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One Night Stands und wahre Liebe


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BISHER UNVERÖFFENTLICHTE (KURZ-)KOMMENTARE - SAMMELBEITRAG NR. 1


TANGLED (USA 2010, Regie: Nathan Greno/Byron Howard)

Eigentlich sollte HOME ON THE RANGE im Jahr 2004 ja der letzte klassische Zeichentrickfilm der Disney-Studios sein. Dieser Plan wurde aber bereits 5 Jahre später mit THE PRINCESS AND THE FROG wieder aufgehoben. Die Disney-Studios kehrten mit diesem Film nicht nur zum klassischen Zeichentrickfilm zurück, sie kehrten mit der Geschichte um den Froschkönig auch zu ihren Anfängen zurück und verfilmten nach langer Zeit mal wieder ein klassisches Märchen. Diesen eingeschlagenen Weg setzt nun auch TANGLED, der nur ein Jahr später in die Kinos kam, fort.
In der Tradition von Filmen wie SNOW WHITE AND THE SEVEN DWARFS, CINDERELLA oder SLEEPING BEAUTY stehend, erzählen die beiden Regisseure Nathan Greno und Byron Howard in diesem insgesamt 50. Film der Disney-Studios das Märchen von Rapunzel neu. Natürlich ist die Geschichte ein Stück weit modernisiert und entsprechend aufgepeppt um das anvisierte Zielpublikum zu erreichen, sie entspricht weitestgehend aber doch dem Ton - und steht auch in der Tradition - dieser alten, erfolgreichen Märchenfilme aus dem Hause Disney. Hier gibt es weder Zynismus wie in den SHREK-Filmen noch überdrehte Modernisierungsmaßnahmen wie beispielsweise in HOODWINKED!. TANGLED bietet stattdessen “harmlose“ und kindgerechte Unterhaltung für die ganze Familie. Das kann man gerne bieder, langweilig und altbacken finden, ich persönlich finde es dennoch irgendwie schön und beruhigend, dass die Disney-Studios noch da draußen sind und auch Filme wie dieser noch immer produziert werden und auch ihr Publikum finden.


CLASS ACT (USA 1992, Regie: Randall Miller)

Als "Kid 'N Play" drehten die beiden Rapper Christopher Reid und Christopher Martin neben den 3 HOUSE PARTY-Filmen Anfang der 90er Jahre auch diese auf den Titel CLASS ACT hörende Verwechslungskomödie, in der an einer Highschool die Identitäten eines Genies (Reid) und eines Kriminellen (Martin) versehentlich vertauscht werden und die beiden Beteiligten schon bald feststellen müssen, dass diese Verwechslung definitiv nicht das Schlechteste ist, was ihnen passieren konnte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten finden sich die beiden Protagonisten in ihren neuen Rollen immer besser zurecht und am Ende gehen sowohl sie als auch ihr jeweiliges soziales Umfeld als Gewinner aus der Verwechslungsgeschichte hervor.
Regisseur Randall Miller hat mit CLASS ACT einen netten, kleinen Film gedreht, der mittlerweile zwar schon etwas arg viel Staub angesetzt hat (zumindest die ersten beiden HOUSE PARTY-Filme sind besser gealtert als dieser Film hier), den man mit seiner herrlich harmlos-naiven Botschaft aber einfach sympathisch finden muss und bei dem natürlich auch ein gewisser Nostalgiefaktor dazu beiträgt, den dargebotenen Blödsinn durchaus wohlwollend zu betrachten. Über den einen oder anderen Gag kann ich auch heute noch schmunzeln und das Slapstick-Finale im Wachsfigurenkabinett finde ich immer noch toll. Ja, doch, das war ne schöne Reise in die eigene Vergangenheit.


HE KNOWS YOU'RE ALONE (USA 1980, Regie: Armand Mastroianni)

Mal wieder ein Ausflug in die Welt des Slasher-Films. In HE KNOWS YOU'RE ALONE geht es um einen Killer, der eine Vorliebe entwickelt hat, junge Frauen kurz vor ihrer Hochzeit zu ermorden. Es geht um einen traumatisierten Polizisten, dessen Verlobte dem Killer einst zum Opfer gefallen ist und der nun versucht, ihn endgültig dingfest zu machen. Und es geht um Amy, dem "Final Girl", die kurz vor ihrer Hochzeit steht und die sich der Killer als nächstes Opfer ausgesucht hat.
Regisseur Armand Mastroianni hat mit seinem ersten Kinofilm leider einen sehr müden Vertreter des Slasher-Genres gedreht, in dem praktisch alle Morde im Off geschehen und der dem Zuschauer nur ausgesprochen selten einen Hauch von Spannung und Atmosphäre bietet. Es gibt zwar immer wieder mal die eine oder andere gelungene Sequenz zu bewundern, über den Großteil der Laufzeit regiert dann aber doch die Langeweile und so kann man HE KNOWS YOU'RE ALONE nur als laue Durchschnittsware betrachten, deren Sichtung - wenn überhaupt - wirklich nur für eingefleischte Slasher-Fans (zu denen ich definitiv zu zählen bin) halbwegs lohnenswert sein dürfte.
Seinen Platz in den Büchern der Filmgeschichte hat HE KNOWS YOU'RE ALONE trotzdem sicher. Allerdings nicht als langweiligster Slasher-Film aller Zeiten (glaubt mir, es gibt noch weitaus ödere Streifen als diesen hier), sondern vielmehr aufgrund der Tatsache, dass HE KNOWS YOU'RE ALONE das Filmdebüt eines gewissen Tom Hanks darstellt. Ja, auch heutige Superstars haben mal ausgesprochen klein angefangen.


CASHBACK (Großbritannien 2006, Regie: Sean Ellis)

In CASHBACK nimmt der wegen Liebeskummer an Schlaflosigkeit leidende Kunststudent Ben (Sean Biggerstaff) einen Job in der Nachtschicht eines Supermarktes an und lernt dort nicht nur die bezaubernde Kassiererin Sharon (Emilia Fox) kennen, sondern insbesondere auch die kleinen Momente des Lebens zu lieben.
CASHBACK ist Independent-Kino in Reinkultur und der erste abendfüllende Spielfilm des britischen Regisseurs, Drehbuchautors und Produzenten Sean Ellis. Und Ellis zeigt mit CASHBACK auf beeindruckende Art und Weise wie toll, außergewöhnlich und anders Independent-Kino sein kann. CASHBACK ist 90 Minuten reinste Emotion, die ungemein dichte Atmosphäre des Films verbreitet pure Melancholie ebenso wie absolute Glücksgefühle. Kino zum Wohlfühlen, mit einer ganzen Armada von magischen Momenten, die nicht nur für eine Gänsehaut sorgen. CASHBACK ist schön, einfach nur wunderschön. Ein echter Geheimtipp!


MEMENTO (USA 2000, Regie: Christopher Nolan)

Mit seinem Überraschungserfolg MEMENTO gelang Regisseur Christopher Nolan einst der große Durchbruch in Hollywood. Der Rest ist Geschichte, der man durchaus zwiespältig gegenüberstehen kann.
MEMENTO ist allerdings noch über jeden Zweifel erhaben. Zu faszinierend ist die Geschichte von Leonard (Guy Pearce), einem ehemaligen Ermittler einer Versicherungsgesellschaft, der nach dem gewaltsamen Tod seiner Frau sein Kurzzeitgedächtnis verlor und nun verzweifelt versucht, den Mörder seiner großen Liebe zu finden und ihren Tod zu rächen. Tätowierungen auf seiner Haut, geschossene Polaroids und kurze Notizen helfen Leonard dabei, sich im Hier und Jetzt einigermaßen zurechtzufinden.
Christopher Nolan beginnt seinen Film mit der Hinrichtung des vermeintlichen Killers durch Leonard, erzählt dann Leonards Geschichte rückwärts in drei verschiedenen Erzählebenen und verbindet diese am Ende des Films schließlich zu einem großen Ganzen. MEMENTO ist unkonventionell, faszinierend und verlangt vom Zuschauer volle Aufmerksamkeit. Diese Aufmerksamkeit wird schließlich mit einer Auflösung belohnt, die einem auch bei mehrmaliger Sichtung des Streifens einen kalten Schauer über den Rücken jagt und Gänsehaut verursacht.
Und wenn dann schließlich der Abspann einsetzt, macht sich vor allem eine Erkenntnis breit: MEMENTO ist neben THE PRESTIGE der mit Abstand beste Film von Christopher Nolan und kann guten Gewissens als exakt das bezeichnet werden, wofür seine BATMAN-Trilogie und INCEPTION vom Großteil des Publikums fälschlicherweise gehalten werden: als Meisterwerk!


SOMEONE'S WATCHING ME! (USA 1978, Regie: John Carpenter)

Zwischen ASSAULT ON PRECINCT 13 und HALLOWEEN führte John Carpenter für Warner Brothers bei diesem TV-Film Regie, für den er auch das Drehbuch verfasste und den er in gut 10 Tagen abdrehte. Zwischen all den Klassikern, die Carpenter in den Folgejahren noch abliefern sollte (THE FOG, ESCAPE FROM NEW YORK, THE THING. usw.) ist SOMEONE'S WATCHING ME! leider etwas in Vergessenheit geraten.
Zu Unrecht, den Carpenters TV-Film ist absolut sehenswert, ein astreiner Stalker-Thriller (aus einer Zeit, in der es diesen Begriff wahrscheinlich noch gar nicht gegeben hat), in dem eine junge Frau von einem Unbekannten terrorisiert und letztendlich mit dem Leben bedroht wird. SOMEONE'S WATCHING ME! baut seine Spannung und Atmosphäre langsam auf, spielt - auch aufgrund des niedrigen Budgets, das eine TV-Produktion so mit sich bringt - fast ausschließlich in geschlossenen Räumen (hauptsächlich im Apartment des Opfers) und kreiert so fast schon eine klaustrophobische Stimmung beim Zuschauer, hat mit Lauren Hutton in der Hauptrolle der verfolgten Leigh Michaels eine Schauspielerin zu bieten, mit der man als Zuschauer ganz vorzüglich hoffen und bangen kann und entwickelt sich von Minute zu Minute mehr zu einem astreinen "Nailbiter". Guter Film!


LA DAMA ROSSA UCCIDE SETTE VOLTE (Deutschland/Italien 1972, Regie: Emilio Miraglia)

In LA DAMA ROSSA UCCIDE SETTE VOLTE kehrt die attraktive Kitty Wildenbrück (Barbara Bouchet) nach dem Tod ihres Großvaters in das heimatliche Schloss zurück und muss sich schon bald mit einer seltsamen Mordserie auseinandersetzen, bei der alles darauf hinweist, dass für die Morde Kittys Schwester Evelyne verantwortlich zeichnet. Pikantes Detail: Evelyne ist schon vor vielen Jahren durch Kittys Verschulden ums Leben gekommen.
Regisseur Emilio Miraglia hat mit LA DAMA ROSSA UCCIDE SETTE VOLTE so etwas wie einen Vorzeige-Giallo gedreht. Hier ist alles drin, was man sich von einem echten Giallo erwartet und darüber hinaus weist LA DAMA ROSSA UCCIDE SETTE VOLTE netterweise auch noch deutliche Parallelen zu den alten Wallace-Klassikern auf. Es gibt ein undurchsichtiges Mordkomplett zu bestaunen, bei dem die Spannung wirklich bis zum Ende verdammt hoch gehalten werden kann. Es gibt blutige Morde, schöne Frauen, nackte Haut und ein atemberaubend tolles Setting in einem alten Schloss mit weiten Gängen, spinnwebenverhangenen Gewölben und mondänen Gemächern. Komponist Bruno Nicolai hat Miraglias Film zudem mit einem ganz vorzüglichem Score veredelt und dass LA DAMA ROSSA UCCIDE SETTE VOLTE auch noch teilweise in und um meine Heimatstadt Würzburg gedreht wurde, verleiht dem Film natürlich noch einen ganz besonderen Charme. Toll!


WE BOUGHT A ZOO (USA 2011, Regie: Cameron Crowe)

Mit WE BOUGHT A ZOO erzählt Regisseur Cameron Crowe die auf wahren Begebenheiten basierende Geschichte von Benjamin Mee (Matt Damon), der einst einen geschlossenen Zoo samt aller Tiere und Angestellten übernahm und fortan alles daran setzte, den Tierpark wieder zu eröffnen.
WE BOUGHT A ZOO ist exakt das, was man gemeinhin als Feel-Good-Movie bezeichnen kann und mit Cameron Crowe sitzt ein Mann auf dem Regiestuhl, der mit ALMOST FAMOUS und ELIZABETHTOWN bereits zwei Filme gedreht hat, die in eine "Hall of Fame" von Feel-Good-Movies definitiv aufgenommen werden müssten. So ist es dann auch wenig verwunderlich, dass auch WE BOUGHT A ZOO, der zudem mit Matt Damon und der bezaubernden Scarlett Johansson ganz vorzüglich besetzt ist, ein richtig guter Genrebeitrag geworden ist (auch wenn er die Klasse von ALMOST FAMOUS und ELIZABETHTOWN nicht wirklich erreichen kann). WE BOUGHT A ZOO fühlt sich richtig gut an, hat einige magische Momente zu bieten (insbesondere das Finale mit der Wiedereröffnung des Zoos) und hält sich mit übermäßigem Kitsch erfreulicherweise zurück. Schöner Film!


EARTH VS THE SPIDER (USA 1958, Regie: Bert I. Gordon)

Regisseur Bert I. Gordon hat ab Mitte der 50er Jahre eine ganze Reihe von B-Filmen gedreht und präsentiert mit EARTH VS. THE SPIDER eine Mischung aus Teenhorror- und Monsterfilm. Wie für die damalige Zeit typisch - die Angst vor der atomaren Katastrophe lässt grüßen - steht einmal mehr ein mutiertes Riesentier im Mittelpunkt des Geschehens und Gordon hat es durchaus geschafft, seine riesige Spinne - und wenn ich riesig sage, dann meine ich auch riesig - ansprechend in Szene zu setzen. Die Effekte mit der Riesenspinne sind - bedenkt man, dass diese aus dem Jahr 1958 stammen und mit einem minimalen Budget realisiert wurden - schon fast beeindruckend gut gelungen.
Ansonsten entzieht sich EARTH VS. THE SPIDER natürlich einer halbwegs objektiven Bewertung. Während B-Movie-Maniacs wie ich es einer bin verzückt vor der Flimmerkiste sitzen, werden "normale" Filmfreunde sich wohl eher stirnrunzelnd abwenden.
Für Genrefreunde ist Gordons Film aber wirklich toll. Allein diesen unfassbaren Plot, der eine Unglaublichkeit an die nächste reiht (die riesige Spinne wird erst entdeckt, dann erlegt, danach in die Turnhalle der örtlichen Schule gebracht um sie dort zu untersuchen und anschließend von der Schulband, die neben der vermeintlichen toten Spinne eine Bandprobe abhält, durch das Spielen von Musik wieder zum Leben erweckt (!!!)), muss man einfach gerne haben. Und dann natürlich die Darsteller, die inmitten dieses unglaublichen Plots mit einem solchen Enthusiasmus und einer solchen Ernsthaftigkeit spielen, dass man sich diesem herrlich naiven Charme einfach nicht entziehen kann und sich nur allzu gerne von dem präsentierten Unfug in den Bann ziehen lässt. Und dann sind es auch noch ganz viele Kleinigkeiten, die EARTH VS. THE SPIDER zu einem echten Erlebnis machen. Als Beispiel sei hier nur das Dorfkino genannt, in dem zwei weitere Filme von Bert I. Gordon, nämlich ATTACK OF THE PUPPET PEOPLE und THE AMAZING COLOSSAL MAN, beworben werden. Einfach schön!


LUCA IL CONTRABBANDIERE (Italien 1980, Regie: Lucio Fulci)

Zwischen ZOMBI 2 und Filmen wie PAURA NELLA CITTÀ DEI MORTI VIVENTI und ...E TU VIVRAI NEL TERRORE! L'ALDILÀ, die ihn letztendlich zum ungekrönten König des italienischen Horror- und Gore-Films machen sollten, drehte Regisseur Lucio Fulci diesen geradlinigen Gangsterstreifen über den ehrenwerten Schmuggler Luca Di Angelo (Fabio Testi), der sich mit der Tatsache auseinandersetzen muss, dass seine Heimatstadt Neapel Gefahr zu laufen scheint, von einem skrupellosen Drogenkartell übernommen zu werden. Als zuerst Lucas Bruder ermordet wird, danach alle weiteren Gangsterbosse Neapels ihr Leben lassen müssen und letztendlich auch noch Lucas Frau entführt wird, ist es für Luca und die alten Gangsterbosse von Neapel, die sich längst zur Ruhe gesetzt hatten, an der Zeit, einzuschreiten.
LUCA IL CONTRABBANDIERE beginnt relativ ruhig und es dauert einige Zeit, bis Fulcis Film so richtig Fahrt aufnimmt. Dann gibt es aber tatsächlich kein Halten mehr. Insbesondere in der letzten halben Stunde läuft LUCA IL CONTRABBANDIERE regelrecht Amok, Fulci steigert sich in einen gewalttätigen Rausch aus blutigen Einschusslöchern und derbsten Splatter- und Goresequenzen. Szenen, die effekttechnisch zwar nicht mehr wirklich auf der Höhe der Zeit sind, letztendlich aber leider dazu geführt haben, dass LUCA IL CONTRABBANDIERE von übereifrigen Sittenwächtern mit dem fragwürdigen Gütesiegel "Banned in Germany" bedacht wurde. Eine Beschlagnahme, die mittlerweile, über 30 Jahre nach Erscheinen des Films, nur noch als schlechter Witz bezeichnet werden kann.
Aber es sind natürlich nicht nur die Gewaltspitzen, die bei Fulcis Film im Gedächtnis bleiben. Hier stimmt einfach das Gesamtpaket. Fabio Testi in der Hauptrolle rockt das Haus. Er ist zwar sicher kein begnadeter Schauspieler, verfügt aber über jede Menge Charisma und lässt seine doch ziemlich limitierten darstellerischen Fähigkeiten so sehr schnell in den Hintergrund rücken. Komponist Fabio Frizzi hat LUCA IL CONTRABBANDIERE zudem mit einem tollen, groovigen Score veredelt und der düstere und dreckige Look und die ganze sleazige Atmosphäre des Films passen ganz vorzüglich zu dieser Geschichte rund um Gangsterehre und Rachefantasien. Geil!


THAT MAN BOLT (USA 1973, Regie. Henry Levin/David Lowell Rich)

Dass der Protagonist in dieser Mischung aus Action und Abenteuer der beiden Regisseure Henry Levin und David Lowell Rich hier ausgerechnet die Initialen JB spazieren trägt ist definitiv kein Zufall. Denn THAT MAN BOLT ist automatisch als Blaxploitation-Variante eines beliebigen Bond-Films zu identifizieren.
Wir haben einen supercoolen Helden (Fred Williamson), der auch in der prekärsten Lage noch einen lockeren Spruch auf den Lippen zu haben scheint, wir haben diverse Locations (von Hongkong geht es nach Los Angeles, Las Vegas und dann wieder zurück nach Hongkong), deren teils exotisches Potential optimal genutzt wird, wir haben diverse, leicht bekleidete "Bolt"-Girls, die dem Titelhelden regelrecht zu Füßen liegen, wir haben mit Byron Webster in der Rolle des Briten Griffiths einen spaßigen Sidekick, der als "comic relief" dient, wir haben natürlich ein fieses Komplott, in das Fred Williamson aka Jefferson Bolt verwickelt wird und den dazugehörigen Superschurken, dem es das Handwerk zu legen gilt.
Was wir leider nicht haben ist so etwas wie eine interessante Geschichte oder ein echter Spannungsbogen, der den Zuschauer in den Bann ziehen könnte. THAT MAN BOLT lebt einzig und allein von seinen diversen Schauwerten, ist nicht viel mehr als eine Aneinanderreihung von Zirkusattraktionen. Und obwohl ständig etwas geboten ist (diverse Verfolgungsjagden, Schießereien, Schlägereien, Martial-Arts-Einlagen, Explosionen, usw.) scheint THAT MAN BOLT erstaunlich "leer" zu sein. Das ist alles sicherlich spaßig anzusehender Eskapismus, der auch durchaus kurzweilig unterhalten kann, aber für einen richtig guten Film fehlen THAT MAN BOLT einfach die Ecken und Kanten, die das Genrekino der 70er Jahre eigentlich ausgemacht haben. THAT MAN BOLT ist erstaunlich brav und handzahm ausgefallen, will offensichtlich niemandem weh tun und ist für einen Blaxploitation-Film, der damals auch noch das R-Rating verpasst bekommen hat, doch eine kleine Enttäuschung. Gehobener Durchschnitt, nicht mehr!


FANTASTIC MR. FOX (USA 2009, Regie: Wes Anderson)

Mit FANTASTIC MR. FOX hat Regisseur Wes Anderson das gleichnamige Kinderbuch des bekannten Schriftstellers Roald Dahl in Form eines Puppen-Trickfilms auf die Leinwand gezaubert und dabei einen der außergewöhnlichsten Animationsfilme der jüngeren Vergangenheit erschaffen. Wer Andersons Realfilme wie bspw. THE ROYAL TENENBAUMS oder THE LIFE AQUATIC WITH STEVE ZISSOU kennt und mag, wird sich auch bei FANTASTIC MR. FOX sofort heimisch fühlen. Andersons Stil ist unverkennbar und die Tatsache, dass Andersons Stammschauspieler Bill Murray und Owen Wilson auch hier Sprechrollen übernommen haben, verstärkt diesen Eindruck noch. FANTASTIC MR. FOX ist ungemein witzig, verbreitet pure Melancholie, ist herrlich skurril, wunderbar anders und einfach toll. Ganz dicke Empfehlung!


RISE (USA 2007, Regie: Sebastian Gutierrez)

Lucy Liu in der Hauptrolle, Vampire und Rache als Storyelemente, Make-Up-Effekte von der legendären KNB-Group und mit John Toll ein Mann hinter der Kamera, der bereits Filme wie BRAVEHEART, THE THIN RED LINE, ALMOST FAMOUS, VANILLA SKY, THE LAST SAMURAI und ELIZABETHTOWN mit seiner Kameraarbeit veredelt hat. Eigentlich beste Voraussetzungen für einen richtig guten Film. Herausgekommen ist leider eine komplette Gurke und das liegt wohl in erster Linie daran, dass Regisseur und Drehbuchautor Sebastian Gutierrez versucht hat, so etwas wie einen melancholischen Vampirfilm mit viel Blut und nackter Haut zu drehen und stattdessen einen absoluten Langweiler mit ein paar netten Schauwerten realisiert hat. Gutierrez gelingt es praktisch zu keiner Zeit, so etwas wie Rhythmus in seinen Film zu bekommen und eine Spannungskurve zu entwickeln. Kurzen Action- und Spannungs-Highlights folgen uninspirierte Dialoge zum Davonlaufen, die diversen eingebauten Rückblenden, die eigentlich dafür sorgen sollen, der von Lucy Liu verkörperten Figur so etwas wie Tiefe und Background zu verleihen, haben einzig und allein den Effekt, einen sowieso schon viel zu langen Film noch mehr unnötig in die Länge zu ziehen und die unterkühlte DTV-Optik des Films lassen RISE wie eine billige DVD-Premiere und nicht wie einen Kinofilm wirken. Unfassbar, dass hier tatsächlich John Toll hinter der Kamera gestanden haben soll. Hätte Gutierrez seinem Film eine kurze und knackige Laufzeit von maximal 80 Minuten verpasst, hätte diese Vampir- und Rachegeschichte vielleicht sogar halbwegs funktionieren können. Aufgeblasen auf 2 Stunden ist das alles aber nur schwer durchzustehen. Gelungen sind lediglich die Effekte der KNB-Gruppe, den Rest kann man getrost in die Tonne klopfen. Unterer Durchschnitt!


NEW JERSEY DRIVE (USA 1995, Regie: Nick Gomez)

Auch einer dieser Filme der "Black Cinema"-Welle aus den 90er Jahren. NEW JERSEY DRIVE bewegt sich thematisch im selben Bereich wie es zuvor schon BOYZ N THE HOOD und MENACE II SOCIETY getan haben, allerdings ohne deren große Klasse zu erreichen. Regisseur und Drehbuchautor Nick Gomez, der in den letzten paar Jahren übrigens insbesondere für diverse, teils ausgesprochen namhafte TV-Serien (u.a. TRUE BLOOD, VERONICA MARS, THE SHIELD und DEXTER) als Regisseur tätig gewesen ist, erzählt mit NEW JERSEY DRIVE die Geschichte des Teenagers Jason Petty (Sharron Corley), der gemeinsam mit seiner Clique in seiner Freizeit Autos knackt. Um Zeichen zu setzen, um zu rebellieren, um der Langweilig- und Perspektivlosigkeit seines Lebens zu entfliehen. Gejagt von der Polizei entwickelt sich langsam aber sicher eine nicht aufzuhaltende Spirale aus Aktionen und Reaktionen, aus Gewalt und Gegengewalt, aus Provokationen und entsprechenden Antworten auf ebensolche.
Gomez erzählt seine Geschichte ziemlich nüchtern, im fast halbdokumentarischen Stil, und versucht so seinem Film die nötige Glaubwürdigkeit zu verleihen. Das gelingt ihm - abgesehen von ein paar vielleicht arg klischeehaft gezeichneten Figuren - über weite Strecken auch ganz gut, wobei diese nüchterne und irgendwie fast schon zu trostlose Erzählweise (in NEW JERSEY DRIVE gibt es lediglich ganz am Ende so etwas wie den Hauch eines Hoffnungsschimmers) auch den negativen Nebeneffekt hat, dass man als Zuschauer eher in der Rolle des stillen Beobachters verharrt und die Abwesenheit echter Identifikationsfiguren auch dazu führt, dass es nicht gerade leicht ist, so etwas wie echtes Mitgefühl für Gomez' Charaktere zu entwickeln. NEW JERSEY DRIVE erscheint mitunter etwas sperrig, ist kein sonderlich leicht zugänglicher Film, aber dennoch ein Streifen, bei dem es sich lohnt, sich mit ihm auseinanderzusetzen.
Und der Soundtrack, geprägt von Künstlern wie Queen Latifah, Heavy D, Naughty by Nature, Outkast, Coolio und Redman, ist natürlich über jeden Zweifel erhaben.


HANNIBAL RISING (Frankreich/Großbritannien/Italien/Tschechien 2007, Regie: Peter Webber)

Regisseur Peter Webber hat mit HANNIBAL RISING das vierte und bisher letzte Buch rund um Hannibal Lecter, dem netten Kannibalen von nebenan, des Schriftstellers Thomas Harris auf die Leinwand gebracht.
Im Zusammenhang mit HANNIBAL RISING stellen sich vor allem 2 Fragen:
1. Hat Thomas Harris es tatsächlich nötig gehabt, ein echtes Prequel zu seiner über fast alle Zweifel erhabenen Trilogie zu schreiben und anschließend als Drehbuch zu adaptieren?
2. Kann ein Hannibal-Lecter-Film - Manns genialen MANHUNTER aus dem Jahr 1987 lassen wir mal außen vor - ohne Anthony Hopkins in der Hauptrolle wirklich funktionieren?
Beide Fragen muss man leider mit einem klaren "Nein" beantworten. HANNIBAL RISING ist vielleicht einer der unnötigsten Filme, die je gedreht wurden und wahrscheinlich ist das Buch auch eines der unnötigsten Bücher, die je geschrieben wurden.
Die erste Stunde von Webbers Film zieht sich wie Kaugummi und die zweite Stunde ist lediglich minimal schwungvoller geraten. HANNIBAL RISING ist stinklangweilig und komplett unspannend. Hauptdarsteller Gaspar Ulliel versucht verzweifelt, einen Hauch von Hopkins in sein Spiel zu bringen, scheitert dabei aber auf ganzer Linie. Ulliels Hannibal versprüht nicht einen Hauch des diabolischen Charismas des von Hopkins interpretierten Lecter. Der Hauptcharakter in diesem Film könnte auch Heinz Müller heißen.
Das größte Versagen von Autor Harris und Regisseur Webber liegt allerdings darin, dass dieses Prequel überhaupt keinen Bogen zu RED DRAGON (dem "eigentlich" ersten Teil der Trilogie) spannt und bis auf eine kannibalistisch veranlagte Hauptfigur rein gar nichts mit den später spielenden Büchern/Filmen zu tun hat. Der ganze Mythos um Hannibal Lecter, den insbesondere Anthony Hopkins durch sein einzigartiges Spiel in den drei vorherigen Filmen aufgebaut hatte, droht von HANNIBAL RISING schon fast zerstört zu werden. Nein, diesen Film hätte es wirklich nicht gebraucht. HANNIBAL RISING ist Schrott, ein Film, der mit dem Urteil "unterdurchschnittlich" noch zu positiv bewertet wäre. Ein Film, bei dem es fast nichts Schönzureden gibt. Lediglich das Production Design und die Kameraarbeit können als gelungen bezeichnet werden. Praktisch der positive Tropfen auf dem heißen Stein.


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HERR LEHMANN [älterer Text]


HERR LEHMANN [älterer Text] :love: HERR LEHMANN :love: (DVD: Universal, Deutschland)
(OT: Herr Lehmann | Deutschland 2003 | Regie: Leander Haußmann)


Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Frank Lehmann (Christian Ulmen) steht kurz vor seinem 30. Geburtstag, wird von allen seinen Freunden nur “Herr Lehmann“ genannt, arbeitet in einer Kreuzberger Kneipe hinterm Tresen und fühlt sich durchaus wohl in seinem kleinen Mikrokosmos, in dem es eigentlich nur zwei Sorgen gibt: Wie erobert er das Herz der Köchin Katrin (Katja Danowski) und wie gaukelt er seinen Eltern, die sich überraschend zu Besuch angekündigt haben, ein erfolgreiches Leben vor?
Regisseur Leander Haußmann, bekannt wegen seines außerordentlich erfolgreichen aber bestenfalls durchschnittlichen Films SONNENALLEE aus dem Jahr 1999, entführt seine Zuschauer mit HERR LEHMANN in die Berliner Kneipen(sub)kultur des Jahres 1989, präsentiert ihnen eine ganze Reihe von schrulligen und skurrilen Typen und lässt sie teilhaben an deren Leben und Tages- bzw. Nachtabläufen. Haußmann macht dabei glücklicherweise nicht den Fehler, sich über seine Charaktere lustig zu machen, sondern nimmt diese absolut ernst und überzeugt so durch liebevolle und realitätsnahe Figuren- und Charakterzeichnungen. Als Zuschauer vergisst man fast immer wieder, dass man auf dem heimischen Sofa sitzt. Es fühlt sich
streckenweise so an, als säße man mit diesen ganzen Typen zusammen am Tresen, mittendrin der titelgebende Herr Lehmann, der als eine Art Kneipenphilosoph das scheinbar sinnlose Gespräch zur Kunstform erhoben zu haben scheint.
HERR LEHMANN ist eine Hommage an den Kreuzberger Kiez und seine Bewohner, die nie auf die Idee kommen würden, ihren kleinen Mikrokosmos zu verlassen (herrlich illustriert in dieser Szene, in der Lehmanns bester Freund Karl (Detlev Buck), der sich als Hobbykünstler versucht, freudig mitteilt, dass er in Charlottenburg an einer Ausstellung teilnehmen kann und diese Mitteilung von seinen Freunden mit der Frage gekontert wird, ob sie denn da wirklich alle kommen müssen, da Charlottenburg doch so weit weg sei) und die in ihrer Kneipe sitzend sogar fast den Mauerfall verpassen. Er ist eine Liebeserklärung an die ganzen “verlorenen“ Seelen am Tresen, die sich am Ende, nach dem Mauerfall, dann doch mit einer neuen Lebenssituation auseinandersetzen müssen (“Die kommen jetzt alle rüber!“). Ihr Mikrokosmos existiert nicht mehr.
Leander Haußmann erzählt die Geschichte von Herrn Lehmann und seinen Freunden und Bekannten größtenteils auf urkomische, oft aber auch auf nachdenkliche, fast schon melancholische Art und Weise und macht damit alles richtig. HERR LEHMANN ist ganz tolles Kino aus Deutschland. Ein kleiner Film, den man wirklich nur als großartig bezeichnen kann. In all seiner Melancholie und in all seiner Tristesse (die er aufgrund seiner vielen verlorenen Figuren natürlich auch liefert) ist HERR LEHMANN einfach nur wunderschön. Und sowohl Christian Ulmen als auch Detlev Buck sind in ihren Rollen nicht weniger als überragend!

TRAILER:


Leander Haußmann Christian Ulmen Christoph Waltz Detlev Buck Berlin 80er Jahre female nudity 2000er


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KURZKOMMENTARE - DEZEMBER 2014


32 Filme gesehen. Reihenfolge der Kommentare entspricht der Reihenfolge der Sichtungen. *=keine Erstsichtung


HICKEY & BOGGS (USA 1972, Regie: Robert Culp)

Zwei abgehalfterte Privatdetektive (Regisseur und Hauptdarsteller Robert Culp sowie Bill Cosby) nehmen einen Routinefall an und finden sich sehr schnell im absoluten Schlamassel wieder. HICKEY & BOGGS ist kein Film, den man sich so nebenbei mal anschauen kann. Das von Walter Hill verfasste Drehbuch ist ausgesprochen komplex geraten und ohne die notwendige Aufmerksamkeit kann man hier schnell mal den Faden verlieren. Bleibt man am Ball, wird man mit einem exzellenten und extrem spannenden Neo-Noir belohnt, der diese typische Atmosphäre des Crime-Kinos der 70er Jahre versprüht und mit einem mehr als denkwürdigen Finale aufwartet. Und dann diese Szene im leeren Stadion ziemlich in der Mitte des Films. Ein Paradebeispiel dafür, wie man Spannungsmomente perfekt inszenieren kann.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


BLACK SAMSON (USA 1974, Regie: Charles Bail)

Kleiner Blaxploitation-Reißer aus den 70ern, in dem der Besitzer eines Nachtclubs - der titelgebende Samson und gleichzeitig so etwas wie der Heilsbringer seines Viertels - von fiesen Gangstern gepiesackt wird, denen sein Etablissement, welches im Verlauf der kurzweiligen 90 Minuten für so manche Schauwerte sorgt (in jeden echten Reißer aus den 70er gehört mindestens eine Stripclub-Szene), ein Dorn im Auge ist. Die Handlung verläuft so, wie sie in solchen Filmen immer verläuft. Gewalt erzeugt Gegengewalt und am Ende kommt es schließlich zum großen - und hier auch ausgesprochen spektakulären - Showdown. It’s nothing to write home about - Spaß hat mir BLACK SAMSON trotzdem gemacht.

Persönliche Bewertung: Nett!


THE AMAZING SPIDER-MAN 2 (USA 2014, Regie: Marc Webb)

Den Vorgänger fand ich richtig gut, diese Fortsetzung hier eher enttäuschend. Überzeugen konnte mich THE AMAZING SPIDER-MAN 2 eigentlich nur in technischer Hinsicht. Insbesondere die 3D-Sequenzen, in denen Spider-Man durch die Häuserschluchten schwingt, fand ich extrem faszinierend und beeindruckend umgesetzt. Ansonsten empfand ich den Film als viel zu lang, als viel zu selbstverliebt und die Hauptfigur als viel zu unsympathisch gezeichnet. Das war definitiv kein Held, mit dem man als Zuschauer mitfiebern konnte. Und auch die Gegner - sowohl der von Jamie Foxx gespielte Electro als auch der von Dane DeHaan gespielte Green Goblin - blieben eher blass, hatten nur wenig Bedrohungspotential. Ganz schlimm auch diese ironischen Selbstreferenzen. Wenn auf Spider-Mans Smartphone als Klingelton das Spider-Man-Theme ertönt empfinde ich das als fast genau so nervig wie den von Chuck Norris erzählten Chuck-Norris-Witz in THE EXPENDABLES 2.

Persönliche Bewertung: Naja!


THE UNBORN (USA 2009, Regie: David S. Goyer)

In THE UNBORN geben sich praktisch sämtliche Klischees, die man aus Filmen über dämonische Wesen, besessene Kinder, unheimliche Häuser, Exorzisten, usw. so kennt, die Klinke in die Hand. Regisseur und Drehbuchautor David S. Goyer wollte hier wohl wirklich alles reinpacken, was ihm beim Schreiben des Drehbuchs und beim Dreh des Films so in die Sinne gekommen ist und überlädt damit seinen Film maßlos. THE UNBORN hat zwar ein paar nette Schockeffekte, einen Haufen bekannte Gesichter (u.a. Gary Oldman in einer komplett verrückten Rolle als Rabbi) und streckenweise auch so etwas wie eine unheimliche Atmosphäre zu bieten, bewirkt mit seiner überladenen Handlung beim Zuschauer allerdings hauptsächlich eins: dass dieser sich ob des ganzen präsentierten Unsinns eher verwundert die Augen reibt anstatt sich zu gruseln. Zumindest war Hauptdarstellerin Odette Yustman ziemlich hot.

Persönliche Bewertung: Naja!


OBSESSION (USA 1976, Regie: Brian De Palma)

16 Jahre nach dem tragischen Tod seiner Frau Elizabeth (Geneviève Bujold) lernt der Geschäftsmann Michael Courtland (Cliff Robertson) genau in der Kirche, in der er damals auch seine Frau zum ersten Mal gesehen hatte, eine junge Frau kennen, die seiner verstorbenen Gattin wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sieht...
Der Aufhänger des Plots scheint in gewisser Weise vertraut zu sein? Kein Wunder, Hitchcock-Fan De Palma hat mit OBSESSION seine eigene Variante von VERTIGO gedreht. Einen atmosphärisch dichten und von Kameramann Vilmos Zsigmond in betörend schöne Bilder getauchten Thriller in allerbester Hitchcock-Tradition. Auch wenn OBSESSION qualitativ vielleicht noch nicht wirklich mit den Filmen mithalten kann, die da noch von De Palma kommen sollten. Er ist vielleicht das dicke, fette Ausrufezeichen eines Filmemachers, der ganz kurz vor seinem großen Durchbruch stand. 3 Monate nach OBSESSION sollte ein Film mit dem Titel CARRIE in die Kinos kommen. Der Rest ist Geschichte.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


A CLOCKWORK ORANGE (Großbritannien/USA 1971, Regie: Stanley Kubrick)*

Ich hatte Kubricks A CLOCKWORK ORANGE jetzt wahrscheinlich gut 20 Jahre nicht mehr gesehen. Wenn man alten Favoriten nach so langer Zeit zum ersten Mal wieder begegnet, ist man ja immer gespannt, wie die Begegnung verlaufen wird, wie gut oder schlecht dieser eine Film gealtert sein mag. Nun, A CLOCKWORK ORANGE hat mich regelrecht weggeblasen. Das ist ein Film, der auch heute, 43 Jahre nach seinem Erscheinen, aber auch wirklich rein gar nichts von seinem verstörenden Potential verloren hat. A CLOCKWORK ORANGE ist ein zutiefst beunruhigender Film, eine tatsächlich sprachlos machende Gewaltstudie ein Meilenstein des kontroversen Kinos.

Persönliche Bewertung: Meisterwerk!


GHOST BUSTERS (USA 1984, Regie: Ivan Reitman)*

Bill Murray, Dan Aykroyd und Harold Ramis als Dr. Venkman, Dr. Stantz und Dr. Spengler auf Gespensterjagd. Es gibt Filme, zu denen wurde schon alles gesagt und geschrieben. Das ist einer davon. Einer der großartigsten Filme seiner Zeit, ein absoluter Klassiker. Gibt es tatsächlich Menschen, die diesen Film hier gesehen haben und ihn nicht toll finden? Ich kann und will es nicht glauben.

Persönliche Bewertung: Lieblingsfilm!


THE PLAYER (USA 1992, Regie: Robert Altman)*

Komödie, Krimi, Mystery, Romanze, Thriller, Drama, bitterböse Satire, Selbstreflexion - das alles und irgendwie noch viel mehr ist THE PLAYER, der vielleicht großartigste Blick, den sich Hollywood seit Wilders grandiosem SUNSET BLVD. auf sich selbst gestattet hat. Allein diese ersten acht Minuten, in denen Altman den Studioalltag zeigt, von einer Figur zur nächsten springt und dabei ohne einzigen Schnitt auskommt, sind pure Magie. Allein diese ersten acht Minuten reichen vollkommen aus, um sich in THE PLAYER hoffnungslos zu verlieben. Ich habe Altmans Geniestreich gut 20 Jahre nicht mehr gesehen. Bis zur nächsten Sichtung werden definitiv keine weiteren 20 Jahre mehr vergehen. Überirdisch großes Kino.

Persönliche Wertung: Lieblingsfilm!


GHOSTBUSTERS II (USA 1989, Regie: Ivan Reitman)*

Fünf Jahre nach seinem großen Erfolg versammelte Regisseur Ivan Reitman praktisch alle wichtigen Cast-Mitglieder des Vorgängers erneut vor der Kamera und präsentierte mit GHOSTBUSTERS II eine ausgesprochen gelungene Fortsetzung der Geschichte rund um die ebenso liebenswerten wie chaotischen Geisterjäger. Die extrem hohe Qualität von GHOST BUSTERS erreicht Reitman allerdings nicht, dafür fehlt es GHOSTBUSTERS II zu sehr an neuen Ideen und auch die Gagdichte ist nicht so hoch wie beim Vorgänger. Ich persönlich habe mich auch schon immer an der Sequenz mit der Freiheitsstatue im Finale gestört. Fand das damals im Kino schon doof und finde es auch heute noch doof. Toll ist GHOSTBUSTERS II auch trotz dieser kleinen Schwächen. Vor allem wegen vieler Kleinigkeiten. Schön bspw. die Sache mit den fehlenden Anfangs-Credits. Der Film öffnet mit der Texttafel “5 Years Later“, der Filmtitel wird kurz darauf durch das bekannte Logo mit zwei hochgestreckten Fingern visualisiert. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dass dieser Film hier einer der ersten Filme gewesen sein dürfte, die auf die Anfangs-Credits komplett verzichtet haben. Ausgesprochen nett auch die diversen (Selbst-)referenzen an das Horrorgenre, die mal offensichtlicher und mal versteckter ausfallen. Der pinkfarbene Schleim erinnert bspw. frappierend an die glibberige Masse aus THE BLOB und in einer kurzen Sequenz, in der Menschen panisch aus einem Kino laufen, sieht man auf dem Kino-Marquee, dass dort CANNIBAL GIRLS gezeigt wurde, eine kanadische Produktion aus dem Jahr 1973 und gleichzeitig die erste richtig bedeutende Regiearbeit von Ivan Reitman.

Persönliche Wertung: Sehr gut!


22 JUMP STREET (USA 2014, Regie: Phil Lord/Christopher Miller)

Von der High School ab ins College. Die beiden chaotischen Ermittler Jenko (Channing Tatum) und Schmidt (Jonah Hill) sollen nun undercover in einem College ermitteln und erneut einer Bande von Drogendealern das Handwerk legen. Der Fall an sich rückt jedoch schnell in den Hintergrund, in erster Linie haben die beiden Ermittler mit ihren neuen Rollen und der gegenseitigen Erwartungshaltung an ihre Freundschaft zu kämpfen.
Ging es im Vorgänger noch etwas subtiler zu Werke, hauen Lord und Miller hier deutlich kräftiger auf den Putz. Der oftmals hintergründige Humor, der 21 JUMP STREET noch ausgezeichnet hatte, muss dabei fast zwangsläufig auf der Strecke bleiben. Das ist etwas schade, da dieser Fortsetzung somit auch die Liebenswürdigkeit des Vorgängers etwas abhaben kommt. Ausgeglichen wird das durch zwei grandios aufgelegte Hauptdarsteller, eine immens hohe Gagdichte und die eine oder andere rasante Actionsequenz.
Und diese Szene, in der Jenko mitbekommt, dass Schmidt mit der Tochter (Amber Stevens) ihres Vorgesetzten (Ice Cube) in der Kiste gelandet ist, und sich darüber vor den Augen des wütenden Vaters ausgiebig lustig macht, gehört definitiv zu einem der witzigsten Momente der jüngeren Kinovergangenheit.

Persönliche Wertung: Gut!


ELECTRIC BOOGALOO: THE WILD, UNTOLD STORY OF CANNON FILMS! (Australien/Großbritannien/Israel/USA 2014, Regie: Mark Hartley)

Nach NOT QUITE HOLLYWOOD: THE WILD, UNTOLD STORY OF OZPLOITATION! und MACHETE MAIDENS UNLEASHED! ist ELECTRIC BOOGALOO: THE WILD, UNTOLD STORY OF CANNON FILMS! bereits die dritte Dokumentation, in der sich Regisseur Mark Hartley liebevoll um den Genrefilm kümmert. Wie schon in den beiden Vorgängern nutzt Hartley erneut viele Filmausschnitte, Archivaufnahmen und natürlich insbesondere interessante Gesprächspartner (diverse Schauspieler, Regisseure und weitere Crewmitglieder wie bspw. Sam Firstenberg, Boaz Davidson, Mark Goldblatt, Sybil Danning, Molly Ringwald, Dolph Lundgren, Bo Derek, Michael Dudikoff, u.v.a.m.), die die Hochzeit der umtriebigen Cannon Film Group miterlebt haben und bereitwillig aus dem Nähkästchen plaudern, um dem interessierten Zuschauer auf kurzweilige Art und Weise die Geschichte der Produktionsschmiede der beiden Cousins Menahem Golan (der im August dieses Jahres verstarb) und Yoram Globus näher zu bringen.
Das gelingt Hartley - wie in den beiden vorgenannten Dokus auch - mal wieder exzellent und der Einblick, den Hartley und seine Gesprächspartner in die Geschichte der Cannon geben, ist wirklich hochinteressant und dürfte jeden Fan des unterschlagenen Films nachhaltig begeistern. Ein Wehrmutstropfen bleibt jedoch, an dem Hartley allerdings keine Schuld trägt. Die beiden Hauptpersonen - Golan und Globus - waren leider nicht dazu bereit, bei dieser Doku mitzuwirken und so fehlt ELECTRIC BOOGALOO der Gegenpol zu den Aussagen der diversen Interviewteilnehmer. Denn besonders gut kommen Golan und Globus bei den wenigsten ihrer damaligen Weggefährten weg. Viele finden gar ausgesprochen harsche Worte in Bezug auf das - ganz offensichtlich - von einer Mischung aus Enthusiasmus, Größenwahn und Naivität geleitete Geschäftsgebaren der beiden Produzenten. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Golan und Globus haben, als sie von Hartleys Projekt erfahren haben, wohl schon geahnt, dass sie nicht unbedingt mit Samthandschuhen angefasst werden würden und kurzerhand mit THE GO-GO BOYS: THE INSIDE STORY OF CANNON FILMS ihre eigene Dokumentation in Auftrag gegeben, welche die Geschichte der Cannon Film Group sicher in einem wohlwollenderem Licht erscheinen lässt. Werde ich mir sicher auch noch ansehen, wenn sie mal auf DVD erhältlich sein sollte.

Persönliche Wertung: Sehr gut!


REPO MEN (Kanada/USA 2010, Regie: Miguel Sapochnik)

Ausgesprochen düstere Vision einer Gesellschaft, deren Gesundheitssystem komplett kollabiert ist. In REPO MEN gibt es medizinische Hilfe nur noch gegen Bargeld oder auf Pump. Wer seine Raten schuldig bleibt, muss die medizinischen Leistungen zurückgeben und bekommt Besuch von einem der titelgebenden Repo Men, die ihm ohne Rücksicht auf Verluste das zuvor eingesetzte Organ wieder entfernen.
Regisseur Miguel Sapochnik vereint Elemente verschiedener Sci-Fi-Klassiker - von BLADE RUNNER bis zu THE MATRIX - und kreiert daraus eine - insbesondere in der zweiten Hälfte - spannende, rasante und teils ultrabrutale Dystopie (vor gut 20 Jahren wäre dieser Film hier nie im Leben mit einer 16er-Freigabe durch die FSK gekommen). Es dauert zwar gut 50 Minuten, bis REPO MEN so richtig in Fahrt kommt (die erste Hälfte des Films hätte man vielleicht etwas straffen können), danach entwickelt sich Sapochniks Film aber zu einem echten Nailbiter. Und das Ende ist der absolute Hammer. I didn’t see this one coming…

Persönliche Wertung: Gut!


DIE SIEGER (Deutschland 1994, Regie: Dominik Graf)*

Ganz großes Kino aus Deutschland. Dominik Graf bietet in seiner Mischung aus Polizeidrama und Actionthriller 130 Minuten nervenzerreißende Hochspannung, erzählt eine tolle Geschichte und vereint einen großartigen Cast vor der Kamera. DIE SIEGER zeigt auf beeindruckende Art und Weise, was so alles im deutschen Kino möglich wäre, wenn man doch nur wollte. Die Frage ist tatsächlich, wer, wann und warum es deutschen Filmemachern untersagt hat, mehr Filme von diesem Kaliber auf die Leinwand zu bringen.

Persönliche Wertung: Herausragend!


THREE THE HARD WAY (USA 1974, Regie: Gordon Parks Jr.)

In THREE THE HARD WAY bekommt ein größenwahnsinniger Irrer, der den Genozid an der schwarzen Bevölkerung in den USA plant, in Form von Jim Brown, Fred Williamson und Jim Kelly eine Lektion in Sachen “Black Power“. THREE THE HARD WAY ist ein herrlich obskurer Kracher, der zur Blütezeit des Blaxploitation-Kinos in den 70er Jahren entstanden ist. Regisseur Gordon Parks Jr. präsentiert nicht nur eine wahrhaft bizarre Story, sondern begeistert den Genrefreund auch noch mit all diesen unbändigen Schauwerten und kleinen Unzulänglichkeiten, für die man solche Filme so sehr in sein Herz schließt. Es gibt Autoverfolgungsjagden, Schießereien, Martial-Arts-Geprügel, einen nicht zu verachtenden Anteil an Sleaze, nackte Haut, wunderbar unzulängliche Day-for-Night-Shots, die dazu führen, dass eine längere Sequenz abwechselnd bei Tag und in der Nacht spielt, interessante Kostümentscheidungen, wie diese leuchtendroten Barette, welche ein Großteil der Soldaten aus der Armee des Fieslings auf dem Kopf tragen müssen und die aus ihnen so leichtes Kanonenfutter machen. Es gibt Jim Brown und Fred Williamson, die vor Coolness fast zu platzen drohen. Und es gibt mal wieder Jim Kelly, der seinen durchtrainierten Oberkörper in verdammt vielen Szenen textilfrei durchs Bild wuchten darf und außerdem wieder mal mit herrlich stümperhaften - gerne auch in Slow Motion gezeigten - Kampfszenen “überzeugen“ kann. Und dann ist da noch dieser herrlich groovige Score von Komponist Richard Tufo, der verdammt viel zum Flow des Films beiträgt und einen großen Anteil daran hat, dass THREE THE HARD WAY einfach nur richtig viel Spaß bereitet.

Persönliche Wertung: Unterhaltsam!


JINGLE ALL THE WAY (USA 1996, Regie: Brian Levant)

Der vielbeschäftigte Howard Langston (Arnold Schwarzenegger) hat seinen kleinen Sohn Jamie schon viel zu oft enttäuscht. Als der sich zu Weihnachten eine Turbo-Man-Actionfigur wünscht, schwört sich Howard, Jamie nicht noch ein weiteres Mal zu enttäuschen. Doch der scheinbar routinemäßige Einkauf des Spielzeugs entwickelt sich sehr schnell zu einer hochkomplizierten Angelegenheit.
Mindestens ein Weihnachtsfilm im Dezember muss es dann doch sein. Zur Abwechslung auch mal einer, den ich noch nicht schon unzählige Male gesehen habe. Arnold Schwarzenegger auf der Jagd nach dem Spielzeug zuzusehen und zu beobachten, wie er von einem Schlamassel in den nächsten stolpert, ist zwar durchaus nett, an die Qualität manch anderer Weihnachtskomödien wie CHRISTMAS VACATION, SCROOGED oder HOME ALONE kommt JINGLE ALL THE WAY aber dann doch nicht heran. Brian Levants Film kommt dann streckenweise doch etwas zu albern, zu cartoonhaft, zu kitschig und teilweise auch zu unbeholfen um die Ecke. Ein paar verdammt witzige Sequenzen sind dann aber doch vorhanden und bei einem Weihnachtsfilm ist man ja sowieso eher dazu bereit, über gewisse Unzulänglichkeiten hinwegzusehen.

Persönliche Wertung: Nett!


FROZEN (USA 2013, Regie: Chris Buck/Jennifer Lee)

Noch ein Film, der ganz gut in die Weihnachtszeit gepasst hat. Und ganz ehrlich - in einem anderen Monat hätte ich FROZEN kaum durchgehalten. Die Disney-Variante des Märchens “Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen ist halt mal wieder typischer Disney-Kitsch und präsentiert zuverlässig all die Markenzeichen, die man von einem solchen Film erwarten kann bzw. befürchten muss. Eine kitschige Love Story, knuffige Sidekicks (hier in Form eines Schneemanns und eines Rentiers), mutige Helden, mindestens ein gefährliches Monster und verdammt viel Gesangseinlagen. Im Dezember kann man sich so was schon mal ansehen.
Ach ja, die 3D-Effekte waren für einen Animationsfilm geradezu erbärmlich schlecht.

Persönliche Wertung: Nett!


THE INTERNATIONAL (Deutschland/Großbritannien/USA 2009, Regie: Tom Tykwer)

Politthriller zur Bankenkrise. In THE INTERNATIONAL geht es um die Verwicklungen einer Großbank in den internationalen Waffenhandel und den verzweifelten Kampf des Ermittlers Louis Salinger (Clive Owen), diesen Machenschaften ein Ende zu setzen. Dass dieser Kampf ein Kampf gegen Windmühlen ist, dürfte jedem Zuschauer von vornherein klar sein. Das System ist wie eine Hydra, schlägt man einen Kopf ab, wachsen zwei neue Köpfe nach. So ist THE INTERNATIONAL in erster Linie ein ernüchternder Einblick in das große Spielfeld der Korruption und Tom Tykwer hätte gut daran getan, wenn er seinen Film auch als genau das gesehen hätte. Das Problem an THE INTERNATIONAL ist, dass Tykwer die Geschichte zu sehr als herkömmlichen Thriller aufbaut. THE INTERNATIONAL arbeitet irgendwie auf ein großes Finale hin, fast so, als gäbe es wirklich eine Lösung, als könnten die Machenschaften der Großbank tatsächlich gestoppt werden. All der vorzügliche Spannungsaufbau verpufft am Ende wie heiße Luft bzw. hat sich schon vorher in dieser wirklich phantastischen Shoot-Out-Sequenz im Guggenheim-Museum entladen, die sowohl den dramaturgischen als auch den spannungstechnischen Höhepunkt des Films darstellt. Bis zu dieser Sequenz hat mir persönlich THE INTERNATIONAL ausgezeichnet gefallen, doch dummerweise war nach dieser Sequenz noch über 1/3 der Laufzeit übrig und THE INTERNATIONAL verflachte von Minute zu Minute mehr und mündete schließlich in einem unspektakulären Finale, für das ich schon gut 20 Minuten vorher jegliches Interesse verloren hatte.

Persönliche Wertung: Gut (wegen der tollen 2/3 des Films bis zur Guggenheim-Sequenz und trotz des schwachen Rests nach dieser)!


DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN WITWE (Deutschland/Spanien 1963, Regie: Franz Josef Gottlieb)

Nach DER TEPPICH DES GRAUENS und DIE WEISSE SPINNE ist das hier die dritte Verfilmung eines Kriminalromans von Louis Weinert-Wilton und wie bereits Harald Reinl in den beiden Filmen zuvor versucht auch Franz Josef Gottlieb das von den Wallace-Filmen so reichlich bestellte Feld abzuernten. Wie schon Reinl kann auch Gottlieb auf erprobte Wallace-Darsteller zurückgreifen - u.a. wirken Klaus Kinski, Eddi Arent, sowie abermals Werner Peters und Karin Dor mit - und dieses Potential weiß Gottlieb erstklassig zu nutzen. Kinski darf immer wieder mysteriös in der Ecke stehen, bevor seine wahre Identität irgendwann gelüftet wird, Arent gibt den moderaten Pausenclown, Karin Dor das sexy Love Interest und Werner Peters einmal mehr das unsympathische Weichei mit Dreck am Stecken. Gut, auch Reinl konnte in den beiden Vorgängern von diversen Wallace-Stars - allen voran Joachim Fuchsberger in der jeweiligen Hauptrolle - profitieren, aber Gottlieb nutzt dieses Potential einfach besser, verlässt sich nicht so sehr auf seine Geschichte, sondern mehr auf seine Darsteller und macht damit alles richtig. Waren die zwei Vorgängerfilme eher etwas gemächlich inszeniert und mit unzähligen Wendungen ausgestattet, um den Zuschauer hinters Licht zu führen, geht Gottlieb die Angelegenheit deutlich geradliniger und zielstrebiger an. DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN WITWE ist ein Schauspielerfilm, die Handlung ist Nebensache, oder besser ausgedrückt, es ist ein O.W.-Fischer-Film. Für den war es damals der erste und meines Wissens auch einzige Ausflug in das Genre des Kriminalfilms und dieser Ausflug scheint ihm verdammt viel Spaß gemacht zu haben. Wie Fischer hier ständig rauchend, saufend und lallend durch den Film walzt ist ein Traum - ich bin mir nicht sicher, ob er beim Dreh nicht tatsächlich größtenteils stockbesoffen gewesen ist - und macht DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN WITWE so unterhaltsam und sehenswert. Fischer reißt den Film regelrecht an sich, knallt einen Oneliner nach dem anderen raus und bringt eine Präsenz auf die Leinwand, die wahrlich beeindruckend ist. Keine Ahnung, wie dieser Film mit einem anderen Schauspieler in der Hauptrolle wohl ausgefallen wäre. Man kann und mag es sich nicht vorstellen.

Persönliche Wertung: Unterhaltsam!


DER HAUSTYRANN (Deutschland 1959, Regie: Hans Deppe)

Paraderolle für den begnadeten Komiker Heinz Erhardt, der hier als gleichzeitig liebens- und hassenswertes Ekel voll in seinem Element ist. Als Zuschauer möchte man den von ihm gespielten Paul Perlacher am liebsten auf den Mond schießen und dabei ganz lieb knuddeln. Der Humor in Deppes Film ist eher ruhiger Natur, von den ganzen Albernheiten und den vielen Kalauern, die insbesondere die Filme mit Heinz Erhardt ab Mitte der 60er Jahre bevölkerten, ist in DER HAUSTYRANN noch nicht viel zu sehen. Deppe verlässt sich voll und ganz auf Erhardts geniale Art und Weise mit dem Stilmittel der Sprache umzugehen. Als Zuschauer schmunzelt man oft leise mit, lacht im nächsten Moment wieder, usw., usf.; Highlights des Films: die Szene mit Beppo Brem als Polizisten und die Sequenz im Gerichtssaal - einfach nur zum Schreien komisch.

Persönliche Wertung: Unterhaltsam!


DIE SUPERNASEN (Deutschland 1983, Regie: Dieter Pröttel)*

Extremer Nostalgie-Flash. Pröttels DIE SUPERNASEN habe ich in den 80ern rauf unter runter geschaut. Nun schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr und es ist irgendwie erschreckend, wie sehr das menschliche Gehirn nutzlose Informationen abspeichern kann. Ich wäre durchaus in der Lage gewesen, einen Großteil der Dialoge auch heute noch mitzusprechen. DIE SUPERNASEN ist ein absolutes Relikt seiner Zeit, eines dieser typischen Klamaukprodukte der altehrwürdigen Lisa-Film, in denen kein Gag zu flach und kein Witz zu billig sein konnte. Gottschalk und Krüger haben sichtlich Spaß daran, sich durch diesen ganzen Nonsens zu kalauern und das damalige Publikum hatte ebenfalls einen riesigen Spaß, den beiden Chaoten dabei zuzusehen. DIE SUPERNASEN war damals richtig erfolgreich - heute könnte ein Film wie dieser hier wohl gar nicht mehr gedreht werden - und zog noch zwei Fortsetzungen nach sich. Die muss ich mir jetzt natürlich auch mal wieder ansehen.

Persönliche Wertung: Unterhaltsam!


EDGE OF TOMORROW (Australien/USA 2014; Regie: Doug Liman)

Nach den beiden letzten Gurken (JACK REACHER und OBLIVION) mit Tom Cruise endlich mal wieder ein guter Film mit dem streitbaren Star. EDGE OF TOMORROW gehört zum relativ überschaubaren Kreis von Filmen, die sich mit dem Phänomen der Zeitschleifen beschäftigen - der bekannteste und auch herausragendste Vertreter dieses Subgenres dürfte wohl GROUNDHOG DAY sein - und die oberste Maxime, die diese Art von Film meines Erachtens einfach haben muss, lautet wie folgt: „Gestalte die immer und immer wiederkehrenden Ereignisse so abwechslungsreich, dass beim Zuschauer keine Ermüdungserscheinungen auftauchen.“
Regisseur Doug Liman meistert diese Bürde ganz vorzüglich, Langeweile stellt sich nie ein, EDGE OF TOMORROW ist vielmehr richtig packend geraten. Liman hält die Spannung beständig hoch, Cruise und Blunt sind beide richtig gut in ihren Rollen und harmonieren ganz vorzüglich miteinander und die präsentierten Kampfszenen sind wahrlich spektakulär und trotz schneller Schnitte so gestaltet, dass man als Zuschauer nicht die Übersicht verliert. Eine runde Sache, nur die nachträgliche 3D-Konvertierung hätten sie sich mal wieder sparen können. Es waren keine nennenswerten Effekte ausfindig zu machen.

Persönliche Wertung: Gut!


JOHNNY GUNMAN (USA 1957, Regie: Art Ford)

Mischung aus Gangsterfilm und Film Noir aus den 50er Jahren. Fords JOHNNY GUNMAN dreht sich um zwei Gangster, die sich in einer alles entscheidenden Nacht in New York darüber “einigen“ müssen, wie das Gebiet eines erst kürzlich inhaftierten Gangsterbosses künftig aufgeteilt werden soll. JOHNNY GUNMAN ist ein ganz offensichtlich ohne jegliches Budget entstandener Timewaster, der relativ schmuck- und ereignislos an einen vorüberzieht. Viel Theatralik in der Darstellung, viel Gerede ohne großartige Aussagen, viel Tristesse - JOHNNY GUNMAN ist sicher kein Film, den man großartig weiterempfehlen könnte, aber irgendwie macht ihn das auch verdammt sympathisch. Man kann knapp 70 Minuten seiner Lebenszeit auch sinnloser verbringen.
In der großen IMDb, in der ca. 57 Millionen registrierte Nutzer Filme bewerten können, kommt JOHNNY GUNMAN zum heutigen Tag noch nicht mal auf 10 Votes. Fords Film ist fast vergessen, praktisch nicht mehr existent. Es tut gut, zu wissen, dass es Labels wie Vinegar Syndrome gibt, die auch solche Filme auf DVD veröffentlichen und so für die Nachwelt erhalten. Filme wie JOHNNY GUNMAN würden sonst gänzlich aussterben. Es wäre ein Jammer.

Persönliche Wertung: Ok!


ZWEI NASEN TANKEN SUPER (Deutschland 1984, Regie: Dieter Pröttel)*

Nach dem großen Erfolg von DIE SUPERNASEN musste damals natürlich eine Fortsetzung nachkommen. Das Kind hört auf den Namen ZWEI NASEN TANKEN SUPER, Gottschalk und Krüger fahren auf 2 Trikes durch die Pampa und werden von trotteligen Gangstern - einer davon mit einem silbernen (!) Ohr - gejagt, die es auf zwei Edelsteine abgesehen haben, die sich an den Trikes befinden.
ZWEI NASEN TANKEN SUPER ist leider nicht so gut gealtert wie der Vorgänger und kann auch vom vorhandenen Nostalgie-Bonus nicht großartig gerettet werden. Das Teil ist ziemlich langweilig geraten, die Gags zünden einfach nicht und am Ende des Tages macht sich dann doch eher Ernüchterung breit.

Persönliche Wertung: Naja!


FEUER, EIS & DOSENBIER (Deutschland 2002, Regie: Mathias Dinter)*

Gaga-Humor der besonders hohlen Sorte. Axel Stein und Rick Kavanian albern sich durch einen Film, der so absurd bescheuert ist, dass man es wirklich gesehen haben muss, um es glauben zu können. Hier sind wirklich allen Beteiligten komplett die Pferde durchgegangen. FEUER, EIS & DOSENBIER ist eine Katastrophe, ein Film, dem man nur mit ungläubigem Kopfschütteln begegnen kann. Aber wenigstens spielt Herbert Fux, eines der ganz großen Gesichter des deutschsprachigen Exploitationfilms der 70er Jahre, mit.

Persönliche Wertung: Naja!


DIE SUPERBULLEN (Deutschland 2011, Regie: Gernot Roll)

Mit den beiden Vorgängerfilmen - VOLL NORMAAAL aus dem Jahr 1994 und BALLERMANN 6 aus dem Jahr 1997 - haben Tom Gerhardt und Hilmi Sözer die deutsche Messlatte in Sachen Gross-Out-Humor exorbitant hoch und in Sachen Niveau exorbitant niedrig gelegt. Beide Filme stellten einen Frontalangriff auf jede Form des guten Geschmacks dar, waren dabei aber auch einfach nur unfassbar komisch und zählen für mich zu den absoluten Highlights, die das deutsche Brachialkino zu bieten hat. 14 Jahre später kam mit DIE SUPERBULLEN der dritte Teil in die Kinos, die langen Jahre, die zwischen dem letzten und diesem Film hier liegen, merkt man ihm allerdings nicht wirklich an. Gerhardt und Sözer sind erneut in Hochform, knallen einen bescheuerten Gag nach dem anderen raus, spannen dabei immer wieder den Bogen zu den beiden Vorgängerfilmen und schaffen es sogar, die Grenzen des guten Geschmacks, die mit den beiden Erstlingswerken schon längst gesprengt waren und nur noch in Einzelteilen auf der Erde lagen, endgültig zu pulverisieren. Stichwort: Darmverschluss; jeder, der diesen Film gesehen hat, dürfte wissen, was ich meine.

Persönliche Wertung: Unterhaltsam!


FOXY BROWN (USA 1974, Regie: Jack Hill)*

Nach THE BIG DOLL HOUSE, THE BIG BIRD CAGE und COFFY war FOXY BROWN bereits der vierte Film in Serie, den Regisseur Jack Hill gemeinsam mit Hauptdarstellerin Pam Grier gedreht hat und erneut ist aus dieser Zusammenarbeit ein echtes Highlight des Exploitationfilms im Allgemeinen und des Blaxploitationfilms im Speziellen entstanden. FOXY BROWN ist vielleicht nicht ganz so “over the top“ wie die drei Filme zuvor, Hill lässt es hier erst mal etwas ruhiger angehen und lässt sich über die Hälfte der Laufzeit des Films Zeit damit, seine Charaktere vorzustellen und seinen Plot zu entwickeln. Nachdem dies allerdings geschehen ist, dreht Hill erneut gehörig auf. FOXY BROWN entwickelt sich immer mehr zu einer echten Sleaze-Granate vor dem Herrn und begeistert mit einem spektakulären und derben Finale in der Schlussviertelstunde. Ach, diese 70er, dieses Jahrzehnt, in dem im Kino wirklich fast alles möglich war.

Persönliche Wertung: Sehr gut!


RAW FORCE (Philippinen/USA 1982, Regie: Edward D. Murphy)

What the Fuck!?! What the Fuck?!? What the Fuck!?!
Der Plot von RAW FORCE geht in etwa so: Die Mitglieder einer amerikanischen Karateschule reisen nach “Warriors Island“, einer mysteriösen Insel, auf der in Ungnade gefallene Martial-Arts-Spezialisten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Auf dieser Reise kommen sie einer Bande von Mädchenhändlern - deren Anführer aussieht wie Hitlers Bruder - in die Quere, welche an die auf der Insel lebenden Mönche entführte Prostituierte gegen grüne Jadesteine eintauschen. Die Mönche nutzen die Mädchen allerdings nicht, um ihre sexuellen Triebe zu befriedigen, sondern vielmehr, um diese zu verspeisen. Denn ihr Kannibalendasein gibt ihnen die Kraft, um die auf der Insel begrabenen Kampfkünstler wieder zum Leben zu erwecken und so eine Armee von Martial-Arts-Zombies zu generieren… Hört sich komplett verrückt an? Glaubt mir, RAW FORCE ist noch viel verrückter und sprengt die Grenzen alles Vorstellbaren. Ich habe in meinem Leben schon unzählige verrückte und durchgeknallte Filme gesehen, ich bin mir aber wirklich nicht sicher, ob ich schon jemals einen Film wie RAW FORCE gesehen habe. Was Regisseur Edward D. Murphy hier an Schauwerten rausknallt, ist einfach unbeschreiblich. Hier gibt es wirklich alles, was das Herz eines jeden Fans von Exploitationfilmen beachtlich höher schlagen lassen dürfte. Schießerein, Splatter und Gore, Vic Diaz als verrückten Mönch, Martial-Arts-Prügeleien, Sleaze der schmierigsten Sorte, eine unfassbare Menge an “gratuitous nudity“, usw., usf.
Vor dem Abspann kündigt eine “To Be Continued…“-Einblendung eine mögliche Fortsetzung an. Die hat es leider nie gegeben. Ein Jammer!
Für die gut 90 Minuten, die RAW FORCE dauert, ist er nicht viel weniger als der beste Film der Welt! Wer das Gegenteil behauptet, soll mir mal einen anderen Film nennen, in dem eine sexy Blondine - und Jillian Kesner ist wirklich verdammt sexy - gegen zwei Ninja-Zombies kämpft!

Persönliche Wertung: Großartig!


SAVAGE SISTERS (Philippinen/USA 1974, Regie: Eddie Romero)

Noch einer dieser Philippinen-Exploiter. In SAVAGE SISTERS geraten drei Frauen auf der Suche nach der stattlichen Summe von 1 Mio. US-Dollar auf einer kleinen tropischen Insel zwischen die Fronten von Militär, Revolutionären und Banditen. Noch ein Kracher, der allerdings leider das Pech hatte, dass ich ihn mir direkt im Anschluss an RAW FORCE angesehen habe. Mit dem konnte er einfach nicht mithalten. Versucht man die Vergleiche auszublenden, stellt man fest, dass auch Regisseur Eddie Romero ein (kleines) Genre-Highlight abgeliefert hat. In SAVAGE SISTERS ist ständig was geboten und so etwas wie Langeweile mag wirklich zu keiner Sekunde aufkommen. Zudem hat Romero seine über weite Strecken in durchaus kruden Bildern erzählte Geschichte mit allerlei (rabenschwarzen) Humor angereichert, was zu ein paar herrlich verrückten und obskuren Sequenzen führt. Und mit Gloria Hendry, Cheri Caffaro, Sid Haig, Eddie Garcia und natürlich wieder Vic Diaz ist SAVAGE SISTERS auch noch ganz vorzüglich besetzt. Fans solcher Filme sollten einen Blick riskieren.

Persönliche Wertung: Gut!


FRIDAY (USA 1995, Regie: F. Gary Gray)

Es ist Freitag, Craig (Ice Cube) hat gerade seinen Job verloren und hängt mit seinem besten Kumpel Smokey (Chris Tucker), der dringend 200 Dollar zusammenkriegen muss, um Schulden bei seinem Dealer zu bezahlen, vor der heimischen Haustür ab. Und Regisseur F. Gary Gray lässt uns als Zuschauer in seinem Regie-Debüt am Müßiggang der beiden Slacker teilhaben. Aber dieser scheinbar typische Freitag ist kein Freitag wie jeder anderen. Denn zwischen Joints, männlichem Balzverhalten, coolem Machogehabe und einem Drive-by-Shooting muss Craig an diesem speziellen Freitag lernen, Verantwortung zu übernehmen. Dieser Freitag wird sein Leben für immer verändern. Was auf den ersten Blick wie eine dümmliche Kifferkomödie daherkommt, ist bei näherer Betrachtung nichts anderes als ein ungemein sympathischer Coming-of-Age-Film. Und Hauptdarsteller Ice Cube (der auch das Drehbuch mitverfasst hat), Dr. Dre, Cypress Hill, Curtis Mayfield, Mack 10 u.a. liefern den perfekten Soundtrack dazu ab.

Persönliche Wertung: Gut!


A MILLION WAYS TO DIE IN THE WEST (USA 2014, Regie: Seth MacFarlane)

Der erste Gedanke, der einem nach Sichtung dieses Films fast zwangsläufig in den Kopf kommt, ist der des verschenkten Potentials. A MILLION WAYS TO DIE IN THE WEST hat jede Menge derbe (mitunter vielleicht etwas zu plumpe) Gags zu bieten, strotzt teilweise vor purer Anarchie (herrlich die kurze Szene mit Christopher Lloyd in seiner Paraderolle als Doc Brown, der den in einer Scheune versteckten DeLorean abdeckt) und überrascht immer wieder mit dem einen oder anderen eingestreuten Splattereffekt (die Sache mit dem Eisblock!?!). Das Problem an MacFarlanes Film ist, dass das alles nicht so richtig in diese einfach gestrickte und recht herkömmliche Loser-Geschichte passen will, die MacFarlane da im wilden Westen angesiedelt hat. Die subversiven Elemente wirken wie Fremdkörper, als ob sie sich in den falschen Film verirrt hätten. Es wundert mich nicht, dass A MILLION WAYS TO DIE IN THE WEST bei Publikum und Kritik massenweise Prügel bezogen hat und wäre meine Erwartungshaltung aufgrund der Kenntnis dieser praktisch ausschließlich negativen Meinungen zu dem Film nicht sowieso schon komplett im Keller gewesen, wahrscheinlich hätte ich den Film auch ziemlich beschissen gefunden. So schlecht, wie er überall gemacht wurde, fand ich ihn aber doch nicht. Ich hab keine Ahnung, wie die Kinofassung gelungen ist, der von mir jetzt angesehenen Unrated-Fassung kann man einen gewissen Unterhaltungswert meines Erachtens nicht absprechen.

Persönliche Wertung: Ok!


DIE EINSTEIGER (Deutschland 1985, Regie: Sigi Rothemund)*

Wenn ich mich recht erinnern kann, hab ich mir DIE EINSTEIGER damals von allen Supernasen-Filmen am häufigsten angesehen. Die verrückte Schnapsidee, dass es ein Gerät geben könnte, mit dem man sich in Filme katapultieren könnte, fand ich in jungen Jahren wohl einfach zu faszinierend. Das jetzige Wiedersehen ist dann - ähnlich wie bei ZWEI NASEN TANKEN SUPER ein paar Tage vorher - erneut eher ernüchternd ausgefallen. Von den drei Supernasen-Filmen ist dieser hier - trotz seiner verrückten Grundidee - eigentlich der Film, der am zahmsten ausgefallen ist. Gottschalk und Krüger steigen mit ihrer Fernbedienung in verschiedene Genres ein, wobei die episodenhaften Abenteuer in eine wenig witzige Nebenhandlung eingebettet sind. Die Einsteige-Episoden retten den Film über die Ziellinie und lassen ihn - wenn man alle drei Supernasen-Filme miteinander vergleichen will - ein gutes Stück hinter DIE SUPERNASEN und ein gutes Stück vor ZWEI NASEN TANKEN SUPER ins Ziel kommen.

Persönliche Wertung: Nett!


FOOTLOOSE (USA 1984, Regie: Herbert Ross)

Willkommen in der Teenage-Rebellion. Mischung aus Teeniedrama und Tanzfilm, die in den 30 Jahren, die sie mittlerweile auf dem Buckel hat, reichlich Staub angesetzt hat. FOOTLOOSE gilt noch immer als Kultfilm der 80er Jahre, sieht man ihn jetzt zum ersten Mal, kann man über diesen Status nur verwundert den Kopf schütteln. FOOTLOOSE wirkt reichlich altbacken, die Rebellion der Teenies, denen das Tanzen verboten wurde, wie der Angriff eines zahnlosen Tigers mit Arthritis. Da kann auch die durchweg gute Besetzung rund um Kevin Bacon, John Lithgow, Dianne Wiest, Chris Penn und Sarah Jessica Parker nichts mehr retten.

Persönliche Wertung: Naja!


Zur Vervollständigung, hier noch die Liste der gesehenen TV-Episoden:
Desperate Housewives: Season 6 (Episoden 6-23)
Desperate Housewives: Season 7 (Episoden 1-8)
How I Met Your Mother: Season 2 (Episoden 1-6)
New Girl: Season 3 (Episoden 15-23)


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KURZKOMMENTARE - NOVEMBER 2014


33 Filme gesehen. Reihenfolge der Kommentare entspricht der Reihenfolge der Sichtungen. *=keine Erstsichtung


THEY ALL LAUGHED (USA 1981, Regie: Peter Bogdanovich)

Eine Detektei setzt drei Detektive (Ben Gazzarra, John Ritter, Blaine Novak) auf zwei scheinbar untreue Ehefrauen (Audrey Hepburn, Dorothy Stratten) an. Scheinbar ein Routinejob, zumindest solange, bis sich zwei der Überwacher in ihre Überwachungsobjekte verlieben. THEY ALL LAUGHED ist eine wunderbar unbeschwerte Komödie, ein Film, in den man sich einfach mal so hineinfallen lassen kann. Mit seiner wirklich federleichten Inszenierung nimmt Regisseur Peter Bogdanovich den Zuschauer mit auf eine knapp 2-stündige Tour durch die Straßen von Manhattan, eine Tour, die - wenn der Abspann einsetzt - viel zu schnell vorübergegangen ist.
Tragische Trivia: Für Dorothy Stratten, die ihre Karriere erst ein Jahr zuvor mit der titelgebenden Hauptrolle in GALAXINA so richtig begonnen hatte, sollte dies der letzte Filmauftritt gewesen sein. Sie wurde im Alter von gerade mal 20 Jahren von ihrem übereifersüchtigen Ehemann brutal ermordet. THEY ALL LAUGHED startete schließlich erst am ersten Todestag von Dorothy Stratten in den amerikanischen Kinos.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Sehr gut!


CONTRABAND (Frankreich/Großbritannien/USA 2012, Regie: Baltasar Kormákur)

CONTRABAND präsentiert sich zwar nicht immer glaubwürdig und logisch, dafür aber über weite Strecken schön spannend und verdammt atmosphärisch. Kormákurs Film - ein US-Remake des isländischen Films REYKJAVÍK ROTTERDAM aus dem Jahr 2008 (bei dem Kormákur nicht wie hier als Regisseur, sondern als Produzent tätig gewesen ist) - erinnert (auch wenn kein richtiger Überfall vorkommt) an ein klassisches Heist Movie und wird besiedelt von einer ganzen Reihe von Antihelden, die allesamt versuchen, sich gegenseitig auszutricksen und von denen keiner mit offenen Karten spielt. Vielleicht macht der Plot - gerade zum Ende hin - den einen oder anderen Haken zu viel, insgesamt betrachtet liefert Kormákur aber mit CONTRABAND einen mehr als soliden Hybriden aus Gangsterfilm, Thriller und Heist Movie ab, der mit Mark Wahlberg, Kate Beckinsale, Giovanni Ribisi, Ben Foster und J.K. Simmons auch noch richtig gut besetzt ist.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


SEED OF CHUCKY (Großbritannien/Rumänien/USA 2004, Regie: Don Mancini)

Beim mittlerweile fünften Film innerhalb der Reihe nimmt mit Drehbuchautor Don Mancini, praktisch der Ur-Vater des Franchises, erstmals auf dem Regiestuhl Platz und versucht, den von Ronny Yu mit BRIDE OF CHUCKY eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. So richtig gelingen mag dies allerdings nicht. SEED OF CHUCKY will mit noch mehr Puppenaction, noch mehr Splattereffekten, noch mehr coolen Sprüchen und noch mehr bösen Gags überzeugen, verheddert sich aber ziemlich schnell in diesem ganzen Sammelsurium an potentiellen Schau- bzw. Unterhaltungswerten und erreicht damit letztendlich nur eines: nicht wegzuleugnende Ermüdungserscheinungen beim Zuschauer. Klar, auch SEED OF CHUCKY hat definitiv seine Momente, insgesamt betrachtet wäre hier weniger aber eindeutig mehr gewesen.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Naja!


HEISSES PFLASTER KÖLN (Deutschland 1967, Regie: Ernst Hofbauer)

Einer der vielen Gangster- und Milieu-Filme, die von Mitte der 60er bis Mitte der 70er Jahre ein fester Bestandteil des deutschen Kinos waren. Fiese Gangster, hilflose Staatsmächte, scheinheilige Spießbürger und verkommene Jugendliche bestimmen das Bild und Regisseur Ernst Hofbauer nimmt den Zuschauer mit auf einen rasanten Trip durch die Unter- und Schattenwelt einer deutschen Großstadt. Spielte ein Großteil solcher Filme normalerweise mitten im Sündenpfuhl St. Pauli, darf sich hier ausnahmsweise Köln die zweifelhafte Ehre geben und den Beweis antreten, dass es in anderen deutschen Großstädten ebenso übel zugeht wie auf Hamburgs Reeperbahn.
Ich will jetzt nicht mit der “Früher war alles besser“-Keule um die Ecke kommen, aber ich muss schon zugeben, dass die Betrachtung eines Films wie HEISSES PFLASTER KÖLN in mir persönliche eine gewisse Wehmut auslöst. Das war noch echtes Genrekino damals. Wäre schön, wenn es so etwas auch heute noch in der deutschen Kinolandschaft geben würde.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Großartig!


CELLAT (Türkei 1975, Regie: Memduh Ün)

Nachdem seine Frau und seine Schwester von einer Bande von Verbrechern brutal vergewaltigt wurden, nimmt ein eigentlich friedliebender Architekt (Serdar Gökhan) Recht und Gesetz in die eigene Hand und macht sich fortan auf die Jagd nach diversen Gangstern. Der Plot klingt bekannt? Kein Wunder, denn auch CELLAT ist eines der vielen Plagiate, die das türkische Kino - insbesondere in den 70er und 80er Jahren - hervorgebracht hat. Für CELLAT stand mehr als offensichtlich Michael Winners DEATH WISH Pate und ähnlich wie Charles Bronson im Original macht auch Serdar Gökhan im Plagiat keine Gefangenen. CELLAT ist zeitweise ziemlich derb und ruppig geraten (auch wenn die immer noch bestehende Beschlagnahme des alten deutschen Videotapes natürlich nur als schlechter Scherz bezeichnet werden kann) und begeistert zudem mit dieser besonderen Art des “Dilettantismus“ (mir fällt kein besserer Ausdruck ein, auch wenn das vielleicht etwas zu negativ beschrieben ist), mit der hier alle Beteiligten zu Werke gehen. Gnadenloses Overacting und ausgesprochen eigensinnige Improvisationskunst in allen Bereichen des Films machen einen Großteil des Charmes von CELLAT aus und sorgen dafür, dass man mit Üns Film über knapp 90 Minuten einfach nur jede Menge Spaß hat. Und mal ehrlich: einen Film, in dem ein Gangster durch einen Stromschlag getötet wird und die dabei entstehenden Funken durch Wunderkerzen simuliert werden, kann man doch nur in sein Herz schließen, oder?

Rein subjektives Geschmacksurteil: Sehr gut!


CURSE OF CHUCKY (USA 2013, Regie: Don Mancini)

Neun Jahre nach dem eher leidlich unterhaltsamen fünften Teil - zum 25-jährigen Jubiläum des Auftaktfilms - lässt Regisseur und Drehbuchautor Don Mancini noch mal die Puppe tanzen. Auch CURSE OF CHUCKY erzählt die Geschichte weiter, wirft aber den ganzen überflüssigen Ballast aus dem Vorgänger über Bord und erinnert endlich wieder an einen Film aus dem Horrorgenre und nicht an eine Kirmesveranstaltung. Mancini stellt praktisch alles auf Null - CURSE OF CHUCKY könnte man fast schon als eine Art Reboot bezeichnen - und besinnt sich auf die Stärken des Auftaktfilms aus dem Jahr 1988. CURSE OF CHUCKY ist tatsächlich spannend, atmosphärisch - vor allem auch wegen dem Schauplatz des Films, einem alten, mondänen Anwesen mit düsteren Ecken und Winkeln - und creepy geraten, bietet ein paar hübsch anzusehende Splatterszenen, den einen oder anderen fiesen Oneliner und einige gelungene Schockeffekte. Sehr schön auch der Gastauftritt von Jennifer Tilly kurz vor und der Gastauftritt von Alex Vincent - dem Darsteller des kleinen Andy Barcley aus den ersten beiden Teilen - kurz nach dem Abspann.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


DEEP RISING (Kanada/USA 1998, Regie: Stephen Sommers)

Rock & Roll!!! Eine aus Söldner/Piraten bestehende Truppe entert einen Luxusliner auf hoher See und muss sich an Bord mit einem riesigen Tentakelmonster herumschlagen. DEEP RISING ist ein Partyfilm wie er im Buche steht und macht über die komplette Laufzeit einfach nur riesigen Spaß. Wer auf Monsterfilme steht, dürfte DEEP RISING lieben!

Rein subjektives Geschmacksurteil: Großartig!


THE FOREIGNER (Polen/USA 2003, Regie: Michael Oblowitz)

Pure Tristesse! Eine planlose Story (deren Grundidee stark an THE TRANSPORTER erinnert), trostlose Settings und Locations (auf dem Backcover der DVD will einem die Werbeabteilung von Columbia TriStar doch tatsächlich was von “exotischen Schauplätzen“ erzählen), Steven Seagal mit einem verkümmerten Pferdeschwanz und ein Regisseur, dessen Allheilmittel es zu sein scheint, in den Actionszenen mit diversen - in seinen Augen wohl - megacoolen Stilmitteln (schnelle Schnitte, Zooms, Zeitlupen), die er allerdings nicht wirklich beherrscht, so etwas wie Dynamik zu erzeugen. Ab und zu fliegt mal ein Haus ganz ansehnlich in die Luft und es gibt eine Reihe brutaler Shoot-Outs. Ansonsten herrscht gepflegte und gähnende Langeweile.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Mies!


THE PURGE (Frankreich/USA 2013, Regie: James DeMonaco)

Die US of A im Jahr 2022: Um die Verbrechensstatistiken zu senken, wurde ein Tag im Jahr eingeführt, an dem alle Verbrechen legal sind und jeder Bürger - sofern er denn will - die in ihm aufgestaute Frustration und den in ihm aufgestauten Hass freien Lauf lassen kann.
Dies ist die Grundidee von THE PURGE und Regisseur James DeMonaco hat versucht, daraus eine bitterböse Dystopie zu stricken, die über weite Strecken - leistet man die hier wirklich zwingend erforderliche “willing suspension of disbelief“ - tatsächlich (halbwegs objektiv betrachtet) ziemlich spannend und creepy geraten ist und den Zuschauer im letzten Drittel zudem mit allerlei derben Gewaltspitzen konfrontiert.
Mir persönlich war die Ausgangssituation allerdings dann doch etwas zu weit hergeholt und so muss ich sagen, dass mich THE PURGE nicht wirklich begeistern oder faszinieren konnte. Bricht man DeMonacos Film auf das herunter, was er letztendlich ist - ein typischer Home-Invasion-Film mit diesem klassischen Westernmotiv, bei dem sich eine Handvoll Menschen innerhalb eines Gebäudes verschanzen und sich gegen ungebetene Eindringlinge verteidigen -, bleibt am Ende des Tages ein zumindest noch solider Vertreter dieses immer mal wieder gern gesehenen Subgenres übrig.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Ok!


ANYTHING ELSE (Frankreich/Großbritannien/USA 2003, Regie: Woody Allen)

Ich liebe Woody Allen! Ich liebe es zu sehen, wie er seine Lieblingsstadt New York in Szene setzt. Ich liebe seine schrulligen und liebenswerten Charaktere. Ich liebe seine federleichte Art und Weise der Inszenierung. Und ich liebe diese messerscharfen, schwarzhumorigen und hintergründigen Dialogzeilen, die er seinen Charakteren in den Mund legt. ANYTHING ELSE ist ein typischer Allen-Film. Man könnte jetzt Kritik üben und ausführen, dass ANYTHING ELSE keine großartigen Neuerungen im Vergleich zu anderen Allen-Filmen zu bieten hat. Mir ist das ziemlich schnuppe. Ich liebe Allen so wie er ist und ANYTHING ELSE zeigt ihn mal wieder in bestechender Form.
Dialogzeilen wie "Why are you in analysis? You're afraid to sleep, what else? " - "Fear of death." - "That's funny. I have that too. My dog has it. It's very common with living creatures." oder auch "You chose psychoanalysis over real life? Are you learning disabled?" bzw. "Last night I was home alone in my apartment and I conjured up a threesome with me, Marilyn Monroe and Sophia Loren, and it was very very erotic. As a matter of fact if I'm not mistaken, it was the first time those two great actresses ever appeared in anything together." und "You know, Falk, if a guy comes out onstage at Carnegie Hall and throws up, you can always find some people who will call it art." sind hierfür der beste Beweis.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Großartig!


NEED FOR SPEED (Großbritannien/Irland/Philippinen/USA 2014, Regie: Scott Waugh)

Jetzt könnte man sich natürlich wieder vortrefflich über die klischeehaften Charaktere, die vielen Unglaubwürdigkeiten und Logiklöcher oder die vorhersehbare Handlung auslassen - ehrlich gesagt, drauf geschissen! Denn NEED FOR SPEED "delivers the goods". Was den Film schon mal unglaublich sympathisch macht ist die Tatsache, dass die wirklich packend inszenierten Rennszenen größtenteils ohne CGI-Effekte realisiert worden sind. Hier kriegt man tatsächlich echte Car-Stunts zu sehen und die sind einfach atemberaubend gut gelungen. Und dann hat mich die ganze Atmosphäre und Stimmung des Films absolut in den Bann gezogen. NEED FOR SPEED atmet irgendwie die Luft diverser Carsploitation-Klassiker aus den 70er Jahren und versprüht schon fast so etwas wie einen Hauch von Nostalgie. Und Hauptdarsteller Aaron Paul ist absolut großartig und momentan vielleicht einer der besten Newcomer, die Hollywood zu bieten hat. Er erinnert mich irgendwie ein bisschen an den von mir sehr verehrten Ben Foster. Hoffe nur, dass seine Karriere erfolgreicher verläuft als die von Foster. Es wäre ihm zu wünschen.
Noch kurz was zur 3D-Konvertierung: Die hätte nicht wirklich sein müssen, da sie mit Ausnahme von ein paar wenigen Szenen keinen großen Mehrwert bringt und hier wohl mal wieder nur die Cash-Cow gemolken werden sollte.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


DIE WEISSE SPINNE (Deutschland 1963, Regie: Harald Reinl)

Nach DER TEPPICH DES GRAUENS ist DIE WEISSE SPINNE die zweite Verfilmung eines Romans von Louis Weinert-Wilton und wie schon bei seinem ein Jahr zuvor in die Kinos gekommenen Vorgänger versucht Regisseur Harald Reinl erneut, die erfolgreiche Wallace-Reihe zu kopieren und bedient sich darüber hinaus auch noch ganz offensichtlich bei den Mabuse-Filmen. So wirklich gelingen mag ihm das allerdings abermals nicht. Zwar sind mit Joachim Fuchsberger als cooler Held und Karin Dor als attraktives Love Interest erneut zwei Wallace-Veteranen mit an Bord (und mit Chris Howland leistet sich Reinl sogar einen Eddi-Arent-Klon), die alleine können den Zuschauer - insbesondere im letzten Drittel - aber auch nicht vor der teils gähnenden Langeweile retten, die DIE WEISSE SPINNE verbreitet. Reinls Film fehlt es an Spannung und Atmosphäre, stattdessen wird eine vorhersehbare Handlung komplett verworren erzählt und damit der Geduldsfaden des Zuschauers ein ums andere Mal extrem strapaziert. Und mit einer Laufzeit von gut 100 Minuten ist DIE WEISSE SPINNE für einen Film dieser Art außerdem viel zu lang geraten.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Naja!


TURBO (USA 2013, Regie: David Soren)

Ein weiterer Film aus den DreamWorks Animation Studios. Hier verwandelt sich eine verträumte Schnecke durch einen verrückten Zufall in eine regelrechte Turbo-Schnecke und nimmt am berühmten Autorennen in Indianapolis teil. Eine positive Botschaft der Marke “Lebe Deinen Traum“ bzw. “Du kannst alles erreichen, wenn Du nur willst“, liebenswert animierte Charaktere, prominente Schauspieler in den Sprechrollen (u.a. Ryan Reynolds, Samuel L. Jackson und Paul Giamatti) und ein paar ausgesprochen witzige und sympathische Einfälle - fertig ist ein absolut typischer Animationsfilm. TURBO ist grundsolide, absolut nett und kurzweilig anzuschauen, aber am Ende des Tages auch kein Film, der aus dem Gros ähnlicher Produktionen großartig herausragen könnte. Macht für 90 Minuten Spaß und gerät danach wahrscheinlich wieder relativ schnell in Vergessenheit.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Unterhaltsam!


GINCHÔ WATARIDORI (aka Wandering Ginza Butterfly, Japan 1972, Regie: Kazuhiko Yamaguchi)

Ausgesprochen ruhig erzählte Mischung aus Drama und Gangsterfilm, in der sich die frühere Anführerin (Meiko Kaji) einer Mädchengang nach einem dreijährigen Aufenthalt im Gefängnis erneut mit finsteren Gestalten auseinandersetzen muss. Regisseur Kazuhiko Yamaguchi lässt sich extrem viel Zeit um seine Charaktere einzuführen und seinen Plot zu entwickeln. So etwas wie handfeste Action ereignet sich erst in den letzten 5 Minuten, als die bezaubernde Meiko Kaji ihr Schwert auspackt, die Angelegenheiten selbst in die Hand nimmt und letztendlich den kathartischen Racheakt vollbringt. Im Vergleich mit anderen japanischen Filmen aus der damaligen Zeit geht es in GINCHÔ WATARIDORI regelrecht gezügelt zu. Sleazige Momente, exzessive Gewalt oder nackte Tatsachen sucht man hier vergebens. Es passt ins Bild, dass den absoluten Höhepunkt des Films nicht etwa das blutige Finale markiert, sondern das für den Verlauf des weiteren Plots entscheidende Billard-Spiel nach ca. 1 Stunde Laufzeit, welches von Yamaguchi extrem spannungsreich inszeniert wurde. Und Hauptdarstellerin Meiko Kaji ist einfach mal wieder toll und hinreißend - wie in bisher jedem Film, den ich mir ihr gesehen habe.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


GINCHÔ NAGAREMONO: MESUNEKO BAKUCHI (aka Wandering Ginza Butterfly 2: She-Cat Gambler, Japan 1972, Regie: Kazuhiko Yamaguchi)

Im Gegensatz zum Vorgänger geht es hier dann doch etwas zügelloser zu (auch wenn auch hier alle Schauwerte im Vergleich mit ähnlichen Filmen deutlich im Rahmen bleiben). In GINCHÔ NAGAREMONO: MESUNEKO BAKUCHI ist ständig was los, die Ruhe und die Langsamkeit des ersten Teils wird durch eine obskure Mischung aus fast schon psychedelischer Atmosphäre, einzelnen Actionsequenzen und vielen Albernheiten ersetzt. Absolutes Highlight des Films ist das Finale, in dem die wieder mal tolle Meiko Kaji Seite an Seite mit Sonny Chiba ihre blutige Rache nimmt.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


TRANSFORMERS: AGE OF EXTINCTION (China/USA 2014, Regie: Michael Bay)

Michael Bay macht das, was er am besten kann. Er macht das, wofür ihn seine Fans lieben und seine Kritiker verachten. Er liefert einmal mehr die ultimative Materialschlacht ab und versorgt den Zuschauer über gut 2,5 Stunden mit einem absoluten Action-Overkill. Die Actionchoreographien sind atemberaubend, die 3D-Effekte richtig, richtig geil und das Sound Design lässt die heimische Couch vibrieren und die Wände im Wohnzimmer wackeln. Aber irgendwie ist das auch alles ein bisschen zu viel des Guten, irgendwann ist man von dem audiovisuellen Spektakel schlichtweg überfordert. Manchmal wäre ein kleines bisschen weniger wirklich so verdammt viel mehr. Michael Bay wird das wohl nie begreifen. Wenn es eine Schnittmenge zwischen “total fucking awesomeness“ und “total fucking bullshit“ gibt, dann hört sie auf den Namen TRANSFORMERS: AGE OF EXTINCTION.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Unterhaltsam (wenn man es denn so bezeichnen mag)!


STOKER (Großbritannien/USA 2013, Regie: Park Chan-wook)

Beeindruckende Mischung aus Drama, Mystery und Thriller. Regisseur Park Chan-wook konfrontiert den Zuschauer mit einem wahrlich intensiven Portrait einer dysfunktionalen Familie, steigert die Spannung langsam und kontinuierlich von Minute zu Minute und überrascht im letzten Drittel mit dem einen oder anderen netten Twist. STOKER ist richtig gut gespielt und von Kameramann Chung Chung-hoon zudem erstklassig abgelichtet. Ein Film mit Gänsehautgarantie.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Großartig!


HOT POTATO (USA 1976, Regie: Oscar Williams)

Jim Kelly und zwei weitere Schwachköpfe sollen die Tochter eines Senators aus den Fängen eines asiatischen Schurken befreien und prügeln sich knapp 90 Minuten lang in haarsträubend choreographierten Kampfszenen durch den Dschungel. HOT POTATO ist bewusst albern gehalten und versucht krampfhaft komisch zu sein, bei mir als Zuschauer hat diese Rezept allerdings nicht wirklich gewirkt. Als Fan des Exploitationkinos neigt man ja oft dazu, auch den größten Unfug nostalgisch verklären und in gewisser Weise abfeiern zu wollen. Hier nützt auch die ganze Verklärung nichts. HOT POTATO ist riesengroßer Käse.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Mies!


DIE HARD (USA 1988, Regie: John McTiernan)*

Gemeinsam mit dem ein Jahr zuvor gestarteten LETHAL WEAPON von Regisseur Richard Donner markiert DIE HARD einen dieser Wendepunkte im Bereich des Actiongenres (die es ja im Lauf der Filmgeschichte immer wieder gegeben hat, man denke nur an Peter Yates’ BULLITT aus dem Jahr 1968), einen dieser Filme, nach dem fast nichts mehr so war wie zuvor. Spätestens nach DIE HARD neigte sich die Zeit der praktisch unbesiegbaren Helden, wie sie in den Jahren zuvor insbesondere von Leuten wie Chuck Norris, Sylvester Stallone oder Arnold Schwarzenegger verkörpert wurden, immer mehr dem Ende entgegen. Unbezwingbare Helden wie Matt Hunter, John Rambo oder John Matrix wurden durch Martin Riggs und eben John McClane ersetzt. Gerade der hier von Willis gespielte McClane ist ein absolutes Paradebeispiel des damals neuen Heldentypus. Auf den ersten Blick ein gewöhnlicher Kerl von nebenan, der mit persönlichen Problemen zu kämpfen hat und es schafft, in einer ausweglosen Situation über sich hinauszuwachsen. McClane war vielleicht der Prototyp dieser Art von Actionheld und DIE HARD die Blaupause für die nächsten 11 Jahre des Actionfilms. Im Jahr 1999 sollten die Wachowski-Brüder mit THE MATRIX schließlich einen weiteren Wendepunkt innerhalb des Genres markieren. Was aber nichts daran ändert, dass DIE HARD auch heute noch ganz hervorragend funktioniert und mich als Zuschauer noch immer zu begeistern vermag. Einer der ganz großen Klassiker des Actionfilms, ein Meilenstein seines Genres.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Lieblingsfilm!


THE GIRL FROM S.I.N. (USA 1966, Regie: C. Davis Smith)

Es stellt sich schon irgendwie die Frage, weshalb Filme wie dieser überhaupt je gedreht worden sind und weshalb man sich Filme wie diesen eigentlich ansieht. Vielleicht einfach nur, weil man kann.
THE GIRL FROM S.I.N. ist eine Obskurität sondersgleichen, entsprungen aus einem der tiefsten Filme des amerikanischen Exploitationkinos der 60er Jahre. Hier ist wirklich alles obskur. Eine obskure Verbrecherorganisation versucht mit obskuren Methoden an eine obskure Rezeptur zu kommen, mit der ein obskurer Wissenschaftler eine obskure Pille entwickelt hat, die Lebewesen unsichtbar werden lässt. Und zu allem Überfluss gerät ein obskurer Nacktfotograf mitten hinein in diesen obskuren Schlamassel.
THE GIRL FROM S.I.N. bietet dem geneigten Trash-Liebhaber die volle Breitseite. Es gibt nackte Frauen, seltsame Slapstickeinlagen, Laiendarsteller, die in hässlich eingerichteten Zimmern blödsinnige Verrenkungen machen, einen Off-Kommentar, der dem Zuschauer das Geschehen auf der Leinwand bzw. dem Bildschirm erklärt und dabei den Verlauf der Handlung erzählt. Außerdem gibt es seltsame Musik und interessante Kameraeinstellungen. Was es nicht gibt, sind Dialoge (nicht unüblich für Filme dieser Art aus der damaligen Zeit). Im Endeffekt ist THE GIRL FROM S.I.N. eine Art Stummfilm mit Musikuntermalung bei dem die aus dem Stummfilm bekannten Tafeln mit den Zwischentexten fehlen und stattdessen durch den schon genannten Off-Kommentar ersetzt werden. Nein, ich weiß immer noch nicht, weshalb man sich so etwas überhaupt ansieht. Aber ich weiß, dass ich über die exakt 68 Minuten Laufzeit, die dieser Film gedauert hat, jede Menge Spaß hatte.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Unterhaltsam!


AUF DER REEPERBAHN NACHTS UM HALB EINS (Deutschland 1969, Regie: Rolf Olsen)

Curd Jürgens außer Rand und Band. AUF DER REEPERBAHN NACHTS UM HALB EINS zeigt einen Star im Ausnahmezustand. Olsens Film gehört einer ganzen Reihe von St.-Pauli-Exploitern an, die in den 60er und 70er Jahren in die Kinos kamen und die allesamt - sofern sie mir bekannt sind - mit einer gehörigen Portion Sleaze und jeder Menge Schauwerten überzeugen konnten. AUF DER REEPERBAHN NACHTS UM HALB EINS bildet da keine große Ausnahme, wenngleich es hier schon noch etwas ruhiger zur Sache geht als beispielsweise in dem auch von Olsen stammenden WENN ES NACHT WIRD AUF DER REEPERBAHN aus dem Jahr 1967. Das mag vielleicht auch der Vorlage geschuldet sein, handelt es sich bei Olsens Film doch um ein loses Remake des Hans-Albers-Klassikers aus dem Jahr 1954, welches mit entsprechenden Zutaten aufgepeppt wurde. Die nicht ganz so zügellose Herangehensweise tut dem großen Unterhaltungspotential des Films allerdings keinen Abbruch. Dafür sorgt allein der Hauptdarsteller, der den ganzen Film förmlich an sich reißt und ohne den man sich diesen Film gar nicht vorstellen mag. AUF DER REEPERBAHN NACHTS UM HALB EINS ist unbedingt sehenswert, allein schon wegen dieser unfassbaren Sauftour, die Curd Jürgens und sein Co-Star Heinz Reincke nach gut 50 Minuten Laufzeit unternehmen und während der Olsens Film für ein paar Minuten dann auch vollkommen aus dem Ruder zu laufen scheint.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Unterhaltsam!


DIE HARD 2 (USA 1990, Regie: Renny Harlin)*

Nach dem großen Erfolg von DIE HARD musste natürlich ein Nachfolger in die Kinos kommen. 2 Jahre später war es soweit und Bruce Willis durfte erneut in die Rolle des John McClane schlüpfen und sich nunmehr mit Terroristen an einem Flughafen herumschlagen. Ein größerer Aktionsradius des Helden, mehr Gegner und mehr Action - DIE HARD 2 folgt den Regeln einer Fortsetzung und bleibt doch nicht - wie so viele andere Fortsetzungen erfolgreicher Filme - hinter den Erwartungen zurück. Renny Harlin hat da ein echtes Brett von einem Actionfilm gedreht und mir ganz persönlich - man darf es vielleicht gar nicht zu laut sagen - gefällt DIE HARD 2 sogar noch einen klitzekleinen Tick besser als der Vorgänger.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Lieblingsfilm!


DIE HARD: WITH A VENGEANCE (USA 1995, Regie: John McTiernan)*

5 Jahre nach DIE HARD 2 kam der dritte Teil der Reihe in die Kinos. Die Regie übernahm John McTiernan, Regisseur des Auftaktfilms, und natürlich musste dieser versuchen, den Vorgänger zu übertrumpfen. DIE HARD: WITH A VENGEANCE spielt nicht mehr auf einem beengten Raum wie die beiden Filme zuvor, McLanes Spielplatz ist praktisch ganz New York. Gemeinsam mit seinem Co-Star Samuel L. Jackson darf sich Bruce Willis auf eine Schnitzeljagd begeben, die Gangster Jeremy Irons jedoch nur als Ablenkungsmanöver für einen großen Coup dient. Auch DIE HARD: WITH A VENGEANCE bietet wieder spektakuläre Action und coole Sprüche und ist fast über jeden Zweifel erhaben. An die außerordentlich hohe Qualität der ersten beiden Filme kommt dieser dritte Teil allerdings nicht wirklich heran. Der Twist mit dem Ablenkungsmanöver kommt viel zu früh und dadurch fehlt es dem Film in der zweiten Hälfte etwas an Spannung. Darüber hinaus ist das Ende einfach einen Tick zu lang geraten und vor allem in den letzten 15 Minuten scheint dem Film etwas die Luft auszugehen. Aber das ist jetzt wirklich Jammern auf verdammt hohem Niveau.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Großartig!


BEYOND RE-ANIMATOR (Spanien 2003, Regie: Brian Yuzna)

14 Jahre nach BRIDE OF RE-ANIMATOR schlüpfte Jeffrey Combs unter der Regie von Brian Yuzna erneut in die Rolle des Dr. Herbert West und durfte ein weiteres Mal - nun hinter Gefängnismauern sitzend - mit seinem Serum und totem Gewebe experimentieren. Natürlich kommt BEYOND RE-ANIMATOR nicht an die beiden tollen Vorgänger heran, den Stempel “überflüssiges Sequel“ sollte man ihm dennoch nicht zu schnell aufdrücken. Dafür sieht man insbesondere Jeffrey Combs ganz offensichtlich den Spaß, den er beim Dreh dieses Films gehabt haben dürfte, viel zu sehr an und dafür hat auch Regisseur Brian Yuzna viel zu viele makabre Ideen und skurrile Effekte auf Lager, mit denen er dem geneigten Zuschauer sicherlich ein fettes Grinsen ins Gesicht zaubern dürfte. Ich hatte meinen Spaß!

Rein subjektives Geschmacksurteil: Unterhaltsam!


PRAY FOR DEATH (USA 1985, Regie: Gordon Hessler)*

Ninja-Filme waren in den 80er Jahren groß angesagt und Shô Kosugi einer der großen Stars dieses Subgenres. PRAY FOR DEATH ist ein typischer Vertreter der damaligen Zeit. Regisseur Gordon Hessler inszeniert eine dieser unzähligen Rachegeschichten, bei denen eine unbescholtene Familie durch unglückliche Umstände ins Visier einer Gangsterbande gerät, die Polizei macht- und tatenlos zusieht und das Opfer die Gerechtigkeit schließlich in die eigene Hand nimmt. Insbesondere in den letzten 20 Minuten, wenn Shô Kosugi richtig aufdreht und sich mit Bösewicht James Booth erst durch ein Lager für Schaufensterpuppen und anschließend durch eine Art Sägewerk prügelt, geht PRAY FOR DEATH ab wie Schmidts Katze. Ich habe diese Filme in den 80er Jahren geliebt und ich liebe sie auch heute noch. Ganz viel Nostalgie!!!

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


LIVE FREE OR DIE HARD (Großbritannien/USA 2007, Regie: Len Wiseman)*

Cyber-Terroristen bedrohen die USA und wieder mal ist es an Bruce Willis in seiner Paraderolle als John McClane den Tag zu retten. 12 lange Jahre nach Teil 3 kehrte Willis als McClane auf die Leinwand zurück und wohl wirklich jeder, der damals mit DIE HARD groß geworden ist, dürfte diese Rückkehr vor mittlerweile auch schon wieder 7 Jahren mit einer Mischung aus Skepsis und Vorfreude herbeigesehnt haben.
Wirkte die Kinofassung noch zu glattgebügelt und kam diese aufgrund der PG-13-Freigabe mit definitiv zu wenig Härten um die Ecke, ist die nun erstmals von mir gesehene Unrated-Version schon von einem anderen Kaliber. LIVE FREE OR DIE HARD rockt in der Unrated-Fassung ganz gewaltig das Haus. Viel besser hätte man die Reihe in meinen Augen nicht ins neue Jahrtausend überführen können. Vielleicht fehlt Timothy Olyphant als Bösewicht etwas das Bedrohungspotential und für meinen Geschmack wurde die tolle Maggie Q leider viel zu früh geopfert, diese kleineren Kritikpunkte werden durch die wahrlich brachialen Action-, Shoot-Out- und Fight-Sequenzen aber locker wieder wett gemacht.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Sehr gut!


GWOEMUL (aka The Host, Südkorea 2006, Regie: Bong Joon-ho)

Der etwas andere Monsterfilm. Regisseur Bong Joon-ho präsentiert mit GWOEMUL eine irre Mischung aus Horror, Drama, Action und Komödie und bettet diese eine streckenweise zutiefst melancholische Stimmung und Atmosphäre - und das funktioniert tatsächlich ganz vorzüglich. GWOEMUL ist mitreißend, spannend, komisch, bedrückend, bietet gelungene Effekte und ein herrlich ekliges Monster - viel mehr kann man von einer Genreproduktion nicht wirklich verlangen.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Großartig!


COME CANI ARRABBIATI (Italien 1976, Regie: Mario Imperoli)

Korruption, die Machtlosigkeit der Polizei, die Dekadenz der reichen Gesellschaft, die Perspektivlosigkeit des Bürgertums - immer wieder gern genommene Themen im italienischen Kino der 70er Jahre. Auch Regisseur Mario Imperoli greift diese Themen auf und konfrontiert den Zuschauer mit einer Mischung aus Polizei- und Terrorfilm, die sich wahrlich gewaschen hat. COME CANI ARRABBIATI ist wie dieser sprichwörtliche Hieb in die Magengrube, einer dieser Filme, nach deren Sichtung man am liebsten ein heißes Bad nehmen würde. Imperolis Film kommt wie eine schmierige, sleazige Variante von Kubricks A CLOCKWORK ORANGE um die Ecke und muss ausnahmslos jedem Zuschauer empfohlen werden, der auch nur einen Hauch von Interesse am Exploitationkino der 70er Jahre zeigt. Die Kameraarbeit von Romano Albini ist zudem exzellent und der Score von Mario Molini der absolute Hammer!

Rein subjektives Geschmacksurteil: Sehr gut!


THE NAUGHTY SHUTTER (USA 1963, Regie: Sammy Helm)

In einem seltsamen Hotel treffen ein alkoholisierter Reporter (gleichzeitig Hauptfigur des Films, welche die Geschehnisse aus dem Off kommentiert - wie in dem ein paar Tage zuvor gesehenen THE GIRL FROM S.I.N. gibt es auch hier keinerlei Dialoge), Mitglieder einer Nudistenkolonie (!!!), ein Bestatter samt Sarg, zwei Polizisten, ein Gauner, ein Spion und ein Mann mit einer ganz besonderen Kamera (anstelle normaler Fotos macht diese Nacktfotos von den fotografierten Personen) aufeinander und treiben allerlei Unsinn.
Wir schreiben das Jahr 1963 und nackte Tatsachen auf der Leinwand sind aufgrund der strengen Zensurvorschriften nur dann erlaubt, wenn sie nicht in einem sexuellen Kontext stehen. Undergroundfilmer mussten einfallsreich sein, um nackte Haut auf der Leinwand zeigen zu dürfen. Da wird dann auch schon mal - so wie hier - eine Nudistenkolonie in ein Hotelzimmer verlegt. Die Kamera, um die es hier geht, ist bestenfalls ein MacGuffin, der ganze Plot eine einzige Farce. Regisseur Sammy Helm geht es ausschließlich darum, möglichst viel Slapstick und möglichst viele nackte Tatsachen in seine ausgesprochen überschaubare Laufzeit von einer knappen Stunde zu packen. Heute, im Jahr 2014, wirkt ein Film wie THE NAUGHTY SHUTTER einfach nur noch skurril. Wobei, dieser Running Gag mit dem Zimmermädchen, welches immer wieder mit ausgeleerten Mülltonnen im Hinterhof des Hotels konfrontiert wird, weil jeder, der hinter der Kamera her ist, denkt, dass diese sich in den Tonnen befindet, war echt ganz nett.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Naja!


A GOOD DAY TO DIE HARD (USA 2013, Regie: John Moore)

Der mittlerweile fünfte Teil der DIE HARD-Reihe hat irgendwie überall nur Prügel bezogen. Und ich kann es durchaus verstehen. Typisches DIE HARD-Feeling mag hier einfach nicht aufkommen, der Plot passt nicht in die Reihe, Hauptdarsteller Bruce Willis steht zu wenig im Zentrum des Geschehens, die Laufzeit ist deutlich kürzer als in den Vorgängern und sogar das Bildformat wurde erstmals komplett anders gewählt.
Während der Sichtung des Films habe ich mir allerdings auch die Frage gestellt, wie A GOOD DAY TO DIE HARD wohl beim Publikum angekommen wäre, wenn er nicht dieses "Die Hard" im Titel tragen würde. Wenn es derselbe Film mit einem anderen Titel wäre, dieselben Schauspieler mit anderen Rollennamen agieren würden und derselbe Plot ohne die Querverweise auf die Vorgänger erzählt werden würde. Denn könnte man Moores Film als eigenständiges Werk, losgelöst von der Reihe, betrachten, dann müsste man wohl durchaus anerkennen, dass er hier einen grundsoliden, rasanten, kurzweiligen und unterhaltsamen Beitrag zum Actiongenre gedreht hat. Diese Autoverfolgungsjagd im ersten Drittel des Films ist ein echtes Highlight und absolut atemberaubend und auch die beiden weiteren, großen Actionsequenzen nach ca. der Hälfte der Laufzeit und im Finale sind grandios choreographiert und in Szene gesetzt. Ich kann da beim besten Willen keinen schlechten Film erkennen. Lediglich diese Schlussszene mit dem Familienidyll hätte Moore sich sparen können.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


THE SUGARLAND EXPRESS (USA 1974, Regie: Steven Spielberg)

Spielbergs Kino-Debüt als Regisseur. Ein Jahr bevor er mit JAWS den ganz großen Durchbruch schaffen und das Blockbuster-Kino (mit-)erfinden sollte, drehte er diese relativ ruhige Mischung aus Drama, Komödie, Road Movie und Carsploitation-Film. Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt Spielberg die Geschichte einer jungen Frau, die alles daran setzt, ihren kleinen Sohn aus den Händen von Pflegeeltern zurückzubekommen und aufgrund widriger Umstände ihren Weg ins titelgebende Sugarland als Geiselnehmerin und mit einer Meute von Polizisten und Reportern im Schlepptau begehen muss. Ein paar coole Verfolgungsjagden, die erlesene Fotografie von Kameramann Vilmos Zsigmond, der schöne Score von John Williams und der nette Plot um das Outlaw-Pärchen, für welches es - das ist von vornherein abzusehen - natürlich kein Happy End geben wird. Viele schöne Elemente, die Spielberg gekonnt miteinander verbindet. THE SUGARLAND EXPRESS ist rundum gelungen, wenngleich ihn von der enorm hohen Qualität späterer Spielberg-Filme dann doch noch Welten trennen.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


LOOKIN' TO GET OUT (USA 1982, Regie: Hal Ashby)

Um Spielschulden zu begleichen, setzt sich Gauner Alex Kovac (Jon Voight) mit seinem Kumpel Jerry (Burt Young) nach Las Vegas ab. Das nötige Kleingeld soll beim Blackjack gewonnen werden. Doch das ist leichter gesagt als getan. Alex trifft in Vegas nicht nur auf eine alte Liebe (Ann-Margret), sondern hat auch seine wütenden Gläubiger auf den Fersen.
LOOKIN' TO GET OUT ist eine rasante, herrlich beschwingte Komödie, die ihre drei Hauptdarsteller in bester Laune und absoluter Höchstform präsentiert. Die Geschichte selbst gibt jetzt zwar nicht allzu viel her - das ist nichts, was man nicht ähnlich schon mal irgendwo gesehen hätte -, es ist vielmehr die Art und Weise, wie sie Ashby erzählt. Es macht einfach Spaß, den beiden Gaunern Alex und Jerry zuzusehen - zwei Typen, die das Herz irgendwie schon am rechten Fleck haben -, sie dabei zu beobachten, wie sie von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpern und am Ende herzhaft über sie zu lachen, wie sie so grinsend im Taxi sitzen, vom netten Twist, den die Handlung ihnen gespielt hat, tatsächlich nichts ahnend. Das ist Kino zum Wohlfühlen, von dem ich mich gerne 2 Stunden gefangen nehmen lasse.
Ach ja, wer am Ende ganz genau hinschaut, wird in dem kleinen Mädchen, welches die Tochter von Ann-Margret spielt, die echte Tochter von Jon Voight entdecken - eine zum damaligen Zeitpunkt 6 Jahre alte Angelina Jolie in ihrem ersten Leinwandauftritt.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


WHEN IN ROME (USA 2010, Regie: Mark Steven Johnson)

Typische RomCom mit Fantasy-Touch. WHEN IN ROME funktioniert nach den gesetzmäßigen Prinzipien der romantischen Komödie. Zwei Menschen lernen sich kennen, verlieben sich, trennen sich wieder und finden am Ende doch wieder zusammen. Hat man schon unzählige Male gesehen, schaut man sich dennoch immer wieder gerne an. Mit Danny DeVito, Anjelice Huston und Don Johnson in kleineren und größeren Nebenrollen ist WHEN IN ROME ziemlich gut besetzt, Regisseur Mark Steven Johnson hat den einen oder anderen guten Gag in seiner vorhersehbare Story gepackt und Hauptdarstellerin Kristen Bell ist einfach bezaubernd.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Nett!


Der Vollständigkeit halber hier noch die gesehenen TV-Serien-Episoden:
Desperate Housewives: Season 6 (Episoden 1-5)
Dexter: Season 8 (komplett)
New Girl: Season 3 (Episoden 4-14)


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FILMSICHTUNGEN - OKTOBER 2014


Nachdem ich mich in den letzten Monaten nur reine Listen gepostet habe, gibt es mal wieder ein paar Texte zu den von mir im Oktober gesehenen Filmen. Die Textreihenfolge entspricht der Sichtungsreihenfolge.

*=keine Erstsichtung


THE CAR (USA 1977, Regie: Elliot Silverstein)

In einer Kleinstadt in Utah treibt ein geheimnisvolles schwarzes Auto sein Unwesen und tötet jeden, der mit ihm in Kontakt gerät. Das etwas andere Monster Movie. Das Monster aus Blech und Stahl ist richtig schön stylish geraten, so wirklich bedrohlich wirkt die schwarze Karre allerdings nicht und echte Spannung kommt eher selten auf. Dafür punktet THE CAR mit einer durchaus kurzweiligen und unterhaltsamen Erzählweise und einem nett anzusehenden Finale.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Unterhaltsam!


CHILD'S PLAY (USA 1988, Regie: Tom Holland)*

Der Auftakt zu einem der langlebigsten Horror-Franchises ist ziemlich gut gealtert und kann den Zuschauer auch nach über 25 Jahren noch richtig gut gruseln. Wer prinzipiell Probleme mit Puppen hat und diese creepy findet, dürfte nach Sichtung dieses Films vielleicht ein bisschen schlechter einschlafen als gewohnt.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


CORRUPTION (Großbritannien 1968, Regie: Robert Hartford-Davis)

Peter Cushing spielt einen Chirurgen, der frische Haut junger Damen benötigt, um das aufgrund eines Brandschadens entstellte Gesicht seiner Geliebten wieder herzurichten. Schön schmieriger Grusler aus Großbritannien, der - gemessen an seinem Erscheinungsjahr - erstaunlich zeigefreudig ausgefallen ist. Wer auf britische Horrorkost aus dieser Zeit steht, macht mit CORRUPTION sicherlich nichts falsch. Und Filme aus den 60ern, die - wie dieser hier - mit einer ausgedehnten Partysequenz aufwarten, können gar nicht schlecht sein.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


LÅT DEN RÄTTE KOMMA IN (Schweden 2008, Regie: Tomas Alfredson)

Originelle Mischung aus Coming-of-Age-Drama und Vampirfilm aus dem hohen Norden. Der Film ist zwar zeitweise etwas sperrig geraten, aber die Vielzahl an wunderschön fotografierten Bildern, die melancholische Grundstimmung und die poetische Erzählweise machen diesen kleinen Makel wieder wett. Und das Finale im Schwimmbad ist der Knaller.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


LONG HU DOU (aka The Chinese Boxer) (Hongkong 1970, Regie: Jimmy Wang Yu)

Klassischer Stoff aus der Produktionsschmiede der Shaw Brothers. Ein aufrichtiger Kämpfer setzt sich gegen eine ganze Armee von Schurken zur Wehr damit wieder Ruhe und Frieden in sein Heimatdorf einkehren können. Es geht um Rache, Ehre, Gerechtigkeit und Kung Fu. Die Kampfchoreographien sind - wie man es von den Shaw Brothers gewohnt ist - perfekt in Szene gesetzt und überzeugen - man kennt das aus dem heutigen Kino ja gar nicht mehr so wirklich - insbesondere durch ihre Übersichtlichkeit. Vor allem die Kampfsequenz im Schnee war richtig toll anzusehen.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


THE SAVAGE SEVEN (USA 1968, Regie: Richard Rush)

Arthouse Meets Grindhouse - oder so ähnlich. Eine Bande von Bikern fällt in ein Indianerreservat ein und scheint den Bewohnern zunächst im Kampf gegen einen skrupellosen weißen Geschäftsmann zu helfen. Zumindest so lange bis dieser es schafft, die Biker und die Indianer gegeneinander auszuspielen. Teils betörend schöne Bilder, ein toller Soundtrack und eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen grenzenloser Freiheit und unendlicher Melancholie schwankt, scheinen den Zuschauer über weite Strecken des Films regelrecht einlullen zu wollen (das ist nicht negativ gemeint), jedoch nur, um ihn im Finale auf äußerst unsanfte Art wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


HARDBODIES (USA 1984, Regie: Mark Griffiths)

Typische US-Teenie-Komödie aus den 80ern. Regisseur Mark Griffiths bringt es fertig, über knapp 90 Minuten praktisch gar keine Geschichte zu erzählen. HARDBODIES kommt ohne Plot aus, stattdessen reiht Griffiths einen Kalauer an den nächsten und versorgt den Zuschauer mit Schauwerten ohne Ende. Kurzweiliger Unsinn, der zudem mit den absurdesten Mode- und Frisurverbrechen aufwarten kann, die die 80er so zu bieten hatten.

Rein subjektives Geschmackurteil: Spaßig!


LOVELACE (USA 2013, Regie: Rob Epstein/Jeffrey Friedman)

Biopic über DEEP THROAT-Hauptdarstellerin Linda Lovelace und gleichzeitig Portrait einer Zeit, in der Pornographie plötzlich zum Mainstream gehörte. Die Idee, die Geschichte aus zwei verschiedenen Perspektiven zu erzählen, fand ich zwar ganz gut, so etwas wie Tiefe oder Authentizität geht LOVELACE dennoch ab. Dann lieber BOOGIE NIGHTS oder INSIDE DEEP THROAT anschauen. Ach ja, Sharon Stone in der Rolle von Lindas Mutter hätte ich nie im Leben erkannt.

Rein subjektives Geschmackurteil: Ok!


ROLLING THUNDER (USA 1977, Regie: John Flynn)

Extrem ruhig inszeniertes Drama über einen Kriegsveteranen, der sich auf einen persönlichen Rachefeldzug begibt. Das typische Multiplex-Blockbuster-Publikum von heute dürfte von Flynns Film wohl sehr schnell in den Wahnsinn getrieben werden. Hier ist der Weg das Ziel. Es lohnt sich, ihn mitzugehen (und diese letzten 5 Minuten, in denen sich die zuvor angesammelte Spannung entlädt, sind an Intensität kaum zu überbieten). Toller Film!

Rein subjektives Geschmacksurteil: Sehr gut!


HARDBODIES 2 (USA 1986, Regie: Mark Griffiths)

Der Vorgänger war wohl so erfolgreich, dass Regisseur Mark Griffiths 2 Jahre später noch dieses Sequel nachschieben durfte. HARDBODIES 2 kann jedoch rein gar nichts. Hatte der erste Teil zumindest noch Charme und einen ausgesprochen hohen Unterhaltungswert zu bieten, so regieren hier 90 Minuten gepflegte Langeweile. Und die Film-im-Film-Handlung ist ebenso nervig wie bescheuert. Zeitverschwendung.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Mies!


NEIGHBORS (USA 2014; Regie: Nicholas Stoller)

Die jungen Eltern Seth Rogen und Rose Byrne müssen sich mit ihren neuen Nachbarn herumschlagen. Eine feierwütige Studentenvereinigung unter der Leitung von Zac Efron. Schnell beginnt die Situation zu eskalieren. NEIGHBORS steht sicher nicht im Verdacht, je in einem Arthouse-Kino laufen zu wollen. Stollers Film ist laut, grell und der Humor definitiv einer der derberen Sorte. Ich liebe die Filme mit Seth Rogen und habe mich auch bei NEIGHBORS köstlich amüsiert. Unbedingt sehenswert, allein schon wegen dieser Sequenzen mit den Airbags. Einfach nur "fucking awesome"!

Rein subjektives Geschmacksurteil: Sehr gut!


CLERKS. (USA 1994, Regie: Kevin Smith)*

"'You hate people!' - 'But I love gatherings. Isn't it ironic?'" oder "'My question is, how did she come to have sex with a dead man?' - 'She thought it was me.' - 'What kind of convenience store do you run here?'" oder "'37! My girlfriend sucked 37 dicks!' - 'In a row?'" und natürlich "'I'm not even supposed to be here today!'"! In diesem Jahr hatte ich CLERKS. noch nicht gesehen. Es war mal wieder an der Zeit. Ich liebe diesen Film. Jede Sekunde, jede Einstellung, jeden Dialog. Einer der für mich wichtigsten Filme in meinen Leben. :love: :love: :love:

Rein subjektives Geschmacksurteil: Lieblingsfilm!


CLERKS II (USA 2006, Regie: Kevin Smith)*

Wenn Dante (Brian O’Halloran) und Randal (Jeff Anderson) in dieser letzten Szene hinter dem Tresen ihres nun eigenen Convenience Stores stehen, sich die Kamera langsam entfernt, das Bild von Farbe in s/w wechselt und die bereits aus dem ersten Clerks-Film bekannte Frau mit den Milchkanistern (Grace Smith, die Mutter von Regisseur Kevin Smith) zu sehen ist, dann schließt sich der Kreis zum ersten Teil aus dem Jahr 1994. Das Ende des insgesamt 6 Filme umfassenden View-Askew-Universums ist erreicht und es macht sich eine verdammt melancholische Stimmung breit. Die von Jason Mewes und Regisseur Kevin Smith gespielten Jay und Silent Bob haben dieses Universum über 12 Jahre zusammengehalten, waren in jedem Film dabei. Am Ende des Abspanns von CLERKS II steht geschrieben: "Jay and Silent Bob may return. As for now, they're taking it easy.". Kevin Smith hat sich damals schon die Hintertür offen gelassen, irgendwann in sein Universum zurückzukehren. Die Dreharbeiten zu CLERKS III sollen angeblich im Sommer 2015 starten. Ich freu mich drauf. :)

Rein subjektives Geschmacksurteil: Lieblingsfilm!


THE CONJURING (USA 2013, Regie: James Wan)

Haunted-House-Film, der logischerweise nicht ohne die typischen Klischees auskommt, dafür aber eine unheimliche Atmosphäre und eine ganze Reihe effektiv eingesetzter Schocksequenzen zu bieten hat. INSIDIOUS, der vorherigen Film von James Wan, fand ich ziemlich beschissen. THE CONJURING hat mich absolut positiv überrascht.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


CHILD'S PLAY 2 (USA 1990, Regie: John Lafia)*

Das Sequel knüpft direkt an die Handlung des ersten Teils an. Chucky wird rekonstruiert und die immer noch vom Geist eines Serienmörders besessene Puppe macht sich sogleich auf die Suche nach dem kleinen Andy (erneut gespielt von Alex Vincent), der sich mittlerweile bei einer Pflegefamilie aufhält. CHILD'S PLAY 2 folgt den typischen Regeln einer Fortsetzung. Mehr Spektakel, mehr Puppenaction, dafür weniger Spannung und Atmosphäre. Letzteres ist gar nicht so tragisch, denn Regisseur John Lafia hat einen zwar spannungsarmen, aber dafür umso rasanteren Film gedreht, der den geneigten Zuschauer auf ausgesprochen kurzweilige Art und Weise zu unterhalten versteht. Die Puppeneffekte sind nett anzusehen, das Finale in der Puppenfabrik eine schöne Referenz an Camerons THE TERMINATOR und in dieser Szene in der Mitte des Film, in der der kleine Andy mit einem elektrischen Messer bewaffnet in den Keller geht um Chucky dort in die ewigen Puppenjagdgründe zu verbannen, kommt tatsächlich mal kurz so etwas wie echte Gruselstimmung auf.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Unterhaltsam!


ATTACK OF THE 50 FOOT WOMAN (USA 1958, Regie: Nathan Juran)

Schwerenöter Harry Archer (William Hudson) wünscht sich nichts sehnlicher als den baldigen Tod seiner schwerreichen Gattin Nancy (Allison Hayes), um sich mit deren Vermögen und seiner Geliebten (Yvette Vickers) ein schönes Leben zu machen. Als Nancy mit einer außerirdischen Lebensform in Kontakt gerät (!!!), scheint sich dieser Wunsch tatsächlich zu erfüllen. Doch die Gattin tut Harry nicht wirklich den Gefallen, sondern wächst stattdessen auf eine mehr als beachtliche Größe an und lässt ihrer Wut freien Lauf.
Ich liebe Filme wie diesen hier. In 65 Minuten wird auf todernste Art und Weise eine komplett hanebüchene Story erzählt und die auf dem Filmplakat - und sicher auch im Trailer - groß angekündigte Attraktion des Films bekommt man in seiner ganzen Pracht erst am Ende (in diesem Fall genau 9 Minuten vor Ende) zu Gesicht. Böse sein kann ich einem Film wie diesem - der die gemachten Versprechungen natürlich nie und nimmer erfüllen kann - einfach nicht. Dafür ist das Gesehene viel zu sympathisch und charmant und dafür wickeln mich solche Filme einfach viel zu sehr um ihre sprichwörtlichen Finger. Jedes Mal, wenn ich mir B-Movies aus den 50er und 60er Jahren ansehe, trauere ich dieser Zeit hinterher. Als noch nichts ironisch gebrochen sein musste um sich ja nicht lächerlich zu machen, als man eine Story wie diese hier noch komplett ernst an den Mann bringen konnte. Irgendwie schade, dass das heutzutage einfach nicht mehr möglich ist.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


DER TEPPICH DES GRAUENS (Deutschland/Italien/Spanien 1962, Regie: Harald Reinl)

Die erste von insgesamt 4 Verfilmungen des Groschenromanautors Louis Weinert-Wilton schwimmt überdeutlich im Fahrwasser der damals so erfolgreichen Wallace-Filme, erreicht trotz des Mitwirkens von Joachim Fuchsberger und Karin Dor jedoch nie die Qualität der richtig guten Wallace-Verfilmungen, sondern erinnert eher an die etwas schwächeren Filme dieser Reihe. In DER TEPPICH DES GRAUENS ist zwar ständig etwas los, worum es im Endeffekt in dem Film überhaupt geht, bleibt jedoch bis zum Schluss - Fuchsberger fasst in der letzten halben Minute des Films netterweise die Hintergründe des ganzen Treibens zuvor für den Zuschauer noch mal kurz zusammen - ein Rätsel. Reinls Film wirkt überladen und teilweise plan- und konzeptlos, wie ein einziges Mysterium im Raum-Zeit-Kontinuum der erzählten Handlung. Diese Schwäche macht ihn aus heutiger Sicht jedoch auch verdammt unterhaltsam. Man kommt nicht umhin, sich wieder und wieder zu fragen, was die sich damals beim Dreh so alles eingeschmissen haben, um einen Film wie diesen hier auf das Publikum loszulassen.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Ok!


CHILD'S PLAY 3 (Großbritannien/USA 1991, Regie: Jack Bender)

Alles wie gehabt. Killerpuppe Chucky wird erneut zum Leben geweckt und mit ihr natürlich der in ihr hausende Geist des Serienkillers aus dem ersten Teil. Und natürlich macht sich Chucky abermals auf die Suche nach Andy (der zum ersten und auch einzigen Mal innerhalb der Reihe nicht von Alex Vincent sondern von Justin Whalin gespielt wird; aus gutem Grund: CHILD'S PLAY 3 ist nur ein Jahr nach dem zweiten Teil in die Kinos gekommen, spielt in der Timeline aber 8 Jahre später und Vincent wäre einfach zu jung für die Rolle gewesen), der sich mittlerweile in einer Militärakademie befindet und dort durchkämpfen muss. Mit Horror- oder Spannungskino hat dieser Film hier - so geht es früher oder später ja sehr vielen Fortsetzungen innerhalb bekannter und erfolgreicher Horror-Franchises - natürlich nicht mehr viel zu tun. Es regiert der Spaß- und Unterhaltungsfaktor und der ist leider nicht allzu hoch ausgefallen. Ein paar coole Oneliner aus dem Mund der Killerpuppe, ein paar blutige Effektszenen, sehr viel mehr hat Benders Film leider nicht zu bieten. Das ist zwar stellenweise immer noch ganz nett anzusehen, wirkt aber auch ziemlich schnell ziemlich ermüdend.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Naja!


LIFEFORCE (Großbritannien/USA 1985, Regie: Tobe Hooper)*

Überzeugende Effekte, düstere Atmosphäre, Zombies, die frappierend an diejenigen aus THE RETURN OF THE LIVING DEAD erinnern (oder umgekehrt, beide Filme stammen aus dem Jahr 1985) und die blanken Brüste von Mathilda May (der guten Frau dürfte es damals am Set ziemlich kalt gewesen sein, sie hat in so gut wie keiner ihrer Szenen etwas an) - Zutaten, die dafür sorgen, dass man sich LIFEFORCE auch heute - fast 30 Jahre nach seinem Erscheinen - noch verdammt gut unterhalten lassen kann (auch wenn man natürlich zugeben muss, dass Hoopers Film mit gut 110 Minuten einen Tick zu lang geraten ist und man sich ab und an eine etwas straffere Erzählweise wünschen würde).

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


NIGHT OF THE COMET (USA 1984, Regie: Thom Eberhardt)

Nachdem die Strahlung eines vorbeiziehenden Kometen praktisch die komplette Menschheit entweder ausgelöscht oder in Zombies verwandelt hat, müssen sich zwei Schwestern im Teenie-Alter damit auseinandersetzen, dass sie die letzten Überlebenden sein dürften. NIGHT OF THE COMET schwankt irgendwo zwischen melancholischer Untergangsstimmung und bissiger Teenager-Komödie, ist mit einem 'cheezy' 80er-Jahre-Soundtrack ausgestattet und zitiert eifrig bekannte Vorbilder wie DAWN OF THE DEAD und THE OMEGA MAN. Und diese unzähligen Einstellungen des leergefegten und in rote Farben getauchten Los Angeles sind einfach nur unbeschreiblich schön.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


THE OTHER WOMAN (USA 2014, Regie: Nick Cassavetes)

Der erfolgreiche Charmeur Mark King (Nikolaj Coster-Waldau) betrügt seine Ehefrau (Leslie Mann) gleich mit zwei verschiedenen Frauen (Cameron Diaz und Kate Upton). Als die drei Damen Wind voneinander bekommen, entschließen sie sich, den Spieß umzudrehen. Zwar vorhersehbare, aber stellenweise wirklich saukomische Komödie für zwischendurch. Einer dieser perfekten Filme, um abzuschalten und sich berieseln zu lassen. Mir persönlich machen Filme wie dieser hier immer wieder richtig viel Spaß.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


BLACK BELT JONES (USA 1974, Regie: Robert Clouse)

Blaxploitation Meets Shaw Brothers. Ein typischer Shaw-Brothers-Plot - der Besitzer einer Karate-Schule soll von einer Handvoll Fieslingen zum Verkauf gezwungen werden und am Ende rettet ein einsamer Held den Tag - wird von Regisseur Robert Clouse und seinen Drehbuchautoren nach South Central, LA, verlegt, mit so etwas wie Kampfchoreographien ausgestattet und mit jeder Menge Klamauk und Slapstick - zu Beginn einer Kampfsequenz landet ein Beteiligter bspw. auf einem Trampolin, fliegt bis an die Decke und bleibt mit dem Kopf schließlich in dieser stecken - angereichert. In BLACK BELT JONES ist ständig was los und es wird tatsächlich nie langweilig. Von der Qualität echter Klassiker des Black Cinema der damaligen Zeit wie SHAFT oder COFFY ist BLACK BELT JONES natürlich meilenweit entfernt. Dafür fehlt ihm einfach die Ernsthaftigkeit und Leading Man Jim Kelly - der sich wohl durch seinen Auftritt im Bruce-Lee-Klassiker ENTER THE DRAGON ein Jahr zuvor für diesen Part qualifiziert haben dürfte - auch die nötige Ausstrahlung und Präsenz, die Schauspieler/innen wie Richard Roundtree, Fred Williamson oder Pam Grier damals auf der Leinwand verstrahlten. Der Spaßfaktor ist dennoch ungemein hoch und das Finale in bzw. vor der Autowaschanlage ist besser als jede Schaumparty.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Spaßig!


FROM BEYOND (USA 1986, Regie: Stuart Gordon)*

Kaum zu glauben, knapp 30 Jahre hat Gordons wunderbare Variation einer Kurzgeschichte von Lovecraft nun schon wieder auf dem Buckel. Und ich muss sagen, FROM BEYOND ist verdammt gut gealtert. Dürfte nun 20 Jahre her sein, dass ich den Film zum letzten Mal gesehen habe und er hat mich heute ähnlich begeistert zurückgelassen wie damals. Ein Glanzstück des Body-Horror-Genres, ausgestattet mit wahrlich eindrucksvollen Creature-, Ekel- und Splattereffekten (insbesondere im letzten Drittel dürfte es empfindlicheren Gemütern, die kurz zuvor etwas gegessen haben, ziemlich den Magen umdrehen) und einer herrlich unheimlichen Atmosphäre. Klasse!

Rein subjektives Geschmacksurteil: Großartig!


THE THING (USA 1982, Regie: John Carpenter)*

Zwischen 1976 und 1982 hatte John Carpenter einen Lauf. Insgesamt 5 Filme kamen von ihm ins Kino und wirklich jeder von ihnen gehört heute zum Kanon der unbestrittenen Klassiker des phantastischen Films. So auch THE THING, in dem einer Gruppe von Forschern in der Antarktis ein blutrünstiges Alien auf den Leib rückt. Eine bedrückende, fast schon klaustrophobisch zu nennende Atmosphäre, eine wahrlich unglaubliche Spannung, ein wieder mal betont minimalistisch gehaltener Score (der gerne noch etwas häufiger während des Films erklingen dürfte) und Creature-Effekte vom Allerfeinsten zeichnen THE THING aus und sorgen auch heute noch dafür, dass der geneigte Genrefreund mit großer Freude auf der heimischen Couch Platz nimmt und sich für knapp 105 Minuten in die eiskalte Antarktis begibt. Einen Film wie diesen darf man vollkommen zu Recht als zeitlosen Klassiker bezeichnen.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Großartig!


AMORE E MORTE NEL GIARDINO DEGLI DEI (Italien 1972, Regie: Sauro Scavolini)

Regisseur und Drehbuchautor Sauro Scavolini erzählt - in diversen Rückblenden, mit Hilfe eines Tonbandes, welches ein Ornithologe zufällig im Garten einer alten Villa entdeckt hat - die Geschichte eines mysteriösen Familiendramas und nimmt den Zuschauer mit auf eine wahrlich außergewöhnliche Reise. Scavolini entwickelt seinen Plot behutsam und ausgesprochen langsam, setzt viel auf eine fast schon poetische und träumerische Atmosphäre und die toll fotografierten Bilder seines Bruders und Kameramannes Romano Scavolini. Als Zuschauer muss man durchaus Geduld aufbringen, denn so etwas wie eine Sogwirkung entwickelt AMORE E MORTE NEL GIARDINO DEGLI DEI erst in den letzten 20-25 Minuten. Mich selbst hat Scavolini mit seinem Film etwas ratlos zurückgelassen. Ich bin ohne jegliche Vorkenntnisse an AMORE E MORTE NEL GIARDINO DEGLI DEI herangegangen, habe eigentlich einen typischen Giallo erwartet und wurde dann von dieser Arthouse-Variante eines italienischen Kriminalfilms auf dem komplett falschen Fuß erwischt. Um Scavolinis Film wirklich einschätzen zu können, muss ich ihn mir irgendwann noch mal anschauen. Bei der jetzigen Sichtung war das definitiv der falsche Film zur falschen Zeit.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Ok und interessant!


RE-ANIMATOR (USA 1985, Regie: Stuart Gordon)*

Das Regiedebüt von Stuart Gordon - dessen zweiten und auch ganz vorzüglichen Film FROM BEYOND ich mir ein paar Tage vorher angesehen hatte - ist für mich - neben BRAINDEAD von Peter Jackson - das Paradebeispiel für eine gelungene Horror- bzw. Splatterkomödie. Gordon präsentiert ein Sammelsurium grotesker Einfälle, schwarzen Humors und absurd-komischer Situationen, garniert seinen Film mit ziemlich derben Splattereffekten und schafft es ganz nebenbei auch noch, eine richtig spannende Geschichte zu erzählen. Und Jeffrey Combs in der Rolle des Herbert West ist einfach nur großartig.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Großartig!


BRIDE OF CHUCKY (Kanada/USA 1998, Regie: Ronny Yu)

Die Reihe um Slasher-Puppe Chucky geht in die 4. Runde. Mit Horror hat dieser Film nur noch im Ansatz etwas zu tun, bei BRIDE OF CHUCKY handelt es sich um einen typischen Vertreter des Fun-Splatter- bzw. Fun-Slasher-Genres. Gleich zu Beginn gibt es Referenzen an Chuckys Brüder im Geiste, sprich Leatherface, Jason und Michael Myers - eine zusätzliche Referenz an Pinhead soll sich im weiteren Verlauf dazugesellen - und Regisseur Ronny Yu - der 5 Jahre später mit FREDDY VS. JASON einen weiteren Genreprototypen drehen sollte - kümmert sich nicht im Geringsten darum, so etwas wie Spannung zu erzeugen, sondern reiht stattdessen Gag an Grag und kreativen Kill an kreativen Kill. Unterlegt mit dem typischen Metal-Soundtrack - u.a. gibt es Songs von Rob Zombie, Coal Chamber, Static-X und Monster Magnet zu hören - entwickelt BRIDE OF CHUCKY so einen ziemlichen Drive und selbst wenn man wollte, einen gewissen Unterhaltungswert kann man diesem Film hier definitiv nicht absprechen. BRIDE OF CHUCKY hat auf seine eigene Art und Weise verdammt viel Spaß gemacht.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Spaßig!


ZOMBEAVERS (USA 2014, Regie: Jordan Rubin)

Ein Film wie eine Naturkatastrophe. Man ist fassungslos und kann einfach nicht mehr wegschauen. ZOMBEAVERS ist gewollter Mega-Trash, mit miesen Schauspielern, bescheuerten Gags, extrem hohlen Dialogen und titelgebenden Monstern, die aussehen, als hätte sie irgendjemand aus dem Müllcontainer der Augsburger Puppenkiste mitgehen lassen. Überraschend ist lediglich, dass das “final girl“ (wenn man es als solches bezeichnen darf) genau das Mädel ist, welches in allen anderen Filmen dieser Art im Normalfall als erstes den Löffel abgeben darf. Einen Film wie ZOMBEAVERS darf man gerne scheiße finden, ich habe dafür jedes Verständnis. Ich fand ihn verdammt unterhaltsam. Alkoholkonsum während der Sichtung dürfte den Spaßfaktor zudem exorbitant erhöhen. Und diese letzte Szene nach dem Abspann schreit förmlich nach einer Fortsetzung, die dann mit ziemlich hoher Sicherheit den Titel “Zombees“ tragen dürfte.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Spaßig!


BRIDE OF RE-ANIMATOR (USA 1989, Regie: Brian Yuzna)*

Regisseur Brian Yuzna erzählt die Geschichte von Herbert West (wieder großartig: Jeffrey Combs) und Konsorten konsequent weiter und entführt den Zuschauer endgültig nach Absurdistan. BRIDE OF RE-ANIMATOR steckt voller skurriler, grotesker und absurder Ideen, der Humor ist schwarz wie die Seele des Teufels und in Sachen Special Effects machen Yuzna und sein Team gleich gar keine Gefangenen. Gerade im Horrorbereich bekleckern sich Fortsetzungen ja nicht gerade oft mit sonderlich viel Ruhm. BRIDE OF RE-ANIMATOR ist eine dieser Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Eine mehr als würdige Fortsetzung eines großartigen Films.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Sehr gut!


Und zur Vervollständigung der Sichtungen des Monats hier noch die Auflistung der TV-Serien:
The Big Bang Theory: Season 7 (Episoden 10-24)
Dexter: Season 6 (Episoden 3-12)
Dexter: Season 7 (komplett)
New Girl: Season 3 (Episoden 1-3)


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THE POLICE CONNECTION


THE POLICE CONNECTION THE POLICE CONNECTION (DVD: Code Red, USA)
(OT: The Mad Bomber | USA 1973 | Regie: Bert I. Gordon)


Infos zum Film:
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Ich möchte die Wiedereröffnung meines Tagebuchs auch dazu nutzen, einige Texte hier zu posten, die bereits fertig geschrieben waren, zu deren Veröffentlichung ich aber vor der damaligen Schließung des Blogs nicht mehr gekommen bin.
Den Anfang macht ein Text zu einer absoluten Granate von einem Film. Bei der damaligen Sichtung hat mich THE MAD BOMBER von Regisseur Bert I. Gordon, der sich bei Genrefreunden durch seine Monsterfilme aus den 50er Jahren für immer unsterblich gemacht haben dürfte, nämlich regelrecht durch die Decke geblasen. Was war das nur für ein fieser, kleiner Bastard von einem Film.
Bert I. Gordon, der hier nicht nur Regie führte, sondern auch als Produzent, Drehbuchautor und Kameramann tätig war (was THE MAD BOMBER praktisch zu so etwas wie einen Autorenfilm macht :D - in den Arthouse-Kinos dieser Welt dürften sie in Schockstarre verfallen), bleibt seinem Monsterthema auch in THE MAD BOMBER treu. Allerdings sind es hier nicht mutierte Spinnen oder riesige Mutanten, die die Welt bedrohen, sondern zwei ausgesprochen unangenehme Monster der Spezies Mensch.
Los Angeles wird zeitgleich von einem fiesen Vergewaltiger und einem gemeingefährlichen Bombenleger heimgesucht. Viel Arbeit für den zuständigen Lt. Minneli (Vince Edwards), der in gewisser Weise das dritte Monster des Films darstellt. Denn Minneli pflegt zuerst zu schießen und dann Fragen zu stellen...
Was THE MAD BOMBER so unfassbar effektiv macht, ist die stoische Ruhe, mit der Gordon seinen Film - wohl auch aus Gründen eines nicht gerade üppigen Budgets - inszeniert hat. THE MAD BOMBER ist alles andere als rasant oder extrem kurzweilig ausgefallen, manchmal passiert für längere Zeit ausgesprochen wenig bis gar nichts, wenn aber etwas passiert, dann sitzt man mit offenem Mund vor dem Fernseher und denkt sich nur "What The Fuck!?!". Gordon präsentiert hier so einige Unglaublichkeiten, die in dieser Form wohl wirklich nur in den 70er Jahren inszeniert werden konnten und heutzutage definitiv nicht mehr möglich wären. Der Sleaze-Faktor des Films ist exorbitant hoch und nach Sichtung dieses Streifens überkommt einen ziemlich schnell die Sehnsucht nach einer ausgiebigen Dusche oder einem Vollbad.
Und dann die Besetzung. Die Casting-Abteilung hat hier wirklich ganze Arbeit abgeliefert. Ich will dem armen Neville Brand wahrlich nicht zu nahe treten, aber wie er diesen Vergewaltiger spielt, scheint es fast so, als hätten sie ihn direkt aus dem Knast heraus gecastet. Übertroffen wird er allerdings noch von Chuck Connors in der Rolle des Bombenlegers, der allein durch seine riesige Statur (Connors war knapp 2 m groß) und seinen grimmigen Blick in der Lage ist, einfach nur unfassbar bedrohlich und gefährlich zu wirken und beim Zuschauer ein Gefühl steten Unbehagens auszulösen. Das sind vielleicht zwei der effektivsten Bösewichte aller Zeiten.
Das alles macht THE MAD BOMBER zu einem absoluten Genrehighlight, zu einer dieser Perlen im tiefen Sumpf des Exploitationkinos. Ich bin begeistert!

TRAILER:


Bert I. Gordon 1970er female nudity Rache


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THE COOLER - ALLES AUF LIEBE


THE COOLER - ALLES AUF LIEBE THE COOLER - ALLES AUF LIEBE (DVD: McOne, Deutschland)
(OT: The Cooler | USA 2003 | Regie: Wayne Kramer)


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William H. Macy spielt Bernie Lootz, einen Loser, der in seinem Leben so viel Pech hat, dass sich dieses sogar auf die Menschen überträgt, die um ihn herumstehen. Mit dieser Eigenschaft ist er bestens geeignet für einen Job als "Cooler", einem Menschen, der in Casinos eingesetzt wird, um die Glückssträhnen der diversen Zocker zu beenden. Doch als sich Bernie in die attraktive Kellnerin Natalie (Maria Bello) verliebt und diese seine Liebe tatsächlich erwidert, wird aus dem notorischen Pechvogel ein echter Glückspilz und auch Bernies Glückssträhnen übertragen sich auf die Zocker an die Casinotischen. Natürlich sehr zum Leidwesen des skrupellosen Casinobesitzers Shelly Kaplow (Alec Baldwin).
THE COOLER ist eine faszinierende Mischung aus Drama, Liebesgeschichte und Märchen, präsentiert liebevoll gezeichnete Charaktere, die dem Zuschauer sofort ans Herz wachsen, ist gleichzeitig eine Hommage an die Stadt Las Vegas und versammelt einen wirklich tollen Cast vor der Kamera, der sich vornehmlich aus erstklassigen Schauspielern zusammensetzt, die sonst im Normalfall nicht unbedingt die erste Geige in Hollywood spielen und in größeren Blockbustern gerne mal als typische Nebendarsteller verheizt werden. Ein schöner, unkonventioneller Film über die Magie der Liebe und den Zauber der Glitzerwelt Las Vegas. Empfehlenswert!

TRAILER:


Wayne Kramer Alec Baldwin Maria Bello 2000er Oscar Nominee female nudity Las Vegas


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JUNEBUG


JUNEBUG JUNEBUG (DVD: Kinowelt/Arthaus, Deutschland)
(OT: Junebug | USA 2005 | Regie: Phil Morrison)


Infos zum Film:
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In JUNEBUG trifft die frisch verheiratete Madeleine (Embeth Davidtz), eine in Chicago lebende, weltoffene Kunsthändlerin, anlässlich einer Geschäftsreise in ein kleines Südstaatenkaff in North Carolina zum ersten Mal auf die Eltern ihres Ehemannes. Zwischen der Großstädterin und den streng gläubigen Südstaatlern kommt es zum regelrechten "Culture Clash".
JUNEBUG ist exakt das, was man sich gemeinhin unter typischem Independent-Kino so vorstellen dürfte. Regisseur Phil Morrison bemüht sich um eine möglichst glaubwürdige Zeichnung seiner Charaktere (was auch dazu führt, dass das eine oder andere Klischee einfach nicht vermieden werden kann), präsentiert tragische Wendungen ebenso wie komische Situationen und bastelt daraus einen Film, den man im besten Falle als "nett" und im schlechtesten Falle als "langweilig" bezeichnen kann. JUNEBUG fehlt es an echten Konflikten, die Protagonisten bleiben einem als Zuschauer praktisch allesamt fremd und wäre da nicht Amy Adams in der Rolle der leicht naiven und hochschwangeren Ashley (für die sie auch eine Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin einheimsein konnte), JUNEBUG würde ohne größere Höhepunkte bis zum Abspann einfach so vor sich hinplätschern. Bevor JUNEBUG zum Ende hin dann vollkommen die Luft auszugehen droht, zieht Morrison die Reißleine und löst das Familientreffen und somit auch seinen Film recht unspektakulär in Wohlgefallen auf. Klappe, Ende, aus.
Ein Film, von dem ich mir persönlich deutlich mehr versprochen hatte.

TRAILER:


Phil Morrison 2000er Oscar Nominee


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BETTY BLUE - 37,2 GRAD AM MORGEN (Director's Cut)


BETTY BLUE - 37,2 GRAD AM MORGEN (Director's Cut) BETTY BLUE - 37,2 GRAD AM MORGEN (Director's Cut) (DVD: Columbia TriStar, Deutschland)
(OT: 37°2 le matin | Frankreich 1986 | Regie: Jean-Jacques Beineix)


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37°2 LE MATIN erzählt die Geschichte der scheinbar grenzen- und bedingungslosen Liebe zwischen dem Gelegenheitsarbeiter Zorg (Jean-Hugues Anglade) und der Rumtreiberin Betty (Béatrice Dalle).
Regisseur Jean-Jacques Beineix wirft den Zuschauer mitten hinein in diese anfangs noch faszinierende, im weiteren Verlauf allerdings immer verstörender wirkende Liebesgeschichte seiner beiden Protagonisten. Während Zorg sich nämlich redlich bemüht, seiner großen Liebe - trotz aller widrigen Umstände (fehlende finanzielle Mittel, usw., usf.) - ein ansprechendes Leben zu bieten und ihr jeden Wunsch zu erfüllen, wird Betty im Verlauf der Geschichte immer unkontrollierbarer und nimmt letztendlich sogar selbstzerstörerische Züge an.
37°2 LE MATIN gilt als einer der großen Klassiker des französischen Kinos der 80er Jahre und war im Jahr 1987 sogar für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. Irgendwas muss Beineix' Streifen also haben. Irgendwas, das mir persönlich leider verborgen geblieben ist. Sicher, 37°2 LE MATIN ist von Kameramann Jean-François Robin einfach nur atemberaubend schön fotografiert und diese tollen Bilder erzeugen gemeinsam mit dem Score von Gabriel Yared eine dichte und absolut faszinierende Atmosphäre. Und ja, auch die beiden Hauptdarsteller können in ihren Rollen durchaus überzeugen.
Aber auch die Schwächen des Films sind meines Erachtens nicht zu übersehen. Für die fast schon epische Laufzeit von gut 3 Stunden fehlt es 37°2 LE MATIN einfach an Substanz. Die Story des Films ist für so eine Laufzeit definitiv nicht ausgelegt und so kommt es immer wieder zu verschiedenen Längen und nicht selten scheint 37°2 LE MATIN etwas ziellos vor sich hinzuplätschern. Und auch die in einem Film dieser Art so wichtige Bindung zu den beiden Protagonisten mochte sich nie so wirklich einstellen. Zorg und Betty bleiben einem als Zuschauer - trotz der schon genannten guten Schauspielerleistungen - irgendwie fremd und es fällt schwer, so etwas wie Empathie für das junge Paar und ihr Schicksal aufzubringen.
Am Ende bleibt ein etwas komisches Filmerlebnis übrig. Vielleicht war 37°2 LE MATIN heute auch einfach der falsche Film für mich. Hätte den gerne mehr gemocht.

TRAILER:


Jean-Jacques Beineix 1980er Oscar Nominee female nudity


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VINCENT WILL MEER


VINCENT WILL MEER VINCENT WILL MEER (Blu-ray: Constantin, Deutschland)
(OT: Vincent will Meer | Deutschland 2010 | Regie: Ralf Huettner)


Infos zum Film:
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Regisseur Ralf Huettner schickt in VINCENT WILL MEER ein ungleiches Trio auf einen außergewöhnlichen Road Trip. Der am Tourette-Syndrom leidende Vincent (Florian David Fitz), die magersüchtige Marie (Karoline Herfurth) und der zwangsneurotische Alexander (Johannes Allmayer) hauen gemeinsam aus ihrer Klinik ab und versuchen mit dem Wagen ihrer behandelnden Ärztin (Katharina Müller-Elmau) nach Italien ans Meer zu kommen. Gemeinsam mit Vincents Vater (Heino Ferch) heftet sich die Ärztin an die Fersen des flüchtigen Trios.
VINCENT WILL MEER ist Kino zum Wohlfühlen (auch wenn die überwiegend positive Stimmung des Films im Finale durch eine - in meinen Augen relativ unnötige - allzu dramatische Storyentwicklung ein bisschen getrübt wird) und erzählt die Geschichte von drei Außenseitern, die es trotz ihrer persönlichen Probleme irgendwie schaffen müssen, miteinander auszukommen. Ralf Huettner inszeniert seinen Film über den Großteil der Laufzeit wirklich federleicht, findet immer das richtige Maß zwischen urkomischen Momenten und ernsteren Zwischentönen und erschafft so eine ganz wunderbare Mischung aus Drama, Komödie und Road Movie. Die größte Stärke des Films ist dabei die glaubwürdige und feinfühlige Zeichnung der drei Hauptcharaktere. Huettner nimmt seine Figuren ernst und lässt sein Publikum immer gemeinsam mit seinen drei Protagonisten lachen und nie über diese. Sehr schöner Film, der zudem noch mit einem tollen Soundtrack und teils wunderschön fotografierten Bildern von Kameramann Andreas Berger - allein die Sequenz mit dem Gipfelkreuz kann man ohne Übertreibung in die Kategorie "Filmszenen für die Ewigkeit" einordnen - überzeugen kann.

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Ralf Huettner Karoline Herfurth 2010er


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TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG - BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU'RE DEAD


TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG - BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU'RE DEAD TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG - BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU'RE DEAD (Blu-ray: Koch Media, Deutschland)
(OT: Before the Devil Knows You're Dead | USA 2007 | Regie: Sidney Lumet)


Infos zum Film:
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In BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU'RE DEAD möchten sich zwei Brüder ihrer Geldprobleme mit Hilfe eines Überfalls auf einen Juwelierladen entledigen. Pikantes Detail am Rande: der zu überfallende Laden gehört ausgerechnet ihren Eltern. Klar, dass die Sache gehörig schief läuft und noch klarer, dass die Entwicklungen, die sich im Folgenden ergeben, mit dem Wort "katastrophal" noch harmlos beschrieben sind.
Regie-Altmeister Sidney Lumet inszeniert BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU'RE DEAD als Mischung aus Thriller, Drama und Charakterstudie, lässt den Zuschauer in Sachen "Identifikationsfiguren" ziemlich im Regen stehen und zeichnet stattdessen das Bild einer Familie, die sich innerhalb des Plots von Minute zu Minute mehr selbst zerstört. Um seine Spannung bis zum großen Finale entsprechend aufzubauen, wählt Lumet eine sehr ruhige Erzählweise, nutzt das Stilmittel der Rückblende und verlässt sich voll und ganz auf seinen überragenden Cast rund um Philip Seymour Hoffman, Ethan Hawke, Marisa Tomei und Albert Finney. Ja, BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU'RE DEAD gehört definitiv zu dieser Art von Film, die man geheimhin als großes Schauspielkino bezeichnet, leidet aber in meinen Augen auch ein bisschen an dem Fakt, dass es keine echte Identifikationsfigur gibt, mit der man als Zuschauer hoffen und bangen kann. Diese Tatsache lässt Lumets Film zeitweise ein bisschen arg unterkühlt erscheinen und führt auch dazu, dass man sich als Zuschauer eher in der Rolle des Beobachters wiederfindet und nicht wirklich von dem Film gefangen genommen wird. BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU'RE DEAD ist sicher gut, aber nicht sehr gut oder gar überragend.

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Sidney Lumet Philip Seymour Hoffman Ethan Hawke 2000er Rache female nudity New York


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CALIFORNICATION - STAFFEL 5


CALIFORNICATION - STAFFEL 5 CALIFORNICATION - STAFFEL 5 (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Californication: Season 5 | USA 2012 | Idee: Tom Kapinos)


Infos zur Serie:
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Bestimmte Schauspieler definieren sich fast ihre ganze Karriere lang über eine bestimmte Rolle. Eine Rolle, die sie über Jahre hinweg in diversen Film- und TV-Serien mehr als überzeugend gespielt haben (Horst Tappert war sein Leben lang Derrick, Anthony Hopkins wird wohl für immer Hannibal Lecter bleiben, William Shatner ist Captain Kirk) und die - auch in anderen Rollen, die sie spielen - immer wieder durchscheint. Auch David Duchovny war so ein Kandidat. Für jeder, der THE X FILES irgendwann mal in seinem Leben gesehen, war David Duchovny Fox Mulder. In einer anderen Rolle konnte man ihn sich nur schwer vorstellen.
Doch spätestens mit dieser 5. Staffel dieser einfach nur grandiosen TV-Serie, die auf den kleinen Namen CALIFORNICATION hört, hat Duchovny seine frühere Identität abgelegt bzw. gewechselt. Hat man CALIFORNICATION von Anfang an verfolgt, ist es mittlerweile nicht mehr vorstellbar, dass der Hauptdarsteller mal als FBI-Agent unterwegs gewesen sein könnte. David Duchovny ist mittlerweile Hank Moody - und nur Hank Moody. Und CALIFORNICATION erlaubt sich auch in der 5. Runde keinerlei Schwäche und legt einen kompletten Start-Ziel-Sieg aufs Parkett. Ich liebe diese komplett durchgeknallten und abgedrehten Abenteuer von Hank und seinem besten Kumpel Charlie (einmal mehr einfach nur genial gespielt von Evan Handler), die – wie in den vier Staffeln zuvor – trotz aller Absurdität immer glaubwürdig und nachvollziehbar bleiben. In der Welt von CALIFORNICATION scheint tatsächlich alles möglich und alles erlaubt und einfach gar nichts weit hergeholt, konstruiert oder an den Haaren herbeigezogen zu sein. CALIFORNICATION rockt, macht einfach Spaß ohne Ende und bietet von der ersten bis zur letzten Sekunde, von der ersten bis zur letzten Einstellung einfach nur großartige Unterhaltung.
Wenn es überhaupt etwas an der Serie auszusetzen gibt, dann lediglich die Tatsache, dass die einzelnen Staffen mit nur 12 Episoden und die einzelnen Episodenlaufzeiten mir nur knapp 30 Minuten definitiv viel zu langsam ausgefallen sind. Die Sichtung dieser Staffel verging wie im Flug und die Wartezeit auf Season 6 wird wieder unerträglich lang ausfallen.

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Tom Kapinos David Duchovny RZA Peter Berg Rob Lowe 2010er Los Angeles female nudity


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SET IT OFF (Director's Cut)


SET IT OFF (Director's Cut) SET IT OFF (Director's Cut) (Blu-ray: New Line, USA)
(OT: Set It Off | USA 1996 | Regie: F. Gary Gray)


Infos zum Film:
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John Singletons Regie-Oscar für BOYZ N THE HOOD löste Anfang der 90er Jahre einen regelrechten Boom des "Black Cinema" aus. Ein Boom, der allerdings nur wenige Jahre andauern sollte und Ende der 90er dann auch schon wieder so gut wie vorbei war.
SET IT OFF aus dem Jahr 1996 ist einer dieser Streifen im Fahrwasser von BOYZ N THE HOOD und erzählt die Geschichte von vier Freundinnen, die sich dazu entschließen, ihrer misslichen finanziellen Lage mit Hilfe von Banküberfällen zu entfliehen. Eine Taktik, die natürlich nicht sonderlich lange gut geht.
Regisseur F. Gary Gray - der im weiteren Verlauf seiner Karriere u.a. Filme wie THE NEGOTIATOR, THE ITALIAN JOB und BE COOL drehen sollte - legt SET IT OFF als Mischung aus Action, Drama und Thriller an und fährt damit richtig gut. Es gibt ein paar kurz-knackige Actionsequenzen mit einigen blutigen Shoot-Outs, ein wirklich spannungsgeladenes Finale mit großem Gänsehautfaktor und eine ausgesprochen sorgfältige - wenn auch das eine oder andere Klischee nicht vermeidende - Figurenzeichnung und Charakterentwicklung der vier Bankräuberinnen, die mit Jada Pinkett Smith, Queen Latifah, Vivica A. Fox und Kimberly Elise ganz hervorragend besetzt sind. SET IT OFF ist definitiv ein Highlight des "Black Cinema". Und darüber, dass der Soundtrack von Grays Film über jeden Zweifel erhaben ist, muss man wohl eh keine großen Worte verlieren.

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F. Gary Gray Jada Pinkett Smith 1990er car chase female nudity Los Angeles


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LOST - STAFFEL 6


LOST - STAFFEL 6 LOST - STAFFEL 6 (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 6 | USA 2010 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)


Infos zur Serie:
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Hosianna, es ist vollbracht! Ich bin erlöst. LOST hat endlich sein überfälliges Ende gefunden. Wobei mich Staffel 6 - nach dem ab der 3. Staffel immer schneller voranschreitenden Qualitätsabfall - zunächst durchaus positiv überrascht hat. Die ersten paar Folgen fand ich richtig gut und ich hatte durchaus Hoffnung, dass ich mich mit LOST letztendlich doch noch würde versöhnen können. Insbesondere die Handlung in der "alternativen Realität" fand ich ausgesprochen gelungen. Doch die positiven Eindrücke hielten nicht lange an. Bereits nach wenigen Folgen fing LOST erneut damit an extrem zu nerven und zu langweilen. Ein Zustand, der bis zur vorletzten Folge andauern sollte. Erst das Finale fand ich persönlich dann doch wieder sehenswert. Hier war zumindest zeitweise etwas von der Magie und dem Zauber zu spüren, die LOST in den ersten beiden Staffeln zu einem wirklich herausragenden TV-Ereignis gemacht hatten. Am Ende bleibt bei mir nur Verwunderung darüber, wie man es schafft, ein an sich hochinteressantes Serienprojekt mit Vollgas so dermaßen gegen die Wand zu fahren, dass man es am Ende des Tages nur als kläglich gescheitert bezeichnen kann.
Zum von wohl 95% der LOST-Fans so verhassten Finale braucht man dagegen in meinen Augen keine großen Worte verlieren. In letzter Konsequenz fand ich diese Auflösung sogar sehr passend. Nach dem ganzen Chaos, in das sich J.J. Abrams und sein Autorenteam in den Staffeln zuvor verstrickt hatten, sollte es doch jedem von Anfang an klar gewesen sein, dass irgendwann die Reißleine gezogen werden musste und LOST nur durch eine Art "Deus ex machina" beendet werden konnte. Und so ist es ja dann auch wirklich gekommen. Hier kann doch nicht ernsthaft jemand mit einer großen Aha-Auflösung und der Beantwortung all der Fragen gerechnet haben, die letztendlich sowieso niemanden mehr interessiert haben dürften.
Wenn ich persönlich zu LOST nur einen einzigen Satz sagen sollte, wäre es dieser hier: "Don't believe the hype!"
Ich habe in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Serien gesehen und mir fällt tatsächlich nicht eine einzige ein, die noch schwächer als LOST gewesen wäre.

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J.J. Abrams Jeffrey Lieber Damon Lindelof Michelle Rodriguez 2010er


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WENN ES NACHT WIRD AUF DER REEPERBAHN


WENN ES NACHT WIRD AUF DER REEPERBAHN WENN ES NACHT WIRD AUF DER REEPERBAHN (DVD: FilmArt/Subkultur, Deutschland)
(OT: Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn | Deutschland 1967 | Regie: Rolf Olsen)


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Mitte/Ende der 60er Jahre begann man auch in Deutschland, echtes Genrekino zu produzieren. Die Zeit des typischen Heimatfilms neigte sich dem Ende entgegen, fortan stand u.a. harte Krimikost auf dem filmischen Speiseplan, garniert mit derben Sprüchen, nackten Leibern und viel Gewalt. WENN ES NACHT WIRD AUF DER REEPERBAHN ist einer der früheren Vertreter des deutschen Exploitationkinos und macht wahrlich keine Gefangenen. Durch einen Off-Kommentar (der teilweise ein bisschen an die sich in den Folgejahren immer größerer Beliebtheit erfreuenden Report-Filme erinnert) und eine entsprechende Hinweistafel als "Aufklärungsfilm" getarnt, "warnt" Regisseur Rolf Olsen sein Publikum vor den kriminellen Machenschaften der feinen Gesellschaft und zaubert dem heutigen Zuschauer damit ein fettes Grinsen ins Gesicht. So herrlich derb und erstaunlich zeigefreudig der Film für sein Erscheinungsjahr - 1967 - daherkommt, so sympathisch naiv ist auch diese wunderbare Schwarz/Weiß-Malerei, die Olsen mit seiner Geschichte betreibt und mit der er dem einfachen und rechtschaffenen St. Paulianer, der trotz mancher nicht ganz so legaler Machenschaften sein Herz auf dem rechten Fleck trägt, in Form des von Heinz Reincke wunderbar gespielten Kleinganoven Uwe ein kleines Denkmal setzt. WENN ES NACHT WIRD AUF DER REEPERBAHN ist Kino aus einer leider längst vergangenen Zeit. Einer Zeit, in der es auch in Deutschland noch möglich war, mit prominenten Namen (u.a. Fritz Wepper, Erik Schumann, Rudolf Schündler) besetzte Genrefilme zu drehen. Einer Zeit, in der Kino aus Deutschland noch aufregend, spannend und abwechslungsreich war. Zu schade, dass diese Zeit schon so verdammt lange vorbei ist!

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Rolf Olsen Rudolf Schündler 1960er female nudity Euro Crime Hamburg


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LOST - STAFFEL 5


LOST - STAFFEL 5 LOST - STAFFEL 5 (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 5 | USA 2009 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)


Infos zur Serie:
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Das Interessanteste an dieser fünften Staffel von LOST ist, zu beobachten, wie die Macher es tatsächlich geschafft haben, eine in den ersten beiden Staffeln wirklich richtig gute Serie mittlerweile qualitativ komplett gegen die Wand zu fahren. Eignete sich bereits die vierte Staffel nur noch zum Berieseln lassen, ist Staffel Nr. 5 nicht mal mehr dafür geeignet. LOST entwickelt sich für mich von Folge zu Folge immer mehr zu einem echten Ärgernis und es hat eine gefühlte halbe Ewigkeit gedauert, bis ich mich durch diese Staffel nun endlich durchgekämpft habe. Die ersten paar Folgen waren noch ganz in Ordnung, aber insbesondere zum Ende dieser Staffel wurde die Episoden zäh wie Kaugummi. Die zu Beginn der Serie noch so sorgfältig aufgebauten Charaktere? Die Gänsehaut verursachende Spannung? Die tolle Mystery-Atmosphäre? Es ist wirklich nichts mehr von dem vorhanden, wodurch sich LOST in den ersten beiden Staffeln ausgezeichnet hat. Stattdessen herrscht gepflegte Langeweile, die Handlung - die man mittlerweile einfach nur noch als absurd, plan-, konzept- und substanzlos sowie überkonstruiert bezeichnen kann - könnte egaler nicht sein und all die Antworten auf all die Fragen, die LOST bisher aufgeworfen hat, will man überhaupt nicht mehr haben. Einzig mein Komplettierungswahn wird dazu führen, dass ich mich auch noch durch die sechste und glücklicherweise letzte Staffel dieses riesengroßen Ballons heißer Luft quälen werde.

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J.J. Abrams Jeffrey Lieber Damon Lindelof Michelle Rodriguez Cheech Marin 2000er


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PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION


PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Rise of the Planet of the Apes | USA 2011 | Regie: Rupert Wyatt)


Infos zum Film:
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RISE OF THE PLANET OF THE APES funktioniert als Prequel zu der im Jahr 1968 gestarteten Saga rund um den Planeten der Affen und beweist auf vortreffliche Art und Weise, dass großes Blockbusterkino auch richtig anspruchsvoll um die Ecke kommen kann.
Regisseur Rupert Wyatt erzählt die Geschichte des Schimpansen Caesar auf absolut packende und spannende Art und Weise und schafft dabei das Kunststück, eine komplett im Rechner entstandene Figur (auch wenn Gollum-Darsteller Andy Serkis ihr die Mimik und Bewegungen geliehen hat) zum Sympathieträger eines ganzen Films werden zu lassen. Überhaupt interessiert sich Wyatt viel mehr für seine tierischen Charaktere als für seine menschlichen Figuren. Die spielen - auch wenn sie mit u.a. John Lithgow und Brian Cox großartig besetzt sind - dann doch eher die zweite Geige und auch die Charakterzeichnung der Menschen ist zuweilen etwas arg klischeehaft geraten. Darüber sollte man jedoch ebenso hinwegsehen können wie über das eine oder andere kleinere Logikloch wenn man seinen Spaß an RISE OF THE PLANET OF THE APES haben will. Insbesondere in punkto Spannungsaufbau und Storyentwicklung gibt es an RISE OF THE PLANET OF THE APES in meinen Augen nicht wirklich etwas auszusetzen. Vor allem dieser langsame Aufbau der Geschichte, der sich am Ende in einem wahrlich spektakulären Finale entlädt und dem Zuschauer eine Katharsis der besonderen Art beschert (es ist tatsächlich eine Erlösung zu sehen, dass die Affen in der Freiheit angelangt sind und sich gleichzeitig der für die Menschheit tödliche Virus über den ganzen Globus verbreitet) ist einfach nur toll und hat dazu geführt, dass mich Wyatts Film absolut in seinen Bann gezogen hat. Und dann noch ein Wort zu den Effekten: wenn CGI-Einsatz immer so aussehen würde wie in diesem Film hier, hätte ich keinerlei Probleme mehr mit Effekten aus dem Rechner. Aus technischer Hinsicht kann man für RISE OF THE PLANET OF THE APES nur ein Wort finden: Perfekt!!!

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Rupert Wyatt 2010er Oscar Nominee Prequel Nahe Zukunft San Francisco


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THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE


THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE (DVD: MGM/Sony, USA)
(OT: The Little Girl Who Lives Down the Lane | Frankreich/Kanada 1976 | Regie: Nicolas Gessner)


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Faszinierende Mischung aus Drama, Liebesgeschichte, Horrorthriller und Psychogramm über ein junges Mädchen, welches - zumindest angeblich - allein mit ihrem Vater in einem großen Haus außerhalb einer Kleinstadt lebt und aufgrund der Tatsache, dass noch kein Mensch je ihren Vater zu Gesicht bekam, das Misstrauen der Bevölkerung der kleinen Stadt - in Gestalt ihrer neugierigen Vermieterin und deren schmierigen Sohnes - auf sich zieht und drastische Schritte unternimmt, um ihre Privatsphäre zu schützen.
Regisseur Nicolas Gessner vermischt gekonnt verschiedene Genreelemente zu einem großen Ganzen, verbindet schwarzen Humor mit einfühlsamen Sequenzen und überrascht im nächsten Augenblick wieder mit unheimlicher Gruselatmosphäre. Dass THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE so gut funktioniert liegt natürlich in erster Linie an Gessners wirklich großartig agierender Hauptdarstellerin - der zum Zeitpunkt des Filmdrehs gerade mal 13 Jahre alten Jodie Foster (die zuvor schon in Scorseses TAXI DRIVER brillierte und eine Oscar-Nominierung für ihre Leistung an der Seite von Robert De Niro einheimste) -, der es mit einer unfassbaren Leichtigkeit gelingt, praktisch den ganzen Film alleine zu tragen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Film gesehen zu haben, der von einer noch so jungen Schauspielerin dermaßen geprägt wurde. Ein weiterer Pluspunkt in dem fast schon kammerspielartig inszenierten Streifen ist Martin Sheen, der einen herrlich fiesen und schmierigen Bösewicht abgibt und der in jeder seiner Szenen eine fast schon Gänsehaut verursachende Bedrohung ausstrahlt. Ja, THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE ist schon ziemlich beeindruckend.

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Nicolas Gessner Jodie Foster Martin Sheen 1970er female nudity American International Canuxploitation


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MAX PAYNE (Director's Cut)


MAX PAYNE (Director's Cut) MAX PAYNE (Director's Cut) (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Max Payne | Kanada/USA 2008 | Regie: John Moore)


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Durchaus brauchbare Videospielverfilmung von Regisseur John Moore, die zunächst zwar daran krankt etwas planlos und konfus zu wirken, zum richtigen Zeitpunkt aber doch noch die Kurve kriegt und bis zum spektakulären Finale dann auch bestens unterhalten kann. Wobei ich, da ich das Spiel nicht kenne, natürlich nicht wirklich gut einschätzen kann, ob die Vorlage adäquat umgesetzt wurde. Das sollen die Zocker selbst beurteilen.
Mir hat an MAX PAYNE vor allem die Atmosphäre und Stimmung gefallen, die John Moore langsam entwickelt und mit der er es hinbekommt, seine doch recht herkömmliche Rachegeschichte interessant und kurzweilig an den Mann zu bringen. Ja, diese Mischung aus Videoclip-Optik und Film-Noir-Ästhetik mit ihrem ständigen Hang zu Melancholie und Mystery hatte schon was. Auch die Actionszenen, anfangs noch sehr verhalten inszeniert, zum Ende hin immer intensiver werdend, konnten mich absolut überzeugen. Da waren schon ein paar wirklich grandiose Shoot-Out-Sequenzen dabei und Hauptdarsteller Mark Wahlberg konnte so einige Male unter Beweis stellen, dass er sich in diesem Genre pudelwohl zu fühlen scheint. Die weitere Besetzung des Films konnte sich mit Schauspieler/innen wie Mila Kunis, Beau Bridges, Donal Logue, Ludacris und Chris O'Donnell außerdem absolut sehen lassen und da ich persönlich mit keiner großartigen Erwartungshaltung an MAX PAYNE herangetreten bin, hat mich Moores Streifen durchaus positiv überraschen können.

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John Moore Mark Wahlberg Mila Kunis 2000er New York Rache female nudity


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CHUNGKING EXPRESS


CHUNGKING EXPRESS CHUNGKING EXPRESS (DVD: Kinowelt/Arthaus, Deutschland)
(OT: Chung Hing sam lam | Hongkong 1994 | Regie: Wong Kar-Wai)


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Zwei Geschichten über zwei Polizisten, die jeweils von ihrer Partnerin verlassen wurden und nun ihren Liebeskummer verarbeiten müssen.
Konnte mich die erste, kürzere Episode noch nicht so wirklich fesseln, hat mich Episode Nr. 2 - der glücklicherweise der Großteil der Laufzeit eingeräumt wird - regelrecht weggeblasen. Ich habe selten einen Film erlebt, der dem Zuschauer eine so perfekte Mischung aus purer Melancholie und herzerfrischender Lebensfreude präsentiert wie in diesen letzten 70 Minuten von CHUNG HING SAM LAM. Regisseur Wong Kar-Wai ist dank Handkameraeinsatz hautnah an seinen Protagonisten dran, nimmt den Zuschauer durch Verwendung schneller Schnitte und dem Einsatz betörend schöner Farbpaletten regelrecht in Gefangenschaft und katapultiert ihn mitten hinein in das pulsierende Hongkong und in die Wohnung von Cop 663, die von der einfach nur zauberhaften Faye immer wieder in kleinen Nuancen verändert wird und die dem todtraurigen Polizisten so wieder einen Hauch an Hoffnung und Lebensfreude zurückgibt. Tony Leung Chiu-Wai als Polizist und Faye Wong als Faye spielen ihre Rollen einfach nur grandios und man möchte gar nicht mehr raus aus ihrer kleinen Welt inmitten der hektischen Großstadt. CHUNG HING SAM LAM ist richtig, richtig toll. Kino zum Wohlfühlen, das sich für immer im Gedächtnis einbrennen wird. Allein schon wegen der Tatsache, dass ich wohl nie mehr in meinem Leben "California Dreamin'" von The Mamas and the Papas hören kann, ohne vor meinem geistigen Auge die bezaubernde Faye Wong durch den Imbiss tanzen zu sehen.

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Wong Kar-Wai Tony Leung Chiu-Wai 1990er Hongkong


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SHANGHAI BABY


SHANGHAI BABY SHANGHAI BABY (DVD: Delta Pictures, Italien)
(OT: Shanghai Baby | Deutschland 2007 | Regie: Berengar Pfahl)


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Etwas arg krude Mischung aus Drama und Love Story, in der eine junge Schriftstellerin versucht, ihren ersten Roman zu schreiben und während ihrer Recherche hierzu in ein fast schon zerstörerisches Beziehungsgeflecht gerät.
SHANGHAI BABY basiert auf dem gleichnamigen "Skandal"-Roman der chinesischen Schriftstellerin Zhou Wei Hui (das Buch wurde in China kurz nach seiner Veröffentlichung im Jahr 1999 verboten und öffentlich verbrannt, eine Tatsache, die nun nicht wirklich viel über die Skandalträchtigkeit des Stoffes auszusagen vermag) und ich will - getreu dem Motto "Im Zweifel für den Angeklagten" - einfach mal hoffen, dass es an der mir nicht bekannten Vorlage liegt, dass Pfahls Film ziemlich planlos wirkt. Der ganzen Story fehlt es in meinen Augen einfach an Substanz, die Charaktere bleiben dem Zuschauer über die komplette Laufzeit fremd und so tut SHANGHAI BABY vor allem eines: über die komplette Laufzeit - unter Präsentation des einen oder anderen Schauwertes - gemütlich vor sich hinplätschern. Die seltsame Mischung aus exotischer Kulisse, steriler TV-Optik und extrem unterkühlter Atmosphäre leistet ihr Übriges, den Zuschauer stets schön auf Distanz zu halten. Wenn das die Intention von Regisseur Berengar Pfahl gewesen sein sollte, dann hat er diese tatsächlich mit Bravour umgesetzt.
Sehenswert ist SHANGHAI BABY eigentlich nur wegen der verführerischen Bai Ling, die mit der Rolle der Coco mal eine echte Hauptrolle abbekommen hat - auch wenn dies fast unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit passiert ist; ein echter Kinostart wurde der deutschen Produktion nur in Italien spendiert, ansonsten erblickte SHANGHAI BABY lediglich beim Filmfestival in Cannes und beim Asia Filmfest in München das Licht der Leinwände und wurde meines Wissens bisher ausschließlich in Italien auf DVD veröffentlicht - und die es mit ihrer ganz eigenen, nämlich wilden und auch irgendwie exzentrischen Art tatsächlich schafft, eine gewisse Anziehungskraft auszuüben, der man sich nur schwer entziehen kann.

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Berengar Pfahl Bai Ling 2000er female nudity Berlin


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COLOMBIANA


COLOMBIANA COLOMBIANA (Blu-ray: Universum, Deutschland)
(OT: Colombiana | Frankreich 2011 | Regie: Olivier Megaton)

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Hauptdarstellerin Zoe Saldana hat ja bereits in dem ausgesprochen unterhaltsamen THE LOSERS bewiesen, dass sie auch in Actionrollen eine verdammt gute Figur macht und diesen positiven Eindruck aus Whites Film aus dem Jahr 2010 kann sie auch in COLOMBIANA von Regisseur Olivier Megaton bestätigen.
Megaton erzählt mit COLOMBIANA eine klassische Rachegeschichte und setzt dabei vor allem auf die Spannungskarte. Der typische Action-Overkill neuerer Genreproduktionen bleibt aus und wer auf einen weiteren Krawall-Film gehofft hat, dürfte mit COLOMBIANA wahrscheinlich nicht sonderlich viel anfangen können. Denn Megaton lässt sich für einen Actionthriller erstaunlich viel Zeit um seine Geschichte und seine Charaktere einzuführen, baut seine Spannung langsam aber stetig auf, setzt gezielt einzelne Action- und Suspense-Höhepunkte und steuert so absolut zielgerichtet auf sein spektakuläres Finale zu. Hauptdarstellerin Zoe Saldana ist in der Rolle des ebenso eiskalten wie zerbrechlichen Racheengels großartig und schafft es durch ihr eindringliches Spiel mit Leichtigkeit, den Zuschauer für sich zu gewinnen. Selten hat man in einem Actionfilm der jüngeren Vergangenheit so mit der Hauptfigur mitfiebern können wie in diesem hier. Und dann stellt COLOMBIANA auch noch eindrucksvoll folgendes unter Beweis: Es ist durchaus möglich, schnelle Schnitte in Actionsequenzen so einzusetzen, dass die jeweilige Szene die notwendige Dynamik erhält ohne dass dadurch die Übersichtlichkeit komplett verloren geht und der Zuschauer plötzlich nicht mehr weiß, wo oben und unten ist und mit aufkommenden Schwindelgefühlen zu kämpfen hat.

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Olivier Megaton Zoe Saldana 2010er Rache female nudity


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STATE OF MIND


STATE OF MIND STATE OF MIND (DVD: e-m-s, Deutschland)
(OT: The United States of Leland | USA 2003 | Regie: Matthew Ryan Hoge)

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THE UNITED STATES OF LELAND ist ein Drama über einen Teenager, der scheinbar ohne Motiv einen behinderten Jungen ermordet hat, nun in einer Haftanstalt für jugendliche Straftäter einsitzt und dort langsam aber sicher eine Bindung zu seinem Lehrer aufbaut, der - nicht ganz ohne Hintergedanken - in zahlreichen 4-Augen-Gesprächen versucht, hinter die Beweggründe für die Tat zu kommen.
Regisseur und Drehbuchautor Matthew Ryan Hoge erzählt seine Geschichte auf eine wirklich extrem ruhige Art und Weise. In langen Dialogsequenzen, zahlreichen Monologen aus dem Off und jeder Menge Rückblenden erhält der Zuschauer Einblick in das Innenleben des jugendlichen Mörders, den Hauptdarsteller Ryan Gosling absolut überzeugend darstellt. Die von Hoge gewählte Art der Inszenierung ist für meinen Geschmack allerdings fast schon etwas zu ruhig ausgefallen. THE UNITED STATES OF LELAND plätschert über weite Strecken einfach so vor sich hin und läuft immer wieder Gefahr, das Interesse des Zuschauers zu verlieren. Am Ende des Tages sind es Ryan Gosling und seine ausgesprochen prominenten und durch die Bank glaubwürdig agierenden Co-Stars (u.a. Don Cheadle, Lena Olin, Kevin Spacey, Michelle Williams, Jena Malone, Chris Klein) sowie dieses einfach nur Gänsehaut verursachende Finale, die den Unterschied ausmachen, THE UNITED STATES OF LELAND vor der Mittelmäßigkeit retten und aus Hoges Drama doch noch in einen guten und sehenswerten Film verwandeln.

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Matthew Ryan Hoge Ryan Gosling Kevin Spacey Lena Olin 2000er Rache


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HANNIBAL


HANNIBAL HANNIBAL (Blu-ray: Universum/Tobis, Deutschland)
(OT: Hannibal | Großbritannien/USA 2001 | Regie: Ridley Scott)

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10 Jahre nach dem riesigen Erfolg von THE SILENCE OF THE LAMBS kam mit HANNIBAL die Fortsetzung und Verfilmung des dritten Lecter-Romans von Thomas Harris in die Kinos. An Julianne Moore in der Rolle der Clarice Starling muss man sich als Zuschauer bei der Sichtung des Films ebenso gewöhnen wie an die Tatsache, dass HANNIBAL kein Thriller im herkömmlichen Sinne geworden ist. Regisseur Ridley Scott hat da eher eine Mischung aus Drama, Thriller und rabenschwarzer Komödie gedreht, die zwar mit einigen extrem deftigen Gewaltausbrüchen aufwarten kann, die ansonsten allerdings wenig spannend geraten ist. Ja, HANNIBAL läuft während der doch recht üppigen Laufzeit von über 130 Minuten ein ums andere Mal Gefahr, langweilig zu werden, und es ist vor allem Anthony Hopkins, der - mit einer erneut einfach nur denkwürdigen Darstellung des charismatischen Kannibalen - diesen Film trägt. Auf der Habenseite des Films tummeln sich außerdem das einfach nur als "creepy" zu bezeichnende Make-Up von Gary Oldman, den man als Mason Verger so extrem verunstaltet hat, dass man - außer in einer kurzen Rückblende - keine Chance hat, ihn überhaupt zu erkennen, sowie diese durch Scotts extrem ruhige Inszenierung hervorgerufene Atmosphäre eines steten Unbehagens, die bestens geeignet ist, dem Zuschauer den einen oder anderen kalten Schauer über den Rücken zu jagen. Und dann natürlich dieses denkwürdige Finale, in dem Ray Liotta einen Teil seines eigenen Gehirns verspeisen darf und in dem HANNIBAL endgültig wieder da angelangt ist, wo THE SILENCE OF THE LAMBS ursprünglich herkam: in den Tiefen des mit Schauwerten um sich werfenden Exploitationfilms.

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Ridley Scott Anthony Hopkins Gary Oldman Julianne Moore Ray Liotta 2000er Sequel Rache


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THE STRAIGHT STORY


THE STRAIGHT STORY THE STRAIGHT STORY (DVD: Disney/Buena Vista, USA)
(OT: The Straight Story | Frankreich/Großbritannien/USA 1999 | Regie: David Lynch)

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THE STRAIGHT STORY erzählt die wahre Geschichte von Alvin Straight, der im Jahr 1994 im Alter von 73 Jahren auf einem Rasenmäher knapp 400 km von Iowa nach Wisconsin zurücklegte, um seinen älteren Bruder zu besuchen, der einen Schlaganfall erlitten hatte.
Regisseur David Lynch, dessen außergewöhnlichster - weil eingängister, geradlinigster und positivster - Film dies sein dürfte, erzählt diese Geschichte auf eine Art und Weise, der man sich einfach nicht entziehen kann und die dafür sorgt, dass man während der knapp 2-stündigen Laufzeit immer wieder eine Gänsehaut bekommt. THE STRAIGHT STORY ist ein wirklich ausgesprochen schöner und lebensbejahender Film geworden. Eingefangen in einfach nur traumhaften Bildern von Kameramann Freddie Francis und unterlegt mit einem herrlich zurückhaltenden, verträumten Score von Komponist Angelo Badalamenti verbreitet Lynch von Beginn an eine Atmosphäre, bei der man sich als Zuschauer einfach nur wohlfühlen kann. Insbesondere die vielen Sequenzen, in denen Alvin (den Richard Farnsworth einfach nur großartig spielt) auf seiner langen Reise auf verschiedenste Menschen trifft und durch diese Treffen deren Leben auf gewisse Weise nachhaltig verändert, sind einfach nur grandios gelungen und regen den Zuschauer definitiv zum Nachdenken an.
THE STRAIGHT STORY ist toll, einfach nur toll!

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David Lynch Sissy Spacek 1990er Oscar Nominee


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THE TOWN - STADT OHNE GNADE (Extended Cut)


THE TOWN - STADT OHNE GNADE (Extended Cut) THE TOWN - STADT OHNE GNADE (Extended Cut) (Blu-ray: Warner, Deutschland)
(OT: The Town | USA 2010 | Regie: Ben Affleck)

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Nach einem verheißungsvollen Karrierestart in den 90er Jahren wurde es längere Zeit doch recht ruhig um Schauspieler Ben Affleck, zumindest bis dieser sich ziemlich überraschend im Jahr 2007 mit dem von der Kritik überwiegend gefeierten GONE BABY GONE als Regisseur zurückmeldete. THE TOWN ist nun Afflecks zweite Regiearbeit und bestätigt eindrucksvoll sein Talent als Regisseur.
THE TOWN, in dem Affleck zusätzlich noch das Drehbuch mitverfasst und die Hauptrolle übernommen hat, ist sowohl eine Liebeserklärung an Afflecks Heimatstadt Boston und ihre Einwohner als auch eine ausgesprochen gelungene Mischung aus Gangsterdrama, Krimi und Heist Movie.
Affleck nimmt sich viel Zeit mit der Einführung und Entwicklung der Charaktere, dem Aufbau von Spannung und der Inszenierung der zentralen Action Set Pieces (bei denen er erfreulicherweise auf modernen Schnickschnack wie Schnittgewitter, unübersichtlicher Kameraführung und ähnlichem Tamtam komplett verzichtet) und verleiht seiner eigentlich altbekannten Geschichte somit einen Hauch von fast schon epischer Größe. THE TOWN ist mit seinen sorgfältig ausgearbeiteten Charakteren, seinen perfekt getimeten Action-Highlights und seiner stets interessanten und spannenden Geschichte, die nie Gefahr läuft, auch nur im Ansatz langweilig zu werden, eine echte Wohltat und innerhalb größerer Hollywoodproduktionen heutzutage leider ein ziemliches Unikat. In den besten Momenten weht durch Afflecks ganz vorzüglichen Film sogar ein Hauch von Streifen wie Brian De Palmas CARLITO'S WAY oder Michael Manns HEAT. THE TOWN ist nach GONE BABY GONE eindeutig mehr als ein weiterer Achtungserfolg. Er ist ein klares Anzeichen dafür, dass da ein echter Stern am Regisseurs-Himmel aufzugehen scheint. Ein Stern, der mit dem in diesem Jahr für den Oscar für den besten Film ausgezeichneten ARGO schon verdammt hell leuchtet.

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Ben Affleck 2010er Oscar Nominee car chase female nudity Boston Heist Movie Rache


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FIGHT CLUB


FIGHT CLUB :love: FIGHT CLUB :love: (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Fight Club | Deutschland/USA 1999 | Regie: David Fincher)

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"The first rule of Fight Club is: you do not talk about Fight Club."

Es gibt Filme, die walzen bei der Erstsichtung regelrecht über einen hinweg und man ist der festen Überzeugung, gerade Zeuge eines absoluten filmischen Meisterwerks geworden zu sein. Eindrücke, die sich bei weiteren Sichtungen, wenn man den Storyverlauf, Plottwists und das Ende bereits kennt, oft relativieren und aus einem vermeintlichen Meisterwerk am Ende des Tages doch nur einen überdurchschnittlich guten Streifen machen. Es gibt aber auch Glücksfälle, in denen sich die Eindrücke der Erstsichtung eben nicht relativieren, sondern sich von Mal zu Mal eher noch zu verstärken und zu intensivieren scheinen, deren Thema nichts von seiner damaligen Aktualität verloren hat, sondern eher wichtiger denn je erscheint.

"It's only after we've lost everything that we're free to do anything."

FIGHT CLUB ist so ein Glücksfall. Ein Film wie eine Naturgewalt, der mich persönlich tatsächlich bei jeder erneuten Sichtung noch sprachloser und noch faszinierter zurücklässt als bei der jeweiligen Sichtung zuvor. Und eben auch ein Film, der, nachdem nun schon 14 Jahre seit seinem Erscheinen in die Lande gezogen sind, rein gar nichts von seiner Aktualität verloren hat, sondern in Zeiten zunehmender Vereinsamung, in Zeiten von immer häufiger auftretenden Zivilisationskrankheiten wie Schlaflosigkeit, Burn-Out & Co. und in Zeiten, in denen sich jeder selbst der Nächste zu sein scheint und ohne Rücksicht auf Verluste nur noch auf seinen eigenen Vorteil aus ist, aktueller ist denn je.

"You're not your job. You're not how much money you have in the bank. You're not the car you drive. You're not the contents of your wallet. You're not your fucking khakis. You're the all-singing, all-dancing crap of the world."

Regisseur David Fincher zeichnet diesen Ist-Zustand der Yuppie-Generation, der Konsum- und Wegwerfgesellschaft auf extrem zynische und absolut treffende Art und Weise. Menschen, die sich nur noch über diverse Statussymbole definieren zu scheinen und sich im tiefsten Inneren nur danach sehnen, aus ihrem Leben auf irgendeine Art und Weise ausbrechen zu können. Und wie Fincher diesen Ausbruch inszeniert, lässt einen als Zuschauer ein ums andere Mal einfach nur erschaudern und atemlos zurück. Fincher bietet dem Zuschauer mit diesem Ausbruch nur auf den ersten Blick eine Lösung an, lässt ihn bei näherer Betrachtung allerdings komplett alleine zurück. Denn natürlich kann das Gründen einer terroristischen Vereinigung keine geeignete Lösungsmöglichkeit für das gesellschaftliche Dilemma sein. Und FIGHT CLUB will dem Zuschauer auch keinerlei Lösung präsentieren, er will sich in meinen Augen vielmehr als Mahnmal verstanden wissen, will seine Zuschauer aufrütteln, dass es so nicht weitergehen kann und die Gesellschaft sich auf diese Art und Weise früher oder später selbst zerstören wird.

"Listen up, maggots. You are not special. You are not a beautiful or unique snowflake. You're the same decaying organic matter as everything else."

Mit Edward Norton und Brad Pitt hat Fincher zwei Hauptdarsteller, die hier tatsächlich Darbietungen für die Ewigkeit abgeben und einfach nur perfekt in ihre jeweiligen Rollen passen. Schnitt und Kameraarbeit sind über jeden Zweifel erhaben und der Score der Dust Brothers ist ein einziger Glücksfall. Und dann natürlich diese letzte Szene zu den Klängen des genialen Pixies-Klassikers “Where Is My Mind?“, in der selbst die Gänsehaut des Zuschauers noch Gänsehaut zu bekommen scheint.

"The things you own end up owning you."

FIGHT CLUB ist ein atemberaubendes Meisterwerk, nicht nur einer der besten Filme seiner Zeit und neben PULP FICTION vielleicht soger DER Film der 90er Jahre, sondern in meinen Augen einer der besten Filme aller Zeiten. FIGHT CLUB ist einer der Filme, die wohl nie in Vergessenheit geraten werden, an die man sich auch noch in 100 Jahren erinnern wird. Ein Geniestreich, ein persönlicher Lieblingsfilm. Es gibt nicht viele Filme, die mir mehr bedeuten als dieser hier. Und die Tatsache, dass Finchers Glanzstück bei den damaligen Oscars lediglich mit einer Nominierung für die besten Soundeffekte abgespeist wurde, ist für mich ein Armutszeugnis und eine der peinlichsten Verfehlungen der Oscar-Geschichte.

"Hitting bottom isn't a weekend retreat. It's not a goddamn seminar. Stop trying to control everything and just let go!"

TRAILER:


David Fincher Edward Norton Brad Pitt Helena Bonham Carter 1990er Oscar Nominee female nudity


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NO COUNTRY FOR OLD MEN


NO COUNTRY FOR OLD MEN NO COUNTRY FOR OLD MEN (Blu-ray: Paramount, Deutschland)
(OT: No Country for Old Men | USA 2007 | Regie: Ethan Coen/Joel Coen)

Infos zum Film:
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Fasznierende Mischung aus Spätwestern und Neo Noir, die den Zuschauer in die flirrende Hitze und die ausladenden Landschaften von Texas entführt und Zeuge eines ausgeklügelten Katz-und-Maus-Spiels zwischen einem eiskalten Killer und einem einfachen Mann werden lässt.
Die Coen-Brüder entwickeln ihre Geschichte extrem langsam, bauen mit Hilfe der einfach nur vorzüglichen Kameraarbeit von Roger Deakins und dem kompletten Verzicht auf einen Filmscore als Hintergrunduntermalung eine ungemein dichte und melancholische Atmosphäre auf, steigern die Spannung dabei ins schier Unermessliche und knallen dem Zuschauer inmitten der knisternden Spannung und Atmosphäre immer wieder extreme Gewaltausbrüche vor den Bug, die regelrecht ins Mark treffen.
Javier Bardem spielt den Killer dabei so extrem überzeugend, dass man ihn in einer Bestenliste der fiestesten Filmschurken wohl auf Anhieb auf die vordersten Plätze wählen würde. Sein Anton Chigurh strahlt eine Kälte und eine Gefahr aus, wie es schon lange kein Bösewicht auf der Leinwand mehr getan hat. NO COUNTRY FOR OLD MEN ist kein einfacher Film, kein Film, den man sich mal so kurz nebenbei anschauen könnte. Es ist ein Film, der die volle Aufmerksamkeit fordert, den man bei der ersten Sichtung wahrscheinlich gar nicht richtig fassen kann und der erst bei weiteren Sichtungen seine ganze Größe entfalten wird.

TRAILER:


Ethan Coen Joel Coen Javier Bardem Tommy Lee Jones Josh Brolin Woody Harrelson 2000er Oscar Winner Oscar Nominee Rache 80er Jahre


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EIN EINFACHER PLAN


EIN EINFACHER PLAN EIN EINFACHER PLAN (Blu-ray: Concorde, Deutschland)
(OT: A Simple Plan | Deutschland/Frankreich/Großbritannien/Japan USA 1998 | Regie: Sam Raimi)

Infos zum Film:
IMDB
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Neben dem ganz vorzüglichen FARGO von den Coen-Brüdern ist das hier der zweite große "Schnee"-Film aus den 90er Jahren.
In Raimis A SIMPLE PLAN findet der grundehrliche Angestellte Hank (Bill Paxton) gemeinsam mit seinem etwas einfältigen Bruder Jacob (Billy Bob Thornton) und dessen ebenso einfältigen Kumpel Lou (Brent Briscoe) mitten in der Wildnis ein abgestürztes und vom Schnee bedecktes Sportflugzeug mit einem toten Piloten und einer schwarzen Tasche mit über 4 Mio. Dollar. Die Versuchung, die stolze Summe für sich zu behalten, ist groß und so hecken die drei Finder einen scheinbar einfachen Plan aus um das Geld nicht bei den Behörden abliefern zu müssen. Ein Plan, der sich aufgrund diverser Unwägbarkeiten und Zufälle jedoch schnell verkompliziert und letztendlich dazu führt, dass am Schluss jede Menge Leichen und keinerlei Gewinner übrig bleiben.
Dass die ganze Angelegenheit kein gutes Ende nehmen wird, ist relativ schnell klar und A SIMPLE PLAN bezieht seine Spannung nicht so sehr aus der Frage ob die Gauner wider Willen durchkommen werden, sondern vielmehr aus der Frage, wie das vorprogrammierte Scheitern des Trios ablaufen wird. Regisseur Sam Raimi inszeniert seinen Thriller ausgesprochen ruhig, teilweise fast kammerspielartig, läuft dabei aber nie Gefahr, das Interesse seines Zuschauers zu verlieren. Zu sorgfältig ist der schleichende Spannungsaufbau inszeniert, zu interessant die sicher streitbaren Charaktere, die durchaus zur Selbstreflexion einladen. Wie würde man selbst reagieren, wenn man so eine Tasche irgendwo unbemerkt in der Wildnis finden würde? Raimi gibt mit der Charakterisierung von Hanks Ehefrau Sarah (Bridget Fonda) eine eindeutige Antwort auf diese Frage. Von ihrem Ehemann zuerst rein hypothetisch gefragt, was sie tun würde, wenn sie eine Tasche mit so viel Geld finden würde, antwortet sie standardgemäß, dass sie es den Behörden übergeben würde. Mit den Tatsachen konfrontiert, wird aus ihr urplötzlich die Person, die mit am erbittertsten um die Durchführung des Planes kämpft.
Neben der ganz vorzüglich geskripteten Geschichte und den allesamt großartig aufspielenden Darstellern (Raimi braucht gerade mal eine Handvoll größerer Rollen um seine Story zu erzählen) ist es insbesondere die grandiose Location in diesem kleinen Kaff in Minnesota, in dem die Zeit scheinbar stehengeblieben ist und der schneereiche Winter gefühlte 365 Tage im Jahr dauert, die dafür sorgt, dass A SIMPLE PLAN den Zuschauer absolut zu fesseln vermag. Ein echter Volltreffer!

TRAILER:


Sam Raimi Bridget Fonda Billy Bob Thornton 1990er Oscar Nominee


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BROADWAY DANNY ROSE


BROADWAY DANNY ROSE BROADWAY DANNY ROSE (DVD: MGM/20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Broadway Danny Rose | USA 1984 | Regie: Woody Allen)

Infos zum Film:
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In BROADWAY DANNY ROSE versucht ein leidenschaftlichter Agent alles, um seinem größten Star, dem Sänger Lou Canova, jeden auch nur erdenklichen Wunsch zu erfüllen und gerät dabei ins Fadenkreuz des organisierten Verbrechens.
Woody Allen, hier mal wieder in Personalunion als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller tätig, verwöhnt sein Publikum einmal mehr mit einer urkomischen Komödie rund um einen sympathischen Intelektuellen und dessen Ticks. Der immer leicht vorhandene Zynismus der von Allen gespielten Charaktere tritt hier im Vergleich zu manch anderen Film jedoch eher in den Hintergrund. Allens Danny Rose ist ein herzensguter und einfach viel zu gutmütiger Mensch um großartig zynisch zu sein. Ein Mensch, der in all seinem Engagement und in all seiner Euphorie für seine oft nicht sonderlich begabten Künstler leider häufig übersieht, dass die Talentierteren unter seinen Klienten durchaus dazu neigen, ihn auszunutzen und eiskalt abzuservieren wenn der nächste und im Normalfall erstmals richtig lukrative Schritt auf der Karriereleiter ansteht. So umgibt den mit - wie man das von Allen gewohnt ist - Dialogen zum Niederknien gespickten und eigentlich federleicht inszenierten Film ein ständiger Hauch von Melancholie und auch eine gewisse Traurigkeit, die durch die wunderschöne Schwarz/Weiß-Fotografie von Kameramann Gordon Willis noch intensiviert wird. Natürlich fügt BROADWAY DANNY ROSE keine großartigen Neuerungen zu Allens Kosmos hinzu, als Fan bekommt man im Endeffekt genau das, was man sich von Allen erwartet und erhofft und das ist weitaus mehr, als einem die meisten aktiven Filmemacher bieten können. Großes Kino!

TRAILER:


Woody Allen Mia Farrow 1980er Oscar Nominee New York





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