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One Night Stands und wahre Liebe


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KURZKOMMENTARE - APRIL 2015


Der ursprünglich geplante B-Movie-Marathon entpuppte sich als lockerer Dauerlauf. Zu wenig Zeit und eine einfach nur großartige TV-Serie machten meinen Plan zunichte. 23 Filme und 4 Serienstaffeln - ausschließlich Erstsichtungen - sind es dann aber doch geworden. Die nachfolgenden Texte entsprechen wie immer der Reihenfolge der Sichtung.


SHARK NIGHT 3D (USA 2011, Regie: David R. Ellis)

Der klägliche Versuche, den Haifilm vom Flatscreen des Heimkinos zurück auf die große Leinwand zu holen. Hier sieht zwar alles etwas gelackter, teurer und besser aus als bei den DTV-Produkten von The Asylum & Co., das große Problem von SHARK NIGHT 3D ist es jedoch, dass er einfach zu gelackt aussieht und man ihm die unzähligen Unzulänglichkeiten nicht in dem Maße verzeiht, wie man es als Haifilmfreak bei den vielen Billigproduktionen tut. Der Plot von SHARK NIGHT 3D ist hanebüchen ohne Ende, die Charaktere kaum als solche zu erkennen und die CGI-Effekte zu schlecht für diese gelackte Hochglanzumgebung, in der sie stattfinden. Wenn man sich außerdem noch vor Augen führt, dass Regisseur David R. Ellis vor diesem Film u.a. den ziemlich tollen FINAL DESTINATION 2 und den extrem spaßigen SNAKES ON A PLANE gedreht hat, ist das, was man hier vorgesetzt bekommt, noch enttäuschender. Naja, wenigstens der eine oder andere 3D-Effekt war gelungen. Ansonsten ist SHARK NIGHT 3D wohl wirklich nur für die absoluten Haifilmfetischisten wie mich unverzichtbar und selbst die sollten sich lieber zum wiederholten Male SHARKTOPUS, SAND SHARKS oder SHARKNADO ansehen.

Persönliche Bewertung: Naja (und das nur mit viel Wohlwollen und zugedrückten Augen)!


WONDER WOMEN (Philippinen/USA 1973, Regie: Robert Vincent O’Neill)

Ab auf die Philippinen. In WONDER WOMEN soll ein Privatschnüffler (Ross Hagen) das plötzliche Verschwinden diverser Topathleten aufklären und kommt dabei den Machenschaften der ebenso verführerischen wie wahnsinnigen Dr. Tsu (Nancy Kwan) auf die Schliche.
Yeah, Volltreffer. Nancy Kwan als weibliche Version eines Mad Scientist, die in einer futuristisch eingerichteten Festung grausame Experimente durchführt, ein Kerker im Untergrund der Festung, in der diverse fehlgeschlagene Experimente gefangen gehalten werden, eine ganze Armada von spärlich bekleideten Damen, die mit Maschinengewehren diese Festung bewachen, eine irrsinnige Verfolgungsjagd quer durch Manila als Actionhöhepunkt des Films, Ross Hagen als schmieriger und cooler Privatdetektiv und dann nach Sid Haig und Vic Diaz in Nebenrollen - mit WONDER WOMEN kann man als Fan des gepflegten Exploitationfilms definitiv nicht viel falsch machen.

Persönliche Bewertung: Gut!


QUEEN OF OUTER SPACE (USA 1958, Regie: Edward Bernds)

Die Besatzung eines Raumflugs (u.a. Eric Fleming) crasht auf der Venus und gerät dort in die Fänge der herrschenden Königin (Laurie Mitchell), die nicht nur eine extrem große Abneigung gegen männliche Lebewesen hat, sondern so ganz nebenbei mit einer fiesen Waffe auch noch die Erde vernichten will. Natürlich retten die Männer von der Erde den Tag, stürzen die böse Königin und befreien die ausschließlich aus Frauen bestehende Bevölkerung der Venus aus deren Diktatur - das alles geschieht mit Hilfe einer der Königin abtrünnigen Wissenschaftlerin (Zsa Zsa Gabor), viel Macho-Charme, putzigen Effekten (der Spinnenangriff in der Hölle!) und in extrem geilen Kostümen, Sets und Kulissen. Einen Film wie QUEEN OF OUTER SPACE muss man einfach in sein Herz schließen, ist er doch einfach nur ein herrlich-naives Kind seiner Zeit. Insbesondere das Zuschautragen des typischen Rollendenkens von damals kann einen heutzutage nur noch ein lautes Lachen entlocken und dürfte wohl nur militante Feministinnen auch im Jahr 2015 noch auf die Palme bringen. Denn der Schlüssel zur Rettung der Erde und der Befreiung der Venus aus der Diktatur der Königin ist im Endeffekt die Arroganz der Männer den Frauen gegenüber und die Schwäche der Frauen den Männern gegenüber. Die Besatzung des Raumschiffs nimmt ihre weiblichen Gegner, obwohl diese bis an die Zähne bewaffnet sind, einfach nicht ernst und macht sich hinter deren Rücken auch noch über sie lustig. Mein persönliches Highlight aus einer großen Anzahl chauvinistischer Wortwechsel: “The ray that destroyed the space station and knocked us off our course may have originated right here.” - “Oh, come off it! How could a bunch of women invent a gizmo like that?” - “Sure, and even if they invented it, how could they aim it? You know how women drivers are!”. :D :D :D

Persönliche Wertung: Nett!


SIN CITY: A DAME TO KILL FOR (USA/Zypern 2014, Regie: Frank Miller/Robert Rodriguez)

Der hier hat ja auch überall nur Prügel eingesteckt. Dieses Wissen führt natürlich zwangsläufig dazu, dass man gar keine Erwartungen mehr an einen Film hat. Und in diesem Fall war das absolut von Vorteil. Natürlich kommt SIN CITY: A DAME TO KILL FOR an den großartigen Vorgänger - den ich wirklich zu meinen Lieblingsfilmen zähle - nicht heran, so mies, wie er gemacht wurde, ist er allerdings bei Weitem nicht. Das große Problem von SIN CITY: A DAME TO KILL FOR ist der - insbesondere im Vergleich zum ersten Teil - deutlich schwächere Plot. Die ganze Armada von Topstars, die hier zu sehen ist, wirkt tatsächlich etwas verschenkt und die Zusammenstellung des Cast fast schon dekadent. Miller und Rodriguez begehen zudem den Fehler, dass sie krampfhaft versuchen, den Style des Vorgängers noch zu überbieten. Das schaffen sie auch tatsächlich, allerdings leidet der sowieso schon nicht sonderlich starke Plot unter dieser Tatsache noch mehr. SIN CITY: A DAME TO KILL FOR ist irgendwie nur noch ein Film der Schauwerte. Aber meine Fresse, sind die - zumindest über weite Strecken des Films - grandios gut geraten. Wenn ich mit Bildern verwöhnt werde, wie sie SIN CITY: A DAME TO KILL FOR zu bieten hat, bin ich gerne bereit, die sonstigen Schwächen des Films, die man definitiv nicht wegdiskutieren kann, zu verzeihen. Ich kann absolut verstehen, wenn man diesen Film hier scheiße findet. Ich fand ihn auf seine eigene Art und Weise ziemlich geil.

Persönliche Bewertung: Gut!


THREE ON A MATCH (USA 1932, Regie: Mervyn LeRoy)

Film aus Hollywoods Pre-Code-Ära, der ziemlich ungehemmt Ehebruch und Verbrechen thematisiert. In THREE ON A MATCH dreht es sich um Mary (Joan Blondell), Vivian (Ann Dvorak) und Ruth (Bette Davis), drei alte Schulkameradinnen, die nach vielen Jahren zufällig wieder aufeinandertreffen. Ein Aufeinandertreffen, welches ausgerechnet für Vivian, die scheinbar glücklichste und erfolgreichste von ihnen, zum Auslöser wird, ihr ganzes Leben in Frage zu stellen. Sie betrügt und verlässt ihren Mann, einen erfolgreichen Anwalt (Warren William), und landet schließlich ganz unten, während die eher unscheinbar leuchtenden Sterne von Mary und Ruth parallel zu Vivians Abstieg immer heller zu leuchten beginnen. Regisseur Mervyn LeRoy packt unfassbar viel in seinen Film, der - bei einer Laufzeit von gerade mal 63 Minuten - wie ein Schnellzug am Zuschauer vorbeirauscht und diesen mit so einigen durchaus heftigen Wendungen konfrontiert. THREE ON A MATCH ist erneut ein sehr gutes Beispiel, wie modern das Kino damals vor Einführung der strengen Zensurregeln gewesen ist und erzählt seine packende Geschichte auf eine Art und Weise, die auch heute, über 80 Jahre nach Erscheinen des Films, noch zu begeistern weiß. Und Humphrey Bogart gibt’s in einer Nebenrolle als Gangster noch obendrauf.

Persönliche Bewertung: Gut!


ATOR L'INVICIBILE (Italien 1982, Regie: Joe D'Amato)

Die Italiener, die Weltmeister im Bereich des filmischen Plagiats. Gerade mal knapp 5 Monate nachdem CONAN THE BARBARIAN erfolgreich in den Kinos gestartet war, kam mit ATOR L'INVICIBILE bereits das erste Rip-Off in die Kinos. Herausgekommen ist - erwartungsgemäß - ein Trash-Fest allererster Güte. Der titelgebende Ator (Miles O'Keeffe) hat einen ziemlich beschissenen Tag erwischt. Ausgerechnet am Tag seiner Hochzeit wird sein Dorf von fiesen Schergen des Hohepriesters (Dakar) des Königreichs der Spinne dem Erdboden gleichgemacht und seine Braut (Ritza Brown) entführt. Ator setzt nun natürlich alles daran, die Entführte wieder zu befreien und da trifft es sich ganz gut, dass es aufgrund seiner Abstimmung sowieso seine Bestimmung ist, die Regentschaft der Spinne zu beenden. Da kann man doch gleich zwei Fliegen mit einem Schlag erledigen. Bevor es aber zum finalen Zweikampf zwischen Ator und der absurd schlecht entworfenen Spinnenattrappe (deren Spinnennetz übrigens nicht aus herkömmlichen Fäden, sondern aus festen Seilen besteht) kommen kann, muss dieser sich erst im Kampf ausbilden lassen und anschließend eine lange Reise unternehmen, während der er sich u.a. von einer sexy Amazone (Sabrina Siani), der er kurz zuvor das Leben gerettet hatte, aus den Fängen ihres Stammes befreien und sich fortan von ihr begleiten lässt, außerdem durch ein unheimliches Tal unmotiviert herumschlurfender Statisten - die so etwas wie Zombies darstellen sollen - wandeln muss, in die Fänge einer verführerischen Hexe (Laura Gemser) gerät und - was einen der dramatischen Höhepunkte des Films darstellt - unter anderem in die Verlegenheit gerät, gegen seinen eigenen Schatten kämpfen zu müssen. Ator wird auf seinem Weg außerdem von einem kleinen, ausgesprochen putzigen Bärenbaby begleitet, welches ihm das eine oder andere Mal aus der Patsche helfen muss und in allen Bereichen als heimlicher Star des Films bezeichnet werden kann. Natürlich ist ein Film wie ATOR L'INVICIBILE nur schwer zu bewerten. Halbwegs objektiv betrachtet ist das hier natürlich in jeder Hinsicht - sei es das hölzerne und unbeholfene Spiel der Darsteller, seien es die absurden Kostüme und Settings, seien es die noch absurderen Dialogzeilen, welche die armen Darsteller aufzusagen haben - mies. Die Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss, ist die, ob man sich auf so einen Film einlassen kann und will. Wer diese Gabe mit sich bringt, wird über 90 Minuten - trotz einiger Längen, die sich in dem ganzen Irrsinn immer wieder einschleichen - verdammt viel Spaß haben. Fest versprochen.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!


ENTOURAGE: SEASON 1 (USA 2004, Idee: Doug Ellin)

In ENTOURAGE dreht sich alles um den aufstrebenden Jungschauspieler Vincent Chase (Adrian Grenier), der sich nach einem ersten großen Leinwanderfolg Hoffnungen macht, innerhalb kürzester Zeit zum echten Star zu werden. Unterstützung erhält er bei seinem ambitionierten Vorhaben von seinen beiden besten Freunden Turtle (Jerry Ferrara), der Mädchen für alles spielt, und E (Kevin Connolly), der als Bindeglied zwischen Vincent und dessen Agenten Ari (Jeremy Piven) versucht, für Vincents weiteren Karriereverlauf das Maximum herauszuholen. Komplettiert wird Vincents Gefolge durch seinen älteren Bruder Johnny (Kevin Dillon), einst ein Serienstar, der nun versucht, im Fahrwasser von Vincents Erfolg selbst wieder die eine oder andere Rolle zu ergattern…
Diese erste Staffel von ENTOURAGE dient natürlich in allererster Linie dazu, die Charaktere einzuführen und den Zuschauer auf das vorzubereiten, was da in Zukunft noch so kommen mag. Und für den Anfang sieht das tatsächlich sehr vielversprechend aus. Es dauert gerade mal 2 Episoden bis man als Zuschauer drin ist in der Serie und diese erste Staffel, die insgesamt nur 8 Episoden umfasst, vergeht praktisch wie im Flug. Es bleibt abzuwarten, wie sich ENTOURAGE weiterhin entwickelt, nach meinem ersten Eindruck scheint das hier aber einer der glaubwürdigsten Blicke zu sein, die sich Hollywood je auf sich selbst gestattet hat. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.


HIT AND RUN (USA 2012, Regie: David Palmer/Dax Shepard)

Spätestens nach dem großen Erfolg von PULP FICTION im Jahr 1994 schossen diverse Tarantino-Klone mit coolen Gangstern, durchgeknallten Charakteren und wendungsreichen Storylines regelrecht wie Pilze aus dem Boden. Erst Anfang der 00er Jahre ebbte dieses Phänomen, welches seinen absoluten Höhepunkt zwischen 1995 und 1999 gehabt haben dürfte, wieder ab.
HIT AND RUN, in dem Drehbuchautor, Co-Regisseur und Hauptdarsteller Dax Shepard einen früheren Fluchtwagenfahrer spielt, der seine Freundin Kristen Bell nach L.A. zu einem wichtigen Vorstellungsgespräch fahren möchte, dafür aus dem Zeugenschutzprogramm aussteigt und sofort Bradley Cooper als fiesen Gangster am Hals hat, der noch eine Rechnung mit ihm begleichen will, hätte gut in diese damalige Zeit gepasst und vielleicht würde man HIT AND RUN auch heute noch deutlich wohwollender beurteilen, wenn er im Jahr 1997 und nicht im Jahr 2012 das Licht der Leinwände erblickt hätte. Aber HIT AND RUN kommt irgendwie 15 Jahre zu spät und wirkt nicht nur reichlich altbacken, sondern insbesondere auch gnadenlos überkonstruiert. Das ist, so lange der Film läuft, zwar durchaus unterhaltsam und nett anzusehen, macht man sich nach dem Abspann jedoch noch den einen oder anderen Gedanken über das, was man sich da gerade zu Gemüte geführt hat, kommt man nicht umhin, festzustellen, dass hier ziemlich viele bekannte Gesichter in einem bestenfalls als nett bzw. mittelprächtig zu bezeichnenden Film verheizt worden sind, dass das Gegenteil von “gut“ leider “gut gemeint“ ist und dass “nett“ immer noch die kleine Schwester von “scheiße“ ist.

Persönliche Bewertung: Nett!


PIRANHACONDA (USA 2012, Regie: Jim Wynorski)

Anfang April wurde Roger Corman stolze 89 Jahre alt. Der mit einem Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnete König des Exploitation-Kinos produziert immer noch B-Movies. PIRANHACONDA ist einer der jüngeren Filme, die Corman als ausführender Produzent betreut hat und irgendwie wirkt der Trash von Corman selbst im 21. Jahrhundert noch besser als der Trash der Konkurrenz (wie beispielsweise von The Asylum). Mit Jim Wynorski sitzt ein Mann auf dem Regiestuhl, der schon seit Mitte der 80er Jahre im B-Movie-Business tätig ist und genau weiß, wie man so einen Quark wie diesen hier halbwegs unterhaltsam auf den TV-Schirm werfen kann. Es gibt mit Michael Madsen ein bekanntes Gesicht, das sich zum Horst machen kann. Es gibt nett anzusehende Damen in knappen Bikinis und es gibt ein - drücken wir es mal vorsichtig aus - “interessant“ animiertes Monster, welches die Darstellerzahl auf blutige Art und Weise dezimiert. Dazu noch ein paar nette Gags und fertig ist der Monster-Trash aus dem Hause Corman. Ich mag diesen Kram…

Persönliche Bewertung: Nett!


THE EXPENDABLES 3 (Frankreich/USA 2014, Regie: Patrick Hughes)

Jeder Fan des Actionkinos der 80er Jahre machte sich im Jahr 2010 riesengroße Hoffnungen als THE EXPANDABLES in die Kinos kam. Eine ganze Armada alter Helden in einem Film, feuchte Actionfilmträume schienen Wahrheit werden zu können. Das Ergebnis war allerdings nur in Ansätzen gut, THE EXPANDABLES scheiterte vor allem an der katastrophalen Action-Inszenierung von Regisseur Sylvester Stallone. Aber vielleicht sollten ja die vorhandenen guten Ansätze in der Fortsetzung weitergeführt werden. Dem war jedoch auch nicht so. Regisseur Simon West inszenierte in THE EXPANDABLES 2 zwar die Actionszenen überzeugend, der Rest des Films war jedoch eine einzige Katastrophe. THE EXPANDABLES 2 war ein Armutszeugnis, eine Bankrotterklärung all dieser alten Helden, die sich hier gnadenlos zum Affen machen mussten. Ein Film zum Fremdschämen, mit dem negativen Höhepunkt einer Szene, in der Chuck Norris einen Chuck-Norris-Witz erzählen musste. Ich muss zugeben, ich hatte mir damals geschworen, mir keinen weiteren Teil mehr anzusehen.
Aber wahrscheinlich ist das in irgendeiner Weise zwanghaftes Verhalten von mir, denn natürlich musste ich mir nun auch THE EXPANDABLES 3 zu Gemüte führen. Ein Film, an den ich überhaupt gar keine Erwartungen mehr hatte und der nur komplett beschissen werden konnte. Und dann kam alles ganz anders. THE EXPANDABLES 3 ist der mit Abstand beste Film der Reihe, der bescheuerte Humor aus dem Vorgänger ist praktisch komplett verschwunden, es geht hier stattdessen deutlich ernsthafter zur Sache. Mel Gibson ist großartig als Bösewicht und diese letzte Szene der finalen Konfrontation zwischen ihm und Stallone gehört in jede Hall of Fame des Actionkinos, die es irgendwo geben sollte. THE EXPANDABLES 3 kommt tatsächlich halbwegs nah an das heran, was ich persönlich mir von Anfang an von dieser Reihe erhofft hatte. Alte Helden, die gemeinsam in einem Film ohne Kompromisse auf die Kacke hauen. Wenn sie diesen Stil für die Filme, die da noch kommen werden beibehalten und vielleicht auch noch bessere CGI-Effekte verwenden würden, wäre alles super.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


CRIMSON TIDE (USA 1995, Regie: Tony Scott)

U-Boot-Thriller-Drama mit einem Hauch Kalter-Krieg-Thematik, welches insbesondere durch das schauspielerische Duell der beiden Hauptdarsteller - Denzel Washington und Gene Hackman - zu unterhalten weiß. Ansonsten kommt CRIMSON TIDE 20 Jahre nach seinem Erscheinen doch ziemlich altbacken rüber. So wirklich spannend ist das alles nicht geraten, denn wie es am Ende ausgehen wird, dürfte jedem Filmfan schon bei den Anfangs-Credits klar sein. Ein Film also, bei dem der Weg das Ziel ist. Und dieser Weg ist durch die Location im U-Boot doch sehr eingeengt. Viel militärisches Getue, viel Rumgebrülle, ein paar Ausweichmanöver gegen abgeschossene Torpedos, viel Pathos und ein mehr als klischeehafter Score von Hans Zimmer - kleine Anmerkung am Rande: eines der Hauptthemen des Scores hat Zimmer 8 Jahre später in leicht veränderter Form zur Erkennungsmelodie eines gewissen Jack Sparrow gemacht - irgendwie hat man das alles schon viel zu oft gesehen. CRIMSON TIDE kann man sich mal anschauen, es ist aber wahrlich kein Film, der einen irgendwie groß von den Socken hauen würde.

Persönliche Bewertung: Ok!


ENTOURAGE: SEASON 2 (USA 2005, Idee: Doug Ellin)

In dieser zweiten Season von ENTOURAGE steht der von Adrian Grenier gespielte Vincent Chase kurz vor seinem ganz großen Durchbruch. Er soll die Hauptrolle im neuesten Film von James Cameron übernehmen, doch dummerweise verbindet ihn mit der für die weibliche Hauptrolle geplanten Schauspielerin (Mandy Moore, die sich selbst spielt) eine gemeinsame Vergangenheit. Das ganze Projekt droht zu scheitern und Vincents bester Freund und Manager E (Kevin Connolly) schlittert gemeinsam mit Vincents Agent Ari (Jeremy Piven) beim Versuch, Vincents Karriere zu retten, von einer Katastrophe in die nächste…
Ich war ja schon nach diesen acht Folgen der ersten Staffel ziemlich angetan und dieser positive Gesamteindruck, den ENTOURAGE auf mich machte, wird mit Season Nr. 2 absolut bestätigt. Diese Staffel bringt es nun auf 14 Episoden und das Suchtpotential, welches diese Serie entfacht, wird von Folge zu Folge größer. ENTOURAGE bietet wirklich riesengroßes Entertainment und wirft bei näherer Betrachtung schon einen ziemlich bösen und schwarzhumorigen Blick auf die Oberflächlichkeit der Film- und Fernsehindustrie. Umso toller natürlich, dass Doug Ellin, der sich diese Serie ausgedacht hat, von der Industrie ganz offensichtlich nicht als Netzbeschmutzer angesehen wurde und es nicht wenige große Namen - allen voran natürlich James Cameron - gibt, die hier mitwirken und sich selbst spielen. ENTOURAGE stellt das Showbusiness im Endeffekt genau so dar, wie man sich das als Normalsterblicher so vorstellt. Als einen riesigen Zirkus, in dem Marketingleute, Manager und Agenten als Dompteure damit beschäftigt sind, Raubtiere unter Kontrolle zu halten. Allerdings nicht nur für eine Vorstellung am Tag, nein, rund um die Uhr, Tag und Nacht, sieben Tage in der Woche.


THE BANK JOB (Australien/Großbritannien/USA 2008, Regie: Roger Donaldson)

Mit THE BANK JOB hat Roger Donaldson ein klassisches Heist Movie gedreht, welches auf realen Ereignissen basiert und einen spektakulären Londoner Bankraub aus dem Jahr 1971 mit all seinen Verwicklungen und Verstrickungen als Vorbild nimmt. THE BANK JOB ist dabei herrlich unaufgeregt, fängt die Atmosphäre des Kinos der 70er Jahre sehr gut ein und stellt eine willkommene Abwechslung zum sonst so hektischen Action- und Thrillerkino des 21. Jahrhunderts dar. Gute Charakterzeichnungen, perfekter Spannungsaufbau, wendungsreicher Plot - wer Heist Movies mag, sollte THE BANK JOB auf jeden Fall eine Chance geben.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


PREDESTINATION (Australien 2014, Regie: Michael Spierig/Peter Spierig)

Operation Mindfuck. Mit PREDESTINATION präsentieren die Gebrüder Spierig einen Zeitreise-Thriller, über dessen Inhalt man vor der Sichtung am besten so gut wie gar nichts wissen sollte, damit er tatsächlich seine volle Wirkung entfalten kann. Aus diesem Grund auch keinerlei Worte zum Plot und nur ein relativ kurz gehaltener Text.
Es dauert seine Zeit, bis PREDESTINATION seine Wirkung entfaltet. Die Spierigs setzen auf extrem langsamen Spannungsaufbau und man kommt mitunter nicht umhin, sich zu fragen, ob der Film vielleicht nicht irgendwann mal Fahrt aufnehmen will. Aber dann kommt halt dieser Punkt, bei dem man nur noch diesen “What the Fuck!?!“-Gedanken im Kopf hat, Und dann kommt noch einer, und noch einer und noch einer. Und PREDESTINATION fängt an, Gänsehaut zu verbreiten und ohne dass man diese ganzen Paradoxien tatsächlich greifen und erklären könnte, scheint doch plötzlich alles einen Sinn zu ergeben. Ein Film, der sich bestens dazu eignet, sich die eigenen Hirnwindungen zu verknoten. Und Ethan Hawke und insbesondere auch Sarah Snook spielen nicht weniger als großartig.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


THE ROOMMATES (USA 1973, Regie: Arthur Marks)

Manche Filme werden - insbesondere im Bereich des Exploitationfilms der 60er und 70er Jahre - irgendwann schon fast zur urbanen Legende. Wenn man sich mit diesem Bereich des Filmschaffens intensiv beschäftigt und sich durch diverse Filmforen wühlt, wird man immer wieder auf Titel stoßen, deren Heimkinoveröffentlichung von vielen Leuten schon seit Jahren regelrecht herbeigesehnt wird. THE ROOMMATES von Regisseur Arthur Marks ist so ein Film. Nach jahrelanger Bettelei in Foren und sozialen Netzwerken hat dieser mittlerweile zum regelrechten Kultklassiker erhobene Exploiter nun endlich das Licht der Heimkinowelt erblickt und ist in den Staaten auf Blu-ray erschienen. Gut so, denn so lässt sich natürlich auch die eigene Neugierde endlich befriedigen.
Den extrem hohen Vorschusslorbeeren, die allerorts für THE ROOMMATES verteilt worden sind, wird Marks’ Film jedoch nicht wirklich gerecht. Aber vielleicht waren - zum einen aufgrund des jahrelangen Hypes, den gerade dieser Film erfahren hat, zum anderen aufgrund der Tatsache, dass Regisseur Arthur Marks in seiner relativ übersichtlichen Filmographie mit BONNIE’S KIDS, FRIDAY FOSTER und BUCKTOWN mindestens drei richtig tolle Genrebeiträge aufweisen kann - meine Erwartungen auch einfach ein bisschen zu hoch.
THE ROOMMATES ist einer dieser Filme, in denen nicht wirklich viel passiert, die den geneigten Zuschauer über die komplette Laufzeit in gewisser Weise einlullen und eine Geschichte erzählen, die eigentlich gar nicht vorhanden ist. Marks’ Film ist eine etwas seltsame Mischung aus Teensploitation und Slasher, die von Kameramann Harry J. May in teils wunderschönen Bildern festgehalten wurde, und konnte mich als Genrefan in allererster Linie aufgrund seiner typischen 70er-Jahre-Atmo und seiner überbordenden Schauwerte begeistern. Fast scheint es, als ob Marks mit THE ROOMMATES vor allem austesten wollte, wie viel nackte Haut man eigentlich in einen Film packen kann ohne ein X-Rating zu erhalten. Die Sache mit dem Killer, die ja bestens dazu geeignet gewesen wäre, auch mal so etwas wie Spannung zu erzeugen, interessiert Regisseur Marks nicht wirklich, sie läuft so nebenbei ab und wird reichlich unspektakulär abgewickelt.
THE ROOMMATES ist ein merkwürdiger Film und doch muss ich sagen, dass er mich auf seine ganz eigene Art und Weise ziemlich fasziniert hat. Ich habe einfach ein Herz für Filme dieser Art und hab mich über den Luftpolsterumschlag mit THE ROOMMATES im Briefkasten wahrscheinlich ähnlich gefreut wie sich die STAR WARS-Gemeinde über die Veröffentlichung des neuesten Trailers zu Episode VII gefreut hat.

Persönliche Bewertung: Gut!


LA CASA DELLA PAURA (Italien 1974, Regie: William Rose)

LA CASA DELLA PAURA schwankt irgendwo zwischen Mysterythriller, Okkulthorror und Giallo. Im Film von William Rose werden junge Frauen, die gerade aus dem Gefängnis entlassen worden sind, aus einer Herberge gekidnappt und von religiösen Fanatikern für ihre Sünden bestraft.
Roses Films zeichnet sich insbesondere durch den relativ behutsamen Spannungsaufbau, die dadurch entstehende dichte und unheimliche Atmosphäre, sowie ein paar heftige Gewaltspitzen und einen Hauch von Sleaze aus. Dazu gibt es mit Daniela Giordano in der Hauptrolle der Margaret eine Schauspielerin, mit der man praktisch von Beginn an mitbangen und mitzittern kann. Das ist grundsolide Genrekost, die man wohl jedem Freund des italienischen Genrekinos der damaligen Zeit mit gutem Gewissen ans Herz legen kann.

Persönliche Bewertung: Gut!


THE LOSERS (USA 1970, Regie: Jack Starrett)

In THE LOSERS wird eine Motorradgang während des Vietnamkriegs angeheuert, um einen hochrangiges Mitglied der CIA aus einem Gefangenenlager in Kambodscha zu befreien. Doch bevor die Aktion starten kann, müssen erst noch die Motorräder der Gangmitglieder entsprechend aufgemotzt und mit Waffen bestückt werden, was den Söldnern genug Zeit gibt, um sich durch ein vietnamesisches Dorf zu saufen, zu prügeln und zu vögeln. THE LOSERS präsentiert sich als wilder Mix aus Biker- und Kriegsfilm, konfrontiert den Zuschauer mit einem Haufen herrlich asozialer Charaktere, bietet solide Action und ein durchgedrehtes Finale. Viel mehr kann und muss Exploitationkino im Endeffekt auch gar nicht leisten.
Unnützes Filmwissen zum Weitererzählen: In einer Szene in Tarantinos JACKIE BROWN läuft dieser Film hier im Fernsehen.

Persönliche Bewertung: Gut!


THE LEGEND OF BILLIE JEAN (USA 1985, Regie: Matthew Robbins)

Teenie-Filme aus den 80er Jahren - fast immer eine Bank. THE LEGEND OF BILLIE JEAN erzählt die Geschichte eines Geschwisterpaares (gespielt von Helen Slater und Christian Slater), welches sich aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände gemeinsam mit zwei Freundinnen auf der Flucht vor dem Gesetz befindet. Ein Fall, der von den Medien und schmierigen Geschäftsleuten genüsslich ausgeschlachtet wird und der aus der von Helen Slater gespielten Titelfigur über Nacht ein Idol und Vorbild für aufmüpfige und unterdrückte Jugendliche macht. THE LEGEND OF BILLIE JEAN ist so etwas wie die Teenie-Variante von BONNIE AND CLYDE, wobei hier im Vergleich zum großen Vorbild jedoch alles ziemlich gesittet und harmlos abläuft. Versehentlich abgefeuerte Schüsse töten hier keine Opfer, eine Geiselnahme kommt nur deswegen zustande, weil sich die Geisel förmlich aufdrängt und man hat als Zuschauer während der Sichtung des Films auch nie das Gefühl, dass es hier tatsächlich irgendwann mal ans Eingemachte gehen könnte. THE LEGEND OF BILLIE JEAN ist ein harmloser, kleiner und auf seine Art und Weise einfach grundsympathischer Film, der ohne jegliche Längen regelrecht am Zuschauer vorbeifliegt und mit einem - für Filme diese Art fast schon zur Grundausstattung gehörenden - Soundtrack für die Ewigkeit ausgestattet ist. Insbesondere im Finale, zu den Klängen des grandiosen “Invincible“ von Pat Benatar, verströmt THE LEGEND OF BILLIE JEAN schon fast einen Hauch von Magie.

Persönliche Bewertung: Gut!


A WALK AMONG THE TOMBSTONES (USA 2014, Regie: Scott Frank)

Liam Neeson spielt einen Ex-Cop, der sich mittlerweile als Privatdetektiv sein Gehalt verdient (Achtung: Klischee Nr. 1), natürlich ein Alkoholproblem hat bzw. hatte (Achtung: Klischee Nr. 2) und seinen Job als Polizist einst aufgab, da er bei einem Schusswechsel alkoholisiert ein kleines Mädchen getötet hatte (Achtung: Klischee Nr. 3). Nun nimmt er einen Job an, bei dem er die Mörder und Entführer der Ehefrau eines Drogendealers aufspüren soll. So weit, so gut bzw. so weit, so mittelmäßig. A WALK AMONG THE TOMBSTONES fängt stark an und hört stark auf - dazwischen gibt es jede Menge Leerlauf und viele weitere Klischees zu bewundern bzw. zu überstehen (bspw. lernt Neesons Charakter einen schwarzen Jugendlichen kennen, der auf der Straße lebt, und den er in seine Obhut nimmt, gewissermaßen als Ausgleich für das tote Mädchen von damals). Franks Film fehlt es praktisch über die komplette Laufzeit an Spannung und Dynamik und irgendwie war das alles ein ziemliches Gewürge und Rumgeeiere. Es spricht Bände, wenn der absolute Höhepunkt eines Films in der Abspannmusik besteht (bei der es sich um eine geile Coverversion des Soundgarden-Hits “Black Hole Sun“ gehandelt hat).

Persönliche Bewertung: Naja!


HAPPY BIRTHDAY TO ME (Kanada 1981, Regie: J. Lee Thompson)

Einer der bekannteren Filme der ersten Slasherwelle aus den frühen 80er Jahren, gedreht von Regisseur J. Lee Thompson, der in seiner Filmographie ja so einige Highlights aufzuweisen hat (u.a. CAPE FEAR mit Gregory Peck und Robert Mitchum) und der zumindest handwerklich auch hier seine Sache richtig gut macht. HAPPY BIRTHDAY TO ME sieht toll aus, hat ein paar abwechslungsreiche Kills zu bieten und das fröhliche Morden wird mit einem netten Mystery-Touch veredelt. Das alles kann aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir es hier mit einem ausgesprochen durchwachsenen Vertreter seiner Art zu tun haben. Bei den potentiellen Opfern und Tätern handelt es sich durch die Bank um unsympathische Vollidioten, deren Schicksal einem als Zuschauer komplett am Allerwertesten vorbeigeht und die ganze Handlung des Films wirkt konfus und ergibt wenig bis gar keinen Sinn. Das führt in letzter Konsequenz natürlich dazu, dass es HAPPY BIRTHDAY TO ME komplett an Spannung und Atmosphäre fehlt und der Film über weite Strecken seiner Laufzeit bestenfalls zum sanften Berieseln des Zuschauers geeignet ist. Richtig toll sind nur die letzten 10-15 Minuten, die wohl auch maßgeblich dafür verantwortlich sein dürften, dass HAPPY BIRTHDAY TO ME noch nicht komplett von der Filmgeschichte verschluckt wurde und in Vergessenheit geraten ist.

Persönliche Bewertung: Naja!


ANDROID (USA 1982, Regie: Aaron Lipstadt)

3 Verbrecher, eine Frau (Brie Howard) und zwei Männer (Norbert Weisser und Crofton Hardester), docken auf ihrer Flucht vor dem Gesetz mit einem defekten Raumkreuzer an der Raumstation eines verrückten Wissenschaftlers (Klaus Kinski) an, der dort ganz alleine mit seinem liebestollen Androiden Max (Don Keith Opper) lebt und von der Idee besessen ist, die perfekte Frau zu erschaffen. Während die Ankömmlinge nur ihr defektes Raumschiff reparieren wollen, erhofft sich der Wissenschaftler dank der weiblichen Flüchtigen einen Durchbruch bei seinen Versuchen. Und Max möchte einfach nur mit den Gangstern die Raumstation verlassen, um so endlich auf die Erde zu gelangen…
ANDROID ist ein netter, kleiner Low-Budget-Sci-Fi-Film für den Sonntagnachmittag. Regisseur Aaron Lipstadt erzählt seine Geschichte reichlich unspektakulär und mit nicht allzu viel Drive und als Zuschauer kann man sich von ANDROID richtig schön einlullen lassen. Einer dieser Filme, denen man einfach gerne dabei zusieht, wie sie an einem vorbeiziehen. Aber dann dieses Ende (No, I really didn’t this one coming…) und natürlich Klaus Kinski als Mad Scientist, der - auch wenn er hier wahrscheinlich nur auf Autopilot gespielt hat - mit seinem wallenden weißgrauen Haupthaar und dem irren Funkeln in den Augen halt immer irgendwie eine Schau ist. Doch, doch, ANDROID hatte schon was.

Persönliche Bewertung: Ok!


THE COUNSELOR (Großbritannien/USA 2013, Regie: Ridley Scott)

In THE COUNSELOR geht es um einen Rechtsanwalt (Michael Fassbender), der den Hals nicht voll kriegen kann und sich auf der Suche nach dem ganz großen Geld in Drogengeschäfte verstrickt, was natürlich in der einen oder anderen Katastrophe enden muss.
Ridley Scott hat für seinen Film ein beachtliches Staraufgebot vor der Kamera versammelt. Neben Hauptdarsteller Michael Fassbender gibt es u.a. noch Penélope Cruz, Javier Bardem, Cameron Diaz und Brad Pitt zu sehen und natürlich darf man sich - zumal bei einer üppigen Laufzeit von knapp 140 Minuten im Extended Cut - als Regisseur dann auch schon mal ein paar Minuten länger Zeit lassen, um die von seinen Stars gespielten Charaktere einzuführen und seine Geschichte zu entwickeln. Das Problem an THE COUNSELOR ist allerdings, dass es einfach zu lange dauert, bis die Geschichte richtig Fahrt aufnimmt und die Geschichte selbst, diesen Aufwand, der betrieben wird, um sie möglichst verstrickt zu erzählen, einfach nicht rechtfertigt. THE COUNSELOR wirkt reichlich aufgeblasen, sieht dabei zwar atemberaubend gut aus - Kameramann Dariusz Wolski hat wirklich ganze Arbeit geleistet - und ist auch schauspielerisch über jeden Zweifel erhaben, schafft es aber dennoch nicht, den Zuschauer so wirklich zu fesseln und in seinen Bann zu ziehen. Am Ende werden von diesem Film vor allem die Autoszene mit Cameron Diaz (Stichwort: Windschutzscheibe) und ein paar derbe Gewaltspitzen, die immer mal wieder über den Zuschauer hereinbrechen, im Gedächtnis bleiben. Die Story selbst dürfte ziemlich schnell in Vergessenheit geraten.

Persönliche Bewertung: Ok!


A WOMAN FOR ALL MEN (USA 1975, Regie: Arthur Marks)

Bei einem Film mit dem Titel A WOMAN FOR ALL MEN dürfte man vielleicht zuerst an eines dieser typischen Softerotikfilmchen aus den 70er Jahren denken, die außer viel nackter Haut, ungelenker Sexszenen und ein paar doofer Gags nicht wirklich viel zu bieten haben. Aber weit gefehlt, es gibt zwar auch in A WOMAN FOR ALL MEN nackte Haut und mindestens eine ungelenke Sexszene zu begutachten, tatsächlich handelt es sich bei Marks’ Film jedoch um einen schmierigen Thriller rund um eine dysfunktionale Familie.
Im Mittelpunkt steht Multimillionär Walter McCoy (Keenan Wynn), der seine beiden volljährigen Söhne (Andrew Robinson und Peter Hooten) und seine noch minderjährige Tochter (Patty Bodeen) mit einer Überraschung der besonderen Art beglückt. Er kommt verheiratet von einem Trip aus Las Vegas zurück, die Braut (Judith Brown), ein ehemaliges Callgirl, gleich mit im Gepäck. Natürlich muss gegen die verführerische Blondine etwas unternommen werden, denn insbesondere die beiden Söhne sehen ihr potentielles Erbe gefährdet. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel voller Intrigen und unvorhergesehener Wendungen.
Gemessen an seinen wohl relativ bescheidenen Verhältnissen ist A WOMAN FOR ALL MEN ziemlich toll geraten. Der Film ist verdammt spannend und wird nie langweilig, überrascht mit einer ganz gehörigen Portion an Sleaze und präsentiert mit Judith Brown und ihrer derb-erotischen Ausstrahlung und dem unfassbar überzeugend aufspielenden Keenan Wynn in der Rolle des schleimigen und grotesk unsympathischen Familienpatriarchen zwei Hauptdarsteller in Bestform. Viel mehr muss ein Film wie dieser hier gar nicht leisten. Und Filme, in denen der grandiose Alex Rocco mitspielt - hier in einer Nebenrolle als Polizist - können per Definition sowieso nicht schlecht sein.

Persönliche Bewertung: Gut!


MIAMI VICE: SEASON 4 (USA 1987-1988, Idee: Anthony Yerkovich)

Im Vergleich mit den ersten drei Staffeln konfrontiert diese vierte Staffel den Zuschauer mit einem deutlichen Bruch. Zwar ist die Grundstimmung der Serie weiterhin melancholisch und so wirklich positiv geht auch fast keine der 22 Episoden aus, insgesamt betrachtet sind die einzelnen Fälle, ihre Auflösungen und die Schicksale, mit denen sich die Protagonisten auseinandersetzen müssen, jedoch weit weniger niederschmetternd als in den drei Staffeln zuvor.
Als Crockett (Don Johnson) beispielsweise in der 10. Episode die von Sheena Easton gespielte Popsängerin Caitlin Davies kennenlernt, sich in sie verliebt und schließlich heiratet, wird keine drastische Lösung gesucht, um Crocketts Love Interest wieder verschwinden zu lassen. Wäre sie in den ersten drei Staffeln wahrscheinlich gleich in der Hochzeitsnacht von einem Irren getötet worden, wird sie hier halt einfach auf eine Tournee geschickt und schon kann sich Crockett wieder ganz seinem Job widmen.
Und auch humoristische Züge finden mehr und mehr Einzug in die Serie. So wurde die Screentime des von Martin Ferrero gespielten Informanten Izzy drastisch erhöht. Er war schon immer als auflockerndes “comic relief“ mit von der Partie, in dieser vierten Staffel hat er jedoch gefühlt mehr Auftritte als in allen drei Staffeln zuvor. Und dann gibt es mit den Episoden “The Big Thaw“ und “The Cows of October“ sogar zwei einfach nur extrem alberne Folgen zu bestaunen, die in dieser Form vorher nie denkbar gewesen wären. Und mit der Episode “Missing Hours“ leistet sich die Serie sogar eine komplett obskure Folge, die auf gewisse Art und Weise bereits Carters THE X-FILES vorwegnimmt.
Ja, es ist tatsächlich viel Abwechslung geboten in dieser vierten Season, so wirklich begeistert bin ich persönlich von dieser neuen Gangart jedoch nicht. Die meisten Episoden sind bestenfalls als solide und gut zu bezeichnen, wirklich qualitativ herausragende Folgen sucht man vergebens. Und wenn dann in der drittletzten Episode der Staffel den Drehbuchautoren scheinbar alle Ideen ausgegangen zu sein scheinen und sie doch tatsächlich eine Art Best-Of-Miami-Vice-Episode mit jeder Menge Archivmaterial im Gepäck präsentieren (Crockett wird hier angeschossen, liegt schwer verletzt im Krankenhaus und alle erinnern sich an vergangene Taten), ist das eigentlich ein Zeichen, dass die Luft endgültig raus sein dürfte.
Aber dann sind da halt diese letzten beiden Episoden dieser Staffel, in denen die Macher sich ihrer alten Stärken besinnen und die den Zuschauer mit mehreren gezielten Treffern in die Magengrube ins Staffelfinale entlassen, welches dann auch noch - erstmals - einen deftigen Cliffhanger aufbietet. Mal schauen, wie sich die fünfte und letzte Staffel so entwickelt.


DEATH SPA (USA 1989, Regie: Michael Fischa)

Willkommen im Fitnessstudio des Grauens. In DEATH SPA von Regisseur Michael Fischa treibt der Geist der verstorbenen Ehefrau des Besitzers eines hochmodernen Fitnessstudios in diesem Studio sein Unwesen und nimmt blutige Rache an den Studiogängern. DEATH SPA ist einer dieser Filme, die sich einer “normalen“ Bewertung entziehen. Sämtliche Darsteller glänzen nicht gerade von schauspielerischen Fähigkeiten, der Plot wirkt konfus und planlos und so etwas wie Spannung kommt in diesem, dem Horrorgenre zugehörigen Film, eigentlich so gut wie nie auf. Es ist nicht sonderlich verwunderlich, dass DEATH SPA, der bereits im Jahr 1987 fürs Kino gedreht wurde, erst mal über 2 Jahre auf Halde lag, bis er schließlich im Dezember 1989 in Japan auf Video erstveröffentlicht wurde. Im eigenen Produktionsland kam Fischas Film sogar erst knapp 1 Jahr später, im Oktober 1990, auf Video heraus. Aber all seinen nicht wegzuleugnenden Schwächen zum Trotz, muss ich zugestehen, dass DEATH SPA doch einen gewissen Reiz auf mich aus Zuschauer ausgeübt hat. Der Film verstrahlt eine ganz eigene Atmosphäre und scheint von Minute zu Minute mehr in den Wahnsinn abzudriften. Ist der Plot zu Beginn noch nachvollziehbar, löst sich dieser im Laufe der Zeit in seine Bestandteile auf und mündet schließlich in einem Schlussdrittel, welches man fast schon als psychedelischen Trip bezeichnen kann. Mit einem treibenden Score unterlegt und mit irren Splatter- und Goreeffekten ausgestattet läuft DEATH SPA im Finale schließlich vollkommen Amok und entlässt einen als Zuschauer mit einem fetten Grinsen im Gesicht in den Abspann.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!


MAGIC MIKE (USA 2012, Regie: Steven Soderbergh)

Typische “Vom Tellerwäscher zum Millionär“- bzw. “Vom Underdog zum Star“-Story, verlegt in die Welt einer erfolgreichen Gruppe von männlichen Strippern rund um deren Boss Dallas (Matthew McConaughey) und den absoluten Star der Truppe, Magic Mike (Channing Tatum). Als Mike eines Tages den schüchternen Adam (Alex Pettyfer) kennenlernt, führt er ihn in diese Welt ein und der schüchterne Newcomer findet schon sehr bald Gefallen an dieser verführerischen Scheinwelt, die nur aus Partys, Sex und Drogen zu bestehen scheint.
Regisseur Steven Soderbergh knallt dem Zuschauer zwar ein Klischee nach dem anderen vor den Latz, schafft es aber dennoch, seine Geschichte einigermaßen glaubwürdig zu gestalten und auch seine Charaktere ebenso glaubwürdig zu entwickeln. So würde man sich diese Welt wohl tatsächlich vorstellen. Die Schauspieler sind durch die Bank klasse in ihren Rollen, der Soundtrack rockt das Haus und den einen oder anderen Gänsehautmoment hat MAGIC MIKE auch zu bieten. Man mag es kaum glauben, aber für mich persönlich war - wenn ich jetzt nur von den gesehen Filmen und nicht auch von den gesehenen Serienstaffeln ausgehe - MAGIC MIKE tatsächlich der beste Film des Monats.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


ENTOURAGE: SEASON 3 (USA 2006-2007, Idee: Doug Ellin)

Nach seinem endgültigen Durchbruch mit dem Blockbuster Aquaman kann sich Vincent Chase (Adrian Grenier) seine Rollen aussuchen und entwickelt sich aufgrund dieser Macht immer mehr zur launischen Diva, der man kein Angebot recht machen kann. Während sein Bruder Johnny (Kevin Dillon) und seine beiden besten Freunde/Manager E (Kevin Connolly) und Turtle (Jerry Ferrara) weiter fest zu ihm halten, macht sich Vincent in der Traumfabrik erste mächtige Feinde und treibt seinen Agenten Ari (Jeremy Piven) nicht nur einmal an den Rande des Wahnsinns…
Wow, die Lobeshymnen, die ich bereits bei den beiden ersten Staffeln angestimmt hatte, kann ich guten Wissens bei dieser mit insgesamt 20 Episoden bisher längsten Season wiederholen. ENTOURAGE erlaubt sich auch in dieser dritten Staffel nicht eine auch nur im Ansatz schwächere Folge, ist einfach nur unglaublich unterhaltsam und kurzweilig geraten, überzeugt einmal mehr mit einem großen Maß an Glaubwürdigkeit und entwickelt erneut eine Sogwirkung, der man sich einfach nicht entziehen kann. Aus den durch die Bank großartigen schauspielerischen Leistungen sticht Jeremy Piven als gestresster Agent Ari übrigens noch mal deutlich hervor. Es ist vor allem auch Jeremy Piven zu verdanken, dass die Serie exakt so ist wie sie ist. Einfach nur toll!


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KURZKOMMENTARE - MÄRZ 2015


FILMSICHTUNGEN - MÄRZ 2015
Immerhin 30 Filme und 5 Serienstaffeln sind es dann auch im März wieder geworden. Hier ist mein monatlicher Senf zu den vergangenen Sichtungen, bei denen es sich - wie schon im Vormonat - ausschließlich um Erstsichtungen gehandelt hat. Die Reihenfolge der Texte entspricht der Sichtungsreihenfolge.


GODZILLA (Japan/USA 2014, Regie: Gareth Edwards)

An die japanischen Originale kann ich mich nur noch fragmentarisch erinnern (es wäre vielleicht mal an der Zeit für einen kleinen Godzilla-Marathon), Emmerichs Variante aus dem Jahr 1998 hab ich damals im Kino gesehen und als typischen Blockbuster-Müll in Erinnerung. Regisseur Gareth Edwards geht mit seiner Version wieder einen Schritt zurück, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. GODZILLA ist eine eindeutige Verbeugung vor den japanischen Originalen (was man schon am Design der riesigen Echse erkennen kann). Gareth Edwards konzentriert sich auf seine Geschichte und seine Charaktere, baut langsam Spannung auf, versteht es vorzüglich, den Zuschauer immer wieder anzufixen um ihn dann doch wieder “warten“ zu lassen und entlädt schließlich alles in einem beeindruckenden Finale. Die Stimmen zu GODZILLA waren - soweit ich das mitbekommen habe - eher verhalten, wahrscheinlich wurde einfach der typische Blockbuster-Bullshit mit laufzeitfüllendem Krawall erwartet. Ich bin froh, dass GODZILLA gerade das nicht geworden ist.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


NIGHT WARNING (USA 1982, Regie: William Asher)

Nach dem tragischen Unfalltod seiner Eltern wuchs Billy (Jimmy McNichol) bei seiner Tante Cheryl (Susan Tyrrell) auf, die in all den Jahren eine mehr als bedenkliche Beziehung zu ihrem Neffen entwickelt hat...
NIGHT WARNING ist eine Mischung aus Psychodrama und Thriller, in der Regisseur William Asher seine Spannung und Atmosphäre nach und nach aufbaut und so einen erstklassigen Nailbiter erschafft, der letztendlich in einem spektakulären und kathartischen Finale endet. Jimmy McNichol eignet sich perfekt als Identifikationsfigur, mit der man einfach mitbangen muss, Susan Tyrrell ist als psychopathische Tante nicht weniger als großartig und in ihrer Rolle mindestens genauso bemitleidenswert wie Bo Svenson in seiner Rolle als homophober und rassistischer Polizist hassenswert ist.
NIGHT WARNING ist eine echte Perle innerhalb dieser im Endeffekt komplett unüberschaubaren Masse an kleineren Genreproduktionen, die die Drive-In- und Grindhouse-Kinos bis in die späten 80er Jahre hinein regelrecht überschwemmt haben. Wer genau hinschaut, wird hier übrigens Bill Paxton in einem seiner ersten Leinwandauftritte entdecken.

Persönliche Bewertung: Großartig!


THE BIG BOUNCE (USA 1969, Regie: Alex March)

Nach einem Roman von Elmore Leonard inszeniert Regisseur Alex March die Geschichte des jungen und heißblütigen Jack Ryan (Ryan O’Neal), der gerade seinen Job als Gurkenpflücker verloren hat, nun als eine Art Hausmeister in einem Hotel anheuert und mit der jungen und attraktiven Nancy (Leigh Taylor-Young) definitiv die falsche Frau kennenlernt. Nancy ist immer auf der Suche nach dem nächsten Kick und Jack schlittert wegen ihr immer mehr in die sprichwörtliche Scheiße…
THE BIG BOUNCE ist - auch wenn die kurze Inhaltsangabe vielleicht mehr versprechen mag - im Grunde genommen ein reichlich unspektakulärer Film, der jetzt nicht wirklich mit einer besonders ausgeklügelten Geschichte oder großartiger Spannung aufzuwarten weiß. THE BIG BOUNCE überzeugt in erster Linie durch seine extrem chillige Atmosphäre, man kann sich ganz wunderbar von diesem komplett entspannten und herrlich unaufgeregten Film treiben lassen und es macht verdammt viel Spaß, den beiden Hauptcharakteren dabei zuzusehen, wie ihre “Abenteuer“ immer krassere Konsequenzen nach sich ziehen (auch wenn sich letztendlich dann doch alles in Wohlgefallen auflösen wird). Ryan O’Neal, der hier nach einigen TV-Auftritten in seinem ersten Leinwandauftritt zu sehen ist, und die wirklich bezaubernde und verführerische Leigh Taylor-Young harmonieren bzw. disharmonieren (was die von ihnen gespielten Charaktere angeht) ganz vorzüglich miteinander und es ist neben der schon genannten Unaufgeregtheit der Inszenierung vor allem ihr Zusammenspiel, welches THE BIG BOUNCE zu einem rundum gelungenen und unterhaltsamen Film für triste Nachmittage werden lässt.

Persönliche Bewertung: Gut!


NAVAJO JOE (Italien/Spanien 1966, Regie: Sergio Corbucci)

Wenn man sich bei der Filmauswahl für einen Film von Italowestern-Spezialist Sergio Corbucci - der u.a. bei den einfach nur großartigen DJANGO und IL GRANDE SILENZIO Regie führte - entscheidet, kann man wohl nicht wirklich viel verkehrt machen. In NAVAJO JOE gibt es Burt Reynolds zu sehen, der in der Rolle des titelgebenden Indianers einen Rachefeldzug gegen den Gangster Duncan (Aldo Sambrell) und dessen Bande führt. NAVAJO JOE ist genau so wie ein Italowestern sein muss: dreckig, roh und hart. In Corbuccis Film geht es um Rachsucht, Hass und Gier, da ist natürlich kein Platz für so etwas wie Humor oder Leichtigkeit und da ist eigentlich auch kein Platz für Schönheit, und doch hat Regisseur Corbucci NAVAJO JOE gemeinsam mit seinem Kameramann Silvano Ippoliti in teils atemberaubend schöne Bilder gehüllt, in denen dieser mit zahlreichen Actionsequenzen und Härten gespickte Film seine einfach nur extrem spannende Geschichte erzählt. Und dann noch dieser Score von Ennio Morricone, der NAVAJO JOE - insbesondere immer dann, wenn der Titelsong mit den teilweise mehr gehauchten als gesungenen Lyrics erklingt - eine unglaublich intensive und oft auch melancholische Atmosphäre verleiht. NAVAJO JOE ist einer dieser Filme, bei denen man sich fragt, weswegen man sie tatsächlich erst jetzt zum ersten Mal gesehen hat. Großes Kino!
Trivia AKA Unnützes Filmwissen zum Weitererzählen: Quentin Tarantino hat das Main Theme aus diesem Film in KILL BILL: VOL. 2 verwendet.

Persönliche Bewertung: Großartig!


OZ THE GREAT AND POWERFUL (USA 2013, Regie: Sam Raimi)

In Sam Raimis Ausflug ins Zauberland Oz wird Möchtegernzauberer James Franco per Wirbelsturm in die kunterbunte Welt befördert und dort für einen echten Magier gehalten, der gemäß einer Prophezeiung das Land aus den Klauen einer bösen Hexe befreien soll. Mehr schlecht als recht versucht der Heilbringer wider Willen seine Rolle zu spielen…
Raimis OZ THE GREAT AND POWERFUL überzeugt vor allem auf technischer Seite. Tolle Bilder, spektakuläre 3D-Effekte und ein brachiales Sounddesign verbreiten zwar jede Menge Spaß, können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Geschichte des Films eher blass bleibt und vor allem keine Laufzeit von 130 Minuten rechtfertigt. OZ THE GREAT AND POWERFUL fühlt sich oftmals arg in die Länge gezogen an und eine etwas straffere Erzählweise hätte dem Film sicher gut getan. Aber anscheinend darf man unter einer Laufzeit von 2 Stunden gar keine Filme mehr in die Kinos bringen. So bleibt am Ende ein Film übrig, der sicherlich audio-visuellen Ohren- und Augenschmaus liefert, den Zauber und die Magie des Klassikers aus dem Jahr 1939 aber nie wirklich heraufbeschwören kann.

Persönliche Bewertung: Nett!


GRUDGE MATCH (USA 2013, Regie: Peter Segal)

Zwei verfeindete Ex-Boxer steigen nach 30 Jahren noch einmal gegeneinander in den Ring um ein für alle Mal offene Rechnungen zu begleichen…
Manchmal ist es gut, wenn man an Filme wirklich ohne jegliche Erwartungshaltung herangeht. Man kann eigentlich gar nicht enttäuscht werden und im besten Falle wird man sogar ausgesprochen positiv überrascht. So geschehen mit GRUDGE MATCH, eine augenzwinkernde Mischung aus Komödie und Sportfilm, in der sich Sylvester Stallone und Robert De Niro als Erzfeinde gegenüberstehen, die sich nicht nur mit dem jeweiligen Kontrahenten, sondern insbesondere auch mit den Tücken des Älterwerdens und des Alters an sich auseinandersetzen müssen. GRUDGE MATCH lebt von seinen beiden hervorragend aufgelegten Hauptdarstellern. Die Story an sich beherbergt eigentlich nur wenige bis gar keine Überraschungen und ist auch alles andere als klischeefrei ausgefallen. Aber das ist in diesem Fall einfach komplett egal, denn Stallone und De Niro sind beide großartig in dem Film und es macht einfach nur irrsinnig viel Spaß, den beiden Schwergewichten bei der Arbeit zuzusehen. Unterstützt von einer stattlichen Riege an Co-Stars wie Kevin Hart, LL Cool J, einem unfassbar guten Alan Arkin und einer für ihr Alter - die gute Frau wird Ende dieses Jahres schon 62!!! - unfassbar heißen Kim Basinger laufen die beiden Kontrahenten zu absoluter Höchstform auf und begleichen ihre offenen Rechnungen schließlich in einem toll inszenierten Schlusskampf. GRUDGE MATCH ist richtig, richtig gut und macht riesengroße Lust auf eine Wiederentdeckung der ROCKY-Filme, die er in nicht wenigen Szenen liebevoll zitiert.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


RIO BRAVO (USA 1959, Regie: Howard Hawks)

Mal wieder eine filmische Bildungslücke geschlossen. RIO BRAVO gilt als absoluter Klassiker des Western, als wegweisender Meilenstein. Und er ist so etwas wie die Mutter, die Oma, die Tante, der Vater, der Onkel und der Opa aller Belagerungsfilme. Toll das Zusammenspiel zwischen den doch so ungleichen Charakteren, die gemeinsam auf den großen Angriff warten und die einem als Zuschauer von Minute zu Minute des Films mehr ans Herz wachsen. Natürlich ist es vor allem Dean Martin als verschwitzter Trunkenbold, der die Sympathie des Zuschauers auf sich zieht, aber natürlich fiebert man genauso mit John Wayne als auf den ersten Blick harten, bei näherer Betrachtung jedoch ziemlich schüchternen und verlegenen Sheriff, mit Ricky Nelson als abenteuerlustigen Jungspund und mit Walter Brennan als ständig ein schier unverständliches Kauderwelsch von sich gebenden Stumpy mit. Es sind diese vier Typen mit ihren Ecken und Kanten, die sich sich zusammenraufen müssen, die sich gegenseitig immer wieder aus der Patsche helfen und die trotz der bedrohlichen Situation auch nie ihren Humor zu verlieren scheinen, die aus RIO BRAVO einen absolut sehenswerten und auch schönen Film machen. Das Belagerungsszenario selbst, welches sich am Ende in einem im wahrsten Sinne des Wortes explosiven Finale entlädt, tritt da schon fast etwas in den Hintergrund.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


CALIFORNICATION: SEASON 6 (USA 2013, Idee: Tom Kapinos)

Diese sechste Staffel von CALIFORNICATION bietet ähnlich solide und kurzweilige Unterhaltung wie die fünf Staffeln zuvor.
Hank Moody (David Duchovny) landet erst in einer Reha-Klinik, soll schließlich sein Buch für einen exaltierten Rockstar (Tim Minchin) in ein Musical umschreiben und beginnt - da eine Rückkehr zu seiner großen Liebe Karen (Natascha McElhone) mittlerweile unmöglich erscheint - eine leidenschaftliche Affäre mit einem Groupie (Maggie Grace).
Der sich über die insgesamt 12 Episoden dieser sechsten Staffel erstreckende Plot ist - auch das ist nicht neu - jedoch erneut nur Staffage für die verrückten Abenteuer, die Hank und sein bester Kumpel Charlie (Evan Handler) so erleben dürfen und die zum großen Teil aus ausufernden Schauwerten bestehen.
CALIFORNICATION ist ein skurriler und gnadenlos überzeichneter Blick auf die Welt der Stars - egal ob diese nun aus Film, Fernsehen oder dem Musikbusiness stammen -, in der sich wirklich alles nur um Dekadenz zu drehen scheint. Partys, Drogen und Sex bestimmen diese oberflächliche Welt, der Serienschöpfer Tom Kapinos einmal mehr ihren eigenen Spiegel vorhält. David Duchovny als Hank und vor allem auch Evan Handler als Charlie sind erneut brillant. Handler ist neben Duchovny der heimliche Star der Serie und es ist schön zu sehen, dass diese sechste Season für seinen über die bisherigen Staffeln mehr als gebeutelten Charlie ein kleines Happy End bereithält. Ob dieses von Dauer sein kann, wird sich schließlich in der siebten und letzten Staffel zeigen.
Noch ein paar Anmerkungen zum einen oder anderen Gaststar: Rob Lowe, der schon in früheren Staffeln zu sehen war, spielt komplett entfesselt, Marilyn Manson spielt sich in herrlich selbstironischen Auftritten selbst und Maggie Grace als Hanks Love Interest ist einfach nur bezaubernd.
Und überhaupt scheint CALIFORNICATION mittlerweile für alle Beteiligten - insbesondere vor, wahrscheinlich aber auch hinter der Kamera - einfach nur noch ein riesengroßer Spaß zu sein, bei dem man vollkommen ungehemmt die Sau rauslassen kann. Ich freu mich schon auf Staffel Nr. 7.


BROKEN CITY (USA 2013, Regie: Allen Hughes)

Mark Wahlberg spielt Billy Taggart, einen Ex-Cop, der mittlerweile als Privatdetektiv mehr schlecht als recht über die Runden kommt. Als der kurz vor der Wiederwahl stehende New Yorker Bürgermeister (Russell Crowe) ihn für eine stattliche Summe engagiert um seine Frau (Catherine Zeta-Jones) zu überwachen und möglichst inflagranti beim Seitensprung zu erwischen, nimmt Billy diesen Auftrag dankend an und kommt bei der Durchführung einer politischen Verschwörung auf die Spur…
BROKEN CITY ist eine typische Mischung aus Verschwörungs- und Politthriller, wie man sie so oder so ähnlich schon häufig gesehen hat. Regisseur Allen Hughes - der hier erstmals einen abendfüllenden Kinofilm ohne seinen Zwillingsbruder Albert inszeniert (die beiden hatten zuvor u.a. MENACE II SOCIETY, DEAD PRESIDENTS und FROM HELL gedreht) - bemüht zwar viele Klischees und Stereotypen, schafft es meines Erachtens aber dennoch, einen durchaus spannenden Film abzuliefern. Mark Wahlberg ist souverän und überzeugend wie immer und Russell Crowe spielt diese Rolle des schmierigen Politikers mit Dreck am Stecken einfach richtig gut. Und die Tatsache, dass ich mir Filme dieses Subgenres schon immer gern angesehen habe, trägt natürlich auch viel dazu bei, dass ich BROKEN CITY ausgesprochen wohlwollend gegenüber stehe.

Persönliche Bewertung: Gut!


TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES (USA 2014, Regie: Jonathan Liebesman)

Die Ninja-Schildkröten sind zurück. Knapp ein Viertel Jahrhundert nach dem Erfolg des ersten TURTLES-Kinofilms bekommen die Kampfkunstspezialisten und Pizzaliebhaber ein Remake spendiert. Produziert von Krawallspezialist Michael Bay und inszeniert von BATTLE LOS ANGELES-Regisseur Jonathan Liebesman ist TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES definitiv kein Film, der auch nur im geringsten Verdacht stehen würde, auch nur ansatzweise so etwas wie qualitativ hochwertige oder gar anspruchsvolle Unterhaltung zu bieten. Ich habe unterhaltsamen Big-Budget-Trash erwartet und genau das habe ich bekommen. Die Actionszenen - insbesondere die Sequenz im Schnee und das Finale - fand ich ausgesprochen gelungen in Szene gesetzt, Megan Fox durfte mal wieder verdammt hübsch aussehen und der Humor war bei weitem nicht so infantil wie befürchtet. Und ein paar nette 3D-Effekte gab es auch zu bewundern.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!


SOLARBABIES (USA 1986, Regie: Alan Johnson)

In SOLARBABIES versucht eine Gruppe Jugendlicher mit Hilfe einer magischen Kugel in einer post-apokalyptischen Welt, in der Wasser das höchste Gut geworden ist, aus einem totalitären System zu entfliehen…
MAD MAX meets THE GOONIES & Co. - SOLARBABIES vermischt zwei in den 80er Jahren ausgesprochen beliebte Subgenres miteinander, nämlich den Endzeitfilm und den Abenteuerfilm mit jugendlichen Protagonisten. Das Ergebnis kann sich durchaus auch heute noch sehen lassen. SOLARBABIES ist ausgesprochen kurzweilig geraten, überrascht mit ein paar derben (Gewalt-)Spitzen und bietet sehr schöne und detailreiche Settings und Kulissen. Und die Effekte von Richard Edlund sind toll.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!


SEX TAPE (USA 2014, Regie: Jake Kasdan)

Jason Segel und Cameron Diaz müssen sich damit auseinandersetzen, dass ein privates Sexvideo an die Öffentlichkeit gelangt ist. Nun gilt es, die weitere Verbreitung zu verhindern…
90 Minuten hanebüchener Unsinn, komplett überkonstruiert, unglaubwürdig und voller Logikfehler. SEX TAPE eignet sich hervorragend dazu, in den Berieselungsmodus umzuschalten. Ein Paradebeispiel für seichte Mainstream-Kost aus Hollywood, die aber auch durchaus ein paar nette Gags zu bieten hat (einige davon streifen dann auch leicht die Grenze zum Gross-Out-Humor). Und dann gibt es da halt auch diese einfach nur großartige Sequenz in der Mitte des Films. Diese Szene im Haus des von Rob Lowe gespielten Hank, in der plötzlich pure Anarchie herrscht und bei der ich tatsächlich fast Tränen gelacht habe. Die allein macht SEX TAPE dann fast schon wieder sehenswert.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!


DEATH BEFORE DISHONOR (USA 1987, Regie: Terry Leonard)

Uiuiuiuiui, was für eine Granate. Nähere Gedanken sollte man sich über DEATH BEFORE DISHONOR - der Titel des Films ist tatsächlich Programm und sagt schon verdammt viel über die Gesinnung dieses Krachers aus - lieber nicht machen, sonst dürfte man verdammt schnell seinen Spaß an diesem Heuler verlieren. DEATH BEFORE DISHONOR, die einzige Regiearbeit von Terry Leonard (der allerdings im Stunt-Bereich innerhalb des Actiongenres eine Filmographie aufzubieten hat, bei der einem die Kinnlade runterklappt, beginnend bei MCLINTOCK! und EL DORADO Anfang der 60er Jahre und aktuell endend bei THE LONE RANGER und THE AMAZING SPIDER-MAN 2), steht fest in der Tradition der erzreaktionären Actiongülle aus den 80er Jahren und ist ganz eindeutig als Relikt der Reagan-Zeit zu erkennen. Die Rollen zwischen “Gut“ (die US-Marines) und “Böse“ (Terroristen in einem arabischen Fantasie-Staat) sind glasklar verteilt und natürlich dürfen es die lieben “Guten“ den fiesen “Bösen“ hier so richtig besorgen. Aus heutiger Sicht wirkt DEATH BEFORE DISHONOR einfach nur noch befremdlich und natürlich kann und darf man diesen Film hier einfach nicht mehr ernst nehmen. So kann und will ich persönlich einen Film wie diesen auch ausschließlich nach dem reinen “Unterhaltungsfaktor“ bewerten und da kommt man als Fan des Actionkinos der 80er Jahre absolut auf seine Kosten. Die Actionsequenzen sind toll inszeniert, spektakulär in Szene gesetzt und mit einer mehr als gesunden Härte ausgestattet (man merkt, dass hier ein Stuntexperte am Werk war). Hauptdarsteller Fred Dryer ist zwar ein kompletter Unsympath, auf der schauspielerischen “Haben“-Seite gibt es dafür eine verdammt heiße Joanna Pacula als Reporterin zu bewundern und mit Brian Keith und Paul Winfield haben sich außerdem noch zwei weitere bekannte Gesichter in diesen mehr als zweifelhaften Film verirrt. Langeweile kommt in dem ganzen Tohuwabohu nie auf und einen gewissen Grad an Spannung kann man DEATH BEFORE DISHONOR definitiv auch nicht absprechen. Und um diesen Eintrag mit ein bisschen mehr Namedropping abzuschließen (und um zu beweisen, dass da auch hinter der Kamera der eine oder andere namhafte Mensch mitgewirkt hat): die Musik stammt vom australischen Komponisten Brian May, der viele australische Genrefilme - u.a. MAD MAX und MAD MAX 2 - mit seinen Scores veredelte und als Director of Photography war Don Burgess tätig, dessen Filmographie u.a. Titel wie FORREST GUMP, CAST AWAY und SPIDER-MAN aufweist.

Persönlich Bewertung aus rein unterhaltungstechnischen Gesichtspunkten: Gut!


STEREO (Deutschland 2014, Regie: Maximilian Erlenwein)

In STEREO tritt von heute auf morgen mit Moritz Bleibtreu ein unliebsamer Gast in das Leben von Jürgen Vogel und zwingt diesen dazu, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen…
Willkommene Abwechslung zu dem, was das deutsche Kino sonst so zu bieten hat. STEREO ist grundsolide Genrekost, atmosphärisch unglaublich dicht, kreuzunheimlich und über weiteste Strecken wirklich saumäßig spannend. Bleibtreu und Vogel sind klasse und würde Erlenweins Film nicht im Finale ein kleines bisschen die Luft ausgehen - irgendwann wird dann doch klar, auf was alles hinauslaufen wird - man hätte es nicht nur mit einem guten, sondern sogar mit einem verdammt guten Film aus Deutschland zu tun. Aber auch trotz dieser vermeintlichen Schwäche ist STEREO auf jeden Fall ein Film, den man sich definitiv ansehen sollte. Allein nur um zu sehen, dass es auch anders geht im deutschen Kino. STEREO setzt eine Duftmarke, er ist ein Ausrufezeichen, praktisch der erhobene Mittelfinger gegen die zunehmende Schweig(höf)erisierung des deutschen Films. Gut, dass es ihn gibt.

Persönliche Bewertung: Gut!


FURY (China/Großbritannien/USA 2014, Regie: David Ayer)

Brad Pitt kommandiert in FURY einen mit fünf Mann besetzten Panzer und kämpft sich im April 1945 durch Nazideutschland…
Die Beurteilung von Kriegsfilmen fällt mir persönlich nicht wirklich leicht. Wann ist ein Film mit so einem ernsten Thema - dem die Macher ja irgendwie gerecht werden müssen, wobei sie gleichzeitig auch einen in irgendeiner Art und Weise “unterhaltsamen“ Film auf die Leinwand zaubern sollen (wobei ich das Wort unterhaltsam in der Verbindung mit dem Wort Krieg schon ziemlich pervers finde) - denn wirklich gut und wann nicht? Ich bin mir nicht wirklich sicher.
Regisseur David Ayer beschäftigt sich in FURY vor allem mit der Frage, was der Krieg mit den Soldaten anrichtet, wie er sie entmenschlicht, ganz egal, auf welcher Seite sie stehen. Vom dumpfen Hurra-Patriotismus manch anderer Genrevertreter ist in FURY nicht wirklich viel zu sehen (am ehesten vielleicht im Finale, dessen Inszenierung man aus “Unterhaltungs“- und “Suspense“-Gründen zwar nachvollziehen kann, welches im Vergleich zum Rest des Films aber etwas arg übertrieben daherkommt), Ayer zeigt stattdessen in drastischen Bildern - es sind vor allem auf den ersten Blick eher unscheinbarere Momente, die im Gedächtnis bleiben und lange nachwirken (bspw. eine kurze Szene, in der der Panzer über tiefes matschiges Gelände fährt und man in einer kurzen Einstellung erahnen kann, dass unter dem tiefen Matsch eine Leiche begraben liegt) - was der Einsatz im Krieg aus den fünf Mann im Panzer gemacht hat, wie sie nur noch funktionieren zu scheinen und keinerlei Empathie mehr empfinden können. Besonders deutlich wird dies an der Figur des von Logan Lerman gespielten Norman, einem Jungspund, der vom Schreibtisch direkt an die Front versetzt wurde und für diese Aufgabe eigentlich viel zu “weich“ ist. Man kann Ayer vorwerfen, dass gerade diese Figur vielleicht etwas zu klischeehaft gezeichnet ist, aber dies ist meines Erachtens zwingend erforderlich, um den krassen Wandel, den Lermans Charakter während des Films durchmacht - vom empathischen Weichei zur gewissenlosen Tötungsmaschine -, so schockierend wie möglich darstellen zu können. Und das gelingt Ayer in meinen Augen hier ganz vorzüglich. Ganz vorzüglich gelungen ist Ayer auch die Inszenierung der Action- und Suspensesequenzen. Die Kampfhandlungen kommen praktisch ständig aus dem Nichts, treffen den Zuschauer in ihrer nüchternen Härte mit voller Wucht und sind ausgesprochen unangenehm anzuschauen. FURY zeigt den Krieg in all seiner Grausamkeit, in dunklen und dreckigen Bildern.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


MONSTERS UNIVERSITY (USA 2013, Regie: Dan Scanlon)

Im Prequel zum großartigen MONSTERS, INC. aus dem Jahr 2001 begleiten wir Mike (erneut gesprochen von Billy Crystal) und Sullivan (John Goodman, der diese Sprechrolle ebenfalls im Vorgänger übernommen hatte) während ihrer Zeit an der Uni und dem schwierigen Weg zum professionellen Kinderschreck. MONSTERS, INC. ist in meinen Augen noch immer einer der besten Filme aus dem Hause Pixar und dieses 12 Jahre nach dem Original herausgekommene Prequel muss wirklich in verdammt große Fußstapfen treten, um auch nur annähernd dessen Qualität erreichen zu können. Fast erwartungsgemäß erweisen sich die Fußstapfen dann halt doch einfach als zu groß. MONSTERS UNIVERSITY hat zwar ein paar wirklich ausgesprochen hübsche Gags zu bieten und begeistert mit ganz viel Detailreichtum rund um den Campus, das alles kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei MONSTERS UNIVERSITY um einen der etwas schwächeren Filme aus der Pixar-Schmiede handelt. Und die Tatsache, dass er aber immer noch locker gleichwertig - vielleicht sogar besser - ist als die meisten Filme der Konkurrenzstudios untermauert nur meine These, dass Pixar in diesem Bereich der Animation noch immer das Maß aller Dinge darstellen. Da können sich DreamWorks Animation und alle anderen noch so sehr strecken, die Qualität von Pixar bleibt weiterhin unerreicht.

Persönliche Bewertung: Gut!


NORTH DALLAS FORTY (USA 1979, Regie: Ted Kotcheff)

NORTH DALLS FORTY zeigt Nick Nolte als alternden Football-Spieler, der komplett in der Maschinerie des Profisports gefangen ist und der sich - nachdem er die attraktive Charlotte (Dayle Haddon) kennengelernt hat - sich mehr und mehr die Sinnfrage stellt. Basierend auf dem Roman des ehemaligen Football-Profis Peter Gent zeichnet Regisseur Ted Kotcheff die Welt dieses Profisports - die sich wohl locker auch auf andere Team-Sportarten übertragen lassen dürfte - als schonungsloses Geschäft, in dem nur die Stärksten eine Überlebenschance haben. Das ist jetzt sicher keine großartige Neuheit (und dürfte es selbst im Jahr 1979, als NORTH DALLAS FORTY erschienen ist, nicht mehr gewesen sein), mit welcher Schonungslosigkeit Kotcheff den American Football hier jedoch beleuchtet, ist schon irgendwie bemerkenswert. Bei den meisten Spielern handelt es sich um körperliche und seelische Wracks, deren Welt von exzessiven Parties sowie Drogen-, Tabletten- und Alkoholmissbrauch bestimmt wird. Natürlich kommt das teilweise etwas arg überzeichnet rüber, die Grundaussage des Films ist jedoch unmissverständlich. Würde mich ja schon interessieren, wie NORTH DALLAS FORTY damals in Sportkreisen aufgenommen wurde. Auf die Schnelle konnte ich im Internet leider nichts finden, kann mir aber durchaus vorstellen, dass so manche Funktionäre “not amused“ gewesen sein dürften.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


MARNIE (USA 1964, Regie: Alfred Hitchcock)

Sean Connery heiratet eine Diebin (’Tippi’ Hedren) und versucht ein tief in ihrer Vergangenheit begrabenes Geheimnis aufzudecken…
Einer der bekanntesten Filme von Altmeister Alfred Hitchcock ist mehr Psychodrama als Thriller (und hat aus diesem Grund nicht gerade viele echte Suspenseszenen zu bieten) und wirkt mitunter etwas sperrig und schwer zugänglich. Weswegen er mich dennoch komplett in seinen Bann gezogen hat, kann ich selbst nicht so richtig nachvollziehen. Nüchtern betrachtet fehlt es MARNIE sowohl an Spannung als auch an Identifikationsfiguren - Connery spielt einen selbstsüchtigen Unsympathen und die Hedren wirkt einfach nur anstrengend hysterisch - und mit einer Laufzeit von 130 Minuten ist Hitchcocks Film auch nicht wirklich kurzweilig geraten. Und doch fand ich MARNIE toll, verdammt toll, sogar regelrecht faszinierend. Vielleicht lag es an dieser nicht greifbaren Mystery-Atmosphäre, die der Film ausstrahlte und die über die komplette Laufzeit ein Gefühl stetigen Unbehagens vermittelte, so, als könnte in jeder Sekunde eine große Katastrophe über die Protagonisten hereinbrechen. Und diese “große Katastrophe“ wurde dann ja auch irgendwie mit der Auflösung des Grunds der psychischen Störung der titelgebenden Hauptfigur präsentiert. Im Hinblick auf das Erscheinungsjahr des Films fand ich diese - und insbesondere auch die entsprechende Bebilderung - schon ziemlich derb und heftig.

Persönliche Bewertung: Großartig!


HOW I MET YOUR MOTHER: SEASON 3 (USA 2007-2008, Idee: Carter Bays/Craig Thomas)

Ja, doch, diese dritte Staffel von HOW I MET YOUR MOTHER hat ziemlich viel Spaß bereitet. Was für mich in den ersten beiden Staffeln nur ein netter Zeitvertreib mit einigen Längen gewesen ist, entwickelt langsam aber sicher doch ein ziemliches Suchtpotential. Bei Sitcoms ist es ja immer wichtig, dass die verschiedenen Charaktere möglichst gut miteinander harmonieren und das ist hier definitiv der Fall. Lily (Alyson Hannigan) und Marshall (Jason Segel) mit ihrem extrem merkwürdigen Eheleben, Robin (Cobie Smulders) und Ted (Josh Radnor), die nach ihrer Trennung versuchen, eine normale Freundschaft aufzubauen und natürlich Neil Patrick Harris als Barney - ohne den HOW I MET YOUR MOTHER wahrscheinlich nicht mal halb so gut wäre - mit seinen schier unerschöpfbaren Ideen Frauen rumzukriegen. Man fühlt sich wohl in der Gesellschaft der fünf Freunde und beobachtet sie nur allzu gerne beim Versuch, ihr Leben halbwegs in den Griff zu kriegen.
Die besten Episoden dieser dritten Staffel: DOWISETREPLA, in der Marshall und Lily auf die fixe Idee kommen, sich eine Wohnung zu kaufen und damit den größten Fehler ihres Lebens begehen, SPOILER ALERT, in der sich die fünf Freunde ihre verschiedenen Fehler und Unzulänglichkeiten vorhalten, THE BRACKET, in der Barney sich mit der Situation auseinandersetzen muss, dass eine seiner Ex-Freundinnen sein Liebesleben zu sabotieren versucht (vielleicht sogar die beste Folge der Staffel), und THE CHAIN OF SCREAMING, in der sich Marshall gegen seinen Boss behaupten muss.


:love: THE GREAT ESCAPE (USA 1963, Regie: John Sturges) :love:

Basierend auf einer wahren Begebenheit, erzählt THE GREAT ESCAPE den groß angelegten Ausbruch alliierter Soldaten aus einem deutschen Kriegsgefangenenlager während des zweiten Weltkriegs. Sturges’ Film gehört zu den ganz großen Klassikern seines Genres (wobei er fast mehr Abenteuer- als Kriegsfilm zu sein scheint) und es ist mir schon fast etwas peinlich, dass ich ihn tatsächlich erst jetzt zum ersten Mal gesehen habe. Die jetzige Sichtung war also praktisch das Schließen einer eklatanten filmischen Bildungslücke. Und es hat sich absolut gelohnt. THE GREAT ESCAPE wird dem Ruf, der ihm vorauseilt, wirklich mehr als gerecht, wobei ich auch sagen muss, dass ich die erste Hälfte des Films mitunter etwas arg befremdlich fand, da das Gefangenenlager zeitweise eher an einen Abenteuerspielplatz oder an ein Pfadfinder-Camp erinnerte, was ich angesichts der Thematik des Films während der Sichtung doch etwas unpassend fand. Im Nachhinein betrachtet - mit dem Wissen des kompletten Films im Kopf - relativiert sich diese Unpässlichkeit jedoch absolut, denn der Bruch im Film kommt nach gut 90 Minuten, und zwar nachdem der von McQueen grandios gespielte Hilts mal wieder in die Einzelhaft verbannt wurde und sich die Durchführung der Flucht nähert. Ab diesem Zeitpunkt verwandelt sich THE GREAT ESCAPE in einen echten “Nailbiter“, Sturges hält die Spannungskurve praktisch über die komplette zweite Hälfte des Films am Limit und die scheinbare Leichtigkeit, die noch bei den Vorbereitungen zur Flucht vorherrschte (und die unter den Gefangenen wohl zwingend notwendig war, um die Flucht überhaupt planen und dann auch durchführen zu können) verwandelt sich in tödlichen Ernst. Am Ende soll es nur ein Bruchteil tatsächlich in die Freiheit schaffen, andere werden gefasst und zurückgebracht, wieder andere müssen mit ihrem Leben bezahlen. Doch trotz aller Verluste, die die Flüchtenden hinnehmen müssen, ist THE GREAT ESCAPE ein positiver Film, ein Plädoyer für Freundschaft und den Mut zum Widerstand.

Persönliche Bewertung: Meisterwerk!


NIGHTCRAWLER (USA 2014, Regie: Dan Gilroy)

Regisseur und Drehbuchautor Dan Gilroy rechnet gnadenlos mit dem Sensationsjournalismus ab. Jake Gyllenhaal spielt den unabhängigen Kameramann Louis Bloom, der mit der Nachrichtenchefin (Rene Russo) eines kleineren TV-Senders einen Deal eingeht und diese exklusiv mit Bildmaterial von Unfall- und Verbrechensschauplätzen versorgt. Je blutiger und schockierender die Bilder, desto höher ist der Preis, den Bloom für seine Arbeit verlangen kann. Es dauert nicht lange, bis Bloom selbst regelrecht über Leichen geht.
NIGHTCRAWLER ist ein ziemlicher Downer, zeigt eine pervertierte (Medien-)Welt, in der jegliche Art von Ethik, Anstand und Moral über Bord geworfen wurde, und gönnt dem Zuschauer nicht mal ein kathartisches Ende. Bloom ist nur einer von vielen und er wird - ohne großartige Konsequenzen fürchten zu müssen - auch in Zukunft so weiter machen wie bisher. Jake Gyllenhaal ist in der Hauptrolle des Louis Bloom schon fast erschreckend gut und liefert eine der besten Vorstellungen seiner Karriere ab. Ein unglaublich unangenehmer Film, der extrem realistisch rüberkommt. Schaut man sich mal so die Nachrichtenformate mancher Privatsender bewusst und aufmerksam an, man wird feststellen, dass die Welt, die NIGHTCRAWLER zeichnet, näher ist als wir uns alle vorzustellen wagen.

Persönliche Bewertung: Großartig!


SWINGERS (USA 1996, Regie: Doug Liman)

Regisseur Doug Liman wirft einen Blick auf die am unteren Ende der Showbusiness-Nahrungskette stehenden Menschen in Hollywood. In SWINGERS geht es um eine Gruppe von Freunden (u.a. Vince Vaughn), die allesamt von einer Karriere als Schauspieler träumen, bisher aber noch nicht wirklich einen Erfolg verzeichnen konnten. In der kurzen Zeitspanne, die SWINGERS abdeckt, kümmert sich die Clique um einen der ihren, genauer gesagt um Mike (Jon Favreau), selbst ernannter Schauspieler und Comedian, der unter schwerem Liebeskummer leidet und dringend aufgebaut werden muss. Der Zuschauer begleitet Mike und seine Freunde auf ihren Wegen durch verschiedene Bars und Clubs in LA, geht mit ihnen auf Partys und schaut ihnen beim Zocken auf der Konsole zu. SWINGERS erzählt weniger eine Geschichte, sondern definiert sich eher durch das Erzeugen von Stimmungen und Gefühlen. Limans Film fließt dahin wie ein langer, ruhiger Fluss und ist mit seiner tiefenentspannten und verträumten Art ganz vorzüglich dazu geeignet, sich einfach fallen zu lassen und sich in ihn zu verlieren. SWINGERS vermittelt ein Gefühl, als ob man irgendwo in Gedanken versunken auf einer grünen Wiese läge, die Wolken über sich beim Vorbeiziehen beobachtete und die Zeit darüber einfach vergäße. Als ich nach gefühlten 45 Minuten Laufzeit eher zufällig auf das Display des Blu-ray-Players schaute, konnte ich fast nicht glauben, dass tatsächlich bereits 87 Minuten verstrichen waren und der Film bald vorbei sein sollte. Ich hätte Mike und seine Kumpels gerne noch ein bisschen länger begleitet.
Und letzte Anmerkung zum Schluss: die diversen RESERVOIR DOGS-Zitate waren toll!

Persönliche Bewertung: Gut!


THE BIG BOUNCE (USA 2004, Regie: George Armitage)

Anfang des Monats hatte ich mir mit THE BIG BOUNCE aus dem Jahr 1969 bereits die erste Verfilmung des gleichnamigen Romans von Elmore Leonard angesehen und war von der Geschichte rund um den heißblütigen Jack Ryan und die verführerische Nancy durchaus angetan.
35 Jahre nach der Erstverfilmung kam eine weitere Version von Leonards Roman in die Kinos - man kann Armitages Film natürlich auch gerne als Remake bezeichnen - und auch diese Variante ist ausgesprochen gut gelungen. In die Rolle des Jack schlüpft Owen Wilson, die Rolle der Nancy spielt die eher unbekannte Sara Foster (die allerdings einfach nur “unbelievably fucking smoking hot“ ist) und in weiteren Rollen sind so bekannte Gesichter wie Morgan Freeman, Charlie Sheen, Gary Sinise, Willie Nelson, Vinnie Jones und Harry Dean Stanton zu sehen. Regisseur George Armitage setzt - ebenso wie Regisseur Alex March bei der Erstverfilmung - auch bei dieser Neuinterpretation in allererster Linie auf eine möglichst unaufgeregte Inszenierung, auf entspannte Stimmung und federleichte Unterhaltung. Und ebenso wie im Original funktioniert das auch hier im Remake - ich nenne THE BIG BOUNCE jetzt einfach mal so - wirklich ganz hervorragend. Man fühlt sich regelrecht tiefenentspannt bei der Sichtung dieses witzigen und wendungsreichen Abenteuers, wird von den wunderschön eingefangenen Bildern des Kameramanns Jeffrey L. Kimball verwöhnt und würde am liebsten auf die nächste Reiseportalseite surfen um mindestens 2 Wochen Urlaub auf Hawaii zu buchen.
Wenn ich Original und Remake nun direkte miteinander vergleichen müsste, würde ich wahrscheinlich zu dem Entschluss kommen, dass mir das Original noch einen kleinen Tick besser gefallen hat. Aber wirklich nur einen kleinen Tick.

Persönliche Bewertung: Gut!


CALIFORNICATION: SEASON 7 (USA 2014, Idee: Tom Kapinos)

In der siebten und letzten Staffel von CALIFORNICATION landet der von David Duchovny einmal mehr genial verkörperte Hank Moody als Drehbuchschreiber beim Fernsehen, während seinem besten Freund Charlie (Evan Handler) extreme Geldsorgen den Kopf zerbrechen. Langsam aber sicher geht CALIFORNICATION die Puste aus und es ist gut, dass die Serie nach dieser Staffel ein Ende fand und nicht nochmals verlängert wurde. Der Plot wirkt streckenweise extrem überkonstruiert - u.a. taucht plötzlich ein erwachsener Sohn aus einer früheren Affäre von Hank auf - und diese ganzen absurden und irrsinnigen Situationen, in die Hank und Charlie immer wieder geraten, wirkten in den Staffeln zuvor irgendwie lebendiger und witziger.
“Outstanding“ ist natürlich weiterhin die Performance von Duchovny. Hörte man früher den Namen dieses Schauspielers, musste man zwangsläufig an Fox Mulder aus THE X-FILES denken, mittlerweile dürfte jeder, der CALIFORNICATION gesehen hat, mit David Duchovny in erster Linie Hank Moody verbinden. Ich bin schon sehr gespannt, wie Duchovny den Weg zurück zu Mulder finden wird, schließlich wurde ja gerade brandaktuell ein kleines Revival der X-Akten angekündigt.
Insgesamt betrachtet war diese letzte Staffel also eher “gut und solide“ und weniger “sehr gut und begeisternd“. Und trotzdem hat auch diese siebte Season 7 auf mich persönlich einen ganz besonderen Reiz ausgeübt. Die Staffel wurde zu großen Teilen auf dem Studiogelände von Sony gedreht (welches auch immer als solches zu identifizieren war) und da Silke und ich anlässlich unseres Trips nach Hollywood im letzten Herbst u.a. auch die Sony Studios besichtigen konnten, waren uns natürlich verdammt viele Schauplätze dieser siebten Staffel vertraut. War schon irgendwie cool, die jetzt auf dem Fernseher wiederzusehen.
Noch kurz ein paar Worte zum Staffel- und Serienende: Diese Montage zu den Klängen von Elton Johns großartigem “Rocket Man“ ist richtig, richtig toll geraten. Und wenn dann in dieser letzten Einstellung Hanks verlassener Porsche mit geöffneter Tür im Abendrot steht, das Bild langsam schwarz wird und der Abspann einsetzt, hat das schon ein ziemliches Gänsehautpotential.
Ein schönes Ende einer insgesamt betrachtet sehr guten Serie.


THE SWITCH (USA 2010, Regie: Josh Gordon/Will Speck)

Typische RomCom, die ausschließlich zum Ziel hat, den Weg zum unausweichlichen Ende - wenn sich Männlein und Weiblein trotz aller widrigen Umstände dann doch glücklich in den Armen liegen - möglichst abwechslungsreich zu gestalten. In den seltensten Fällen gelingt das sonderlich überzeugend. Auch THE SWITCH macht da keine Ausnahme, höchstens vielleicht in der Hinsicht, dass das Storykonstrukt hier ganz besonders absurd ist. Eine im Suff ersetzte Samenspende ist letztlich der Auslöser, dass aus langjährigen Freunden am Ende ein Liebespaar wird. Das ist natürlich alles nicht sonderlich glaubwürdig, logisch oder in irgendeiner Art und Weise überzeugend, einen gewissen Unterhaltungswert kann man Filmen wie diesen aber halt auch nicht absprechen. THE SWITCH punktet mit der bezaubernden Jennifer Aniston in der Hauptrolle (der heimlichen Göttin der romantischen Komödie), mit der durchgeknallten Juliette Lewis in einer Nebenrolle und mit einem Kinderdarsteller (Thomas Robinson), der tatsächlich die absolute Schau und für praktisch alle Gags und Lacher des Films verantwortlich ist.

Persönliche Bewertung: Nett!


HORRIBLE BOSSES 2 (USA 2014, Regie: Sean Anders)

Einigermaßen ansehnliche Fortsetzung des tollen HORRIBLE BOSSES aus dem Jahr 2011, die allerdings daran krankt, dass das, was den Vorgänger ausgezeichnet hatte - nämlich das absurd-komische Zusammenspiel zwischen den drei gepeinigten Arbeitnehmern und den drei fiesen Bossen - hier einfach nicht mehr vorhanden ist bzw. vorhanden sein kann. Aufgrund der Ereignisse im Vorgänger existieren sowieso nur noch zwei Bosse, nämlich Kevin Spacey und Jennifer Aniston, und die tauchen beide nur in kleineren Nebenrollen auf. Die von Jason Bateman, Jason Sudeikis und Charlie Day gespielten Angestellten aus Teil 1 sind nun ihre eigenen Bosse, haben sich mit der Erfindung eines innovativen Duschkopfs selbständig gemacht und werden von einem fiesen Industriellen (Christoph Waltz) und dessen Sohn (Chris Pine) ganz gehörig über den Tisch gezogen. Das schreit nach Rache. HORRIBLE BOSSES 2 ist durchaus nett anzusehen, hat ein paar richtig gute Gags zu bieten und wartet mit einer der lustigsten Verfolgungsjagden der letzten Jahre auf, so wirklich gezündet hat Anders’ Film am Ende aber doch nicht. Da war der Vorgänger deutlich besser, witziger, kurzweiliger und unterhaltsamer. Und Christoph Waltz wäre gut beraten, wenn er nicht wirklich jede Rolle zu einer weiteren Hans-Landa-Variation verkommen lassen würde.

Persönliche Bewertung: Nett!


THE BOXTROLLS (USA 2014, Regie: Graham Annable/Anthony Stacchi)

THE BOXTROLLS ist der jüngste Animationsfilm von Leika Entertainment, dem Studio, welches auch für CORALINE und PARANORMAN verantwortlich zeichnete. Und Leika bleibt sich vom Stil her treu, wenngleich THE BOXTROLLS doch etwas kindgerechter geraten ist als die beiden Filme zuvor. Von der teilweise schon arg morbiden Stimmung und dem tiefschwarzen Humor aus CORALINE und PARANORMAN ist in THE BOXTROLLS nicht wirklich viel zu spüren. Die titelgebenden Monster sind äußerst liebenswert und stellen keinerlei Bedrohung dar. Vielmehr müssen sie selbst vor den Menschen geschützt werden, die sie missverstehen und ausrotten wollen. Ein kleiner Junge wird schließlich zum Bindeglied zwischen Monstern und Menschen und ermöglicht am Ende des Tages ein harmonievolles Miteinander. So ist THE BOXTROLLS bei all der relativ harmlosen und kindgerechten Handlung als durchaus pädagogisch wertvoll zu bezeichnen, setzt er doch ein klares Zeichen für Toleranz und Offenheit dem Fremden gegenüber.

Persönliche Bewertung: Nett!


MIAMI VICE: SEASON 3 (USA 1986-1987, Idee: Anthony Yerkovich)

MIAMI VICE bleibt sich und seinem Stil auch in der dritten Staffel treu. 23 verschiedene Fälle auf insgesamt 24 Episoden verteilt - bei keinem einzigen gibt es ein echtes Happy End. Jeder auf den ersten Blick positive Ausgang wird von dunklen Schatten begleitet, die zutiefst melancholische und bedrückende Stimmung und Atmosphäre der ersten beiden Staffeln ist auch in Staffel Nr. 3 allgegenwärtig und die Schicksalsschläge, die Crockett, Tubbs und ihr Team immer wieder einstecken müssen - incl. des plötzlichen und unerwarteten Todes ihres Partners Zito (John Diehl), der pünktlich zur Staffelmitte von Drehbuchautoren über den Jordan geschickt wurde - sind wirklich ziemlich harter Tobak. Meine Verwunderung über den großen Erfolg, den diese zutiefst deprimierende und ernüchternde Serie damals beim breiten Publikum hatte, bleibt bestehen. Ich gehe davon aus, dass sich viele Zuschauer wahrscheinlich doch von der glänzenden Hülle haben täuschen lassen und teilweise wohl gar nicht umreißen konnten, was ihnen hier eigentlich vorgesetzt wird. Denn die Hochglanzoptik von MIAMI VICE, der grandiose Soundtrack einer jeden einzelnen Episode und die großartigen Don Johnson und Philip Michael Thomas in den Hauptrollen bieten wohl tatsächlich genug Ablenkung von dem, was da unter der Oberfläche einer jeden einzelnen Folge brodelt. Aber ganz egal, aus welchen Gründen man sich von MIAMI VICE begeistern lässt, dass es sich hier bisher um eine richtig großartige Serie handelt, dürfte außer Frage stehen. Ich hoffe, dass auch die noch ausstehenden beiden Staffeln dieses hohe Niveau halten können.
Persönliche Lieblingsepisoden dieser Staffel: die Folge RED TAPE, in der eine Deep-Undercover-Operation von Tubbs in einer - wie könnte es auch anders sein - ziemlichen Katastrophe endet, und die Folge BABY BLUES, in der Crockett und Tubbs eher zufällig einem Menschenhändlerring auf die Schliche kommen.
Zum Abschluss noch ein kurzes Wort zu den Gaststars: neben dem einprägsamen Soundtrack und der - zumindest damals - ziemlich einzigartigen Optik, sind auch die diversen Gaststars in den einzelnen Episoden ein Aushängeschild von MIAMI VICE. Und es ist schon echt der Hammer, wer hier alles - teilweise noch ziemlich am Anfang der Karriere stehend - zu sehen ist. In dieser dritten Staffel geben sich u.a. Liam Neeson, Ron Perlman, Laurence Fishburne, Ed Lauter, Willie Nelson, Steve Buscemi, Stanley Tucci, Bill Paxton, Wesley Snipes, Chris Elliott, Helena Bonham Carter, Brad Dourif, Vincent D’Onofrio, John Leguizamo, Viggo Mortensen, Annette Bening, Lou Diamond Phillips, Melanie Griffith, Vanity, George Takei und Benicio Del Toro die sprichwörtliche Klinke in die Hand.


AUSTIN POWERS: INTERNATIONAL MAN OF MYSTERY (Deutschland/USA 1997, Regie: Jay Roach)

Mike Myers gegen sich selbst. AUSTIN POWERS: INTERNATIONAL MAN OF MYSTERY ist der erste von bis zum heutigen Tage insgesamt drei Filmen rund um den von Mike Myers gespielten Superagenten Austin Powers, der es mit dem ebenfalls von Mike Myers gespielten Superschurken Dr. Evil aufnehmen muss. Ich habe die AUSTIN POWERS-Filme bisher noch nicht gekannt und muss sagen, dass dieser Auftakt durchaus Lust auf mehr macht. Roachs Film ist herrlich albern geraten und der Geist der diversen James-Bond-Parodien und James-Bond-Kopien aus den 60er Jahren ist tatsächlich allgegenwärtig. Insbesondere in den ersten Minuten, in denen Roachs Film ja auch noch in dieser Zeit spielt, könnte man fast meinen, man hat einen dieser wunderbaren alten Filme im Player und nicht eine neue - wenn man das Wort “neu“ bei einem mittlerweile auch schon wieder 18 Jahre alten Film überhaupt noch verwenden darf - Persiflage auf den wohl berühmtesten Geheimagenten der Welt. AUSTIN POWERS: INTERNATIONAL MAN OF MYSTERY fängt diese Stimmung der Swinging Sixties mit seinen knallbunten Sets und Requisiten, seinen wunderbaren Kostümen und seiner totalen Unbekümmertheit wirklich ganz vorzüglich ein und hat mir schon allein aus diesem Grund richtig viel Spaß gemacht. Dazu gesellen sich jede Menge gelungener Gags, ein toller Soundtrack und die ungemein attraktive Elizabeth Hurley. Ich bin schon auf die beiden Nachfolger gespannt.

Persönliche Bewertung: Gut!


TRUE DETECTIVE: SEASON 1 (USA 2014, Regie: Cary Fukunaga)

TRUE DETECTIVE ist die neueste Hype-Serie aus den USA. Und hier ist der Hype tatsächlich mal gerechtfertigt. In der ersten Staffel geht es um zwei Polizisten (Matthew McConaughey und Woody Harrelson), die einen schrecklichen Ritualmord aufzuklären haben. Viel mehr will ich über den Plot gar nicht verraten.
Das Konzept der von Drehbuchautor Nic Pizzolatto erschaffenen Serie ist es, jeweils über die Dauer von 8 ca. 1-stündigen Episoden hinweg eine komplett in sich abgeschlossene Geschichte zu erzählen. Es gibt am Ende der Staffel keinen Cliffhanger, die Story ist mit dem Abspann beendet, in Staffel 2 wird es einen neuen Regisseur (Justin Lin), ein neues Hauptdarstellerpaar (Colin Farrell und Vince Vaughn) und natürlich eine komplett neue Geschichte geben. Und meine Güte, was bin ich schon auf Season 2 gespannt. Denn was Nic Pizzolatto und sein Regisseur Cary Fukunaga hier präsentieren lässt die Vorfreude auf das, was da noch kommen mag, ins schier Unermessliche steigen. TRUE DETECTIVE: SEASON 1 ist wirklich ganz, ganz großes Fernsehen. Matthew McConaughey und Woody Harrelson sind schlichtweg grandios in ihren Rollen und diese Charakter- und Storyentwicklung, diese Atmosphäre und dieser Spannungsaufbau, mit dem der Zuschauer hier konfrontiert wird, suchen seinesgleichen. Diese erste Staffel macht innerhalb kürzester Zeit absolut süchtig und zwingt einen als Zuschauer regelrecht dazu, sich alle 8 Folgen nahezu am Stück anzusehen. Großartig, einfach nur großartig!


SURVEILLANCE (Deutschland/Kanada/USA 2008, Regie: Jennifer Chambers Lynch)

In SURVEILLANCE von Regisseurin Jennifer Chambers Lynch - übrigens die Tochter des großartigen David Lynch - müssen zwei FBI-Agenten (Bill Pullman und Julia Ormond) aus widersprüchlichen Aussagen von drei Zeugen den Tathergang eines schrecklichen Verbrechens rekonstruieren. Zusammengesetzt aus den Zeugenaussagen und diversen Rückblenden, in denen man als Zuschauer zu sehen bekommt, was tatsächlich passiert ist, entwickelt SURVEILLANCE sich ziemlich schnell zu einer verdammt spannenden Angelegenheit, die mit so einigen überraschenden Härten garniert ist und schließlich in einen Plottwist mündet, den man gerne auch als Mindfuck bezeichnen darf. Der Nachname Lynch bürgt für Qualität, ganz egal ob nun Vater oder Tochter auf dem Regiestuhl Platz genommen haben.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!



AUSTIN POWERS: THE SPY WHO SHAGGED ME (USA 1999, Regie: Jay Roach)

2 Jahre nach dem ersten Teil kam diese Fortsetzung in die Kinos, die dem Vorgänger in Sachen Albernheit in nichts nachsteht. Auch AUSTIN POWERS: THE SPY WHO SHAGGED ME überzeugt durch herrlich unterhaltsamen Blödsinn, geile Settings und Kostüme und dieser erneut ganz vorzüglich eingefangenen Swinging-Sixties-Stimmung. Die Gags sind noch ein gutes Stück böser geraten als im Vorgänger (Highlights: Jerry Springer Show, alle Szenen mit Verne Troyer als Mini-Me und die Schattenspiele im Zelt).
Ja, das macht alles schon verdammt viel Spaß. Und mehr muss dann zu diesem Film eigentlich auch gar nicht gesagt bzw. geschrieben werden. Anschauen, lachen, glücklich sein…

Persönliche Bewertung: Gut!



WOLFCOP (Kanada 2014, Regie: Lowell Dean)

Überraschend ansehnlich Low-Budget-Produktion, in der ein ständig betrunkener Chaos-Polizist - ohne es überhaupt zu merken - während eines okkulten Rituals in einen Werwolf verwandelt wird und kurze Zeit später, anlässlich einer Sonnenfinsternis, geopfert werden soll. Doch der asoziale “WolfCop“ macht seinen Peinigern natürlich einen gehörigen Strich durch die Rechnung. WOLFCOP bietet über knapp 80 Minuten - genau die richtige Laufzeit für einen Film wie diesen - unbeschwerte und kurzweilige Genreunterhaltung, an der wohl wirklich jeder Freund solcher Low-Budget-Filme (WOLFCOP hat laut IMDB gerade mal eine Million kanadischer Dollar gekostet) seine Freude haben dürfte. Insbesondere die handgemachten Effekte - vor allem in den Verwandlungssequenzen - sind richtig gut geraten. Man merkt dem Film jederzeit an, dass hier Fans mit vollem Eifer bei der Sache waren. WOLFCOP ist grundsympathisch und auf die am Anfang des Abspanns bereits angekündigte Fortsetzung freu ich persönlich mich schon heute.

Persönliche Bewertung: Nett!



TEAM AMERICA: WORLD POLICE (Deutschland/USA 2004, Regie: Trey Parker)

Böse, böse, böse, was sich die SOUTH PARK-Macher hier haben einfallen lassen. In TEAM AMERICA: WORLD POLICE bekommt wirklich alles und jeder sein Fett ab. Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-il wird von einer Kakerlake gesteuert, Doku-Filmer Michael Moore entpuppt sich als Selbstmordattentäter und Anführer von Hollywoods vollkommen verlogenen Topstars, die medienwirksam nichts anderes im Sinn haben, als den politisch korrekten Gutmenschen zu spielen, und bei der titelgebenden Eliteeinheit handelt es sich um einen Haufen waffengeiler Narren, die beim Kampf gegen Terroristen billigend Personen- und Sachschäden in Kauf nehmen und sich dafür auch noch feiern lassen wollen (so werden bei einem Einsatz in Paris u.a. der Eiffelturm und das Louvre, bei einem Einsatz in Ägypten u.a. diverse Pyramiden und die Sphinx von Gizeh in Schutt und Asche gelegt).
TEAM AMERICA: WORLD POLICE ist ein bitterböser Kotzbrocken von einem Film und sprengt alle nur erdenklichen Grenzen des guten Geschmacks. Die Dialoge nur als derb zu bezeichnen wäre die Untertreibung des Jahrhunderts, es gibt Puppen-Sex, Puppen-Splatter und die Frage, welche Grenzen es für Satire geben sollte beantwortet Regisseur Trey Parker mit einem einzigen Wort: keine!
Mir persönlich hat TEAM AMERICA: WORLD POLICE verdammt viel Spaß bereitet, wobei ich allerdings auch einräumen muss, dass dieses ganz spezielle Konzept der Animation - so liebevoll und detailreich die Puppen und die Sets auch gestaltet sind - in meinen Augen keinen abendfüllenden Spielfilm trägt und sich mit zunehmender Laufzeit doch die eine oder andere Abnutzungserscheinung nicht verleugnen lässt.

Persönliche Bewertung: Gut!



AUSTIN POWERS IN GOLDMEMBER (USA 2002, Regie: Jay Roach)

Auch der dritte und bis heute letzte Teil der AUSTIN POWERS-Reihe bietet den schon aus den beiden Vorgängern bekannten und geschätzten Blödsinn in Reinkultur. Zwar werden manche Gags aus den ersten beiden Teilen einfach nur recycelt, wiederholt und leicht abgeändert präsentiert (eine Tatsache die natürlich gleich selbstironisch kommentiert wird), aber wer mag diesem herrlichen Unsinn aus diesem Grund schon großartig böse sein. Highlights natürlich wieder die Szenen mit Verne Troyer als Mini-Me, der wirklich sämtliche Lacher auf seiner Seite hat. Und die THE SILENCE OF THE LAMBS-Verarsche war auch ziemlich geil.

Persönliche Bewertung: Gut!



VORSCHAU:
Im amerikanischen Filmforum DVDTalk werden schon seit einigen Jahren in jedem Monat diverse Filmmarathons veranstaltet, die jeweils ein bestimmtes Thema abdecken. Im April knöpfen sie sich bei DVDTalk traditionell den von mir persönlich so heiß und innig geliebten Bereich des Exploitation- und Grindhouse-Kinos vor, zelebrieren B-Movies aus längst vergangenen Tagen und widmen sich Trash-Kunstwerken, die der Ottonormalverbraucher wohl nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde. Auch ich möchte mich - so weit es denn möglich ist (schließlich muss ich auch Rücksicht auf meine liebe Frau nehmen und so stehen selbstverständlich auch wieder Serien und diverse Blockbuster auf dem Spielplan) - im Monat April vermehrt diesen unterschlagenen Filmen zuwenden und freue mich schon auf möglichst viele obskure Werke, die den Weg in meinen Player finden werden.
Hier der Link zum entsprechenden Thread bei DVDTalk: http://forum.dvdtalk...-30-2015-a.html



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KURZKOMMENTARE - FEBRUAR 2015


FILMSICHTUNGEN - FEBRUAR 2015

Nach dem übervollen Januar ein relativ beschaulicher Februar mit “nur“ 23 Filmen. Dafür hat mich der Komplettierungswahn gepackt und ich habe mich dazu entschlossen, auch zu den im jeweiligen Monat gesehenen Staffeln bzw. Teilen von Staffeln von TV-Serien einen Kommentar zu schreiben. Und dann gab es im Februar ja noch diese berühmte Veranstaltung, bei der ein gewisser Filmpreis in verschiedenen Kategorien verliehen wurde. Ein paar Worte dazu gibt es auch. Und natürlich gilt wie immer: die Kurzkommentare gibt es in der Reihenfolge der Sichtungen.


BOYHOOD (USA 2014, Regie: Richard Linklater)

BOYHOOD erzählt die Geschichte des 6 Jahre alten Mason, der in einer Patchwork-Familie aufwächst. Schulzeit, Pubertät, die ersten Partys, der erste Joint, die erste Liebe - bis hin zum Abschluss an der Highschool und dem Eintritt ins College.
BOYHOOD deckt gut 12 Jahre im Leben des Jungen und seiner Familie ab und das, was BOYHOOD so besonders macht, ist die Tatsache, dass sowohl Mason als auch seine größere Schwester Samantha (und natürlich auch alle anderen Figuren und Charaktere, die im Film vorkommen) immer vom selben Schauspieler verkörpert werden. Richard Linklater hat BOYHOOD über einen Zeitraum von knapp 12 Jahren gedreht (angefangen im Mai 2002 und beendet im August 2013) und als Zuschauer wird man so tatsächlich Zeuge, wie aus einem kleinen Jungen und einem kleinen Mädchen erwachsene Menschen werden. Ellar Coltrane, der den Mason spielt, war bspw. 7 Jahre alt als die Dreharbeiten begannen und 19 als die letzte Klappe fiel.
Was Regisseur Richard Linklater dem Zuschauer nach jahrelanger Arbeit letztendlich präsentiert ist einfach nur faszinierend und schlichtweg perfekt. Die Charaktere wachsen einem über die knapp 3-stündige Laufzeit absolut ans Herz und wenn schließlich irgendwann der Abspann einsetzt, kann man gar nicht glauben, dass man das Leben von Mason nun tatsächlich verlassen muss, dass man nicht mehr Zeuge seiner Zeit am College werden kann und auch nicht mitbekommt, wie er selbst ins Berufsleben einsteigt und eine Familie gründet.
BOYHOOD ist der ultimative Coming-of-Age-Film und verbreitet 165 Minuten lang pures Glück. Von der ersten Einstellung zu den Klängen von Coldplays “Yellow“ bis zum Beginn des Abspanns ist BOYHOOD ein Film der berührt, in den Bann zieht und Gänsehäute en masse verursacht. Solltet ihr jemals einem Menschen begegnen, der etwas Negatives über BOYHOOD sagt, glaubt ihm einfach kein Wort.

Persönliche Bewertung: Meisterwerk!


DOGVILLE (Dänemark/Deutschland/Finnland/Frankreich/Großbritannien/Italien/Niederlande/Norwegen/Schweden 2003, Regie: Lars von Trier)

Aaaaahhhh, Regisseur Lars von Trier treibt mich noch in den Wahnsinn. Nachdem mich sein zweigeteilter NYMPH()MANIAC im letzten Monat doch ziemlich begeistert hatte - der erste Film von von Trier, den ich einfach nur großartig fand -, wollte ich mich mal an einen seiner früheren Filme wagen und es mit dem vielerorts hochgelobten DOGVILLE versuchen. In dem geht es um Grace (Nicole Kidman), eine junge Frau, die wie aus dem Nichts in einem kleinen Dorf auftaucht. Die Gemeinschaft nimmt sie auf, als Gegenleistung erwarten die Bürger kleine Gefälligkeiten. Als eines Tages ein Steckbrief mit dem Gesicht von Grace auftaucht, nehmen die Forderungen der Dorfbewohner absurde Formen an und für Grace beginnt die Hölle auf Erden.
Klar, an den schauspielerischen Leistungen gibt es nichts zu mäkeln, die sind tatsächlich durch die Bank großartig. Das Problem von DOGVILLE ist eher seine arg behäbige Erzählweise - der Film dauert ganze 170 Minuten und ist mindestens 1 Stunde zu lang geraten - und die Form, die von Trier gewählt hat, um seine Geschichte zu erzählen. DOGVILLE ist auf das Minimum heruntergebrochen, es existieren im Endeffekt nur die schauspielerischen Leistungen. Der ganze Film spielt sich auf einer Theaterbühne ab, mit aufgezeichneten Häusern und extrem spärlichen Settings. Dieses radikale Stilmittel mag beim Feuilleton und beim Arthouse-Publikum für Begeisterungsstürme sorgen, mir persönlich war das einfach viel zu “unfilmisch“, zu anstrengend, zu eintönig und irgendwann auch einfach nur noch zu nervig. Wenn ich mir ein Theaterstück ansehen will, dann gehe ich ins Theater. Da brauche ich keinen Lars von Trier, der mir ein Theaterstück simuliert, obwohl er am Ende doch die ganzen Vorteile, die ein Filmdreh im Gegensatz zu einer Theateraufzeichnung so zu bieten hat, bei der filmischen Umsetzung nutzen kann. Die Sichtung von DOGVILLE hat mich jetzt wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und dazu geführt, dass ich von Herrn von Trier erst mal wieder die Schnauze voll habe. Aber ich gebe nicht auf. Zumindest BREAKING THE WAVES, DANCER IN THE DARK und MELANCHOLIA wollen irgendwann noch angesehen werden…

Persönliche Bewertung: Naja!


EARTH TO ECHO (USA 2014, Regie: Dave Green)

EARTH TO ECHO steht in der Tradition der – ich nenn sie einfach mal so – Jugendfilme aus den 80er Jahren, insbesondere EXPLORERS, STAND BY ME und THE GOONIES kommen in den Sinn, in denen sich Kinder in ein aufregendes Abenteuer stürzen und am Ende des Films nicht nur das Ende dieses Abenteuers, sondern auch das Ende der Kindheit steht und der erste Schritt hin zum Erwachsenwerden gemacht wurde. Produzent Steven Spielberg und Regisseur J.J. Abrams haben diesem Subgenre bereits vor 4 Jahren mit dem - in meinen Augen - durchaus gelungenen SUPER 8 bereits neues Big-Budget-Leben eingehaucht, Regisseur Dave Green versucht sich nun an einer kostengünstigeren Variante innerhalb dieses Genres. Mit einem für heutige Zeiten verhältnismäßig schmalen Budget von 13 Mio. US-Dollar schickt er in EARTH TO ECHO drei Jungs und ein Mädel auf eine Art Schnitzeljagd mit einem Außerirdischen, der die Kinder benötigt, um sein gestrandetes Raumschiff aufzufinden und wieder startklar zu machen. Das niedrige Budget sieht man dem Film - insbesondere im Bereich der Effekte - zwar deutlich an, der Außerirdische ist etwas zu kitschig-putzig geraten und dieser Wackel-Handkamera-Found-Footage-Stil, in dem EARTH TO ECHO gefilmt ist, vielleicht etwas arg gewöhnungsbedürftig, insgesamt betrachtet überwiegen aber die positiven Seiten. EARTH TO ECHO ist unterhaltsam, spannend, ungemein sympathisch und fängt phasenweise diesen Geist der großen Vorbilder aus den 80ern schon ganz gut ein.

Persönliche Bewertung: Gut!


SAVAGES (USA 2012, Regie: Oliver Stone)

Zwei Freunde (Taylor Kitsch und Aaron Johnson) haben sich mit ihrem Marihuana-Anbau ein goldenes Näschen verdient und genießen ihr Luxusleben mit ihrer gemeinsam Geliebten O (Blake Lively) in vollen Zügen. Als ein mexikanisches Drogenkartell ein Stück vom Kuchen abhaben will, verkompliziert sich das so unbeschwerte Leben der Underground-Dealer immens…
Wow, SAVAGES hat mich jetzt schon ein bisschen weggefegt. Zwar kommt der Film nicht ganz an Stones Großtaten von früher heran, er kommt ihnen jedoch schon verdammt nahe. Erlesene Bilder - Lästermäuler können gerne “style over substance“ rufen -, eine spannende und wendungsreiche Geschichte, ein toller Soundtrack und eine hervorragende Besetzung, aus der insbesondere Benicio Del Toro als fieser Killer hervorsticht, machen SAVAGES zu einem echten Erlebnis. Würde sich vom Stil her ganz vorzüglich innerhalb eines Triple Features gemeinsam mit Korines SPRING BREAKERS und Bays PAIN & GAIN eignen.

Persönliche Bewertung: Großartig!


WINTER’S BONE (USA 2010, Regie: Debra Granik)

Die 17jährige Ree (Jennifer Lawrence) muss sich alleine um ihre kranke Mutter und ihre beiden jüngeren Geschwister kümmern. Der Vater ist kautionsflüchtig und wie vom Erdboden verschwunden. Als Ree mit der Tatsache konfrontiert wird, dass ihr Vater das Haus der Familie als Kaution eingesetzt hat und dieses geräumt werden muss, wenn er nicht innerhalb einer Woche auftaucht, macht sich Ree auf eine verzweifelte Suche und stößt auf eine Wand aus Lügen und Ablehnung…
Jennifer Lawrence trägt den Film und ist tatsächlich einfach nur großartig. Ganz tolle Schauspielerleistung, die maßgeblich für die Qualität des Films verantwortlich ist. Der Plot alleine würde es nicht rausholen. Anfangs ist WINTER’S BONE noch richtig packend und spannend geraten, mit zunehmender Laufzeit, wenn halt nun mal klar ist, dass der verschwundene Vater tot sein dürfte und Ree die Leiche zum Nachweis des Todes und zur Rettung des Familienanwesens nur aufgrund einer positiven Fügung des Schicksals finden wird, verliert WINTER’S BONE aber auch zunehmend an Faszination und rettet sich in der Schlussviertelstunde gerade noch so ins Ziel. Aber in dieser Zeit davor, da war WINTER’S BONE schon ziemlich großes Kino.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


JACK RYAN: SHADOW RECRUIT (Russland/USA 2014, Regie: Kenneth Branagh)

12 Jahre nach dem Quasi-Reboot THE SUM OF ALL FEARS kam mit JACK RYAN: SHADOW RECRUIT der mittlerweile fünfte Jack-Ryan-Film - mit dem mittlerweile vierten Hauptdarsteller - in die Kinos und bei diesem handelte es sich tatsächlich um ein echtes Reboot. Branaghs Film liegt ein Original-Drehbuch zugrunde, hier gab es keine Romanvorlage von Tom Clancy, JACK RYAN: SHADOW RECRUIT basiert lediglich auf der von Clancy erfundenen Figur. JACK RYAN: SHADOW RECRUIT zeigt den CIA-Analysten am Anfang seiner Karriere, bei seinem ersten echten Auslandseinsatz, bei dem es gleich einen Terroranschlag auf die USA zu verhindern gilt.
Rein schauspielerisch brennt hier schon mal gar nichts an. Chris Pine passt in meinen Augen richtig gut in die Hauptrolle, Keira Knightley als Love Interest ist einmal mehr nett anzusehen, Regisseur Kenneth Branagh hat gleich noch die Rolle des Bösewichts übernommen und macht seine Sache auch ziemlich überzeugend und dann ist es auch irgendwie schön, Kevin Costner mal wieder in einer großen Produktion zu sehen. Dazu noch eine spannende Story, ein paar gut platzierte Actionsequenzen und einige Suspense-Szenen mit Nägelkaupotential – JACK RYAN: SHADOW RECRUIT ist jetzt sicher kein Überflieger, aber auf jeden Fall ein absolut unterhaltsamer und gelungener Film. Da kann gerne noch das eine oder andere Sequel nachgelegt werden.

Persönliche Bewertung: Gut!


S.O.B. (USA 1981, Regie: Blake Edwards)

Ab und zu erlaubt sich Hollywood mal einen kritischen, satirischen und augenzwinkernden Blick auf sich selbst. S.O.B. ist auch einer dieser Filme, in denen die Traumfabrik mit schwarzem Humor aufs Korn genommen wird. Blake Edwards knöpft sich insbesondere die Oberflächlichkeit Hollywoods vor und rechnet mit dieser auf teils ziemlich derbe Art und Weise ab, die Tiefe und Genialität anderer Vertreter dieser Art - ich denke jetzt insbesondere an SUNSET BLVD. von Billy Wilder oder THE PLAYER von Robert Altman - geht Edwards’ Film dennoch ab. Dafür bietet S.O.B. dann doch etwas zu viel Klamauk und verflacht insbesondere in den letzten 20-25 Minuten doch zu sehr. Dieser feine Humor, dieses Gespür für urkomische Szenen, die Edwards’ frühere Filme sonst auszeichneten, kommt hier leider viel zu selten zum Vorschein. Am ehesten vielleicht noch in der Partysequenz in Farmers Haus, in der tatsächlich ein Hauch dieser Comedy-Magie zu spüren ist, die Filme wie BREAKFAST AT TIFFANY’S, THE PARTY oder THE PINK PANTHER in ihrer lustigsten Szenen versprüht haben. Aber ich will hier auch gar nicht den Anschein erwecken, S.O.B. sei ein durchschnittlicher oder gar schlechter Film. Das ist er sicher nicht, Edwards hat im Lauf seiner Karriere halt einfach noch weitaus bessere Filme wie diesen hier gedreht.

Persönliche Bewertung: Gut!


R.I.P.D. (USA 2013, Regie: Robert Schwentke)

Nachdem er von seinem Partner (Kevin Bacon) im Dienst eiskalt ermordet wurde, landet der Cop Nick (Ryan Reynolds) im R.I.P.D. und darf gemeinsam mit seinem ebenfalls schon vor langer Zeit verblichenen Kollegen Roy (Jeff Bridges) die Welt von Untoten befreien…
Comic-Verfilmung vom deutschen Regisseur Robert Schwentke, die einzig und allein mit einem ziemlich hohem Spaßfaktor überzeugen kann. R.I.P.D. will ganz offensichtlich nur unterhalten und das gelingt ihm über weite Strecken ganz ordentlich. Die CGI-Effekte hätten etwas besser sein können und in der Mitte des Films ist nicht sonderlich viel los und es gibt den einen oder anderen Durchhänger. Ansonsten macht dieser himmelschreiende Blödsinn aber durchaus Spaß, einen Film wie diesen kann man guten Gewissens als “guilty pleasure“ bezeichnen. Und die 3D-Effekte waren über die komplette Laufzeit ziemlich geil.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!


HOTEL DER TOTEN GÄSTE (Deutschland/Frankreich/Spanien 1965, Regie: Eberhard Itzenplitz)

Ziemlich biederer und nur leidlich spannender Beitrag zur deutschen Krimiwelle aus den 60er Jahren. Joachim Fuchsberger spielt einen Kriminalreporter, der am Rand eines Schlagerfestivals in San Remo versucht, Licht ins Dunkel eines Mordfalls zu bringen. HOTEL DER TOTEN GÄSTE kann leider nicht wirklich sonderlich viel. Über weite Strecken plätschert die Handlung ohne große Höhepunkte vor sich hin, die Auflösung des Kriminalfalls interessiert schon bald überhaupt nicht mehr und die wenigen Highlights, die Itzenplitz’ Film zu bieten hat, bestehen in ein paar debilen Gags und dummen Sprüchen. Und wenn man sich mal vor Augen führt, wie prominent der Film besetzt ist - neben Joachim Fuchsberger spielen Karin Dor, Renate Ewert, Hans Nielsen, Gisela Uhlen, Wolfgang Kieling, Claus Biederstaedt, Monika Peitsch und Ady Berber mit, praktisch alle in gewisser Weise durch ihr Mitwirken in diversen Wallace-Filmen genreerprobt - dürfte HOTEL DER TOTEN GÄSTE in erster Linie wegen des maßlosen Vergeudens von Talent im Gedächtnis bleiben.

Persönliche Bewertung: Naja!


MAPS TO THE STARS (Deutschland/Frankreich/Kanada/USA 2014, Regie: David Cronenberg)

Eine alternde Schauspielerin (Julianne Moore), die verzweifelt auf ihre letzte große Hauptrolle hofft. Ein Kinderstar (Evan Bird), der kurz nach einer Entziehungskur ein Sequel seines großen Erfolges drehen soll. Ein Chauffeur (Robert Pattinson), der von einer Karriere als Schauspieler und/oder Drehbuchautor träumt. Und eine junge, verträumt wirkende Frau (Mia Wasikowska), die ein mysteriöses Geheimnis zu haben scheint. Sie alle prallen in Cronenbergs MAPS TO THE STARS aufeinander und verwandeln die Traumfabrik Hollywood in einen psychotischen Albtraum. Neurosen, Abhängigkeiten, Psychosen, fehlende Skrupel - Cronenberg wirft einen ziemlich ernüchternden Blick auf die Glücksritter von Hollywood. Das ist teils sperrig, teils schockierend, teils melancholisch, teils mysteriös und ständig faszinierend. Und Mia Wasikowska und Julianne Moore sind beide atemberaubend gut in diesem Film.

Persönliche Bewertung: Großartig!


2046 (China/Deutschland/Frankreich/Italien/Hongkong 2004, Regie: Wong Kar-Wai)

Hongkong in den 60er Jahren: Chow (Tony Leung Chiu-Wai) hat sich in einer kleinen Pension eingemietet und geht seiner Arbeit als Journalist nach. Nebenbei schreibt er an einem Science-Fiction-Roman, in dem er Erinnerungen an seine drei großen Lieben verarbeitet…
2046 entfacht sehr schnell eine Sogwirkung und zieht den Zuschauer förmlich hinein in einen Strudel, in dem sich Realität und Phantasie vermischen. 2046 besteht in erster Linie aus Gefühlen, die in teils wunderschönen Bildern verpackt sind. Ein ständiger Hauch von Melancholie weht durch diesen Film, die Atmosphäre ist geheimnisvoll und mysteriös und wenn nach gut 2 Stunden der Abspann einsetzt, mag man nicht wirklich glauben, dass 2046 tatsächlich schon vorbei sein soll.

Persönliche Bewertung: Großartig!


THE WEDDING SINGER (USA 1998, Regie: Frank Coraci)

Vom Plot her ist das hier natürlich ne absolut typische RomCom: Junge trifft Mädchen, Junge verliebt sich in Mädchen, Junge und Mädchen müssen einige Hindernisse aus dem Weg schaffen, es kommt zu Missverständnissen und in letzter Sekunde gibt’s dann das obligatorische Happy End. Was THE WEDDING SINGER aus dem Gros der romantischen Komödien dann doch herausstechen lässt, ist insbesondere das Zusammenspiel zwischen Adam Sandler und Drew Barrymore, die hier in erster gemeinsamen Rolle zu perfekt harmonieren, als hätten sie nie mit einem anderen Partner vor der Kamera gestanden. Es sollten dann ja auch noch zwei weitere gemeinsame Auftritte der beiden folgen. Und die Tatsache, dass ich die Filme des viel gescholtenen Adam Sandler immer mehr zu schätzen weiß und THE WEDDING SINGER zudem noch mit einem Soundtrack ausgestattet ist, der jede 80er-Jahre-Party zu einem Event machen würde, trägt natürlich auch sehr viel dazu bei, dass ich diesen Film hier nur wärmstens weiterempfehlen kann. Einfach toll.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


FA YEUNG NIN WA (aka In the Mood for Love, Frankreich/Hongkong 2000, Regie: Wong Kar-Wai)

Bei FA YEUNG NIN WA handelt es sich um den Vorgänger des kurz zuvor von mir angesehenen 2046 und dieses Ansehen in der verkehrten Reihenfolge war keine Absicht, sondern lediglich meiner eigenen Schusseligkeit geschuldet. Mit dem Wissen von FA YEUNG NIN WA im Kopf, erklären sich nun im Nachhinein ein paar “Rätsel” aus 2046 von selbst.
Auch in FA YEUNG NIN WA geht es um den Journalisten Chow (Tony Leung Chiu-Wai), dessen Partnerin sich - ebenfalls wie der Partner seiner Nachbarin Mrs. Chan (Maggie Cheung) - ständig auf langen Geschäftsreisen befindet. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die beiden Daheimgelassenen gleichzeitig die Gehörnten sind und sich deren Partner auf diesen Geschäftsreisen miteinander vergnügen. Zwischen den beiden Nachbarn entwickelt sich langsame eine Freundschaft, die sich mit fortschreitender Dauer in tiefe Zuneigung und Liebe verwandelt. Eine Liebe, der sich beide aufgrund gesellschaftlicher Normen und eigenen Schuldgefühlen jedoch nicht hingeben können. In 2046 wird Chow dies schließlich auf seine eigene Art und Weise verarbeiten.
Im Vergleich zum Nachfolger ist FA YEUNG NIN WA deutlich geradliniger ausgefallen, ihm fehlt dieses Rauschhafte, Geheimnisvolle und Mysteriöse. FA YEUNG NIN WA ist im Endeffekt eine ebenso schöne wie traurige Liebesgeschichte, die von jeglichem Kitsch befreit zu sein scheint, dem Zuschauer folgerichtig kein unpassendes Happy End serviert, sondern ihn stattdessen nachdenklich und leicht melancholisch in den Abspann entlässt. Die Bilder, die Regisseur Wong Kar-Wai gemeinsam mit seinen Kameramännern Christopher Doyle und Mark Lee Ping-Bin auf die Leinwand zaubert, sind nicht weniger als magisch, der Score von Komponist Michael Galasso unterstreicht die Stimmung des Films perfekt und die beiden Hauptdarsteller sind eh über jeden Zweifel erhaben.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


BLENDED (USA 2014, Regie: Frank Coraci)

BLENDED ist nach THE WEDDING SINGER und 50 FIRST DATES die dritte gemeinsame Zusammenarbeit zwischen Adam Sandler und Drew Barrymore. Und natürlich werden sich die beiden am Ende des Films wieder kriegen. Aber darum geht es ja im Endeffekt gar nicht. Es geht um den Weg, der zum Ziel führt und der ist erneut einfach nur witzig, sympathisch, erfrischend und herzerwärmend. Und dann wieder diese perfekte Chemie zwischen Adam Sandler und Drew Barrymore. Ach, ich mag diese wunderbaren Komödien mit Adam Sandler einfach unglaublich gerne.

Persönliche Bewertung: Gut!


DAS FINSTERE TAL (Deutschland/Österreich 2014, Regie: Andreas Prochaska)

Prochaskas DAS FINSTERE TAL beginnt mit einer Szene, in der Menschen gewaltsam aus einem Keller gezerrt werden, in dem sie sich versteckt hatten. Danach folgen die Credits, gelegt über beeindruckende Bilder purer Naturgewalt. Ein Fremder reitet in ein kleines Dorf, welches hoch in den Alpen in einem Tal gelegen ist und bittet über den Winter um Asyl…
Man weiß bereits nach wenigen Minuten, welchen Verlauf DAS FINSTERE TAL nehmen wird. Natürlich wird dieser Fremde etwas mit der Szene vor den Anfangscredits zu tun haben, natürlich wird er Rache nehmen wollen und natürlich wird es Tote geben. DAS FINSTERE TAL ist ein klassischer (Italo-)Western mit typischen Fremden- und Racheszenarien. Der Plot ist auch gar nicht so wichtig, was DAS FINSTERE TAL so sehenswert macht, ist die Art und Weise, wie Prochaska seine Geschichte erzählt. DAS FINSTERE TAL lebt von beeindruckenden Bildern, von einer bedrückenden Atmosphäre, die ständig zwischen Mystery und Melancholie schwankt und von drei großartigen Hauptdarstellern. Prochaskas Film nimmt einen als Zuschauer gefangen, entführt einen in eine fremde und unwirtliche Welt und lässt einen bis zum Schluss nicht wieder los.
Ich würde jetzt gerne den Satz “endlich mal wieder großes deutsches Kino“ bringen, aber DAS FINSTERE TAL ist nur eine Co-Produktion, gedreht von einem österreichischen Regisseur und mit zwei männlichen Hauptdarstellern, von denen der eine aus England (Sam Riley) und der andere aus Österreich (Tobias Moretti) stammt. Aber zumindest folgenden Satz kann ich loswerden: Endlich mal wieder großes deutschsprachiges Kino!

Persönliche Bewertung: Großartig!


GONE GIRL (USA 2014, Regie: David Fincher)

David Fincher. Man erwartet einfach Großes von ihm. Vielleicht sollte man seine Erwartungshaltung doch mal ein bisschen nach unten schrauben. GONE GIRL ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Gillian Flynn, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnete (aufgrund dieser Tatsache gehe ich - ohne das Buch zu kennen - davon aus, dass der Film ziemlich nah an der Vorlage sein dürfte) und vielleicht liegt es ja einfach auch an der Geschichte an sich, dass GONE GIRL nicht wirklich mehr als ein ziemlich guter Thriller geworden ist. Affleck und Pike spielen überzeugend und die Geschichte überrascht mit der einen oder anderen Wendung, die man so vielleicht nicht unbedingt vorhersehen konnte. Und auch den herrlich dissonanten Score von Trent Reznor und Atticus Ross möchte ich noch lobend erwähnt haben. Auf der Sollseite stehen dagegen diese letzte halbe Stunde, in der das Finale des Films eingeläutet wird und die etwas arg konstruiert und fast schon wie hingeklatscht wirkt und so einige Längen, die sich über die stolze Laufzeit von gut 150 Minuten immer wieder breit machen. Insgesamt betrachtet hätte dem Film eine etwas straffere Erzählweise wohl ganz gut getan.
GONE GIRL ist ein guter und solider Film, atemlos machende Meisterwerke wie SE7EN oder FIGHT CLUB scheint David Fincher halt einfach nicht mehr hinzukriegen.

Persönliche Bewertung: Gut!


ATTACK THE BLOCK (Frankreich/Großbritannien 2011, Regie: Joe Cornish)

Ausgesprochen kurzweilige Sci-Fi-Action-Komödie von den Produzenten, die auch schon für SHAUN OF THE DEAD und HOT FUZZ verantwortlich zeichneten. In einem Londoner Problemviertel müssen sich ein paar jugendliche Halbstarke und Möchtegerngangster gegen Aliens zur Wehr setzen. Überzeugende Jungdarsteller, die diese “Ghetto“-Attitüde richtig gut rüberbringen, ein unkonventionelles Monsterdesign (hat ein bisschen an die Aliens aus der CRITTERS-Reihe erinnert), ein treibender Elektronik- und Hip-Hop-Score bzw. -Soundtrack, der das hohe Tempo des Films vorgibt, coole Effekte, nette Actioneinlagen und mittendrin Nick Frost als asozialer Dealer – die Mischung passt und macht ATTACK THE BLOCK zu einem extrem kurzweiligen und abwechslungsreichen Genrebeitrag. Anschauen!

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


DESPERATE HOUSEWIVES: SEASON 8: EPISODES 5-23 (USA 2012, Idee: Marc Cherry)

Dass es DESPERATE HOUSEWIVES tatsächlich auf insgesamt acht Staffeln geschafft hat, ist schon durchaus verwunderlich und bemerkenswert. Richtig gut waren eigentlich nur die ersten drei Staffeln, in denen tatsächlich noch so etwas wie Spannung existierte und ein gewisser Mystery-Touch vorhanden war. Staffel 4 und 5 waren sehr durchwachsen und es hätte mich nicht gewundert, wenn damals nach der fünften Staffel Schluss gewesen wäre. In den letzten Monaten habe ich mir nun die letzten 3 Staffeln - nach einer etwas längeren Pause - angesehen und muss sagen, dass diese mich doch wieder etwas positiver überrascht haben. So wirkliche Ideen, die Geschichte der vier Freundinnen weiterzuerzählen, waren zwar nicht vorhanden und diese nun zu Ende gebrachte achte und letzte Staffel stellt wohl auch so etwas wie den (traurigen) Höhepunkt der Einfallslosigkeit der Autoren dar, die sich seit Staffel 4 immer hanebüchenere Wendungen ausgedacht haben, über die man sich definitiv keine näheren Gedanken machen sollte. Aber war dieser Schmarren zum Ende der fünften Staffel kaum noch auszuhalten, so ist er in diesen letzten 3 Staffeln seltsamerweise extrem unterhaltsam ausgefallen. DESPERATE HOUSEWIVES hat sich für mich zum perfekten Berieselungsmittel nach stressigen Tagen im Büro entwickelt. Es macht Spaß, die vertrauten Charaktere dabei zu beobachten, wie sie von einer konstruierten Situation in die nächste geraten müssen. DESPERATE HOUSEWIVES entwickelt so - vor allem auch in diesen jetzt angesehenen letzten 19 Episoden der finalen Staffel - einen herrlichen trashigen Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann. Zu Ende gebracht haben sie die Serie ausgesprochen schön und - ich wage es kaum zuzugeben - irgendwie werde ich Susan, Gabrielle, Bree und Lynette vermissen (ein kleines bisschen zumindest).


THE LONE RANGER (USA 2013, Regie: Gore Verbinski)

Basierend auf einer mir persönlich gänzlich unbekannten TV-Serie erzählt THE LONE RANGER von Regisseur Gore Verbinski eine im wilden Westen angesiedelte, typische Rachegeschichte. Das Problem des Films ist zum einen seine irrsinnige Laufzeit von 150 Minuten, die durch den Plot in keinster Weise gerechtfertigt wird und die dazu führt, dass sich doch einige Längen einschleichen, und zum anderen die Tatsache, dass THE LONE RANGER einerseits ziemlich grimmig, andererseits unheimlich albern ausgefallen ist und diese beiden Seiten einfach nicht miteinander harmonieren wollen, sondern stattdessen relativ isoliert nebeneinander stehen. Dafür ist Johnny Depp in der Rolle des Indianers Tonto voll in seinem Element. Depp ist ja gefühlt seit dem ersten PIRATES OF THE CARIBBEAN-Film Tag und Nacht “in character“ und hat sichtlichen Spaß daran, sich hier vollkommen unbekümmert auszutoben und den Jack Sparrow im wilden Westen zu geben.

Persönliche Bewertung: Nett!


LET ME IN (Großbritannien/USA 2010, Regie: Matt Reeves)

Von der gängigen Praxis, europäischen (und anderen) Überraschungserfolgen für den englischsprachigen Markt ein Remake zu spendieren, kann im Endeffekt jeder halten, was er will. Wenn dabei immer wieder mal so gute Filme herauskommen wie dieser hier, habe ich persönlich gegen diese Praxis rein gar nichts einzuwenden. Remakes, die einen nicht interessieren, muss man sich ja nicht zwingend anschauen.
LET ME IN ist die Neuauflage des gefeierten schwedischen LÅT DEN RÄTTE KOMMA IN aus dem Jahr 2008 und wurde immerhin von den altehrwürdigen Hammer Films mitproduziert. Regisseur Matt Reeves, der zuvor den großartigen CLOVERFIELD gedreht hatte, orientiert sich - insbesondere was Atmosphäre und Stimmung angeht - ziemlich eng am Original. Reeves erzählt diese Geschichte um den Außenseiter, der in der Schule von den Stärkeren terrorisiert wird und sich in ein Mädchen verliebt, welches kurz zuvor in seinen Wohnblock gezogen ist, auf ruhige und eindringliche Art und Weise. LET ME IN ist poetisch, mystisch, melancholisch und wird dem Original in diesem Bereich ohne Frage gerecht. Was Reeves’ Variante dieser Mischung aus Coming-of-Age- und Vampirfilm vom Original jedoch deutlich unterscheidet ist die Tatsache, dass LET ME IN eingängiger geraten ist als LÅT DEN RÄTTE KOMMA IN. Diese Sperrigkeit, die man dem Film aus Schweden sicher nicht absprechen konnte, ist hier praktisch nicht vorhanden. Man mag das meinetwegen als Zugeständnis an den Mainstream verurteilen, mir persönlich hat diese Herangehensweise an den Stoff einfach besser gefallen und so ist LET ME IN für mich einer dieser (seltenen) Fälle, in denen das Remake dem Original sogar noch ein gutes Stück überlegen ist, auch weil Chloë Grace Moretz als Vampirmädchen einfach nur großartig aufspielt.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!


THE THING (Kanada/USA 2011, Regie: Matthijs van Heijningen Jr.)

THE THING ist die mittlerweile dritte Verfilmung der Kurzgeschichte “Who Goes There?“ von John W. Campbell Jr. und funktioniert gleichzeitig als Prequel zu Carpenters gleichnamiger Version aus dem Jahr 1982. Sehr schön vor allem die Szenen zu Beginn des Abspanns, die praktisch nahtlos zu Carpenters Film überleiten. Wenn man aber als erstes Szenen im Abspann lobend erwähnt, lässt das schon darauf schließen, dass einen das, was zuvor zu sehen gewesen ist, nicht unbedingt vom Hocker gehauen hat. Regisseur Matthijs van Heijningen Jr. kann der Geschichte nämlich nicht wirklich neue Akzente geben und es gelingt ihm in keinster Weise, der praktisch makellosen Version von John Carpenter auch nur ansatzweise das Wasser zu reichen. Es gibt ein paar hübsche Rob-Bottin-Gedächtnis-Creature-Designs zu bestaunen, die sicher gut gemeint sind, aber in erster Linie deutlich machen, wie sehr moderne CGI-Effekte (es gibt auch ein paar handgemachte Creature-Effekte, die sind aber deutlich in der Unterzahl) gegen die gute alte Handarbeit doch abstinken. Ansonsten hat sich Regisseur van Heijningen Jr. nicht nur stark an Carpenters Version, sondern vor allem auch an den ALIEN-Filmen orientiert. Die von Mary Elizabeth Winstead gespielte Kate Lloyd ist praktisch so etwas wie eine Ripley für Arme. Aber genug gemotzt, soooo schlecht ist THE THING nun auch nicht geraten. Wenn es einem gelingt, ihn nun nicht unbedingt mit Carpenters Version zu vergleichen, ist er sogar halbwegs ansehbar.

Persönliche Bewertung: Ok!


ENOUGH SAID (USA 2013, Regie: Nicole Holofcener)

Regisseurin Nicole Holofcener dreht gerne mal Filme über die Lebenskrise gut situierter Menschen mittleren Alters. Wie beispielsweise FRIENDS WITH MONEY vor ein paar Jahren, oder jetzt ENOUGH SAID. Man kann das vielleicht durchaus als oberflächlich oder belanglos bezeichnen, schließlich wird hier Jammern auf extrem hohem Niveau dargestellt. Auf der anderen Seite kann man diese Geschichten aber auch auf die simpelste Art und Weise lesen und die einfache und altbekannte Botschaft mitnehmen, dass Geld allein auch nicht glücklich macht. Und irgendwie ist es für uns Normalbürger ja auch durchaus beruhigend, zu sehen, dass auch die gehobene Klasse am Ende des Tages mit den ältesten Problemen der Welt zu kämpfen hat, z.B. mit der Frage, ob es da draußen nicht doch jemanden geben könnte, mit dem man glücklich werden kann.
Die von Julia Louis-Dreyfus gespielte Eva scheint in ENOUGH SAID ihr Glück endlich in dem geschiedenen Albert (James Gandolfini) gefunden zu haben. Doch dunkle Wolken ziehen auf, als Eva zufällig und ohne es zu wissen Alberts Ex-Frau (Catherine Keener) kennenlernt und sich mit dieser anfreundet…
Nicole Holofcener erzählt ihre Geschichte auf ausgesprochen ruhige Art und Weise. ENOUGH SAID ist ein Film des leisen Humors und der kleinen Gesten und für mich als Zuschauer war es eine richtige Wohltat, diese gänzlich unaufgeregt erzählte Geschichte zu verfolgen. Ich liebe diese kleinen Independent-Produktionen mit diesem gewissen Wohlfühlfaktor einfach und kann mich immer und immer wieder in Filmen wie diesen hier verlieren. ENOUGH SAID ist vielleicht kein superguter, aber definitiv ein schöner Film, mit einem wunderbaren Ende und sollte schon allein deshalb angesehen werden, weil der tolle sowie groß- und einzigartige James Gandolfini hier in einer seiner letzten großen Rollen zu sehen ist.

Persönliche Bewertung: Gut!


THE OSCARS (aka The 87th Academy Awards, USA 2015, Regie: Hamish Hamilton)

Es war mal wieder Oscar-Zeit und ein bisschen Senf muss ich auch einfach dazugeben.
Ich nehme mir die Oscar-Verleihung schon seit vielen Jahren in der Nacht auf und schaue mir sie dann ein oder zwei Tage später an. Bis zur Sichtung halte ich mich so gut es geht von Internet, TV und Radio fern, um die Spannung hochzuhalten. Nach den diesjährigen Oscars frage ich mich allerdings, ob dieses “Hochhalten der Spannung“ überhaupt noch irgendeinen Sinn macht. Man hat sich schon seit Jahren damit abgefunden, dass es bei der Preisvergabe keine wirklichen Überraschungen mehr gibt. Dass man aber wirklich so gut wie jeden Preisträger vorhersehen konnte wie in diesem Jahr gab es in meinen Augen so vorher noch nicht. Klar, BIRDMAN: OR (THE UNEXPECTED VIRTUE OF IGNORANCE), ein Film über das Showbusiness, musste fast zwangsläufig die Oscars für Beste Regie und Besten Film erhalten, da kann die Konkurrenz noch so innovativ (BOYHOOD) oder kontrovers (AMERICAN SNIPER) sein. Und wer wie Eddie Redmayne einen Charakter wie den an ALS leidenden Stephen Hawking in THE THEORY OF EVERYTHING portraitiert, kann sich gemütlich auf seinen Platz setzen und muss sich keinerlei Sorgen darüber machen, ob ihm jemand die begehrte Trophäe als Bester Hauptdarsteller wegschnappt. Das gleiche gilt für Julianne Moore und ihrer Darstellung einer Alzheimer-Patientin in STILL ALICE. Auch hier war von vornherein klar, dass sie den Oscar für die Beste Hauptdarstellerin mit nach Hause wird nehmen dürfen. Spannung kann man in diesen ganzen Kategorien wohl wirklich nur noch erwarten, wenn in einem Jahr mal mehrere Patientenrollen in einer Kategorie aufeinander treffen würden. Ganz nach dem Motto: Schlägt Alzheimer nun ALS oder umgekehrt?
Und über die Beachtung bzw. Nichtbeachtung mancher Filme allein bei den Nominierungen kann man mittlerweile auch nur noch den Kopf schütteln. Ich habe ihn noch nicht gesehen, aber dass Jacksons letzter Ausflug nicht mal eine Nominierung bei den diversen Effekt-Kategorien erhalten hat, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Und warum erhält Rosamund Pike für ihre - sicherlich gute und solide, aber sicher nicht herausragende Leistung - in GONE GIRL eine Nominierung als Beste Hauptdarstellerin? Und warum wird Ellar Coltrane, der während seiner ganzen Kind- und Jugendzeit für BOYHOOD vor der Kamera stand und wirklich eine beeindruckende Darbietung ablieferte, für diese Leistung nicht mit einer Nominierung belohnt?
Mir persönlich ging es beim Ansehen der Oscar-Zeremonie allerdings noch nie um die Verleihung an sich. Ich mochte immer das ganze Drumherum. Das Zusammenspiel zwischen dem Host und den Stars im Publikum - Ellen DeGeneres und Billy Crystal waren da in der Vergangenheit richtig klasse -, die Showeinlage, die liebevollen Hommagen an diverse Klassiker der Filmgeschichte und natürlich auch den Glamour und Glanz des roten Teppichs. Leider konnte die diesjährige Show auch in diesem Bereich nicht wirklich überzeugen. Neil Patrick Harris wirkte als Host irgendwie steif und gehemmt, seine Gags waren aufgesetzt und konnten nicht wirklich zünden. Der ganze Verlauf der Show wirkte zudem relativ planlos zusammengeschustert und die Showeinlagen waren eher nervig als begeisternd.
Insgesamt betrachtet waren THE 87TH ANNUAL ACADEMY AWARS eine ziemlich enttäuschende, ernüchternde und fast schon peinliche Veranstaltung.
Einziges Highlight: der Oscar für Patricia Arquette als Beste Nebendarstellerin in BOYHOOD.


MIAMI VICE: SEASON 2: EPISODES 12-22 (USA 1986, Idee: Anthony Yerkovich)

Die erste Staffel und die erste Hälfte der zweiten Staffel von MIAMI VICE habe ich vor etwas längerer Zeit gesehen und die Serie dann - aus welchen Gründen auch immer - erst mal wieder auf die Seite gelegt. Anfang Februar hat mich nun wieder die Lust auf MIAMI VICE gepackt und ich musste den von Anthony Yerkovich erfundenen und von Michael Mann produzierten TV-Kult einfach weiterschauen.
In Verbindung mit MIAMI VICE fällt meistens das Wort stilprägend. MIAMI VICE ist tatsächlich ein Synonym für die 80er Jahre, der Look dieser Serie hat nicht nur das Fernsehen, sondern auch das Kino nachhaltig verändert. Schaut man sich die Serie heute an, ist es schon irgendwie verwunderlich, dass sie damals so extrem erfolgreich war. Denn unter der ganzen stylishen Oberfläche mit den beiden coolen Cops, ihren - zumindest damals - schicken Designerklamotten und schnellen Sportwagen, den braungebrannten Schönheiten, dem immer strahlendblauen Himmel und den angesagten Clubs brodelt es gewaltig. Bei näherer Betrachtung stellt sich MIAMI VICE gar als extrem sperrig und schwer verdaulich heraus. Die von Don Johnson und Philip Michael Thomas verkörperten Crockett und Tubbs sind - mit all den Rückschlägen die sie, insbesondere auch im zwischenmenschlichen Bereich, immer wieder einstecken müssen - eigentlich ein Fall für den Psychiater, ihr Vorgesetzter Castillo (Edward James Olmos) rennt ausschließlich mit betrübter Miene durch die Gegend und lächelt praktisch nie und jeder einzelne Fall, egal ob es sich nun um Korruption, Prostitution, Drogenhandel oder Mord dreht, endet bei näherer Betrachtung in einer Katastrophe. Es gibt praktisch keinerlei Erfolgserlebnisse, jeder kleine Teilerfolg zieht eine große Ernüchterung nach sich. MIAMI VICE ist zutiefst melancholisch und - wie oben schon erwähnt - wahrlich keine leichte Kost. Die Geschichten, die erzählt werden stehen im krassen Gegensatz zum Hochglanz-Look, den Yerkovich und Mann der Serie verpasst haben und vielleicht war es ja auch dieser krasse Gegensatz, der MIAMI VICE letztendlich so erfolgreich hat werden lassen. Ich persönlich finde die Serie absolut toll und freue mich jetzt schon auf die dritte Staffel, die ich mir nun möglichst ohne größere Unterbrechung im nächsten Monat ansehen möchte.
Persönliche Highlights dieser zweiten Staffelhälfte: die Episode PAYBACK, in der Crockett ins Visier interner Ermittlungen gerät, und die finale Episode SONS AND LOVERS, in der Tubbs von Geistern aus der Vergangenheit heimgesucht wird.


GETAWAY (Bulgarien/USA 2013, Regie: Courtney Solomon)

Ein Gangster (Jon Voight) entführt die Ehefrau eines Rennfahrers (Ethan Hawke) und schickt diesen in einem gestohlenen und aufgemotzten Ford Mustang auf eine Schnitzeljagd quer durch die bulgarische Hauptstadt…
GETAWAY ist letztendlich eine einzige, 90-minütige Autoverfolgungsjagd. In den 70er Jahren war das Subgenre des Car-Chase-Films ja ziemlich beliebt, mit den großen Vorbildern von damals hat GETAWAY allerdings nur die Genrebezeichnung gemeinsam. In gewisser Weise ist das hier Gezeigte zwar durchaus nett anzusehen und mitunter auch ziemlich spektakulär gefilmt, auf die Dauer von 90 Minuten wirkt das alles aber auch sehr schnell sehr ermüdend. GETAWAY fehlt jegliche Spannung und nur die ausgedehnten Car-Chase-Sequenzen alleine reißen es halt leider auch nicht raus.

Persönliche Bewertung: Naja!


DER RÄCHER (Deutschland 1960, Regie: Karl Anton)

Nach dem Erfolg der ersten beiden Wallace-Verfilmungen der Rialto Film und noch vor den vielen weiteren Filmen, welche die Rialto noch in die Kinos bringen sollte, ließ Produzent Karl Ulrich von Regisseur Karl Anton den Wallace-Roman DER RÄCHER verfilmen, ein Buch, an dem die Rialto keine Rechte hatte. Und mit Heinz Drache, Siegfried Schürenberg und Klaus Kinski hatte Regisseur Karl Anton sogar drei Schauspieler an Bord, die im weiteren Verlauf ihrer Karriere noch in so manchem Wallace-Film der Rialto auftreten sollten.
Richtige Wallace-Atmosphäre mag in DER RÄCHER dennoch nicht aufkommen. Antons Film wirkt reichlich angestaubt, ihm fehlt einfach dieser Schwung und die Leichtigkeit - und natürlich auch ein “comic relief“ wie Eddi Arent - der meisten Rialto-Filme, daran können auch vorhandene Schlösser und Katakomben nicht viel ändern. Dafür war das Finale des Films ziemlich geil.

Persönliche Bewertung: Nett!


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CALIFORNICATION - STAFFEL 5


CALIFORNICATION - STAFFEL 5 CALIFORNICATION - STAFFEL 5 (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Californication: Season 5 | USA 2012 | Idee: Tom Kapinos)


Infos zur Serie:
IMDB
OFDB


Bestimmte Schauspieler definieren sich fast ihre ganze Karriere lang über eine bestimmte Rolle. Eine Rolle, die sie über Jahre hinweg in diversen Film- und TV-Serien mehr als überzeugend gespielt haben (Horst Tappert war sein Leben lang Derrick, Anthony Hopkins wird wohl für immer Hannibal Lecter bleiben, William Shatner ist Captain Kirk) und die - auch in anderen Rollen, die sie spielen - immer wieder durchscheint. Auch David Duchovny war so ein Kandidat. Für jeder, der THE X FILES irgendwann mal in seinem Leben gesehen, war David Duchovny Fox Mulder. In einer anderen Rolle konnte man ihn sich nur schwer vorstellen.
Doch spätestens mit dieser 5. Staffel dieser einfach nur grandiosen TV-Serie, die auf den kleinen Namen CALIFORNICATION hört, hat Duchovny seine frühere Identität abgelegt bzw. gewechselt. Hat man CALIFORNICATION von Anfang an verfolgt, ist es mittlerweile nicht mehr vorstellbar, dass der Hauptdarsteller mal als FBI-Agent unterwegs gewesen sein könnte. David Duchovny ist mittlerweile Hank Moody - und nur Hank Moody. Und CALIFORNICATION erlaubt sich auch in der 5. Runde keinerlei Schwäche und legt einen kompletten Start-Ziel-Sieg aufs Parkett. Ich liebe diese komplett durchgeknallten und abgedrehten Abenteuer von Hank und seinem besten Kumpel Charlie (einmal mehr einfach nur genial gespielt von Evan Handler), die – wie in den vier Staffeln zuvor – trotz aller Absurdität immer glaubwürdig und nachvollziehbar bleiben. In der Welt von CALIFORNICATION scheint tatsächlich alles möglich und alles erlaubt und einfach gar nichts weit hergeholt, konstruiert oder an den Haaren herbeigezogen zu sein. CALIFORNICATION rockt, macht einfach Spaß ohne Ende und bietet von der ersten bis zur letzten Sekunde, von der ersten bis zur letzten Einstellung einfach nur großartige Unterhaltung.
Wenn es überhaupt etwas an der Serie auszusetzen gibt, dann lediglich die Tatsache, dass die einzelnen Staffen mit nur 12 Episoden und die einzelnen Episodenlaufzeiten mir nur knapp 30 Minuten definitiv viel zu langsam ausgefallen sind. Die Sichtung dieser Staffel verging wie im Flug und die Wartezeit auf Season 6 wird wieder unerträglich lang ausfallen.

TRAILER:


Tom Kapinos David Duchovny RZA Peter Berg Rob Lowe 2010er Los Angeles female nudity


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LOST - STAFFEL 6


LOST - STAFFEL 6 LOST - STAFFEL 6 (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 6 | USA 2010 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)


Infos zur Serie:
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Hosianna, es ist vollbracht! Ich bin erlöst. LOST hat endlich sein überfälliges Ende gefunden. Wobei mich Staffel 6 - nach dem ab der 3. Staffel immer schneller voranschreitenden Qualitätsabfall - zunächst durchaus positiv überrascht hat. Die ersten paar Folgen fand ich richtig gut und ich hatte durchaus Hoffnung, dass ich mich mit LOST letztendlich doch noch würde versöhnen können. Insbesondere die Handlung in der "alternativen Realität" fand ich ausgesprochen gelungen. Doch die positiven Eindrücke hielten nicht lange an. Bereits nach wenigen Folgen fing LOST erneut damit an extrem zu nerven und zu langweilen. Ein Zustand, der bis zur vorletzten Folge andauern sollte. Erst das Finale fand ich persönlich dann doch wieder sehenswert. Hier war zumindest zeitweise etwas von der Magie und dem Zauber zu spüren, die LOST in den ersten beiden Staffeln zu einem wirklich herausragenden TV-Ereignis gemacht hatten. Am Ende bleibt bei mir nur Verwunderung darüber, wie man es schafft, ein an sich hochinteressantes Serienprojekt mit Vollgas so dermaßen gegen die Wand zu fahren, dass man es am Ende des Tages nur als kläglich gescheitert bezeichnen kann.
Zum von wohl 95% der LOST-Fans so verhassten Finale braucht man dagegen in meinen Augen keine großen Worte verlieren. In letzter Konsequenz fand ich diese Auflösung sogar sehr passend. Nach dem ganzen Chaos, in das sich J.J. Abrams und sein Autorenteam in den Staffeln zuvor verstrickt hatten, sollte es doch jedem von Anfang an klar gewesen sein, dass irgendwann die Reißleine gezogen werden musste und LOST nur durch eine Art "Deus ex machina" beendet werden konnte. Und so ist es ja dann auch wirklich gekommen. Hier kann doch nicht ernsthaft jemand mit einer großen Aha-Auflösung und der Beantwortung all der Fragen gerechnet haben, die letztendlich sowieso niemanden mehr interessiert haben dürften.
Wenn ich persönlich zu LOST nur einen einzigen Satz sagen sollte, wäre es dieser hier: "Don't believe the hype!"
Ich habe in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Serien gesehen und mir fällt tatsächlich nicht eine einzige ein, die noch schwächer als LOST gewesen wäre.

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LOST - STAFFEL 5


LOST - STAFFEL 5 LOST - STAFFEL 5 (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 5 | USA 2009 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)


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Das Interessanteste an dieser fünften Staffel von LOST ist, zu beobachten, wie die Macher es tatsächlich geschafft haben, eine in den ersten beiden Staffeln wirklich richtig gute Serie mittlerweile qualitativ komplett gegen die Wand zu fahren. Eignete sich bereits die vierte Staffel nur noch zum Berieseln lassen, ist Staffel Nr. 5 nicht mal mehr dafür geeignet. LOST entwickelt sich für mich von Folge zu Folge immer mehr zu einem echten Ärgernis und es hat eine gefühlte halbe Ewigkeit gedauert, bis ich mich durch diese Staffel nun endlich durchgekämpft habe. Die ersten paar Folgen waren noch ganz in Ordnung, aber insbesondere zum Ende dieser Staffel wurde die Episoden zäh wie Kaugummi. Die zu Beginn der Serie noch so sorgfältig aufgebauten Charaktere? Die Gänsehaut verursachende Spannung? Die tolle Mystery-Atmosphäre? Es ist wirklich nichts mehr von dem vorhanden, wodurch sich LOST in den ersten beiden Staffeln ausgezeichnet hat. Stattdessen herrscht gepflegte Langeweile, die Handlung - die man mittlerweile einfach nur noch als absurd, plan-, konzept- und substanzlos sowie überkonstruiert bezeichnen kann - könnte egaler nicht sein und all die Antworten auf all die Fragen, die LOST bisher aufgeworfen hat, will man überhaupt nicht mehr haben. Einzig mein Komplettierungswahn wird dazu führen, dass ich mich auch noch durch die sechste und glücklicherweise letzte Staffel dieses riesengroßen Ballons heißer Luft quälen werde.

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J.J. Abrams Jeffrey Lieber Damon Lindelof Michelle Rodriguez Cheech Marin 2000er


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LOST - STAFFEL 4


LOST - STAFFEL 4 LOST - STAFFEL 4 (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 4 | USA 2008 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)

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Im direkten Vergleich zur vorherigen Staffel ist Season Nr. 4 deutlich kurzweiliger, spannender und zielgerichteter ausgefallen. Scheinbar überflüssige Füller-Episoden wie in der Staffel zuvor sind praktisch nicht mehr vorhanden und die Rückblenden, die in Staffel 3 fast keine Wirkung mehr zeigen konnten, wurden durch Blicke in die Zukunft diverser Protagonisten ersetzt. Diese - wieder in jeder der nur noch 14 Folgen vorkommenden - kurzen Ausflüge weg von der Insel konnten dann auch durchaus wieder dem ursprünglichen Zweck dieses Stilmittels, nämlich dem Aufbau von Spannung, erfüllen.
Ja, diese Staffel war halbwegs objektiv betrachtet deutlich "besser" als die vorhergehende und doch muss ich sagen, dass mich persönlich LOST mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes "verloren" hat. Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem ich mich von LOST nur noch kurzweilig unterhalten und berieseln lasse und mir die diversen Charaktere und ihre verschiedenen Schicksale komplett am Allerwertesten vorbeigehen. Hauptgrund dafür ist die Tatsache, dass man bisher praktisch keinerlei befriedigende Erklärungen für die unzähligen aufgeworfenen Fragen bekommen hat und wohl auch nicht bekommen wird. LOST kommt mir mittlerweile wie ein überdimensionales, aufgeblasenes Nichts vor, bei dem selbst die Macher zum jetzigen Zeitpunkt der Geschichte keinen Plan zu haben scheinen, wie sie ihr angefangenes Chaos halbwegs bereinigen können. Diese "willing suspension of disbelief", die man als Zuschauer wohl einfach aufbringen muss, um sich von LOST weiterhin fesseln zu lassen, kann ich im Moment einfach nicht leisten. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich wäre in irgendeiner Weise gespannt darauf, wie es in der 5. Staffel weitergeht. Ich bin es nicht. Es ist mir sogar vollkommen egal.

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LOST - STAFFEL 3


LOST - STAFFEL 3 LOST - STAFFEL 3 (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 3 | USA 2006/2007 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)

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Bevor ich jetzt hier mit dem Jammern auf zwar nicht extrem hohem, aber doch einigermaßen hohem Niveau anfange, sei vorweg geschickt, dass auch diese 3. Staffel von LOST im Großen und Ganzen richtig gute Unterhaltung bietet und sicher alles andere als mittelmäßig oder gar schlecht geraten ist. Aber Kritik darf erlaubt sein, denn da gab es nun schon einige Sachen, die ich als nicht wirklich gelungen empfand.
Das erste Drittel der Staffel, wenn Jack, Kate und Sawyer sich in der Gefangenschaft der Anderen befinden, zieht sich doch ziemlich und es dauert einige Folgen, bis LOST wieder so richtig Fahrt aufnimmt und so etwas wie Spannung verbreiten kann.
Dann finde ich es absolut suboptimal, wie die Macher rund um J.J. Abrams mit der Cliffhanger-Thematik umgehen. Auf den größten Cliffhanger aus dem Season-Finale der vorherigen Staffel praktisch gar nicht mehr einzugehen, nimmt der ganzen Serie nicht nur die Glaubwürdigkeit, sondern auch die Spannung. Vielleicht hätte man doch ab und an mal ein paar Fragen beantworten sollen, bevor man ständig neue Fragen aufwirft. Da besteht durchaus die Gefahr, dass der Zuschauer das Interesse verliert, kann er doch im Normalfall sowieso nicht darauf hoffen, irgendeine Antwort zu bekommen. In diesem Zusammenhang sei auch diese unsägliche Neuerung genannt, innerhalb der Staffel einzelne Folgen mit üblen Cliffhangern enden zu lassen und dann über mehrere Episoden gar nicht mehr auf diese einzugehen, sondern stattdessen komplett neue und teils absolut unnötige Fässer aufzumachen (Paradebeispiel die Folge mit dem Pärchen, welches durch Spinnenbisse paralysiert, für tot gehalten und lebendig begraben wurde, eine dieser Episoden, die rein gar nichts zur Geschichte an sich beitragen und lediglich als Lückenfüller angesehen werden können, damit man das Publikum wegen eines zuvor gesetzten Cliffhangers noch ein bisschen länger auf die Folter spannen kann).
Nächster Kritikpunkt sind die Rückblenden, welche in den beiden Staffeln zuvor noch bestens geeignet waren um Spannung aufzubauen und die Charaktere besser kennenzulernen. Diese gehen mittlerweile komplett ins Leere. Dem Spannungsaufbau können sie nur noch selten dienen und sonderlich viel Neues erfährt man über die einzelnen Protagonisten nun auch nicht. Lediglich die vereinzelten Rückblenden in die Vergangenheit der “Anderen“ erfüllen auch weiterhin ihren ursprünglichen Zweck.
Ansonsten sei angemerkt, dass ich mich an Sawyer mittlerweile gewöhnt habe, dass Jack mir immer noch tierisch auf den Sack geht und dass Kate dies auch nur weiterhin aus dem Grund nicht tut, weil - ich habe es schon im Eintrag zur vorherigen Staffel erwähnt - Evangeline Lilly so unfassbar gut aussieht.
Ach ja, das Staffelfinale war ziemlich großartig und wäre rein theoretisch hervorragend dazu geeignet, die Vorfreude auf die 4. Staffel ins Unermessliche zu treiben. Allein, ich weiß es ja mittlerweile besser. Der Cliffhanger wird eh nicht aufgelöst werden. So why bother?

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J.J. Abrams Jeffrey Lieber Damon Lindelof Cheech Marin 2000er Bai Ling


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LOST - STAFFEL 2


LOST - STAFFEL 2 LOST - STAFFEL 2 (DVDs: Touchstone/Buena Vista, Deutschland / Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 2 | USA 2005/2006 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)

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Das Suchtpotential steigert sich. Obwohl ich auch sagen muss, dass diese zweite Staffel nach zunächst fulminantem Auftakt doch mit etwas Leerlauf zu kämpfen hatte. Insbesondere die Einführung der zweiten, kleineren Gruppe von Überlebenden gestaltete sich etwas zäh und die Staffel nahm erst dann wieder so richtig Fahrt auf, als diese zweite Gruppe endlich im Camp der aus Season 1 schon bekannten Protagonisten angekommen ist. Danach wurde es aber tatsächlich von Episode zu Episode besser. Die Zeichnung der verschiedenen Charaktere ist einfach erstklassig und die Verwendung der Rückblenden ist sogar noch effektiver geraten als in der Auftaktstaffel. Zum einen erfährt man immer mehr über die Hintergründe der einzelnen Figuren und wie diese teilweise - ohne es zu ahnen - in Verbindung zueinander stehen, zum anderen sind diese Rückblenden im Hinblick auf den Spannungsaufbau innerhalb der einzelnen Episoden - insbesondere in der zweiten Hälfte dieser Staffel - noch besser platziert als in Season 1. Der Cliffhanger ist wieder ziemlich übel geraten und schürt definitiv verdammt viel Vorfreude auf die 3. Staffel. Allerdings habe ich etwas Bedenken, dass sich die Macher in ihrem ganzen Gebilde vor lauter Rätseln und Mysterien irgendwann verzetteln könnten. Ab und an sollte man offene Fragen vielleicht auch einfach mal beantworten und nicht nur ständig neue Mysterien aufbauen.
Und noch kurz zu den diversen Hauptfiguren: Ich persönlich bin Fan von Locke, Sayid und Mr. Eko (wobei letzterer wohl nach dieser Staffel ausscheiden wird). Sawyer und Jack gehen mir dagegen beide tierisch auf die Nerven. Und Kate würde mir wohl auch auf die Nerven gehen, wenn Evangeline Lilly nicht so hammermäßig gut ausschauen würde. :D

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LOST - STAFFEL 1


LOST - STAFFEL 1 LOST - STAFFEL 1 (DVD: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 1 | USA 2004/2005 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)

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Also gut, dann begebe ich mich - mit reichlich Verspätung - auch mal auf die Insel. Die ersten beiden Staffeln hab ich damals sporadisch im TV gesehen, danach aber - wegen der katastrophalen Ausstrahlungspolitik von Pro7 (plötzlicher Wechsel des Sendeplatzes, zwei Folgen hintereinander statt wie angekündigt lediglich eine, usw. usf.) - die Sichtung entnervt abgebrochen.
Nun also der Neustart und ja, doch, LOST zieht definitiv in seinen Bann. Hätte ich so nicht wirklich erwartet. Aber J.J. Abrams und sein Team machen in dieser 1. Staffel wirklich verdammt viel richtig. Die Handlung ist durchweg spannend, der vorhandene Mystery-Touch sorgt immer wieder für Gänsehautstimmung und die Atmosphäre ist dicht und fesselnd.
Das größte Plus der Serie ist die sorgfältige und glaubwürdige Entwicklung der verschiedenen Charaktere. In Rückblenden - die immer wieder als willkommene Abwechslung zum Inselalltag funktionieren und so geschickt gesetzt sind, dass sie einen großen Beitrag zum vorzüglichen Spannungsaufbau innerhalb der einzelnen Folgen leisten - bekommt man als Zuschauer nach und nach immer mehr Hintergrundinformationen über die diversen Hauptfiguren serviert und lernt diese auf diese Art und Weise besser kennen. Die Charaktere sind vielschichtig und interessant, jeder hat seine Ecken und Kanten und praktisch jeder ist so gezeichnet, dass er sowohl als Sympathieträger als auch als Unsympath funktionieren kann. Der Zuschauer kann letztendlich selbst entscheiden, wem er nun seine Sympathien entgegenbringen will und wem nicht. Diese Freiheit lässt Abrams seinem Publikum und das ist eine der ganz großen Stärken von LOST.
Bin schon gespannt, wie es in Season 2 weitergeht und wie die verschiedenen Cliffhanger am Ende dieser ersten Staffel letztendlich aufgelöst werden.

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CALIFORNICATION - STAFFEL 4


CALIFORNICATION - STAFFEL 4 CALIFORNICATION - STAFFEL 4 (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Californication: Season 4 | USA 2011 | Idee: Tom Kapinos)

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Nachdem seine Affäre mit der damals erst 17 Jahre alten Mia (Madeline Zima) aufgeflogen ist, hat es sich Hank (David Duchovny) nicht nur mit seiner Tochter Becca (Madeleine Martin) und seiner großen Liebe Karen (Natascha McElhone) endgültig verscherzt, er sieht sich auch mit der Tatsache konfrontiert, dass er sich wegen des sexuellen Kontaktes zu einer - zum damaligen Zeitpunkt - Minderjährigen vor Gericht verantworten muss…

Californication geht in die vierte Runde und so etwas wie Abnutzungserscheinungen wollen sich bei dieser Serie glücklicherweise nicht einstellen. Alle 12 Folgen dieser vierten Staffel sind qualitativ erneut auf hohem Niveau und es macht einfach verdammt viel Spaß, sich als Zuschauer in die Rolle des Voyeurs zu begeben und zu beobachten, wie sich der von David Duchovny einfach nur grandios gespielte Hank Moody mit seiner komplett chaotischen Art und Weise von einer prekären Situation in die nächste bringt und es doch immer wieder schafft, mit einem blauen Auge aus seiner jeweils misslichen Lage herauszukommen. Die Situationen, in die Hank immer wieder gerät, sind dabei noch mal ein gutes Stück abgedrehter und durchgeknallter als in den Staffeln zuvor, wobei es den Machern rund um Serienerfinder Tom Kapinos erneut gelingt, die Glaubwürdigkeit des Plotverlaufs aufrecht zu erhalten. Die Mischung aus Komödie und Drama, Irrsinn und Normalität sowie lauten und leisen Momenten passt einfach und es ist zum einen diese Mischung, die Californication so sehenswert macht, zum anderen aber auch die Tatsache, dass Tom Kapinos seinem Hauptdarsteller nicht zu viel Freiraum einräumt und die Serie sich nicht einzig und allein um Hank Moody dreht. Denn David Duchovny steht erneut der von Evan Handler gespielte Agent und beste Freund von Hank Moody, Charlie Runkle, zur Seite, der gemeinsam mit Hank ein regelrechtes Duo Infernale bildet und langsam aber sicher auf dem besten Weg ist, zum heimlichen Star der Serie zu avancieren. Über Handlers Runkle habe ich in so manchen Episoden Tränen gelacht. Staffel 5 kann kommen. Ich freu mich schon drauf.

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Tom Kapinos David Duchovny Rob Lowe 2010er Los Angeles female nudity


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TRUE BLOOD: SEASON 4


TRUE BLOOD: SEASON 4 TRUE BLOOD: SEASON 4 (Blu-ray: HBO/Warner, Deutschland)
(OT: True Blood: Season 4 | USA 2011 | Idee: Alan Ball)

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Während Sookie Stackhouse (Anna Paquin) gefühlsmäßig zwischen den beiden Vampiren Bill Compton (Stephen Moyer) und Eric Northman (Alexander Skarsgård) hin- und hergerissen ist, muss sich Bill in seiner Eigenschaft als neuer Vampirkönig mit einem gefährlichen Gegner auseinandersetzen, der eine große Gefahr für alle Vampire darstellt. Denn die vom Geist einer vor vielen Jahrhunderten durch Vampire zu Tode gekommenen Hexe besessenen Marnie Stonebrook (Fiona Shaw) scheint eine Möglichkeit gefunden zu haben, sämtliche Vampire auszurotten…

In der vierten Staffel nimmt sich True Blood eine kleine Auszeit. An die hohe Qualität der ersten drei Staffeln kommt Season Nr. 4 leider nie heran. Das liegt zum einen an der Tatsache, dass die Hexen als Gegner für die Vampire bei weitem nicht so interessant rüberkommen wie es die Widersacher in den Staffeln zuvor waren, zum anderen an dem Fakt, dass es dem Team rund um Macher Alan Ball leider nicht gelungen ist, die ganz große Stärke der Vorgängerstaffeln - nämlich keinerlei uninteressanten Charaktere oder Subplots in die große Rahmenhandlung einzubetten - auch in diese vierte Season herüberzuretten. Hier gibt es leider einige Nebenhandlungen, die einem als Zuschauer ziemlich am Allerwertesten vorbeigehen und bei denen man froh ist, wenn sie möglichst wenig Screentime abbekommen. Und wenn dann auch noch die Haupthandlung etwas schwächer ausgefallen ist, wirkt sich das nicht gerade positiv auf das Sehvergnügen aus. Außerdem muss ich leider feststellen, dass sich True Blood langsam aber sicher immer mehr zu einer Twilight-Variante mit Blut und Titten - der Härtegrad ist auch in Staffel Nr. 4 wieder recht ordentlich (auch wenn die vorherigen Staffeln in dieser Hinsicht fast noch etwas mehr Schauwerte geboten haben) und in splitternackten Frauenkörpern scheint diese Season fast zu versinken - zu entwickeln scheint. Das ständige Rumgeeiere zwischen Sookie, Bill und Eric birgt extrem hohes Nervpotential und ich kann nur hoffen, dass dieser Twilight-Einschlag in den noch folgenden Staffeln nicht noch mehr überhand nimmt.

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Alan Ball Anna Paquin Evan Rachel Wood 2010er female nudity Vampir Rache


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MY NAME IS EARL - STAFFEL 4


MY NAME IS EARL - STAFFEL 4 MY NAME IS EARL - STAFFEL 4 (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: My Name Is Earl: Season 4 | USA 2008/2009 | Idee: Gregory Thomas Garcia)

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Der frühere Kleinganove Earl Hickey (Jason Lee) ist weiterhin fest davon überzeugt, dass sich sein Leben durch das Vollbringen guter Taten irgendwann zum Positiven wenden wird. Und so arbeitet er mit Hilfe seines Bruders Randy (Ethan Suplee) weiter seine umfassende Liste an begangenen Sünden ab und versucht, seine früheren "Opfer" durch eine gute Tat dazu zu bringen, ihm zu verzeihen…

Nachdem die Taktik, sich vom reinen Abarbeiten der Liste etwas abzuwenden und stattdessen die Serie mit einer fortlaufenden und episodenübergreifenden Handlung auszustatten, in der vorherigen Staffel nicht wirklich gut aufgegangen ist, versuchten die Macher von My Name Is Earl in Staffel Nr. 4 wieder zum alten Erfolgsrezept der ersten beiden Staffeln zurückzukehren. Die Liste steht wieder absolut im Vordergrund und was auf den ersten Blick sicher Anlass zur Freude geben sollte, erweist sich bei näherer Betrachtung leider nur als weiterer Sargnagel für die Serie. Denn zum einen fehlt es dieser vierten und letzten Season an den vielen verrückten Ideen der beiden Auftaktstaffeln und zum anderen wurde auf jede Art einer Rahmenhandlung, welche die einzelnen Folgen wenigstens lose miteinander verbunden hätte, zunächst komplett verzichtet. Waren in Season Nr. 1 und 2 noch alle Episoden mit einem roten Faden miteinander verbunden ohne dass dadurch ein wirklicher Handlungsbogen aufgebaut worden wäre, sieht man sich nun beim Start in Season Nr. 4 damit konfrontiert, dass wirklich jede einzelne Folge als abgeschlossene Einheit für sich alleine dasteht. So plätschert diese Season verdammt lange Zeit einfach so vor sich hin, die einzelnen Folgen sind zwar hin und wieder ganz nett anzuschauen, aber von einem Gagfeuerwerk der beiden ersten Staffeln ist My Name Is Earl in dieser Phase doch meilenweit entfernt. Erst im letzten Drittel der Season kriegen die Macher die Kurve, statten die Serie wieder mit einer kleinen Rahmenhandlung aus, verbinden die Episoden lose miteinander und heben dadurch die Qualität merklich an. Die schlechten Quoten konnten dadurch leider nicht mehr verbessert werden. Nach Abschluss der Staffel wurde My Name Is Earl abgesetzt, was insbesondere aufgrund der Tatsache, dass die Staffel mit einem fiesen Cliffhanger und einer "To Be Continued"-Texteinblendung endet, extrem ärgerlich ist. Ein trauriger Abgang für eine ursprünglich famos gestartete Serie.

Gregory Thomas Garcia Jason Lee David Arquette Danny Glover Burt Reynolds 2000er


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MY NAME IS EARL - STAFFEL 3


MY NAME IS EARL - STAFFEL 3 MY NAME IS EARL - STAFFEL 3 (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: My Name Is Earl: Season 3 | USA 2007/2008 | Idee: Gregory Thomas Garcia)

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Nachdem Earl (Jason Lee) für das Verbrechen seiner Ex-Frau Joy (Jaime Pressly) die Schuld auf sich genommen hat, muss er sich nun mit einem Leben ihm Gefängnis anfreunden. Und auch hinter Gittern ist Earl fest davon entschlossen, mit guten Taten zu glänzen um so seinen Gefängnisaufenthalt so kurz wie möglich zu gestalten...

Ich hatte ja durchaus meine Bedenken, ob sich dieses Konzept des Abarbeitens der Liste nicht irgendwann totlaufen könnte. Diese Bedenken hatten wohl auch die Macher, dachten sich für die dritte Staffel etwas Neues aus und gingen mit dieser Idee in meinen Augen ganz schön baden. Während die ersten beiden Staffeln die Folgen nur durch relativ dünne Handlungsfäden miteinander verbunden wurden und der Klamauk rund um das Abarbeiten der Liste eindeutig im Vordergrund stand, kriegt My Name Is Earl in Staffel Nr. 3 nun eine richtige Rahmenhandlung verpasst und die Liste tritt absolut in den Hintergrund. Das funktioniert leider nicht so wirklich, denn insbesondere der Gefängnisaufenthalt im ersten Drittel der Staffel ist doch recht unlustig und zäh geraten - einziges Highlight ist hier die zweite COPS-Folge, die dem Vorgänger aus der zweiten Staffel qualitativ allerdings auch nicht wirklich das Wasser reichen kann - und so richtig Fahrt nimmt diese Season erst dann auf, wenn Earl aus dem Gefängnis entlassen wird, sich dazu entschließt, wieder sein altes Gangsterleben zu leben und kurz darauf wegen eines erneuten Autounfalls ins Koma fällt. Vor allem die Folgen, in denen der immer bescheuerter werdende Randy versucht, gemeinsam mit dem sich im Koma befindlichen Earl weitere Punkte der Liste abzuarbeiten, sind richtig gut gelungen und erinnern zeitweise sogar an die beiden ersten Staffeln. Allerdings geht es nach diesem kurzen Hoch auch schnell wieder bergab und das Schlussdrittel von Staffel Nr. 3 plätschert mit nicht sonderlich vielen gelungenen Gags dann irgendwie nur noch so vor sich hin. Bin mal gespannt, ob die Macher mit der noch ausstehenden vierten und letzten Staffel wieder die Kurve gekriegt haben und zumindest ansatzweise an alte Stärken anknüpfen können. Allzu große Hoffnungen mache ich mir aber ehrlich gesagt nicht.

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Gregory Thomas Garcia Jason Lee Ben Foster Alyssa Milano Paris Hilton Jon Heder 2000er


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MY NAME IS EARL - STAFFEL 2


MY NAME IS EARL - STAFFEL 2 MY NAME IS EARL - STAFFEL 2 (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: My Name Is Earl: Season 2 | USA 2006/2007 | Idee: Gregory Thomas Garcia)

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Gemeinsam mit seinem Bruder Randy (Ethan Suplee) versucht der frühere Kleinganove Earl Hickey (Jason Lee) weiter, seine Liste mit schlechten Taten abzuarbeiten und seinen früheren Opfern etwas Gutes zu tun. Doch das Wiedergutmachen so mancher Sünde aus der Vergangenheit gestaltet sich weitaus schwieriger als erwartet...

So, My Name Is Earl geht in die zweite Runde und Jason Lee versucht in der Rolle des Earl Hickey weiterhin verzweifelt, gute Taten zu verrichten und seine Liste abzuarbeiten. Ich hatte nach der wirklich extrem spaßigen ersten Staffel ja durchaus meine Zweifel, ob das Konzept der Serie auch weiterhin funktioniert und war schon sehr gespannt auf die Fortführung der Geschichte. Zumindest bei dieser zweiten Staffel waren alle Zweifel vollkommen unberechtigt. Season 2 ist sogar noch einen Tick besser ausgefallen als die Auftaktstaffel, die Situationen sind noch komischer, noch irrsinniger und noch abgedrehter. Absolutes Highlight dieser Season ist dabei die grandiose “COPS“-Episode, bei der ich vor lauter Lachen fast Bauchkrämpfe bekommen habe. Unfassbar gut. Und unfassbar gut sind neben Jason Lee in der Rolle des Earl natürlich auch wieder Jaime Pressly als dessen Ex-Frau Joy und Ethan Suplee als dessen Bruder Randy. Insbesondere Ethan Suplee spielt die Rolle des debilen Randy erneut so glaubwürdig und überzeugend, dass man sich als Zuschauer zeitweise ernsthaft die Frage stellt, ob das tatsächlich “nur“ gespielt ist und sich gleichzeitig Sorgen um den Geisteszustand Suplees macht.
Mal schauen, ob die hohe Qualität auch in der dritten Season gehalten werden kann. Wenn die nur ansatzweise so gut ist, wie es das Ende der zweiten Staffel verspricht, kann eigentlich nicht viel schief gehen.

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MY NAME IS EARL - STAFFEL 1


MY NAME IS EARL - STAFFEL 1 MY NAME IS EARL - STAFFEL 1 (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: My Name Is Earl: Season 1 | USA 2005/2006 | Idee: Gregory Thomas Garcia)

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Just in dem Moment, als Kleinganove Earl Hickey (Jason Lee) vor lauter Freude über einen Hauptgewinn in der Lotterie auf die Straße rennt, wird er von einem Auto erfasst und wacht kurze Zeit später im Krankenhaus auf. Earl ist davon überzeugt, dass dieser Unfall ein Zeichen war und beschließt, sein Leben von Grund auf zu ändern. Earl erstellt eine lange Liste mit all seinen Gaunereien und Sünden der vergangenen Jahre und ist fest entschlossen mit Hilfe seines leicht einfältigen Bruders Randy (Ethan Suplee) jede seiner schlechten Taten wieder gut zu machen...

Ich wage mal zu behaupten, dass My Name Is Earl jedem Fan der Filme von Kevin Smith absolut zusagen dürfte. Was Jason Lee und Ethan Suplee - zwei Stammschauspieler von Kevin Smith - hier in ihren Rollen als Earl und Randy abliefern, trifft genau den Humor der frühen Smith-Filme und ist einfach nur zum Schreien komisch. Hier jagt wirklich ein irrsinniger Gag den nächsten und immer wenn man denkt, dass die Storys jetzt nicht noch absurder werden können, setzen die Autoren noch einen drauf. Egal wie extrem bescheuert die Witze auch sind - sie funktionieren einfach grandios. Selbst in Momenten, in denen man aufgrund der Dummheit einzelner Scherze ohne weiteres mit dem Kopf gegen die Wand rennen könnte, bleibt einem nichts anderes übrig, als mit einem breiten Grinsen auf der Couch zu sitzen und sich dem Humor der Serie einfach kampflos zu ergeben.
Absolute Höhepunkte dieser ersten Staffel: die Folge, in der Randy wieder auf die Schule geht, die Folge mit der einbeinigen Frau, der Earl das Auto geklaut hat, die Folge mit der Ex-Freundin von Earl, mit der er einst Schluss gemacht hatte indem er seinen eigenen Tod vortäuschte, die Folge mit dem gescheiterten Selbstmörder, dem Earl ständig das Benzin aus dem Tank geklaut hat, die Folge mit Juliette Lewis als Kopfgeldjägerin und natürlich die Folge, in der Earl seinen Lottogewinn an den vermeintlich rechtmäßigen Besitzer zurückgeben will.
Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob das Konzept der Serie über einen längeren Zeitraum funktioniert und habe keine Ahnung, ob der Wahnsinn dieser ersten Staffel überhaupt noch steigerbar ist. Mal schauen, wie sich die Serie dann in der zweiten Season so schlägt. Ich bin schon sehr gespannt.

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Gregory Thomas Garcia Jason Lee Jon Favreau Juliette Lewis 2000er


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MIAMI VICE: SEASON 1


MIAMI VICE: SEASON 1 MIAMI VICE: SEASON 1 (DVD: Universal, USA)
(OT: Miami Vice: Season 1 | USA 1984/1985 | Idee: Anthony Yerkovich)


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Um den Tod seines Bruders zu rächen begibt sich der New Yorker Cop Ricardo Tubbs (Philip Michael Thomas) nach Miami und kommt dort James Crockett (Don Johnson) vom “Miami Vice“, einer Spezialeinheit des Miami Police Departments in die Quere, der es auf den gleichen Verbrecher wie Tubbs abgesehen hat. Nach diesen Startschwierigkeiten wird aus den beiden Polizisten ein eingeschworenes Team, welches fortan mit seinen Kollegen (u.a. Saundra Santiago, Michael Talbott) das Verbrechen in Miami zu bekämpfen versucht…

Wenn man an die 80er zurückdenkt, muss man wohl zwangsläufig an Miami Vice denken. Die von 1984 - 1990 laufende Serie hat die Film- und Fernsehlandschaft unglaublich geprägt und die Einflüsse von Miami Vice - dem Baby von Autor Anthony Yerkovich und Produzent Michael Mann - sind auch heute noch zu erkennen. Keine Ahnung, wie so mancher Blockbuster von Bay, Bruckheimer und Co. aussehen würde, wenn es Miami Vice nicht gegeben hätte. Für mich war das nun ein Wiedersehen nach wirklich verdammt langer Zeit und ich bin begeistert wie gut - zumindest die bisher gesehene erste Staffel - Miami Vice doch gealtert ist. Klar, über so manche Mode- und Frisur-Verbrechen aus den 80er Jahren muss man hinwegsehen können, die wirken heute einfach nur noch “strange“, aber der ganze Look der Serie und insbesondere diese unterkühlte Atmosphäre und diese bedrückende Stimmung die praktisch jede Folge der Staffel begleiten, fesseln einen als Zuschauer von Anfang an und lassen einen einfach nicht mehr los. Da kann die Sonne über Miami noch so strahlen, hier ist nichts mit eitel Sonnenschein, jeder abgeschlossene Fall ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, jeder Sieg gegen das Verbrechen kommt einer Niederlage gleich. Die einzelnen Folgen sind dabei größtenteils abgeschlossen. Einen großen Handlungsfaden, der sich durch die gesamte Staffel zieht, gibt es - sieht man mal von der Entwicklung der Hauptcharaktere und ihrer Beziehungen untereinander ab - eigentlich nicht. Miami Vice muss man also nicht unbedingt am Stück anschauen, die Serie würde sich wie kaum eine andere mir bekannte Serie bestens dazu eignen, sich einfach ab und zu mal einzelne Folgen rauszupicken um Crockett und Tubbs - für die Don Johnson und Philip Michael Thomas damals einfach die Idealbesetzung darstellten - bei ihrem Kampf gegen das Verbrechen zuzusehen. Wirklich schwache Folgen gibt es in dieser ersten Staffel nicht. Alle Episoden sind auf einem richtig guten Niveau, wobei mir persönlich am besten der Pilotfilm Brother’s Keeper, die Doppelfolge Calderone’s Return sowie die Folge Made for Each Other gefallen haben. Freue mich auf jeden Fall jetzt schon sehr auf Staffel Nr. 2.
Und natürlich muss ein Text zu Miami Vice mindestens einen Hinweis auf den Soundtrack der Serie haben. Der ist ja ähnlich legendär wie die Serie selbst und trägt viel zur vermittelten Stimmung und Atmosphäre bei. Bereits im Pilotfilm sorgt der Einsatz von “In the Air Tonight“ von Phil Collins für einen echten magischen Moment, viele weitere sollten folgen. Großartig!

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Anthony Yerkovich Don Johnson Philip Michael Thomas Ed ONeill Bruce Willis Michael Madsen John Turturro Pam Grier Ving Rhames 1980er Miami car chase


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CALIFORNICATION - STAFFEL 3


CALIFORNICATION - STAFFEL 3 CALIFORNICATION - STAFFEL 3 (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Californication: Season 3 | USA 2009 | Idee: Tom Kapinos)


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Nachdem Karen (Natascha McElhone) nach New York umgezogen ist, muss sich Hank (David Duchovny) vorerst alleine um die Erziehung der gemeinsamen Tochter Becca (Madeleine Martin) kümmern. Eine Aufgabe, die mit seinem sonstigen Lebensstil nicht wirklich perfekt zu vereinbaren ist...

So, Californication erlaubt sich auch in der mittlerweile dritten Staffel praktisch keine Schwächen, sondern steigert sich eher noch weiter. Hank “wütet“ nun an einer Privatschule und findet sich in jeder Menge delikater Situationen wieder. Die diversen Haupt- und Nebenplots erscheinen noch mal deutlich abgedrehter als in den zwei Staffeln zuvor, überraschenderweise wirkt sich dies jedoch nicht negativ auf die Glaubwürdigkeit der Serie aus. Sehr schön auch, dass den Nebenfiguren wieder sehr viel Platz eingeräumt wird und Californication so nicht zur One-Man-Show von David Duchovny verkommt. Absolute Höhepunkte dieser Season sind Folge Nr. 8, die fast ausschließlich in Hanks Apartment spielt und komplett irrsinnig ausgefallen ist, sowie das Finale der Staffel, in der Karen von Hanks Affäre mit Mia aus der ersten Season erfährt. Die letzten Einstellungen dieser letzten Episode zu den Klängen von Elton Johns "Rocket Man" sind ein einziger, magischer Moment. Großartig! Schade, dass es zur Heimkino-Veröffentlichung der nächsten Staffel noch ein gutes Stück dauert.

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CALIFORNICATION - STAFFEL 2


CALIFORNICATION - STAFFEL 2 CALIFORNICATION - STAFFEL 2 (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Californication: Season 2 | USA 2008 | Idee: Tom Kapinos)


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Nachdem sich Karen (Natascha McElhone) zunächst doch für ein Leben mit Hank (David Duchovny) entschieden hat, müssen beide sehr schnell feststellen, dass ein Zusammenleben einfach nicht zu funktionieren scheint. Seinen erneuten Trennungsschmerz kuriert Hank mit einem anspruchsvollen Job. Er soll die Biografie des erfolgreichen Musikproduzenten Lew Ashby (Callum Keith Rennie) verfassen und zieht hierfür praktisch in dessen mondänes Anwesen ein...

Gegenüber der auch schon richtig guten ersten Staffel steigert sich die zweite Season noch mal deutlich. Eine zielstrebigere Plotentwicklung ohne große Leerläufe und erfreulicherweise weitaus mehr Platz für die Nebencharaktere - insbesondere Hanks bestem Freund Charlie Runkle (einfach nur grandios gespielt von Evan Handler) und dessen Job- und Eheproblemen wird ausgesprochen viel Aufmerksamkeit geschenkt. Das hat den großen Vorteil, dass sich die Serie nicht mehr ausschließlich um Hank und seine Beziehung zu Karen dreht. Diese einzige größere Schwäche der ersten Staffel wurde somit beseitigt. Außerdem ist diese zweite Season insgesamt viel rasanter und abgedrehter ausgefallen und mit noch mehr Schauwerten ausgestattet - auch wenn man das vielleicht gar nicht für möglich gehalten hätte - als Season 1. Und dann gibt's auch noch ein paar echte magische Momente (insbesondere in den letzten paar Folgen) zu genießen. Staffel 3 kann kommen. :)

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CALIFORNICATION - STAFFEL 1


CALIFORNICATION - STAFFEL 1 CALIFORNICATION - STAFFEL 1 (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Californication: Season 1 | USA 2007 | Idee: Tom Kapinos)


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Der erfolgreiche Autor Hank Moody (David Duchovny) leidet nach dem Umzug von New York nach Los Angeles und dem Verlust seiner großen Liebe Karen (Natascha McElhone), mit der er auch die gemeinsame Tochter Becca (Madeleine Martin) hat, an einer Schreibblockade und versinkt förmlich in Selbstmitleid, welches er durch Unmengen an Alkohol sowie zahlreichen Affären und One Night Stands zu bekämpfen versucht. Dabei verliert er aber nie sein größtes Ziel aus den Augen: Karen zurückzugewinnen und gemeinsam mit ihr und Becca ein neues Leben zu beginnen...

So, nach True Blood nun Californication. Wieder eine aktuelle Serie, die noch am Laufen ist. Aber die Neugier war auch hier einfach zu groß. Und diese erste Staffel macht definitiv Lust auf mehr. Vielleicht dreht sich die Story im Mittelteil der Season etwas zu sehr im Kreis. Da wird der Plot um Hanks Familien- und Beziehungsproblematik in meinen Augen einfach nicht zielstrebig genug entwickelt. Ändert natürlich nichts daran, dass Californication mit seinen vielen tragischen, komischen, sarkastischen und zynischen Momenten und seinen durch die Bank glaubwürdigen Charakteren auch in vermeintlich schwächeren Folgen absolut überzeugen kann. Und die immensen Schauwerte der Serie kann ich natürlich auch nicht unkommentiert lassen. Fast scheint es mir so, als ob die Macher von TV-Serien in letzter Zeit einen Wettbewerb im Präsentieren von nackten Tatsachen ausgeschrieben haben. War ich schon bei True Blood über die ausgesprochen offensive Darstellung von nackter Haut in einer TV-Serie erstaunt, setzt Californication in dieser Disziplin locker noch einen drauf. Unglaublich, was mittlerweile im US-TV alles gezeigt werden kann und darf.
Und eins noch: Eine Serie über einen Schriftsteller, dessen Bücher allesamt nach Alben von SLAYER benannt sind, muss ich einfach in mein Herz schließen. Nach dem netten Cliffhanger am Ende von Staffel 1 freue ich mich nun schon auf die zweite Season.

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Tom Kapinos David Duchovny Amber Heard 2000er female nudity Los Angeles


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TRUE BLOOD: SEASON 3


TRUE BLOOD: SEASON 3 TRUE BLOOD: SEASON 3 (Blu-ray: HBO/Warner, Großbritannien)
(OT: True Blood: Season 3 | USA 2010 | Regie: Alan Ball)


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Nach dem spurlosen Verschwinden ihres vampirischen Freundes Bill (Stephen Moyer) macht sich die verzweifelte Sookie (Anna Paquin) auf die Suche nach ihm und findet bald heraus, dass eine Bande von Werwölfen etwas mit Bills Verschwinden zu tun haben scheint...

So, die vorerst letzte mir vorliegende Staffel von True Blood zu Ende gebracht und erfreulicherweise haben sich die Macher dazu entschieden, das Staffelfinale mit mehreren, relativ moderaten Cliffhangern auszustatten. Somit fällt das Warten auf die Veröffentlichtung von Staffel 4 auf Blu-ray im nächsten Jahr nicht ganz so schwer. Ansonsten muss ich meine Lobeshymnen aus den Einträgen zu den ersten beiden Staffeln wiederholen. Denn das wirklich schon sehr hohe Niveau von Staffel 1 und 2 wird auch in Staffel 3 weiter gehalten. Alan Ball findet weiter eine wirklich perfekte Balance aus sorgfältiger Charakterzeichnung, fesselnder Storyentwicklung und Schauwerten, die man in einer TV-Serie in solcher Intensität sicher nicht erwarten würde. Verdammt viel nackte Haut, verdammt viel Blut, verdammt viel Splatter und Gore. Und das alles eingebettet in mehrere Subplots, von denen - und das ist vielleicht die Größte Leistung der Macher - wirklich nicht ein einziger auch nur etwas schwächer ausgefallen wäre. Normalerweise ist es bei TV-Serien ja doch so, dass immer einige Charaktere dabei sind, mit denen man einfach nicht sonderlich anfangen kann und bei denen man persönlich froh ist, wenn sie nicht sonderlich viel Screentime erhalten und die mit ihnen zusammenhängenden Subplots nicht zu sehr im Zentrum des Geschehens stehen. Nicht so bei True Blood, hier fasziniert wirklich ausnahmslos jeder Charakter und jeder Subplot. Ganz großes Kino, äh Fernsehen!

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Alan Ball Anna Paquin Evan Rachel Wood 2010er female nudity Vampir Werwolf


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TRUE BLOOD: SEASON 2


TRUE BLOOD: SEASON 2 TRUE BLOOD: SEASON 2 (Blu-ray: HBO/Warner, Großbritannien)
(OT: True Blood: Season 2 | USA 2009 | Regie: Alan Ball)


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Sookie (Anna Paquin) und Bill (Stephen Moyer) führen mittlerweile eine ernsthafte Beziehung und auch die Einwohner von Bon Temps haben sich mit der Tatsache abgefunden, dass eine von ihnen sich mit einem Vampir eingelassen hat. Ruhe kehrt in dem beschaulichen Nest dennoch nicht ein. Der Fund einer grausam entstellten Leiche ruft abermals Sheriff Dearborne (William Sanderson) und Detective Bellefleur (Chris Bauer) auf den Plan, Sookies Bruder Jason (Ryan Kwanten) hat sich einer militanten Kirchenbewegung angeschlossen, die mysteriöse Maryann (Michelle Forbes), bei der Sookies beste Freundin Tara (Rutina Wesley) Unterschlupf gefunden hat, scheint zeitweise die komplette Stadt in eine Art Trance zu versetzen und der skrupellose Vampir Eric (Alexander Skarsgård) hat Taras Cousin Lafayette (Nelsan Ellis) in seine Gewalt gebracht und fordert für dessen Freilassung von Sookie und Bill eine entsprechende Gegenleistung...

Die Begeisterung ebbt nicht ab. Auch die zweite Staffel von True Blood überzeugt von der ersten bis zur letzten Folge. Die Atmosphäre wird düsterer, die Gangart insgesamt noch mal deutlich rauer. Die zweite Staffel bietet schmutizgen Sex, derbe Gewalt und komplett abgedrehte Storyentwicklungen in den verschiedensten Subplots. Jede Folge endet mit einem fiesen Cliffhanger und das Suchtpotential der Serie ist wirklich enorm hoch. Und dann noch diese grandiose Südstaaten-Atmosphäre und einmal mehr ein Score und ein Soundtrack zum Niederknien. Ich ziehe meinen Hut vor Serienschöpfer Alan Ball, der hier nach Six Feet Under sein nächstes Glanzstück abzuliefern scheint. Die Vorfreude auf die dritte Staffel ist schon extrem hoch und nach dem Cliffhanger am Ende der zweiten Season, wird es nicht lange dauern, bis mit Staffel 3 gestartet wird. Schade nur, dass ich momentan nur noch diese eine Staffel vor mir habe und dann fast ein ganzes Jahr warten muss, bis die momentan im US-Fernsehen laufende Season 4 veröffentlicht wird. Hoffentlich fällt der Cliffhanger am Ende von Staffel 3 nicht ganz so krass aus.

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Alan Ball Anna Paquin Evan Rachel Wood 2000er female nudity Vampir Femme fatale


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TRUE BLOOD: SEASON 1


TRUE BLOOD: SEASON 1 TRUE BLOOD: SEASON 1 (Blu-ray: HBO/Warner, Großbritannien)
(OT: True Blood: Season 1 | USA 2008 | Regie: Alan Ball)


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Die Tatsache, dass Vampire tatsächlich existieren und mittlerweile auch offiziell unter den Menschen leben, haben die Einwohner der verschlafenen Kleinstadt Bon Temps in Louisiana nur aus den Medien erfahren. Einen echten Vampir hat praktisch noch keiner von ihnen zu Gesicht bekommen. Das ändert sich jedoch schlagartig, als eines Tages der Vampir Bill Compton (Stephen Moyer) in der Bar von Sam Merlotte (Sam Trammell) auftaucht und sich die Bedienung Sookie (Anna Paquin) Hals über Kopf in den charismatischen Blutsauger verliebt...

Entgegen meiner sonstigen Angewohnheit, mir Serien möglichst erst dann anzuschauen, wenn diese komplett auf DVD vorliegen, habe ich mich nun doch mal an eine aktuelle, noch laufende Serie gewagt. Die Neugier war einfach zu groß. Auf den ersten Blick erinnert True Blood aufgrund seiner Ausgangssituation - eine junge Frau verliebt sich in einen Vampir - an eine erwachsene Variante von Twilight. Eine Liebesgeschichte, angereichert mit viel Sex und viel Gewalt. Aber mit dieser Klassifizierung würde man True Blood einfach nicht gerecht werden. Denn die Geschichte der Bedienung Sookie Stackhouse und ihres Vampire Lovers Bill Compton ist nur eine von vielen im sich von Folge zu Folge mehr ausbreitenden Universum der fiktiven Kleinstadt Bon Temps in Louisiana. Neben den Problemen, die sich aus der Vampir-Mensch-Beziehung ergeben, ist es beispielsweise auch noch eine ungeklärte Mordserie, die ein weiteres zentrales Plot-Element dieser ersten Staffel darstellt. Außerdem scheinen Vampire - das wird sehr schnell offensichtlich - nicht die einzigen, fantastischen Wesen im heißen Süden der USA zu sein. Überhaupt diese Location im heißen Süden. Perfekt gewählt und perfekt ins heimische Wohnzimmer transportiert. Durch die Wahl des Soundtracks, den grandiosen Slang der Darsteller - teilweise vielleicht etwas schwer zu verstehen, aber eine Synchro-Fassung kann hier nur gnadenlos scheitern - und nicht zuletzt die wundervollen Settings, seien es nun die verschiedenen Wohnhäuser oder vor allem die Bar, in der Sookie als Bedienung arbeitet, wird eine so intensive Atmosphäre erzeugt, wie ich sie bei einer TV-Serie bisher nur selten erlebt habe. Man fängt als Zuschauer auf der heimischen Couch regelrecht das Schwitzen an und fühlt sich schon fast selbst nach Bon Temps versetzt. True Blood ist nicht nur großes Fernsehen, True Blood hat - wie so manch andere US-Serienproduktion der letzten Jahre auch - definitiv schon Kino-Qualität. Wahnsinn, wie sich TV-Serien in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Ich bin schwer begeistert von Alan Balls neuester Schöpfung, böse angefixt und absolut gespannt, ob dieses hohe Niveau auch in den nächsten Staffeln gehalten werden kann.

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Alan Ball Anna Paquin 2000er female nudity Vampir


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ALLY MCBEAL - STAFFEL 5


ALLY MCBEAL - STAFFEL 5 ALLY MCBEAL - STAFFEL 5 (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Ally McBeal: Season 5 | USA 2001/2002 | Idee: David E. Kelley)


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Nachdem sie von ihrem Traummann verlassen wurde, muss sich Ally (Calista Flockhart) nicht nur mit ihrem Liebeskummer auseinandersetzen, sondern auch mit anderen, weit reichenden Veränderung in ihrem beruflichen und privaten Leben. In der Kanzlei müssen verschiedene neue Mitarbeiter in das funktionierende Team integriert werden und privat wird Ally nach der Anschaffung eines eigenen Hauses mit der Erkenntnis überrascht, dass sie Mutter einer mittlerweile 10 Jahre alten Tochter (Hayden Panettiere) ist…

Bevor ich hier mit dem großen Wehklagen anfange: Nüchtern, einigermaßen objektiv und mittlerweile auch mit etwas Abstand betrachtet, ist fast jede einzelne Folge der fünften und letzten Staffel Ally McBeal auf gewisse Art und Weise einigermaßen unterhaltsam ausgefallen. Es plätscherte halt so vor sich hin. Aber diese fünfte und letzte Staffel ist auch ein grandioses Beispiel dafür, wie man eine - zumindest in den ersten drei Staffeln - überdurchschnittlich gute Serie komplett gegen die Wand fahren kann. Keine Ahnung, was die Macher sich dabei gedacht haben. Gut, für die Tatsache, dass Robert Downey Jr. zum Abschluss der letzten Staffel mal wieder im echten Leben ins Gefängnis musste und aus diesem Grund das eigentlich geplante Ende von Staffel 4 - Hochzeit zwischen Ally und Larry - in ein Trennungsende umgeschrieben werden musste, da Downey Jr. wegen seines Aufenthalts hinter schwedischen Gardinen nicht mehr zur Verfügung stand, können die Macher wahrlich nichts. Aber den sonstigen Quark in der Storyentwicklung kann man ihnen sehr wohl anlasten. Da verschwinden bereits zum Staffelauftakt diverse Hauptcharaktere spurlos vom Erdboden, ohne dass deren Verbleib und Schicksal in irgendeiner Art und Weise thematisiert wird. Da werden neue Charaktere eingeführt, die dann größtenteils auch wieder ohne weitere Erklärungen einfach so verschwinden. Eine Charakterentwicklung von Ally ist überhaupt nicht mehr zu erkennen, stattdessen nervt sie praktisch nur noch und bekommt auf hanebüchenste Art und Weise auch noch ein Kind verpasst. Die Gerichtsfälle treten immer mehr in den Hintergrund und die vorhandenen Fälle sind - da sind den Schreiberlingen wohl sämtliche Ideen ausgegangen - nicht mehr absurd-komisch sondern größtenteils einfach nur noch bescheuert (trauriger Höhepunkt dabei ein Fall, in dem eine schizophrene Frau ihre gespaltene Persönlichkeit verklagt - geht's noch (!?!)). Und dann haben auch noch die beiden besten Charaktere der ganzen Serie - Lucy Liu als Ling Woo und Peter MacNicol als John Cage - nur noch einzelne sporadische Auftritte in dieser Staffel. Diese Tatsache war für mich persönlich die größte Katastrophe von allen. Da auch das Serienfinale überhaupt nicht überzeugen konnte und mir doch sehr gehetzt vorkam - ganz offensichtlich sind zum Ende hin immer mehr Zuschauer weggebrochen und die Einstellung der Serie wurde beschlossen - war diese fünfte Staffel ein ausgesprochen armseliges Ende für eine am Anfang wirklich grandiose Serie. Wer sich jemals Ally McBeal anschauen will: Beendet die Sichtung spätestens nach Staffel 4 - vielleicht besser noch bereits nach der dritten Staffel - und verdrängt einfach, dass es eine fünfte Staffel gibt.

David E. Kelley Lucy Liu Jacqueline Bisset Tom Berenger Hayden Panettiere Robert Downey Jr. Matthew Perry Christina Ricci 2000er Boston


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ALLY MCBEAL - STAFFEL 4


ALLY MCBEAL - STAFFEL 4 ALLY MCBEAL - STAFFEL 4 (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Ally McBeal: Season 4 | USA 2000/2001 | Idee: David E. Kelley)


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Ally McBeal (Calista Flockhart) ist noch immer auf der Suche nach dem Mann fürs Leben. In der Praxis ihrer ehemaligen Psychiaterin trifft sie auf den Anwalt Larry Paul (Robert Downey Jr.), der die Räume für seine Kanzlei übernommen hat. Ein Zusammentreffen mit Folgen...

So langsam aber sicher droht Ally McBeal etwas die Luft auszugehen. Da können auch die in dieser Staffel als neue "regular cast member" hinzugestoßenen Robert Downey Jr. und James LeGros nicht sonderlich viel dran ändern. Die Episoden bewegen sich zwar durchweg noch auf einem soliden Unterhaltungslevel, echte Highlights wie in den vorherigen Staffeln sind allerdings rar gesät. Würde sich Peter MacNicol in der Rolle des John Cage nicht auch in Season 4 weiterhin in absoluter Höchstform präsentieren, Ally McBeal würde große Gefahr laufen, der Langeweile anheim zu fallen. Vor allem in der Entwicklung der Titelfigur drehen sich die Macher immer mehr im Kreis. Ihre ganzen Ticks - in den ersten 3 Staffeln noch durchaus unterhaltsam - fangen langsam an etwas zu nerven, insbesondere auch aufgrund der Tatsache, dass den Drehbuchschreibern beim Charakter der Ally einfach die Ideen auszugehen scheinen. Von einer großartigen Entwicklung, wie sie beispielsweise der von Peter MacNicol gespielte John durchmacht, ist bei dem von Calista Flockhart verkörperten Charakter der Ally nicht sonderlich viel zu merken. Mal schauen, was die fünfte und letzte Staffel noch zu bieten hat. Meine Erwartungen sind nicht sonderlich hoch.

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2000er Sting Famke Janssen Robert Downey Jr. Lucy Liu David E. Kelley Boston


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ALLY MCBEAL - STAFFEL 3


ALLY MCBEAL - STAFFEL 3 ALLY MCBEAL - STAFFEL 3 (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Ally McBeal: Season 3 | USA 1999/2000 | Idee: David E. Kelley)


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Zwischen all ihren seltsamen und teils ausgesprochen skurrilen Fällen ist die junge Anwältin Ally McBeal (Calista Flockhart) noch immer auf der Suche nach ihrem Traummann. Eine Suche, die sich weiterhin ausgesprochen problematisch gestaltet. Doch auch ihre Anwaltskollegen und Freunde haben mit so einigen Problemen zu kämpfen. Insbesondere die Beziehung zwischen John (Peter MacNicol) und Nelle (Portia de Rossi) läuft alles andere als einfach ab...

In Staffel 3 erlaubt sich Ally McBeal erste kleine Schwächephasen. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass die grandiosen Gerichtssequenzen für meinen Geschmack etwas zu sehr in den Hintergrund gedrückt werden und vielleicht - auch wenn sich das jetzt blöd anhören mag - ein kleines bisschen zu viel Augenmerk auf die persönlichen Problemchen der verschiedenen Charaktere gelegt wird. Ein Peter MacNicol kommt einfach nicht mehr so zur Geltung wie in den beiden Staffeln zuvor und die von Gil Bellows und Courtney Thorne-Smith gespielten Charaktere nerven ab einem gewissen Zeitpunkt einfach nur noch. Aber trotz dieser kleineren Schwächen hat auch die dritte Staffel extrem viel Spaß gemacht und das Suchtpotential der Serie ist noch immer extrem hoch, wenn auch nicht mehr ganz so hoch wie bei den ersten beiden Staffeln. Die Vorfreude auf die nächste Staffel ist auf jeden Fall schon groß, insbesondere da gewisse Entwicklungen am Ende dieser Season durchaus darauf hoffen lassen, dass in Staffel 4 gewisse Schwachstellen von Staffel 3 nicht mehr vorhanden sein werden. Ich bin gespannt.

Lucy Liu Farrah Fawcett Dakota Fanning 1990er 2000er David E. Kelley Boston Scout Taylor-Compton


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ALLY MCBEAL - STAFFEL 2


ALLY MCBEAL - STAFFEL 2 ALLY MCBEAL - STAFFEL 2 (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Ally McBeal: Season 2 | USA 1998/1999 | Idee: David E. Kelley)


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Mit der eiskalten Anwältin Nelle Porter (Portia de Rossi) erhält die Kanzlei von Richard Fish (Greg Germann) und John Cage (Peter MacNicol) Verstärkung. Ally (Calista Flockhart) ist von dem aalglatten Neuzugang nicht sonderlich begeistert, vor allem wegen dem damit zusammenhängenden "Anhängsel", Nelles bester Freundin Ling (Lucy Liu), einer gelangweilten Karrierefrau, die Ally und ihre Kollegen mit Klagen gegen Gott und die Welt einzudecken droht...

Ally McBeal geht in die zweite Season und der Suchtfaktor steigt enorm an. Zur weiteren Verstärkung der sowieso schon tollen Besetzung geben sich nun Portia de Rossi als eiskalte Anwältin und Lucy Liu als deren klagewütige Freundin die Ehre und tragen einen großen Teil dazu bei, dass die zweite Staffel praktisch ohne nennenswerte Schwächen daherkommt. Viel Situationskomik, viel Dramatik, tolle Musik, wunderbare Dialoge und spannende Gerichtsszenen - Ally McBeal macht Spaß von der ersten bis zur letzten Folge. Und natürlich muss ich wieder Peter MacNicol in der Rolle des John Cage hervorheben. Gibt in ja praktisch in jeder Serie ein oder zwei Charaktere, die man als Zuschauer besonders gerne mag und hier ist es ohne Frage der von MacNicol einfach nur grandios gespielte Anwalt mit dieser Unmenge an Spleens und Eigenheiten, die wohl locker für eine ganze Armada von Charakteren gereicht hätte. Season 3 kann kommen.

1990er Bruce Willis Lucy Liu David E. Kelley Boston


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ALLY MCBEAL - STAFFEL 1


ALLY MCBEAL - STAFFEL 1 ALLY MCBEAL - STAFFEL 1 (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Ally McBeal: Season 1 | USA 1997/1998 | Idee: David E. Kelley)


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Die junge Anwältin Ally McBeal (Calista Flockhart) hat gerade ihren Job verloren und trifft auf der Straße zufällig auf ihren ehemaligen Mitkommilitonen Richard Fish (Greg Germann), der gemeinsam mit seinem Freund John Cage (Peter MacNicol) eine eigene Kanzlei betreibt und Ally kurzerhand einstellt. An ihrer neuen Arbeitsstelle trifft Ally nicht nur auf viele skurrile Fälle, eine Unisex-Toilette und eine überaus neugierige Sekretärin (Jane Krakowski), sondern auch auf ihre alte Jugendliebe Billy Thomas (Gil Bellows)...

Nach einigen Wochen Serienpause gibt es mit Ally McBeal nun auch wieder TV-Kost im Heimkino. Und die Serie über die chaotische Anwältin in der ebenso chaotischen Anwaltskanzlei könnte sich durchaus zu einem neuen Serien-Liebling von mir entwickeln. Es hat zwar einige Episoden gedauert bis ich mich mit den ganzen Charakteren anfreunden konnte, aber seitdem es "Klick" gemacht hat, komme ich von dieser Serie gar nicht mehr los. Die Abenteuer der durchgeknallten Ally und ihrer Freunde in dieser wilden Mischung aus Drama, Komödie, Fantasy und Musik begleiten meine Frau und mich mittlerweile fast jeden Abend und machen einfach nur Spaß. Mein Lieblingscharakter ist dabei der von Peter MacNicol verkörperte Anwalt John Cage, bei dessen grandiosen Auftritten wahrlich kein Auge trocken bleibt und der schon für so einige Lachanfälle sorgen konnte. Ich freue mich schon auf die zweite Staffel.
Ach ja, netter kleiner Nebeneffekt für mein Filmtagebuch: Durch die vielen Ally McBeal-Abende komme ich seltener zum Anschauen von Filmen und habe aus diesem Grund eine gewisse Hoffnung, mit dem Filmtagebuch in wenigen Wochen wieder auf dem Laufenden zu sein.

Dina Meyer Boston 1990er David E. Kelley


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THE WALKING DEAD - STAFFEL 1


THE WALKING DEAD - STAFFEL 1 THE WALKING DEAD - STAFFEL 1 (Pay-TV: Fox, Deutschland)
(OT: The Walking Dead: Season 1 | USA 2010 | Idee: Frank Darabont)


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Als Police Officer Rick Grimes (Andrew Lincoln) im Krankenhaus aufwacht, muss er feststellen, dass die ganze Stadt von Untoten bevölkert zu sein scheint und außer ihm offensichtlich so gut wie keine Überlebenden mehr existieren. Verzweifelt macht sich Rick auf die Suche nach seiner Frau (Sarah Wayne Callies) und seinem Sohn (Chandler Riggs) und trifft dabei auf weitere Überlebende…

Da man das "Sky Welt"-Paket zum Fußball-Abo ja aufgezwungen bekommt, muss man es wenigstens ab und zu mal nutzen (der Heimatkanal lässt grüßen). Auf dem Fox Channel kam die erste, gerade mal sechs Episoden umfassende Staffel von The Walking Dead - hätte ich allerdings gewusst, was mich erwartet, hätte ich mit dem Ansehen erst gar nicht begonnen. Zum einen stand - zumindest über Satellit - der O-Ton nicht zur Verfügung, zum anderen wurden die sechs Episoden - trotz Altersfreigabehinweis und Pineingabepflicht - für das erwachsene Publikum munter verstümmelt. Wohl übelst geschnitten und mit gar grausiger Synchronisation versehen, hab ich mir dann doch alle sechs Folgen angetan - nach dem Piloten wollte ich halt einfach wissen, wie es weitergeht - und muss zugeben, dass The Walking Dead in der ungekürzten Variante und im O-Ton sicher ein echtes Serien-Highlight werden könnte. Die Atmosphäre ist bedrückend und bedrohlich, die Zombies sehen verdammt creepy aus, die Effekte scheinen richtig gut gelungen zu sein (sofern man das anhand der wenigen Härten, die zumindest ansatzweise noch vorhanden waren, überhaupt beurteilen kann) und über fehlende Charakterentwicklung kann man sich wahrlich auch nicht beklagen (wahrscheinlich sprechen die im Original auch nicht ständig so lustlos und monoton vor sich hin). Freue mich schon auf eine hoffentlich bald erfolgende VÖ auf Blu-ray und werde mir die Staffel dann noch mal unter besseren Bedingungen zu Gemüte führen.

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Frank Darabont Norman Reedus 2010er Dystopie Zombie


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VERONICA MARS - STAFFEL 3


VERONICA MARS - STAFFEL 3 VERONICA MARS - STAFFEL 3 (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Veronica Mars: Season 3 | USA 2006/2007 | Idee: Rob Thomas)


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Auch in ihrem ersten Jahr am College muss Nachwuchsdetektivin Veronica Mars (Kristen Bell) wieder eine ganze Reihe an kniffligen Rätseln lösen. Dieses Mal ist sie zunächst einem brutalen Vergewaltiger auf der Spur, der seine Opfer mit KO-Tropfen im Alkohol betäubt und ihnen anschließend die Haare rasiert. Dann gilt es Licht in einen merkwürdigen Selbstmordfall zu bringen und letztendlich muss Veronica auch noch in einer sehr persönlichen Angelegenheit tätig werden...

Die Zeit an der Highschool ist vorbei, das erste Jahr am College ist angebrochen. Für Veronica hat sich gar nicht so viel geändert. Auch am College gibt es jede Menge kleinerer und größerer Fälle aufzuklären. Der Zuschauer bekommt ein paar neue Charaktere präsentiert, ohne sich jedoch von allzu vielen alten Bekannten verabschieden zu müssen. Insgesamt betrachtet ist diese dritte Staffel vielleicht ein bisschen schwächer ausgefallen als die beiden Staffeln zuvor. Das liegt vor allem daran, dass es hier nicht nur einen großen Fall gibt, den es über eine komplette Staffel hinweg zu lösen gilt, sondern insgesamt drei größere Fälle, die nacheinander aufgeklärt werden. So baut sich nicht eine große Spannungskurve auf, die letztendlich im Finale gipfelt, sondern es gibt insgesamt drei größere Spannungskurven, die nacheinander aufgebaut werden müssen und dann abgeschlossen werden. Aber das ist wirklich Kritik auf extrem hohem Niveau, denn alle sonstigen Zutaten, die die ersten beiden Staffeln so großartig gemacht haben, sind auch hier vorhanden. Praktisch alle Darsteller sind einfach nur grandios, die Dialoge sind zum Niederknien, die Mischung aus Spannung, Mystery, Drama und komischen Anteilen passt wieder mal wie die Faust aufs Auge und über fehlende Überraschungen während der Staffel kann man sich auch nicht beklagen. Dazu kommt dann wieder mal ein einfach nur perfekter Soundtrack und - das habe ich bei meinen Einträgen zu den vorherigen Staffeln ganz vergessen zu erwähnen - unzählige Hommagen an verschiedene Filme. Als Beispiel sei einfach mal nur dieses herrliche Pulp Fiction-Zitat aus der Episode Un-American Graffiti genannt.
Warum diese grandiose Serie nach der dritten Staffel abgesetzt wurde wissen wohl nur die Götter und ganz offensichtlich ein hochgradig bescheuertes Publikum, welches die großen Qualitäten von Veronica Mars nicht zu schätzen wusste und einfach nicht mehr eingeschaltet hat. Staffel 4 war schon in Planung und hätte die Nachwuchsdetektivin dann beim FBI ermitteln lassen. Ein Jammer, dass das nicht verwirklicht wurde. Wenn ich daran denke, dass mittelmäßiger Kram wie Charmed über ganze 8 Staffeln Erfolg hat und sein Publikum findet und eine Serie wie Veronica Mars nach nur 3 Staffeln in die ewigen Jagdgründe geschickt wird, geht mir regelrecht das sprichwörtliche Messer in der Tasche auf.

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Rob Thomas Kristen Bell Charisma Carpenter 2000er





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