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One Night Stands und wahre Liebe


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COWBOYS & ALIENS (Director’s Cut)


COWBOYS & ALIENS (Director’s Cut) COWBOYS & ALIENS (Director’s Cut) (Blu-ray: Paramount, Deutschland)
(OT: Cowboys & Aliens | USA 2011 | Regie: Jon Favreau)

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Spaßiger Genremix aus Western und Science-Fiction, der allerdings am Ende des Tages doch ein gutes Stück davon entfernt ist, in den Popcornkino-Olymp aufgenommen werden zu können.
COWBOYS & ALIENS ist nach IRON MAN und IRON MAN 2 der dritte große Kinofilm von Regisseur Jon Favreau und scheitert ein bisschen an den Erwartungen, die man aufgrund der beiden vorzüglichen Marvel-Verfilmungen einfach an ihn stellt. Er scheitert aber auch aufgrund der Tatsache, dass Favreau es insbesondere in der ersten Hälfte nicht schafft, interessante Figuren zu entwickeln und Spannung kontinuierlich aufzubauen. Seine Charaktere entstammen den typischen Westernklischees und bieten wenig Raum für großartige Innovation. Ein weiterer Kritikpunkt ist die in der ersten Hälfte teils suboptimale Ausleuchtung der in der Dunkelheit spielenden Szenen. Diese Sequenzen sind teilweise viel zu hell ausgeleuchtet, viel versinkt im Grau und insbesondere der Alienangriff im verlassenen Schiff verpufft dadurch relativ wirkungslos.
Aber genug gemeckert, denn trotz der nicht wegzuleugnenden Schwächen hat mir COWBOYS & ALIENS ziemlich viel Spaß bereitet. Auf der Haben-Seite des Films befinden sich Harrison Ford, Daniel Craig und die zauberhafte Olivia Wilde, ein richtig cooles Creature Design und gut gelungene Spezialeffekte, eine herrlich druckvolle Soundabmischung und nicht zuletzt ein richtig geiles Finale, in dem es sogar die eine oder andere kleine Splattereinlage zu bestaunen gibt.

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Jon Favreau Harrison Ford Daniel Craig Olivia Wilde 2010er Alien 19. Jahrhundert


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FROM DUSK TILL DAWN 3 - THE HANGMAN'S DAUGHTER


FROM DUSK TILL DAWN 3 - THE HANGMAN'S DAUGHTER FROM DUSK TILL DAWN 3 - THE HANGMAN'S DAUGHTER (DVD: UFA/Universum, Deutschland)
(OT: From Dusk Till Dawn 3: The Hangman's Daughter | USA 1999 | Regie: P.J. Pesce)

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Mexiko, zur Zeit des Wilden Westens: In letzter Sekunde kann der gefürchtete Bandit Johnny Madrid (Marco Leonardi) dem Galgen entkommen und nimmt auf seiner spektakulären Flucht zusätzlich Esmeralda (Ara Celi), die Tochter des Henkers (Temuera Morrison), als Geisel. Vom Henker und seinen Männern verfolgt, flüchtet Madrid zunächst in die Wüste und trifft schon bald auf seine alte Gang, die gerade dabei ist, eine Kutsche zu überfallen, in der sich der Schriftsteller Ambrose Bierce (Michael Parks) und das frisch verheiratete Paar John (Lennie Loftin) und Mary Newlie (Rebecca Gayheart) befinden. Neben Esmeralda nehmen die Gangster nun auch die Kutscheninsassen als Geisel und landen auf ihrer weiteren Flucht vor den Verfolgern kurz vor Sonnenuntergang in einer mysteriösen Bar, dem Titty Twister, in der sie schon bald eine böse Überraschung erwarten soll…

Der dritte und letzte Teil der From Dusk Till Dawn-Reihe funktioniert als Prequel zum Original und erzählt die Vorgeschichte der im Auftaktfilm noch von Salma Hayek gespielten Santanico Pandemonium. Bereits Teil 2 von Regisseur Scott Spiegel war für eine Direct-to-Video-Produktion ganz nett anzusehen und dieser nun vorliegende dritte Teil ist qualitativ sogar noch ein gutes Stück besser geraten als der unmittelbare Vorgänger. Regisseur P.J. Pesce orientiert sich hinsichtlich des Aufbaus seines Films deutlich am Original von Robert Rodriguez und das tut dem Streifen richtig gut. Bevor sich From Dusk Till Dawn 3: The Hangman's Daughter in der zweiten Hälfte zum abgedrehten Vampir-Splatter verwandelt (in den Pesce einige schöne Zitate ans Original eingearbeitet hat), serviert P.J. Pesce dem Zuschauer einen lupenreinen Western mit gut getimeten Actioneinlagen und einigen gesunden Härten, die bereits als Vorbote für das dienen, was den Zuschauer in der zweiten Hälfte noch so alles erwarten wird. Natürlich sehen Direct-to-Video-Produktionen nie auch nur annähernd so gut aus wie Kinofilme und mit diesem "Manko" hat auch From Dusk Till Dawn 3: The Hangman's Daughter zu kämpfen, die Videooptik fällt hier allerdings nie so extrem auf wie in Spiegels direktem Vorgängerfilm. Und wer hier alles vor und hinter der Kamera tätig war, ist für einen Film dieser Art schon allererste Sahne. Die Story stammt aus der Feder von Robert Rodriguez, der gemeinsam mit seinem Kumpel Quentin Tarantino auch noch gleich als ausführender Produzent fungierte. Für die größtenteils richtig gut gelungenen Effekte zeichnete einmal mehr die KNB Effects Group verantwortlich und vor der Kamera tummelten sich mit Schauspielern wie Michael Parks, Rebecca Gayheart, Sonia Braga, Temuera Morrison und natürlich wieder Danny Trejo einige richtig bekannte Gesichter. Das alles ergibt einen Film, der weitaus besser gelungen ist als man eigentlich erwarten würde. Ich bin absolut positiv überrascht.

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P.J. Pesce Temuera Morrison Danny Trejo 1990er female nudity 19. Jahrhundert Prequel Vampir


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RANGO


RANGO RANGO (Blu-ray: Paramount, Deutschland)
(OT: Rango | USA 2011 | Regie: Gore Verbinski)

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Das kleine Chamäleon Rango (Johnny Depp) wird während einer Autofahrt unbemerkt mitsamt seinem Terrarium aus dem Fahrzeug geschleudert und steht nun mutterseelenallein in der Wüste. Mit Hilfe der Echse Beans (Isla Fisher) landet Rango schließlich in einer kleinen Westernstadt und deren Einwohner sind gerade auf der Suche nach einem neuen Sheriff…

Rango vom Fluch der Karibik-Regisseur Gore Verbinski dürfte - zumindest im Mainstreambereich - wahrscheinlich einer der außergewöhnlichsten Animationsfilme der letzten Jahre sein. Verbinski richtet sich mit seinem Film dabei ziemlich eindeutig an ein erwachsenes Publikum und ist für kleinere Kinder wegen einiger doch derber Härten in meinen Augen nur bedingt geeignet. Rango - der Titel reimt sich nicht zufällig auf Django - ist der (Italo-)Western unter den Animationsfilmen, driftet nicht selten ins fast schon Surreale ab, ist mit einer Vielzahl ausgesprochen skurriler und verschrobener Charaktere bevölkert und mit dem für Western typischen "Fremder kommt in eine kleine Stadt und rettet den Tag"-Plot ausgestattet, der insbesondere an die Dollar-Trilogie und Spiel mir das Lied vom Tod von Sergio Leone angelehnt ist. Darüber hinaus zitiert sich Verbinski natürlich durch die Geschichte des ältesten aller Filmgenres - von 12 Uhr mittags über The Wild Bunch bis zu Schneller als der Tod - und insbesondere Westernfans sollten aus diesem Grund ihre helle Freude an Rango haben. Und wenn dann zum Finale auch noch eine animierte Variante von Clint Eastwood auf der Bildfläche erscheint und dem Titelhelden auf den richtigen Pfad zurückbringt, ist die Genrehommage endgültig perfekt. Klasse!

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Gore Verbinski Johnny Depp 2010er Oscar Winner


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RED HILL


RED HILL RED HILL (Blu-ray: Kinowelt, Deutschland)
(OT: Red Hill | Australien 2010 | Regie: Patrick Hughes)

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Um seiner schwangeren Frau etwas Ruhe zu verschaffen, lässt sich der junge Polizist Shane Cooper (Ryan Kwanten) in das kleine Nest Red Hill im australischen Hinterland versetzen. Doch gleich an seinem ersten Arbeitstag befindet sich das kleine Städtchen im Ausnahmezustand. Als in der Polizeistation die Nachricht vom Ausbruch des verurteilten Mörders Jimmy Conway (Tommy Lewis) eingeht, befürchten alle Anwesenden, dass dieser sich auf den Weg nach Red Hill machen könnte…

Bei Red Hill von Regisseur Patrick Hughes handelt es sich um ein kurzweiliges B-Movie aus Down Under, das mit Ryan Kwanten - dem Darsteller des Jason Stackhouse aus True Blood - in der Hauptrolle auch ein prominentes Gesicht zu bieten hat. Der spielt einen Polizisten, der sich in diesem australischen Spätwestern in ein kleines Kaff im Nirgendwo versetzen lässt. Dort will er seiner schwangeren Frau die erforderliche Ruhe gönnen und sich selbst von einem traumatischen Erlebnis - er wurde einst niedergeschossen, da er nicht in der Lage war, den ersten Schuss abzugeben - kurieren. Natürlich bricht gleich am ersten Tag die Hölle los. Ein ausgebrochener Sträfling - der irgendwie aussieht wie Josh Brolin in Jonah Hex - begibt sich auf den direkten Weg in den kleinen Ort um dort noch offene Rechnungen zu begleichen. Und natürlich erhält - das ist von Anfang an klar - unser Protagonist die Chance, in diesem Zusammenhang sein Trauma zu besiegen. Der Weg dorthin ist leidlich spannend, mit einer großen Anzahl an Leichen gepflastert und überzeugt in erster Linie durch eine tolle Kameraarbeit und einem coolen Western-Score, mit dem doch einige Atmosphäre erzeugt wird. Die einzige Spannung zieht Red Hill dabei aus den Fragen wie die Traumabezwingung vonstatten gehen wird und weshalb der Ausbrecher sich auf diesen Rachefeldzug begibt. Aber auch die Antworten auf diese Fragen sind relativ bald zu erahnen. Red Hill bietet nicht mehr und nicht weniger als einigermaßen solide Unterhaltung und ist sicher kein Film, der sich über einen längeren Zeitraum im Gedächtnis festsetzen wird. Dafür ist er am Ende einfach zu überraschungsarm. Man kann knapp 100 Minuten seines Lebens aber auch mit deutlich schlechteren Streifen verbringen.

TRAILER:


Patrick Hughes 2010er car chase Australien Rache


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DER TOD SAGT AMEN


DER TOD SAGT AMEN DER TOD SAGT AMEN (DVD: Koch Media, Deutschland)
(OT: Arizona si scatenò… e li fece fuori tutti | Italien/Spanien 1970 | Regie: Sergio Martino)


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Wegen eines angeblichen Postkutschen-Überfalls soll Arizona Colt (Anthony Steffen) gehängt werden. Dem gewitzten Gauner gelingt jedoch mit Hilfe seines Partners Double Whiskey (Roberto Camardiel) die Flucht. Als Arizona herausfindet, dass der skrupellose Verbrecher Keene (Aldo Sambrell) für die fiesen Anschuldigungen gegen ihn verantwortlich ist und die missglückte Hinrichtung Arizonas als Ablenkungsmanöver für einen Überfall auf den reichen Moreno (José Manuel Martín) genutzt und diesen um sein Gold erleichtert hat, macht er sich - auch auf Drängen Morenos - auf die Jagd nach Keene und dessen Bande...

Bevor sich Regisseur Sergio Martino seinen zahlreichen Gialli zugewandt hatte, drehte er diesen Spaghetti-Western aus der Feder von Ernesto Gastaldi. Der Tod sagt Amen ist mit einem wieder mal wunderbaren Score von Bruno Nicolai ausgestattet und präsentiert Anthony Steffen in der Rolle der Rampensau namens Arizona Colt. Der gerät mit seinem als "comic relief" angelegten Partner Double Whiskey in Konflikt mit dem Gesetz, weil eine fiese Bande um den abgebrühten Oberbösewicht Keene (gespielt von Aldo Sambrell) ihm einen Postkutschen-Überfall in die Schuhe schieben will um selbst wiederum an eine stattliche Ladung Gold zu kommen. Das lässt Steffen natürlich nicht auf sich sitzen und so wird die Luft schon bald ausgesprochen bleihaltig. Der Streifen ist eine ausgesprochen kurzweilige Angelenheit mit reichlich Action, einer kleinen Portion Klamauk und einer gehörigen Portion "eye candy" inmitten des ansonsten ausgesprochen dreckigen Ambientes. Anders als in klassischen US-Western gibt es bei den schmutzigen Vertretern aus Italien ja nicht die typischen strahlenden Helden und die klare Definition von Gut und Böse. Natürlich ist der von Steffen gespielte Charakter auf den ersten Blick der “Gute“, der hat aber selbst so viel Dreck am Stecken, dass er nicht unbedingt als Identifikationsfigur zu gebrauchen ist.
Wer auf Italo-Western steht, kann hier auf jeden Fall mal einen Blick riskieren.
Und für das vorgenannte "eye candy" sorgen übrigens die schnuckelige Marcella Michelangeli als Love Interest von Steffen und die wirklich bezaubernde Rosalba Neri in der Rolle der Gespielin des Schurken. Wer mir nicht glaubt, kann ja gerne mal die Google-Bildersuche bemühen. :D

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Sergio Martino Anthony Steffen Rosalba Neri Aldo Sambrell 1970er 19. Jahrhundert Spaghetti Western Sequel


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BOSS


BOSS BOSS (DVD: VCI, USA)
(OT: Boss Nigger | USA 1975 | Regie: Jack Arnold)


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Zwei schwarze Kopfgeldjäger (Fred Williamson und D’Urville Martin) haben es sich in den Kopf gesetzt, den gefährlichen Gangster Jed Clayton (William Smith) zur Strecke zu bringen und lassen sich aus diesem Grund in einer kleinen Stadt nieder, welche immer wieder von Clayton und seiner Bande terrorisiert wird. Und da das Amt des Sheriffs gerade nicht besetzt ist, reißen sie dieses - sehr zum Unwillen der überwiegend weißen Bevölkerung - kurzerhand an sich und machen schon bald ihre ganz eigenen Gesetze...

Das Blaxploitation-Genre trifft auf das Western-Genre - eine außergewöhnliche und ausgesprochen spaßige Mischung. Und zu dieser außergewöhnlichen Mischung passt dann auch der Regisseur. Jack Arnold, bekannt für seine grandiosen Monsterfilme aus den 50er Jahren, ließ sich hier auf dem Regiestuhl nieder und den hat man als Regisseur eines solchen Films wahrscheinlich nicht unbedingt auf dem Merkzettel. Und auch die musikalische Untermalung kann nur als außergewöhnlich bezeichnet werden. Disco-Sounds und Black Music im Wilden Westen - das hat schon seinen Reiz. Besetzt ist Boss Nigger übrigens auch ganz vorzüglich. Über allen schwebt dabei Fred "The Hammer" Williamson, der in gewisser Weise auch als schwarze Antwort auf Chuck Norris durchgehen könnte, und neben ihm geben sich die aus unzähligen Nebenrollen in diversen Filmen bekannten R.G. Armstrong und William Smith ebenso die Ehre wie die wieder mal absolut bezaubernde Barbara Leigh, die in diesem Film ihre körperlichen Reize leider nicht ganz so offensiv präsentiert wie in manch anderem Genrevertreter, in dem sie in den 70ern mitgewirkt hat. Die Story ist gespickt mit reichlich Action und lässt inmitten des ganzen Geballers erstaunlich viel Platz für ein paar wirklich extrem lustige Sequenzen. Kurzweilige Unterhaltung ist mit diesem Streifen also absolut garantiert. Gesegnet ist Boss Nigger übrigens mit einer PG-Freigabe, die er heute wohl auch nicht mehr unbedingt erhalten würde.

TRAILER:


Jack Arnold Fred Williamson Barbara Leigh 19. Jahrhundert Blaxploitation 1970er


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JONAH HEX


JONAH HEX (Blu-ray: Warner, Deutschland)
(OT: Jonah Hex | USA 2010 | Regie: Jimmy Hayward)

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Um dem gefährlichen Quentin Turnbull (John Malkovich) endgültig das Handwerk zu legen, heuert das Militär den gesetzlosen Kopfgeldjäger Jonah Hex (Josh Brolin) an und stellt diesem die Löschung seines kompletten Strafregisters in Aussicht. Als Jonah bewusst wird, wen er da zur Strecke bringen soll, lässt er sich nicht zweimal bitten. Turnbull, den Jonah für tot gehalten hatte, war einst für den grausamen Tod von Jonahs Familie verantwortlich und nun ist für Jonah die große Chance gekommen, diese bis heute offene Rechnung endlich zu begleichen...

Spaßiger Blödsinn. Nicht mehr und nicht weniger. Wer bei einem Film wie Jonah Hex nach Anspruch oder Tiefgang suchen sollte, kann sich diese Suche logischerweise komplett sparen. Wer sich allerdings mit einer kurzweiligen Story, cool inszenierten Actionsequenzen, ein paar optischen Spielereien, Megan Fox und mächtig viel Futter für das heimische Soundsystem begnügen kann, ist bei Jonah Hex genau richtig. Gerade mal 80 Minuten dauert der ganze Zauber und die sind - leider Gottes - tatsächlich wie im Flug vorüber. Hat richtig viel Spaß gemacht der Streifen, auch wenn ich mich über folgende drei Sachen wahrlich nicht beschwert hätte: 1.) eine längere Laufzeit, 2.) mehr Screentime für die am Pferd befestigte Wumme von Josh Brolin und 3.) mehr Screentime für Megan Fox (ja, da kommt wieder mal eine kleine, voyeuristische Ader bei mir durch :D ).

TRAILER:


Megan Fox John Malkovich Josh Brolin Jimmy Hayward 2010er Rache 19. Jahrhundert


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TODESZUG NACH YUMA


TODESZUG NACH YUMA (DVD: Sony, Deutschland)
(OT: 3:10 to Yuma | USA 2007 | Regie: James Mangold)

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Um seine Schulden loszuwerden lässt sich der einfache Farmer Dan Evans (Christian Bale) auf einen gefährlichen Auftrag ein. Er erklärt sich dazu bereit, den gefährlichen Gangster Ben Wade (Russell Crowe) in das einige Tagesritte entfernte Contention zu bringen und ihn dort in den Zug nach Yuma zu setzen, wo dem Verbrecher der Prozess gemacht werden soll. Ein ausgesprochen gefährliches Unterfangen, denn Wades Bande - angeführt von dessen rechter Hand Charlie Prince (Ben Foster) - wartet nur auf einen geeigneten Zeitpunkt, um ihren Boss zu befreien...

Der Remake-Wahn der letzten Jahre macht vor keinem Genre alt. Mit Todeszug nach Yuma hat es den Vorzeigewestern Zähl bis drei und bete von Regisseur Delmer Daves aus dem Jahr 1957 erwischt. Das Original, erstmals von mir gesichtet vor über 1,5 Jahren, ist in meinen Augen ein absolutes Genrehighlight und um so gespannter war ich, wie mir die Neuauflage gefallen würde. Gut, wenn alle Remakes eine solche Qualität hätten wie dieses hier, gäbe es wohl weit weniger am ganzen Remake-Wahn auszusetzen. Wobei James Mangold - das muss man zugeben - nicht gerade zimperlich mit der Vorlage umspringt. Von der Ruhe und der wunderbar melancholischen Atmosphäre des Originals ist hier gar nichts mehr übrig geblieben. Stattdessen liefert Mangold einen glasklaren Actionthriller im Westerngewand ab, spektakulär, rasant und sauspannend. Puristen mag es durchaus die Zornesröte ins Gesicht treiben wie hier mit der Vorlage umgesprungen wird. Ich für meinen Teil fand das Remake auf seine Art mindestens ebenso gut und sehenswert wie ich vor einigen Monaten das Original auf dessen Art für gut und sehenswert gehalten habe. Würde den Streifen jederzeit wärmstens empfehlen wollen.
Abschließend muss ich noch kurz was zur Besetzung schreiben, denn ich muss meine Begeisterung für diesen außergewöhnlich talentierten Nachwuchsschauspieler (ist er das überhaupt noch?) einfach erneut loswerden. Christian Bale und Russell Crowe sind zwei Schwergewichte, die in ihren Rollen wirklich absolut überzeugen. Wie diese beiden Superstars aber von dem wieder einfach nur grandiosen Ben Foster in der Rolle des Charlie Prince regelrecht an die Wand gespielt werden, kann ich nicht unerwähnt lassen. Ich hab das schon in meinem Eintrag zu Alpha Dog Anfang des Jahres geschrieben: Ben Foster muss über kurz oder lang einfach zu Hollywoods erster Garde gehören.

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James Mangold Russell Crowe Christian Bale Ben Foster Peter Fonda 2000er Oscar Nominee Remake


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DER SCHWARZE FALKE


DER SCHWARZE FALKE (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: The Searchers | USA 1956 | Regie: John Ford)

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Nach Beendigung des Bürgerkriegs hofft der Südstaatenoffizier Ethan Edwards (John Wayne) gemeinsam mit der Familie seines Bruders auf dessen Farm in Frieden leben zu können. Doch diese Hoffnung währt nicht lange. Die Farm wird von den Komantschen überfallen und dem Erdboden gleichgemacht. Ethans Bruder, seine Frau und ihr kleiner Sohn werden ermordet aufgefunden, von den beiden Töchtern fehlt zunächst jede Spur. Als kurze Zeit später auch die ältere Tochter tot aufgefunden wird, begibt sich der von Wut und Rache getriebene Ethan gemeinsam mit seinem Neffen Martin (Jeffrey Hunter), selbst Halbindianer, auf die Suche nach den Tätern und seiner noch immer nicht gefundenen Nichte Debbie (Lana Wood / Natalie Wood). Eine Suche, die mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird...

Auch so ein Film, zu dem praktisch schon alles gesagt und geschrieben wurde. Der schwarze Falke gilt als einer der größten Western aller Zeiten und als Fords absolutes Meisterwerk. Ich selbst dürfte den Film irgendwann mal in frühester Jugend im Fernsehen gesehen haben, meine Erinnerungen an Der schwarze Falke waren allerdings gänzlich verblasst. Die jetzige Sichtung hatte - obwohl mir einige Passagen noch bekannt vorkamen - dann auch eher den Charakter einer Erstsichtung und weniger den eines Wiedersehens. Hauptdarsteller John Wayne gehörte ja nicht nur in seinen Filmen zu den Menschen mit eher reaktionärem Gedankengut und wie Regisseur John Ford hier seinen Hauptdarsteller und gleichzeitig auch langjährigen Weggefährten (die beiden haben ja doch den einen oder anderen Film gemeinsam gedreht) bzw. den von ihm gespielten Charakter Ethan Edwards in gewisser Weise "bloßstellt" ist schon bemerkenswert. Auf den ersten Blick erzählt Der schwarze Falke vielleicht nur eine typische Rachegeschichte, bei näherer Betrachtung entpuppt sich der Streifen dann aber doch als regelrechtes Plädoyer für Toleranz und Menschlichkeit. Ich bin normalerweise kein allzu großer Freund des US-Western - mir waren die dreckigen Italo-Streifen der Marke Django eigentlich immer lieber - aber Der schwarze Falke stellt definitiv eine der Ausnahmen dar und konnte mich doch sehr schnell für sich begeistern. Der Streifen macht richtiggehend Lust darauf, das heimische DVD-Regal mal nach noch ungesehenen oder in Vergessenheit geratenen US-Western abzugrasen.
Ach ja, die Tatsache, dass sich nicht nur eine Aufnahme dieses bildgewaltigen Werkes dazu eignen würde, in Großformat an diverse Wände gehängt zu werden, sollte natürlich auch nicht unerwähnt bleiben.

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John Ford John Wayne Natalie Wood Vera Miles 1950er Rache 19. Jahrhundert


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FLAMING STAR - FLAMMENDER STERN


FLAMING STAR - FLAMMENDER STERN (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Flaming Star | USA 1960 | Regie: Don Siegel)

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Nach dem Tod seiner Frau heiratete der Farmer Sam Burton (John McIntire) einst die Kiowa-Indianerin Neddy (Dolores del Rio). Deren gemeinsamer Sohn Pacer (Elvis Presley) und Sams Sohn Clint (Steve Forrest) aus erster Ehe müssen sich, als es eines Tages zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Kiowas und weißen Siedlern kommt, entscheiden, auf welcher Seite sie stehen. Eine Entscheidung, welche die gesamte Familie zu zerreißen droht...

Mal ein anderer Film mit dem King. Aber mit Don Siegel auf dem Regiestuhl habe ich auch nicht das typische Elvis-Vehikel erwartet. Flaming Star ist von der typischen Leichtig- und Harmlosigkeit der mir bisher bekannten Elvis-Filme meilenweit entfernt. Das fängt schon damit an, dass auf die obligatorischen Musik-Nummern fast vollständig verzichtet wurde. Gesungen wird nur in den ersten paar Minuten, danach geht es mit dem Indianerangriff auf die weiße Siedlerfamilie äußerst ernsthaft und auch - in einem gewissen Maße - ziemlich heftig zur Sache. Großartige Identifikationsfiguren sind auch Mangelware. Als Zuschauer kann man sich praktisch weder auf die Seite der Indianer, noch auf die Seite der Weißen schlagen, da die Vorgehensweisen beider Seiten absolut fragwürdig sind. Es wird bei Sichtung des Films ziemlich schnell klar, dass die zwischen die Fronten geratene und dadurch zerrissene Familie einem ausgesprochen tragischen Schicksal entgegenzusteuern scheint und es am Ende kein Happy End geben wird. Kann mir gut vorstellen, dass dieser Film so manchem unbedarften Elvis-Fan seinerzeit ziemlich übel aufgestoßen sein dürfte. Von der strahlenden Heldenfigur der sonstigen Elivs-Filme ist hier nämlich rein gar nichts zu sehen.

TRAILER:


Don Siegel Elvis Presley 1960er


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STADT IN ANGST


STADT IN ANGST (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Bad Day at Black Rock | USA 1955 | Regie: John Sturges)

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John J. Macreedy (Spencer Tracy) ist in dem kleinen Wüstenkaff Black Rock nur aus dem Zug gestiegen um einem japanischen Farmer eine militärische Ehrenmedaille zu überreichen. Doch von Anfang an schlägt ihm von der Bevölkerung Misstrauen entgegen. Als er sich nach dem Aufenthaltsort des Farmers erkundigt, wandelt sich dieses Misstrauen in offene Feindseligkeit. Der Farmer ist verstorben und offensichtlich scheinen alle Einwohner des kleinen Nestes die Umstände des Todes vertuschen zu wollen…

Keine 80 Minuten dauert Sturges' Stadt in Angst und diese Kürze ist auch die große Stärke des Streifens. Ohne großes Vorgeplänkel erzählt Sturges die Geschichte des Fremden, der in eine kleine Stadt kommt und sich sofort mit dem Misstrauen und der Feindseligkeit der Einwohner konfrontiert sieht. Stetig steigt die Spannung, immer dichter und bedrohlicher wird die Atmosphäre bis zum unausweichlichen Finale. Famos besetzt und gespielt ist Stadt in Angst ein echter Volltreffer, mit dem ich persönlich jedoch ein kleines Problem hatte (wofür der Film allerdings nichts kann): Der von Spencer Tracy verkörperte Macreedy war mir für die Rolle des Guten fast ein bisschen zu unsympathisch und so fiel mir das Mitfiebern mit seinem Charakter nicht ganz so leicht, wie ich mir das vielleicht gewünscht hätte.

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Lee Marvin Ernest Borgnine Spencer Tracy John Sturges 1950er Oscar Nominee car chase 40er Jahre Rache


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GOLDRAUSCH


GOLDRAUSCH GOLDRAUSCH (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: The Gold Rush | USA 1925/1942 | Regie: Charles Chaplin)


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Eine ganze Reihe von Goldsuchern macht sich auf nach Klondyke um dort den erhofften Reichtum zu finden. Auch der kleine Tramp (Charles Chaplin) macht sich auf den Weg in ein ungeahntes Abenteuer...

Mit Goldrausch wollte Charlie Chaplin in Erinnerung bleiben. Das ist ihm - auch mit seinen anderen Filmen - wie bekannt mehr als eindrucksvoll gelungen. Weiter oben habe ich bei Zeugin der Anklage von zeitlosem Kino geschrieben. Das trifft auch auf Goldrausch zu. In Zeiten immer größer werdenden Blockbuster-Irrsinns aus der Traumfabrik tut die Sichtung eines solchen Films richtig gut. Mit scheinbar einfachsten Mitteln bringt Chaplin sein Publikum - zumindest mich - auch heute - über 80 Jahre nach Erstaufführung der ursprünglichen Version - zum Lachen und zum Mitfühlen. Ganz großes Kino zum Wohlfühlen. Für die nunmehr angefangene Vorweihnachtszeit hervorragend geeignet. Angesehen habe ich mir übrigens die Version der Wiederaufführung aus dem Jahr 1942, in der Chaplin die ursprüngliche Stummfilm-Version seinen Wünschen entsprechend etwas gestrafft, mit einem eigenen Score ausgestattet und eine Erzählstimme (seine eigene) hinzugefügt hat.

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Charles Chaplin 1920er Oscar Nominee 19. Jahrhundert Alaska


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LEISE WEHT DER WIND DES TODES


LEISE WEHT DER WIND DES TODES (DVD: Carol Media, Deutschland)
(OT: The Hunting Party | Großbritannien 1971 | Regie: Don Medford)

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Damit er und seine Bande Schreiben und Lesen lernen, entführt der Gangster Frank Calder (Oliver Reed) kurzerhand die Lehrerin Melissa Ruger (Candice Bergen). Allerdings hat er mit Melissa ausgerechnet die Ehefrau des notorisch eifersüchtigen und extrem skrupellosen Großgrundbesitzers und Hobbyjägers Brandt Ruger (Gene Hackman) auserwählt und der macht nun gemeinsam mit seinen Freunden blutige Jagd auf die Gesetzesbrecher...

Neben Das Wiegenlied vom Totschlag und The Wild Bunch dürfte Leise weht der Wind des Todes wohl zu den härtesten, nicht aus Italien stammenden Western seiner Zeit gehören. Lagerfeuerromantik sucht man hier vergebens und auch auf Identifikationsfiguren muss man fast vollkommen verzichten. Don Medfords Film ist brutal, kompromisslos und versprüht während seiner gesamten Laufzeit nicht einen Funken Hoffnung. Das wirklich üble Ende - typisch für die damalige Zeit und heutzutage wohl kaum mehr möglich - kommt in seiner Intensität vielleicht überraschend, dass es auf so etwas in der Art hinauslaufen würde, hätte man jedoch fast erahnen müssen. Leise weht der Wind des Todes ist in eigentlich jeder Hinsicht ein äußerst sehenswerter Streifen geworden - toll besetzt, toll gefilmt und über den grandiosen Score von Komponist Riz Ortolani muss man wohl sowieso keine großen Worte verlieren.

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Don Medford Candice Bergen Gene Hackman Oliver Reed 1970er female nudity Rache


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PAT GARRETT JAGT BILLY THE KID


PAT GARRETT JAGT BILLY THE KID (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Pat Garrett & Billy the Kid | USA 1973 | Regie: Sam Peckinpah)

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Einst waren sie die besten Freunde und ritten zusammen. Die Outlaws Pat Garrett (James Coburn) und Billy the Kid (Kris Kristofferson). Doch mittlerweile hat Pat die Seiten gewechselt und steht nun auf der Seite des Gesetzes. Aus den früheren Freunden werden dadurch erbitterte Feinde…

Manche Filme sieht man einfach viel zu spät zum erstem Mal. Das musste ich jetzt bei der Erstsichtung von Sam Peckinpahs herrlich melancholischer Westernballade Pat Garrett jagt Billy the Kid mal wieder am eigenen Leib erfahren. Obwohl die Sichtung nun schon einige Tage zurückliegt, bin ich noch immer ziemlich geplättet von dem Streifen. Ich bin mir sicher, da etwas richtig Großes gesehen zu haben und denke, dass dieser Film mit der Zeit und nach weiteren Sichtungen noch weiter wachsen wird und sich irgendwann zu einem absoluten Lieblingsfilm innerhalb des Genres und innerhalb der Arbeiten des Regisseurs entwickeln könnte. Momentan kommt er an meinen Genrelieblingen wie Spiel mir das Lied vom Tod, der Dollar-Trilogie oder The Wild Bunch bzw. anderen Peckinpah-Arbeiten, neben dem vorgenannten The Wild Bunch insbesondere The Getaway und Straw Dogs, im Bereich des persönlichen Gefallens zwar noch nicht vorbei, es ist aber wohl wirklich nur eine Frage der Zeit, bis er diese Filme einholen wird.
Um wenigstens noch ein klitzekleines bisschen zu den Qualitäten des Streifens selbst zu schreiben: Die ganze Atmosphäre des Films ist schier unbeschreiblich, der Soundtrack von Bob Dylan wirklich einzigartig gut (verdammt noch mal, bei "Knockin' On Heaven's Door" jagte eine Gänsehaut die nächste) und James Coburn in der Rolle des Pat Garrett und Kris Kristofferson in der Rolle des Billy the Kid hätten wohl nicht besser ausgewählt werden können.

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Kris Kristofferson James Coburn Sam Peckinpah 1970er female nudity 19. Jahrhundert


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MISFITS - NICHT GESELLSCHAFTSFÄHIG


MISFITS - NICHT GESELLSCHAFTSFÄHIG (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: The Misfits | USA 1961 | Regie: John Huston)

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Als die frisch geschiedene Roslyn (Marilyn Monroe) mit ihrer Vermieterin Isabelle (Thelma Ritter) auf die eben durchgeführte Scheidung anstoßen will, lernt sie den Mechaniker Guido (Eli Wallach) und dessen Freund Gay (Clark Gable), einen waschechten Cowboy, kennen. Das Angebot Guidos, für eine gewisse Zeit in seinem abgelegenen Anwesen auszuspannen, nimmt Roslyn gerne an. Dumm nur, dass beide Männer eine Auge auf die hübsche Roslyn geworfen haben...

Von den bisher gesehenen Monroe-Filmen war The Misfits in meinen Augen am schwersten zugänglich. Gefallen hat er mir aber dennoch außerordentlich gut, nur fällt es mir schwer, etwas über den Film zu schreiben. Es geht um unbeschwertes In-den-Tag-hinein-leben und eine Frau zwischen drei Männern, die - obwohl sie sich am Ende doch für einen zu entscheiden scheint (das liegt im Auge des jeweiligen Betrachters) - erkennen muss, dass keiner der Kandidaten für sie als Partner geeignet ist. Und es geht um Alkohol, viel Alkohol (mein Gott, kippen die sich hier ständig einen hinter die Binde). Die Vorstellung der Monroe ist mal wieder über jeden Zweifel erhaben und ich musste erneut feststellen, dass diese Frau und ihr Sexappeal einfach nur als umwerfend zu bezeichnen sind. Das männliche Dreigestirn - Clark Gable, Eli Wallach und der im etwas späteren Verlauf der Handlung noch hinzustoßende Montgomery Clift - ist natürlich auch eine Hausmarke und so brennt auf darstellerischer Seite überhaupt nichts an. Kritik an dem Streifen gibt es gut wie keine; vielleicht hätte die eine oder andere - insbesondere in der zweiten Filmhälfte - aufkommende Länge vermieden werden können und ich persönlich hätte mir ein bisschen mehr Screentime für die wieder mal großartige Thelma Ritter gewünscht.

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Eli Wallach Clark Gable Marilyn Monroe John Huston 1960er Las Vegas


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DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD


DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford | Kanada/USA 2007 | Regie: Andrew Dominik)


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Schon seit seiner Kindheit bewundert Robert Ford (Casey Affleck) den Gangster Jesse James (Brad Pitt) und hat es im Alter von 19 Jahren tatsächlich geschafft gemeinsam mit seinem Bruder Charley (Sam Rockwell) zum Kreis der James-Gang zu gehören. Als sich Jesses älterer Bruder Frank (Sam Shepard) aus dem Geschäft als Gangster zurückzieht und sich die Gang immer weiter auflöst, bleiben Robert und Charley als zwei der wenigen Vertrauten von Jesse übrig. Doch Robert, mittlerweile selbst nach Ruhm und Anerkennung lechzend, geht hinter Jesses Rücken einen Deal mit der Staatsmacht ein...

Dem Western-Genre geht es ja ähnlich wie dem Musical-Genre. Eigentlich schon viele lange Jahre unter der Erde, wird es in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen durch Filme, denen es in gewisser Weise gelingt ein Ausrufezeichen zu setzen, kurzfristig wiederbelebt und begibt sich dann wieder in sein Grab hinab. Einer dieser Wiederbelebungsversuche ist Andrew Dominiks Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford, wobei dieser Film weniger ein Western, sondern eher eine Mischung aus Biopic und Charakterstudie geworden ist. Regisseur Andrew Dominik erzählt die letzten Jahre des Gangsters und Volkshelden Jesse James - beeindruckend gespielt von Brad Pitt -, der von Robert Ford - noch beeindruckender: Casey Affleck -, einem seiner Vertrauten, verraten und letztendlich ermordet wird, auf eine sehr ruhige Art und Weise und in teils atemberaubend schönen Bildern. Das ist schon ziemlich beeindruckendes Darstellerkino, mitunter aber auch etwas zu langatmig. Echte Höhepunkte sind rar gesät und so plätschert die Handlung in den ersten zwei Stunden für meinen Geschmack etwas zu sehr dahin. Echte Magie mag sich erst nach der Ermordung des Jesse James einstellen, nämlich dann, wenn sich die Folgen dieser Tat entwickeln und Robert Ford, der glaubt nun auch endlich den verdienten Ruhm zu erhalten, erkennen muss, dass die Stimmung des Volkes sich langsam aber sicher gegen ihn richtet und er letztendlich ein Opfer seines eigenen Strebens nach Anerkennung und Aufmerksamkeit wird. Auch er wird von einem bis dahin Namenlosen ermordet. Diese letzte halbe Stunde des Streifens ist wirklich ganz großes Kino und lässt so manche Länge in den zwei Stunden zuvor schnell in Vergessenheit geraten. Alles in allem also ein sehenswerter Wiederbelebungsversuch des Genres, von Höhepunkten des Spätwestern wie beispielsweise Erbarmungslos aber doch ein ganzes Stück entfernt.

TRAILER:


Sam Shepard Brad Pitt Andrew Dominik Zooey Deschanel 2000er Oscar Nominee 19. Jahrhundert Rache


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SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD


SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD :love: SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD :love: (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: C'era una volta il West | Italien/USA 1968 | Regie: Sergio Leone)

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Ein namenloser Fremder (Charles Bronson) mit einer Mundharmonika ist auf Rache an dem eiskalten Killer Frank (Henry Fonda) aus und kommt damit auch der jungen Witwe Jill McBain (Claudia Cardinale) zu Hilfe, deren Familie von Frank im Auftrag einer Eisenbahngesellschaft kaltblütig ermordet wurde...

Es gibt Filme, die begeistern mich bei jeder Sichtung immer wieder so sehr, dass mir regelrecht die Worte fehlen, um diese Begeisterung in irgendeiner Weise auszudrücken. Spiel mir das Lied vom Tod ist genau so ein Film. Neben Zwei glorreiche Halunken und The Wild Bunch gehört er für mich definitiv zu den drei besten Western aller Zeiten. 160 Minuten pure Magie, Szenen für die Ewigkeit - allein die Anfangssequenz ist pures Gold oder die Szene, in der Claudia Cardinale an der Bahnstation ankommt, für mich die schönstes Szene des ganzen Films - und Dialoge, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Dazu noch diese wunderbar fotografierten Bilder und der grandiose Score von Morricone. Was soll ich noch groß sagen oder schreiben? Ein Lieblingsfilm, ein ganz großer sogar.

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Sergio Leone Charles Bronson Henry Fonda Claudia Cardinale Fabio Testi Aldo Sambrell 1960er Rache 19. Jahrhundert Spaghetti Western


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BUTCH CASSIDY UND SUNDANCE KID


BUTCH CASSIDY UND SUNDANCE KID (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Butch Cassidy and the Sundance Kid | USA 1969 | Regie: George Roy Hill)

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Die beiden Gauner Butch Cassidy (Paul Newman) und Sundance Kid (Robert Redford) planen mit ihrer Bande einen gewagten Coup. Sie wollen ein und denselben Zug gleich zwei Mal hintereinander ausrauben. Während der erste Überfall noch reibungslos abläuft, werden sie beim zweiten Mal schon erwartet und anschließend quer durch das Land gejagt…

Es geht zwar ab und zu auch etwas heftiger zur Sache, über den größten Teil der Laufzeit wird George Roy Hills Spätwestern aber von einer herrlich leichten und ironischen Stimmung und Atmosphäre getragen. Ein Film zum Wohlfühlen - daran kann nicht einmal das fehlende Happy End etwas ändern - mit zwei einfach nur bestens aufgelegten Hauptdarstellern. Das Gespann Redford/Newman erweist sich als absoluter Glücksgriff und ich kann mir nicht vorstellen, dass der Film mit zwei anderen Schauspielern in den Hauptrollen eine ähnliche Wirkung auf mich erzielt hätte. Die beiden passen in ihre Rollen wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge und haben mich wirklich komplett begeistert. So bleibt Butch Cassidy und Sundance Kid als ein einfach nur herrlicher Film in meinem Gedächtnis, den ich mit dieser Sichtung zum ersten Mal - und wie bei manch anderen Streifen auch definitiv viel zu spät - entdecken durfte.

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Katharine Ross Robert Redford Paul Newman Oscar Winner 1960er George Roy Hill Oscar Nominee Sam Elliott New Hollywood


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ERBARMUNGSLOS


:love: ERBARMUNGSLOS :love: (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Unforgiven | USA 1992 | Regie: Clint Eastwood)

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Im kleinen Kaff Big Whiskey wurde eine Hure von zwei Cowboys mit einem Messer schrecklich zugerichtet. Der örtliche Sheriff (Gene Hackman) nimmt den Tätern zur Strafe gerade mal ein paar Pferde ab. Die Kolleginnen des Opfers wollen jedoch Rache und setzen $ 1.000 auf den Kopf der beiden Täter aus. Der frühere Revolverheld William Munny (Clint Eastwood), schon seit Jahren nur noch als Farmer tätig, könnte dieses Geld gut gebrauchen und macht sich aus diesem Grund mit seinem ehemaligen Partner Ned Logan (Morgan Freeman) auf den Weg nach Big Whiskey...

Es sind ja schon ein paar der letzten Beiträge mit dem Herz-Symbol gekennzeichnet und da werden - sollte meine derzeitige Stimmung hinsichtlich meines Filmkonsums weiter anhalten - auch noch einige in der nächsten Zeit dazukommen. Momentan habe ich irgendwie das große Bedürfnis, mir schon länger nicht mehr gesehene Lieblingsfilme anzuschauen und zu diesen gehört auch Eastwoods einzigartiger Abgesang auf den Western. Wie Eastwood hier über weite Strecken den Mythos des Westernhelden zerlegt ist schon mehr als beeindruckend. Der gealterte Revolverheld trifft sein Ziel nicht mehr, hat Probleme aufs Pferd zu steigen und auch das Übernachten in freier Wildbahn ist ziemlich ungemütlich. Die nachkommende Generation zeichnet sich vor allem durch großspurige Sprüche aus denen sie keine Taten folgen lässt und hat zudem noch ein ernsthaftes Problem mit der eigenen Sehstärke. Am Ende wird Eastwood zwar doch wieder zum Rächer, der Showdown in der Bar fällt glücklicherweise aber doch so unspektakulär aus, dass die Glaubwürdigkeit des ganzen Films nicht aufs Spiel gesetzt wird. Ganz großes Kino, vielleicht sogar Eastwoods beste Regiearbeit.

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Morgan Freeman Gene Hackman Clint Eastwood 1990er Oscar Winner Oscar Nominee 19. Jahrhundert Rache


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ZÄHL BIS DREI UND BETE


ZÄHL BIS DREI UND BETE (DVD: Columbia TriStar, Deutschland)
(OT: 3:10 to Yuma | USA 1957 | Regie: Delmer Daves)

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Aus Geldsorgen erklärt sich Farmer Dan Evans (Van Heflin) dazu bereit, den gefährlichen Gangster Ben Wade (Glenn Ford) in die nächstgelegene Stadt mit Eisenbahnanbindung zu bringen und ihn dort in den Zug nach Yuma zu setzen, wo dem Gangster der Prozess gemacht werden soll. Ein äußerst gefährliches Unterfangen, denn Wades Männer warten nur auf eine passende Gelegenheit um ihren Anführer zu befreien...

Eigentlich wollte ich mir ja Todeszug nach Yuma ansehen, hab mich aber im letzten Moment daran erinnert, dass das 50 Jahre früher entstandene Original auch noch ungesehen im Regal steht. Stattdessen ist also Zähl bis drei und bete im Player gelandet und die Messlatte, die Regisseur Delmer Daves mit diesem kleinen, aber feinen Western für das von James Mangold inszenierte Remake gelegt hat, ist verdammt hoch geraten. Insbesondere die bereits ab den ersten Minuten spürbare, wunderbar melancholische Grundstimmung des Films hat mich sofort begeistert. Und diese Begeisterung ist dann auch bis zum Finale bestehen geblieben. Der Streifen ist in all seiner Ruhe und Melancholie unglaublich spannend geraten, insbesondere durch das ständige Psychoduell zwischen dem von Glenn Ford verkörperten charismatischen Gangster Ben Wade und dem von Van Heflin gespielten Farmer Dan Evans. Ein klasse Film, den ich mit gutem Gewissen uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

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Delmer Daves Glenn Ford 1950er


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BANDOLERO!


BANDOLERO! (DVD: 20th Century Fox, Großbritannien)
(OT: Bandolero! | USA 1968 | Regie: Andrew V. McLaglen)

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Eher zufällig erfährt Mace Bishop (James Stewart), dass sein Bruder Dee (Dean Martin) und dessen Bande nach einem missglückten Banküberfall gehängt werden sollen. Mace gibt sich kurzerhand als Henker aus und verhilft den Gangstern so zur Flucht in Richtung mexikanische Grenze, July Johnson (George Kennedy), den Sheriff des Ortes, und dessen Männer im Nacken. Als die Bande unterwegs die attraktive Witwe Maria (Raquel Welch) als Geisel nimmt, wird die Geschichte für den Sheriff zu einer persönlichen Angelegenheit...

Bandolero! ist ein vergnüglich anzusehender US-Western im Italo-Gewand, der James Stewart in einer eher ungewöhnlichen Rolle als eine Art Bösewicht zeigt. Nun gut, ganz so böse ist die Figur des Mace Bishop dann doch nicht; er befreit zwar die Gangsterbande und raubt danach auch noch auf eigene Faust die örtliche Bank aus, versucht aber im weiteren Verlauf seinen Bruder davon zu überzeugen einen Neuanfang zu wagen und dem Leben als Gesetzloser zu entsagen. Richtig viel Spaß macht Bandolero! vor allem in der ersten Hälfte. Dort gibt es viele komische Situationen zu bewundern und mit viel Witz angereicherte Dialoge zu genießen. Ein absolut magischer Moment war für mich beispielsweise der von Mace inszenierte Banküberfall. Nach dem Grenzübertritt der Gangster wird es allerdings spürbar ernster und dieser Bruch hat dem Film in meinen Augen nicht sonderlich gut getan. Die Leichtigkeit ging verloren und sonderlich spannend ist die Flucht auch nicht geraten. Das große Finale ist zudem viel zu unübersichtlich inszeniert und das Ende fand ich nun auch nicht sonderlich gelungen. So bleibt ein Film übrig, der in eine sehr gute erste und in eine eher durchschnittliche zweite Hälfte zerfällt. Alles in allem zwar ganz in Ordnung und - wie im Eingangssatz schon erwähnt - sehr vergnüglich, meines Erachtens wäre da aber deutlich mehr drin gewesen. Unbedingt erwähnenswert und absolut positiv hervorzuheben wären auf jeden Fall noch der tolle Score von Jerry Goldsmith und die erotische Ausstrahlung von Raquel Welch. Allein diese Zutaten lohnen die Sichtung des Streifens.

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George Kennedy Dean Martin Andrew V. McLaglen James Stewart Raquel Welch 1960er


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FLUSS OHNE WIEDERKEHR


FLUSS OHNE WIEDERKEHR (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: River of No Return | USA 1954 | Regie: Otto Preminger/Jean Negulesco)

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Nach einigen Jahren holt Matt Calder (Robert Mitchum) seinen kleinen Sohn Mark (Tommy Rettig) zurück auf seine Farm und will ein neues Leben beginnen. Dieser versuchte Neuanfang wird jedoch jäh zunichte gemacht, als Matt den Abenteurer Harry Weston (Rory Calhoun) und dessen Geliebte, die Sängerin Kay (Marilyn Monroe), von einem Floß aus dem nahegelegenen Fluss rettet. Während Weston Calders Pferd und Gewehr stiehlt und sich verzieht, muss dieser wehrlos mit ansehen, wie seine Farm von Indianern angegriffen wird. Calder bleibt nur die Flucht vor den Angreifern auf dem Wasserweg. Gemeinsam mit seinem Sohn und Kay begibt er sich auf das Floß und nimmt so gleichzeitig die Verfolgung von Weston auf...

Wieder einer dieser Filme, die ich erst jetzt zum ersten Mal gesehen habe. Es gibt wirklich sehr viel nachzuholen. Und auch dieses etwas kitschige Westernabenteuer hat mir richtig gut gefallen. Die Story an sich fand ich jetzt zwar nicht so überwältigend, dafür war die Verpackung umso toller. Die großartigen Bilder und eine erneut umwerfend schöne Marilyn Monroe haben mich doch sehr schnell in ihren Bann gezogen. Ja, bereits nach den ersten Gesangsszenen der Monroe in diesen atemberaubenden Kleidern war es um mich geschehen. Mal schauen, welchen Monroe-Film ich mir als nächstes vorknöpfen werde. Ich schwanke momentan zwischen Niagara, Blondinen bevorzugt und Liebling, ich werde jünger.

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Marilyn Monroe Robert Mitchum Otto Preminger Jean Negulesco 1950er


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CONVOY


CONVOY (DVD: Kinowelt, Deutschland)
(OT: Convoy | USA 1978 | Regie: Sam Peckinpah)

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Nach einer Schlägerei mit ein paar Gesetzeshütern befinden sich Rubber Duck (Kris Kristofferson) und ein paar weitere Trucker (u.a. Burt Young) mit ihren schweren LKWs auf der Flucht vor dem fiesen Sheriff Lyle Wallace (Ernest Borgnine) und seinen Männern. Nach und nach schließen sich den Flüchtigen auf ihrem Weg über die Highways immer mehr Trucker an und Rubber Duck wird - mit der hübschen Melissa (Ali MacGraw) an seiner Seite - zum unfreiwilligen Anführer eines riesigen Konvois. Aus der Flucht wird so ein regelrechter Protestzug gegen die Behördenwillkür, der viele Trucker immer wieder ausgesetzt sind...

Nach The Wild Bunch gleich der nächste Peckinpah, wobei es eher zufällig passiert ist und nicht wirklich beabsichtigt war, dass ich mir gleich zwei Filme von Peckinpah nacheinander ansehe. Aber auf Convoy hatte ich schon seit einigen Wochen große Lust. Diesen Film habe ich in jungen Jahren unzählige Male im Fernsehen und auf Video gesehen und allein schon aus nostalgischen Gründen ist Peckinpahs Trucker-Western bei mir in losen Abständen immer mal wieder gern gesehener Gast auf dem Bildschirm. Convoy gehört - allein schon wegen des etwas deplaziert wirkenden Happy Ends - nun sicher nicht zu Peckinpahs besten Filmen, so wirklich kritisieren mag ich ihn aber auch nicht. Dafür gefällt mir der Streifen einfach zu sehr. Kris Kristofferson ist der Inbegriff der Coolness, Ali MacGraw sieht auch mit Kurzhaarfrisur einfach nur unglaublich gut aus und an magischen Momenten mangelt es Convoy sicher auch nicht. Ein Film für das Kind im Manne, der mich zum wiederholten Male einfach hervorragend unterhalten konnte.

CLIP:


1970er Sam Peckinpah Kris Kristofferson Ernest Borgnine Ali MacGraw car chase female nudity Carsploitation Hixploitation


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THE WILD BUNCH - SIE KANNTEN KEIN GESETZ


:love: THE WILD BUNCH - SIE KANNTEN KEIN GESETZ :love: (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: The Wild Bunch | USA 1969 | Regie: Sam Peckinpah)

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Nach einem mehr als missglückten Bankraub gelingt dem Gangster Pike Bishop (William Holden) und einer Handvoll seiner Männer (u.a. Ernest Borgnine) gerade noch die Flucht in Richtung mexikanische Grenze. Während sich Bishop und seine Gang in Agua Verde von dem hinterhältigen General Mapache (Emilio Fernández) für einen neuen Auftrag anheuern lassen, nimmt Bishops ehemaliger Weggefährte und nun im Dienst der Eisenbahngesellschaft stehende Deke Thornton (Robert Ryan) die Verfolgung von Bishop auf...

Ein US-Western im Italo-Gewand, roh, dreckig und brutal. Den typischen Helden gibt es genauso wenig wie die strikte Trennung von Gut und Böse, dafür aber zwielichtige Gestalten wohin man blickt. Seit ich The Wild Bunch Anfang der 90er Jahre zum ersten Mal auf Video gesehen habe, gehört der Streifen zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Meines Erachtens ist Peckinpahs Streifen einer der drei besten Western, die je gedreht wurden. Der Showdown ist IMHO bis heute unerreicht und bietet - wie auch der nicht minder intensive und sehenswerte Auftakt des Films - mit seinen blutigen Shoot-Outs und den grandiosen Zeitlupensequenzen genau die Stilmittel en masse, für die Peckinpah berühmt wurde und mit denen er das Actiongenre maßgeblich beeinflusst hat. The Wild Bunch ist einer dieser Filme, auf die der mittlerweile leider schon inflationär verwendete Begriff Meisterwerk ohne Frage zutrifft, ein echter Meilenstein der Filmgeschichte.

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Sam Peckinpah William Holden Ernest Borgnine Warren Oates 1960er Oscar Nominee female nudity Rache 10er Jahre New Hollywood


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KEOMA - MELODIE DES STERBENS


KEOMA - MELODIE DES STERBENS (DVD: Kinowelt, Deutschland)
(OT: Keoma | Italien 1976 | Regie: Enzo G. Castellari)

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Als Halbblut Keoma (Franco Nero) nach den Wirren des Bürgerkrieges nach Hause zurückkehrt, muss er feststellen, dass sich seine Heimatstadt fest in den Händen des machtbesessenen Ex-Offiziers Caldwell (Donald O'Brien) und dessen Männern befindet. Zudem sind die Pocken ausgebrochen und jeder scheinbar Erkrankte wird von Caldwells Männern zum Sterben in eine stillgelegte Mine gebracht. Als Keoma die schwangere Lisa (Olga Karlatos) aus den Fängen von Caldwells Schergen befreit, zieht er damit die Wut des ehemaligen Offiziers auf sich und muss sich einem ungleichen Kampf stellen...

Auch wenn es ein bisschen gedauert hat bis Castellaris Western so richtig in Fahrt gekommen ist, muss ich bescheinigen, dass Keoma doch einen gehörigen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Ein durch und durch pessimistischer Film, ein Italo-Western mit Endzeit-Touch, dreckig und ebenso kompromiss- wie humorlos. In teils surrealen Bildern und mit so einigen erinnerungswürdigen Einstellungen erzählt Castellari seine zutiefst deprimierende Geschichte. Unterstützt wird das ganze von einem Soundtrack der sicher ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist, mir persönlich aber verdammt gut gefallen hat. Dieser die Handlung kommentierende Klagegesang, abwechselnd von einer Männer- und einer Frauenstimme vorgetragen, hat schon seinen Reiz und trägt meines Erachtens viel zur Atmosphäre des Streifens bei. Ja, Keoma hat mich voll und ganz überzeugt und zählt sicher zu den besten Vertretern des Italo-Western.

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1970er Enzo G. Castellari Franco Nero Rache 19. Jahrhundert Spaghetti Western


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VIVA MARIA!


VIVA MARIA! VIVA MARIA! (DVD: MGM, Niederlande)
(OT: Viva Maria! | Frankreich/Italien 1965 | Regie: Louis Malle)


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Ihre französische Mutter starb kurz nach ihrer Geburt und so wuchs Maria (Brigitte Bardot) bei ihrem irischen Vater, einem Untergrundkämpfer und Terroristen, auf. Von frühester Kindheit war sie ihrem Vater bei verschiedensten Anschlägen behilflich und ist nun - nach einem letzten Terroranschlag, bei dem ihr Vater ums Leben kam - auf der Flucht vor den Behörden. Dabei schließt sie sich einer Schaustellergruppe an und tingelt mit dieser durch Mittelamerika. Bei gemeinsamen Auftritten mit ihrer Namensvetterin (Jeanne Moreau) werden dem männlichen Publikum dabei regelmäßig die Köpfe verdreht. Die beiden Marias werden zur Hauptattraktion der Gruppe. Als Maria eines Tages jedoch Zeugin wird, wie die Bauern eines Dorfes in San Miguel unterdrückt werden, holt sie ihre Vergangenheit wieder ein und aus den beiden strippenden Sängerinnen werden echte Revolutionsführerinnen...

Louis Malle hat mit seiner herrlichen Mischung aus Drama, Komödie, Action und Western bei mir schon ziemlich ins Schwarze getroffen. Viva Maria! ist ein Film, bei dem meines Erachtens so gut wie alles passt. Die abwechslungsreiche und kurzweilige Geschichte voller Ernsthaftigkeit und augenzwinkerndem Humor lässt die knapp zwei Stunden Laufzeit fast wie im Flug vergehen, Kameramann Henri Decaë verwöhnt den Zuschauer mit wunderschönen Bildern und die Besetzung mit Jeanne Moreau und Brigitte Bardot in den Hauptrollen ist einfach großartig. Allein schon wegen der beiden Hauptdarstellerinnen ist der Film sehenswert. Wobei ich jedoch auch anmerken muss, dass die alles andere als unattraktive Jeanne Moreau neben Brigitte Bardot fast verblasst. Bardots Präsenz, ihre unglaubliche Schönheit und ihre erotische Ausstrahlung kann man fast nicht in Worte fassen. Das war in Sachen Sex-Appeal wohl wirklich die Ikone unter den Kino-Ikonen - in meinen Augen bis heute unerreicht. Ich bin noch immer hin und weg. :love: :love: :love:

TRAILER:


Louis Malle Brigitte Bardot Jeanne Moreau 1960er Spaghetti Western 10er Jahre


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DER TEMPEL DES BLUTIGEN GOLDES


DER TEMPEL DES BLUTIGEN GOLDES (DVD: Marketing, Deutschland)
(OT: Yellow Hair and the Fortress of Gold | Spanien/USA 1984 | Regie: Matt Cimber)

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Der Abenteurer Pecos Kid (Ken Roberson) und die Halbindianerin Yellow Hair (Laurene Landon) sind gemeinsam bei Apachen aufgewachsen und haben von ihrer Ziehmutter, einer alten Apachin (Claudia Gravy), vom sagenumwobenen Tempel der Tulapan-Indianer erfahren. Im Inneren des Tempels soll sich ein Goldschatz unfassbaren Ausmaßes befinden. Durch das lose Mundwerk von Pecos Kid bekommt der gierige Colonel Torres (Luis Lorenzo) Wind von dem Gold und versucht mit allen Mitteln, Zugang zu dem Schatz zu bekommen. Dabei schreckt er auch nicht vor Mord zurück wie Pecos Kid und Yellow Hair feststellen müssen, als sie die Leiche ihrer Ziehmutter entdecken...

Erfolgreiche Blockbuster ziehen Plagiate nach sich. Nach dem großen Erfolg des ersten Indiana Jones-Films stand das Abenteuer-Genre hoch im Kurs und im Sog dieser Welle entstand auch diese Trash-Granate von Matt Cimber. Bei dieser kruden Mischung aus Western, Abenteuer, Komödie und Action will aber irgendwie so gar nichts zusammenpassen. Der Storyverlauf ist fern jeder Logik und das Finale - welches sich wohl nur dadurch erklären lässt, dass den Machern das Geld ausgegangen ist - muss man wirklich gesehen haben, um es glauben zu können. Das ist Trash pur und auch die wirklich miesen Darsteller passen wunderbar in dieses ganze Chaos. Ken Roberson als Pecos Kid rennt beispielsweise mit einem ständigen Dauergrinsen durch die Landschaft und die gänzlich untalentierte, dafür aber umso üppiger ausgestattete Laurene Landon in der Rolle der Yellow Hair, die wohl so etwas wie den erotischen Part übernehmen sollte, wurde so ungeschickt eingekleidet und frisiert, dass dieses Ziel vollkommen verfehlt wurde. Der Höhepunkt der Fehlbesetzungen ist jedoch die damals knapp 39-jährige Claudia Gravy in der Rolle der alten Apachin. Da wurde nämlich sogar an der Maske gespart und nicht einmal der Versuch unternommen, die Schauspielerin durch entsprechende Schminke ein bisschen älter aussehen zu lassen. Irgendwie ist das alles ziemlich unglaublich. Ein Film, der so schlecht ist, dass er - und da muss ich ein altes Klischee bemühen - tatsächlich schon irgendwie wieder gut ist. Denn bei allen Mängeln und bei allen Unzulänglichkeiten ist der Streifen aufgrund der unfreiwilligen Komik erstaunlich kurzweilig geraten und hat - das eine oder andere kalte Bier im Kühlschrank vorausgesetzt - einen ziemlich hohen Unterhaltungsfaktor. Man könnte auch sagen: Den sauf ich mir gut! :D

Matt Cimber Aldo Sambrell 1980er Crown International Pictures


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THE MISSING


THE MISSING THE MISSING (DVD: Columbia TriStar, Deutschland)
(OT: The Missing | USA 2003 | Regie: Ron Howard)


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Nachdem er vor vielen Jahren seine Familie verlassen hatte um mit den Apachen zu leben, kehrt Samuel Jones (Tommy Lee Jones) plötzlich nach Hause zurück. Seine Tochter Maggie (Cate Blanchett) ist von der Rückkehr ihres Vaters nicht gerade begeistert und weist ihn zurück. Doch als Maggies Tochter Lilly (Evan Rachel Wood) von Menschenhändlern entführt wird, ist Maggie auf die Hilfe ihres Vaters angewiesen...

So einen geradlinigen und spannenden Film hätte ich von Regisseur Ron Howard gar nicht erwartet. Zwar ist auch das Familiendrama um die Vater-Tochter-Beziehung ein Thema des Films, in erster Linie handelt es sich bei dem Western aber um einen lupenreinen Thriller, der wirklich bis zur letzten Minute spannend ist und dessen Darsteller durch die Bank mit ihren schauspielerischen Leistungen überzeugen können. Das gilt für die beiden Hauptdarsteller Cate Blanchett und Tommy Lee Jones genauso wie für Evan Rachel Wood in der Rolle der Lilly und die erst 10-jährige Jenny Boyd in der Rolle von Maggies jüngerer Tochter Dot und vor allem auch für Eric Schweig, der als El Brujo einen wahrhaft diabolischen Bösewicht darstellt. Langeweile kommt nie auf und die gut 130 Minuten vergehen wahrlich wie im Flug. Da mir der Film wirklich gut gefallen hat, überlege ich mir schon, ob ich mir die US-DVD mit dem 20 Minuten längeren Extented Cut zulegen soll. Wenn irgend jemand im Besitz dieser Fassung ist und etwas zu dieser sagen kann, würde ich mich über ein paar Infos freuen.

TRAILER:


Aaron Eckhart Evan Rachel Wood Cate Blanchett Tommy Lee Jones Ron Howard Val Kilmer 2000er 19. Jahrhundert


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PETROLEUM MIEZEN


PETROLEUM MIEZEN PETROLEUM MIEZEN (DVD: e-m-s, Deutschland)
(OT: Les pétroleuses | Frankreich/Großbritannien/Italien/Spanien 1971 | Regie: Christian-Jaque/Guy Casaril)


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In einer von Franzosen gegründeten Kleinstadt mitten in Texas gibt die verführerische Marie (Claudia Cardinale) gemeinsam mit ihren vier Brüdern den Ton an. Als Marie davon Wind bekommt, dass auf dem Grund einer zum Verkauf stehenden Farm eine Erdölquelle vorhanden sein soll, versucht sie natürlich sofort, sich die Farm unter den Nagel zu reißen. Doch sie muss feststellen, dass das Anwesen bereits neue Besitzer zu haben scheint. Die Bankräuberin Frenchie King (Brigitte Bardot) hat sich mit ihren vier Schwestern bereits häuslich niedergelassen und gibt sich als Dr. Miller aus, welcher die Farm tatsächlich gekauft hat und von Frenchie überfallen wurde...

Als erstes ist anzumerken, dass Petroleum Miezen auf jeden Fall im französisch-englischen O-Ton angesehen werden sollte. Ich gehe nämlich davon aus, dass vom Humor des Films in der Synchro-Fassung sehr viel auf der Strecke bleibt. Da hätten wir beispielsweise die Tatsache, dass in der von Franzosen gegründeten Kleinstadt mitten in Texas auch gefälligst nur französisch gesprochen werden soll. Englisch wird von den Bewohnern nur in Ausnahmefällen akzeptiert. Dummerweise spricht der Sheriff nur englisch und versucht - da er die Einwohner oft nicht versteht - nun krampfhaft der französischen Sprache mächtig zu werden. Keine Ahnung, wie das in der Synchro bewerkstelligt wurde. Ich habe kein einziges Mal auf die deutsche Tonspur umgeschaltet.
Nun zum Film selbst. Diesen verstehe ich als etwas augenzwinkernde Hommage an das (Italo)-Western-Genre. Hier geben - das ist für das Genre des Westerns (insbesondere zum damaligen Zeitpunkt) eher unüblich - die Frauen den Ton an und die Männer stellen eindeutig das schwächere Geschlecht dar. Die Geschichte dieser durchaus amüsanten und unterhaltsamen Westernkomödie - die leider mitunter Gefahr läuft, etwas zu sehr in den Klamauk abzudriften - ist allerdings hauchdünn und hält einer kritischeren Betrachtung nicht wirklich stand. Aber welcher (männliche) Zuschauer kann das einem Film, in dem ihm mit Brigitte Bardot ( :love: :love: ) und Claudia Cardinale ( :love: :love: ) zwei der attraktivsten Schauspielerinnen aller Zeiten in wunderschönen Bildern präsentiert werden schon krumm nehmen? Ich mit Sicherheit nicht. :D

TRAILER:


Guy Casaril Claudia Cardinale Brigitte Bardot Christian-Jaque 1970er female nudity 19. Jahrhundert Spaghetti Western


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DIE RECHNUNG WIRD MIT BLEI BEZAHLT


DIE RECHNUNG WIRD MIT BLEI BEZAHLT (DVD: MGM/Sony, Deutschland)
(OT: Da uomo a uomo | Italien 1967 | Regie: Giulio Petroni)

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Infos zum Film: IMDB | OFDB


Ein kleiner Junge muss mit ansehen wie seine Familie von einer Gangsterbande kaltblütig ermordet wird. 15 Jahre später ist aus dem kleinen Jungen ein erwachsener Mann geworden. Bills (John Phillip Law) größter Wunsch ist es, Rache für den Mord an seiner Familie zu nehmen. Als er mitbekommt, dass ein aus der Haft entlassener Sträfling (Lee Van Cleff) offensichtlich auch noch eine Rechnung mit den Mördern zu begleichen hat, heftet sich Bill kurzerhand an dessen Fersen...

Schon wieder das Motiv Rache. In letzter Zeit hab ich wohl doch eine gewisse Vorliebe für solche Filme. Dieser Italo-Western hier ist nun meines Erachtens besonders sehenswert. Ein rauher Film mit einer spannenden Geschichte. Die typische Italo-Western-Atmosphäre ist jederzeit vorhanden, der Score setzt sich wie ein Ohrwurm fest und den finalen Showdown möchte ich einfach nur als absolut großartig bezeichnen. Klasse Film!
Die Rechnung wird mit Blei bezahlt ist dabei übrigens einer der vielen Filme, die in Kill Bill zitiert werden. Das Titelthema des genialen Scores von Ennio Morricone findet auch in Tarantinos Rachegeschichte Verwendung und auch das Zitat "Revenge is a dish best served cold" habe ich wiedererkannt.

TRAILER:


Giulio Petroni John Phillip Law Lee Van Cleff Luigi Pistilli 1960er Rache Spaghetti Western





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