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One Night Stands und wahre Liebe


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PLANET EARTH


PLANET EARTH PLANET EARTH (Blu-ray: BBC/2 Entertain, Großbritannien)
(OT: Planet Earth | Großbritannien 2006 | Regie: Alastair Fothergill)

Infos zur Serie:
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Im Auftrag der britischen BBC entstand unter der Leitung des Produzenten und Regisseurs Alastair Fothergill dieses beeindruckende Dokument über die unendliche Schönheit der Natur und die gnadenlose Grausamenkeit des vom “Fressen oder gefressen werden“-Prinzip geprägten Überlebens in dieser. Wenn es an PLANET EARTH überhaupt etwas zu mäkeln gibt, dann vielleicht die Tatsache, dass es innerhalb der insgesamt 11 Episoden doch einige Überschneidungen gibt und es so leider doch zur einen oder anderen kleineren Länge kommen kann, wenn man sich die Serie komplett innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums zu Gemüte führt. Ansonsten ist die über einen Zeitraum von mehreren Jahren entstandene Dokumentarserie allerdings über jeden Zweifel erhaben. Die von den diversen Kameramännern auch unter unwirtlichsten Verhältnissen eingefangenen Bilder sind in jeder Folge mindestens spektakulär, meistens jedoch absolut atemberaubend. Als Zuschauer sitzt man nicht selten mit offenem Mund vor dem Fernseher und denkt sich einfach nur, wie solche Aufnahmen überhaupt möglich sind.
Aber PLANET EARTH ist mehr als beeindruckendes Dokumentarfernsehen, PLANET EARTH ist in allererster Linie auch ein Hilfeschrei, ein Plädoyer an die Spezies Mensch, diesen wunderschönen und einzigartigen Planeten zu beschützen, seine Natur zu erhalten und nicht weiter schamlos auszubeuten.

TRAILER:


Alastair Fothergill 2000er


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RIHANNA: LOUD TOUR LIVE AT THE O2


RIHANNA: LOUD TOUR LIVE AT THE O2 :love: RIHANNA: LOUD TOUR LIVE AT THE O2 :love: (Blu-ray: Universal, Deutschland)
(OT: Rihanna: Loud Tour Live at the O2 | USA 2012 | Regie: Nick Wickham)

Infos zum Film:
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RIHANNA: LOUD TOUR LIVE AT THE O2 ist der Konzertfilm zur Tour zum fünften Studioalbum der Sängerin aus Barbados und stellt einen Zusammenschnitt der letzten drei (von insgesamt zehn) Konzerten dar, die Rihanna während der Tour in der ausverkauften O2-Arena in London gegeben hatte. Die Veröffentlichung des Zusammenschnitts erfolgte vergleichsweise spät im Dezember 2012, in der Zwischenzeit kamen bereits zwei weitere Alben von Rihanna auf den Markt.
Im Gegensatz zum unmittelbaren Vorgänger RIHANNA: GOOD GIRL GONE BAD LIVE ist hier alles deutlich größer und spektakulärer geraten. Konnte man im Konzertfilm zuvor noch eine Sängerin beobachten, die kurz davor stand, ein absoluter Superstar zu werden, gibt es nun eben diesen absoluten Superstar zu betrachten. Die Bühnenshow ist gigantisch, Rihanna selbst um einiges routinierter und abgeklärter als noch während des Konzertes zu ihrer dritten CD. Hit folgt auf Hit, alles ist perfekt getimet und der ganze Zusammenschnitt wirklich atemberaubend gut gelungen (wobei er noch besser gelungen wäre, wenn man die dokumentarischen Anteile, welche Rihannas Leben auf Tour beleuchten und den Konzertzusammenschnitt immer wieder unterbrechen, aus dem Konzertfilm ausgelagert und als eigene Kurz-Dokumentation auf der Blu-ray zur Verfügung gestellt hätte). Diese professionelle Souveränität, die Rihanna hier ausstrahlt, hat aber auch ihre Schattenseiten. In RIHANNA: GOOD GIRL GONE BAD LIVE kam die attraktive Sängerin weitaus sympathischer und authentischer rüber als hier. An der Qualität ihrer Musik ändert das selbstverständlich nichts.
Abschließend muss ich allerdings noch etwas zur Qualität der Blu-ray loswerden. Die ist leider unter aller Sau und trübt den Genuss des ansonsten über jeden Zweifel erhabenen Konzerterlebnisses doch deutlich. Die Bildqualität ist einer Blu-ray nicht würdig und die Soundqualität kann man nur als Frechheit bezeichnen. Hatte die Veröffentlichung von RIHANNA: GOOD GIRL GONE BAD LIVE gerade im Bereich des Sounds noch so etwas wie Referenzcharakter, muss man leider feststellen, dass die auf dieser Blu-ray gebotene Tonqualität nicht mal mit einer durchschnittlichen MP3-Aufnahme mithalten kann. Ein Armutszeugnis.

TRAILER:


Nick Wickham Rihanna 2010er


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RIHANNA: GOOD GIRL GONE BAD LIVE


RIHANNA: GOOD GIRL GONE BAD LIVE :love: RIHANNA: GOOD GIRL GONE BAD LIVE :love: (DVD: Universal, Deutschland)
(OT: Rihanna: Good Girl Gone Bad Live | USA 2008 | Regie: Paul Caslin)

Infos zum Film:
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Seit ihrem Megahit “Umbrella“ bin ich - obwohl prinzipiell eher im Metal-, Punk- und Alternative-Bereich zuhause - bekennender Rihanna-Fan. Aber dieser Song machte nicht nur mich zum Fan, sondern Rihanna selbst auch zum absoluten Superstar und gab den Startschuss zu einer wahrlich beeindruckenden Karriere. Rihanna: Good Girl Gone Bad Live zeigt den Mitschnitt eines Konzerts aus dem Dezember 2007 in der MEN-Arena in Manchester. Zu diesem Zeitpunkt war Rihanna noch relativ am Anfang ihrer “Good Girl Gone Bad“-Welttour (die im September 2007 startete und im Januar 2009 enden sollte) und der Mitschnitt zeigt eine Künstlerin, die gerade zu begreifen scheint, dass ihr eine große Karriere bevorstehen könnte. Rihanna scheint in nicht wenigen Momenten des Konzertes sichtlich überwältigt und fast schon gerührt von ihrem eigenen Erfolg zu sein und das führt dazu, dass die attraktive Sängerin ausgesprochen sympathisch und “ehrlich“ rüberkommt. Rihanna: Good Girl Gone Bad Live ist ein Konzertfilm, der Fans definitiv die eine oder andere Gänsehaut beschert und musikalisch eine perfekte Zusammenstellung aus den ersten drei Alben der Sängerin präsentiert. Vom Start des Konzerts mit “Pon de Replay“ bis zum Finale mit “Umbrella“ reiht sich tatsächlich Hit an Hit und es gibt während der kompletten Show keinen einzigen auch nur im Ansatz schwächeren Song zu hören.
Was die technische Seite angeht, ist die vorliegende DVD übrigens - insbesondere im Hinblick auf den Sound - einfach nur atemberaubend gut und bestens dafür geeignet, die Grenzen der heimischen 5.1-Anlage auszuloten. Großartig!

CLIP:


Paul Caslin Rihanna 2000er


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PINK FLOYD: BEHIND THE WALL - INSIDE THE MINDS OF PINK FLOYD


PINK FLOYD: BEHIND THE WALL - INSIDE THE MINDS OF PINK FLOYD PINK FLOYD: BEHIND THE WALL - INSIDE THE MINDS OF PINK FLOYD (DVD: I-On New Media, Deutschland)
(OT: Pink Floyd: Behind the Wall | Großbritannien 2011 | Regie: Sonia Anderson)

Infos zum Film:
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Mit Hilfe der Bandmitglieder und verschiedener Weggefährten wirft die britische Regisseurin Sonia Anderson einen chronologischen Blick auf die Geschichte von Pink Floyd…

Es ist sicher keine Übertreibung, wenn man behauptet, dass Pink Floyd zu den wichtigsten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten gehören. Regisseurin Sonia Anderson wirft mit ihrer für das britische Fernsehen produzierten Dokumentation Pink Floyd: Behind the Wall - Inside the Minds of Pink Floyd einen Blick auf die Geschichte dieser faszinierenden Band. Echten Pink-Floyd-Enthusiasten dürfte Anderson dabei sicher nicht sonderlich viel Neues erzählen, aber insbesondere für Leute wie mich, welche die Musik der britischen Band zwar mögen, sich aber bisher noch nicht wirklich intensiv mit ihrer Geschichte auseinandergesetzt haben, ist diese knapp 80-minütige Dokumentation eine hochinteressante Angelegenheit. Sonia Anderson erzählt die Geschichte von Pink Floyd in chronologischer Reihenfolge, wobei insbesondere die Zeit der Kennenlern- und Gründungsphase der Urbesetzung bis zur Veröffentlichung der ersten Platte und der Trennung von dem vom Wahnsinn gezeichneten Syd Barrett knapp über die Hälfte der Laufzeit des Films ausmacht. Mit Hilfe von Statements der Bandmitglieder und verschiedener Wegbegleiter sowie zahlreicher Archivaufnahmen erhält man als Zuschauer so nicht nur einen Einblick in die ersten Jahre der langen Geschichte von Pink Floyd, sondern auch ein spannendes Zeitportrait der 60er Jahre. In der zweiten Filmhälfte widmet sich Sonia Anderson dann dem weiteren Erfolgsweg der Gruppe. Die Veröffentlichung solch zeitloser Meisterwerke wie “The Dark Side of the Moon“, “Wish You Were Here“ und “The Wall“, die Trennung von Roger Waters in den 80ern und die Ära David Gilmore stehen hier im Mittelpunkt, können aufgrund der nicht gerade üppigen Restlaufzeit des Films aber lange nicht so intensiv und ausführlich betrachtet werden wie die Jahre bis zur Trennung von Syd Barrett in der ersten Filmhälfte zuvor. Das ist dann auch ein kleiner Makel von Pink Floyd: Behind the Wall - Inside the Minds of Pink Floyd, denn in der zweiten Hälfte wirkt Andersons Dokumentation fast ein bisschen gehetzt und teilweise etwas oberflächlich. Wirklich negativ wirkt sich das auf den Gesamteindruck des Films jedoch nicht aus. Wenn der Abspann läuft, überkommt einen die große Lust, mal wieder seine Pink-Floyd-CDs aus dem Schrank zu holen und in den CD-Player zu legen.

Sonia Anderson 60er Jahre 70er Jahre 80er Jahre 90er Jahre London 2010er


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CORMAN’S WORLD: EXPLOITS OF A HOLLYWOOD REBEL


CORMAN’S WORLD: EXPLOITS OF A HOLLYWOOD REBEL CORMAN’S WORLD: EXPLOITS OF A HOLLYWOOD REBEL (DVD: Anchor Bay, USA)
(OT: Corman’s World: Exploits of a Hollywood Rebel | USA 2011 | Regie: Alex Stapleton)

Infos zum Film:
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Ein Einblick in das Leben und Wirken von Filmproduzent Roger Corman...

Was haben Schauspieler wie Jack Nicholson, Robert De Niro, Peter Fonda, Dennis Hopper, Sylvester Stallone, William Shatner oder Sandra Bullock und Regisseure wie Francis Ford Coppola, Martin Scorsese, Jonathan Demme, Joe Dante, Ron Howard, James Cameron oder Peter Bogdanovich gemeinsam? Sie alle starteten ihre Karriere in Filmen von Roger Corman, dem Großmeister der B-Movies.
Mit Corman's World: Exploits of a Hollywood Rebel setzt Regisseur Alex Stapleton dem Vielfilmer nun ein entsprechendes Denkmal und gewährt dem Zuschauer interessante Einblicke in das Leben und das Wirken des im Jahr 2009 mit einem Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichneten Hollywoodrebellen. Aktuelle Interviews mit langjährigen Weggefährten (u.a. eine Vielzahl der im ersten Satz genannten Schauspieler und Regisseure), Ausschnitte aus unzähligen Corman-Filmen und jede Menge Archivaufnahmen machen diese Dokumentation zu einer kurzweiligen und hochinteressanten Angelegenheit. Und wenn ziemlich zum Ende hin ein Mann wie Jack Nicholson berichtet, dass er seine ganze Karriere und seinen ganzen Erfolg einzig und allein Roger Corman zu verdanken hat und ihm dabei vor lauter Rührung und Dankbarkeit die Stimme wegbleibt und die Tränen in die Augen schießen, dann bekommt man auch als Zuschauer eine echte Gänsehaut.
Die IMDB listet Roger Corman bei mittlerweile knapp über 400 Filmen als Produzent, Co-Produzent oder ausführenden Produzenten. Auch im mittlerweile hohen Alter (Corman wurde am 05.04. stolze 86 Jahre alt) bleibt Corman dem Filmbusiness treu. Filme mit verführerischen Titeln wie Attack of the 50ft Cheerleader befinden sich gerade in der Post-Production-Phase, andere werden soeben gedreht. Es steht zu befürchten, dass auch Roger Corman nicht mit dem ewigen Leben gesegnet sein wird. Der Tag, an dem dieser Mann seinem Schöpfer gegenübertritt, wird ein ausgesprochen trauriger Tag für die gesamte Filmwelt sein. Möge er in ferner Zukunft liegen.

TRAILER:


Alex Stapleton Jack Nicholson Roger Corman Robert De Niro Peter Bogdanovich Joe Dante Jonathan Demme Martin Scorsese Peter Fonda Dick Miller Ron Howard Pam Grier Mary Woronov 2010er female nudity


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NIGHTMARES IN RED, WHITE AND BLUE: THE EVOLUTION OF THE AMERICAN HORROR FILM


NIGHTMARES IN RED, WHITE AND BLUE: THE EVOLUTION OF THE AMERICAN HORROR FILM (DVD: Lorber Films, USA)
(OT: Nightmares in Red, White and Blue: The Evolution of the American Horror Film | USA 2009 | Regie: Andrew Monument)

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Infos zum Film: IMDB | OFDB


Von den klassischen Universal-Monstern wie Dracula und Frankensteins Monster bis zu aktuellen Kassenschlagern wie der Saw-Reihe - Regisseure wie John Carpenter, Joe Dante, Larry Cohen und George A. Romero geben Einblicke in die Entwicklung des Horrorkinos vor den gesellschaftlichen und politischen Hintergründen der jeweiligen Zeit...

Noch eine Dokumentation über das Genrekino. Die schießen in den letzten Jahren irgendwie auch wie Pilze aus dem Boden und es kommt ja auch noch der eine oder andere Film raus. Ich freue mich schon sehr auf Corman’s World: Exploits of a Hollywood Rebel von Regisseur Alex Stapleton und fast noch mehr freue ich mich auf das neue Projekt des Not Quite Hollywood- und Machete Maidens Unleashed-Regisseurs Mark Hartley, der mit Electric Boogaloo der Geschichte der in den 80er Jahren besonders umtriebigen Cannon Films auf den Grund gehen will.
Aber nun zu Nightmares in Red, White and Blue von Andrew Monument. Die Doku ist ähnlich aufgebaut wie der ein Jahr später erschienene und von mir vor ein paar Wochen gesichtete American Grindhouse, sprich Andrew Monument versucht einen Überblick über die Geschichte des amerikanischen Horrorfilms zu geben und verzichtet auf so Sachen wie “Anekdoten von verschiedenen Drehs“ praktisch gänzlich. Nightmares in Red, White and Blue ist insbesondere für Neueinsteiger in die Welt des (amerikanischen) Horrorfilms ausgesprochen interessant geworden, bekommen sie doch eine regelrechte “To Watch“-Liste der wichtigsten Genrevertreter vorgelegt. Für Horror-Aficionados dürfte es dagegen nicht unbedingt neue Filme zu entdecken geben. Dafür erfahren die, wenn sie es nicht eh schon wissen, wie sich der Horrorfilm im Kontext der jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Ereignisse weiterentwickelt hat und können da vielleicht auch noch die eine oder andere neue Information herausholen. Und die Tatsache, dass Andrew Monument sich für sein Projekt mit Regisseuren wie John Carpenter, George A. Romero, Larry Cohen, Roger Corman, Brian Yuzna und natürlich Joe Dante - der ja in praktisch jeder Doku dieser Art mitwirkt - ausgesprochen prominente Unterstützung ins Boot geholt hat, macht aus Nightmares in Red, White and Blue nicht nur einen interessanten, sondern auch noch einen extrem kurzweiligen Film. Für Fans von Horrorfilmen und denen die es werden wollen ist diese Dokumentation definitiv einen Blick wert.

TRAILER:


Andrew Monument George A. Romero John Carpenter Joe Dante Larry Cohen Darren Lynn Bousman Roger Corman Lance Henriksen Mick Garris Brian Yuzan Tom McLoughlin 2000er female nudity


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AMERICAN GRINDHOUSE


AMERICAN GRINDHOUSE (DVD: Lorber Films, USA)
(OT: American Grindhouse | USA 2010 | Regie: Elijah Drenner)

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Von Traffic in Souls aus dem Jahr 1913 (und teilweise noch früheren Produktionen) bis zu Filmen wie Hostel, Planet Terror oder Black Dynamite aus dem neuen Jahrtausend - Regisseur Elijah Drenner versucht mit Unterstützung von Filmemachern wie John Landis und Joe Dante der Geschichte des amerikanischen Exploitation-Kinos auf den Grund zu gehen...

Nach Not Quite Hollywood und Machete Maidens Unleashed! von Regisseur Mark Hartley die nächste Dokumentation zu dem von mir so heiß und innig geliebten Exploitation-Kino. Anders als sein Kollege Hartley verzichtet Regisseur Elijah Drenner allerdings größtenteils auf Anekdoten von den damaligen Drehs und versucht stattdessen, einen groben Überblick über die Geschichte des amerikanischen Exploitation-Films zu geben - von den Stummfilmtagen bis ins 21. Jahrhundert. Ihm zur Seite stehen Filmemacher wie John Landis und Joe Dante, die ihre Karrieren ja auch im Bereich der B-Movies starteten. Das ist alles hochinteressant aufbereitet, hat aber etwas an der viel zu kurzen Laufzeit des Films von gerade mal 80 Minuten zu knabbern. American Grindhouse kratzt lediglich an der Oberfläche, hat keine Zeit bei den vielen Entwicklungen, die der Exploitation-Film mit seinen unzähligen Subgenres durchgemacht hat, großartig ins Detail zu gehen und wirkt deshalb leider etwas zu gehetzt. Für Freunde des unterschlagenen Films ist die Doku aber dennoch unverzichtbar und unbedingt sehenswert.

TRAILER:


Elijah Drenner John Landis Joe Dante Robert Forster Herschell Gordon Lewis William Lustig Lewis Teague David Hess Jack Hill Fred Williamson Larry Cohen Jonathan Kaplan 2010er car chase female nudity


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MACHETE MAIDENS UNLEASHED!


MACHETE MAIDENS UNLEASHED! (DVD: Umbrella, Australien)
(OT: Machete Maidens Unleashed! | Australien 2010 | Regie: Mark Hartley)

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Exotische Schauplätze, geringe Produktionskosten und keine großartigen Probleme mit Dreherlaubnissen und Sicherheitsbestimmungen trieben in den 70er Jahren die Macher von B-Movies vermehrt in die Philippinen um dort Filme für wenig Geld zu drehen, welche dann an den Kinokassen den maximalen Erfolg erzielen sollten. Gemeinsam mit Genregrößen wie Roger Corman, Joe Dante u.v.a.m. wirft Regisseur Mark Hartley einen Blick zurück auf diese wilde, verrückte und teilweise auch ausgesprochen gefährliche Zeit...

Nachdem er sich in Not Quite Hollywood noch um den Ozploitation-Film gekümmert hat, widmet sich Regisseur Mark Hartley in Machete Maidens Unleashed! jetzt den in den Philippinen gedrehten Exploitation-Streifen. Ein echtes, philippinisches Exploitation-Kino gibt es dabei natürlich nicht wirklich, viel mehr handelt es sich bei den vorgestellten Filmen fast ausnahmslos um US-Produktionen, deren Macher - wie beispielsweise Roger Corman - sich damals die kostengünstigen Ressourcen und die exotischen Schauplätze der Inselgruppe zunutze gemacht haben. Durch die Mitwirkung vieler Beteiligter von damals (Roger Corman, Joe Dante, Jack Hill, Sid Haig, usw.) ist auch Machete Maidens Unleashed! wieder ausgesprochen unterhaltsam und informativ ausgefallen. Der Film schürt große Neugier auf die mir noch nicht bekannten vorgestellten Streifen und die Vorfreude auf den Erwerb bereits erhältlicher bzw. bereits angekündigter Veröffentlichungen - insbesondere innerhalb der vorzüglich Corman-Reihe von Shout! Factory -ist immens hoch. Es gibt noch verdammt viel zu entdecken!

TRAILER:


Brian Trenchard-Smith Dick Miller Margaret Markov Joe Dante Sid Haig Jack Hill Roger Corman Pam Grier Allan Arkush Mark Hartley 2010er car chase female nudity


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MADE IN SERBIA


MADE IN SERBIA (DVD: Bildstörung, Deutschland)
(OT: Made in Serbia | Serbien-Montenegro 2005 | Regie: Mladen Djordjevic)

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Regisseur Mladen Djordjevic und sein Kamerateam begleiten Nenad Bekvalac, einen jungen Mann auf der Suche nach seiner Ex-Freundin, die ihn wegen einer aussichtsreichen Karriere als Pornostar vor einiger Zeit verlassen hatte. Dabei erforschen Mladen und Nenad die sich gänzlich im Untergrund abspielende, serbische Pornoindustrie...

Regisseur Mladen Djordjevic wirft in Made in Serbia einen Blick auf die sich praktisch ausschließlich im tiefsten Untergrund abspielende und heute - 6 Jahre nach Produktion des Streifens - wohl gar nicht mehr existierende, serbische Pornoindustrie. Die Doku entwickelt zu Beginn eine Art Plot über den Interviewer Nenad Beklavac, der sich auf die Suche nach seiner Ex-Freundin - die ihn einst verlassen hatte um Pornos zu drehen - begeben will und so den serbischen HC-Underground erkundet. Eine Dokumentation über Pornographie “Made in Serbia“ ist der Streifen allerdings nur auf den ersten Blick. Im Endeffekt dient das Thema der Pornographie nur als reißerischer Aufhänger für eine Geschichte über die Chancen- und Perspektivlosigkeit vieler Serben in ihrer Heimat, dargestellt am Beispiel von 4 verschiedenen Pornodarstellern. Wer also tatsächlich auf der Suche nach einer Dokumentation über das Pornobusiness ist, sollte sein Glück vielleicht lieber bei Jens Hoffmanns 9to5: Days in Porn versuchen. Made in Serbia dürfte für diesen Zweck die denkbar schlechteste Wahl sein. Wer allerdings bereit ist, sich auf eine ungeschönte und ernüchternde Reise zu machen und Menschen kennenzulernen, die Sex vor der Kamera haben um ihr Brennholz für den Winter finanzieren zu können, wer also bereit ist, sich vor Augen zu führen, wie gut es ihm in unserer Wohlstandsgesellschaft eigentlich geht, dem möchte ich Made in Serbia doch sehr ans Herz legen.

Mladen Djordjevic 2000er female nudity


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THE WILD, WILD WORLD OF JAYNE MANSFIELD


THE WILD, WILD WORLD OF JAYNE MANSFIELD (DVD: Something Weird Video, USA)
(OT: The Wild, Wild World of Jayne Mansfield | Deutschland/Frankreich/USA 1968 | Regie: Charles W. Broun Jr./Joel Holt/Arthur Knight)

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Schauspielerin Jayne Mansfield nimmt ihre Fans mit auf einen Trip durch Europa und die USA und stellt ihnen dabei insbesondere die erotischen Seiten des Nachtlebens von Großstädten wie Rom, Paris, New York und Los Angeles vor...

Mal wieder etwas aus dem Kuriositätenkabinett. Größtenteils bereits im Jahr 1964 gedreht, sollte dieser Streifen wohl einen der letzten verzweifelten Versuche darstellen, die zu diesem Zeitpunkt schon arg stagnierende Karriere von Jayne Mansfield wieder anzukurbeln. Mansfield reist durch Rom, Paris, New York und Los Angeles und stellt dem geneigten Zuschauer im pseudo-dokumentarischen Stil das Nachtleben und die "sexuellen Attraktionen" dieser Städte vor. Das Ergebnis ist pure Sexploitation mit viel unfreiwilliger Komik, will doch die Voice-Over-Narration von Carolyn De Fonseca in vielen Sequenzen so rein gar nicht zum jeweiligen Gesichtsausdruck der attraktiven Blondine passen. Das gefilmte Material sollte allerdings erst ein Jahr nach ihrem tragischen Tod - Mansfield kam im Jahr 1967 bei einem Autounfall ums Leben - unter dem Titel The Wild, Wild World of Jayne Mansfield das Licht der Leinwände erblicken und zwar angereichert - und jetzt wird es wirklich bizarr und auch ausgesprochen geschmacklos - mit einem gestellten Autounfall, Fotos von der realen Unfallstelle und Aufnahmen des trauernden Partners Mickey Hargitay und der beiden Söhne von Jayne und Mickey. Aus einer zuvor noch spaßigen Sexploitation-Doku wird so im Handumdrehen ein handfester und extrem reißerischer Mondo. Willkommen in der weiten Welt der Unglaublichkeiten des Shocksploitation-Films.

TRAILER:


Charles W. Broun Jr. Joel Holt Arthur Knight Jayne Mansfield 1960er female nudity Rom Paris Los Angeles New York Mondo Sexploitation Shocksploitation


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HORRORFILME - VON APOKALYPSE, VIREN UND ZOMBIES


HORRORFILME - VON APOKALYPSE, VIREN UND ZOMBIES (Free-TV: arteHD, Deutschland)
(OT: Cinémas d'horreur - Apocalypse, virus et zombies... | Frankreich 2011 | Regie: Luc Lagier)

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Regisseur Luc Lagier versucht der Faszination des im letzten Jahrzehnt praktisch wiederbelebten Horrorfilmgenres auf den Grund zu gehen und hat dazu die Regisseure vier erfolgreicher Filme (The Hills Have Eyes, Hostel, The Descent und [REC]) zu ihren Arbeiten befragt...

Etwas irreführender, weil viel zu allgemein gehaltener Titel für eine durchaus interessante Dokumentation. Regisseur Luc Lagier hat sich nämlich nicht mit dem Horrorfilm im Allgemeinen, sondern vielmehr mit der neuen Horrorfilmwelle der letzten paar Jahre auseinandergesetzt. Hierfür hat er sich exakt vier Filme herausgepickt und die entsprechenden Regisseure zu den jeweiligen Streifen befragt. Seine Wahl fiel dabei auf The Hills Have Eyes von Alexandra Aja, Hostel von Eli Roth, The Descent von Neil Marshall und [REC] von Jaume Balagueró und Paco Plaza. Die durch die Bank ausgesprochen gesprächsfreudigen Filmemacher reden dabei über ihre Motivationen, Beweggründe, Einflüsse, Vorbilder und ganz allgemein über die Wiederauferstehung des Genres im neuen Jahrtausend. Interessant, informativ und kurzweilig ist Horrorfilme ausgefallen und ich bin froh, dass ich - eher zufällig - auf diese Dokumentation im Programm von ARTE gestoßen bin.

CLIP:


Luc Lagier Eli Roth Alexandre Aja Neil Marshall Jaume Balagueró Paco Plaza 2010er


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NOT QUITE HOLLYWOOD: THE WILD, UNTOLD STORY OF OZPLOITATION!


NOT QUITE HOLLYWOOD: THE WILD, UNTOLD STORY OF OZPLOITATION! (DVD: Optimum, Großbritannien)
(OT: Not Quite Hollywood: The Wild, Untold Story of Ozploitation! | Australien/USA 2008 | Regie: Mark Hartley)

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Regisseur Mark Hartley geht der Faszination des australischen Exploitation-Kinos auf den Grund, stellt dabei die verschiedensten "Ozploitation"-Subgenres und wichtigsten Filme vor und sammelt Statements damaliger Filmemacher, beteiligter Schauspieler und prominenter "Fans" wie Quentin Tarantino...

Ausgesprochen unterhaltsame Doku über das australische Exploitation-Kino der 70er und 80er Jahre, die leider viel zu schnell vorbei war. Hätte den Informationen und Anekdoten der verschiedenen Beteiligten gerne noch länger gelauscht. Regisseur Mark Hartley hat da eine ziemlich illustre Mischung vor der Kamera versammelt. Neben Regisseuren dieser Epoche wie beispielsweise George Miller (Mad Max), Russell Mulcahy (Razorback), Richard Franklin (Fantasm, Patrick, Roadgames) und insbesondere Brian Trenchard-Smith (Stunt Rock, Turkey Shoot, BMX Bandits, u.a.) und Schauspielern wie Jamie Lee Curtis, Dennis Hopper, Stacy Keach und Steve Railsback, die in entsprechenden Genreproduktionen mitgewirkt haben, kommen auch "Fans" dieser Filme wie beispielsweise Quentin Tarantino und die Saw-Schöpfer James Wan und Leigh Whannell zu Wort. Tarantino schwärmt mit einer fast schon kindlichen Begeisterung von verschiedensten Ozploitation-Klassikern und deren Einfluss auf seine eigene Arbeit. Die Pioniere des australischen Genrekinos blicken auf die damaligen Produktionsumstände zurück und unterhalten mit so mancher Anekdote. Das alles ergibt eine ausgesprochen interessante und kurzweilige Mischung, in der neben - zumindest für mich - vielen alten Bekannten (neben den bei den oben genannten Regisseuren schon aufgeführten Streifen beispielsweise noch Long Weekend, Harlequin und Felicity) auch jede Menge mir bisher gänzlich unbekannte Streifen (wie z.B. Stone, Snapshot, The Man from Hong Kong, Mad Dog Morgan und Nightmares) vorgestellt werden, derer ich nur allzu gerne habhaft werden würde. Als Fan des Exploitation-Kinos ist diese Doku praktisch unverzichtbar. Toll!

TRAILER:


Mark Hartley Brian Trenchard-Smith Quentin Tarantino Richard Franklin Jamie Lee Curtis Dennis Hopper George Miller Russell Mulcahy George Lazenby Ted Kotcheff 2000er car chase female nudity John D. Lamond James Wan Simon Wincer Filmemacher


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VON SEX BIS SIMMEL


VON SEX BIS SIMMEL (DVD: Kinowelt, Deutschland)
(OT: Von Sex bis Simmel | Deutschland 2005 | Regie: Hans Günther Pflaum/Peter H. Schröder)

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Verschiedene Filmschaffende wie die Regisseure Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta oder der Produzent Wolf C. Hartwig werfen einen Blick zurück auf die Erfolge des deutschen Sexfilms...

Leider nur mäßig interessante Dokumentation zum Phänomen des deutschen Sexploitation-Films der späten 60er bis frühen 80er Jahre. Vielleicht wurden auch einfach die falschen Leute befragt. Denn sonderlich viel hatte eigentlich keiner der Befragten zu sagen. Während sich der mittlerweile über 80 Jahre alte Wolf C. Hartwig beispielsweise noch immer diebisch über seine damaligen Erfolge freut und knallhart und ehrlich dahinter steht, dass es ihm nur um das schnelle Geld und nicht um einen künstlerischen Anspruch ging, spielen anspruchsvolle Regisseure wie Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta auch heute noch die beleidigte Leberwurst weil ihnen damals der Erfolg beim Publikum versagt geblieben ist und geben sich in meinen Augen damit schon fast ein bisschen der Lächerlichkeit preis. Eine Aneinanderreihung größtenteils nichtssagender, überflüssiger und oft beleidigt klingender Statements - viel mehr ist Von Sex bis Simmel leider nicht geworden. Schade drum.

Hans Günther Pflaum Peter H. Schröder 2000er female nudity


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9TO5 - DAYS IN PORN


9TO5 - DAYS IN PORN (DVD: good!movies/Zorro Film, Deutschland)
(OT: 9to5 - Days in Porn | Deutschland 2008 | Regie: Jens Hoffmann)

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Die Geschichten verschiedener Menschen, die ihren Lebensunterhalt im San Fernando Valley in Los Angeles verdienen, dem Standort der größten Pornoindustrie der Welt...

Mit seiner Dokumentation 9to5 - Days in Porn gestattet Regisseur Jens Hoffmann dem interessierten Zuschauer einen ehrlichen und ungeschminkten Blick auf die Hardcore-Industrie in den USA. Über einen Zeitraum von 1,5 Jahren begleitet Hoffmann verschiedene Protagonisten im Porn Valley und lässt diese bzw. deren Geschichten für sich selbst sprechen. Die Auswahl der Interviewpartner dürfte dabei einen bunten Querschnitt des Porn Business darstellen und Hoffmann läuft durch diese bunte Mischung eigentlich nie Gefahr, den Zuschauer in seiner Meinungsbildung über das Gezeigte großartig zu beeinflussen.
Ist das Geschäft mit der Pornographie wirklich so böse und menschenverachtend wie uns die Gegner immer einreden wollen? Oder sind die herrschenden Vorurteile tatsächlich nur aus der Luft gegriffen und sind die Darsteller und Darstellerinnen mit ihrem Job und ihrem Leben nicht vielleicht doch glücklich, so wie es die Branche selbst gerne darstellt? Die Wahrheit liegt wohl wie so oft irgendwo dazwischen.
Auf der einen Seite haben wir Menschen wie den - auf den ersten Blick extrem schmierig wirkenden - Agenten Mark Spiegler, der aber offensichtlich sehr um das Wohlergehen seiner Darstellerinnen bemüht ist, wie Regisseur/Kameramann Jim Powers, der schon seit einer gefühlten Ewigkeit in der Branche tätig ist, einen herrlich selbstironischen Eindruck hinterlässt und nebenbei noch immer in seiner ebenfalls schon seit einer gefühlten Ewigkeit existierenden Punkband aktiv ist, wie Belladonna, die trotz ihrer extremen Filme einen absolut gefestigten, glücklichen und auch sympathsichen Eindruck macht, wie Roxy DeVille, die sich nach vielen Jahren noch immer ihre Unabhängigkeit bewahrt zu haben scheint, wie Sharon Mitchell, einen der größten Stars der 70er und 80er Jahre, die sich heute dafür engagiert, dass die Gesundheit der Darsteller und Darstellerinnen an erster Stelle steht und wie Sasha Grey, die - damals noch ganz am Anfang ihrer Karriere stehend - wahrscheinlich einfach nur komplett wahnsinnig (allerdings im positiven Sinne) zu sein scheint, einen unglaublich intelligenten und auch reifen Eindruck hinterlässt und diesem Beruf wohl tatsächlich voller Überzeugung und Begeisterung nachgeht.
Auf der anderen Seite bekommen auch die hässlichen Seiten der Branche ein Gesicht und zwar in Form von Darstellerinnen wie Mia Rose, die einen Traum von einer großen Karriere im Pornobusiness hatte und nun mit der harten Realität nicht zurecht kommt, und Katja Kassin, die zwar als überaus erfolgreiche Darstellerin startete, letztendlich aber ins Eskort-Geschäft und damit effektiv in die Prostitution abgerutscht ist. Oder in Form des Regisseurs Otto Bauer, der ohne Rücksicht auf Verluste sprichwörtlich über Leichen zu gehen scheint. Ein Unsympath sondergleichen, der für seine extremen Filme berüchtigt ist und der seine Darstellerinnen ganz offensichtlich wie den letzten Dreck behandelt, u.a. auch seine eigene Ehefrau, Audrey Hollander, die definitiv tragischste Figur des ganzen Films, deren psychischer und physischer Verfall innerhalb des Zeitraums von 1,5 Jahren gnadenlos dokumentiert wird. Am Anfang der Dokumentation noch voller Träume und Hoffnungen und den AVN-Award für die beste Darstellerin entgegennehmend, präsentiert sie sich am Ende des Streifens als psychisches und physisches Wrack, in kompletter Abhängigkeit von ihrem dominanten Ehemann lebend.
Durch diese offene Darstellung der positiven und negativen Seiten der Branche weckt Hoffmann sowohl Mitgefühl als auch Interesse beim Zuschauer, der Film wirkt zu keiner Zeit unglaubwürdig und 9to5 - Days in Porn dürfte die wohl ehrlichste Doku zur Hardcore-Branche sein, die ich bisher gesehen habe. Die Dokumentation endet mit Texttafeln über den weiteren Werdegang der Protagonisten. Bei Audrey Hollander steht nur ein Satz: "Audrey Is Doing Better."; ein beruhigendes Ende eines tollen Films.

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Sasha Grey Jens Hoffmann 2000er female nudity Los Angeles


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WAY OUT TOPLESS


WAY OUT TOPLESS (DVD: Something Weird Video, USA)
(OT: Way Out Topless | USA 1967 | Regie: Lewis S. Francis)

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Infos zum Film: IMDB | OFDB


Eine Reise durch Stripclubs in Baltimore und Washington...

Was soll man zu einem Film wie Way Out Topless großartig schreiben? Im Endeffekt muss man das mal wieder selbst gesehen haben, um fassen zu können, welche Unglaublichkeiten im Sexploitation-Kino der 60er Jahre möglich waren. Jeder, der dieses Filmtagebuch bzw. diesen Blog ein bisschen verfolgt, wird wissen, dass ich Filme dieser Art hier schon zur Genüge besprochen habe und man sollte vielleicht meinen, irgendwann sei der Bodensatz erreicht und es geht nicht mehr absurder. Aber dank Something Weird Video stoße ich immer wieder auf neue Unglaublichkeiten. Way Out Topless beginnt als Art Dokumentation. Eine gönnerhafte Stimme teilt dem geneigten Zuschauer mit, dass nun auch Frauen den Herd kurz verlassen dürfen um sich in den in letzter Zeit in Mode gekommenen Fitness-Studios körperlich fit zu halten. Natürlich sagt diese Stimme das so nicht wörtlich, aber im übertragenen Sinne ist es doch ziemlich eindeutig. Weshalb die gezeigten Frauen in den Studios dann oben ohne trainieren wird allerdings nicht geklärt. Nach ca. 10 Minuten körperlicher Ertüchtigung wird dem zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich ungläubig dreinblickenden Zuschauer schließlich erklärt, weshalb körperliche Fitness für Frauen so wichtig ist. Es gibt nur einen Grund: damit diese in Stripclubs dem männlichen Publikum ihre Reize präsentieren können. Was danach folgt ist eine 50-minütige Reise durch Stripclubs in Baltimore und Washington, in der vollbusige Damen zu groovigen Sixties-Klängen sich ihrer Kleidung entledigen. Dann ist der Spuk zu Ende.
Richtig erschreckend an dem Streifen war für mich die Tatsache, wie sehr er mich einlullen konnte. Der groovige Sound aus den 60ern gepaart mit den teils wirklich verdammt attraktiven Stripperinnen ließ die gut 60 Minuten Laufzeit wie im Flug vergehen und irgendwie hätte ich dem bunten Treiben in dieser Mondo-Doku auch noch durchaus ein bisschen länger zusehen können. Ich bekomme langsam aber sicher Angst vor mir selbst.

Lewis S. Francis 1960er Mondo Sexploitation female nudity


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GLOBAL METAL


GLOBAL METAL GLOBAL METAL (DVD: Universal, Deutschland)
(OT: Global Metal | Kanada 2008 | Regie: Sam Dunn/Scot McFadyen)


Infos zum Film:
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Sam Dunn reist um die Welt um Metalfans und Musiker aus Ländern wie Indien, China oder Brasilien vorzustellen. Ihr Leben, ihre Liebe zur aber auch ihre Probleme durch die Musik der etwas härteren Gangart…

Nach Metal: A Headbanger's Journey ist Global Metal die zweite Dokumentation von Metalhead Sam Dunn und auch diesen Streifen möchte ich Freunden der etwas härterer Musik unbedingt ans Herz legen. Hat sich Dunn im ersten Film noch mit den Ursprüngen seiner Lieblingsmusik befasst, bereist er in Global Metal die Welt um herauszufinden, wie es an exotischeren Schauplätzen der Erde um den Heavy Metal bestellt ist. Seine Reise führt in u.a. nach Brasilien, Japan, China, Indien und Israel. Die Bedeutung der Musik für die Fans, aber auch Probleme, die durch die Begeisterung für diese Art von Musik entstehen, kommen in den Gesprächen vor Ort mit einheimischen Musikern und Fans zur Sprache. Daneben kommen auch wieder Genregrößen wie Tom Araya (Slayer), Lars Ullrich (Metallica), Bruce Dickinson (Iron Maiden) und Barney Greenway (Napalm Death) zu Wort und auch unangenehme und kritische Themen werden nicht verschwiegen (beispielsweise die Auseinandersetzung israelischer Metalheads mit den Äußerungen geistiger Dünnbrettbohrer wie Varg Vikernes). Angereichert mit Konzertausschnitten und unterlegt mit einem entsprechenden Soundtrack ist Global Metal eine rundum gelungene Angelegenheit geworden.

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Sam Dunn Scot McFadyen 2000er Sequel


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CINEMANIA


CINEMANIA (DVD: Filmgalerie 451, Deutschland)
(OT: Cinemania | Deutschland/USA 2002 | Regie: Angela Christlieb/Stephen Kijak)

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Infos zum Film: IMDB | OFDB


Jack, Eric, Bill, Roberta und Harvey leben in New York und sind filmverrückt. Ihren kompletten Tagesablauf organisieren sie nach dem Spielplan der verschiedenen Kinos. Ein Filmteam begleitet sie bei ihrem ganz normalen, täglichen Wahnsinn...

Von dieser Doku hatte ich mir ehrlich gesagt etwas anderes erwartet bzw. erhofft. Ich dachte, es würde in erster Linie um die Faszination Film und Kino gehen, stattdessen durfte ich eine Handvoll - in meinen Augen - gescheiterter Existenzen beim Ausleben ihrer Obsession beobachten. Das war zwar in gewisser Weise auch ganz interessant, die Tatsache, dass die vorgestellten Verrückten fast durch die Bank gänzliche Unsympathen waren, erzeugte aber eine gewisse Distanz und Verständnis konnte ich für die Protagonisten auch nicht aufbringen. Wenn diese Doku mir persönlich etwas gebracht hat, dann die Erkenntnis, dass ich mit meinem extremen Filmtick dann doch im Vergleich zu den Typen in der Dokumentation vollkommen "normal" zu sein scheine. Denn Parallelen zu Jack, Eric, Bill, Roberta und Harvey konnte ich glücklicherweise keine feststellen.

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Angela Christlieb Stephen Kijak 2000er New York


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GOING TO PIECES: THE RISE AND FALL OF THE SLASHER FILM


GOING TO PIECES: THE RISE AND FALL OF THE SLASHER FILM GOING TO PIECES: THE RISE AND FALL OF THE SLASHER FILM (DVD: Metrodome, Großbritannien)
(OT: Going to Pieces: The Rise and Fall of the Slasher Film | USA 2006 | Regie: Jeff McQueen)


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Psycho war das Vorbild, Halloween die Initialzündung und Scream die Wiederbelebung des Slasherfilms. Regisseur Jeff McQueen versucht mit der Unterstützung entsprechender Genreprominenz (u.a. Wes Craven, John Carpenter, Tom Savini, Betsy Palmer) dem Phänomen des Slasherfilms auf den Grunde zu gehen...

Regisseur Jeff McQueen hat sich für seine Dokumentation die Geschichte des Slasherfilms vorgenommen. Herausgekommen ist dabei keine wissenschaftliche Arbeit (dazu fehlt es einfach an entsprechenden Gesprächspartnern), sondern vielmehr ein Film, der die Geschichte dieses Horror-Subgenres umreißt, die wichtigsten Filme kurz vorstellt und zudem auch auf Vorbilder wie Psycho und auch die neue Horrorfilm-Welle des neuen Jahrtausends eingeht. In zahlreichen Interviewschnipseln kommen Genregrößen wie Wes Craven, John Carpenter oder auch Tom Savini zu Wort, geben Einblicke in die Entstehungsprozesse verschiedener Filme und setzen sich auch mit dem leidigen Thema der Zensur auseinander. Das alles ist nicht nur interessant, sondern auch extrem unterhaltsam aufbereitet und stellt so für den geneigten Freund des Slasherfilms einen spannenden Blick hinter die Kulissen des Genres dar und eignet sich zudem auch noch hervorragend dazu, bisher unbekannte Filme für sich zu entdecken und sich an vielleicht schon längst in Vergessenheit geratene Streifen zu erinnern. Mir hat diese Doku auf jeden Fall mal wieder richtig Lust auf das Horrorgenre im Allgemeinen und den Slasherfilm im Speziellen gemacht.

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Rob Zombie John Carpenter Sean S. Cunningham Wes Craven Jeff McQueen Tom Savini 2000er female nudity


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PORNOGRAPHY: THE SECRET HISTORY OF CIVILISATION


PORNOGRAPHY: THE SECRET HISTORY OF CIVILISATION (DVD: Koch Vision, USA)
(OT: Pornography: The Secret History of Civilisation | Großbritannien 1999 | Regie: Chris Rodley/Dev Varma/Kate Williams)

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Von frühen Skulpturen bis zum Internet - die Geschichte der Pornographie ist wohl so alt wie die Geschichte der Menschheit. Unter anderem Wissenschaftler, Historiker und Künstler versuchen einen Einblick zu geben, wie sich diese Geschichte - insbesondere im Hinblick auf die fortschreitende technische Entwicklung - im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat...

Insgesamt 5 Stunden dauert diese für das britische TV produzierte Mini-Serie und in dieser Zeit wird auf äußerst interessante Art und Weise die Geschichte der Pornographie näher beleuchtet. Wissenschaftler und Historiker kommen genauso zu Wort wie Sammler und Künstler. In insgesamt 6 Episoden arbeiten sich die Filmemacher von altertümlichen Skulpturen bis zum Internet vor. Die ersten 3 Folgen beschäftigen sich dabei mit der Bildhauerei, dem Buchdruck und der Photographie. In der 4. Folge wird die goldene Ära des Hardcore-Films in den 70er Jahren unter die Lupe genommen und in Folge Nr. 5 geht es schließlich um den Videoboom, der Pornographie endgültig ins heimische Wohnzimmer brachte. Mit Ausnahme der letzten Episode, welche sich mit dem Internet und einem Ausblick in die Zukunft der Pornographie beschäftigt und die heute - gut 10 Jahre nach Produktion der Dokumentation - längst von der Realität eingeholt wurde, kann ich die Dokumentation nur als absolut gelungen bezeichnen. Wer sich für das Thema interessiert, sollte ruhig mal einen Blick riskieren.

Kate Williams Dev Varma Chris Rodley 1990er female nudity


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FREI:GESPIELT - MEHMET SCHOLL - ÜBER DAS SPIEL HINAUS


FREI:GESPIELT - MEHMET SCHOLL - ÜBER DAS SPIEL HINAUS (DVD: Senator/Universum, Deutschland)
(OT: Frei:Gespielt - Mehmet Scholl - über das Spiel hinaus | Deutschland 2007 | Regie: Eduard Augustin/Ferdinand Neumayr)

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15 lange Jahre verzauberte Mehmet Scholl die Fans des FC Bayern (und nicht nur die) mit seiner Art, Fußball zu spielen. Er war einer der letzten deutschen Straßenfußballer. Nun stehen die letzten drei Tage in seiner Karriere als Fußballprofi an. Begleitet von den Filmemachern, lässt Mehmet Scholl seine Laufbahn noch einmal Revue passieren...

Mehmet Scholl sitzt da und erzählt - auch sehr selbstkritisch - von seiner Karriere. Höhen und Tiefen, Vor- und Nachteile des Berühmtseins, sportliche Erfolge und Niederlagen - alles kommt auf den Tisch. Aufgelockert werden die Schilderungen von Archivbildern und Statements anderer prominenter Persönlichkeiten. Dabei tut es dem Film meines Erachtens sehr gut, dass aus dem direkten Umfeld des FC Bayern gar nicht so viele Leute zu Wort kommen. Uli Hoeneß, Oliver Kahn, Lukas Podolski, Fredi Binder und Ex-Mitspieler Thorsten Fink - kein Hitzfeld, kein Rummenigge, keine weiteren früheren oder aktuellen Mitspieler. Dafür gibt es sehr viele Stimmen von Persönlichkeiten außerhalb des sportlichen Geschehens. Prominente aus Polititk und Unterhaltung (u.a. Joschka Fischer, Edmund Stoiber, Markus Kavka, Herbert Grönemeyer, Michael Mittermeier, Harald Schmidt) kommen zu Wort und so wird der große Stellenwert, den Mehmet Scholl - obwohl er nie eine WM gespielt hat und man seine Nationalmannschaftskarriere wohl als nicht gerade geglückt bezeichnen kann - im deutschen Fußball innehat, um so deutlicher dargestellt. Die Doku ist auf jeden Fall von der ersten bis zur letzten Minute hochinteressant und - aus meiner Sicht als Fan des FC Bayern - teilweise auch verdammt emotional. Ich bin begeistert.

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Harald Schmidt Ferdinand Neumayr Eduard Augustin 2000er München


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BOND GIRLS ARE FOREVER


BOND GIRLS ARE FOREVER BOND GIRLS ARE FOREVER (DVD: MGM/Sony, Deutschland)
(OT: Bond Girls Are Forever | USA 2002/2006 | Regie: John Watkin)


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Maryam d'Abo, Bondgirl aus Der Hauch des Todes, unternimmt eine Zeitreise durch die über 40jährige Bondgeschichte und versucht dabei zu ergründen, was es für die verschiedenen Darstellerinnen der Bondgirls bedeutet, eine solche Rolle übernommen zu haben...

Diese Dokumentation, zu finden auf der Bonus-DVD zu Casino Royale, ist mir dann doch einen eigenen Eintrag wert und stellt den Abschluss meines Bond-Marathons dar. Die Doku ist eigentlich aus dem Jahr 2002, wurde aber im Jahr 2006 durch weitere Interviewszenen mit Eva Green und Caterina Murino erweitert. Diese neue Version befindet sich nun auch auf der DVD. Es ist ganz interessant zu sehen, wie vor allem die älteren Schauspielerinnen ihre damaligen Rollen heute sehen. Und diese Sichtweise ist durchaus unterschiedlich. Während Ursula Andress, Honor Blackman und auch Jill St. John immer noch begeistert von ihren damaligen Auftritten sind und sichtlich Spaß daran haben, in der Vergangenheit zu schwelgen, scheint ausgerechnet die in zwei Bondfilmen mitspielende Maud Adams nicht mehr wirklich begeistert von ihren damaligen Rollen zu sein. Auf den interessanten Aspekt der etwaigen negativen Auswirkungen der Rolle als Bondgirl auf die weitere Karriere geht indes nur Luciana Paluzzi ein. Sie bekam nach ihrem Auftritt in Feuerball einfach keine Rollen in ernsthaften Filmen mehr. Ich selbst bin der Meinung, dass es gerade von den Filmen vor der Brosnan-Ära nur sehr wenige Darstellerinnen geschafft haben, einen Bekanntheitsgrad über dem des Bondgirls hinaus zu erlangen. In diesem Punkt war mir die Doku dann doch ein bisschen zu unkritisch und zu selbstverliebt.

An der Person der vorgenannten Luciana Paluzzi wird übrigens auch deutlich, dass die Rolle des Bondgirls in der Dokumentation sehr großzügig definiert wird. Prinzipiell werden alle weiblichen Darstellerinnen aus den Filmen als Bondgirl bezeichnet. Das geht mir dann doch einen kleinen Schritt zu weit. Als Bondgirl möchte ich selbst nur die Darstellerin bezeichnen, die am Ende des Films in den Armen von Bond landet bzw. ums Leben kommt. Unter diesen Gesichtspunkten nun meine - wiederum rein subjektive - Rangliste der Bondgirls, bei der ich zwar auch die Präsenz der jeweiligen Rolle berücksichtigt habe, die aber natürlich auch sehr stark von der Attraktivität der jeweiligen Darstellerin beeinflusst wurde.

01. Barbara Bach als Anya Amasova in Der Spion, der mich liebte :love: :love: :love:
02. Ursula Andress als Honey Ryder in James Bond jagt Dr. No :love: :love: :love:
03. Carole Bouquet als Melina Havelock in In tödlicher Mission
04. Claudine Auger als Domino in Feuerball
05. Halle Berry als Jinx in Stirb an einem anderen Tag
06. Denise Richards als Christmas Jones in Die Welt ist nicht genug
07. Britt Ekland als Mary Goodnight in Der Mann mit dem goldenen Colt
08. Michelle Yeoh als Wai Lin in Der Morgen stirbt nie
09. Daniela Bianchi als Tatiana Romanova in Liebesgrüße aus Moskau
10. Eva Green als Vesper Lynd in Casino Royale
11. Jill St. John als Tiffany Case in Diamantenfieber
12. Maud Adams als Octopussy in Octopussy
13. Tanya Roberts als Stacey Sutton in Im Angesicht des Todes
14. Lois Chiles als Dr. Holly Goodhead in Moonraker
15. Honor Blackman als Pussy Galore in Goldfinger
16. Jane Seymour als Solitaire in Leben und sterben lassen
17. Izabella Scorupco als Natalya Simonova in GoldenEye
18. Maryam d'Abo als Kara Milovy in Der Hauch des Todes
19. Diana Rigg als Tracy Di Vicenzo in Im Geheimdienst Ihrer Majestät
20. Mie Hama als Kissy Suzuki in Man lebt nur zweimal
21. Carey Lowell als Pam Bouvier in Lizenz zum Töten :kotz:

Sicher gab es noch viele weitere, extrem hübsche Darstellerinnen in den Bondfilmen (ich denke da mal an Karin Dor, Corinne Clery, Talisa Soto oder auch Sophie Marceau und Caterina Murino) - die finden allerdings keine Berücksichtigung, da sie eben nicht in meine Definition des Bondgirls passen. Wie auch schon in meiner Rangliste der Filme noch eine kurze Anmerkung zum Bondgirl aus dem inoffiziellen Bondfilm Sag niemals nie: Kim Basinger in der Rolle der Domino würde ich zwischen Claudine Auger und Halle Berry einordnen.

Und ganz zum Schluss noch eine Anmerkung zu den Bond-Darstellern: Sean Connery ist - wie für viele andere Bondfans auch - für mich eindeutig der beste Bond-Darsteller. Roger Moore landet auf dem zweiten Platz, hat er doch die meines Erachtens beiden besten Bondfilme gedreht. Daniel Craig hat mich in seinem ersten Auftritt absolut überzeugt und landet auf Platz drei. An vierter Rangstelle folgt Timothy Dalton - von ihm hätte ich gerne mehr als nur zwei Filme gesehen. Platz fünf geht an Pierce Brosnan, den Popcorn-Bond. Die Filme sind zwar verdammt unterhaltsam, haben aber mit Bond nicht mehr viel zu tun. Weit abgeschlagen auf dem letzten Platz dann George Lazenby. Im Geheimdienst Ihrer Majestät hätte so gut werden können, nur dummerweise war George Lazenby in der Hauptrolle einfach nur unerträglich. Sein Auftritt bleibt für mich das größte Ärgernis der ganzen Reihe.

Ursula Andress Halle Berry John Watkin Michelle Yeoh 2000er Eva Green


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METAL: A HEADBANGER'S JOURNEY


METAL: A HEADBANGER'S JOURNEY (DVD: Constantin Film/Highlight, Deutschland)
(OT: Metal: A Headbanger's Journey | USA 2005 | Regie: Sam Dunn/Scot McFadyen/Jessica Joy Wise)

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Anthropologe und Metalfan Sam Dunn begibt sich auf eine Reise der besonderen Art. Er ergründet die Wurzeln seiner Lieblingsmusik und unternimmt dabei den Versuch, die Faszination des Heavy Metal zu beschreiben...

Es war wohl irgendwann Mitte der 80er Jahre als es eine Inititalzündung in Sachen Musik für mich gab. Der etwas schnelleren Mucke war ich von Anfang an nicht gerade abgeneigt. Punkrock stand damals bei mir verdammt hoch im Kurs. Eines Tages überreichte mir ein guter Kumpel eine LP auf deren ganz in blau gehaltenem Cover ein elektrischer Stuhl abgebildet war. Er war der Meinung, dass ich mir das unbedingt mal anhören sollte. Beim dritten Song war ich schließlich nicht mehr zu retten. Die Scheibe war die Ride the Lightning von Metallica und das dritte Lied, For Whom the Bell Tolls, ist bis heute mein absolutes Lieblingslied geblieben. Seit über 20 Jahren höre ich schon Metal - und obwohl ich mich auch schon immer mit Bands oder Künstlern anfreunden konnte, die so gar nichts mit dieser Stilrichtung zu tun haben (z.B. Madonna) - kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass sich an meiner Leidenschaft für Metallica, Slayer, Kreator, Cannibal Corpse, usw. je etwas ändern wird.

Sam Dunns Doku bringt diese Welt des Heavy Metal meines Erachtens sehr gut rüber. Die 90 Minuten vergehen wie im Flug und irgendwie hätte der Film ruhig um einiges länger sein können. Bei der Menge an unterschiedlichen Spielarten und Bands die das Heavy Metal-Universum bevölkern, hat es Dunn in diesen 90 Minuten aber sicher hervorragend hinbekommen, dem interessierten Zuschauer einen unterhaltsamen Überblick über die Geschichte dieser Musikrichtung zu verschaffen. Die Wurzeln des Heavy Metal, Interviews mit absoluten Superstars der Szene (da hat eigentlich lediglich ein Interview mit James Hetfield oder Lars Ulrich gefehlt - aber wahrscheinlich war das einfach nicht machbar), Gespräche mit Fans, usw. - Sam Dunn reißt eigentlich jedes wichtige Thema an und macht auch vor den verabscheuenswürdigen Ereignissen in Norwegen in den 90er Jahren nicht halt. Eine Doku, die ich wirklich jedem ans Herz legen möchte, der sich auch nur ein bisschen für Musik der etwas härteren Gangart begeistern kann.

TRAILER:


Rob Zombie Jessica Joy Wise Scot McFadyen Sam Dunn 2000er


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BÖHSE ONKELZ - VAYA CON TIOZ


:love: BÖHSE ONKELZ - VAYA CON TIOZ :love: (DVD: Rule23, Deutschland)
(OT: Böhse Onkelz - Vaya Con Tioz | Deutschland 2007 | Regie: Roger Bisson/Markus Hollman-Loges)

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Infos zum Film: IMDB | OFDB

Nach 25 Jahren geben die Onkelz im Sommer 2005 vor ca. 100.000 Fans auf dem Lausitzring ein zweitägiges Abschiedskonzert. Eindrücke von diesem Mega-Event gibt es nun knapp 2 Jahre später zu sehen...

Gigantisch! Dieses Wort beschreibt den Abschied der wohl umstrittensten deutschen Rockband noch ziemlich ungenügend. Der Film zum Event zeigt in eindrucksvollen Bildern das Ausmaß dieser beiden letzten Konzerte der vier Frankfurter. Innerhalb von gut 3 Wochen waren 100.000 Karten abgesetzt, 80.000 Fans standen auf der Warteliste. Die beiden Konzerte, welche leider nicht vollständig auf den DVDs enthalten sind, lassen dann auch so gut wie keine Wünsche offen. Die fantastische, und am Ende des zweiten Konzertes natürlich hochemotionale Stimmung, wird absolut genial ins heimische Wohnzimmer transportiert und beim Anblick dieser wirklich eindrucksvollen Bilder hab ich doch die eine oder andere Gänsehaut bekommen. Aber nicht nur die beiden Konzerte sind Inhalt des Films, sondern auch das ganze Drumherum wird beleuchtet, die Support-Bands (u.a. Motörhead, Machine Head, Children of Bodom, Rose Tattoo) kommen zu Wort und für mich sind es gerade die Statements dieser ganzen gestandenen Musiker, die meinen Eindruck unterstreichen, dass dieses Großereignis für eine einzelne Rockband wohl ziemlich einmalig in der Welt sein dürfte. Wenn Rob Flynn, der Frontmann von Machine Head, mit leuchtenden Augen versucht seine Fassungslosigkeit über die Größe der Veranstaltung zu beschreiben, könnte man fast glauben, man sieht ein kleines Kind vor sich, welches gerade persönlich dem Weihnachtsmann begegnet ist. :D

TRAILER:


Markus Hollman-Loges Roger Bisson 2000er


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DIE REISE DER PINGUINE


DIE REISE DER PINGUINE DIE REISE DER PINGUINE (DVD: Kinowelt/Arthaus, Deutschland)
(OT: La marche de l'empereur | Frankreich 2005 | Regie: Luc Jacquet)


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Die unwirtliche Antarktis ist die Heimat der Kaiserpinguine. Der Dokumentarfilm gewährt Einblicke in den Lebenszyklus dieser wundervollen Tiere.

Ich habe mir den Film in der Sprachfassung mit Sky Du Mont als Erzähler angesehen, bei der die interessantesten und wichtigsten Informationen über das Leben der Kaiserpinguine sehr kurzweilig und stellenweise äußerst humorvoll präsentiert werden. Diese Dokumentation hat es geschafft, mich mit ihren atemberaubenden Bildern zu fesseln. Die Wanderung der Pinguine zu ihrem Nistplatz, die Partnersuche, die Geburt der Jungtiere, die Unterwasseraufnahmen der Weibchen bei der Jagd nach Fischen, usw. Es ist wirklich beeindruckend, was das Filmteam hier alles mit der Kamera eingefangen hat. Meines Erachtens ein absolut sehenswerter Film.

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Luc Jacquet 2000er Oscar Winner Antarktis


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DEUTSCHLAND. EIN SOMMERMÄRCHEN


DEUTSCHLAND. EIN SOMMERMÄRCHEN (VHS: TV-Aufnahme, ARD)
(OT: Deutschland. Ein Sommermärchen | Deutschland 2006 | Regie: Sönke Wortmann)

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Infos zum Film: IMDB | OFDB


Fast 8 Wochen begleitet Sönke Wortmann die deutsche Nationalmannschaft vor und während der Weltmeisterschaft 2006 und gewährt einen Einblick in das Innenleben des deutschen Teams...

Letzte Woche mal aufgezeichnet, heute ohne größere Erwartungen angeschaut und für relativ brauchbar empfunden. Die Stimmung im Team wird meines Erachtens sehr gut transportiert und für mich als Fußballfan war es vor allem interessant zu sehen, was unmittelbar vor und nach dem Spiel in der Kabine passiert. Ansonsten plätschert der Film ohne wirkliche Höhepunkte vor sich hin, ist insgesamt betrachtet ganz nett anzusehen aber auch sehr weit davon entfernt, als Meilenstein des Dokumentarfilms bezeichnet werden zu können. Ganz schrecklich ist das zum Ende hin immer mehr zunehmende Gejaule des Herrn Naidoo. Wie sich die Mannschaft direkt vor den Spielen so einen musikalischen Restmüll reinziehen kann ist mir ein absolutes Rätsel.

TRAILER:


Sönke Wortmann 2000er


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INSIDE DEEP THROAT


INSIDE DEEP THROAT (DVD: Universal, USA)
(OT: Inside Deep Throat | USA 2005 | Regie: Fenton Bailey/Randy Barbato)

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Infos zum Film: IMDB | OFDB


Im Jahr 1972 kam Deep Throat in die amerikanischen Kinos und löste einen unglaublichen Skandal aus. Die Dokumentation befasst sich mit dem Hintergrund des wohl bekanntesten Pornofilms aller Zeiten.

In meinen Augen eine hochinteressante Dokumentation über das Phänomen Deep Throat und dessen Auswirkungen auf die amerikanische Gesellschaft. Zu sehen mit welcher Engstirnigkeit und Härte die Justiz versucht hat, gegen einen Film vorzugehen, ist doch sehr befremdlich. Und wie man dem Schlusswort des Chefanklägers Parrish entnehmen kann, ist man auf Seite der Gesetzgebung in keinster Weise von der Einstellung von damals abgewichen.

Der Film hätte vielleicht noch etwas mehr auf die Produktions-Hintergründe eingehen können (Stichwort "Mafia"), aber wahrscheinlich war dieses Thema den Machern und den Zeitzeugen auch über 30 Jahre später noch zu heikel. Aber dafür werden alle anderen Aspekte rund um den Skandal und seine Folgen doch sehr ausführlich und teilweise auch äußerst humorvoll geschildet. Sichtlich emotional wird es dann zum Ende, als Gerard Damiano sich Gedanken über die heutige Pornoindustrie macht und feststellen muss, dass sein Traum vom Durchbruch des Porno-Spielfilms aufgrund der Flut der schnell und billig heruntergedrehten Produktionen geplatzt zu sein scheint. Ob man die Sichtweise Damianos teilt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich teile aufgrund der Tatsache, dass neben der unglaublichen Menge an Produktionen ohne Handlung auch heute noch von vielen Produktionsfirmen versucht wird, aufwendige Hardcore-Filme mit Spielfilmhandlung zu drehen, seine Einstellung nur bedingt.

TRAILER:


Wes Craven John Waters Dennis Hopper Gerard Damiano Randy Barbato Fenton Bailey Harry Reems 2000er female nudity




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