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One Night Stands und wahre Liebe


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THE COOLER - ALLES AUF LIEBE


THE COOLER - ALLES AUF LIEBE THE COOLER - ALLES AUF LIEBE (DVD: McOne, Deutschland)
(OT: The Cooler | USA 2003 | Regie: Wayne Kramer)


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William H. Macy spielt Bernie Lootz, einen Loser, der in seinem Leben so viel Pech hat, dass sich dieses sogar auf die Menschen überträgt, die um ihn herumstehen. Mit dieser Eigenschaft ist er bestens geeignet für einen Job als "Cooler", einem Menschen, der in Casinos eingesetzt wird, um die Glückssträhnen der diversen Zocker zu beenden. Doch als sich Bernie in die attraktive Kellnerin Natalie (Maria Bello) verliebt und diese seine Liebe tatsächlich erwidert, wird aus dem notorischen Pechvogel ein echter Glückspilz und auch Bernies Glückssträhnen übertragen sich auf die Zocker an die Casinotischen. Natürlich sehr zum Leidwesen des skrupellosen Casinobesitzers Shelly Kaplow (Alec Baldwin).
THE COOLER ist eine faszinierende Mischung aus Drama, Liebesgeschichte und Märchen, präsentiert liebevoll gezeichnete Charaktere, die dem Zuschauer sofort ans Herz wachsen, ist gleichzeitig eine Hommage an die Stadt Las Vegas und versammelt einen wirklich tollen Cast vor der Kamera, der sich vornehmlich aus erstklassigen Schauspielern zusammensetzt, die sonst im Normalfall nicht unbedingt die erste Geige in Hollywood spielen und in größeren Blockbustern gerne mal als typische Nebendarsteller verheizt werden. Ein schöner, unkonventioneller Film über die Magie der Liebe und den Zauber der Glitzerwelt Las Vegas. Empfehlenswert!

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Wayne Kramer Alec Baldwin Maria Bello 2000er Oscar Nominee female nudity Las Vegas


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JUNEBUG


JUNEBUG JUNEBUG (DVD: Kinowelt/Arthaus, Deutschland)
(OT: Junebug | USA 2005 | Regie: Phil Morrison)


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In JUNEBUG trifft die frisch verheiratete Madeleine (Embeth Davidtz), eine in Chicago lebende, weltoffene Kunsthändlerin, anlässlich einer Geschäftsreise in ein kleines Südstaatenkaff in North Carolina zum ersten Mal auf die Eltern ihres Ehemannes. Zwischen der Großstädterin und den streng gläubigen Südstaatlern kommt es zum regelrechten "Culture Clash".
JUNEBUG ist exakt das, was man sich gemeinhin unter typischem Independent-Kino so vorstellen dürfte. Regisseur Phil Morrison bemüht sich um eine möglichst glaubwürdige Zeichnung seiner Charaktere (was auch dazu führt, dass das eine oder andere Klischee einfach nicht vermieden werden kann), präsentiert tragische Wendungen ebenso wie komische Situationen und bastelt daraus einen Film, den man im besten Falle als "nett" und im schlechtesten Falle als "langweilig" bezeichnen kann. JUNEBUG fehlt es an echten Konflikten, die Protagonisten bleiben einem als Zuschauer praktisch allesamt fremd und wäre da nicht Amy Adams in der Rolle der leicht naiven und hochschwangeren Ashley (für die sie auch eine Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin einheimsein konnte), JUNEBUG würde ohne größere Höhepunkte bis zum Abspann einfach so vor sich hinplätschern. Bevor JUNEBUG zum Ende hin dann vollkommen die Luft auszugehen droht, zieht Morrison die Reißleine und löst das Familientreffen und somit auch seinen Film recht unspektakulär in Wohlgefallen auf. Klappe, Ende, aus.
Ein Film, von dem ich mir persönlich deutlich mehr versprochen hatte.

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Phil Morrison 2000er Oscar Nominee


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BETTY BLUE - 37,2 GRAD AM MORGEN (Director's Cut)


BETTY BLUE - 37,2 GRAD AM MORGEN (Director's Cut) BETTY BLUE - 37,2 GRAD AM MORGEN (Director's Cut) (DVD: Columbia TriStar, Deutschland)
(OT: 37°2 le matin | Frankreich 1986 | Regie: Jean-Jacques Beineix)


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37°2 LE MATIN erzählt die Geschichte der scheinbar grenzen- und bedingungslosen Liebe zwischen dem Gelegenheitsarbeiter Zorg (Jean-Hugues Anglade) und der Rumtreiberin Betty (Béatrice Dalle).
Regisseur Jean-Jacques Beineix wirft den Zuschauer mitten hinein in diese anfangs noch faszinierende, im weiteren Verlauf allerdings immer verstörender wirkende Liebesgeschichte seiner beiden Protagonisten. Während Zorg sich nämlich redlich bemüht, seiner großen Liebe - trotz aller widrigen Umstände (fehlende finanzielle Mittel, usw., usf.) - ein ansprechendes Leben zu bieten und ihr jeden Wunsch zu erfüllen, wird Betty im Verlauf der Geschichte immer unkontrollierbarer und nimmt letztendlich sogar selbstzerstörerische Züge an.
37°2 LE MATIN gilt als einer der großen Klassiker des französischen Kinos der 80er Jahre und war im Jahr 1987 sogar für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. Irgendwas muss Beineix' Streifen also haben. Irgendwas, das mir persönlich leider verborgen geblieben ist. Sicher, 37°2 LE MATIN ist von Kameramann Jean-François Robin einfach nur atemberaubend schön fotografiert und diese tollen Bilder erzeugen gemeinsam mit dem Score von Gabriel Yared eine dichte und absolut faszinierende Atmosphäre. Und ja, auch die beiden Hauptdarsteller können in ihren Rollen durchaus überzeugen.
Aber auch die Schwächen des Films sind meines Erachtens nicht zu übersehen. Für die fast schon epische Laufzeit von gut 3 Stunden fehlt es 37°2 LE MATIN einfach an Substanz. Die Story des Films ist für so eine Laufzeit definitiv nicht ausgelegt und so kommt es immer wieder zu verschiedenen Längen und nicht selten scheint 37°2 LE MATIN etwas ziellos vor sich hinzuplätschern. Und auch die in einem Film dieser Art so wichtige Bindung zu den beiden Protagonisten mochte sich nie so wirklich einstellen. Zorg und Betty bleiben einem als Zuschauer - trotz der schon genannten guten Schauspielerleistungen - irgendwie fremd und es fällt schwer, so etwas wie Empathie für das junge Paar und ihr Schicksal aufzubringen.
Am Ende bleibt ein etwas komisches Filmerlebnis übrig. Vielleicht war 37°2 LE MATIN heute auch einfach der falsche Film für mich. Hätte den gerne mehr gemocht.

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Jean-Jacques Beineix 1980er Oscar Nominee female nudity


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VINCENT WILL MEER


VINCENT WILL MEER VINCENT WILL MEER (Blu-ray: Constantin, Deutschland)
(OT: Vincent will Meer | Deutschland 2010 | Regie: Ralf Huettner)


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Regisseur Ralf Huettner schickt in VINCENT WILL MEER ein ungleiches Trio auf einen außergewöhnlichen Road Trip. Der am Tourette-Syndrom leidende Vincent (Florian David Fitz), die magersüchtige Marie (Karoline Herfurth) und der zwangsneurotische Alexander (Johannes Allmayer) hauen gemeinsam aus ihrer Klinik ab und versuchen mit dem Wagen ihrer behandelnden Ärztin (Katharina Müller-Elmau) nach Italien ans Meer zu kommen. Gemeinsam mit Vincents Vater (Heino Ferch) heftet sich die Ärztin an die Fersen des flüchtigen Trios.
VINCENT WILL MEER ist Kino zum Wohlfühlen (auch wenn die überwiegend positive Stimmung des Films im Finale durch eine - in meinen Augen relativ unnötige - allzu dramatische Storyentwicklung ein bisschen getrübt wird) und erzählt die Geschichte von drei Außenseitern, die es trotz ihrer persönlichen Probleme irgendwie schaffen müssen, miteinander auszukommen. Ralf Huettner inszeniert seinen Film über den Großteil der Laufzeit wirklich federleicht, findet immer das richtige Maß zwischen urkomischen Momenten und ernsteren Zwischentönen und erschafft so eine ganz wunderbare Mischung aus Drama, Komödie und Road Movie. Die größte Stärke des Films ist dabei die glaubwürdige und feinfühlige Zeichnung der drei Hauptcharaktere. Huettner nimmt seine Figuren ernst und lässt sein Publikum immer gemeinsam mit seinen drei Protagonisten lachen und nie über diese. Sehr schöner Film, der zudem noch mit einem tollen Soundtrack und teils wunderschön fotografierten Bildern von Kameramann Andreas Berger - allein die Sequenz mit dem Gipfelkreuz kann man ohne Übertreibung in die Kategorie "Filmszenen für die Ewigkeit" einordnen - überzeugen kann.

TRAILER:


Ralf Huettner Karoline Herfurth 2010er


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TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG - BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU'RE DEAD


TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG - BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU'RE DEAD TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG - BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU'RE DEAD (Blu-ray: Koch Media, Deutschland)
(OT: Before the Devil Knows You're Dead | USA 2007 | Regie: Sidney Lumet)


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In BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU'RE DEAD möchten sich zwei Brüder ihrer Geldprobleme mit Hilfe eines Überfalls auf einen Juwelierladen entledigen. Pikantes Detail am Rande: der zu überfallende Laden gehört ausgerechnet ihren Eltern. Klar, dass die Sache gehörig schief läuft und noch klarer, dass die Entwicklungen, die sich im Folgenden ergeben, mit dem Wort "katastrophal" noch harmlos beschrieben sind.
Regie-Altmeister Sidney Lumet inszeniert BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU'RE DEAD als Mischung aus Thriller, Drama und Charakterstudie, lässt den Zuschauer in Sachen "Identifikationsfiguren" ziemlich im Regen stehen und zeichnet stattdessen das Bild einer Familie, die sich innerhalb des Plots von Minute zu Minute mehr selbst zerstört. Um seine Spannung bis zum großen Finale entsprechend aufzubauen, wählt Lumet eine sehr ruhige Erzählweise, nutzt das Stilmittel der Rückblende und verlässt sich voll und ganz auf seinen überragenden Cast rund um Philip Seymour Hoffman, Ethan Hawke, Marisa Tomei und Albert Finney. Ja, BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU'RE DEAD gehört definitiv zu dieser Art von Film, die man geheimhin als großes Schauspielkino bezeichnet, leidet aber in meinen Augen auch ein bisschen an dem Fakt, dass es keine echte Identifikationsfigur gibt, mit der man als Zuschauer hoffen und bangen kann. Diese Tatsache lässt Lumets Film zeitweise ein bisschen arg unterkühlt erscheinen und führt auch dazu, dass man sich als Zuschauer eher in der Rolle des Beobachters wiederfindet und nicht wirklich von dem Film gefangen genommen wird. BEFORE THE DEVIL KNOWS YOU'RE DEAD ist sicher gut, aber nicht sehr gut oder gar überragend.

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Sidney Lumet Philip Seymour Hoffman Ethan Hawke 2000er Rache female nudity New York


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CALIFORNICATION - STAFFEL 5


CALIFORNICATION - STAFFEL 5 CALIFORNICATION - STAFFEL 5 (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Californication: Season 5 | USA 2012 | Idee: Tom Kapinos)


Infos zur Serie:
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Bestimmte Schauspieler definieren sich fast ihre ganze Karriere lang über eine bestimmte Rolle. Eine Rolle, die sie über Jahre hinweg in diversen Film- und TV-Serien mehr als überzeugend gespielt haben (Horst Tappert war sein Leben lang Derrick, Anthony Hopkins wird wohl für immer Hannibal Lecter bleiben, William Shatner ist Captain Kirk) und die - auch in anderen Rollen, die sie spielen - immer wieder durchscheint. Auch David Duchovny war so ein Kandidat. Für jeder, der THE X FILES irgendwann mal in seinem Leben gesehen, war David Duchovny Fox Mulder. In einer anderen Rolle konnte man ihn sich nur schwer vorstellen.
Doch spätestens mit dieser 5. Staffel dieser einfach nur grandiosen TV-Serie, die auf den kleinen Namen CALIFORNICATION hört, hat Duchovny seine frühere Identität abgelegt bzw. gewechselt. Hat man CALIFORNICATION von Anfang an verfolgt, ist es mittlerweile nicht mehr vorstellbar, dass der Hauptdarsteller mal als FBI-Agent unterwegs gewesen sein könnte. David Duchovny ist mittlerweile Hank Moody - und nur Hank Moody. Und CALIFORNICATION erlaubt sich auch in der 5. Runde keinerlei Schwäche und legt einen kompletten Start-Ziel-Sieg aufs Parkett. Ich liebe diese komplett durchgeknallten und abgedrehten Abenteuer von Hank und seinem besten Kumpel Charlie (einmal mehr einfach nur genial gespielt von Evan Handler), die – wie in den vier Staffeln zuvor – trotz aller Absurdität immer glaubwürdig und nachvollziehbar bleiben. In der Welt von CALIFORNICATION scheint tatsächlich alles möglich und alles erlaubt und einfach gar nichts weit hergeholt, konstruiert oder an den Haaren herbeigezogen zu sein. CALIFORNICATION rockt, macht einfach Spaß ohne Ende und bietet von der ersten bis zur letzten Sekunde, von der ersten bis zur letzten Einstellung einfach nur großartige Unterhaltung.
Wenn es überhaupt etwas an der Serie auszusetzen gibt, dann lediglich die Tatsache, dass die einzelnen Staffen mit nur 12 Episoden und die einzelnen Episodenlaufzeiten mir nur knapp 30 Minuten definitiv viel zu langsam ausgefallen sind. Die Sichtung dieser Staffel verging wie im Flug und die Wartezeit auf Season 6 wird wieder unerträglich lang ausfallen.

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Tom Kapinos David Duchovny RZA Peter Berg Rob Lowe 2010er Los Angeles female nudity


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SET IT OFF (Director's Cut)


SET IT OFF (Director's Cut) SET IT OFF (Director's Cut) (Blu-ray: New Line, USA)
(OT: Set It Off | USA 1996 | Regie: F. Gary Gray)


Infos zum Film:
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John Singletons Regie-Oscar für BOYZ N THE HOOD löste Anfang der 90er Jahre einen regelrechten Boom des "Black Cinema" aus. Ein Boom, der allerdings nur wenige Jahre andauern sollte und Ende der 90er dann auch schon wieder so gut wie vorbei war.
SET IT OFF aus dem Jahr 1996 ist einer dieser Streifen im Fahrwasser von BOYZ N THE HOOD und erzählt die Geschichte von vier Freundinnen, die sich dazu entschließen, ihrer misslichen finanziellen Lage mit Hilfe von Banküberfällen zu entfliehen. Eine Taktik, die natürlich nicht sonderlich lange gut geht.
Regisseur F. Gary Gray - der im weiteren Verlauf seiner Karriere u.a. Filme wie THE NEGOTIATOR, THE ITALIAN JOB und BE COOL drehen sollte - legt SET IT OFF als Mischung aus Action, Drama und Thriller an und fährt damit richtig gut. Es gibt ein paar kurz-knackige Actionsequenzen mit einigen blutigen Shoot-Outs, ein wirklich spannungsgeladenes Finale mit großem Gänsehautfaktor und eine ausgesprochen sorgfältige - wenn auch das eine oder andere Klischee nicht vermeidende - Figurenzeichnung und Charakterentwicklung der vier Bankräuberinnen, die mit Jada Pinkett Smith, Queen Latifah, Vivica A. Fox und Kimberly Elise ganz hervorragend besetzt sind. SET IT OFF ist definitiv ein Highlight des "Black Cinema". Und darüber, dass der Soundtrack von Grays Film über jeden Zweifel erhaben ist, muss man wohl eh keine großen Worte verlieren.

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F. Gary Gray Jada Pinkett Smith 1990er car chase female nudity Los Angeles


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LOST - STAFFEL 6


LOST - STAFFEL 6 LOST - STAFFEL 6 (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 6 | USA 2010 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)


Infos zur Serie:
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Hosianna, es ist vollbracht! Ich bin erlöst. LOST hat endlich sein überfälliges Ende gefunden. Wobei mich Staffel 6 - nach dem ab der 3. Staffel immer schneller voranschreitenden Qualitätsabfall - zunächst durchaus positiv überrascht hat. Die ersten paar Folgen fand ich richtig gut und ich hatte durchaus Hoffnung, dass ich mich mit LOST letztendlich doch noch würde versöhnen können. Insbesondere die Handlung in der "alternativen Realität" fand ich ausgesprochen gelungen. Doch die positiven Eindrücke hielten nicht lange an. Bereits nach wenigen Folgen fing LOST erneut damit an extrem zu nerven und zu langweilen. Ein Zustand, der bis zur vorletzten Folge andauern sollte. Erst das Finale fand ich persönlich dann doch wieder sehenswert. Hier war zumindest zeitweise etwas von der Magie und dem Zauber zu spüren, die LOST in den ersten beiden Staffeln zu einem wirklich herausragenden TV-Ereignis gemacht hatten. Am Ende bleibt bei mir nur Verwunderung darüber, wie man es schafft, ein an sich hochinteressantes Serienprojekt mit Vollgas so dermaßen gegen die Wand zu fahren, dass man es am Ende des Tages nur als kläglich gescheitert bezeichnen kann.
Zum von wohl 95% der LOST-Fans so verhassten Finale braucht man dagegen in meinen Augen keine großen Worte verlieren. In letzter Konsequenz fand ich diese Auflösung sogar sehr passend. Nach dem ganzen Chaos, in das sich J.J. Abrams und sein Autorenteam in den Staffeln zuvor verstrickt hatten, sollte es doch jedem von Anfang an klar gewesen sein, dass irgendwann die Reißleine gezogen werden musste und LOST nur durch eine Art "Deus ex machina" beendet werden konnte. Und so ist es ja dann auch wirklich gekommen. Hier kann doch nicht ernsthaft jemand mit einer großen Aha-Auflösung und der Beantwortung all der Fragen gerechnet haben, die letztendlich sowieso niemanden mehr interessiert haben dürften.
Wenn ich persönlich zu LOST nur einen einzigen Satz sagen sollte, wäre es dieser hier: "Don't believe the hype!"
Ich habe in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Serien gesehen und mir fällt tatsächlich nicht eine einzige ein, die noch schwächer als LOST gewesen wäre.

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J.J. Abrams Jeffrey Lieber Damon Lindelof Michelle Rodriguez 2010er


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WENN ES NACHT WIRD AUF DER REEPERBAHN


WENN ES NACHT WIRD AUF DER REEPERBAHN WENN ES NACHT WIRD AUF DER REEPERBAHN (DVD: FilmArt/Subkultur, Deutschland)
(OT: Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn | Deutschland 1967 | Regie: Rolf Olsen)


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Mitte/Ende der 60er Jahre begann man auch in Deutschland, echtes Genrekino zu produzieren. Die Zeit des typischen Heimatfilms neigte sich dem Ende entgegen, fortan stand u.a. harte Krimikost auf dem filmischen Speiseplan, garniert mit derben Sprüchen, nackten Leibern und viel Gewalt. WENN ES NACHT WIRD AUF DER REEPERBAHN ist einer der früheren Vertreter des deutschen Exploitationkinos und macht wahrlich keine Gefangenen. Durch einen Off-Kommentar (der teilweise ein bisschen an die sich in den Folgejahren immer größerer Beliebtheit erfreuenden Report-Filme erinnert) und eine entsprechende Hinweistafel als "Aufklärungsfilm" getarnt, "warnt" Regisseur Rolf Olsen sein Publikum vor den kriminellen Machenschaften der feinen Gesellschaft und zaubert dem heutigen Zuschauer damit ein fettes Grinsen ins Gesicht. So herrlich derb und erstaunlich zeigefreudig der Film für sein Erscheinungsjahr - 1967 - daherkommt, so sympathisch naiv ist auch diese wunderbare Schwarz/Weiß-Malerei, die Olsen mit seiner Geschichte betreibt und mit der er dem einfachen und rechtschaffenen St. Paulianer, der trotz mancher nicht ganz so legaler Machenschaften sein Herz auf dem rechten Fleck trägt, in Form des von Heinz Reincke wunderbar gespielten Kleinganoven Uwe ein kleines Denkmal setzt. WENN ES NACHT WIRD AUF DER REEPERBAHN ist Kino aus einer leider längst vergangenen Zeit. Einer Zeit, in der es auch in Deutschland noch möglich war, mit prominenten Namen (u.a. Fritz Wepper, Erik Schumann, Rudolf Schündler) besetzte Genrefilme zu drehen. Einer Zeit, in der Kino aus Deutschland noch aufregend, spannend und abwechslungsreich war. Zu schade, dass diese Zeit schon so verdammt lange vorbei ist!

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Rolf Olsen Rudolf Schündler 1960er female nudity Euro Crime Hamburg


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LOST - STAFFEL 5


LOST - STAFFEL 5 LOST - STAFFEL 5 (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 5 | USA 2009 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)


Infos zur Serie:
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Das Interessanteste an dieser fünften Staffel von LOST ist, zu beobachten, wie die Macher es tatsächlich geschafft haben, eine in den ersten beiden Staffeln wirklich richtig gute Serie mittlerweile qualitativ komplett gegen die Wand zu fahren. Eignete sich bereits die vierte Staffel nur noch zum Berieseln lassen, ist Staffel Nr. 5 nicht mal mehr dafür geeignet. LOST entwickelt sich für mich von Folge zu Folge immer mehr zu einem echten Ärgernis und es hat eine gefühlte halbe Ewigkeit gedauert, bis ich mich durch diese Staffel nun endlich durchgekämpft habe. Die ersten paar Folgen waren noch ganz in Ordnung, aber insbesondere zum Ende dieser Staffel wurde die Episoden zäh wie Kaugummi. Die zu Beginn der Serie noch so sorgfältig aufgebauten Charaktere? Die Gänsehaut verursachende Spannung? Die tolle Mystery-Atmosphäre? Es ist wirklich nichts mehr von dem vorhanden, wodurch sich LOST in den ersten beiden Staffeln ausgezeichnet hat. Stattdessen herrscht gepflegte Langeweile, die Handlung - die man mittlerweile einfach nur noch als absurd, plan-, konzept- und substanzlos sowie überkonstruiert bezeichnen kann - könnte egaler nicht sein und all die Antworten auf all die Fragen, die LOST bisher aufgeworfen hat, will man überhaupt nicht mehr haben. Einzig mein Komplettierungswahn wird dazu führen, dass ich mich auch noch durch die sechste und glücklicherweise letzte Staffel dieses riesengroßen Ballons heißer Luft quälen werde.

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J.J. Abrams Jeffrey Lieber Damon Lindelof Michelle Rodriguez Cheech Marin 2000er


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PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION


PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Rise of the Planet of the Apes | USA 2011 | Regie: Rupert Wyatt)


Infos zum Film:
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RISE OF THE PLANET OF THE APES funktioniert als Prequel zu der im Jahr 1968 gestarteten Saga rund um den Planeten der Affen und beweist auf vortreffliche Art und Weise, dass großes Blockbusterkino auch richtig anspruchsvoll um die Ecke kommen kann.
Regisseur Rupert Wyatt erzählt die Geschichte des Schimpansen Caesar auf absolut packende und spannende Art und Weise und schafft dabei das Kunststück, eine komplett im Rechner entstandene Figur (auch wenn Gollum-Darsteller Andy Serkis ihr die Mimik und Bewegungen geliehen hat) zum Sympathieträger eines ganzen Films werden zu lassen. Überhaupt interessiert sich Wyatt viel mehr für seine tierischen Charaktere als für seine menschlichen Figuren. Die spielen - auch wenn sie mit u.a. John Lithgow und Brian Cox großartig besetzt sind - dann doch eher die zweite Geige und auch die Charakterzeichnung der Menschen ist zuweilen etwas arg klischeehaft geraten. Darüber sollte man jedoch ebenso hinwegsehen können wie über das eine oder andere kleinere Logikloch wenn man seinen Spaß an RISE OF THE PLANET OF THE APES haben will. Insbesondere in punkto Spannungsaufbau und Storyentwicklung gibt es an RISE OF THE PLANET OF THE APES in meinen Augen nicht wirklich etwas auszusetzen. Vor allem dieser langsame Aufbau der Geschichte, der sich am Ende in einem wahrlich spektakulären Finale entlädt und dem Zuschauer eine Katharsis der besonderen Art beschert (es ist tatsächlich eine Erlösung zu sehen, dass die Affen in der Freiheit angelangt sind und sich gleichzeitig der für die Menschheit tödliche Virus über den ganzen Globus verbreitet) ist einfach nur toll und hat dazu geführt, dass mich Wyatts Film absolut in seinen Bann gezogen hat. Und dann noch ein Wort zu den Effekten: wenn CGI-Einsatz immer so aussehen würde wie in diesem Film hier, hätte ich keinerlei Probleme mehr mit Effekten aus dem Rechner. Aus technischer Hinsicht kann man für RISE OF THE PLANET OF THE APES nur ein Wort finden: Perfekt!!!

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Rupert Wyatt 2010er Oscar Nominee Prequel Nahe Zukunft San Francisco


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THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE


THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE (DVD: MGM/Sony, USA)
(OT: The Little Girl Who Lives Down the Lane | Frankreich/Kanada 1976 | Regie: Nicolas Gessner)


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Faszinierende Mischung aus Drama, Liebesgeschichte, Horrorthriller und Psychogramm über ein junges Mädchen, welches - zumindest angeblich - allein mit ihrem Vater in einem großen Haus außerhalb einer Kleinstadt lebt und aufgrund der Tatsache, dass noch kein Mensch je ihren Vater zu Gesicht bekam, das Misstrauen der Bevölkerung der kleinen Stadt - in Gestalt ihrer neugierigen Vermieterin und deren schmierigen Sohnes - auf sich zieht und drastische Schritte unternimmt, um ihre Privatsphäre zu schützen.
Regisseur Nicolas Gessner vermischt gekonnt verschiedene Genreelemente zu einem großen Ganzen, verbindet schwarzen Humor mit einfühlsamen Sequenzen und überrascht im nächsten Augenblick wieder mit unheimlicher Gruselatmosphäre. Dass THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE so gut funktioniert liegt natürlich in erster Linie an Gessners wirklich großartig agierender Hauptdarstellerin - der zum Zeitpunkt des Filmdrehs gerade mal 13 Jahre alten Jodie Foster (die zuvor schon in Scorseses TAXI DRIVER brillierte und eine Oscar-Nominierung für ihre Leistung an der Seite von Robert De Niro einheimste) -, der es mit einer unfassbaren Leichtigkeit gelingt, praktisch den ganzen Film alleine zu tragen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Film gesehen zu haben, der von einer noch so jungen Schauspielerin dermaßen geprägt wurde. Ein weiterer Pluspunkt in dem fast schon kammerspielartig inszenierten Streifen ist Martin Sheen, der einen herrlich fiesen und schmierigen Bösewicht abgibt und der in jeder seiner Szenen eine fast schon Gänsehaut verursachende Bedrohung ausstrahlt. Ja, THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE ist schon ziemlich beeindruckend.

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Nicolas Gessner Jodie Foster Martin Sheen 1970er female nudity American International Canuxploitation


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MAX PAYNE (Director's Cut)


MAX PAYNE (Director's Cut) MAX PAYNE (Director's Cut) (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Max Payne | Kanada/USA 2008 | Regie: John Moore)


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Durchaus brauchbare Videospielverfilmung von Regisseur John Moore, die zunächst zwar daran krankt etwas planlos und konfus zu wirken, zum richtigen Zeitpunkt aber doch noch die Kurve kriegt und bis zum spektakulären Finale dann auch bestens unterhalten kann. Wobei ich, da ich das Spiel nicht kenne, natürlich nicht wirklich gut einschätzen kann, ob die Vorlage adäquat umgesetzt wurde. Das sollen die Zocker selbst beurteilen.
Mir hat an MAX PAYNE vor allem die Atmosphäre und Stimmung gefallen, die John Moore langsam entwickelt und mit der er es hinbekommt, seine doch recht herkömmliche Rachegeschichte interessant und kurzweilig an den Mann zu bringen. Ja, diese Mischung aus Videoclip-Optik und Film-Noir-Ästhetik mit ihrem ständigen Hang zu Melancholie und Mystery hatte schon was. Auch die Actionszenen, anfangs noch sehr verhalten inszeniert, zum Ende hin immer intensiver werdend, konnten mich absolut überzeugen. Da waren schon ein paar wirklich grandiose Shoot-Out-Sequenzen dabei und Hauptdarsteller Mark Wahlberg konnte so einige Male unter Beweis stellen, dass er sich in diesem Genre pudelwohl zu fühlen scheint. Die weitere Besetzung des Films konnte sich mit Schauspieler/innen wie Mila Kunis, Beau Bridges, Donal Logue, Ludacris und Chris O'Donnell außerdem absolut sehen lassen und da ich persönlich mit keiner großartigen Erwartungshaltung an MAX PAYNE herangetreten bin, hat mich Moores Streifen durchaus positiv überraschen können.

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John Moore Mark Wahlberg Mila Kunis 2000er New York Rache female nudity


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CHUNGKING EXPRESS


CHUNGKING EXPRESS CHUNGKING EXPRESS (DVD: Kinowelt/Arthaus, Deutschland)
(OT: Chung Hing sam lam | Hongkong 1994 | Regie: Wong Kar-Wai)


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Zwei Geschichten über zwei Polizisten, die jeweils von ihrer Partnerin verlassen wurden und nun ihren Liebeskummer verarbeiten müssen.
Konnte mich die erste, kürzere Episode noch nicht so wirklich fesseln, hat mich Episode Nr. 2 - der glücklicherweise der Großteil der Laufzeit eingeräumt wird - regelrecht weggeblasen. Ich habe selten einen Film erlebt, der dem Zuschauer eine so perfekte Mischung aus purer Melancholie und herzerfrischender Lebensfreude präsentiert wie in diesen letzten 70 Minuten von CHUNG HING SAM LAM. Regisseur Wong Kar-Wai ist dank Handkameraeinsatz hautnah an seinen Protagonisten dran, nimmt den Zuschauer durch Verwendung schneller Schnitte und dem Einsatz betörend schöner Farbpaletten regelrecht in Gefangenschaft und katapultiert ihn mitten hinein in das pulsierende Hongkong und in die Wohnung von Cop 663, die von der einfach nur zauberhaften Faye immer wieder in kleinen Nuancen verändert wird und die dem todtraurigen Polizisten so wieder einen Hauch an Hoffnung und Lebensfreude zurückgibt. Tony Leung Chiu-Wai als Polizist und Faye Wong als Faye spielen ihre Rollen einfach nur grandios und man möchte gar nicht mehr raus aus ihrer kleinen Welt inmitten der hektischen Großstadt. CHUNG HING SAM LAM ist richtig, richtig toll. Kino zum Wohlfühlen, das sich für immer im Gedächtnis einbrennen wird. Allein schon wegen der Tatsache, dass ich wohl nie mehr in meinem Leben "California Dreamin'" von The Mamas and the Papas hören kann, ohne vor meinem geistigen Auge die bezaubernde Faye Wong durch den Imbiss tanzen zu sehen.

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Wong Kar-Wai Tony Leung Chiu-Wai 1990er Hongkong


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SHANGHAI BABY


SHANGHAI BABY SHANGHAI BABY (DVD: Delta Pictures, Italien)
(OT: Shanghai Baby | Deutschland 2007 | Regie: Berengar Pfahl)


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Etwas arg krude Mischung aus Drama und Love Story, in der eine junge Schriftstellerin versucht, ihren ersten Roman zu schreiben und während ihrer Recherche hierzu in ein fast schon zerstörerisches Beziehungsgeflecht gerät.
SHANGHAI BABY basiert auf dem gleichnamigen "Skandal"-Roman der chinesischen Schriftstellerin Zhou Wei Hui (das Buch wurde in China kurz nach seiner Veröffentlichung im Jahr 1999 verboten und öffentlich verbrannt, eine Tatsache, die nun nicht wirklich viel über die Skandalträchtigkeit des Stoffes auszusagen vermag) und ich will - getreu dem Motto "Im Zweifel für den Angeklagten" - einfach mal hoffen, dass es an der mir nicht bekannten Vorlage liegt, dass Pfahls Film ziemlich planlos wirkt. Der ganzen Story fehlt es in meinen Augen einfach an Substanz, die Charaktere bleiben dem Zuschauer über die komplette Laufzeit fremd und so tut SHANGHAI BABY vor allem eines: über die komplette Laufzeit - unter Präsentation des einen oder anderen Schauwertes - gemütlich vor sich hinplätschern. Die seltsame Mischung aus exotischer Kulisse, steriler TV-Optik und extrem unterkühlter Atmosphäre leistet ihr Übriges, den Zuschauer stets schön auf Distanz zu halten. Wenn das die Intention von Regisseur Berengar Pfahl gewesen sein sollte, dann hat er diese tatsächlich mit Bravour umgesetzt.
Sehenswert ist SHANGHAI BABY eigentlich nur wegen der verführerischen Bai Ling, die mit der Rolle der Coco mal eine echte Hauptrolle abbekommen hat - auch wenn dies fast unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit passiert ist; ein echter Kinostart wurde der deutschen Produktion nur in Italien spendiert, ansonsten erblickte SHANGHAI BABY lediglich beim Filmfestival in Cannes und beim Asia Filmfest in München das Licht der Leinwände und wurde meines Wissens bisher ausschließlich in Italien auf DVD veröffentlicht - und die es mit ihrer ganz eigenen, nämlich wilden und auch irgendwie exzentrischen Art tatsächlich schafft, eine gewisse Anziehungskraft auszuüben, der man sich nur schwer entziehen kann.

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Berengar Pfahl Bai Ling 2000er female nudity Berlin


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COLOMBIANA


COLOMBIANA COLOMBIANA (Blu-ray: Universum, Deutschland)
(OT: Colombiana | Frankreich 2011 | Regie: Olivier Megaton)

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Hauptdarstellerin Zoe Saldana hat ja bereits in dem ausgesprochen unterhaltsamen THE LOSERS bewiesen, dass sie auch in Actionrollen eine verdammt gute Figur macht und diesen positiven Eindruck aus Whites Film aus dem Jahr 2010 kann sie auch in COLOMBIANA von Regisseur Olivier Megaton bestätigen.
Megaton erzählt mit COLOMBIANA eine klassische Rachegeschichte und setzt dabei vor allem auf die Spannungskarte. Der typische Action-Overkill neuerer Genreproduktionen bleibt aus und wer auf einen weiteren Krawall-Film gehofft hat, dürfte mit COLOMBIANA wahrscheinlich nicht sonderlich viel anfangen können. Denn Megaton lässt sich für einen Actionthriller erstaunlich viel Zeit um seine Geschichte und seine Charaktere einzuführen, baut seine Spannung langsam aber stetig auf, setzt gezielt einzelne Action- und Suspense-Höhepunkte und steuert so absolut zielgerichtet auf sein spektakuläres Finale zu. Hauptdarstellerin Zoe Saldana ist in der Rolle des ebenso eiskalten wie zerbrechlichen Racheengels großartig und schafft es durch ihr eindringliches Spiel mit Leichtigkeit, den Zuschauer für sich zu gewinnen. Selten hat man in einem Actionfilm der jüngeren Vergangenheit so mit der Hauptfigur mitfiebern können wie in diesem hier. Und dann stellt COLOMBIANA auch noch eindrucksvoll folgendes unter Beweis: Es ist durchaus möglich, schnelle Schnitte in Actionsequenzen so einzusetzen, dass die jeweilige Szene die notwendige Dynamik erhält ohne dass dadurch die Übersichtlichkeit komplett verloren geht und der Zuschauer plötzlich nicht mehr weiß, wo oben und unten ist und mit aufkommenden Schwindelgefühlen zu kämpfen hat.

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Olivier Megaton Zoe Saldana 2010er Rache female nudity


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STATE OF MIND


STATE OF MIND STATE OF MIND (DVD: e-m-s, Deutschland)
(OT: The United States of Leland | USA 2003 | Regie: Matthew Ryan Hoge)

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THE UNITED STATES OF LELAND ist ein Drama über einen Teenager, der scheinbar ohne Motiv einen behinderten Jungen ermordet hat, nun in einer Haftanstalt für jugendliche Straftäter einsitzt und dort langsam aber sicher eine Bindung zu seinem Lehrer aufbaut, der - nicht ganz ohne Hintergedanken - in zahlreichen 4-Augen-Gesprächen versucht, hinter die Beweggründe für die Tat zu kommen.
Regisseur und Drehbuchautor Matthew Ryan Hoge erzählt seine Geschichte auf eine wirklich extrem ruhige Art und Weise. In langen Dialogsequenzen, zahlreichen Monologen aus dem Off und jeder Menge Rückblenden erhält der Zuschauer Einblick in das Innenleben des jugendlichen Mörders, den Hauptdarsteller Ryan Gosling absolut überzeugend darstellt. Die von Hoge gewählte Art der Inszenierung ist für meinen Geschmack allerdings fast schon etwas zu ruhig ausgefallen. THE UNITED STATES OF LELAND plätschert über weite Strecken einfach so vor sich hin und läuft immer wieder Gefahr, das Interesse des Zuschauers zu verlieren. Am Ende des Tages sind es Ryan Gosling und seine ausgesprochen prominenten und durch die Bank glaubwürdig agierenden Co-Stars (u.a. Don Cheadle, Lena Olin, Kevin Spacey, Michelle Williams, Jena Malone, Chris Klein) sowie dieses einfach nur Gänsehaut verursachende Finale, die den Unterschied ausmachen, THE UNITED STATES OF LELAND vor der Mittelmäßigkeit retten und aus Hoges Drama doch noch in einen guten und sehenswerten Film verwandeln.

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Matthew Ryan Hoge Ryan Gosling Kevin Spacey Lena Olin 2000er Rache


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HANNIBAL


HANNIBAL HANNIBAL (Blu-ray: Universum/Tobis, Deutschland)
(OT: Hannibal | Großbritannien/USA 2001 | Regie: Ridley Scott)

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10 Jahre nach dem riesigen Erfolg von THE SILENCE OF THE LAMBS kam mit HANNIBAL die Fortsetzung und Verfilmung des dritten Lecter-Romans von Thomas Harris in die Kinos. An Julianne Moore in der Rolle der Clarice Starling muss man sich als Zuschauer bei der Sichtung des Films ebenso gewöhnen wie an die Tatsache, dass HANNIBAL kein Thriller im herkömmlichen Sinne geworden ist. Regisseur Ridley Scott hat da eher eine Mischung aus Drama, Thriller und rabenschwarzer Komödie gedreht, die zwar mit einigen extrem deftigen Gewaltausbrüchen aufwarten kann, die ansonsten allerdings wenig spannend geraten ist. Ja, HANNIBAL läuft während der doch recht üppigen Laufzeit von über 130 Minuten ein ums andere Mal Gefahr, langweilig zu werden, und es ist vor allem Anthony Hopkins, der - mit einer erneut einfach nur denkwürdigen Darstellung des charismatischen Kannibalen - diesen Film trägt. Auf der Habenseite des Films tummeln sich außerdem das einfach nur als "creepy" zu bezeichnende Make-Up von Gary Oldman, den man als Mason Verger so extrem verunstaltet hat, dass man - außer in einer kurzen Rückblende - keine Chance hat, ihn überhaupt zu erkennen, sowie diese durch Scotts extrem ruhige Inszenierung hervorgerufene Atmosphäre eines steten Unbehagens, die bestens geeignet ist, dem Zuschauer den einen oder anderen kalten Schauer über den Rücken zu jagen. Und dann natürlich dieses denkwürdige Finale, in dem Ray Liotta einen Teil seines eigenen Gehirns verspeisen darf und in dem HANNIBAL endgültig wieder da angelangt ist, wo THE SILENCE OF THE LAMBS ursprünglich herkam: in den Tiefen des mit Schauwerten um sich werfenden Exploitationfilms.

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Ridley Scott Anthony Hopkins Gary Oldman Julianne Moore Ray Liotta 2000er Sequel Rache


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THE STRAIGHT STORY


THE STRAIGHT STORY THE STRAIGHT STORY (DVD: Disney/Buena Vista, USA)
(OT: The Straight Story | Frankreich/Großbritannien/USA 1999 | Regie: David Lynch)

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THE STRAIGHT STORY erzählt die wahre Geschichte von Alvin Straight, der im Jahr 1994 im Alter von 73 Jahren auf einem Rasenmäher knapp 400 km von Iowa nach Wisconsin zurücklegte, um seinen älteren Bruder zu besuchen, der einen Schlaganfall erlitten hatte.
Regisseur David Lynch, dessen außergewöhnlichster - weil eingängister, geradlinigster und positivster - Film dies sein dürfte, erzählt diese Geschichte auf eine Art und Weise, der man sich einfach nicht entziehen kann und die dafür sorgt, dass man während der knapp 2-stündigen Laufzeit immer wieder eine Gänsehaut bekommt. THE STRAIGHT STORY ist ein wirklich ausgesprochen schöner und lebensbejahender Film geworden. Eingefangen in einfach nur traumhaften Bildern von Kameramann Freddie Francis und unterlegt mit einem herrlich zurückhaltenden, verträumten Score von Komponist Angelo Badalamenti verbreitet Lynch von Beginn an eine Atmosphäre, bei der man sich als Zuschauer einfach nur wohlfühlen kann. Insbesondere die vielen Sequenzen, in denen Alvin (den Richard Farnsworth einfach nur großartig spielt) auf seiner langen Reise auf verschiedenste Menschen trifft und durch diese Treffen deren Leben auf gewisse Weise nachhaltig verändert, sind einfach nur grandios gelungen und regen den Zuschauer definitiv zum Nachdenken an.
THE STRAIGHT STORY ist toll, einfach nur toll!

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David Lynch Sissy Spacek 1990er Oscar Nominee


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THE TOWN - STADT OHNE GNADE (Extended Cut)


THE TOWN - STADT OHNE GNADE (Extended Cut) THE TOWN - STADT OHNE GNADE (Extended Cut) (Blu-ray: Warner, Deutschland)
(OT: The Town | USA 2010 | Regie: Ben Affleck)

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Nach einem verheißungsvollen Karrierestart in den 90er Jahren wurde es längere Zeit doch recht ruhig um Schauspieler Ben Affleck, zumindest bis dieser sich ziemlich überraschend im Jahr 2007 mit dem von der Kritik überwiegend gefeierten GONE BABY GONE als Regisseur zurückmeldete. THE TOWN ist nun Afflecks zweite Regiearbeit und bestätigt eindrucksvoll sein Talent als Regisseur.
THE TOWN, in dem Affleck zusätzlich noch das Drehbuch mitverfasst und die Hauptrolle übernommen hat, ist sowohl eine Liebeserklärung an Afflecks Heimatstadt Boston und ihre Einwohner als auch eine ausgesprochen gelungene Mischung aus Gangsterdrama, Krimi und Heist Movie.
Affleck nimmt sich viel Zeit mit der Einführung und Entwicklung der Charaktere, dem Aufbau von Spannung und der Inszenierung der zentralen Action Set Pieces (bei denen er erfreulicherweise auf modernen Schnickschnack wie Schnittgewitter, unübersichtlicher Kameraführung und ähnlichem Tamtam komplett verzichtet) und verleiht seiner eigentlich altbekannten Geschichte somit einen Hauch von fast schon epischer Größe. THE TOWN ist mit seinen sorgfältig ausgearbeiteten Charakteren, seinen perfekt getimeten Action-Highlights und seiner stets interessanten und spannenden Geschichte, die nie Gefahr läuft, auch nur im Ansatz langweilig zu werden, eine echte Wohltat und innerhalb größerer Hollywoodproduktionen heutzutage leider ein ziemliches Unikat. In den besten Momenten weht durch Afflecks ganz vorzüglichen Film sogar ein Hauch von Streifen wie Brian De Palmas CARLITO'S WAY oder Michael Manns HEAT. THE TOWN ist nach GONE BABY GONE eindeutig mehr als ein weiterer Achtungserfolg. Er ist ein klares Anzeichen dafür, dass da ein echter Stern am Regisseurs-Himmel aufzugehen scheint. Ein Stern, der mit dem in diesem Jahr für den Oscar für den besten Film ausgezeichneten ARGO schon verdammt hell leuchtet.

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Ben Affleck 2010er Oscar Nominee car chase female nudity Boston Heist Movie Rache


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FIGHT CLUB


FIGHT CLUB :love: FIGHT CLUB :love: (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Fight Club | Deutschland/USA 1999 | Regie: David Fincher)

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"The first rule of Fight Club is: you do not talk about Fight Club."

Es gibt Filme, die walzen bei der Erstsichtung regelrecht über einen hinweg und man ist der festen Überzeugung, gerade Zeuge eines absoluten filmischen Meisterwerks geworden zu sein. Eindrücke, die sich bei weiteren Sichtungen, wenn man den Storyverlauf, Plottwists und das Ende bereits kennt, oft relativieren und aus einem vermeintlichen Meisterwerk am Ende des Tages doch nur einen überdurchschnittlich guten Streifen machen. Es gibt aber auch Glücksfälle, in denen sich die Eindrücke der Erstsichtung eben nicht relativieren, sondern sich von Mal zu Mal eher noch zu verstärken und zu intensivieren scheinen, deren Thema nichts von seiner damaligen Aktualität verloren hat, sondern eher wichtiger denn je erscheint.

"It's only after we've lost everything that we're free to do anything."

FIGHT CLUB ist so ein Glücksfall. Ein Film wie eine Naturgewalt, der mich persönlich tatsächlich bei jeder erneuten Sichtung noch sprachloser und noch faszinierter zurücklässt als bei der jeweiligen Sichtung zuvor. Und eben auch ein Film, der, nachdem nun schon 14 Jahre seit seinem Erscheinen in die Lande gezogen sind, rein gar nichts von seiner Aktualität verloren hat, sondern in Zeiten zunehmender Vereinsamung, in Zeiten von immer häufiger auftretenden Zivilisationskrankheiten wie Schlaflosigkeit, Burn-Out & Co. und in Zeiten, in denen sich jeder selbst der Nächste zu sein scheint und ohne Rücksicht auf Verluste nur noch auf seinen eigenen Vorteil aus ist, aktueller ist denn je.

"You're not your job. You're not how much money you have in the bank. You're not the car you drive. You're not the contents of your wallet. You're not your fucking khakis. You're the all-singing, all-dancing crap of the world."

Regisseur David Fincher zeichnet diesen Ist-Zustand der Yuppie-Generation, der Konsum- und Wegwerfgesellschaft auf extrem zynische und absolut treffende Art und Weise. Menschen, die sich nur noch über diverse Statussymbole definieren zu scheinen und sich im tiefsten Inneren nur danach sehnen, aus ihrem Leben auf irgendeine Art und Weise ausbrechen zu können. Und wie Fincher diesen Ausbruch inszeniert, lässt einen als Zuschauer ein ums andere Mal einfach nur erschaudern und atemlos zurück. Fincher bietet dem Zuschauer mit diesem Ausbruch nur auf den ersten Blick eine Lösung an, lässt ihn bei näherer Betrachtung allerdings komplett alleine zurück. Denn natürlich kann das Gründen einer terroristischen Vereinigung keine geeignete Lösungsmöglichkeit für das gesellschaftliche Dilemma sein. Und FIGHT CLUB will dem Zuschauer auch keinerlei Lösung präsentieren, er will sich in meinen Augen vielmehr als Mahnmal verstanden wissen, will seine Zuschauer aufrütteln, dass es so nicht weitergehen kann und die Gesellschaft sich auf diese Art und Weise früher oder später selbst zerstören wird.

"Listen up, maggots. You are not special. You are not a beautiful or unique snowflake. You're the same decaying organic matter as everything else."

Mit Edward Norton und Brad Pitt hat Fincher zwei Hauptdarsteller, die hier tatsächlich Darbietungen für die Ewigkeit abgeben und einfach nur perfekt in ihre jeweiligen Rollen passen. Schnitt und Kameraarbeit sind über jeden Zweifel erhaben und der Score der Dust Brothers ist ein einziger Glücksfall. Und dann natürlich diese letzte Szene zu den Klängen des genialen Pixies-Klassikers “Where Is My Mind?“, in der selbst die Gänsehaut des Zuschauers noch Gänsehaut zu bekommen scheint.

"The things you own end up owning you."

FIGHT CLUB ist ein atemberaubendes Meisterwerk, nicht nur einer der besten Filme seiner Zeit und neben PULP FICTION vielleicht soger DER Film der 90er Jahre, sondern in meinen Augen einer der besten Filme aller Zeiten. FIGHT CLUB ist einer der Filme, die wohl nie in Vergessenheit geraten werden, an die man sich auch noch in 100 Jahren erinnern wird. Ein Geniestreich, ein persönlicher Lieblingsfilm. Es gibt nicht viele Filme, die mir mehr bedeuten als dieser hier. Und die Tatsache, dass Finchers Glanzstück bei den damaligen Oscars lediglich mit einer Nominierung für die besten Soundeffekte abgespeist wurde, ist für mich ein Armutszeugnis und eine der peinlichsten Verfehlungen der Oscar-Geschichte.

"Hitting bottom isn't a weekend retreat. It's not a goddamn seminar. Stop trying to control everything and just let go!"

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David Fincher Edward Norton Brad Pitt Helena Bonham Carter 1990er Oscar Nominee female nudity


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NO COUNTRY FOR OLD MEN


NO COUNTRY FOR OLD MEN NO COUNTRY FOR OLD MEN (Blu-ray: Paramount, Deutschland)
(OT: No Country for Old Men | USA 2007 | Regie: Ethan Coen/Joel Coen)

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Fasznierende Mischung aus Spätwestern und Neo Noir, die den Zuschauer in die flirrende Hitze und die ausladenden Landschaften von Texas entführt und Zeuge eines ausgeklügelten Katz-und-Maus-Spiels zwischen einem eiskalten Killer und einem einfachen Mann werden lässt.
Die Coen-Brüder entwickeln ihre Geschichte extrem langsam, bauen mit Hilfe der einfach nur vorzüglichen Kameraarbeit von Roger Deakins und dem kompletten Verzicht auf einen Filmscore als Hintergrunduntermalung eine ungemein dichte und melancholische Atmosphäre auf, steigern die Spannung dabei ins schier Unermessliche und knallen dem Zuschauer inmitten der knisternden Spannung und Atmosphäre immer wieder extreme Gewaltausbrüche vor den Bug, die regelrecht ins Mark treffen.
Javier Bardem spielt den Killer dabei so extrem überzeugend, dass man ihn in einer Bestenliste der fiestesten Filmschurken wohl auf Anhieb auf die vordersten Plätze wählen würde. Sein Anton Chigurh strahlt eine Kälte und eine Gefahr aus, wie es schon lange kein Bösewicht auf der Leinwand mehr getan hat. NO COUNTRY FOR OLD MEN ist kein einfacher Film, kein Film, den man sich mal so kurz nebenbei anschauen könnte. Es ist ein Film, der die volle Aufmerksamkeit fordert, den man bei der ersten Sichtung wahrscheinlich gar nicht richtig fassen kann und der erst bei weiteren Sichtungen seine ganze Größe entfalten wird.

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Ethan Coen Joel Coen Javier Bardem Tommy Lee Jones Josh Brolin Woody Harrelson 2000er Oscar Winner Oscar Nominee Rache 80er Jahre


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EIN EINFACHER PLAN


EIN EINFACHER PLAN EIN EINFACHER PLAN (Blu-ray: Concorde, Deutschland)
(OT: A Simple Plan | Deutschland/Frankreich/Großbritannien/Japan USA 1998 | Regie: Sam Raimi)

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Neben dem ganz vorzüglichen FARGO von den Coen-Brüdern ist das hier der zweite große "Schnee"-Film aus den 90er Jahren.
In Raimis A SIMPLE PLAN findet der grundehrliche Angestellte Hank (Bill Paxton) gemeinsam mit seinem etwas einfältigen Bruder Jacob (Billy Bob Thornton) und dessen ebenso einfältigen Kumpel Lou (Brent Briscoe) mitten in der Wildnis ein abgestürztes und vom Schnee bedecktes Sportflugzeug mit einem toten Piloten und einer schwarzen Tasche mit über 4 Mio. Dollar. Die Versuchung, die stolze Summe für sich zu behalten, ist groß und so hecken die drei Finder einen scheinbar einfachen Plan aus um das Geld nicht bei den Behörden abliefern zu müssen. Ein Plan, der sich aufgrund diverser Unwägbarkeiten und Zufälle jedoch schnell verkompliziert und letztendlich dazu führt, dass am Schluss jede Menge Leichen und keinerlei Gewinner übrig bleiben.
Dass die ganze Angelegenheit kein gutes Ende nehmen wird, ist relativ schnell klar und A SIMPLE PLAN bezieht seine Spannung nicht so sehr aus der Frage ob die Gauner wider Willen durchkommen werden, sondern vielmehr aus der Frage, wie das vorprogrammierte Scheitern des Trios ablaufen wird. Regisseur Sam Raimi inszeniert seinen Thriller ausgesprochen ruhig, teilweise fast kammerspielartig, läuft dabei aber nie Gefahr, das Interesse seines Zuschauers zu verlieren. Zu sorgfältig ist der schleichende Spannungsaufbau inszeniert, zu interessant die sicher streitbaren Charaktere, die durchaus zur Selbstreflexion einladen. Wie würde man selbst reagieren, wenn man so eine Tasche irgendwo unbemerkt in der Wildnis finden würde? Raimi gibt mit der Charakterisierung von Hanks Ehefrau Sarah (Bridget Fonda) eine eindeutige Antwort auf diese Frage. Von ihrem Ehemann zuerst rein hypothetisch gefragt, was sie tun würde, wenn sie eine Tasche mit so viel Geld finden würde, antwortet sie standardgemäß, dass sie es den Behörden übergeben würde. Mit den Tatsachen konfrontiert, wird aus ihr urplötzlich die Person, die mit am erbittertsten um die Durchführung des Planes kämpft.
Neben der ganz vorzüglich geskripteten Geschichte und den allesamt großartig aufspielenden Darstellern (Raimi braucht gerade mal eine Handvoll größerer Rollen um seine Story zu erzählen) ist es insbesondere die grandiose Location in diesem kleinen Kaff in Minnesota, in dem die Zeit scheinbar stehengeblieben ist und der schneereiche Winter gefühlte 365 Tage im Jahr dauert, die dafür sorgt, dass A SIMPLE PLAN den Zuschauer absolut zu fesseln vermag. Ein echter Volltreffer!

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Sam Raimi Bridget Fonda Billy Bob Thornton 1990er Oscar Nominee


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BROADWAY DANNY ROSE


BROADWAY DANNY ROSE BROADWAY DANNY ROSE (DVD: MGM/20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Broadway Danny Rose | USA 1984 | Regie: Woody Allen)

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In BROADWAY DANNY ROSE versucht ein leidenschaftlichter Agent alles, um seinem größten Star, dem Sänger Lou Canova, jeden auch nur erdenklichen Wunsch zu erfüllen und gerät dabei ins Fadenkreuz des organisierten Verbrechens.
Woody Allen, hier mal wieder in Personalunion als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller tätig, verwöhnt sein Publikum einmal mehr mit einer urkomischen Komödie rund um einen sympathischen Intelektuellen und dessen Ticks. Der immer leicht vorhandene Zynismus der von Allen gespielten Charaktere tritt hier im Vergleich zu manch anderen Film jedoch eher in den Hintergrund. Allens Danny Rose ist ein herzensguter und einfach viel zu gutmütiger Mensch um großartig zynisch zu sein. Ein Mensch, der in all seinem Engagement und in all seiner Euphorie für seine oft nicht sonderlich begabten Künstler leider häufig übersieht, dass die Talentierteren unter seinen Klienten durchaus dazu neigen, ihn auszunutzen und eiskalt abzuservieren wenn der nächste und im Normalfall erstmals richtig lukrative Schritt auf der Karriereleiter ansteht. So umgibt den mit - wie man das von Allen gewohnt ist - Dialogen zum Niederknien gespickten und eigentlich federleicht inszenierten Film ein ständiger Hauch von Melancholie und auch eine gewisse Traurigkeit, die durch die wunderschöne Schwarz/Weiß-Fotografie von Kameramann Gordon Willis noch intensiviert wird. Natürlich fügt BROADWAY DANNY ROSE keine großartigen Neuerungen zu Allens Kosmos hinzu, als Fan bekommt man im Endeffekt genau das, was man sich von Allen erwartet und erhofft und das ist weitaus mehr, als einem die meisten aktiven Filmemacher bieten können. Großes Kino!

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Woody Allen Mia Farrow 1980er Oscar Nominee New York


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DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER


DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER :love: DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER :love: (DVD: MGM, Deutschland)
(OT: The Silence of the Lambs | USA 1991 | Regie: Jonathan Demme)

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Über THE SILENCE OF THE LAMBS zu schreiben, ist eigentlich wie Eulen nach Athen zu tragen. Ich mach es trotzdem. Denn schließlich ist das hier eine der wenigen waschechten Genreproduktionen die einst mit einem Oscar ausgezeichnet wurden. Und nicht nur in einer der kleinen Kategorien wie Sound oder Visual Effects, sondern gleich in den 5 (!!!) wichtigsten Kategorien der Academy. Regisseur Jonathan Demme, der aus der Schule des Roger Corman stammt und seine Karriere einst mit so wunderbaren Filmen wie CAGED HEAT, CRAZY MAMA und FIGHTING MAD startete, freut sich noch heute diebisch darüber, dass er - Originalzitat aus einer DVD-Featurette innerhalb der “Roger Corman’s Cult Classics“-Reihe des US-Labels Shout! Factory - damals den Regieoscar für einen lupenreinen Exploitation-Film einheimsen konnte.
Ja, ein Film über einen Serienkiller, der seine Opfer lebendig häutet, und eine junge FBI-Agentin in spe, die mit Hilfe eines charismatischen Kannibalen versucht, den Mörder dingfest zu machen, war zum damaligen Zeitpunkt sicher noch kein Blockbustermaterial, sondern ganz eindeutig als Stoff aus dem B-Movies gestrickt sind zu identifizieren. THE SILENCE OF THE LAMBS hat das nachhaltig geändert, ist ganz eindeutig als Vorläufer großer Hollywoodproduktionen wie SE7EN zu erkennen und machte Jodie Foster und Anthony Hopkins praktisch über Nacht zu Weltstars. Auch so ein Indiz, dass wir es hier eben nicht mit einer Produktion aus der 1. Liga Hollywoods zu tun haben. Denn Foster und Hopkins gehörten vor THE SILENCE OF THE LAMBS sicher nicht zu Hollywoods Superstars und auch sonst hat sich Jonathan Demme bei der Besetzung weiterer Rollen eher an seinen Wurzeln und weniger an großen Namen orientiert. Mit Scott Glenn besetzte er in der Rolle von Starlings Vorgesetzten beispielsweise einen Schauspieler, mit dem er schon in FIGHTING MAD zusammenarbeitete und auch Darsteller wie Charles Napier und Frankie Faison kommen eindeutig aus dem Bereich des Genrefilms. Und natürlich dürfen auch alte Weggefährten wie Harry Northup und Demmes Mentor Roger Corman in kleineren Rollen nicht fehlen und wer ganz genau hinschaut, dürfte auch DAWN OF THE DEAD-Regisseur George A. Romero als einen der FBI-Agenten identifizieren können.
THE SILENCE OF THE LAMBS ist der "lebende" Beweis dafür, dass auch Genreproduktionen wie diese richtig großes Kino mit relativ kleinem Budget (der Film kostete - für heutige und auch damalige Verhältnisse - lächerliche $ 19. Mio.) bieten können.
Die schauspielerischen Leistungen sind tatsächlich einfach nur grandios und insbesondere beim Zusammenspiel zwischen Jodie Foster und Anthony Hopkins bekommt man als Zuschauer mehr als nur eine Gänsehaut (und diese kurze Sequenz, wenn sich die Finger der beiden für einen Sekundenbruchteil berühren, ist eine dieser Szenen für die Ewigkeit). Und dann diese unglaubliche Spannung und Atmosphäre, die Demme hier von der ersten Sekunde an aufbaut. THE SILENCE OF THE LAMBS wird auch bei wiederholten Sichtungen einfach nicht langweilig und obwohl man mittlerweile ganz genau weiß, wie dieser Film ausgehen wird, fiebert man doch bis zum Ende mit der von Foster gespielten Clarice Starling mit. Das Finale im Haus des Killers ist noch heute der pure Wahnsinn und ein Paradebeispiel dafür, wie effektiv man mit gezielt gesetzten Schnitten die Wahrnehmung des Zuschauers täuschen kann.
Genug geschrieben, THE SILENCE OF THE LAMBS ist ein Meilenstein, ein Meisterwerk, ein Lieblingsfilm.

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Jonathan Demme Anthony Hopkins Jodie Foster Roger Corman George A. Romero 1990er Oscar Winner Oscar Nominee


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NIXON (Director's Cut)


NIXON (Director's Cut) NIXON (Director's Cut) (Blu-ray: Hollywood Pictures, USA)
(OT: Nixon | USA 1995 | Regie: Oliver Stone)

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Nach dem 4 Jahre zuvor in die Kinos gekommenen JFK ist NIXON der zweite große Politfilm von Regisseur Oliver Stone und ähnlich wie mit JFK gelingt es Stone auch mit NIXON, seinem Publikum das auf den ersten Blick so "trockene" Thema Politik auf ausgesprochen fesselnde Art und Weise näher zu bringen.
Der von mir angesehene Director's Cut läuft stattliche 3 1/2 Stunden und diese vergehen tatsächlich wie im Flug. Stone legt mit NIXON ein hochinteressantes Portrait eines komplexen und sicher streitbaren Menschen vor und hat mit Anthony Hopkins in der Titelrolle einen Hauptdarsteller zur Verfügung, der diesen Menschen absolut überzeugend und authentisch darzustellen vermag, beim Zuschauer in so manchen Szenen gar Mitleid mit diesem umstrittenen US-Präsidenten evoziert. Aber es ist nicht nur Hopkins, der NIXON trägt, es ist vor allem auch Stones visueller Stil, der dafür sorgt, dass dem Zuschauer bei NIXON über die fast schon episch zu nennende Laufzeit nicht die Puste ausgeht und er nicht das Interesse an dem Streifen verliert. Außergewöhnliche Kameraeinstellungen, visuelle Verfremdungseffekte und jede Menge Verwendung diversen Archivmaterials sorgen für Abwechslung innerhalb dieses Kammerspiels und verleihen dem Film außerdem ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit.
Und dann hätten wir da natürlich noch die Besetzung hinter Hopkins, für die Stone ein schier unfassbares Staraufgebot aus Hollywoods zweiter Reihe verpflichten konnte. Zuverlässige Charakterköpfe wie E.G. Marshall, J.T. Walsh, Kevin Dunn, Powers Boothe, Ed Harris, Bob Hoskins, Paul Sorvino, Saul Rubinek, Dan Hedaya, John C. McGinley u.v.a bevölkern dieses epische Biopic und liefern durch die Bank ganz hervorragende Leistungen ab. Schauspieler, die es nie in die 1. Reihe der großen Hollywoodstars geschafft haben, ohne deren Mitwirken ein Film wie NIXON - bzw. Filme überhaupt - jedoch nur schwer vorstellbar wären.

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Oliver Stone Anthony Hopkins James Woods 1990er Oscar Nominee 60er Jahre 70er Jahre Bai Ling


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HUGO CABRET


HUGO CABRET HUGO CABRET (Blu-ray: Paramount, Deutschland)
(OT: Hugo | USA 2011 | Regie: Martin Scorsese)

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In HUGO lebt ein Waisenjunge in den 30er Jahren hinter den Wänden im Pariser Hauptbahnhof, hält dort unbemerkt die Uhren am laufen und versucht verzweifelt eine mechanische Figur, das einzige Vermächtnis seines Vaters, zu reparieren und wieder gangbar zu machen.
Innerhalb der Filmographie von Regisseur Martin Scorsese dürfte HUGO sicher der außergewöhnlichste Film sein, ist er doch ziemlich weit weg von den sonst so toughen Gangstergeschichten (u.a. GOODFELLAS, CASINO), Thrillern (u.a. THE DEPARTED, SHUTTER ISLAND) und Dramen (u.a. TAXI DRIVER, RAGING BULL, BRINGING OUT THE DEAD) für die Scorsese üblicherweise bekannt ist und von Filmfans auf der ganzen Welt verehrt wird. Aber Scorsese beweist auf beeindruckende Art und Weise, dass er auch die Inszenierung eines Films wie HUGO beherrscht wie fast kein Zweiter.
Mit maßgeblicher Unterstützung seiner beiden Jungschauspieler Asa Butterfield und Chloë Grace Moretz (letztere ist seit ihrem fulminanten Auftritt in KICK-ASS ja schon fast nicht mehr aus der aktuellen Kinolandschaft wegzudenken) zaubert Scorsese mit HUGO einen einfach nur traumhaft schönen Film auf die Leinwand. HUGO ist ein Plädoyer für die Macht der Fantasie, eine Liebeserklärung an die Magie des Kinos und eine Hommage und tiefe Verneigung vor den Pionieren im Bereich der "moving pictures" im Allgemeinen und Georges Méliès im Besonderen. Weiter veredelt mit großartigen Schauspielern wie beispielsweise Ben Kingsley, Christopher Lee und Sacha Baron Cohen, ausgestattet mit einem wundervollen Score von Komponist Howard Shore und eingefangen in teils wunderschönen und das tolle Production Design voll zur Geltung bringenden Bildern von Kameramann Robert Richardson ist HUGO nicht mehr und nicht weniger als visuell einzigartig und einfach nur atemberaubend schön zu bezeichnen. Und dann ist HUGO auch noch ein wunderbares Beispiel dafür, wie gewinnbringend die neuartige 3D-Technik für Filme sein kann, wenn jemand auf dem Regiestuhl sitzt, der sein Handwerk versteht. Toll, toll, toll.

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Martin Scorsese Ben Kingsley Christopher Lee Sacha Baron Cohen Jude Law Oscar Winner Oscar Nominee 2010er Paris 30er Jahre


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LOST - STAFFEL 4


LOST - STAFFEL 4 LOST - STAFFEL 4 (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 4 | USA 2008 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)

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Im direkten Vergleich zur vorherigen Staffel ist Season Nr. 4 deutlich kurzweiliger, spannender und zielgerichteter ausgefallen. Scheinbar überflüssige Füller-Episoden wie in der Staffel zuvor sind praktisch nicht mehr vorhanden und die Rückblenden, die in Staffel 3 fast keine Wirkung mehr zeigen konnten, wurden durch Blicke in die Zukunft diverser Protagonisten ersetzt. Diese - wieder in jeder der nur noch 14 Folgen vorkommenden - kurzen Ausflüge weg von der Insel konnten dann auch durchaus wieder dem ursprünglichen Zweck dieses Stilmittels, nämlich dem Aufbau von Spannung, erfüllen.
Ja, diese Staffel war halbwegs objektiv betrachtet deutlich "besser" als die vorhergehende und doch muss ich sagen, dass mich persönlich LOST mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes "verloren" hat. Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem ich mich von LOST nur noch kurzweilig unterhalten und berieseln lasse und mir die diversen Charaktere und ihre verschiedenen Schicksale komplett am Allerwertesten vorbeigehen. Hauptgrund dafür ist die Tatsache, dass man bisher praktisch keinerlei befriedigende Erklärungen für die unzähligen aufgeworfenen Fragen bekommen hat und wohl auch nicht bekommen wird. LOST kommt mir mittlerweile wie ein überdimensionales, aufgeblasenes Nichts vor, bei dem selbst die Macher zum jetzigen Zeitpunkt der Geschichte keinen Plan zu haben scheinen, wie sie ihr angefangenes Chaos halbwegs bereinigen können. Diese "willing suspension of disbelief", die man als Zuschauer wohl einfach aufbringen muss, um sich von LOST weiterhin fesseln zu lassen, kann ich im Moment einfach nicht leisten. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich wäre in irgendeiner Weise gespannt darauf, wie es in der 5. Staffel weitergeht. Ich bin es nicht. Es ist mir sogar vollkommen egal.

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J.J. Abrams Jeffrey Lieber Damon Lindelof Cheech Marin 2000er


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CHANGELING


CHANGELING CHANGELING (Blu-ray: Universal, Großbritannien)
(OT: Changeling | USA 2008 | Regie: Clint Eastwood)

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Das Erstaunlichste an CHANGELING ist vielleicht die Tatsache, dass diese wirklich unglaubliche und auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte nicht schon viel früher mal verfilmt worden ist. Und ein riesiges Plus von CHANGELING ist dann halt auch der Fakt, dass er auf dieser wahren Geschichte basiert, ansonsten würde Eastwoods Film Gefahr laufen, einfach nur als hanebüchen und unglaubwürdig abgestempelt zu werden. Aber so kommt man erst gar nicht in den Versuch, die Glaubwürdigkeit des Plots anzuzweifeln und kann sich vollkommen unvoreingenommen auf den Film einlassen.
Und Clint Eastwood - der ja in den letzten Jahren schon zur Genüge unter Beweis gestellt hat, dass er dramatische Stoffe perfekt beherrscht - hat hier wirklich einen richtig, richtig guten Film gedreht. CHANGELING ist großes Schauspielkino, präsentiert Angelina Jolie in einer ihrer besten und überzeugendsten Rollen ihrer Karriere und hat mit u.a. John Malkovich, Jeffrey Donovan, Michael Kelly und Colm Feore Co-Stars zu bieten, die hier allesamt mehr als überzeugend aufspielen. Und dann dieses grandiose Production Design, das dafür sorgt, dass man sich als Zuschauer tatsächlich ins Los Angeles der späten 20er und frühen 30er Jahre versetzt fühlt. Und natürlich die Art und Weise wie Eastwood seinen Film inszeniert. CHANGELING ist von der ersten Minute an fesselnd, zieht den Zuschauer in seinen Bann und kann in meinen Augen nur als absolut packend, extrem spannend und auch ausgesprochen berührend bezeichnet werden. Klasse!

TRAILER:


Clint Eastwood Angelina Jolie John Malkovich 2000er Oscar Nominee female nudity 20er Jahre 30er Jahre Los Angeles


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MOONTIDE


MOONTIDE MOONTIDE (DVD: 20th Century Fox, USA)
(OT: Moontide | USA 1942 | Regie: Archie Mayo/Fritz Lang)

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MOONTIDE erzählt die Geschichte des Tagelöhners Bobo (Jean Gabin), den sein bester und im Endeffekt einziger Freund Tiny (Thomas Mitchell) schon lange zum gemeinsamen Neuanfang in einer Großstadt bewegen will. Doch als Tinys Überredungsversuche endlich zu fruchten scheinen, kommt die schöne Anna (Ida Lupino) und durchkreuzt Tinys Pläne.
Regisseur Archie Mayo präsentiert mit MOONTIDE eine ungewöhnliche Mischung aus Romanze, Drama und Film Noir. Insbesondere die Figurenkonstellation - auf der einen Seite der rauhe Bobo, fast ein Einzelgänger mit harter Schale und weichem Kern, auf der anderen Seite sein vermeintlich bester Freund Tiny, der im Endeffekt nur auf seinen eigenen Vorteil aus ist und mittendrin eine schöne Frau, die es schafft, das Herz des Einzelgängers zu erobern und so die Wut von Tiny auf sich zieht - erinnert stark an einen Film Noir, der Rest des Films ist dann doch eher Drama und Romanze. Ida Lupino ist keine typische Femme fatale und auch die Atmosphäre von MOONTIDE ist nur selten als düster oder mysteriös zu bezeichnen. Als Drama bzw. Romanze funktioniert der Film aber richtig gut, was insbesondere daran liegen dürfte, dass die Schlüsselrollen von MOONTIDE einfach nur ganz vorzüglich besetzt sind. Jean Gabin - hier in seinem Debüt in einer US-Produktion - passt ganz wunderbar in die Rolle des Bobo, Ida Lupino überzeugt als verletztliche Anna und Thomas Mitchell gibt eine beeindruckende Darstellung als Unsympath ab.
Schade, dass MOONTIDE auch zu den Filmen gehört, die mittlerweile komplett in Vergessenheit geraten zu sein scheinen. Auf Youtube findet man nicht mal nen Trailer zu dem Streifen, sondern nur die unten verlinkte Sequenz, in der sich Gabin als Bobo komplett die Lichter ausschießt.

CLIP:


Archie Mayo Fritz Lang Ida Lupino Jean Gabin 1940er Oscar Nominee Femme fatale





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