW YEAR - NEUES JAHR, NEUES GLÜCK


HAPPY NEW YEAR - NEUES JAHR, NEUES GLÜCK HAPPY NEW YEAR - NEUES JAHR, NEUES GLÜCK (Blu-ray: Warner, Deutschland)
(OT: New Year’s Eve | USA 2011 | Regie: Garry Marshall)

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Am Silvesterabend kreuzen sich in New York die Wege verschiedenster Menschen, die alle mit einem bestimmten Problem zu kämpfen haben und nicht ahnen, dass sie auf irgendeine Art und Weise miteinander in Verbindung stehen…

Garry Marshalls Happy New Year erzählt episodenhaft die Geschichten verschiedener Menschen am Silvesterabend in New York und befindet sich dabei in der Tradition von Filmen wie L.A. Crash, Powder Blue, The Air I Breathe, The Informers oder Tatsächlich... Liebe, erreicht deren Intensität jedoch nicht wirklich. Dafür sind die verschiedenen Episoden, die sich zum Ende hin kreuzen und halbwegs ein großes Ganzes ergeben, doch zu "harmlos" ausgefallen. Ist aber gar nicht weiter tragisch, denn Happy New Year seine dramatischen, komischen und romantischen Geschichten auf so herrlich unaufgeregte Art und Weise, dass man sich ausgesprochen gerne von ihnen gefangen nehmen und unterhalten lässt. Und natürlich trägt auch das unglaubliche Staraufgebot sehr zum Gelingen des Streifens bei. Hier ist praktisch die kleinste und nicht einmal in den Credits auftauchende Nebenrolle noch mit einem namhaften Schauspieler besetzt und es geben sich Leute wie Robert De Niro, Jessica Biel, Hilary Swank, Halle Berry, Michelle Pfeiffer (die erschreckend alt geworden ist), Ashton Kutcher, Sarah Jessica Parker, Cary Elwes, James Belushi, John Lithgow und Matthew Broderick (mit dem spaßigen Rollennamen Mr. Buellerton) die sprichwörtliche Klinke in die Hand. Garry Marshall hat ein Jahr zuvor mit Valentinstag schon einen ähnlichen Streifen gedreht. Den werde ich mir auch bald mal zu Gemüte führen.

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Garry Marshall Michelle Pfeiffer Robert De Niro Halle Berry Hilary Swank Alyssa Milano Jessica Biel Til Schweiger Ashton Kutcher James Belushi Sarah Jessica Parker Matthew Broderick 2010er New York


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ZU SCHARF UM WAHR ZU SEIN


ZU SCHARF UM WAHR ZU SEIN ZU SCHARF UM WAHR ZU SEIN (Blu-ray: Paramount, Deutschland)
(OT: She’s Out of My League | USA 2010 | Regie: Jim Field Smith)

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Auch nach zwei Jahren ist der einfache Flughafenangestellte Kirk (Jay Baruchel) noch immer nicht über die Trennung von seiner ehemaligen Verlobten Marnie (Lindsay Sloane) hinweggekommen. Da trifft es sich gut, dass mit der ungemein attraktiven Molly (Alice Eve) plötzlich und unerwartet eine neue Frau in Kirks Leben tritt. Kirk ist sofort von Molly fasziniert, dächte jedoch nie im Leben daran, dass sich diese absolute Traumfrau für ihn interessieren könnte. Doch überraschenderweise scheint Molly genau das zu tun…

Willkommen in der Welt der romantischen Komödie, einem absoluten Lieblingsgenre der Hollywood-Produzenten. Zu scharf um wahr zu sein von Regisseur Jim Field Smith tangiert dabei gleichzeitig auch noch das Subgenre des in den letzten Jahren immer beliebter werdenden “Nerd & Loser“-Films und orientiert sich dabei fast überdeutlich am Universum von Judd Apatow. Allein schon die Geschichte vom mehr als gewöhnlichen Flughafenangestellten Kirk, der zufällig eine extrem attraktive Blondine kennenlernt und es einfach nicht fassen kann, dass diese Traumfrau sich tatsächlich für ihn zu interessieren scheint, könnte tatsächlich unmittelbar aus dem Apatow-Universum stammen. Natürlich entwickelt sich im weiteren Verlauf der Handlung eine vorhersehbare Romanze nach Schema F (Junge trifft Mädchen, Junge versaut es, Junge und Mädchen kommen doch wieder zusammen), bei der Regisseur Jim Field Smith jedoch stets zu erkennen gibt, dass ihm seine Charaktere am Herzen liegen und die mit einer ausgewogenen Mischung aus leisem Humor und derbem Klamauk zu überzeugen weiß. Und auch Jay Baruchel in der Rolle des sympathischen Losers und Alice Eve, die teilweise eine verblüffende Ähnlichkeit mit Reese Witherspoon hat, als blonde Versuchung, machen ihre Sache richtig gut. Natürlich ist das hier kein Film für die Ewigkeit und wird wahrscheinlich schon wenige Wochen nach der Sichtung komplett aus dem Gedächtnis verschwunden sein, aber ich stehe dazu, dass ich mich von Streifen wie diesem hier einfach immer wieder gerne "einlullen" lasse.

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Jim Field Smith Jay Baruchel 2010er


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DER KLEINE HORRORLADEN


DER KLEINE HORRORLADEN DER KLEINE HORRORLADEN (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Little Shop of Horrors | USA 1986 | Regie: Frank Oz)

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Mr. Mushnik (Vincent Gardenia) ist Inhaber eines miserabel laufenden Blumenladens in einem heruntergekommenen Stadtviertel in New York. Als sein Angestellter Seymour (Rick Moranis) eines Tages jedoch eine außergewöhnliche Pflanze im Schaufenster ausstellt, scheint diese eine magische Anziehung auf die potentiellen Kunden auszuüben. Mushniks Laden erlebt durch sie einen regelrechten Boom und die Geschäfte laufen so gut wie nie zuvor. Doch die Pflanze entwickelt schon bald ein gefährliches Eigenleben...

Im Jahr 1960 drehte Roger Corman innerhalb von 2 Tagen und 1 Nacht den Film The Little Shop of Horrors, in dem u.a. ein gewisser Jack Nicholson einen seiner ersten Leinwandauftritte hatte. Der Film wurde zum absolut Kulthit und später als Musical für die Bühne adaptiert. Und dieses Bühnen-Musical nahm sich schließlich Muppets-Schöpfer Frank Oz zur Brust und verfilmte Cormans Streifen im Jahr 1986 als Musical-Version nochmals neu. Rick Moranis, bekannt vor allem wegen seiner Rolle in Ghostbusters, ist Seymour Krelborn, der in einem kleinen Blumenladen eine außergewöhnliche Pflanze hegt und pflegt, welche sich langsam aber sicher als blutdurstiges Monstrum entpuppt. Herrlich verschrobene Charaktere, jede Menge skurrile Einfälle, nett choreographierte Musical-Nummern, ein wunderbares Creature Design und nicht zuletzt tolle Gastauftritte von Stars wie Steve Martin, Bill Murray, James Belushi und John Candy machen Der kleine Horrorladen zu einem echten Genre-Highlight. Insbesondere Steve Martin in der Rolle des durchgeknallten Zahnarztes gibt hier eine seiner denkwürdigsten Vorstellungen ab. Oz’ Film, der gleichzeitig auch eine augenzwinkernde Hommage an die Monsterfilme der 50er Jahre darstellt, läuft vor erinnerungs- und zitierwürdigen Szenen praktisch über und verbreitet über seine komplette Laufzeit einfach nur richtig gute Laune. Klasse!

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Frank Oz Steve Martin Bill Murray James Belushi John Candy 1980er Oscar Nominee New York Alien Remake


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NORDWAND


NORDWAND NORDWAND (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Nordwand | Deutschland/Österreich/Schweiz 2008 | Regie: Philipp Stölzl)

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Die beiden Freunde Toni (Benno Fürmann) und Andi (Florian Lukas) sind begeisterte Bergsteiger und wollen nach anfänglichem Zögern nun doch versuchen, die als unbezwingbar geltende Nordwand des Eiger als erste zu besteigen…

Regisseur Philipp Stölzl erzählt in Nordwand die Geschichte der beiden Bergsteiger Toni Kurz und Andi Hinterstoisser, die im Sommer 1936 den Versuch unternommen haben, als erste die berüchtigte Eiger-Nordwand zu bezwingen. Ein Versuch, der in einer Katastrophe enden sollte. Benno Fürmann und Florian Lukas haben sich mit intensivem Bergsteig-Training über 1 Jahr auf ihre Rollen vorbereitet, der Film wurde teilweise an Originalschauplätzen in 3.000 Meter Höhe gedreht. Und diesen großen Aufwand sieht man dem Streifen auch an. Nordwand ist in seinen Bergsteig-Sequenzen tatsächlich unglaublich fesselnd und visuell absolut beeindruckend geraten. Doch es ist nicht alles Gold was glänzt. Denn ausgerechnet in der Figurenzeichnung offenbart Nordwand deutliche Schwächen. Nicht nur, dass Benno Fürmann mit Johanna Wokalek ein doch ziemlich nerviges Love Interest zur Seite gestellt wurde, welches es in Wahrheit gar nicht gab und das die ganze Angelegenheit wohl noch ein bisschen dramatischer gestalten sollte, nein, der Film spielt aufgrund der zugrundeliegenden Ereignisse dummerweise zur Nazizeit und anscheinend fühlt sich jeder deutsche Filmemacher dazu berufen, einen solchen historischen Kontext unbedingt thematisieren zu müssen. Auch wenn das hier gar nicht notwendig gewesen wäre. So werden die von Fürmann und Lukas gespielten Kurz und Hinterstoisser als liebenswerte Rebellen gezeichnet, die den Militärdienst quittieren und beim Verlassen der Kaserne den Hitlergruß mit einem lässigen Servus erwidern. Und dann gibt es auch noch Ulrich Tukur in der Rolle eines schmierigen Sensationsjournalisten, der plant, die bevorstehende Besteigung durch die beiden ehemaligen Gebirgsjäger als Triumph des deutschen Volkes auszuschlachten und der darüberhinaus auch noch Fürmanns Love Interest anbaggert. Das alles ist unnötig, unglaubwürdig und klischeehaft und wirft doch einen ziemlichen Schatten auf diesen Film, der in seinem innersten Kern der Geschichte - nämlich des dramatischen Versuchs, mit menschlicher Kraft die Urgewalt der Natur zu überwinden - eigentlich absolut zu überzeugen weiß.

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Philipp Stölzl 2000er 30er Jahre


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DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE


DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE :love: DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE :love: (DVD: Universal, Deutschland)
(OT: Le fabuleux destin d’Amélie Poulain | Deutschland/Frankreich 2001 | Regie: Jean-Pierre Jeunet)

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Als die etwas schüchterne Amélie Poulain (Audrey Tautou) hinter einer Fliese in ihrer Wohnung ein kleines Kästchen entdeckt, in dem vor vielen Jahren offensichtlich ein kleiner Junge seine größten Schätze aufbewahrt hat, entschließt sie sich dazu, das Kästchen seinem rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben und ändert dadurch dessen Leben auf absolut positive Art und Weise. Von diesem Erlebnis beflügelt, begibt sich Amélie auf eine regelrechte Mission. Heimlich agierend, beeinflusst sie die Leben der Menschen um sie herum und macht diese durch viele kleine “Wunder“ ein bisschen lebenswerter…

Ich hatte mal wieder große Lust auf Kino zum Wohlfühlen. Und da ich Jeunets wunderbares Märchen über die Macht der Fantasie schon viel zu lange nicht mehr gesehen habe, fiel meine Wahl auf Die fabelhafte Welt der Amélie, der in meinen Augen schon fast so etwas wie eine Definition des Begriffs Feel-Good-Movie darstellt. Die fabelhafte Welt der Amélie ist ein echter Glücksgriff von einem Film, eine Liebeserklärung an das Leben und diese vielen, kleinen Dinge, die es lebenswert machen, ein regelrechtes Fest für die Sinne und ein eindrucksvoller Beweis für die Magie des Kinos, mit einer Hauptdarstellerin, wie sie bezaubernder nicht sein könnte. Ein Film, in den man sich einfach nur Hals über Kopf verlieben kann. Wie Amélie Poulain versucht, das Leben ihrer Mitmenschen in positiver Weise zu beeinflussen, etwas farbenfroher zu gestalten, mit vielen kleinen, auf den ersten Blick vielleicht sogar unscheinbaren Gesten, ist einfach nur berührend und ich kann mir persönlich nicht vorstellen, dass es tatsächlich Zuschauer gibt, die - selbst wenn ihnen der Film nicht gefällt - von Die fabelhafte Welt der Amélie gänzlich unberührt bleiben. Es ist mir unerklärlich, dass Die fabelhafte Welt der Amélie bei den Oscars 2002 keine Trophäe bekommen hat. Für mich ist das einer der schönsten und faszinierendsten Streifen aller Zeiten. :love: :love: :love:

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Jean-Pierre Jeunet Audrey Tautou 2000er Oscar Nominee Paris female nudity


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THE DIVORCEE


THE DIVORCEE THE DIVORCEE (DVD: Warner, USA)
(OT: The Divorcee | USA 1930 | Regie: Robert Z. Leonard)

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Ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag findet Jerry Martin (Norma Shearer) heraus, dass ihr Mann Ted (Chester Morris) sie betrogen hat. Ein Seitensprung, der letztendlich zur Scheidung der Ehe führt. Jerry beginnt, die so gewonnene Freiheit exzessiv zu nutzen…

The Divorcee stammt - ebenso wie der vor einigen Wochen gesehene Baby Face - aus der Zeit vor der Einführung des Production Codes und geht mit seinem für damalige Verhältnisse ausgesprochen pikanten Thema entsprechend locker um. Norma Shearer spielt eine Ehefrau, die den Betrug ihres Mannes in der Weise ausgleicht, dass sie ebenfalls fremdgeht. Doch der gehörnte Gatte sieht den Betrug seiner Frau mitnichten so locker, wie er seinen eigenen Betrug zuvor gesehen hat. Die Ehe wird geschieden und die geschiedene Ehefrau fängt schließlich damit an, sich nach ihrer Scheidung so richtig auszutoben. The Divorcee, der aus einer Zeit stammt, in der sie das Wort Emanzipation wahrscheinlich nicht mal richtig buchstabieren konnten, ist - auch wenn der Streifen ein “Happy End“ findet, ganz so radikal wollte man im Jahr 1930 wohl doch nicht sein - bei genauerer Betrachtung ein flammendes Plädoyer für die Gleichberechtigung von Mann und Frau, in dem Norma Shearer in der Hauptrolle der Jerry Martin eine wahrhaft erinnerungswürdige Vorstellung abgibt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass The Divorcee in all seiner Offenheit zu Zeiten des Production Codes nur schwer möglich gewesen wäre. Da dieser unsägliche Code über 30 Jahre Bestand hatte und man vom klassischen Hollywood dann doch hauptsächlich Filme kennt, die während dessen Gültigkeit entstanden sind, ist es immer wieder erfrischend zu sehen, wie modern die Filmemacher mit ihren Botschaften während dieser Pre-Code-Ära doch waren. Wie schon für Baby Face gibt es auch für The Divorcee von mir eine glasklare Empfehlung.

Robert Z. Leonard Norma Shearer 1930er Oscar Winner Oscar Nominee 20er Jahre Pre Code


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FREUNDSCHAFT PLUS


FREUNDSCHAFT PLUS FREUNDSCHAFT PLUS (Blu-ray: Paramount, Deutschland)
(OT: No Strings Attached | USA 2011 | Regie: Ivan Reitman)

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Schon seit 15 Jahren laufen sich Emma (Natalie Portman) und Adam (Ashton Kutcher) immer mal wieder über den Weg und landen schließlich irgendwann gemeinsam im Bett. Doch Emma hat keine Lust auf eine richtige Partnerschaft mit allen Konsequenzen und so einigen sich die beiden auf eine Beziehung ohne Verpflichtung, die auf rein sexueller Basis basiert. Anfangs klappt alles noch hervorragend, doch mit der Zeit beginnt sich Adam in Emma zu verlieben. Die will von seinen Gefühlen allerdings nichts wissen...

Regisseur Ivan Reitman, der seine Karriere einst mit dem wilden Cannibal Girls begann und dem Kinopublikum in den 80ern die beiden Ghostbusters-Filme schenkte, ist mit seinem aktuellsten Film im Genre der romantischen Komödie vom Reißbrett angekommen. Ob man das nun tragisch finden soll, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. In Freundschaft Plus lassen sich Natalie Portman und Ashton Kutcher auf eine Beziehung ein, die auf rein sexueller Basis passieren soll. Natürlich ist von vornherein klar, wie die Story verlaufen wird. Die beiden werden sich ineinander verlieben, werden Dinge unnötig verkomplizieren, werden sich trennen und am Ende dann doch wieder zueinander finden. Die Regeln des Genres sind seit Jahrzehnten etabliert und werden sich wohl auch nicht mehr so schnell ändern. Reitman hat seine 08/15-Story federleicht inszeniert, Natalie Portman ist "sweet as candy" und ein paar richtig nette Gags sind auch enthalten. Als "guilty pleasure" und zur unbeschwerten Berieselung und Unterhaltung funktionieren Filme wie Freundschaft Plus für mich persönlich immer wieder ganz vorzüglich. Und viel mehr will dieser Streifen ja auch gar nicht sein.

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Ivan Reitman Ashton Kutcher Natalie Portman Kevin Kline 2010er


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CARRIE


CARRIE CARRIE (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Carrie | USA 1952 | Regie: William Wyler)

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Mit großen Träumen macht sich die junge Carrie (Jennifer Jones) auf den Weg nach Chicago. Doch bereits ihren ersten Job verliert sie nach kurzer Zeit. Und ohne Job kann sie sich auch die Unterkunft bei ihrer Schwester Minnie (Jacqueline deWit) nur schwer leisten. Unerwartete Hilfe bekommt Carrie von Charles Drouet (Eddie Albert), den Carrie im Zug nach Chicago kennenlernte und der ihr nun eine Bleibe anbietet. Durch Drouet lernt Carrie auch den wohlhabenden George Hurstwood (Laurence Olivier) kennen, der in einer unglücklichen Ehe gefangen ist und sich Hals über Kopf in die junge Frau verliebt...

Mal wieder ein Film von Regisseur William Wyler, von dem mir ja schon diverse Streifen - u.a. Wie klaut man eine Million?, Infam und Die besten Jahre unseres Lebens - ausgesprochen gut gefallen haben. Und auch Carrie fügt sich in die Reihe der richtig guten Filme dieses Regisseurs nahtlos ein. Der Streifen erzählt die Geschichte eines wohlhabenden Mannes, der sich - todunglücklich in seiner Ehe - Hals über Kopf in ein einfaches Mädchen verliebt und bereit ist, alle Konsequenzen zu tragen, um mit dieser großen Liebe seines Lebens zusammen zu sein. Und diese Konsequenzen sind im späten 19. Jahrhundert, in dem Wylers Melodram spielt, durchaus heftig. Je länger der Film dauert, desto fataler werden die Folgen von Hurstwoods Entscheidung und umso sicherer kann man sich als Zuschauer sein, dass die ganze Geschichte kein positives Ende nehmen wird. Carrie ist ein Paradebeispiel für großes Schauspielkino aus den 50er Jahren, in der männlichen Hauptrolle mit einem Laurence Olivier besetzt, der seine Rolle so intensiv spielt und mit Leben füllt, dass einem als Zuschauer gar nichts anderes übrig bleibt, als mit ihm zu leiden, zu hoffen und zu bangen. Und das Finale dieses riesigen Schmachtfetzens bietet pure Gänsehautatmosphäre. Sehenswert!

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William Wyler Laurence Olivier 1950er Oscar Nominee Chicago 19. Jahrhundert


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NINE


NINE NINE (Blu-ray: Senator/Universum, Deutschland)
(OT: Nine | Italien/USA 2009 | Regie: Rob Marshall)

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Eigentlich sollte Regisseur Guido Contini (Daniel Day-Lewis) schon längst mit den Dreharbeiten zu seinem neuen Film begonnen haben. Doch der Autorenfilmer hat noch nicht einmal ein vorzeigbares Drehbuch und befindet sich in einer kreativen Sackgasse. Statt sich auf sein Projekt zu konzentrieren, schwelgt Contini lieber in ausladenden Fantasien, in denen die verschiedenen Frauen seines Lebens stets eine zentrale Rolle spielen...

Seit dem großen Erfolg von Luhrmanns Moulin Rouge! aus dem Jahr 2001 trauen sie sich in Hollywood in regelmäßigen Abständen immer mal wieder ein Musical zu. Regisseur Rob Marshall, der 2002 mit Chicago schon ein echtes Genre-Highlight abgeliefert hat, wagt sich mit Nine an eine moderne Version des Fellini-Klassikers (den ich mir unbedingt mal wieder ansehen muss) - eine Mission, die eigentlich schon von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Kein Wunder, dass die Kritik Nine regelrecht in der Luft zerrissen hat. Betrachtet man den Film allerdings losgelöst vom übermenschlich großen Vorbild und gibt ihm eine faire Chance, weiß der Streifen meines Erachtens durchaus zu unterhalten. Rob Marshall entführt den Zuschauer in seinem mit Stars nur so gespickten Film - rund um den 2-fachen Oscar-Gewinner Daniel Day-Lewis haben sich mit Marion Cotillard, Penélope Cruz, Nicole Kidman, Sophia Loren und Judi Dench nicht weniger als 5 Oscar-Preisträgerinnen und mit Kate Hudson eine weiter Oscar-Nominierte versammelt - ins Italien der 60er Jahre und erzählt die Geschichte des in einer kreativen Sackgasse steckenden Regisseurs in wirklich wunderschönen Bildern. Nine ist - dank Cruz, Hudson & Co. - verdammt sexy geraten und einfach nur herrlich fotografiert. Die Musical-Nummern sind zudem toll choreographiert (bei den Songs hätte allerdings der eine oder andere Ohrwurm mehr dabei sein können) und den ganzen Film umgibt eine herrlich melancholische, verträumte Grundstimmung. Den Vorwurf, den sich Marshall aber definitiv gefallen lassen muss, ist der, dass er sich einfach zu sehr auf sein Staraufgebot verlässt, sich zu wenig um seine Geschichte an sich kümmert und Nine dadurch eher den Anschein einer Nummernrevue hat als den eines stimmig erzählten Filmes. Da der Streifen aber visuell einfach nur großartig geworden ist, verzeihe ich diese offensichtliche Schwäche gerne. Ja, es hat mir durchaus Spaß gemacht, Guido Contini bei seinen wilden Fantasien zu begleiten.

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Rob Marshall Daniel Day-Lewis Penélope Cruz Kate Hudson Sophia Loren Nicole Kidman Ricky Tognazzi 2000er Oscar Nominee 60e Jahre Remake


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BESSER GEHT'S NICHT


BESSER GEHT'S NICHT BESSER GEHT'S NICHT (DVD: Columbia TriStar, Deutschland)
(OT: As Good as It Gets | USA 1997 | Regie: James L. Brooks)

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Schriftsteller Melvin Udall (Jack Nickolson) ist ein Gewohnheitstier und ein neurotischer Misantroph. In seiner Wohnung will er einfach nur seine Ruhe haben, seinen homosexuellen Nachbarn Simon (Greg Kinnear) und dessen Hund verachtet er zutiefst und in seinem Stammrestaurant sitzt er immer am selben Platz und lässt sich immer von der selben Angestellten (Helen Hunt) bedienen. Doch durch verschiedene Umstände läuft plötzlich nicht mehr alles wie geplant in Melvins Leben und diese Abweichungen von seinem üblichen Tagesablauf drohen ihn regelrecht aus der Bahn zu werfen...

Mal wieder eine filmische Bildungslücke geschlossen. Jack Nicholson in seiner Paraderolle als Schriftsteller Melvin Udall, ein zwangsneurotischer Miesepeter, der einfach nur seine Ruhe haben will und dessen Leben durch verschiedene Umstände komplett aus den geordneten Fugen gerät. Regisseur James L. Brooks hat da wirklich eine ungemein witzige Mischung aus Drama, Komödie und Romanze abgeliefert. Besser geht’s nicht ist perfektes Schauspielerkino, lebt von seinen spitzenmäßigen Dialogen und seinem einfach nur grandios aufspielenden Hauptdarsteller. Es ist jetzt nicht so, dass Helen Hunt, Greg Kinnear oder Cuba Gooding Jr. in ihren Rollen nicht zu überzeugen wüssten, aber Jack Nicholson spielt hier mal wieder alle so dermaßen an die Wand, dass es über 130 Minuten einfach nur eine wahre Freude ist, diesem außergewöhnlichen Schauspieler bei seiner Arbeit zuzuschauen. Wie er hier eine sarkastische Bemerkung nach der anderen auf wirklich staubtrockene Art und Weise abfeuert - ein Highlight unter vielen: als Udall von einer begeisterten Empfangsdame gefragt wird, wie er es schafft, sich so gut in Frauen hineinzuversetzen, antwortet er nur “I think of a man, and I take away reason and accountability“ und lässt den euphorischen Fan einfach stehen bzw. sitzen - und dabei aber auf gewisse Weise, insbesondere im Umgang mit der von Helen Hunt gespielten Carol, auch immer wieder absolut hilflos und überfordert wirkt, ist wirklich einzigartig gut. Das ist wohl tatsächlich einer dieser Filme, die man einfach nur saugut finden kann!

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James L. Brooks Jack Nicholson Helen Hunt Cuba Gooding Jr. Harold Ramis Julie Benz 1990er Oscar Winner Oscar Nominee female nudity New York


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MOULIN ROUGE


MOULIN ROUGE :love: MOULIN ROUGE :love: (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Moulin Rouge! | Australien/USA 2001 | Regie: Baz Luhrmann)

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Der junge Dichter Christian (Ewan McGregor) begibt sich im Jahr 1899 nach Paris um dort sein Glück zu versuchen. Eher zufällig wird er als Autor für eine geplante Theaterproduktion des berühmten Nachtclubs Moulin Rouge engagiert und lernt so die bezaubernde Kurtisane Satine (Nicole Kidman) kennen und verliebt sich Hals über Kopf in sie...

Regisseur Baz Luhrmann hat ja schon 5 Jahre vor dem Erscheinen von Moulin Rouge! mit seinem Romeo + Juliet unter Beweis gestellt, dass er es perfekt beherrscht, eine klassische Geschichte mit so einer visuellen Wucht zu erzählen, dass sie einem als Zuschauer gar nicht mehr klassisch und möglicherweise gar angestaubt vorkommt. Mit Moulin Rouge! setzt er noch locker einen drauf! Auch der im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts angesiedelte Film erzählt eine einfach gestrickte, klassische Geschichte über die Kraft und die Tücken der Liebe. Durch eine zufällige Begegnung verlieben sich ein mittelloser Autor und ein gefeierter Bühnenstar ineinander, müssen ihre Gefühle aber geheim halten, da auch ein mächtiger Geldgeber des Nachtclubs ein Auge auf das attraktive Starlet geworfen hat und dieser möglichst bei Laune gehalten werden soll. Klar, die Story ist sicher nicht literaturpreisverdächtig, aber in Moulin Rouge! geht es auch gar nicht um die Geschichte die erzählt wird, sondern viel mehr um die Art und Weise wie dies passiert. Und das geschieht hier mit solch einer audio-visuellen Pracht, dass es schwer fällt, von dem Ergebnis nicht begeistert zu sein. Regisseur Baz Luhrmann, der mit Moulin Rouge! dem Musical, einem längst mausetoten Genre aus der goldenen Zeit Hollywoods, wieder für kurze Zeit neues Leben einhauchen konnte, hat mit seinem Film ein wahres Fest für die Sinne gedreht. Kostüm- und Set-Design sind der absolute Wahnsinn und die Choreographien der Musical-Nummern sind einfach perfekt gelungen. Und die Musik, natürlich das Kernstück eines jeden Musicals, verursacht eine Gänsehaut nach der anderen. Vor den Musik-Arrangements kann man sich eigentlich nur verbeugen. Wie hier Songs aus alten Hollywood-Klassikern wie The Sound of Music oder Gentlemen Prefer Blondes mit modernen Pop- und Rocksongs von u.a. Elton John, The Police, Madonna, KISS, Nirvana und U2 verschmelzen ist einfach nur großartig. Man möge mir den folgenden Superlativ verzeihen, aber mich hat dieser Streifen - den viele meinetwegen als unerträglichen Kitsch abtun mögen - jetzt schon zum wiederholten Male absolut begeistert zurückgelassen und für mich persönlich ist Moulin Rouge! ein absolutes Meisterwerk, ein Film für die Ewigkeit! :love:

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Baz Luhrmann Ewan McGregor Nicole Kidman 2000er Oscar Winner Oscar Nominee Paris 19. Jahrhundert


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EINFACH ZU HABEN


EINFACH ZU HABEN EINFACH ZU HABEN (Blu-ray: Sony, Deutschland)
(OT: Easy A | USA 2010 | Regie: Will Gluck)

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Weil sie nicht zugeben möchte, dass sie das Wochenende mal wieder allein zu Hause verbracht hat, flunkert Olive (Emma Stone) ihrer besten Freundin Rhiannon (Aly Michalka) auf der Schultoilette vor, sie habe ein Date gehabt. Rhiannon schlussfolgert daraus sofort, dass Olive ihre Jungfräulichkeit verloren haben könnte und Olive lässt sie in diesem Glauben. Dummerweise wird die religiöse Fanatikerin Marianne (Amanda Bynes) Zeugin dieses Gesprächs und so macht das Gerücht schnell die Runde an der ganzen Schule. Während Olive zuvor noch zu den eher unscheinbaren Schülerinnen gezählt hatte, umweht sie plötzlich ein Hauch des Verruchten. Eine Rolle die Olive durchaus schmeichelt und die sie fortan gerne spielt. Mit allerdings fatalen Konsequenzen...

Das sind irgendwie mit die schönsten Filmerlebnisse. Filme, die man sich eigentlich nur zur Berieselung anschauen will, von denen man praktisch nichts erwartet und die einen dann absolut überraschen und begeistern. Einfach zu haben sieht auf den ersten Blick tatsächlich nur wie eine weitere typische Teenie-Komödie aus von der man sich nett unterhalten lässt und die man dann ganz schnell wieder vergisst. Weit gefehlt, denn schaut man genauer hin, erkennt man unter der Fassade einen richtig guten Film mit einer gelungenen Mischung aus Witz und Ernsthaftigkeit und einer glaubwürdigen Emma Stone in der Rolle der "Schlampe wider Willen". Wie sich die kleine Schwindelei der von Emma Stone gespielten Olive verselbstständigt, welche Konsequenzen dies nach sich zieht und wie Olive schließlich mit diesen umgeht ist ebenso witzig wie dramatisch und sollte das anvisierte Hauptzielpublikum des Films hoffentlich ein kleines bisschen zum Nachdenken anregen. Einfach zu haben sieht sich in der Tradition der großen Teenie-Filme aus den 80er Jahren und tatsächlich kommen beim Ansehen Streifen wie The Breakfast Club, Say Anything... oder Can't Buy Me Love in den Sinn. Regisseur Will Gluck hat mit Einfach zu haben im Endeffekt auch eine mehr als gelungene Hommage an das Kino des John Hughes gedreht, zitiert seine Vorbilder eifrig - insbesondere Ferris macht blau - und vergisst bei der ganzen Ehrerweisung an seine Inspirationsquellen jedoch zu keiner Zeit, dass er eine eigene Geschichte zu erzählen hat. Und die ist so interessant und kurzweilig, dass sie auch locker ohne den Hommage-Faktor funktionieren würde.
Zum Abschluss noch eine kurze Anmerkung: Der Soundtrack des Streifens ist der Wahnsinn und die Besetzung der Rollen der erwachsenen Charaktere kann sich mit Leuten wie Thomas Haden Church, Lisa Kudrow, Stanley Tucci und Malcolm McDowell wirklich mehr als sehen lassen.
Wer damals The Breakfast Club & Co. gemocht hat, wird auch diesen Film mögen. Da bin ich mir absolut sicher!

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Will Gluck Emma Stone Lisa Kudrow Stanley Tucci Malcolm McDowell 2010er female nudity


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CHARADE


CHARADE CHARADE (DVD: Universal, Deutschland)
(OT: Charade | USA 1963 | Regie: Stanley Donen)

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Als Regina Lampert (Audrey Hepburn) aus dem Winterurlaub in ihre Wohnung in Paris zurückkehrt und ihrem Ehemann eigentlich mitteilen möchte, dass sie sich von ihm scheiden lassen will, erwartet sie eine böse Überraschung. Die Wohnung steht vollkommen leer, jeder einzelne Gegenstand wurde von ihrem Mann zu Geld gemacht. Geld, von dem nun jede Spur fehlt und eine Ehegatte, der ganz offensichtlich ermordet wurde. In ihrer misslichen Lage bekommt Regina jedoch Hilfe von einem charmanten Fremden (Cary Grant), den sie schon kurz zuvor im Winterurlaub flüchtig kennengelernt hat. Doch kann sie ihm wirklich trauen?

Filme, die mit solch einer unglaublichen Leichtigkeit inszeniert sind wie Charade, können wohl tatsächlich nur aus den 60ern stammen. Paris als Kulisse, Schauspieler wie Walter Matthau, James Coburn und George Kennedy in Nebenrollen (!), eine ebenso spannende wie komische Geschichte, ein zugrundeliegendes Drehbuch aus dem der Wortwitz nur so sprüht und ein Hauptdarstellerpaar vor dem man sich nur verneigen kann - das sind die Zutaten dieses einfach nur wunderbaren Films, in dem Cary Grant und Audrey Hepburn regelrecht brillieren. Grant gibt den eleganten Charmeur in absoluter Perfektion und Audrey Hepburn ist einfach nur bezaubernd, mal wieder. Und bezaubernder als hier war sie wohl nur in der Rolle der Holly Golightly. Charade, den man auch durchaus als ironische Variante eines Hitchcock-Thrillers bezeichen kann (und nicht nur wegen Cary Grant in der Hauptrolle), lebt von seinen Dialogen, den Leistungen seiner Schauspieler und seiner über weiteste Strecken unvorhersehbaren Geschichte (die eigentlich nie unglaubwürdig zu werden droht), wird zu keiner Sekunde langweilig und begeistert praktisch von der ersten Einstellung bis zum "The End"-Screen. Viel mehr muss man zu diesem großartigen Film wohl gar nicht schreiben. Ein Jammer, dass Streifen wie dieser seit einer gefühlten Ewigkeit einfach nicht mehr gedreht werden.

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Stanley Donen Audrey Hepburn Cary Grant Walter Matthau James Coburn George Kennedy 1960er Oscar Nominee Paris


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DER FREMDE IM ZUG


DER FREMDE IM ZUG DER FREMDE IM ZUG (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Strangers on a Train | USA 1951 | Regie: Alfred Hitchcock)

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Auf einer Zugfahrt lernt Tennisprofi Guy Haines (Farley Granger) den redseligen Bruno Antony (Robert Walker) kennen, der ihm nach kurzer Zeit einen irrsinnigen Vorschlag unterbreitet. Bruno erklärt sich bereit, Guy von seiner scheidungsunwilligen Frau zu befreien, wenn Guy im Gegenzug Brunos verhassten Vater um die Ecke bringt. Was Guy zunächst als dummen Scherz abtut, entpuppt sich schon schnell als bitterer Ernst. Guys Frau wird tatsächlich ermordet und Bruno steht kurze Zeit später vor der Tür, um den ausstehenden Mord an seinem Vater von Guy einzufordern…

Auch Der Fremde im Zug gehört zu dieser langen Reihe großartiger Filme, die Regisseur Alfred Hitchcock, der "Master of Suspense", der Nachwelt hinterlassen hat. Aufhänger der Story ist das scheinbar zufällige Treffen zweier fremder Menschen, danach folgt Hitchcocks Lieblingsthema, nämlich das des zu unrecht verdächtigten Mannes von nebenan, der hier allerdings kein typischer Normalbürger, sondern ein erfolgreicher Tennisprofi ist. Ich gebe zu, es fällt mir schwer, zu solchen unbestrittenen Klassikern großartig was zu schreiben. Deshalb fasse ich mich einfach relativ kurz und möchte eigentlich nur anmerken, dass mich auch Der Fremde im Zug - wie so viele andere Filme Hitchcocks zuvor - einfach nur beeindruckt hat. Der Streifen ist in meinen Augen ein Paradebeispiel für großes Kino. Allein die Mordsequenz, gefilmt als Spiegelung im Glas der heruntergefallenen Brille des Opfers, ist eine dieser Szenen für die Ewigkeit. Oder die Anfangssequenz, die zum Treffen der beiden Hauptfiguren führt. Grandios! Und im Finale beweist Hitchcock, dass er es wie fast kein anderer Regisseur verstanden hat, Spannung zu erzeugen und den Zuschauer gebannt in seinem Kinositz - bzw. mittlerweile auf der heimischen Couch - zu fesseln. Vielleicht gehört dieser Streifen hier nicht zu den bekanntesten Filmen Hitchcocks, seine unglaublich hohe Qualität steht allerdings außer Zweifel.

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Alfred Hitchcock 1950er Oscar Nominee


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MIDNIGHT IN PARIS


MIDNIGHT IN PARIS :love: MIDNIGHT IN PARIS :love: (Blu-ray: Concorde, Deutschland)
(OT: Midnight in Paris | Spanien/USA 2011 | Regie: Woody Allen)

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Drehbuchautor Gil (Owen Wilson), der momentan an seinem ersten Roman arbeitet, ist mit seiner Verlobten Inez (Rachel McAdams) und deren Eltern (Kurt Fuller und Mimi Kennedy) nach Paris gereist, da sein Schwiegervater in spe dort geschäftliche Termine zu erledigen hat. Während sich Gil gerne vom Zauber der Stadt inspirieren lassen und gefangen nehmen würde, sind Inez und ihre Eltern eher an einem straff durchorganisierten Sightseeing-Trip interessiert. Als der verträumte Gil eines Nachts allein durch die Seitenstraßen der französischen Metropole spaziert, hält plötzlich neben ihm ein altertümliches Auto und dessen Insassen fordern Gil auf, einfach bei ihnen einzusteigen. Für Gil beginnt eine unglaubliche Reise…

Filme von Woody Allen sind eigentlich auch immer Filme über Städte. Während sich Allen früher vor allem seiner Heimatstadt New York widmete, stehen in vielen seiner Filme der letzten Jahre europäische Metropolen im Mittelpunkt. Nach London und Barcelona ist nun Paris an der Reihe und Midnight in Paris ist sowohl eine Liebeserklärung an die Stadt als auch an die Magie der Kunst. Der Film handelt - wie oben in der Inhaltsangabe schon kurz angerissen - von Drehbuchautor Gil - grandios gespielt von Owen Wilson, den man in einem solchen Film vielleicht nicht unbedingt erwarten würde -, der sich mit seiner Verlobten und deren Eltern auf einer Art Kurzurlaub in Paris befindet und so sehr von der Stadt verzaubert wird, dass er gar nicht mehr zurück nach Kalifornien will. Jeden Tag pünktlich um Mitternacht unternimmt Gil eine Zeitreise zurück ins Paris der 20er Jahre, trifft auf große Künstler wie Hemingway, Picasso, Porter, Fitzgerald, Dali oder Buñuel und lässt sich von diesen inspirieren. Wenn man sich als Zuschauer auf diese Mischung aus Fantasy, Komödie und Love Story einlassen kann, nimmt einen Woody Allen für gut 90 Minuten mit auf eine zauberhafte Reise, die so wohl wirklich nur Allen inszenieren kann. Ich habe mich schon lange nicht mehr mit einem Film so extrem wohl gefühlt wie mit diesem hier. Den Zynismus seiner früheren Filme scheint Allen mittlerweile vollkommen abgelegt zu haben. Es scheint fast so, als ob Allen, der am 1. Dezember des vergangenen Jahres seinen mittlerweile 76. Geburtstag feierte, inzwischen eine gewisse Altersmilde an den Tag legt. Wenn dabei dann Filme wie Midnight in Paris herauskommen, gibt es daran überhaupt nichts auszusetzen. Der Streifen ist ein echter Glücksgriff, einfach nur wunderschön anzusehen und die Definition purer Kinomagie! Großartig!

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Woody Allen Owen Wilson Rachel McAdams Adrien Brody 2010er Oscar Nominee Paris Oscar Winner


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BETTER OFF DEAD


BETTER OFF DEAD BETTER OFF DEAD (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Better Off Dead… | USA 1985 | Regie: Savage Steve Holland)

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Der Teenager Lane Meyer (John Cusack) ist geradezu besessen von seiner hübschen Freundin Beth (Amanda Wyss). Als diese ihn wegen des arroganten Ski-Asses Roy (Aaron Dozier) verlässt, bricht für Lane eine Welt zusammen. Selbstmord scheint der einzige Ausweg aus seinem Dilemma zu sein. Doch alle Versuche missglücken…

Better Off Dead bzw. Lanny dreht auf, so der alte deutsche Videotitel, gehört - zumindest hierzulande - zu den eher etwas unbekannteren Teenie-Komödien aus den 80er Jahren. Gerade mal 47 Votes in der OFDB sprechen eine deutliche Sprache. Eigentlich schade, denn der mit John Cusack in der Hauptrolle perfekt besetzte Streifen hätte es sicher verdient, von einem breiteren Publikum entdeckt zu werden. Better Off Dead hebt sich von der typischen Teenie-Komödie aus den 80ern doch deutlich ab. Regisseur Savage Steve Holland - der auch den saukomischen One Crazy Summer (ebenfalls mit John Cusack in der Hauptrolle) gedreht hat - wandelt hier definitiv nicht auf den Spuren der sicher nicht schlechten, aber doch eher etwas harmloseren John-Hughes-Filme, sondern erzählt die Geschichte des verlassenen Teenagers mit Todessehnsucht in fast schon grotesk überspitzter Weise. Der Film bildet so einen absolut sehenswerten Gegenpol zu so grandiosen Streifen wie The Breakfast Club oder Ferris macht blau. Der Teufel liegt hier im Detail und es sind die vielen Kleinigkeiten, die Better Off Dead so ungemein sympathisch und sehenswert machen. So hat John Cusack nicht nur mit seinem Liebeskummer und den daraus resultierenden, immer wieder scheiternden Selbstmordversuchen zu kämpfen, sondern muss sich beispielsweise auch mit den skurrilen Kochkünsten seiner Mutter, zwei durchgeknallten Japanern, einem hochbegabten kleinen Bruder, einem wahnsinnigen Zeitungsjungen und einem Mathelehrer der besonderen Art auseinandersetzen. Das alles ergibt einen einfach nur herrlich abgedrehten Film, der jedem Freund des Kinos der 80er Jahre wärmstens zu empfehlen ist.

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Savage Steve Holland John Cusack 1980er


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LIEBE AM NACHMITTAG


LIEBE AM NACHMITTAG LIEBE AM NACHMITTAG (DVD: MGM/20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Love in the Afternoon | USA 1957 | Regie: Billy Wilder)


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Die junge Musikerin Ariane (Audrey Hepburn) lebt gemeinsam mit ihrem Vater (Maurice Chevalier) in einer kleinen Wohnung in Paris und ist von der Arbeit ihres Vaters einfach nur fasziniert. Der hat sich als Detektiv auf Seitensprünge spezialisiert und Ariane liebt es, heimlich in den Akten ihres Vaters zu stöbern und intime Details seiner Fälle herauszufinden. Als sie eines Tages zufällig mitbekommt, wie ein wütender Ehemann ankündigt, den rücksichtslosen Ehebrecher Frank Flannagan (Gary Cooper) umzubringen, entschließt sich Ariane dazu, den amerikanischen Playboy in seinem Hotelzimmer aufzusuchen und zu warnen. Ein Entschluss mit Folgen…

Mein Start ins Filmjahr 2012 begann mit einer klassischen Hollywood-Romanze. Und da ich schon wieder viel zu lange keinen Film mehr von Billy Wilder - der nun schon seit längerer Zeit zum Kreis meiner Lieblings-Regisseure gehört - gesehen habe, fiel die Wahl auf Liebe am Nachmittag. Der mit Audrey Hepburn, Gary Cooper und Maurice Chevalier hochkarätig besetzte Film steht in der Tradition der romantischen Hollywood-Komödien der 30er und 40er Jahre und erzählt die Geschichte des einfachen Mädchens, das sich in einen schwerreichen Playboy verliebt, auf eine herrlich unbeschwerte und wirklich federleichte Art und Weise. Die Dialoge, in meinen Augen der Kernpunkt eines jeden Wilder-Films, sind auch in dieser ersten von zahlreichen Zusammenarbeiten zwischen Billy Wilder und seinem langjährigen Co-Autor I.A.L. Diamond herrlich pointiert ausgefallen, wobei ihnen jedoch die extreme Scharfzüngigkeit und der schwarze Humor manch anderer Wilder-Filme praktisch vollkommen abgeht. Diese Scharfzüngigkeit hätte in diesem wunderbaren Film mit seinem ganz eigenen Flair und seiner einfach nur bezaubernden Audrey Hepburn aber auch irgendwie deplatziert gewirkt. Kino zum Wohlfühlen, dem man einfach nur gebannt und fasziniert folgt und das wie gemacht ist für einen trüben Sonntagnachmittag.

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Billy Wilder Audrey Hepburn Gary Cooper 1950er


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LIEBE BRAUCHT KEINE FERIEN


LIEBE BRAUCHT KEINE FERIEN LIEBE BRAUCHT KEINE FERIEN (DVD: Universal, Deutschland)
(OT: The Holiday | USA 2006 | Regie: Nancy Meyers)


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Amanda Woods (Cameron Diaz), eine in Los Angeles lebende Produzentin von Filmtrailern, hat die Schnauze von ihrem untreuen Freund Ethan (Edward Burns) endgültig voll und setzt diesen kurz vor Weihnachten vor die Türe. Um Ethan zu vergessen möchte Amanda irgendwo in der Einsamkeit ein paar Tage alleine für sich verbringen. Im Internet stolpert sie über ein Haustausch-Programm und das kleine Anwesen der englischen Journalistin Iris (Kate Winslet), die ebenfalls unter Liebeskummer leidet. Die beiden Frauen machen den Deal perfekt und so taucht jede in eine für sie völlig neue Welt ein...

So, noch ein kleiner Abstecher in mein diesjähriges Weihnachtsprogramm. Liebe braucht keine Ferien hab ich am zweiten Weihnachtsfeiertag angeschaut und das heißt, dass ich es langsam aber sicher tatsächlich schaffe, mit dem Filmtagebuch wieder auf den aktuellen Stand zu kommen. Hätte ich ehrlich gesagt vor 6 Wochen noch nicht für möglich gehalten. Liebe braucht keine Ferien von Regisseurin Nancy Meyers ist Wohlfühl-Kino wie es im Buche steht und passt einfach perfekt in diese Jahreszeit. Der zu Weihnachten und rund um den Jahreswechsel spielende Film ist jetzt zwar kein absolutes Highlight wie beispielsweise Tatsächlich... Liebe, der für mich der beste Weihnachtsfilm des letzten Jahrzehnts ist, wenn man sich aber einfach mal gefangen nehmen lässt und über den einen oder anderen Logikfehler hinwegsehen kann, bietet der mit Cameron Diaz, Kate Winslet, Jude Law, Jack Black und Eli Wallach einfach nur hervorragend besetzte Film nicht nur 130 Minuten lang ausgesprochen kurzweilige Unterhaltung, sondern tut einem beim Zuschauen einfach nur gut. Insbesondere die Sequenzen mit Kate Winslet und Eli Wallach sorgen immer wieder für Gänsehaut und so einige magische Momente. Wer mit romantischen Komödien sowieso nicht so viel anfangen kann, wird sich auch hier grausig abwenden, da bin ich mir sicher. Alle anderen sollten sich Liebe braucht keine Ferien für Weihnachten 2012 definitiv auf die “Watch-List“ schreiben. Es lohnt sich!

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Nancy Meyers Cameron Diaz Kate Winslet Jude Law Jack Black Eli Wallach Shannyn Sossamon Dustin Hoffman 2000er Los Angeles


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MACH’S NOCH EINMAL SAM


MACH’S NOCH EINMAL SAM MACH’S NOCH EINMAL SAM (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Play It Again, Sam | USA 1972 | Regie: Herbert Ross)


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Nachdem ihn seine Frau verlassen hat, versinkt der Filmkritiker Allan (Woody Allen) in Selbstmitleid. Sein bester Freund Dick (Tony Roberts) und dessen Frau Linda (Diane Keaton) versuchen daraufhin, Allan aus seiner Lethargie zu befreien und ihn wieder zu verkuppeln. Doch alle Kuppelversuche schlagen fehl und Allan muss plötzlich erkennen, dass sein Herz allein für Linda zu schlagen scheint…

Mach’s noch einmal Sam markiert die erste Zusammenarbeit zwischen Woody Allen und Diane Keaton, damals noch unter der Regie von Herbert Ross, die den Grundstein für viele weitere gemeinsame Filme der beiden Schauspieler legen sollte. Woody Allen spielt in Mach’s noch einmal Sam eigentlich schon genau die Art von Figur, die später in Streifen wie Manhattan oder Der Stadtneurotiker zu seinem Markenzeichen werden sollte und mit der er sich sicher einen Platz im Herzen nicht gerade weniger Filmfans erobert haben dürfte. Seiner Figur in Ross’ Film geht allerdings der Zynismus und der schwarze Humor der später von ihm gespielten Charaktere noch größtenteils ab. Stattdessen gibt es hier eine gehörige Portion Selbstironie und auch ein gewisser Hang zum Slapstick ist deutlich zu erkennen. Der von Woody Allen einfach nur hervorragend verkörperte Allan ist einem als Zuschauer mit seiner charmanten, schusseligen Art von der ersten Sekunde an sympathisch und man wünscht Allan von ganzem Herzen, dass er irgendwie sein Glück finden möge. Mach’s noch einmal Sam ist einer dieser Filme zum Wohlfühlen, mit Sequenzen für die der Begriff “Magic Moment“ erfunden wurde - allein die Anfangsszene im Kino ist pure Magie -, eine Liebeserklärung an das Leben, die Liebe und insbesondere auch an das Kino und zwar in Form des großen Klassikers Casablanca, der von Allan geradezu vergöttert wird und der eine wichtige Rolle für die Geschichte dieses wunderbaren Films spielt. Großartig!

TRAILER:


Herbert Ross Woody Allen Diane Keaton 1970er San Francisco New Hollywood


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HILFE DIE AMIS KOMMEN!


HILFE DIE AMIS KOMMEN! HILFE DIE AMIS KOMMEN! (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: National Lampoon’s European Vacation | USA 1985 | Regie: Amy Heckerling)


Infos zum Film:
IMDB
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Nachdem sie eher zufällig bei einer Quiz Show im TV den Hauptpreis gewonnen haben, machen sich die Griswolds (u.a. Chevy Chase, Beverly D’Angelo) auf den Weg nach Europa um dort einen unvergesslichen Urlaub zu verbringen...

Im zweiten Teil der Vacation-Reihe machen die Griswolds um Familienoberhaupt Chevy Chase Europa unsicher. Nachdem sie in einem absurden TV Quiz den Hauptpreis abgeräumt hat, walzt sich die chaotische Familie regelrecht durch England, Frankreich, Deutschland und Italien und hinterlässt mal wieder das komplette Chaos. Klar, dass dabei die porträtierten Länder in ihrer klischeehaften Darstellung allesamt ihr Fett abbekommen, wobei es kein Land so dick abbekommt wie Deutschland, welches ausschließlich aus durchgeknallten Volksmusikanten zu bestehen scheint. Aber da sich Drehbuchautor John Hughes und Regisseurin Amy Heckerling im Endeffekt ähnlich über die Vereinigten Staaten lustig machen - die Quizshow im Fernsehen, der Abspann des Films - sollte man ihnen diese klischeehaften Seitenhiebe definitiv nicht übel nehmen, sondern lieber herzhaft über diese lachen. Hilfe, die Amis kommen! ist insgesamt betrachtet vielleicht nicht ganz so lustig ausgefallen wie der direkte Vorgänger, bietet aber dennoch genügend Gags um einen als Zuschauer 90 Minuten bei Laune zu halten. Mein persönliches Highlight ist dabei der Running Gag mit dem von Eric Idle gespielten Fahrradfahrer und diesem fast unausweichlichem Zitat: “It’s just a flesh wound!“.

TRAILER:


Amy Heckerling Chevy Chase Beverly DAngelo Paul Bartel 1980er female nudity London Paris Rom Sequel





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