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One Night Stands und wahre Liebe


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KURZKOMMENTARE - MÄRZ 2015


FILMSICHTUNGEN - MÄRZ 2015
Immerhin 30 Filme und 5 Serienstaffeln sind es dann auch im März wieder geworden. Hier ist mein monatlicher Senf zu den vergangenen Sichtungen, bei denen es sich - wie schon im Vormonat - ausschließlich um Erstsichtungen gehandelt hat. Die Reihenfolge der Texte entspricht der Sichtungsreihenfolge.


GODZILLA (Japan/USA 2014, Regie: Gareth Edwards)

An die japanischen Originale kann ich mich nur noch fragmentarisch erinnern (es wäre vielleicht mal an der Zeit für einen kleinen Godzilla-Marathon), Emmerichs Variante aus dem Jahr 1998 hab ich damals im Kino gesehen und als typischen Blockbuster-Müll in Erinnerung. Regisseur Gareth Edwards geht mit seiner Version wieder einen Schritt zurück, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. GODZILLA ist eine eindeutige Verbeugung vor den japanischen Originalen (was man schon am Design der riesigen Echse erkennen kann). Gareth Edwards konzentriert sich auf seine Geschichte und seine Charaktere, baut langsam Spannung auf, versteht es vorzüglich, den Zuschauer immer wieder anzufixen um ihn dann doch wieder “warten“ zu lassen und entlädt schließlich alles in einem beeindruckenden Finale. Die Stimmen zu GODZILLA waren - soweit ich das mitbekommen habe - eher verhalten, wahrscheinlich wurde einfach der typische Blockbuster-Bullshit mit laufzeitfüllendem Krawall erwartet. Ich bin froh, dass GODZILLA gerade das nicht geworden ist.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


NIGHT WARNING (USA 1982, Regie: William Asher)

Nach dem tragischen Unfalltod seiner Eltern wuchs Billy (Jimmy McNichol) bei seiner Tante Cheryl (Susan Tyrrell) auf, die in all den Jahren eine mehr als bedenkliche Beziehung zu ihrem Neffen entwickelt hat...
NIGHT WARNING ist eine Mischung aus Psychodrama und Thriller, in der Regisseur William Asher seine Spannung und Atmosphäre nach und nach aufbaut und so einen erstklassigen Nailbiter erschafft, der letztendlich in einem spektakulären und kathartischen Finale endet. Jimmy McNichol eignet sich perfekt als Identifikationsfigur, mit der man einfach mitbangen muss, Susan Tyrrell ist als psychopathische Tante nicht weniger als großartig und in ihrer Rolle mindestens genauso bemitleidenswert wie Bo Svenson in seiner Rolle als homophober und rassistischer Polizist hassenswert ist.
NIGHT WARNING ist eine echte Perle innerhalb dieser im Endeffekt komplett unüberschaubaren Masse an kleineren Genreproduktionen, die die Drive-In- und Grindhouse-Kinos bis in die späten 80er Jahre hinein regelrecht überschwemmt haben. Wer genau hinschaut, wird hier übrigens Bill Paxton in einem seiner ersten Leinwandauftritte entdecken.

Persönliche Bewertung: Großartig!


THE BIG BOUNCE (USA 1969, Regie: Alex March)

Nach einem Roman von Elmore Leonard inszeniert Regisseur Alex March die Geschichte des jungen und heißblütigen Jack Ryan (Ryan O’Neal), der gerade seinen Job als Gurkenpflücker verloren hat, nun als eine Art Hausmeister in einem Hotel anheuert und mit der jungen und attraktiven Nancy (Leigh Taylor-Young) definitiv die falsche Frau kennenlernt. Nancy ist immer auf der Suche nach dem nächsten Kick und Jack schlittert wegen ihr immer mehr in die sprichwörtliche Scheiße…
THE BIG BOUNCE ist - auch wenn die kurze Inhaltsangabe vielleicht mehr versprechen mag - im Grunde genommen ein reichlich unspektakulärer Film, der jetzt nicht wirklich mit einer besonders ausgeklügelten Geschichte oder großartiger Spannung aufzuwarten weiß. THE BIG BOUNCE überzeugt in erster Linie durch seine extrem chillige Atmosphäre, man kann sich ganz wunderbar von diesem komplett entspannten und herrlich unaufgeregten Film treiben lassen und es macht verdammt viel Spaß, den beiden Hauptcharakteren dabei zuzusehen, wie ihre “Abenteuer“ immer krassere Konsequenzen nach sich ziehen (auch wenn sich letztendlich dann doch alles in Wohlgefallen auflösen wird). Ryan O’Neal, der hier nach einigen TV-Auftritten in seinem ersten Leinwandauftritt zu sehen ist, und die wirklich bezaubernde und verführerische Leigh Taylor-Young harmonieren bzw. disharmonieren (was die von ihnen gespielten Charaktere angeht) ganz vorzüglich miteinander und es ist neben der schon genannten Unaufgeregtheit der Inszenierung vor allem ihr Zusammenspiel, welches THE BIG BOUNCE zu einem rundum gelungenen und unterhaltsamen Film für triste Nachmittage werden lässt.

Persönliche Bewertung: Gut!


NAVAJO JOE (Italien/Spanien 1966, Regie: Sergio Corbucci)

Wenn man sich bei der Filmauswahl für einen Film von Italowestern-Spezialist Sergio Corbucci - der u.a. bei den einfach nur großartigen DJANGO und IL GRANDE SILENZIO Regie führte - entscheidet, kann man wohl nicht wirklich viel verkehrt machen. In NAVAJO JOE gibt es Burt Reynolds zu sehen, der in der Rolle des titelgebenden Indianers einen Rachefeldzug gegen den Gangster Duncan (Aldo Sambrell) und dessen Bande führt. NAVAJO JOE ist genau so wie ein Italowestern sein muss: dreckig, roh und hart. In Corbuccis Film geht es um Rachsucht, Hass und Gier, da ist natürlich kein Platz für so etwas wie Humor oder Leichtigkeit und da ist eigentlich auch kein Platz für Schönheit, und doch hat Regisseur Corbucci NAVAJO JOE gemeinsam mit seinem Kameramann Silvano Ippoliti in teils atemberaubend schöne Bilder gehüllt, in denen dieser mit zahlreichen Actionsequenzen und Härten gespickte Film seine einfach nur extrem spannende Geschichte erzählt. Und dann noch dieser Score von Ennio Morricone, der NAVAJO JOE - insbesondere immer dann, wenn der Titelsong mit den teilweise mehr gehauchten als gesungenen Lyrics erklingt - eine unglaublich intensive und oft auch melancholische Atmosphäre verleiht. NAVAJO JOE ist einer dieser Filme, bei denen man sich fragt, weswegen man sie tatsächlich erst jetzt zum ersten Mal gesehen hat. Großes Kino!
Trivia AKA Unnützes Filmwissen zum Weitererzählen: Quentin Tarantino hat das Main Theme aus diesem Film in KILL BILL: VOL. 2 verwendet.

Persönliche Bewertung: Großartig!


OZ THE GREAT AND POWERFUL (USA 2013, Regie: Sam Raimi)

In Sam Raimis Ausflug ins Zauberland Oz wird Möchtegernzauberer James Franco per Wirbelsturm in die kunterbunte Welt befördert und dort für einen echten Magier gehalten, der gemäß einer Prophezeiung das Land aus den Klauen einer bösen Hexe befreien soll. Mehr schlecht als recht versucht der Heilbringer wider Willen seine Rolle zu spielen…
Raimis OZ THE GREAT AND POWERFUL überzeugt vor allem auf technischer Seite. Tolle Bilder, spektakuläre 3D-Effekte und ein brachiales Sounddesign verbreiten zwar jede Menge Spaß, können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Geschichte des Films eher blass bleibt und vor allem keine Laufzeit von 130 Minuten rechtfertigt. OZ THE GREAT AND POWERFUL fühlt sich oftmals arg in die Länge gezogen an und eine etwas straffere Erzählweise hätte dem Film sicher gut getan. Aber anscheinend darf man unter einer Laufzeit von 2 Stunden gar keine Filme mehr in die Kinos bringen. So bleibt am Ende ein Film übrig, der sicherlich audio-visuellen Ohren- und Augenschmaus liefert, den Zauber und die Magie des Klassikers aus dem Jahr 1939 aber nie wirklich heraufbeschwören kann.

Persönliche Bewertung: Nett!


GRUDGE MATCH (USA 2013, Regie: Peter Segal)

Zwei verfeindete Ex-Boxer steigen nach 30 Jahren noch einmal gegeneinander in den Ring um ein für alle Mal offene Rechnungen zu begleichen…
Manchmal ist es gut, wenn man an Filme wirklich ohne jegliche Erwartungshaltung herangeht. Man kann eigentlich gar nicht enttäuscht werden und im besten Falle wird man sogar ausgesprochen positiv überrascht. So geschehen mit GRUDGE MATCH, eine augenzwinkernde Mischung aus Komödie und Sportfilm, in der sich Sylvester Stallone und Robert De Niro als Erzfeinde gegenüberstehen, die sich nicht nur mit dem jeweiligen Kontrahenten, sondern insbesondere auch mit den Tücken des Älterwerdens und des Alters an sich auseinandersetzen müssen. GRUDGE MATCH lebt von seinen beiden hervorragend aufgelegten Hauptdarstellern. Die Story an sich beherbergt eigentlich nur wenige bis gar keine Überraschungen und ist auch alles andere als klischeefrei ausgefallen. Aber das ist in diesem Fall einfach komplett egal, denn Stallone und De Niro sind beide großartig in dem Film und es macht einfach nur irrsinnig viel Spaß, den beiden Schwergewichten bei der Arbeit zuzusehen. Unterstützt von einer stattlichen Riege an Co-Stars wie Kevin Hart, LL Cool J, einem unfassbar guten Alan Arkin und einer für ihr Alter - die gute Frau wird Ende dieses Jahres schon 62!!! - unfassbar heißen Kim Basinger laufen die beiden Kontrahenten zu absoluter Höchstform auf und begleichen ihre offenen Rechnungen schließlich in einem toll inszenierten Schlusskampf. GRUDGE MATCH ist richtig, richtig gut und macht riesengroße Lust auf eine Wiederentdeckung der ROCKY-Filme, die er in nicht wenigen Szenen liebevoll zitiert.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


RIO BRAVO (USA 1959, Regie: Howard Hawks)

Mal wieder eine filmische Bildungslücke geschlossen. RIO BRAVO gilt als absoluter Klassiker des Western, als wegweisender Meilenstein. Und er ist so etwas wie die Mutter, die Oma, die Tante, der Vater, der Onkel und der Opa aller Belagerungsfilme. Toll das Zusammenspiel zwischen den doch so ungleichen Charakteren, die gemeinsam auf den großen Angriff warten und die einem als Zuschauer von Minute zu Minute des Films mehr ans Herz wachsen. Natürlich ist es vor allem Dean Martin als verschwitzter Trunkenbold, der die Sympathie des Zuschauers auf sich zieht, aber natürlich fiebert man genauso mit John Wayne als auf den ersten Blick harten, bei näherer Betrachtung jedoch ziemlich schüchternen und verlegenen Sheriff, mit Ricky Nelson als abenteuerlustigen Jungspund und mit Walter Brennan als ständig ein schier unverständliches Kauderwelsch von sich gebenden Stumpy mit. Es sind diese vier Typen mit ihren Ecken und Kanten, die sich sich zusammenraufen müssen, die sich gegenseitig immer wieder aus der Patsche helfen und die trotz der bedrohlichen Situation auch nie ihren Humor zu verlieren scheinen, die aus RIO BRAVO einen absolut sehenswerten und auch schönen Film machen. Das Belagerungsszenario selbst, welches sich am Ende in einem im wahrsten Sinne des Wortes explosiven Finale entlädt, tritt da schon fast etwas in den Hintergrund.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


CALIFORNICATION: SEASON 6 (USA 2013, Idee: Tom Kapinos)

Diese sechste Staffel von CALIFORNICATION bietet ähnlich solide und kurzweilige Unterhaltung wie die fünf Staffeln zuvor.
Hank Moody (David Duchovny) landet erst in einer Reha-Klinik, soll schließlich sein Buch für einen exaltierten Rockstar (Tim Minchin) in ein Musical umschreiben und beginnt - da eine Rückkehr zu seiner großen Liebe Karen (Natascha McElhone) mittlerweile unmöglich erscheint - eine leidenschaftliche Affäre mit einem Groupie (Maggie Grace).
Der sich über die insgesamt 12 Episoden dieser sechsten Staffel erstreckende Plot ist - auch das ist nicht neu - jedoch erneut nur Staffage für die verrückten Abenteuer, die Hank und sein bester Kumpel Charlie (Evan Handler) so erleben dürfen und die zum großen Teil aus ausufernden Schauwerten bestehen.
CALIFORNICATION ist ein skurriler und gnadenlos überzeichneter Blick auf die Welt der Stars - egal ob diese nun aus Film, Fernsehen oder dem Musikbusiness stammen -, in der sich wirklich alles nur um Dekadenz zu drehen scheint. Partys, Drogen und Sex bestimmen diese oberflächliche Welt, der Serienschöpfer Tom Kapinos einmal mehr ihren eigenen Spiegel vorhält. David Duchovny als Hank und vor allem auch Evan Handler als Charlie sind erneut brillant. Handler ist neben Duchovny der heimliche Star der Serie und es ist schön zu sehen, dass diese sechste Season für seinen über die bisherigen Staffeln mehr als gebeutelten Charlie ein kleines Happy End bereithält. Ob dieses von Dauer sein kann, wird sich schließlich in der siebten und letzten Staffel zeigen.
Noch ein paar Anmerkungen zum einen oder anderen Gaststar: Rob Lowe, der schon in früheren Staffeln zu sehen war, spielt komplett entfesselt, Marilyn Manson spielt sich in herrlich selbstironischen Auftritten selbst und Maggie Grace als Hanks Love Interest ist einfach nur bezaubernd.
Und überhaupt scheint CALIFORNICATION mittlerweile für alle Beteiligten - insbesondere vor, wahrscheinlich aber auch hinter der Kamera - einfach nur noch ein riesengroßer Spaß zu sein, bei dem man vollkommen ungehemmt die Sau rauslassen kann. Ich freu mich schon auf Staffel Nr. 7.


BROKEN CITY (USA 2013, Regie: Allen Hughes)

Mark Wahlberg spielt Billy Taggart, einen Ex-Cop, der mittlerweile als Privatdetektiv mehr schlecht als recht über die Runden kommt. Als der kurz vor der Wiederwahl stehende New Yorker Bürgermeister (Russell Crowe) ihn für eine stattliche Summe engagiert um seine Frau (Catherine Zeta-Jones) zu überwachen und möglichst inflagranti beim Seitensprung zu erwischen, nimmt Billy diesen Auftrag dankend an und kommt bei der Durchführung einer politischen Verschwörung auf die Spur…
BROKEN CITY ist eine typische Mischung aus Verschwörungs- und Politthriller, wie man sie so oder so ähnlich schon häufig gesehen hat. Regisseur Allen Hughes - der hier erstmals einen abendfüllenden Kinofilm ohne seinen Zwillingsbruder Albert inszeniert (die beiden hatten zuvor u.a. MENACE II SOCIETY, DEAD PRESIDENTS und FROM HELL gedreht) - bemüht zwar viele Klischees und Stereotypen, schafft es meines Erachtens aber dennoch, einen durchaus spannenden Film abzuliefern. Mark Wahlberg ist souverän und überzeugend wie immer und Russell Crowe spielt diese Rolle des schmierigen Politikers mit Dreck am Stecken einfach richtig gut. Und die Tatsache, dass ich mir Filme dieses Subgenres schon immer gern angesehen habe, trägt natürlich auch viel dazu bei, dass ich BROKEN CITY ausgesprochen wohlwollend gegenüber stehe.

Persönliche Bewertung: Gut!


TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES (USA 2014, Regie: Jonathan Liebesman)

Die Ninja-Schildkröten sind zurück. Knapp ein Viertel Jahrhundert nach dem Erfolg des ersten TURTLES-Kinofilms bekommen die Kampfkunstspezialisten und Pizzaliebhaber ein Remake spendiert. Produziert von Krawallspezialist Michael Bay und inszeniert von BATTLE LOS ANGELES-Regisseur Jonathan Liebesman ist TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES definitiv kein Film, der auch nur im geringsten Verdacht stehen würde, auch nur ansatzweise so etwas wie qualitativ hochwertige oder gar anspruchsvolle Unterhaltung zu bieten. Ich habe unterhaltsamen Big-Budget-Trash erwartet und genau das habe ich bekommen. Die Actionszenen - insbesondere die Sequenz im Schnee und das Finale - fand ich ausgesprochen gelungen in Szene gesetzt, Megan Fox durfte mal wieder verdammt hübsch aussehen und der Humor war bei weitem nicht so infantil wie befürchtet. Und ein paar nette 3D-Effekte gab es auch zu bewundern.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!


SOLARBABIES (USA 1986, Regie: Alan Johnson)

In SOLARBABIES versucht eine Gruppe Jugendlicher mit Hilfe einer magischen Kugel in einer post-apokalyptischen Welt, in der Wasser das höchste Gut geworden ist, aus einem totalitären System zu entfliehen…
MAD MAX meets THE GOONIES & Co. - SOLARBABIES vermischt zwei in den 80er Jahren ausgesprochen beliebte Subgenres miteinander, nämlich den Endzeitfilm und den Abenteuerfilm mit jugendlichen Protagonisten. Das Ergebnis kann sich durchaus auch heute noch sehen lassen. SOLARBABIES ist ausgesprochen kurzweilig geraten, überrascht mit ein paar derben (Gewalt-)Spitzen und bietet sehr schöne und detailreiche Settings und Kulissen. Und die Effekte von Richard Edlund sind toll.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!


SEX TAPE (USA 2014, Regie: Jake Kasdan)

Jason Segel und Cameron Diaz müssen sich damit auseinandersetzen, dass ein privates Sexvideo an die Öffentlichkeit gelangt ist. Nun gilt es, die weitere Verbreitung zu verhindern…
90 Minuten hanebüchener Unsinn, komplett überkonstruiert, unglaubwürdig und voller Logikfehler. SEX TAPE eignet sich hervorragend dazu, in den Berieselungsmodus umzuschalten. Ein Paradebeispiel für seichte Mainstream-Kost aus Hollywood, die aber auch durchaus ein paar nette Gags zu bieten hat (einige davon streifen dann auch leicht die Grenze zum Gross-Out-Humor). Und dann gibt es da halt auch diese einfach nur großartige Sequenz in der Mitte des Films. Diese Szene im Haus des von Rob Lowe gespielten Hank, in der plötzlich pure Anarchie herrscht und bei der ich tatsächlich fast Tränen gelacht habe. Die allein macht SEX TAPE dann fast schon wieder sehenswert.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!


DEATH BEFORE DISHONOR (USA 1987, Regie: Terry Leonard)

Uiuiuiuiui, was für eine Granate. Nähere Gedanken sollte man sich über DEATH BEFORE DISHONOR - der Titel des Films ist tatsächlich Programm und sagt schon verdammt viel über die Gesinnung dieses Krachers aus - lieber nicht machen, sonst dürfte man verdammt schnell seinen Spaß an diesem Heuler verlieren. DEATH BEFORE DISHONOR, die einzige Regiearbeit von Terry Leonard (der allerdings im Stunt-Bereich innerhalb des Actiongenres eine Filmographie aufzubieten hat, bei der einem die Kinnlade runterklappt, beginnend bei MCLINTOCK! und EL DORADO Anfang der 60er Jahre und aktuell endend bei THE LONE RANGER und THE AMAZING SPIDER-MAN 2), steht fest in der Tradition der erzreaktionären Actiongülle aus den 80er Jahren und ist ganz eindeutig als Relikt der Reagan-Zeit zu erkennen. Die Rollen zwischen “Gut“ (die US-Marines) und “Böse“ (Terroristen in einem arabischen Fantasie-Staat) sind glasklar verteilt und natürlich dürfen es die lieben “Guten“ den fiesen “Bösen“ hier so richtig besorgen. Aus heutiger Sicht wirkt DEATH BEFORE DISHONOR einfach nur noch befremdlich und natürlich kann und darf man diesen Film hier einfach nicht mehr ernst nehmen. So kann und will ich persönlich einen Film wie diesen auch ausschließlich nach dem reinen “Unterhaltungsfaktor“ bewerten und da kommt man als Fan des Actionkinos der 80er Jahre absolut auf seine Kosten. Die Actionsequenzen sind toll inszeniert, spektakulär in Szene gesetzt und mit einer mehr als gesunden Härte ausgestattet (man merkt, dass hier ein Stuntexperte am Werk war). Hauptdarsteller Fred Dryer ist zwar ein kompletter Unsympath, auf der schauspielerischen “Haben“-Seite gibt es dafür eine verdammt heiße Joanna Pacula als Reporterin zu bewundern und mit Brian Keith und Paul Winfield haben sich außerdem noch zwei weitere bekannte Gesichter in diesen mehr als zweifelhaften Film verirrt. Langeweile kommt in dem ganzen Tohuwabohu nie auf und einen gewissen Grad an Spannung kann man DEATH BEFORE DISHONOR definitiv auch nicht absprechen. Und um diesen Eintrag mit ein bisschen mehr Namedropping abzuschließen (und um zu beweisen, dass da auch hinter der Kamera der eine oder andere namhafte Mensch mitgewirkt hat): die Musik stammt vom australischen Komponisten Brian May, der viele australische Genrefilme - u.a. MAD MAX und MAD MAX 2 - mit seinen Scores veredelte und als Director of Photography war Don Burgess tätig, dessen Filmographie u.a. Titel wie FORREST GUMP, CAST AWAY und SPIDER-MAN aufweist.

Persönlich Bewertung aus rein unterhaltungstechnischen Gesichtspunkten: Gut!


STEREO (Deutschland 2014, Regie: Maximilian Erlenwein)

In STEREO tritt von heute auf morgen mit Moritz Bleibtreu ein unliebsamer Gast in das Leben von Jürgen Vogel und zwingt diesen dazu, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen…
Willkommene Abwechslung zu dem, was das deutsche Kino sonst so zu bieten hat. STEREO ist grundsolide Genrekost, atmosphärisch unglaublich dicht, kreuzunheimlich und über weiteste Strecken wirklich saumäßig spannend. Bleibtreu und Vogel sind klasse und würde Erlenweins Film nicht im Finale ein kleines bisschen die Luft ausgehen - irgendwann wird dann doch klar, auf was alles hinauslaufen wird - man hätte es nicht nur mit einem guten, sondern sogar mit einem verdammt guten Film aus Deutschland zu tun. Aber auch trotz dieser vermeintlichen Schwäche ist STEREO auf jeden Fall ein Film, den man sich definitiv ansehen sollte. Allein nur um zu sehen, dass es auch anders geht im deutschen Kino. STEREO setzt eine Duftmarke, er ist ein Ausrufezeichen, praktisch der erhobene Mittelfinger gegen die zunehmende Schweig(höf)erisierung des deutschen Films. Gut, dass es ihn gibt.

Persönliche Bewertung: Gut!


FURY (China/Großbritannien/USA 2014, Regie: David Ayer)

Brad Pitt kommandiert in FURY einen mit fünf Mann besetzten Panzer und kämpft sich im April 1945 durch Nazideutschland…
Die Beurteilung von Kriegsfilmen fällt mir persönlich nicht wirklich leicht. Wann ist ein Film mit so einem ernsten Thema - dem die Macher ja irgendwie gerecht werden müssen, wobei sie gleichzeitig auch einen in irgendeiner Art und Weise “unterhaltsamen“ Film auf die Leinwand zaubern sollen (wobei ich das Wort unterhaltsam in der Verbindung mit dem Wort Krieg schon ziemlich pervers finde) - denn wirklich gut und wann nicht? Ich bin mir nicht wirklich sicher.
Regisseur David Ayer beschäftigt sich in FURY vor allem mit der Frage, was der Krieg mit den Soldaten anrichtet, wie er sie entmenschlicht, ganz egal, auf welcher Seite sie stehen. Vom dumpfen Hurra-Patriotismus manch anderer Genrevertreter ist in FURY nicht wirklich viel zu sehen (am ehesten vielleicht im Finale, dessen Inszenierung man aus “Unterhaltungs“- und “Suspense“-Gründen zwar nachvollziehen kann, welches im Vergleich zum Rest des Films aber etwas arg übertrieben daherkommt), Ayer zeigt stattdessen in drastischen Bildern - es sind vor allem auf den ersten Blick eher unscheinbarere Momente, die im Gedächtnis bleiben und lange nachwirken (bspw. eine kurze Szene, in der der Panzer über tiefes matschiges Gelände fährt und man in einer kurzen Einstellung erahnen kann, dass unter dem tiefen Matsch eine Leiche begraben liegt) - was der Einsatz im Krieg aus den fünf Mann im Panzer gemacht hat, wie sie nur noch funktionieren zu scheinen und keinerlei Empathie mehr empfinden können. Besonders deutlich wird dies an der Figur des von Logan Lerman gespielten Norman, einem Jungspund, der vom Schreibtisch direkt an die Front versetzt wurde und für diese Aufgabe eigentlich viel zu “weich“ ist. Man kann Ayer vorwerfen, dass gerade diese Figur vielleicht etwas zu klischeehaft gezeichnet ist, aber dies ist meines Erachtens zwingend erforderlich, um den krassen Wandel, den Lermans Charakter während des Films durchmacht - vom empathischen Weichei zur gewissenlosen Tötungsmaschine -, so schockierend wie möglich darstellen zu können. Und das gelingt Ayer in meinen Augen hier ganz vorzüglich. Ganz vorzüglich gelungen ist Ayer auch die Inszenierung der Action- und Suspensesequenzen. Die Kampfhandlungen kommen praktisch ständig aus dem Nichts, treffen den Zuschauer in ihrer nüchternen Härte mit voller Wucht und sind ausgesprochen unangenehm anzuschauen. FURY zeigt den Krieg in all seiner Grausamkeit, in dunklen und dreckigen Bildern.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


MONSTERS UNIVERSITY (USA 2013, Regie: Dan Scanlon)

Im Prequel zum großartigen MONSTERS, INC. aus dem Jahr 2001 begleiten wir Mike (erneut gesprochen von Billy Crystal) und Sullivan (John Goodman, der diese Sprechrolle ebenfalls im Vorgänger übernommen hatte) während ihrer Zeit an der Uni und dem schwierigen Weg zum professionellen Kinderschreck. MONSTERS, INC. ist in meinen Augen noch immer einer der besten Filme aus dem Hause Pixar und dieses 12 Jahre nach dem Original herausgekommene Prequel muss wirklich in verdammt große Fußstapfen treten, um auch nur annähernd dessen Qualität erreichen zu können. Fast erwartungsgemäß erweisen sich die Fußstapfen dann halt doch einfach als zu groß. MONSTERS UNIVERSITY hat zwar ein paar wirklich ausgesprochen hübsche Gags zu bieten und begeistert mit ganz viel Detailreichtum rund um den Campus, das alles kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei MONSTERS UNIVERSITY um einen der etwas schwächeren Filme aus der Pixar-Schmiede handelt. Und die Tatsache, dass er aber immer noch locker gleichwertig - vielleicht sogar besser - ist als die meisten Filme der Konkurrenzstudios untermauert nur meine These, dass Pixar in diesem Bereich der Animation noch immer das Maß aller Dinge darstellen. Da können sich DreamWorks Animation und alle anderen noch so sehr strecken, die Qualität von Pixar bleibt weiterhin unerreicht.

Persönliche Bewertung: Gut!


NORTH DALLAS FORTY (USA 1979, Regie: Ted Kotcheff)

NORTH DALLS FORTY zeigt Nick Nolte als alternden Football-Spieler, der komplett in der Maschinerie des Profisports gefangen ist und der sich - nachdem er die attraktive Charlotte (Dayle Haddon) kennengelernt hat - sich mehr und mehr die Sinnfrage stellt. Basierend auf dem Roman des ehemaligen Football-Profis Peter Gent zeichnet Regisseur Ted Kotcheff die Welt dieses Profisports - die sich wohl locker auch auf andere Team-Sportarten übertragen lassen dürfte - als schonungsloses Geschäft, in dem nur die Stärksten eine Überlebenschance haben. Das ist jetzt sicher keine großartige Neuheit (und dürfte es selbst im Jahr 1979, als NORTH DALLAS FORTY erschienen ist, nicht mehr gewesen sein), mit welcher Schonungslosigkeit Kotcheff den American Football hier jedoch beleuchtet, ist schon irgendwie bemerkenswert. Bei den meisten Spielern handelt es sich um körperliche und seelische Wracks, deren Welt von exzessiven Parties sowie Drogen-, Tabletten- und Alkoholmissbrauch bestimmt wird. Natürlich kommt das teilweise etwas arg überzeichnet rüber, die Grundaussage des Films ist jedoch unmissverständlich. Würde mich ja schon interessieren, wie NORTH DALLAS FORTY damals in Sportkreisen aufgenommen wurde. Auf die Schnelle konnte ich im Internet leider nichts finden, kann mir aber durchaus vorstellen, dass so manche Funktionäre “not amused“ gewesen sein dürften.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


MARNIE (USA 1964, Regie: Alfred Hitchcock)

Sean Connery heiratet eine Diebin (’Tippi’ Hedren) und versucht ein tief in ihrer Vergangenheit begrabenes Geheimnis aufzudecken…
Einer der bekanntesten Filme von Altmeister Alfred Hitchcock ist mehr Psychodrama als Thriller (und hat aus diesem Grund nicht gerade viele echte Suspenseszenen zu bieten) und wirkt mitunter etwas sperrig und schwer zugänglich. Weswegen er mich dennoch komplett in seinen Bann gezogen hat, kann ich selbst nicht so richtig nachvollziehen. Nüchtern betrachtet fehlt es MARNIE sowohl an Spannung als auch an Identifikationsfiguren - Connery spielt einen selbstsüchtigen Unsympathen und die Hedren wirkt einfach nur anstrengend hysterisch - und mit einer Laufzeit von 130 Minuten ist Hitchcocks Film auch nicht wirklich kurzweilig geraten. Und doch fand ich MARNIE toll, verdammt toll, sogar regelrecht faszinierend. Vielleicht lag es an dieser nicht greifbaren Mystery-Atmosphäre, die der Film ausstrahlte und die über die komplette Laufzeit ein Gefühl stetigen Unbehagens vermittelte, so, als könnte in jeder Sekunde eine große Katastrophe über die Protagonisten hereinbrechen. Und diese “große Katastrophe“ wurde dann ja auch irgendwie mit der Auflösung des Grunds der psychischen Störung der titelgebenden Hauptfigur präsentiert. Im Hinblick auf das Erscheinungsjahr des Films fand ich diese - und insbesondere auch die entsprechende Bebilderung - schon ziemlich derb und heftig.

Persönliche Bewertung: Großartig!


HOW I MET YOUR MOTHER: SEASON 3 (USA 2007-2008, Idee: Carter Bays/Craig Thomas)

Ja, doch, diese dritte Staffel von HOW I MET YOUR MOTHER hat ziemlich viel Spaß bereitet. Was für mich in den ersten beiden Staffeln nur ein netter Zeitvertreib mit einigen Längen gewesen ist, entwickelt langsam aber sicher doch ein ziemliches Suchtpotential. Bei Sitcoms ist es ja immer wichtig, dass die verschiedenen Charaktere möglichst gut miteinander harmonieren und das ist hier definitiv der Fall. Lily (Alyson Hannigan) und Marshall (Jason Segel) mit ihrem extrem merkwürdigen Eheleben, Robin (Cobie Smulders) und Ted (Josh Radnor), die nach ihrer Trennung versuchen, eine normale Freundschaft aufzubauen und natürlich Neil Patrick Harris als Barney - ohne den HOW I MET YOUR MOTHER wahrscheinlich nicht mal halb so gut wäre - mit seinen schier unerschöpfbaren Ideen Frauen rumzukriegen. Man fühlt sich wohl in der Gesellschaft der fünf Freunde und beobachtet sie nur allzu gerne beim Versuch, ihr Leben halbwegs in den Griff zu kriegen.
Die besten Episoden dieser dritten Staffel: DOWISETREPLA, in der Marshall und Lily auf die fixe Idee kommen, sich eine Wohnung zu kaufen und damit den größten Fehler ihres Lebens begehen, SPOILER ALERT, in der sich die fünf Freunde ihre verschiedenen Fehler und Unzulänglichkeiten vorhalten, THE BRACKET, in der Barney sich mit der Situation auseinandersetzen muss, dass eine seiner Ex-Freundinnen sein Liebesleben zu sabotieren versucht (vielleicht sogar die beste Folge der Staffel), und THE CHAIN OF SCREAMING, in der sich Marshall gegen seinen Boss behaupten muss.


:love: THE GREAT ESCAPE (USA 1963, Regie: John Sturges) :love:

Basierend auf einer wahren Begebenheit, erzählt THE GREAT ESCAPE den groß angelegten Ausbruch alliierter Soldaten aus einem deutschen Kriegsgefangenenlager während des zweiten Weltkriegs. Sturges’ Film gehört zu den ganz großen Klassikern seines Genres (wobei er fast mehr Abenteuer- als Kriegsfilm zu sein scheint) und es ist mir schon fast etwas peinlich, dass ich ihn tatsächlich erst jetzt zum ersten Mal gesehen habe. Die jetzige Sichtung war also praktisch das Schließen einer eklatanten filmischen Bildungslücke. Und es hat sich absolut gelohnt. THE GREAT ESCAPE wird dem Ruf, der ihm vorauseilt, wirklich mehr als gerecht, wobei ich auch sagen muss, dass ich die erste Hälfte des Films mitunter etwas arg befremdlich fand, da das Gefangenenlager zeitweise eher an einen Abenteuerspielplatz oder an ein Pfadfinder-Camp erinnerte, was ich angesichts der Thematik des Films während der Sichtung doch etwas unpassend fand. Im Nachhinein betrachtet - mit dem Wissen des kompletten Films im Kopf - relativiert sich diese Unpässlichkeit jedoch absolut, denn der Bruch im Film kommt nach gut 90 Minuten, und zwar nachdem der von McQueen grandios gespielte Hilts mal wieder in die Einzelhaft verbannt wurde und sich die Durchführung der Flucht nähert. Ab diesem Zeitpunkt verwandelt sich THE GREAT ESCAPE in einen echten “Nailbiter“, Sturges hält die Spannungskurve praktisch über die komplette zweite Hälfte des Films am Limit und die scheinbare Leichtigkeit, die noch bei den Vorbereitungen zur Flucht vorherrschte (und die unter den Gefangenen wohl zwingend notwendig war, um die Flucht überhaupt planen und dann auch durchführen zu können) verwandelt sich in tödlichen Ernst. Am Ende soll es nur ein Bruchteil tatsächlich in die Freiheit schaffen, andere werden gefasst und zurückgebracht, wieder andere müssen mit ihrem Leben bezahlen. Doch trotz aller Verluste, die die Flüchtenden hinnehmen müssen, ist THE GREAT ESCAPE ein positiver Film, ein Plädoyer für Freundschaft und den Mut zum Widerstand.

Persönliche Bewertung: Meisterwerk!


NIGHTCRAWLER (USA 2014, Regie: Dan Gilroy)

Regisseur und Drehbuchautor Dan Gilroy rechnet gnadenlos mit dem Sensationsjournalismus ab. Jake Gyllenhaal spielt den unabhängigen Kameramann Louis Bloom, der mit der Nachrichtenchefin (Rene Russo) eines kleineren TV-Senders einen Deal eingeht und diese exklusiv mit Bildmaterial von Unfall- und Verbrechensschauplätzen versorgt. Je blutiger und schockierender die Bilder, desto höher ist der Preis, den Bloom für seine Arbeit verlangen kann. Es dauert nicht lange, bis Bloom selbst regelrecht über Leichen geht.
NIGHTCRAWLER ist ein ziemlicher Downer, zeigt eine pervertierte (Medien-)Welt, in der jegliche Art von Ethik, Anstand und Moral über Bord geworfen wurde, und gönnt dem Zuschauer nicht mal ein kathartisches Ende. Bloom ist nur einer von vielen und er wird - ohne großartige Konsequenzen fürchten zu müssen - auch in Zukunft so weiter machen wie bisher. Jake Gyllenhaal ist in der Hauptrolle des Louis Bloom schon fast erschreckend gut und liefert eine der besten Vorstellungen seiner Karriere ab. Ein unglaublich unangenehmer Film, der extrem realistisch rüberkommt. Schaut man sich mal so die Nachrichtenformate mancher Privatsender bewusst und aufmerksam an, man wird feststellen, dass die Welt, die NIGHTCRAWLER zeichnet, näher ist als wir uns alle vorzustellen wagen.

Persönliche Bewertung: Großartig!


SWINGERS (USA 1996, Regie: Doug Liman)

Regisseur Doug Liman wirft einen Blick auf die am unteren Ende der Showbusiness-Nahrungskette stehenden Menschen in Hollywood. In SWINGERS geht es um eine Gruppe von Freunden (u.a. Vince Vaughn), die allesamt von einer Karriere als Schauspieler träumen, bisher aber noch nicht wirklich einen Erfolg verzeichnen konnten. In der kurzen Zeitspanne, die SWINGERS abdeckt, kümmert sich die Clique um einen der ihren, genauer gesagt um Mike (Jon Favreau), selbst ernannter Schauspieler und Comedian, der unter schwerem Liebeskummer leidet und dringend aufgebaut werden muss. Der Zuschauer begleitet Mike und seine Freunde auf ihren Wegen durch verschiedene Bars und Clubs in LA, geht mit ihnen auf Partys und schaut ihnen beim Zocken auf der Konsole zu. SWINGERS erzählt weniger eine Geschichte, sondern definiert sich eher durch das Erzeugen von Stimmungen und Gefühlen. Limans Film fließt dahin wie ein langer, ruhiger Fluss und ist mit seiner tiefenentspannten und verträumten Art ganz vorzüglich dazu geeignet, sich einfach fallen zu lassen und sich in ihn zu verlieren. SWINGERS vermittelt ein Gefühl, als ob man irgendwo in Gedanken versunken auf einer grünen Wiese läge, die Wolken über sich beim Vorbeiziehen beobachtete und die Zeit darüber einfach vergäße. Als ich nach gefühlten 45 Minuten Laufzeit eher zufällig auf das Display des Blu-ray-Players schaute, konnte ich fast nicht glauben, dass tatsächlich bereits 87 Minuten verstrichen waren und der Film bald vorbei sein sollte. Ich hätte Mike und seine Kumpels gerne noch ein bisschen länger begleitet.
Und letzte Anmerkung zum Schluss: die diversen RESERVOIR DOGS-Zitate waren toll!

Persönliche Bewertung: Gut!


THE BIG BOUNCE (USA 2004, Regie: George Armitage)

Anfang des Monats hatte ich mir mit THE BIG BOUNCE aus dem Jahr 1969 bereits die erste Verfilmung des gleichnamigen Romans von Elmore Leonard angesehen und war von der Geschichte rund um den heißblütigen Jack Ryan und die verführerische Nancy durchaus angetan.
35 Jahre nach der Erstverfilmung kam eine weitere Version von Leonards Roman in die Kinos - man kann Armitages Film natürlich auch gerne als Remake bezeichnen - und auch diese Variante ist ausgesprochen gut gelungen. In die Rolle des Jack schlüpft Owen Wilson, die Rolle der Nancy spielt die eher unbekannte Sara Foster (die allerdings einfach nur “unbelievably fucking smoking hot“ ist) und in weiteren Rollen sind so bekannte Gesichter wie Morgan Freeman, Charlie Sheen, Gary Sinise, Willie Nelson, Vinnie Jones und Harry Dean Stanton zu sehen. Regisseur George Armitage setzt - ebenso wie Regisseur Alex March bei der Erstverfilmung - auch bei dieser Neuinterpretation in allererster Linie auf eine möglichst unaufgeregte Inszenierung, auf entspannte Stimmung und federleichte Unterhaltung. Und ebenso wie im Original funktioniert das auch hier im Remake - ich nenne THE BIG BOUNCE jetzt einfach mal so - wirklich ganz hervorragend. Man fühlt sich regelrecht tiefenentspannt bei der Sichtung dieses witzigen und wendungsreichen Abenteuers, wird von den wunderschön eingefangenen Bildern des Kameramanns Jeffrey L. Kimball verwöhnt und würde am liebsten auf die nächste Reiseportalseite surfen um mindestens 2 Wochen Urlaub auf Hawaii zu buchen.
Wenn ich Original und Remake nun direkte miteinander vergleichen müsste, würde ich wahrscheinlich zu dem Entschluss kommen, dass mir das Original noch einen kleinen Tick besser gefallen hat. Aber wirklich nur einen kleinen Tick.

Persönliche Bewertung: Gut!


CALIFORNICATION: SEASON 7 (USA 2014, Idee: Tom Kapinos)

In der siebten und letzten Staffel von CALIFORNICATION landet der von David Duchovny einmal mehr genial verkörperte Hank Moody als Drehbuchschreiber beim Fernsehen, während seinem besten Freund Charlie (Evan Handler) extreme Geldsorgen den Kopf zerbrechen. Langsam aber sicher geht CALIFORNICATION die Puste aus und es ist gut, dass die Serie nach dieser Staffel ein Ende fand und nicht nochmals verlängert wurde. Der Plot wirkt streckenweise extrem überkonstruiert - u.a. taucht plötzlich ein erwachsener Sohn aus einer früheren Affäre von Hank auf - und diese ganzen absurden und irrsinnigen Situationen, in die Hank und Charlie immer wieder geraten, wirkten in den Staffeln zuvor irgendwie lebendiger und witziger.
“Outstanding“ ist natürlich weiterhin die Performance von Duchovny. Hörte man früher den Namen dieses Schauspielers, musste man zwangsläufig an Fox Mulder aus THE X-FILES denken, mittlerweile dürfte jeder, der CALIFORNICATION gesehen hat, mit David Duchovny in erster Linie Hank Moody verbinden. Ich bin schon sehr gespannt, wie Duchovny den Weg zurück zu Mulder finden wird, schließlich wurde ja gerade brandaktuell ein kleines Revival der X-Akten angekündigt.
Insgesamt betrachtet war diese letzte Staffel also eher “gut und solide“ und weniger “sehr gut und begeisternd“. Und trotzdem hat auch diese siebte Season 7 auf mich persönlich einen ganz besonderen Reiz ausgeübt. Die Staffel wurde zu großen Teilen auf dem Studiogelände von Sony gedreht (welches auch immer als solches zu identifizieren war) und da Silke und ich anlässlich unseres Trips nach Hollywood im letzten Herbst u.a. auch die Sony Studios besichtigen konnten, waren uns natürlich verdammt viele Schauplätze dieser siebten Staffel vertraut. War schon irgendwie cool, die jetzt auf dem Fernseher wiederzusehen.
Noch kurz ein paar Worte zum Staffel- und Serienende: Diese Montage zu den Klängen von Elton Johns großartigem “Rocket Man“ ist richtig, richtig toll geraten. Und wenn dann in dieser letzten Einstellung Hanks verlassener Porsche mit geöffneter Tür im Abendrot steht, das Bild langsam schwarz wird und der Abspann einsetzt, hat das schon ein ziemliches Gänsehautpotential.
Ein schönes Ende einer insgesamt betrachtet sehr guten Serie.


THE SWITCH (USA 2010, Regie: Josh Gordon/Will Speck)

Typische RomCom, die ausschließlich zum Ziel hat, den Weg zum unausweichlichen Ende - wenn sich Männlein und Weiblein trotz aller widrigen Umstände dann doch glücklich in den Armen liegen - möglichst abwechslungsreich zu gestalten. In den seltensten Fällen gelingt das sonderlich überzeugend. Auch THE SWITCH macht da keine Ausnahme, höchstens vielleicht in der Hinsicht, dass das Storykonstrukt hier ganz besonders absurd ist. Eine im Suff ersetzte Samenspende ist letztlich der Auslöser, dass aus langjährigen Freunden am Ende ein Liebespaar wird. Das ist natürlich alles nicht sonderlich glaubwürdig, logisch oder in irgendeiner Art und Weise überzeugend, einen gewissen Unterhaltungswert kann man Filmen wie diesen aber halt auch nicht absprechen. THE SWITCH punktet mit der bezaubernden Jennifer Aniston in der Hauptrolle (der heimlichen Göttin der romantischen Komödie), mit der durchgeknallten Juliette Lewis in einer Nebenrolle und mit einem Kinderdarsteller (Thomas Robinson), der tatsächlich die absolute Schau und für praktisch alle Gags und Lacher des Films verantwortlich ist.

Persönliche Bewertung: Nett!


HORRIBLE BOSSES 2 (USA 2014, Regie: Sean Anders)

Einigermaßen ansehnliche Fortsetzung des tollen HORRIBLE BOSSES aus dem Jahr 2011, die allerdings daran krankt, dass das, was den Vorgänger ausgezeichnet hatte - nämlich das absurd-komische Zusammenspiel zwischen den drei gepeinigten Arbeitnehmern und den drei fiesen Bossen - hier einfach nicht mehr vorhanden ist bzw. vorhanden sein kann. Aufgrund der Ereignisse im Vorgänger existieren sowieso nur noch zwei Bosse, nämlich Kevin Spacey und Jennifer Aniston, und die tauchen beide nur in kleineren Nebenrollen auf. Die von Jason Bateman, Jason Sudeikis und Charlie Day gespielten Angestellten aus Teil 1 sind nun ihre eigenen Bosse, haben sich mit der Erfindung eines innovativen Duschkopfs selbständig gemacht und werden von einem fiesen Industriellen (Christoph Waltz) und dessen Sohn (Chris Pine) ganz gehörig über den Tisch gezogen. Das schreit nach Rache. HORRIBLE BOSSES 2 ist durchaus nett anzusehen, hat ein paar richtig gute Gags zu bieten und wartet mit einer der lustigsten Verfolgungsjagden der letzten Jahre auf, so wirklich gezündet hat Anders’ Film am Ende aber doch nicht. Da war der Vorgänger deutlich besser, witziger, kurzweiliger und unterhaltsamer. Und Christoph Waltz wäre gut beraten, wenn er nicht wirklich jede Rolle zu einer weiteren Hans-Landa-Variation verkommen lassen würde.

Persönliche Bewertung: Nett!


THE BOXTROLLS (USA 2014, Regie: Graham Annable/Anthony Stacchi)

THE BOXTROLLS ist der jüngste Animationsfilm von Leika Entertainment, dem Studio, welches auch für CORALINE und PARANORMAN verantwortlich zeichnete. Und Leika bleibt sich vom Stil her treu, wenngleich THE BOXTROLLS doch etwas kindgerechter geraten ist als die beiden Filme zuvor. Von der teilweise schon arg morbiden Stimmung und dem tiefschwarzen Humor aus CORALINE und PARANORMAN ist in THE BOXTROLLS nicht wirklich viel zu spüren. Die titelgebenden Monster sind äußerst liebenswert und stellen keinerlei Bedrohung dar. Vielmehr müssen sie selbst vor den Menschen geschützt werden, die sie missverstehen und ausrotten wollen. Ein kleiner Junge wird schließlich zum Bindeglied zwischen Monstern und Menschen und ermöglicht am Ende des Tages ein harmonievolles Miteinander. So ist THE BOXTROLLS bei all der relativ harmlosen und kindgerechten Handlung als durchaus pädagogisch wertvoll zu bezeichnen, setzt er doch ein klares Zeichen für Toleranz und Offenheit dem Fremden gegenüber.

Persönliche Bewertung: Nett!


MIAMI VICE: SEASON 3 (USA 1986-1987, Idee: Anthony Yerkovich)

MIAMI VICE bleibt sich und seinem Stil auch in der dritten Staffel treu. 23 verschiedene Fälle auf insgesamt 24 Episoden verteilt - bei keinem einzigen gibt es ein echtes Happy End. Jeder auf den ersten Blick positive Ausgang wird von dunklen Schatten begleitet, die zutiefst melancholische und bedrückende Stimmung und Atmosphäre der ersten beiden Staffeln ist auch in Staffel Nr. 3 allgegenwärtig und die Schicksalsschläge, die Crockett, Tubbs und ihr Team immer wieder einstecken müssen - incl. des plötzlichen und unerwarteten Todes ihres Partners Zito (John Diehl), der pünktlich zur Staffelmitte von Drehbuchautoren über den Jordan geschickt wurde - sind wirklich ziemlich harter Tobak. Meine Verwunderung über den großen Erfolg, den diese zutiefst deprimierende und ernüchternde Serie damals beim breiten Publikum hatte, bleibt bestehen. Ich gehe davon aus, dass sich viele Zuschauer wahrscheinlich doch von der glänzenden Hülle haben täuschen lassen und teilweise wohl gar nicht umreißen konnten, was ihnen hier eigentlich vorgesetzt wird. Denn die Hochglanzoptik von MIAMI VICE, der grandiose Soundtrack einer jeden einzelnen Episode und die großartigen Don Johnson und Philip Michael Thomas in den Hauptrollen bieten wohl tatsächlich genug Ablenkung von dem, was da unter der Oberfläche einer jeden einzelnen Folge brodelt. Aber ganz egal, aus welchen Gründen man sich von MIAMI VICE begeistern lässt, dass es sich hier bisher um eine richtig großartige Serie handelt, dürfte außer Frage stehen. Ich hoffe, dass auch die noch ausstehenden beiden Staffeln dieses hohe Niveau halten können.
Persönliche Lieblingsepisoden dieser Staffel: die Folge RED TAPE, in der eine Deep-Undercover-Operation von Tubbs in einer - wie könnte es auch anders sein - ziemlichen Katastrophe endet, und die Folge BABY BLUES, in der Crockett und Tubbs eher zufällig einem Menschenhändlerring auf die Schliche kommen.
Zum Abschluss noch ein kurzes Wort zu den Gaststars: neben dem einprägsamen Soundtrack und der - zumindest damals - ziemlich einzigartigen Optik, sind auch die diversen Gaststars in den einzelnen Episoden ein Aushängeschild von MIAMI VICE. Und es ist schon echt der Hammer, wer hier alles - teilweise noch ziemlich am Anfang der Karriere stehend - zu sehen ist. In dieser dritten Staffel geben sich u.a. Liam Neeson, Ron Perlman, Laurence Fishburne, Ed Lauter, Willie Nelson, Steve Buscemi, Stanley Tucci, Bill Paxton, Wesley Snipes, Chris Elliott, Helena Bonham Carter, Brad Dourif, Vincent D’Onofrio, John Leguizamo, Viggo Mortensen, Annette Bening, Lou Diamond Phillips, Melanie Griffith, Vanity, George Takei und Benicio Del Toro die sprichwörtliche Klinke in die Hand.


AUSTIN POWERS: INTERNATIONAL MAN OF MYSTERY (Deutschland/USA 1997, Regie: Jay Roach)

Mike Myers gegen sich selbst. AUSTIN POWERS: INTERNATIONAL MAN OF MYSTERY ist der erste von bis zum heutigen Tage insgesamt drei Filmen rund um den von Mike Myers gespielten Superagenten Austin Powers, der es mit dem ebenfalls von Mike Myers gespielten Superschurken Dr. Evil aufnehmen muss. Ich habe die AUSTIN POWERS-Filme bisher noch nicht gekannt und muss sagen, dass dieser Auftakt durchaus Lust auf mehr macht. Roachs Film ist herrlich albern geraten und der Geist der diversen James-Bond-Parodien und James-Bond-Kopien aus den 60er Jahren ist tatsächlich allgegenwärtig. Insbesondere in den ersten Minuten, in denen Roachs Film ja auch noch in dieser Zeit spielt, könnte man fast meinen, man hat einen dieser wunderbaren alten Filme im Player und nicht eine neue - wenn man das Wort “neu“ bei einem mittlerweile auch schon wieder 18 Jahre alten Film überhaupt noch verwenden darf - Persiflage auf den wohl berühmtesten Geheimagenten der Welt. AUSTIN POWERS: INTERNATIONAL MAN OF MYSTERY fängt diese Stimmung der Swinging Sixties mit seinen knallbunten Sets und Requisiten, seinen wunderbaren Kostümen und seiner totalen Unbekümmertheit wirklich ganz vorzüglich ein und hat mir schon allein aus diesem Grund richtig viel Spaß gemacht. Dazu gesellen sich jede Menge gelungener Gags, ein toller Soundtrack und die ungemein attraktive Elizabeth Hurley. Ich bin schon auf die beiden Nachfolger gespannt.

Persönliche Bewertung: Gut!


TRUE DETECTIVE: SEASON 1 (USA 2014, Regie: Cary Fukunaga)

TRUE DETECTIVE ist die neueste Hype-Serie aus den USA. Und hier ist der Hype tatsächlich mal gerechtfertigt. In der ersten Staffel geht es um zwei Polizisten (Matthew McConaughey und Woody Harrelson), die einen schrecklichen Ritualmord aufzuklären haben. Viel mehr will ich über den Plot gar nicht verraten.
Das Konzept der von Drehbuchautor Nic Pizzolatto erschaffenen Serie ist es, jeweils über die Dauer von 8 ca. 1-stündigen Episoden hinweg eine komplett in sich abgeschlossene Geschichte zu erzählen. Es gibt am Ende der Staffel keinen Cliffhanger, die Story ist mit dem Abspann beendet, in Staffel 2 wird es einen neuen Regisseur (Justin Lin), ein neues Hauptdarstellerpaar (Colin Farrell und Vince Vaughn) und natürlich eine komplett neue Geschichte geben. Und meine Güte, was bin ich schon auf Season 2 gespannt. Denn was Nic Pizzolatto und sein Regisseur Cary Fukunaga hier präsentieren lässt die Vorfreude auf das, was da noch kommen mag, ins schier Unermessliche steigen. TRUE DETECTIVE: SEASON 1 ist wirklich ganz, ganz großes Fernsehen. Matthew McConaughey und Woody Harrelson sind schlichtweg grandios in ihren Rollen und diese Charakter- und Storyentwicklung, diese Atmosphäre und dieser Spannungsaufbau, mit dem der Zuschauer hier konfrontiert wird, suchen seinesgleichen. Diese erste Staffel macht innerhalb kürzester Zeit absolut süchtig und zwingt einen als Zuschauer regelrecht dazu, sich alle 8 Folgen nahezu am Stück anzusehen. Großartig, einfach nur großartig!


SURVEILLANCE (Deutschland/Kanada/USA 2008, Regie: Jennifer Chambers Lynch)

In SURVEILLANCE von Regisseurin Jennifer Chambers Lynch - übrigens die Tochter des großartigen David Lynch - müssen zwei FBI-Agenten (Bill Pullman und Julia Ormond) aus widersprüchlichen Aussagen von drei Zeugen den Tathergang eines schrecklichen Verbrechens rekonstruieren. Zusammengesetzt aus den Zeugenaussagen und diversen Rückblenden, in denen man als Zuschauer zu sehen bekommt, was tatsächlich passiert ist, entwickelt SURVEILLANCE sich ziemlich schnell zu einer verdammt spannenden Angelegenheit, die mit so einigen überraschenden Härten garniert ist und schließlich in einen Plottwist mündet, den man gerne auch als Mindfuck bezeichnen darf. Der Nachname Lynch bürgt für Qualität, ganz egal ob nun Vater oder Tochter auf dem Regiestuhl Platz genommen haben.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!



AUSTIN POWERS: THE SPY WHO SHAGGED ME (USA 1999, Regie: Jay Roach)

2 Jahre nach dem ersten Teil kam diese Fortsetzung in die Kinos, die dem Vorgänger in Sachen Albernheit in nichts nachsteht. Auch AUSTIN POWERS: THE SPY WHO SHAGGED ME überzeugt durch herrlich unterhaltsamen Blödsinn, geile Settings und Kostüme und dieser erneut ganz vorzüglich eingefangenen Swinging-Sixties-Stimmung. Die Gags sind noch ein gutes Stück böser geraten als im Vorgänger (Highlights: Jerry Springer Show, alle Szenen mit Verne Troyer als Mini-Me und die Schattenspiele im Zelt).
Ja, das macht alles schon verdammt viel Spaß. Und mehr muss dann zu diesem Film eigentlich auch gar nicht gesagt bzw. geschrieben werden. Anschauen, lachen, glücklich sein…

Persönliche Bewertung: Gut!



WOLFCOP (Kanada 2014, Regie: Lowell Dean)

Überraschend ansehnlich Low-Budget-Produktion, in der ein ständig betrunkener Chaos-Polizist - ohne es überhaupt zu merken - während eines okkulten Rituals in einen Werwolf verwandelt wird und kurze Zeit später, anlässlich einer Sonnenfinsternis, geopfert werden soll. Doch der asoziale “WolfCop“ macht seinen Peinigern natürlich einen gehörigen Strich durch die Rechnung. WOLFCOP bietet über knapp 80 Minuten - genau die richtige Laufzeit für einen Film wie diesen - unbeschwerte und kurzweilige Genreunterhaltung, an der wohl wirklich jeder Freund solcher Low-Budget-Filme (WOLFCOP hat laut IMDB gerade mal eine Million kanadischer Dollar gekostet) seine Freude haben dürfte. Insbesondere die handgemachten Effekte - vor allem in den Verwandlungssequenzen - sind richtig gut geraten. Man merkt dem Film jederzeit an, dass hier Fans mit vollem Eifer bei der Sache waren. WOLFCOP ist grundsympathisch und auf die am Anfang des Abspanns bereits angekündigte Fortsetzung freu ich persönlich mich schon heute.

Persönliche Bewertung: Nett!



TEAM AMERICA: WORLD POLICE (Deutschland/USA 2004, Regie: Trey Parker)

Böse, böse, böse, was sich die SOUTH PARK-Macher hier haben einfallen lassen. In TEAM AMERICA: WORLD POLICE bekommt wirklich alles und jeder sein Fett ab. Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-il wird von einer Kakerlake gesteuert, Doku-Filmer Michael Moore entpuppt sich als Selbstmordattentäter und Anführer von Hollywoods vollkommen verlogenen Topstars, die medienwirksam nichts anderes im Sinn haben, als den politisch korrekten Gutmenschen zu spielen, und bei der titelgebenden Eliteeinheit handelt es sich um einen Haufen waffengeiler Narren, die beim Kampf gegen Terroristen billigend Personen- und Sachschäden in Kauf nehmen und sich dafür auch noch feiern lassen wollen (so werden bei einem Einsatz in Paris u.a. der Eiffelturm und das Louvre, bei einem Einsatz in Ägypten u.a. diverse Pyramiden und die Sphinx von Gizeh in Schutt und Asche gelegt).
TEAM AMERICA: WORLD POLICE ist ein bitterböser Kotzbrocken von einem Film und sprengt alle nur erdenklichen Grenzen des guten Geschmacks. Die Dialoge nur als derb zu bezeichnen wäre die Untertreibung des Jahrhunderts, es gibt Puppen-Sex, Puppen-Splatter und die Frage, welche Grenzen es für Satire geben sollte beantwortet Regisseur Trey Parker mit einem einzigen Wort: keine!
Mir persönlich hat TEAM AMERICA: WORLD POLICE verdammt viel Spaß bereitet, wobei ich allerdings auch einräumen muss, dass dieses ganz spezielle Konzept der Animation - so liebevoll und detailreich die Puppen und die Sets auch gestaltet sind - in meinen Augen keinen abendfüllenden Spielfilm trägt und sich mit zunehmender Laufzeit doch die eine oder andere Abnutzungserscheinung nicht verleugnen lässt.

Persönliche Bewertung: Gut!



AUSTIN POWERS IN GOLDMEMBER (USA 2002, Regie: Jay Roach)

Auch der dritte und bis heute letzte Teil der AUSTIN POWERS-Reihe bietet den schon aus den beiden Vorgängern bekannten und geschätzten Blödsinn in Reinkultur. Zwar werden manche Gags aus den ersten beiden Teilen einfach nur recycelt, wiederholt und leicht abgeändert präsentiert (eine Tatsache die natürlich gleich selbstironisch kommentiert wird), aber wer mag diesem herrlichen Unsinn aus diesem Grund schon großartig böse sein. Highlights natürlich wieder die Szenen mit Verne Troyer als Mini-Me, der wirklich sämtliche Lacher auf seiner Seite hat. Und die THE SILENCE OF THE LAMBS-Verarsche war auch ziemlich geil.

Persönliche Bewertung: Gut!



VORSCHAU:
Im amerikanischen Filmforum DVDTalk werden schon seit einigen Jahren in jedem Monat diverse Filmmarathons veranstaltet, die jeweils ein bestimmtes Thema abdecken. Im April knöpfen sie sich bei DVDTalk traditionell den von mir persönlich so heiß und innig geliebten Bereich des Exploitation- und Grindhouse-Kinos vor, zelebrieren B-Movies aus längst vergangenen Tagen und widmen sich Trash-Kunstwerken, die der Ottonormalverbraucher wohl nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde. Auch ich möchte mich - so weit es denn möglich ist (schließlich muss ich auch Rücksicht auf meine liebe Frau nehmen und so stehen selbstverständlich auch wieder Serien und diverse Blockbuster auf dem Spielplan) - im Monat April vermehrt diesen unterschlagenen Filmen zuwenden und freue mich schon auf möglichst viele obskure Werke, die den Weg in meinen Player finden werden.
Hier der Link zum entsprechenden Thread bei DVDTalk: http://forum.dvdtalk...-30-2015-a.html



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SPETTERS


SPETTERS SPETTERS (DVD: MGM, Großbritannien)
(OT: Spetters | Niederlande 1980 | Regie: Paul Verhoeven)

Infos zum Film:
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Motocross-Rennen sind die große Leidenschaft der drei Freunde Rien (Hans van Tongeren), Eef (Toon Agterberg) und Hans (Maarten Spanjer), die in den trostlosen Außenbezirken von Rotterdam aufgewachsen sind und davon träumen, eine ähnliche Karriere im Motocross-Sport hinzulegen wie ihr großes Idol Gerrit Witkamp (Rutger Hauer). Als eines Tages die verführerische Fientje (Renée Soutendijk) mit ihrer mobilen Imbissbude in das Leben der drei Freunde tritt und jedem von ihnen gehörig den Kopf verdreht, wird dadurch auch die Freundschaft von Rien, Eef und Hans auf harte Proben gestellt...

Spetters ist einer der letzten Filme, die Paul Verhoeven in seiner niederländischen Heimat gedreht hat, und erzählt die Geschichte von drei in den Außenbezirken von Rotterdam lebenden Freunden, die von einer Karriere im Motocross-Sport träumen. Diese Träume werden allerdings relativ schnell von der knallharten Realität eingeholt und so hat jeder von ihnen mit gewissen Schicksalsschlägen zum kämpfen. Und obwohl weder die drei männlichen Hauptcharaktere noch die von Renée Soutendijk gespielte Fientje aufgrund ihrer Taten und ihres Verhaltens so wirklich als Identifikationsfiguren taugen mögen, schafft es Verhoeven doch, beim Zuschauer Mitgefühl für seine Figuren zu wecken. Man leidet - insbesondere mit Rien und Hans, aber auch mit dem kriminellen Eef und der durchtriebenen Fientje - regelrecht mit und würde sich wünschen, dass wirklich jeder von ihnen ein Happy End spendiert bekommt. Dass dem nicht so sein wird, ist jedoch relativ schnell klar. Der Ton in Verhoevens Coming-of-Age-Drama ist relativ rauh und die Atmosphäre doch ziemlich unterkühlt. Verhoeven wählt drastische Bilder um dem Zuschauer seine Geschichte zu erzählen und insbesondere die expliziten Sexszenen dürften damals sicher für den einen oder anderen Skandal gesorgt haben. Spetters verlangt dem Zuschauer einiges ab und ist definitiv kein Film, bei dem sich während der Sichtung ein Gefühl des Wohlfühlens einstellen kann. Sehenswert!

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Paul Verhoeven Rutger Hauer 1980er female nudity Femme fatale


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ROLLER GIRL


ROLLER GIRL ROLLER GIRL (Blu-ray: Senator/Universum, Deutschland)
(OT: Whip It | USA 2009 | Regie: Drew Barrymore)

Infos zum Film:
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Schon seit frühester Kindheit wird die sich mittlerweile im Teenageralter befindliche Bliss Cavendar (Ellen Page) von ihrer überehrgeizigen Mutter (Marcia Gay Harden) von einem Schönheitswettbewerb zum nächsten geschleift. Eine Welt, die Bliss mehr und mehr fremd wird und mit der sie immer weniger anzufangen weiß. Bliss versucht auszubrechen und landet eher zufällig in der Welt der Frauen-Rollerderbys…

Auch eine diese kleineren Produktionen von Fox Searchlight Pictures - dem Studio, wenn es um richtig gutes Kino abseits des Blockbuster-Mainstreams geht. Roller Girl ist das Baby von Drew Barrymore, die den Film produzierte, Regie führte und auch in einer Nebenrolle zu sehen ist. Der auf einem Roman und Drehbuch der früheren Roller-Derby-Spielerin Shauna Cross basierende Roller Girl lässt sich am besten als Mischung aus Sportfilm und Coming-of-Age-Flick bezeichnen. Im Zentrum des Films steht die 17 Jahre alte Schülerin Bliss Cavendar, die von ihrer ehrgeizigen Mutter von einem Schönheitswettbewerb zum nächsten gezerrt wird, in ihrer Freizeit als Bedienung in einem Fast-Food-Restaurant arbeitet und einfach nur versucht, aus diesem eingefahrenen Trott auszubrechen. Dies gelingt ihr, indem sie in eine ihr völlig fremde Welt eintaucht. Mit Ellen Page in der Hauptrolle der Bliss Cavendar ist Roller Girl natürlich großartig besetzt und Page nutzt diese Rolle einmal mehr um zu beweisen, was für eine großartige Schauspielerin sie doch ist. Es ist einfach eine Freude, dieser Frau bei der "Arbeit" zuzusehen. Und auch die Besetzung der Nebenrollen mit u.a. Regisseurin Drew Barrymore, Juliette Lewis, Zoë Bell, Kristen Wiig, Marcia Gay Harden und Daniel Stern kann sich absolut sehen lassen. Roller Girl überzeugt darüber hinaus mit einer gelungenen Mischung aus ruhigen Momenten und toll choreographierten Roller-Derby-Sequenzen, die nicht übertrieben spektakulär inszeniert sind und dadurch um so realistischer wirken, einer überhaupt ausgesprochen überzeugenden und glaubwürdigen Darstellung der Roller-Derby-Szene und einer Storyentwicklung, die zwar nicht ganz ohne Klischees auskommt, aber doch so viel Eigenständigkeit besitzt, dass man nie den Verdacht hegen muss, das Drehbuch sei ausschließlich aus typischen Versatzstücken des Coming-of-Age- bzw. Sportfilms zusammengeschustert worden. Ach ja, der Soundtrack des Streifens ist ganz große Klasse und die allerletzte Einstellung des Films ist eine dieser Einstellungen für die Ewigkeit.

TRAILER:


Drew Barrymore Ellen Page Juliette Lewis 2000er


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NORDWAND


NORDWAND NORDWAND (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Nordwand | Deutschland/Österreich/Schweiz 2008 | Regie: Philipp Stölzl)

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Die beiden Freunde Toni (Benno Fürmann) und Andi (Florian Lukas) sind begeisterte Bergsteiger und wollen nach anfänglichem Zögern nun doch versuchen, die als unbezwingbar geltende Nordwand des Eiger als erste zu besteigen…

Regisseur Philipp Stölzl erzählt in Nordwand die Geschichte der beiden Bergsteiger Toni Kurz und Andi Hinterstoisser, die im Sommer 1936 den Versuch unternommen haben, als erste die berüchtigte Eiger-Nordwand zu bezwingen. Ein Versuch, der in einer Katastrophe enden sollte. Benno Fürmann und Florian Lukas haben sich mit intensivem Bergsteig-Training über 1 Jahr auf ihre Rollen vorbereitet, der Film wurde teilweise an Originalschauplätzen in 3.000 Meter Höhe gedreht. Und diesen großen Aufwand sieht man dem Streifen auch an. Nordwand ist in seinen Bergsteig-Sequenzen tatsächlich unglaublich fesselnd und visuell absolut beeindruckend geraten. Doch es ist nicht alles Gold was glänzt. Denn ausgerechnet in der Figurenzeichnung offenbart Nordwand deutliche Schwächen. Nicht nur, dass Benno Fürmann mit Johanna Wokalek ein doch ziemlich nerviges Love Interest zur Seite gestellt wurde, welches es in Wahrheit gar nicht gab und das die ganze Angelegenheit wohl noch ein bisschen dramatischer gestalten sollte, nein, der Film spielt aufgrund der zugrundeliegenden Ereignisse dummerweise zur Nazizeit und anscheinend fühlt sich jeder deutsche Filmemacher dazu berufen, einen solchen historischen Kontext unbedingt thematisieren zu müssen. Auch wenn das hier gar nicht notwendig gewesen wäre. So werden die von Fürmann und Lukas gespielten Kurz und Hinterstoisser als liebenswerte Rebellen gezeichnet, die den Militärdienst quittieren und beim Verlassen der Kaserne den Hitlergruß mit einem lässigen Servus erwidern. Und dann gibt es auch noch Ulrich Tukur in der Rolle eines schmierigen Sensationsjournalisten, der plant, die bevorstehende Besteigung durch die beiden ehemaligen Gebirgsjäger als Triumph des deutschen Volkes auszuschlachten und der darüberhinaus auch noch Fürmanns Love Interest anbaggert. Das alles ist unnötig, unglaubwürdig und klischeehaft und wirft doch einen ziemlichen Schatten auf diesen Film, der in seinem innersten Kern der Geschichte - nämlich des dramatischen Versuchs, mit menschlicher Kraft die Urgewalt der Natur zu überwinden - eigentlich absolut zu überzeugen weiß.

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Philipp Stölzl 2000er 30er Jahre


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THE WRESTLER


THE WRESTLER THE WRESTLER (Blu-ray: Kinowelt/Arthaus, Deutschland)
(OT: The Wrestler | Frankreich/USA 2008 | Regie: Darren Aronofsky)

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Die guten Zeiten des Wrestlers Randy 'The Ram' Robinson (Mickey Rourke) sind schon lange vorbei. Randy hält sich mit kleinen Schaukämpfen über Wasser, seine Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood) will nichts mehr von ihm wissen und sein praktisch einziger sozialer Kontakt ist die Stripperin Cassidy (Marisa Tomei). Als Randy auch noch einen Herzinfarkt erleidet, muss er das Wrestling endgültig aufgeben. Doch im normalen Leben findet sich Randy einfach nicht zurecht und so scheint die Rückkehr in den Wrestling-Zirkus nur eine Frage der Zeit zu sein…

Das fulminante Comeback von Mickey Rourke. Der gefallene Superstar der 80er und frühen 90er Jahre hat sich mit dieser Rolle wohl so etwas wie ein Denkmal gesetzt und ist seitdem wieder richtig gut im Geschäft. Ich will gar nicht wissen, wie viel von Rourke selbst in der Rolle des gealterten Wrestlers steckt. Es dürfte jede Menge sein, denn die Parallelen sind meines Erachtens nicht zu übersehen. Wenn der vom Leben gezeichnete Randy "The Ram" Jackson 20 Jahre nach seiner großen Zeit bei kleinen Schaukämpfen von seinen alten Fans gefeiert wird, dann kann man das in meinen Augen schon mit Rourke selbst vergleichen, der über Jahre hinweg keine großen Rollen mehr spielen konnte und nur in reinen Genreproduktionen wie bspw. Sin City von einer bestimmten Zielgruppe gefeiert wurde. Regisseur Darren Aronofsky setzt in The Wrestler auf Realismus und Glaubwürdigkeit. Das gilt für den Blick hinter die Kulissen des Wrestling-Zirkus ebenso wie für die Zeichnung der handelnden Charaktere. Die Handkamera ist immer ganz nah an Rourke dran, der Film ist teilweise schon fast im halbdokumentarischen Stil gedreht. Man leidet und bangt mit diesem Mann, hofft, dass er am Ende sein Glück finden wird. Aronofsky gönnt dem Zuschauer ein offenes Ende. So kann jeder Zuschauer über das Schicksal von Randy "The Ram" Jackson selbst entscheiden. In meiner Version wird Randy seinen letzten Kampf überleben und mit der von Marisa Tomei gespielten Cassidy glücklich werden.
Mickey Rourke wurde für seine wirklich tolle Leistung mit einem Oscar nominiert. Die Auszeichnung ging 2009 jedoch an Sean Penn für seine Rolle in Milk. Ich möchte mir nicht anmaßen zu behaupten, Penn hätte die Trophäe nicht verdient gehabt. Ich persönlich hätte sie Mickey Rourke jedoch von Herzen gegönnt. Aber wie schon Bill Murray, der sich im Jahr 2004 ebenfalls Sean Penn geschlagen geben musste, bleibt für Rourke am Ende des Tages eben "nur" diese Nominierung auf dem Briefkopf stehen. Schade. Weiß der Geier, ob Rourke oder Murray jemals wieder die Chance auf eine solche Auszeichnung bekommen. In einer besseren Welt hätte zumindest einer dieser beiden wunderbaren Schauspieler den Oscar mit nach Hause nehmen dürfen.

TRAILER:


Darren Aronofsky Mickey Rourke Evan Rachel Wood 2000er Oscar Nominee female nudity


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RIDE THE WILD SURF


RIDE THE WILD SURF RIDE THE WILD SURF (DVD: Columbia TriStar, USA)
(OT: Ride the Wild Surf | USA 1964 | Regie: Don Taylor)


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Die drei Freunde Jody Wallis (Fabian), Chase Colton (Peter Brown) und Steamer Lane (Tab Hunter) reisen nach Hawaii um sich dort auf einen jährlich stattfindenden Surfwettbewerb vorzubereiten. Training im kühlen Nass steht fortan ebenso auf dem Tagesplan wie kleinere Reibereien mit diversen Konkurrenten und heiße Flirts mit der attraktiven Damenwelt…

Ride the Wild Surf von Regisseur Don Taylor befindet sich in bester Gesellschaft mit den ebenfalls in den 60er Jahren produzierten Beach Party-Filmen oder den Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre gedrehten Gidget-Streifen, wobei Taylors Beitrag zur "Sommer, Sonne, Strand, Surf und Party"-Welle eher den etwas ernsteren Tönen und weniger dem Klamauk verpflichtet ist. Beziehungs-Techtelmechtel und der eine oder andere Gag stehen zwar auch hier auf dem Speiseplan, das Hauptgericht, welches serviert wird, ist aber dann doch das des sportlichen Wettkampfs. Das ist aber auch die große Schwäche des Films. Die zahlreichen Surfsequenzen - so unterhaltsam sie teilweise auch gefilmt sein mögen - sorgen doch für einige Längen und so geht dem Film mit fortschreitender Laufzeit und insbesondere im großen Finale nach und nach immer mehr die Luft aus. Es fehlt irgendwie an der gewissen Leichtigkeit, Unbekümmertheit und insbesondere dem naiven Charme, der für mich bei Filmen dieser Art einfach dazu gehört. Zwar ganz nett, aber mit Beach Party fühlte ich mich vor einiger Zeit doch ein bisschen besser unterhalten.

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Don Taylor 1960er Hawaii


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FEARLESS (Director's Cut)


FEARLESS (Director's Cut) FEARLESS (Director's Cut) (DVD: Edko, Hongkong)
(OT: Huo Yuanjia | China/Hongkong/USA 2006 | Regie: Ronny Yu)


Infos zum Film:
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Um für eine Aufnahme der chinesischen Kampfkünste in die Olympischen Disziplinen zu werben, hält die Wushu-Botschafterin Miss Yang (Michelle Yeoh) eine Rede vor dem IOC und bringt den Zuhörern dabei die Geschichte des Kampfkunst-Meisters und chinesischen Volkshelden Huo Yuanjia (Jet Li) näher...

Mit Fearless hat Ronny Yu ein wahrhaftiges Epos über das Leben des chinesischen Volkshelden Huo Yuanjia gedreht, der von Jet Li mehr als beeindruckend verkörpert wird. Der sowohl auf Tatsachen als auch auf Mythen und Legenden beruhende Film fesselt über seine komplette Laufzeit von gut 140 Minuten praktisch von der ersten bis zur letzten Sekunde. Die Geschichte ist spannend, dramatisch und berührend, die Kampfchoreographien atemberaubend und spektakulär und die von Kameramann Poon Hang-Sang eingefangenen Bilder einfach nur von einer unfassbaren Schönheit. Ein einfach nur großartiger Film, dem ich wirklich jedem auch nur halbwegs Interessierten dringend empfehlen möchte. Diese Empfehlung gilt allerdings nur für den von mir gesichteten Director's Cut, von dem ich wirklich keine einzige Sekunde missen möchte. Die internationale und somit auch in Deutschland erhältlich Version des Films ist ganze 40 (!) Minuten kürzer und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Streifen in der kürzeren Fassung eine ähnliche Magie ausüben kann wie im Director's Cut.

TRAILER:


Ronny Yu Jet Li Michelle Yeoh 2000er 19. Jahrhundert


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GRAND PRIX


GRAND PRIX GRAND PRIX (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Grand Prix | USA 1966 | Regie: John Frankenheimer)


Infos zum Film:
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Als der amerikanische Rennfahrer Pete Aron (James Garner) beim Rennen in Monaco einen folgenschweren Unfall verursacht bei dem ausgerechnet sein Teamkollege, der britische Fahrer Scott Stoddard (Brian Bedford), schwer verletzt wird, wird Aron daraufhin von seinem Rennstall gefeuert und versucht sein Glück fortan als Reporter. Die Weltmeisterschaft scheint nun sicher an Ferrari und deren Fahrer Jean-Pierre Sarti (Yves Montand) zu gehen. Als der bisher erfolglose japanische Rennstall von Izo Yamura (Toshirô Mifune) Aron jedoch nach kurzer Zeit eine zweite Chance zur Fortsetzung der Rennkarriere gibt, der bei dem Unfall verletzte Stoddard sich schneller erholt als erwartet und Sarti sich zudem eine Schwächephase genehmigt, scheint der Kampf um den Weltmeistertitel plötzlich wieder offen zu sein...

Nachdem mich der vor einiger Zeit angesehene Le Mans eher gelangweilt hatte, stand ich Frankenheimers Grand Prix doch etwas skeptisch gegenüber. Noch ein Rennfahrerfilm und dann auch noch mit einer stattlichen Laufzeit von knapp 3 Stunden ausgestattet. Doch die Bedenken waren größtenteils unbegründet. Sicher, die eine oder andere Länge war definitiv vorhanden und eine etwas kürzere Laufzeit hätte dem Streifen sicher nicht geschadet, aber im Großen und Ganzen hat Frankenheimer mit Grand Prix dann doch ein richtig gutes Sportdrama inszeniert. Die Rennszenen sind packend, spannend und mitreißend gestaltet; in manchen Szenen hat man sogar das Gefühl, man sitzt nicht auf der heimischen Couch, sondern neben dem Fahrer im Cockpit. Und die große Schwäche von Katzins Le Mans - nämlich der Verzicht auf die Geschichten über die Menschen hinter dem Steuer - ist hier glücklicherweise überhaupt nicht vorhanden. Frankenheimer kümmert sich nicht nur um den Rennsport, sondern auch um seine Charaktere und schafft so ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen spektakulären Rennszenen und bewegenden Geschichten rund um die Fahrer. Und das sorgt dann auch insbesondere im Finale des Streifens für absolutes Gänsehaut-Feeling.
Fazit: Guter Film, den sich auch Leute, die sich nicht für den Rennsport begeistern können - und zu denen ich mich selbst auch zähle - gerne mal zu Gemüte führen dürfen.

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Oscar Winner 1960er Geneviève Page Eva Marie Saint Toshirô Mifune Yves Montand James Garner John Frankenheimer car chase


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UNDISPUTED - SIEG OHNE RUHM


UNDISPUTED - SIEG OHNE RUHM UNDISPUTED - SIEG OHNE RUHM (DVD: Columbia TriStar, Deutschland)
(OT: The Undisputed | Deutschland/USA 2002 | Regie: Walter Hill)


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Nach eigenen Angaben unschuldig verurteilt landet Boxchampion James Chambers (Ving Rhames) in einem Hochsicherheitsgefängnis und trifft dort auf den noch unbesiegten Knastboxer Monroe Hutchens (Wesley Snipes)...

Ja, ganz nett. Ohne großartige Höhepunkte erzählt Regisseur Walter Hill die Geschichte zweier grundverschiedener Charaktere. Auf der einen Seite der eher ruhige und besonnene Knastboxer Monroe Hutchens, gespielt von Wesley Snipes, auf der anderen Seite der großmäulige Schwergewichtsweltmeister James Chambers, gespielt von Ving Rhames, der nach eigenen Angaben unschuldig im Gefängnis landet und dort dem im Ring unbesiegten Hutchens zeigen will, wer der größere Boxer ist. Eine Mischung aus Gefängnisdrama und Sportfilm, die zwar einigermaßen gut unterhalten kann, die aber wahrscheinlich auch relativ schnell wieder aus dem Gedächtnis verschwinden wird. Innerhalb der Filmographie Hills gehört seine bisher letzte Kinoproduktion wohl zu den Streifen, die man nicht unbedingt gesehen haben muss.

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Walter Hill Ving Rhames Wesley Snipes 2000er


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LE MANS


LE MANS LE MANS (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Le Mans | USA 1971 | Regie: Lee H. Katzin)


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Ein Jahr nachdem er bei einem schweren Unfall beteiligt war, bei dem ein anderer Rennfahrer sein Leben lassen musste, kehrt Rennprofi Michael Delaney (Steve McQueen) nach Le Mans zurück um erneut am berühmten 24-Stunden-Rennen teilzunehmen und trifft dort auf die Witwe (Elga Andersen) des im Vorjahr verstorbenen Fahrerkollegen...

Bei einem Film mit Steve McQueen in der Hauptrolle kann doch eigentlich gar nichts schiefgehen, oder? Denkste, Le Mans ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Wer nicht absoluter Motorsport-Fan ist, dürfte sich bei Katzins Film ziemlich schnell zu Tode langweilen. Le Mans besteht zum größten Teil aus - zugegebenermaßen ziemlich spektakulär gefilmten - Rennszenen, die Story um den Menschen hinter dem Steuer kommt dabei viel zu kurz. Weshalb Katzin überhaupt diesen Subplot um den von McQueen gespielten Charakter - ein Jahr nach einem verheerenden Rennunfall, bei dem ein Fahrer sein Leben lassen musste, kehrt der andere beteiligte Fahrer nach Le Mans zurück um erneut am Rennen teilzunehmen und trifft dabei auf die Witwe des im Vorjahr verstorbenen Fahrers - eingeflochten hat, bleibt mir ein Rätsel. Denn verfolgt wird diese Thematik letztendlich überhaupt nicht. Dabei hätte die sich langsam entwickelnde Beziehung zwischen dem Unfallbeteiligten und der Witwe sicher einiges an Potential gehabt um den Zuschauer zu fesseln und in den Bann zu ziehen. Stattdessen wird dieser immer nur kurz aufgegriffene Ansatz jedes Mal wieder im Keim erstickt und durch nicht enden wollende Rennsequenzen gestört. Im Endeffekt ein ziemlich enttäuschender Streifen.

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1970er Steve McQueen Luc Merenda Lee H. Katzin car chase


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MILLION DOLLAR BABY


MILLION DOLLAR BABY MILLION DOLLAR BABY (DVD: Kinowelt/Arthaus, Deutschland)
(OT: Million Dollar Baby | USA 2004 | Regie: Clint Eastwood)


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"Ich trainiere keine Frauen!" - mit diesem Satz weist der alternde Boxtrainer Frankie Dunn (Clint Eastwood) die Bitte der ehrgeizigen Bedienung Maggie Fitzgerald (Hilary Swank) zurück, die von einer Karriere als Boxerin träumt und sich Dunn als Coach wünscht. Doch Maggie kommt immer wieder, übt in Dunns Boxstudio und schafft es letztendlich mit ihrer Hartnäckigkeit den alten Haudegen als Trainer zu gewinnen…

Ich bin mal wieder ein paar Jahre zu spät dran und habe mir Eastwoods Oscar-Gewinner des Jahres 2005 erst jetzt angesehen. Und was ich da zu Gesicht bekommen habe ist tatsächlich typisches Oscar-Material. Dieses Urteil soll aber keinesfalls irgendeinen negativen Unterton beinhalten. Clint Eastwood hat mit Million Dollar Baby ein absolut bewegendes Sportdrama abgeliefert und ich bin froh, dass ich mich vorher überhaupt nicht über den Film informiert hatte. So konnte ich mich von dem für einen Sportfilm relativ untypischen Storyverlauf wenigstens überraschen lassen. Eastwood, Swank und Freeman spielen ganz großartig - wobei Clint eigentlich mal wieder genau die Rolle spielt, in der er schon seit Jahrzehnten seine Fans begeistert - und mit seiner berührenden Geschichte hat mich Eastwoods Film relativ schnell fesseln und in seinen Bann ziehen können. Toller Film von einem meiner größten Hollywood-Helden. Beim Blick auf Eastwoods Geburtsjahr bleibt nur zu hoffen, dass er sich auch weiterhin bester Gesundheit erfreuen wird und noch viele Jahre unter uns weilt. Hollywood ohne Clint Eastwood ist für mich praktisch nicht vorstellbar.

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Clint Eastwood Hilary Swank Morgan Freeman Jay Baruchel 2000er Oscar Winner Oscar Nominee Los Angeles Las Vegas


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COACH


COACH COACH (DVD: BCI Eclipse, USA)
(OT: Coach | USA 1978 | Regie: Bud Townsend)


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Weil sie wegen ihres Namens für einen Mann gehalten wurde, wird die Leichathletin und olympische Goldmedaillengewinnerin Randy Rawlings (Cathy Lee Crosby) von Fenton Granger (Keenan Wynn), dem sexistischen Leiter eines Colleges, versehentlich als neuer Trainer seines erfolglosen Basketball-Teams angeheuert. Während Granger alles daran setzt, den weiblichen Coach wieder loszuwerden und sich Randy mit den Vorurteilen ihrer pubertären Spieler auseinandersetzen muss, verliebt sich mit Jack Ripley (Michael Biehn) ausgerechnet einer der Führungsspieler der Mannschaft in die attraktive Trainerin...

Auch der zweite Film im Double-Feature-Programm zählt zur Gattung der Teenie-Komödie, wobei es hier doch weitaus gemäßigter zur Sache geht als im zuvor gesehenen The Beach Girls und das obwohl der Film ebenfalls von Regisseur Bud Townsend - welcher übrigens auch für das im Jahr 1976 erschienene Pornomusical Alice in Wonderland verantwortlich zeichnete - realisiert wurde. Coach ist eine Mischung aus Sportfilm und Komödie, welche ihr exploitatives Potential insbesondere aus der Tatsache zieht, dass sich der weibliche Coach auf eine Affäre mit einem ihrer Schüler einlässt und gar nicht versucht wird, diese Beziehung in gewisser Weise moralisch zu hinterfragen. In der Rolle des Schülers ist übrigens der spätere The Terminator-Star Michael Biehn in seinem ersten "großen" Leinwandauftritt zu bewundern. Nett, aber vom enormen Unterhaltungswert des zuvor gesehenen The Beach Girls doch ziemlich weit entfernt.

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Bud Townsend Michael Biehn 1970er Teensploitation female nudity Crown International Pictures


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NACHO LIBRE


NACHO LIBRE NACHO LIBRE (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Nacho Libre | Deutschland/USA 2006 | Regie: Jared Hess)


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Nacho (Jack Black) ist Koch in einem Waisenhaus eines Klosters in Mexiko und dort immer wieder dem Gespött der Mönche ausgesetzt. Sein größter Traum ist es, eine Karriere als erfolgreicher Wrestler einzuschlagen und heimlich, still und leise beginnt Nacho damit, sich seinen Traum zu verwirklichen...

Für Wrestling habe ich mich noch nie im Leben interessiert und hätte Jack Black nicht die Hauptrolle in Nacho Libre übernommen, ich wäre wohl nie auf die Idee gekommen, mir den Streifen anzusehen. Was wahrscheinlich auch besser gewesen wäre. Die Geschichte - ein Außenseiter hält an seinem Traum fest und versucht mit allen Mitteln diesen zu verwirklichen - ist zwar sicher sympathisch, konnte mich persönlich aber zu keinem Zeitpunkt in ihren Bann ziehen. Im Gedächtnis bleiben somit ein paar wunderbar atmosphärische Szenen und der wirklich grandiose Song "Hombre Religioso" von Mr. Loco.

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Jared Hess Jack Black 2000er


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DAS COMEBACK


DAS COMEBACK DAS COMEBACK (DVD: Touchstone/Miramax/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Cinderella Man | USA 2005 | Regie: Ron Howard)


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Amerika, zu Zeiten der Großen Depression in den 30er Jahren. Der einst erfolgreiche Boxer Jim Braddock (Russell Crowe) hat dem Boxsport nach einigen Niederlagen den Rücken gekehrt, hält sich mit Gelegenheitsjobs gerade so über Wasser und lebt mit seiner Frau (Renée Zellweger) und seinen Kindern nahe am Existenzminimum. Als sein früherer Trainer Joe Gould (Paul Giamatti) ihm eines Tages ein Comeback im Ring anbietet, zögert Braddock nicht lange und packt seine Chance beim Schopf...

Wenn ich schon mal dabei bin - auch wenn es eher unbewusst geschieht -, der nächste Film der auf wahren Begebenheiten bzw. dem Leben einer realen Person basiert. Mit Das Comeback hat sich Ron Howard das Leben des Boxers Jim Braddock vorgeknöpft, der in den Zeiten der Großen Depression in den USA ein nicht für möglich gehaltenes Comeback schaffte. Herausgekommen ist im Endeffekt ein genretypisches Sportdrama, welches sich von ähnlichen Filmen einzig darin unterscheidet, dass hier tatsächliche Ereignisse zugrunde liegen. Ron Howard setzt auf entsprechend große Gefühle, Russell Crowe in der Hauptrolle spielt entsprechend souverän und auch die Nebenrollen sind mit u.a. Renée Zellweger und Paul Giamatti prominent und auch gut besetzt. Höhepunkt des Streifens ist zweifelsohne und natürlich wenig überraschend der Schlusskampf zwischen Braddock und Max Baer (gespielt von Craig Bierko). Das alles hat man so oder so ähnlich zwar sicher schon unzählige Male gesehen, unterhaltsam ist so etwas - zumindest für mich - aber trotzdem immer wieder. Nicht überragend, aber solide, gut und sehenswert.

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Renée Zellweger Russell Crowe Ron Howard 2000er Oscar Nominee 30er Jahre New York


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HURRICANE


HURRICANE HURRICANE (DVD: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: The Hurricane | USA 1999 | Regie: Norman Jewison)


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Zu Unrecht wird der aufstrebende Boxer Rubin "Hurricane" Carter (Denzel Washington) zu lebenslanger Haft verurteilt. Jahre später liest der Schüler Lesra Martin (Vicellous Reon Shannon) Carters Biographie und setzt es sich in den Kopf, die Unschuld des inhaftierten Boxers zu beweisen...

Eigentlich wollte ich zuerst schreiben, dass mal wieder ein etwas aktuellerer Film auf dem Spielplan stand. Da musste ich feststellen, dass Hurricane auch schon wieder ein ganzes Jahrzehnt auf dem Buckel hat. Ich bin in Sachen Aktualität also mal wieder ziemlich hintendran. Norman Jewison erzählt die wahre Geschichte des Boxers Rubin "Hurricane" Carter in einer packenden Mischung aus Biographie, Sportfilm und Justizdrama. Jewison bemüht sich bei diesem skandalösen Fall erst gar nicht groß um Neutralität, schlägt sich eindeutig auf die Seite des wohl zu Unrecht Inhaftierten und bringt dem Zuschauer das Schicksal des Boxers auf in meinen Augen äußerst fesselnde Art und Weise näher. Natürlich gibt es da auch eine gehörige Portion Kitsch zu ertragen und sicherlich könnte man die wenig neutrale Vorgehensweise auch in Frage stellen. Mich persönlich kümmerte dies wenig. Jewison hat es mit seinem Streifen problemlos geschafft, mich 140 Minuten lang regelrecht vor dem Fernseher zu fesseln. Ein in meinen Augen äußerst sehenswerter und verdammt guter Film.

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Denzel Washington Norman Jewison 1990er Oscar Nominee 40er Jahre 50er Jahre 60er Jahre 70er Jahre 80er Jahre


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THE CHEERLEADERS


THE CHEERLEADERS :love: THE CHEERLEADERS :love: (DVD: Anchor Bay, USA)
(OT: The Cheerleaders | USA 1973 | Regie: Paul Glickler)


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Wegen einer unerwarteten Schwangerschaft wird ein Platz im Cheerleader-Team der Amarosa High School frei. Für die zu besetzende Stelle fällt die Wahl von Teamkapitän Claudia (Denise Dillaway) auf die unscheinbare und noch jungfräuliche Jeannie (Stephanie Fondue). Eine plötzliche Schwangerschaft von ihr scheint ziemlich unwahrscheinlich zu sein. Dumm nur, dass Jeannie durch ihre Tätigkeit als Cheerleader für das männliche Geschlecht immer interessanter zu werden scheint und selbst alles daran setzt, ihre Jungfräulichkeit möglichst schnell zu verlieren...

Im Bereich des Teensploitation-Films - vielleicht sogar im Bereich des Sexploitation-Films - ist The Cheerleaders in meinen Augen der grandioseste Vertreter überhaupt. Regisseur Paul Glickler fährt Schauwerte am laufenden Band auf und baut seine relativ einfach gestrickte Geschichte ausschließlich aus eben diesen Schauwerten auf. Das macht den Film - der sicher eine der Hauptinspirationsquellen für den 5 Jahre später entstandenen Hardcore-Klassiker Debbie Does Dallas gewesen sein dürfte - so unterhaltsam wie kaum einen anderen Genrevertreter dieser Art und gewisse Längen, die gerade im Bereich des Sexploitation-Genres doch etwas häufiger vorkommen, sind hier einfach nicht vorhanden. Es gibt sprichwörtlich Tonnen an nackten Tatsachen, sexuellen Situationen, infantilen Gags und sonstigen Späßen zu bewundern und zu bestaunen und dass der Film in dieser Art und Weise in den USA tatsächlich mit einem R-Rating erschienen ist grenzt schon fast an ein Wunder.
Sollte jemand mal Lust auf eine Retrospektive des US-Exploitationfilms haben, so darf dieser Streifen unter den gesichteten Werken auf gar keinen Fall fehlen!
Ach ja, und dann gibt es noch so Kleinigkeiten, die mein Exploitation-Herz einfach höher schlagen lassen. Eine Szene spielt während einer Filmvorführung in einem Kino. Und ratet mal welcher Film da zu sehen ist? Kein geringerer als David E. Durstons Exploitation-Meisterwerk I Drink Your Blood! :love:

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female nudity 1970er Paul Glickler Teensploitation Sexploitation


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WIE EIN WILDER STIER


WIE EIN WILDER STIER WIE EIN WILDER STIER (DVD: MGM, Deutschland)
(OT: Raging Bull | USA 1980 | Regie: Martin Scorsese)


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Im Jahr 1941 beginnt die Karriere des aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Boxers Jake La Motta (Robert De Niro). Doch dem steilen Aufstieg folgt auch relativ schnell der tiefe Fall...

Wieder mal die Schließung einer filmischen Bildungslücke. Und ich bin hin- und hergerissen. Zum einen bin ich mir verdammt sicher, dass ich da einen ziemlich großartigen Film zu Gesicht bekommen habe, zum anderen konnte ich zu Scorseses Streifen einfach keinen wirklichen Zugang finden. Das war zwar absolut grandios gefilmt (insbesondere in den Boxszenen) und von De Niro noch grandioser gespielt (bin mir nicht sicher, ob er je besser war; vielleicht in Taxi Driver), aber der Mangel an Identifikationsfiguren machte es mir mit Wie ein wilder Stier nicht gerade einfach. Insbesondere in Sportfilmen lechzt man als Zuschauer doch förmlich nach Charakteren, mit denen man mitfiebern kann. Das war hier - aufgrund des realen Hintergrunds - leider überhaupt nicht gegeben. Aber das ist kein Vorwurf, den ich dem Film machen kann oder will.
Noch ein kritisches Wort zur DVD-Umsetzung: Von einer Special Edition eines Major-Labels sollte man IMHO schon erwarten können, dass das Bild im anamorphen Widescreen-Format und nicht wie hier einfach nur letterboxed vorliegt. :(

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Martin Scorsese Robert De Niro Joe Pesci John Turturro 1980er Oscar Winner Oscar Nominee Miami New York 40er Jahre 50er Jahre 60er Jahre New Hollywood


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AN JEDEM VERDAMMTEN SONNTAG (Director's Cut)


AN JEDEM VERDAMMTEN SONNTAG (Director's Cut) AN JEDEM VERDAMMTEN SONNTAG (Director's Cut) (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Any Given Sunday | USA 1999 | Regie: Oliver Stone)


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Coach Tony D'Amato (Al Pacino) ist ein alter Hase im American Football. Seit einer halben Ewigkeit trainiert er schon die Mannschaft der Miami Sharks, doch in der aktuellen Saison wird er nicht gerade vom Erfolg verwöhnt. Eine Niederlage reiht sich an die nächste, die Club-Erbin (Cameron Diaz) spielt mit dem Gedanken, den ganzen Verein zu verkaufen und in der entscheidenden Phase der Saison fällt auch noch sein wichtigster Spieler, Quarterback Cap Rooney (Jeff Bridges), verletzungsbedingt aus. Dessen Ersatz Willie Beamen (Jamie Foxx) ist zwar hochtalentiert und sorgt tatsächlich für kurzfristigen Erfolg, allerdings auch alles andere als mannschaftsdienlich und erst recht nicht loyal seinem Trainer gegenüber...

Oliver Stone hat sich mal wieder der amerikanischen Geschichte bzw. Gesellschaft angenommen. Dieses Mal geht es nicht um den Vietnamkrieg, Politik, Musik oder die Presse - es geht um die Welt des Profisports in Form des American Football, dem amerikanischen Volkssport Nr. 1. Der Streifen mag zwar vielleicht etwas oberflächlich und klischeebeladen erscheinen und eher einer Nummernrevue als einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Geschäft um Millionen gleichen, im Endeffekt ist das in meinen Augen über weite Strecken aber doch eine ziemlich schonungslose Abrechnung mit dem modernen Gladiatorentum (wenn man es so bezeichnen mag) und lässt sich in Teilen wohl auf so ziemlich jede (Mannschafts-)Sportart übertragen, die gemeinhin als Volkssport bezeichnet wird. Lediglich das etwas zu versöhnliche Ende mag nicht so recht da hinein passen. Sicher ist An jedem verdammten Sonntag nicht Stones bester Film, aber allein die großartige Besetzung, der ebenso großartige Soundtrack und die wirklich perfekte Inszenierung - vor allem die der Sportszenen - lassen die gut 150 Minuten Laufzeit wie im Flug vergehen und machen den Streifen zu einem wahren Fest für Augen und Ohren.

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Charlton Heston Ann-Margret female nudity Dennis Quaid Cameron Diaz James Woods Jamie Foxx Al Pacino Jeff Bridges Oliver Stone Elizabeth Berkley 1990er Aaron Eckhart


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THUNDER ALLEY


THUNDER ALLEY THUNDER ALLEY (DVD: MGM, USA)
(OT: Thunder Alley | USA 1967 | Regie: Richard Rush)


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Stockcar-Rennfahrer Tommy Callahan (Fabian) hat während der Rennen immer wieder unerklärliche Aussetzer. Als wegen eines Fahrfehlers von Tommy ein anderer Rennfahrer sein Leben lassen muss, wird Tommy von seinem Rennstall gefeuert. Er versucht in der Stuntshow von Peter Madsen (Jan Murray) eine neue Karriere zu starten und erregt dort vor allem die Aufmerksamkeit von Madsens Tochter Francie (Annette Funicello). Sehr zum Unwillen von Tommys hübscher Freundin Annie (Diane McBain)...

Thunder Alley ist neben dem vor ein paar Wochen gesehenen Fireball 500 der zweite Film auf einer Double-Feature-DVD von MGM und diesem schon ziemlich ähnlich. Wie auch bei Fireball 500 haben Fabian und Annette Funicello Hauptrollen übernommen, lediglich Frankie Avalon ist nicht mit von der Partie. Auch Thunder Alley kommt bei näherer Betrachtungsweise ziemlich brav und bieder daher, von so manch anderem Drive-In- oder gar Grindhouse-Klassiker der 60er und 70er Jahre trennen den Streifen definitiv Welten. Im direkten Vergleich mit Fireball 500 liegt Thunder Alley aber klar vorne. Der Film ist ziemlich rasant und kurzweilig geraten und hat - so harmlos er im Grunde auch sein mag - doch einige Schauwerte zu bieten. Von einer Inszenierung mit angezogener Handbremse, wie sie mir noch bei Fireball 500 vorgekommen ist, ist hier rein gar nichts zu spüren. Der Film macht definitiv Laune und hat zudem noch einen richtig guten Soundtrack zu bieten von dem mindestens ein Stück, nämlich der Song während der Kneipenschlägerei nach ca. 15 Minuten, auch von Quentin Tarantino für Death Proof verwendet wurde.

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Annette Funicello Richard Rush 1960er car chase American International Carsploitation


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FIREBALL 500


FIREBALL 500 FIREBALL 500 (DVD: MGM, USA)
(OT: Fireball 500 | USA 1966 | Regie: William Asher)


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Gerade erst an einem Austragungsort für ein Rennen angekommen, muss sich Stock-Car-Rennfahrer Dave Owens (Frankie Avalon) schon mit den ersten Problemen auseinandersetzen. Mit dem lokalen Rennfahrer Leander Fox (Fabian) gibt es Konflikte, da dessen Freundin Jane (Annette Funicello) dem Neuankömmling durchaus schöne Augen macht und zu allem Übel wird der gutmütige Dave auch noch in die kriminellen Machenschaften eines Alkoholschmugglerrings hineingezogen...

Fireball 500 - der seinerzeit unter dem reißerischen und komplett übertriebenen Titel Morgen holt euch der Teufel in die deutschen Kinos kam - ist einer von insgesamt 9 Filmen, die Frankie Avalon und Annette Funicello in den 60er Jahren für American International Pictures drehten. Auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten und mit der einen oder anderen Gesangsnummer ausgestattet, kann man Fireball 500 - und wohl auch die anderen acht Streifen, die allerdings mehr auf leicht bekleidete Mädchen und Partylaune als auf Action setzten - wohl am ehesten mit so manchem Elvis-Vehikel vergleichen. Nett anzusehende Durchschnittsware mit einer harmlosen und ziemlich banalen Geschichte und einem nicht zu verachtenden Eye-Candy-Anteil in Form der überaus hübschen Julie Parrish. Aus heutiger Sicht wirkt das natürlich ziemlich bieder und teilweise schon fast mit angezogener Handbremse inszeniert, ein gewisser Unterhaltungswert ist aber auch über 40 Jahre nach der Kinoerstaufführung noch vorhanden.

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Annette Funicello Frankie Avalon William Asher 1960er car chase Carsploitation American International


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BLUE CRUSH


BLUE CRUSH BLUE CRUSH (DVD: Universal, Deutschland)
(OT: Blue Crush | Deutschland/USA 2002 | Regie: John Stockwell)


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In jeder freien Minute stürzen sich die drei Freundinnen Anne Marie (Kate Bosworth), Eden (Michelle Rodriguez) und Lena (Sanoe Lake), die sich als Zimmermädchen in einem Hotel finanziell über Wasser halten, mit ihren Surfbrettern in die Wellen. Der anstehende Pipe Masters Wettbewerb soll für die hochtalentierte Anne Marie das Sprungbrett für die große Surfkarriere bedeuten. Talentsucher aus dem ganzen Land werden bei diesem Wettbewerb in den Zuschauerrängen sitzen. Doch ausgerechnet während der wichtigen Vorbereitungen auf dieses Ereignis, lernt Anne Marie den Football-Profi Matt Tollman (Matthew Davis) kennen und verliebt sich in ihn...

Ganz nette Mischung aus Sportdrama und Love Story. Einen Preis für besondere Innovation wird Stockwell für Blue Crush sicher nicht erhalten, dafür hat man das alles schon viel zu häufig und in ähnlicher Art und Weise gesehen und dafür ist die ganze Story einfach viel zu vorhersehbar. Macht aber irgendwie auch gar nichts, denn etwas anderes habe ich von Blue Crush nicht erwartet und die Erwartungen, die ich an den Film hatte, wurden eigentlich voll und ganz erfüllt. Kurzweilige Mainstream-Unterhaltung mit nett anzusehenden Darstellerinnen und toll gefilmten Surfszenen. Das wollte ich und das hab ich auch bekommen. War schon so in Ordnung.

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Hawaii 2000er John Stockwell Michelle Rodriguez


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CARS


CARS CARS (DVD: Disney/Pixar/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Cars | USA 2006 | Regie: John Lasseter/Joe Ranft)


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Ausgerechnet bei der Überführung zum größten Rennsportereignis des Landes, dem Entscheidungsrennen um den begehrten Piston Cup, geht der ambitionierte und etwas eigensinnige Nachwuchsrennwagen Lightning McQueen verloren und landet unfreiwillig in dem abgelegenen Wüstenkaff Radiator Springs, in dem er bei seiner etwas panischen Ankunft einen beachtlichen Schaden hinterlässt. Der zuständige Richter verdonnert Lightning dazu, den Schaden wieder zu beheben und so gerät Lightnings Teilnahme am Entscheidungsrennen in Gefahr...

Mit Cars hab ich nun den letzten der schon auf DVD erhältlichen Pixar-Filme gesehen und muss - wie schon vor kurzer Zeit bei Ratatouille - leider wieder ein bisschen auf hohem Niveau jammern. Auch Cars hat mir "nur" gut gefallen und konnte mich nicht wirklich in Begeisterung versetzen. Es gab zwar einige nette Gags und die Animation war auch mal wieder um jeden Zweifel erhaben, insgesamt betrachtet war mir die Story aber etwas zu eintönig und so schlichen sich doch einige Längen ein. Die Monster AG und Die Unglaublichen bleiben für mich das Maß aller Pixar-Dinge und ich bin schon gespannt, wie der neueste Pixar-Streich WALL•E im Vergleich mit diesen beiden Genie-Streichen abschneiden wird.

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Billy Crystal 2000er John Lasseter Joe Ranft Owen Wilson Paul Newman Cheech Marin car chase Oscar Nominee Tom Hanks Michael Keaton John Goodman


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JOCKS


JOCKS JOCKS (DVD: Marketing, Deutschland)
(OT: Jocks | USA 1987 | Regie: Steve Carver)


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Der ehrgeizige Direktor (Christopher Lee) des Los Angeles College war es über Jahre hinweg gewohnt, dass sich die verschiedenen Sportteams seiner Schule einen Pokal nach dem anderen holten. Doch seit längerer Zeit gibt es keine Neuzugänge in der Trophäensammlung zu verzeichnen und der Direktor droht dem zuständigen sportlichen Leiter (R. G. Armstrong) mit ernsthaften Konsequenzen. Die Tennismannschaft von Coach Williams (Richard Roundtree) soll es richten und ein in Las Vegas anstehendes Turnier für sich entscheiden. Dumm nur, dass dem chaotischen Haufen nicht unbedingt der Sinn nach sportlichen Höchstleistungen, sondern vielmehr nach wilden Parties und hübschen Mädchen steht. Und dafür ist Las Vegas natürlich einer der geeignetsten Orte…

Die Verleih- und Produktionsfirma Crown International Pictures brachte - insbesondere in den 70er und 80er Jahren - eine ganze Reihe von B-Movies verschiedenster Genres in die Kinos. Ich hab jetzt schon den einen oder anderen Crown-Film gesehen und muss sagen, dass ich bisher eigentlich so gut wie gar nicht enttäuscht wurde. Der Unterhaltungsfaktor dieser Filme ist - trotz oft deutlich vorhandener Mängel - eigentlich durch die Bank ziemlich hoch. Auch Jocks macht da keine Ausnahme. Der Streifen ist ne typische Teenie-Komödie aus den späten 80er Jahren mit einigen netten Gags, ein bisschen nackter Haut und einer im Grunde zu vernachlässigenden Handlung. Mit Christopher Lee, R. G. Armstrong und Richard Roundtree hat sich bei Jocks ein kleines Staraufgebot vor der Kamera versammelt und Mariska Hargitay ist trotz 80er-Jahre-Frisur durchaus nett anzusehen. Ja, ich hatte viel Spaß mit diesem kleinen und wirklich extrem kurzweiligen Film.

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Steve Carver Christopher Lee Richard Roundtree 1980er female nudity Teensploitation Las Vegas Crown International Pictures


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BIG WEDNESDAY - TAG DER ENTSCHEIDUNG


BIG WEDNESDAY - TAG DER ENTSCHEIDUNG BIG WEDNESDAY - TAG DER ENTSCHEIDUNG (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Big Wednesday | USA 1978 | Regie: John Milius)


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Surfen, Partys und Mädchen - das sind die Hauptinteressen der drei Freunde Matt (Jan-Michael Vincent), Jack (William Katt) und Leroy (Gary Busey), die nach dem Schulabschluss im Jahr 1963 dem Ernst des Lebens ins Auge blicken müssen. Ungewollte Schwangerschaften, Kriegsdienst in Vietnam und berufliche Veränderungen führen in den darauffolgenden Jahren dazu, dass sich die Freunde immer mehr aus den Augen verlieren...

Von Conan- und Red Dawn-Regisseur John Milius hätte ich so einen feinfühligen und teilweise melancholischen Film nicht wirklich erwartet. Big Wednesday hat mich in manchen Szenen stark an den fünf Jahre früher entstandenen American Graffiti von George Lucas erinnert (den ich mir auch mal wieder ansehen muss). Auch bei Big Wednesday geht es um das Erwachsenwerden, den Abschied von der Jugend und die dadurch entstehenden Probleme. Mittelpunkt der Geschichte ist dabei der von Jan-Michael Vincent verkörperte Matt, der als einziger der drei Freunde in der Heimatstadt zurückbleibt und einfach nicht damit zurechtkommt, dass die unbeschwerte Zeit der Jugend vorbei ist. Filme mit einer solchen Thematik rennen bei mir seit jeher offene Türen ein und wenn das dann auch noch so überzeugend umgesetzt ist wie hier, kann ich nur meinen nicht vorhandenen Hut ziehen. Vor allem die oft schwierige Balance zwischen komischen und ernsten Tönen ist John Milius hervorragend gelungen. Während der Streifen auf seinen grandios gefilmten Höhepunkt zusteuert wirkt die erzählte Geschichte zu keinem Zeitpunkt kitschig, sondern immer realistisch und glaubwürdig.

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John Milius Robert Englund Joe Spinell 1970er 60er Jahre


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RICKY BOBBY - KÖNIG DER RENNFAHRER


RICKY BOBBY - KÖNIG DER RENNFAHRER RICKY BOBBY - KÖNIG DER RENNFAHRER (DVD: Sony, Deutschland)
(OT: Talladega Nights: The Ballad of Ricky Bobby | USA 2006 | Regie: Adam McKay)


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"Wenn du nicht der Erste bist, bist du der Letzte." Dieses Lebensmotto hat der erfolgreiche Rennfahrer Ricky Bobby (Will Ferrell) in jungen Jahren von seinem Vater mit auf den Weg bekommen und verinnerlicht. Er fährt von einem Sieg zum nächsten und lebt ein Leben im Luxus, welches oberflächlicher nicht sein könnte. Doch nach einem schweren Unfall auf der Rennstrecke muss Ricky Bobby erkennen, dass es im Leben auch sehr schnell abwärts gehen kann. Seine Frau liegt nun in den Armen seines besten Freundes Cal (John C. Reilly) und die NASCAR-Szene hat mit dem französischen Fahrer Jean Girard (Sacha Baron Cohen) einen neuen Helden. Doch Ricky Bobby gibt sich nicht so schnell geschlagen...

Mit knapp 2 Stunden ist der Film für eine Komödie ungewöhnlich lang ausgefallen und ich hatte anfangs befürchtet, dass sich bei dieser Laufzeit die eine oder andere Länge einschleichen könnte. Doch diese Befürchtung sollte sich sehr schnell als unbegründet erweisen. Extrem gut aufgelegte Schauspieler, jede Menge gelungene Gags und rasant gefilmte Renn-Sequenzen machen den Film zu einem äußerst kurzweiligen Vergnügen. Will Ferrell verkörpert dabei den Titelhelden schon fast erschreckend gut und auch die weiteren Darsteller wie z.B. Sacha Baron Cohen, John C. Reilly, Michael Clarke Duncan und Gary Cole gehen in ihren Rollen regelrecht auf. Da ist schon fast ein ganzes Sammelsurium von durchgeknallten Figuren am Start. Ich kann mir gut vorstellen, dass alle Beteiligten jede Menge Spaß beim Dreh dieses Streifens hatten und das macht sich irgendwie auch im Film bemerkbar. Das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen.

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Sacha Baron Cohen Will Ferrell Adam McKay Ed Lauter 2000er


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WIMBLEDON


WIMBLEDON WIMBLEDON (DVD: Universal, Deutschland)
(OT: Wimbledon | Frankreich/Großbritannien 2004 | Regie: Richard Loncraine)


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Der mittelmäßige Tennisprofi Peter Colt (Paul Bettany) befindet sich auf der Weltrangliste irgendwo im Niemandsland und will seine Karriere mit einer letzten Teilnahme beim Turnier in Wimbledon beenden. Als er dort den jungen und aufstrebenden Tennisstar Lizzie Bradbury (Kirsten Dunst) kennenlernt, hat diese Begegnung einen äußerst positiven Nebeneffekt auf den krassen Außenseiter...

Tennis interessiert mich eigentlich nicht die Bohne und wären bei diesem Film nicht zwei entscheidende Faktoren zusammengekommen, ich hätte mir ihn wohl nie angesehen. Faktor Nr. 1 war die Besetzung der weiblichen Hauptrolle, Faktor Nr. 2 die Tatsache, dass ich vor einigen Monaten mal ne vierte DVD bei einer der "4 für 3"-Aktionen im Müller gebraucht habe. Erwartet hab ich mir von diesem Mix aus Sportfilm und Love Story lediglich nette und kurzweilige Unterhaltung und die hab ich auch bekommen. Die Handlung verfolgt die typischen Muster solcher Filme und das Ende steht schon von vornherein fest. Natürlich kommen die beiden Turteltauben zusammen und - da es sich ja auch um einen Sportfilm handelt - natürlich wird der Außenseiter das bekannteste Tennisturnier der Welt gewinnen. Der Film bietet also keine großartigen neuen Ideen, die Geschichte wird aber sehr kurzweilig erzählt und die Inszenierung des Wimbledon-Finalespiels ist richtig spannend ausgefallen. Ein Film, den man sich also durchaus mal ansehen kann.

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Jon Favreau Kirsten Dunst Richard Loncraine 2000er London


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ULTRA - BLUTIGER SONNTAG


ULTRA - BLUTIGER SONNTAG ULTRA - BLUTIGER SONNTAG (DVD: Sunny Bastards, Deutschland)
(OT: Ultrà | Italien 1990 | Regie: Ricky Tognazzi)


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Nach zwei Jahren Gefängnis kommt Luca (Claudio Amendola), Anführer einer Ultra-Gruppierung des italienischen Erstligisten AS Rom, wieder auf freien Fuß. Als er wieder auf seine alten Freunde trifft muss er feststellen, dass sich während seiner Abwesenheit einiges verändert hat. Sein bester Kumpel Red (Ricky Memphis) hat nicht nur die Führung der Gruppe übernommen sondern auch das Herz von Lucas Freundin Cinzia (Giuppy Izzo) erobert. Auf der Zugfahrt zum Auswärtsspiel nach Turin kommt es dann zu ersten Machtkämpfen...

Die in den letzten Jahren auch in deutschen Fußballstadien vermehrt anzutreffenden Ultras haben ihren Ursprung in der italienischen Fankultur. Auch wenn man Ultras sicher nicht mit Hooligans gleichsetzen sollte - die Grenzen sind fließend und in Italien gibt es sicher noch größere Parallelen zwischen den beiden Gruppen als in manch anderen Ländern. Die Liebe zum eigenen Verein, der Hass auf den Gegner, die Befehlsstruktur innerhalb der Gruppe und die Perspektivlosigkeit im wirklichen Leben - das alles wird in Tognazzis Film thematisiert. Die Ultras werden weder verurteilt noch glorifiziert - als Zuschauer kann man sich sein eigenes Bild über diese Fan-Gruppierungen machen und dieses äußerst realistische Drama liefert die erforderlichen Einblicke dazu. Für mich als Fußballfan war der Film aufgrund der Thematik und der gelungenen Umsetzung absolut sehenswert.

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Ricky Tognazzi 1990er Rache


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FREI:GESPIELT - MEHMET SCHOLL - ÜBER DAS SPIEL HINAUS


FREI:GESPIELT - MEHMET SCHOLL - ÜBER DAS SPIEL HINAUS FREI:GESPIELT - MEHMET SCHOLL - ÜBER DAS SPIEL HINAUS (DVD: Senator/Universum, Deutschland)
(OT: Frei:Gespielt - Mehmet Scholl - über das Spiel hinaus | Deutschland 2007 | Regie: Eduard Augustin/Ferdinand Neumayr)


Infos zum Film:
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15 lange Jahre verzauberte Mehmet Scholl die Fans des FC Bayern (und nicht nur die) mit seiner Art, Fußball zu spielen. Er war einer der letzten deutschen Straßenfußballer. Nun stehen die letzten drei Tage in seiner Karriere als Fußballprofi an. Begleitet von den Filmemachern, lässt Mehmet Scholl seine Laufbahn noch einmal Revue passieren...

Mehmet Scholl sitzt da und erzählt - auch sehr selbstkritisch - von seiner Karriere. Höhen und Tiefen, Vor- und Nachteile des Berühmtseins, sportliche Erfolge und Niederlagen - alles kommt auf den Tisch. Aufgelockert werden die Schilderungen von Archivbildern und Statements anderer prominenter Persönlichkeiten. Dabei tut es dem Film meines Erachtens sehr gut, dass aus dem direkten Umfeld des FC Bayern gar nicht so viele Leute zu Wort kommen. Uli Hoeneß, Oliver Kahn, Lukas Podolski, Fredi Binder und Ex-Mitspieler Thorsten Fink - kein Hitzfeld, kein Rummenigge, keine weiteren früheren oder aktuellen Mitspieler. Dafür gibt es sehr viele Stimmen von Persönlichkeiten außerhalb des sportlichen Geschehens. Prominente aus Polititk und Unterhaltung (u.a. Joschka Fischer, Edmund Stoiber, Markus Kavka, Herbert Grönemeyer, Michael Mittermeier, Harald Schmidt) kommen zu Wort und so wird der große Stellenwert, den Mehmet Scholl - obwohl er nie eine WM gespielt hat und man seine Nationalmannschaftskarriere wohl als nicht gerade geglückt bezeichnen kann - im deutschen Fußball innehat, um so deutlicher dargestellt. Die Doku ist auf jeden Fall von der ersten bis zur letzten Minute hochinteressant und - aus meiner Sicht als Fan des FC Bayern - teilweise auch verdammt emotional. Ich bin begeistert.

TRAILER:


Harald Schmidt Ferdinand Neumayr Eduard Augustin 2000er München


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DEUTSCHLAND. EIN SOMMERMÄRCHEN


DEUTSCHLAND. EIN SOMMERMÄRCHEN DEUTSCHLAND. EIN SOMMERMÄRCHEN (VHS: TV-Aufnahme, ARD)
(OT: Deutschland. Ein Sommermärchen | Deutschland 2006 | Regie: Sönke Wortmann)


Infos zum Film:
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Fast 8 Wochen begleitet Sönke Wortmann die deutsche Nationalmannschaft vor und während der Weltmeisterschaft 2006 und gewährt einen Einblick in das Innenleben des deutschen Teams...

Letzte Woche mal aufgezeichnet, heute ohne größere Erwartungen angeschaut und für relativ brauchbar empfunden. Die Stimmung im Team wird meines Erachtens sehr gut transportiert und für mich als Fußballfan war es vor allem interessant zu sehen, was unmittelbar vor und nach dem Spiel in der Kabine passiert. Ansonsten plätschert der Film ohne wirkliche Höhepunkte vor sich hin, ist insgesamt betrachtet ganz nett anzusehen aber auch sehr weit davon entfernt, als Meilenstein des Dokumentarfilms bezeichnet werden zu können. Ganz schrecklich ist das zum Ende hin immer mehr zunehmende Gejaule des Herrn Naidoo. Wie sich die Mannschaft direkt vor den Spielen so einen musikalischen Restmüll reinziehen kann ist mir ein absolutes Rätsel.

TRAILER:


Sönke Wortmann 2000er




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