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One Night Stands und wahre Liebe


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HOTEL TRANSSILVANIEN


HOTEL TRANSSILVANIEN HOTEL TRANSSILVANIEN (Blu-ray: Sony, Deutschland)
(OT: Hotel Transylvania | USA 2012 | Regie: Genndy Tartakovsky)


Infos zum Film:
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Das titelgebende Hotel, geführt von Graf Dracula persönlich, ist der einzige Ort, an dem die Monster dieser Welt vor den ihnen feindlichen gesinnten Menschen sicher sind. Als sich alle Monster zur Feier des 118. Geburtstages von Draculas Tochter Mavis einfinden, verläuft sich zufällig auch der Teenager Jonathan in das Hotel und Dracula hat fortan alle Hände voll zu tun, um zu vertuschen, dass es tatsächlich einem Menschen gelungen ist, den Standort des Hotels herauszufinden.
HOTEL TRANSYLVANIA von Regisseur Genndy Tartakovsky steht in der Tradition ähnlicher Animationsfilme wie MONSTER HOUSE oder PARANORMAN, legt im Gegensatz zu diesen beiden "Seelenverwandten", die ja auch die eine oder andere gruselige Sequenz beherbergten, sein Hauptaugenmerk allerdings ausschließlich auf den Humor und trifft mit dieser Taktik voll ins Schwarze. HOTEL TRANSYLVANIA ist ein riesengroßer Spaß für Jung und Alt und dürfte mit seinen unzähligen Gags, seiner liebevollen Figurenzeichnung und dem immensen Detailreichtum, mit dem der Film aufwartet, das kindliche Zielpublikum ebenso begeistern wie horroraffine Erwachsene, für die es hier wirklich verdammt viel zu entdecken gibt (incl. eines herrlichen Seitenhiebs auf die TWILIGHT-Reihe). In HOTEL TRANSYLVANIA scheint sogar so viel versteckt zu sein, dass es wohl mehrere Sichtung benötigen dürfte, um wirklich alle kleinen Details aufzufinden. Toll!

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Genndy Tartakovsky Adam Sandler Kevin James Steve Buscemi 2010er Vampir Werwolf Zombie


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DIE SCHLÜMPFE


DIE SCHLÜMPFE DIE SCHLÜMPFE (Blu-ray: Sony, Deutschland)
(OT: The Smurfs | USA 2011 | Regie: Raja Gosnell)


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35 Jahre nach ihrem ersten Leinwandabenteuer und 30 Jahre nach dem Start der Serie bekommen die Schlümpfe ihren zweiten Kinofilm spendiert in dem sie sich nicht nur wagemutig durch New York kämpfen, sondern auch noch das Leben von Hauptdarsteller Neil Patrick Harris gehörig auf den Kopf stellen.
THE SMURFS von Regisseur Raja Gosnell bietet kindgerechte Unterhaltung, die bei der anvisierten Zielgruppe definitiv für große Augen sorgen dürfte. In dem ziemlich rasant inszenierten Film ist eigentlich immer was geboten - über die für einen Kinderfilm fast schon episch zu nennende Laufzeit von gut 100 Minuten schleichen sich praktisch keine Längen ein -, die Gags dürften für die anvisierte Zielgruppe richtig gut funktionieren und lassen ab und an auch das erwachsene Publikum ein bisschen schmunzeln. Anders als bei einer Vielzahl der Animationsfilme aus den letzten Jahren, die eigentlich immer auch eine erwachsene Zielgruppe ansprechen, gibt es bei THE SMURFS jedoch nicht sonderlich viel für ein erwachsenes Publikum zu entdecken. Ein paar Filmzitate (beispielsweise eine nette Hommage an Wilders THE SEVEN YEAR ITCH) und Neil Patrick Harris, den man sich eigentlich immer anschauen kann. Das war es dann auch schon. Hätte mir da schon ein bisschen mehr erhofft. Allerdings relativiert sich diese Erwartungshaltung nach einem kurzen Blick auf die Filmographie des Regisseurs. Schaut man sich nämlich die bisherigen Regie-Credits von Gosnell mit Filmen wie HOME ALONE 3, BIG MOMMA’S HOUSE oder BEVERLY HILLS CHIHUAHUA an, dürfte einem sehr schnell klar sein, dass THE SMURFS nicht viel mehr als kindgerechte Unterhaltung bieten kann.

TRAILER:


Raja Gosnell 2010er New York Remake


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TED (Extended Cut)


TED (Extended Cut) TED (Extended Cut) (Blu-ray: Universal, Großbritannien)
(OT: Ted | USA 2012 | Regie: Seth MacFarlane)

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In TED wünscht sich der kleine John, dass sein Teddy-Bär lebendig wird und staunt nicht schlecht, als dieser Wunsch tatsächlich in Erfüllung geht. Es entsteht eine Freundschaft, die auch knapp 30 Jahre später noch Bestand hat, sehr zum Leidwesen der hübschen Lori (Mila Kunis), die mit John (Mark Wahlberg) seit nunmehr 4 Jahren liiert ist und ihren Freund mit einem sprechenden, kiffenden und rüpelhaften Teddy-Bären teilen muss.
Hört sich albern und bescheuert an? Ja, ist es in gewisser Weise auch. Aber TED ist halt auch extrem lustig, reiht einen gelungenen Gag an den nächsten und begeistert mit seinem komplett ungezügelten und respektlosen Humor. Mark Wahlberg und Mila Kunis spielen souverän wie eh und je, Flash-Gordon-Darsteller Sam J. Jones hat einen einfach nur grandiosen Gastauftritt in einer ausufernden Party-Sequenz für die Ewigkeit und sogar die obligatorische Love Story wirkt hier nicht störend oder nervig, sondern hält TED vielmehr richtiggehend zusammen und sorgt dafür, dass der Streifen nicht zur reinen Nummernrevue verkommt. Autor und Regisseur Seth MacFarlane hat mit TED eigentlich alles richtig gemacht, was man mit einem solchen Film richtig machen kann. Geil!

TRAILER:


Seth MacFarlane Mark Wahlberg Mila Kunis Patrick Stewart 2010er Oscar Nominee car chase


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PARANORMAN


PARANORMAN PARANORMAN (Blu-ray: Universal, Deutschland)
(OT: ParaNorman | USA 2012 | Regie: Chris Butler/Sam Fell)

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Der Animationsfilm hat nun schon seit ein paar Jahren den Genrefilmbereich als neue Heimat entdeckt und die Streifen, die in diesem Bereich gemacht werden, können sich fast immer sehen lassen. Was RANGO für den Italowestern und KUNG FU PANDA für den Eastern gewesen sind, ist PARANORMAN - ähnlich wie MONSTER HOUSE vor ein paar Jahren - für den Horrorfilm.
Die beiden Regisseure Chris Butler und Sam Fell haben mit PARANORMAN eine liebevolle und ausgesprochen gelungene Hommage an das Horrorgenre gedreht, mit einigen sofort auffälligen (das Titelthema aus HALLOWEEN als Klingelton, die Eishockey-Maske aus FRIDAY THE 13TH) und wahrscheinlich noch weitaus mehr versteckten (Neils toter Hund heißt "Bub") Referenzen an das Genre. Das Production Design ist klasse, die Charakterisierung der animierten Protagonisten absolut gelungen und der ganze Film präsentiert so verdammt viele kleine Details, dass es eine wahre Freude ist, das turbulente und zeitweise auch herrlich schwarzhumorige Treiben zu beobachten.
Schade, dass PARANORMAN trotz Nominierung keine Chance bei den diesjährigen Oscars hatte. Aber Pixars BRAVE stand wohl schon von vornherein als Sieger fest, wobei eine Nominierung ja auch schon einen gewissen Erfolg darstellt.

TRAILER:


Chris Butler Sam Fell John Goodman 2010er Oscar Nominee Zombie


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AVATAR


AVATAR AVATAR (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Avatar | USA 2009 | Regie: James Cameron)

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Regisseur James Cameron war bei der Oscar-Verleihung im Jahr 2010 ja doch ziemlich angepisst, als er keinen der beiden wichtigsten Preise abräumen konnte und die begehrten Statuen für den besten Film und die beste Regie jeweils ausgerechnet seiner Ex-Frau Kathryn Bigelow für deren kleinen Film THE HURT LOCKER überreicht wurden. Dass man mit dieser relativ einfach gestrickten Geschichte, die Cameron mit AVATAR erzählt, allerdings von vornherein relativ schlechte Karten bei der Academy haben dürfte, hätte Cameron durchaus bewusst sein müssen. Im Endeffekt ist AVATAR nichts anderes als eine weitere Variation eines klassischen Westerns, einer typischen "Cowboys & Indianer"-Story.
Um in die Annalen der Filmgeschichte einzugehen, braucht es allerdings nicht unbedingt Auszeichnungen. Und speziell im Fall von AVATAR ist es auch relativ zweitrangig, welche Geschichte erzählt wird. Interessant ist die Tatsache, auf welche Art und Weise diese Geschichte erzählt wird und die ist im vorliegenden Fall tatsächlich einfach nur atemberaubend. James Cameron entführt den Zuschauer in eine Welt, in der in audiovisueller Hinsicht alles möglich zu sein scheint. AVATAR ist ein Fest für die Sinne, die 3D-Effekte sind von der ersten bis zur letzten Minute einfach nur "outstanding" und eine echte Bereicherung für den Film. In 2D kann dieser Film wahrscheinlich gar nicht richtig funktionieren. James Cameron zeigt eindrucksvoll auf, was mit der "neuen" Technik alles möglich ist und hat allein aufgrund dieser Tatsache mit AVATAR in gewisser Weise Filmgeschichte geschrieben und die Welt des Kinos in eine neue Richtung gelenkt. AVATAR darf schon jetzt in keiner entsprechenden Kanon-Liste fehlen und gehört zu den Streifen, die jeder Filminteressierte gesehen haben sollte.
Ob dieses neue 3D-Filmzeitalter einem nun gefällt oder nicht, steht auf einem anderen Blatt und muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Jetzt ist die Technik da, sie hat sich etabliert und man muss sich damit abfinden (ähnlich wie sich vor vielen Jahrzehnten die Stummfilmliebhbar mit dem Tonfilm oder später die S/W-Freunde mit dem Farbfilm abfinden mussten).
Und auch ob einem AVATAR als Film nun gefällt oder nicht ist wie immer eine reine Frage des persönlichen Geschmacks (mir hat er richtig gut gefallen). Die Tatsache, dass AVATAR einen Wendepunkt in der Filmgeschichte markiert und durchaus die Bezeichnung "Meilenstein" verdient hat, sollte man am Ende des Tages - losgelöst von allen persönlichen Vorlieben - aber vielleicht einfach mal anerkennen.

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James Cameron Zoe Saldana Sigourney Weaver Michelle Rodriguez 2000er Oscar Winner Oscar Nominee Ferne Zukunft Alien


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DARK SHADOWS


DARK SHADOWS DARK SHADOWS (Blu-ray: Warner, Deutschland)
(OT: Dark Shadows | USA 2012 | Regie: Tim Burton)

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Auf Tim Burton ist Verlass. Man bekommt eigentlich immer exakt das, was man sich erwarten kann. Auch DARK SHADOWS, die Kinovariante einer von 1966-1971 im US-TV laufenden Gothic-Soap gleichen Namens, überzeugt den Fan mit einer Mischung aus schwarzem Humor und morbider Schönheit. Kostüme, Ausstattung und Schauplätze sind wieder mal erste Sahne und auch die Besetzung des Streifens kann sich mit den Burton-Regulars Johnny Depp, Helena Bonham Carter und Christopher Lee sowie u.a. Michelle Pfeiffer, Eva Green, Jackie Earle Haley, Chloë Grace Moretz und Alice Cooper (!) absolut sehen lassen. Kameramann Bruno Delbonnel verwöhnt das Auge mit einigen wirklich wunderschönen Aufnahmen und Einstellungen und Burtons Stammkomponist Danny Elfman liefert einen Score, der diese Mischung aus kühler Gothic-Atmosphäre und gelungenem Seventies-Flair absolut passend begleitet.
Allerdings bekommt man von Burton nun schon seit Jahren tatsächlich nur noch das, was man von ihm erwarten kann und nur in Ausnahmefällen ein bisschen mehr. Burton scheint mittlerweile etwas auf der Stelle zu treten und ich bin gespannt, ob der mir noch nicht bekannte FRANKENWEENIE mal wieder ein echtes Highlight darstellen wird. Der letzte richtig großartige Burton-Film war für mich BIG FISH aus dem Jahr 2003. Alle späteren Streifen konnten in keinster Weise an Meisterwerke wie ED WOOD, SLEEPY HOLLOW oder eben BIG FISH anknüpfen, lieferten zwar durchweg gute und solide Unterhaltung und waren allesamt weit davon entfernt, durchschnittlich oder gar schlecht zu sein, ihnen fehlte aber durchweg dieses gewisse Etwas, dass praktisch alle seine Filme bis BIG FISH (über das PLANET OF THE APES-Remake legen wir mal den Deckmantel des Schweigens) auszeichnete. Und leider bildet auch DARK SHADOWS da keine Ausnahme. DARK SHADOWS ist gut, aber nicht überragend.

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Tim Burton Johnny Deep Helena Bonham Carter Michelle Pfeiffer Christopher Lee Eva Green Jackie Earle Haley 2010er Vampir Rache Werwolf Femme fatale 70er Jahre 18. Jahrhundert Remake


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DIE GEISTER, DIE ICH RIEF


DIE GEISTER, DIE ICH RIEF DIE GEISTER, DIE ICH RIEF (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Scrooged | USA 1988 | Regie: Richard Donner)

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Es ist Mitte Mai und ich veröffentliche hier einen Text zu einem Weihnachtsfilm. Das hat nun weniger damit zu tun, dass ich plötzlich - da das Wetter sich ja nun endlich zu bessern scheint - Sehnsucht nach der Kälte des Winters verspüren würde, sondern zeigt deutlich auf, dass ich mit diesem Blog hier so hoffnungslos hinterherhinke wie schon Ewigkeiten nicht mehr. Da mir dieses Tagebuch aber wirklich am Herzen liegt und ich mich einfach nicht dazu durchringen kann, es einfach aufzugeben, komme ich meiner Chronistenpflicht nach und veröffentliche weiter Texte, die sich schon lange bruchstückhaft in einem Word-Dokument befinden und nur darauf warten, halbwegs zusammengefügt und wenigstens ein bisschen ausformuliert zu werden. Und da sich im Mai wahrscheinlich eh keiner für einen Text zu einem Film wie SCROOGED interessiert, mache ich es mir einfach und fasse mich kurz:
In Donners Variation von Dickens klassischer Weihnachtsgeschichte darf sich Bill Murray als tyrannischer TV-Produzent mit den drei Geistern der Weihnacht herumschlagen und wird dadurch am Ende des Tages ein besserer Mensch. SCROOGED ist einer der absoluten Klassikers des Weihnachtsfilms und gehört gleich nach CHRISTMAS VACATION zu meinen persönlichen Favoriten in diesem Subgenre. Regisseur Richard Donner präsentiert eine ausgewogene Mischung aus Ernsthaftigkeit, Kitsch und purem Klamauk und hat das große Glück, mit Bill Murray einen Hauptdarsteller zu haben, der praktisch den kompletten Film von der ersten bis zur letzten Sekunde trägt. Murray ist in der Rolle des Ekelpakets absolut in seinem Element und liefert hier einen seiner besten Auftritte ab. Klasse!

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Richard Donner Bill Murray Lee Majors Robert Mitchum 1980er Oscar Nominee 50er Jahre 60er Jahre 70er Jahre


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THE CHANGE-UP (Extended Cut)


THE CHANGE-UP (Extended Cut) THE CHANGE-UP (Extended Cut) (Blu-ray: Universal, Großbritannien)
(OT: The Change-Up | USA 2011 | Regie: David Dobkin)

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Dave (Jason Bateman) und Mitch (Ryan Reynolds) sind seit ihrer Kindheit die besten Freunde. Während Dave es mittlerweile zum erfolgreichen Anwalt und sorgenden Familienvater geschafft hat, lebt Mitch weiterhin in den Tag hinein, hat Affären mit den heißesten Frauen der Stadt und hält sich mit kleinen Schauspieljobs finanziell über Wasser. So wirklich zufrieden sind jedoch beide Freunde nicht mit ihrem Leben. Während Dave Mitch um dessen Freiheit beneidet, vermisst dieser wiederum die Sicherheit und Routine, die Daves Leben zu bieten scheint. Als die zwei Freunde sich in einer bierseligen Nacht wünschen, sie würden das Leben des jeweils anderen leben, geht dieser Wunsch tatsächlich in Erfüllung…

Alle paar Jahre holen sie in Hollywood mal wieder die Idee mit dem Körpertausch aus der Schublade. The Change-Up unterscheidet sich dabei erwartungsgemäß nicht großartig von den meisten anderen Vertretern der Body-Switch-Komödie. Hier sind es zwei Freunde, die jeweils das scheinbar perfekte Leben des anderen beneiden, sich plötzlich aufgrund einer magischen Fügung im Körper des anderen wiederfinden und mit diesem ach so beneidenswerten Leben erst mal klar kommen müssen. Denn so verführerisch die sprichwörtlichen Schuhe des jeweiligen Freundes auf den ersten Blick auch sein mögen, man muss erst mal ein paar Kilometer in diesen laufen und stellt dann schnell fest, dass wahrlich nicht alles Gold ist was glänzt. Natürlich gehen unsere beiden Protagonisten am Ende geläutert aus der Angelegenheit hervor und wissen endlich, ihr eigenes Leben richtig zu schätzen. Der Weg zum Ziel ist von Regisseur David Dobkin ziemlich kurzweilig gestaltet, mit einigen netten - teils auch herrlich deftigen - Gags garniert und durchaus anschaubar. Kein Highlight, aber als schmackhaftes Kino-Fast-Food absolut in Ordnung. There’s nothing more to say.

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David Dobkin Jason Bateman Ryan Reynolds Olivia Wilde 2010er female nudity


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FANTASTIC FOUR: RISE OF THE SILVER SURFER


FANTASTIC FOUR: RISE OF THE SILVER SURFER FANTASTIC FOUR: RISE OF THE SILVER SURFER (DVD: Constantin/Highlight, Deutschland)
(OT: 4: Rise of the Silver Surfer | Deutschland/Großbritannien/USA 2007 | Regie: Tim Story)

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Nach dem Sieg über ihren Erzfeind Dr. Doom (Julian McMahon) versuchen die "Fantastic Four" etwas Ruhe einkehren zu lassen. Doch die Ruhe währt nicht lange. Mitten in die Hochzeitszeremonie von Reed Richards (Ioan Gruffudd) und Susan Storm (Jessica Alba) platzt eine neue Bedrohung, die das Ende der Welt bedeuten könnte. Der "Silver Surfer" hat sich als Vorbote des Weltenfressers "Galactus" seinen Weg zur Erde gebannt und plötzlich auftretende Störungen innerhalb des Magnetfeldes und chaotische Klimaerscheinungen sind noch die geringsten Probleme, mit denen sich Reed, Susan, Johnny (Chris Evans) und Ben (Michael Chiklis) auseinandersetzen müssen…

Wenn man von der ungeschriebenen Regel ausgeht, dass Marvel-Verfilmungen praktisch immer gut gelungen sind, dann ist 4: Rise of the Silver Surfer die Ausnahme, die diese Regel bestätigt. Bereits der Vorgänger, Fantastic Four, hatte sich nun wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert und gehörte bis dato zu den schwächsten Filmen aus dem Marvel-Universum. 4: Rise of the Silver Surfer beweist nun eindrucksvoll, dass es auch gerne noch eine Stufe schlechter geht. Es muss ja nun nicht unbedingt immer X-Men- oder The Avengers-Qualität sein um den Zuschauer einigermaßen gut zu unterhalten, aber ein bisschen mehr als das hier Gezeigte hätte Regisseur Tim Story seinem Publikum schon präsentieren können. 4: Rise of the Silver Surfer ist im Endeffekt ein Kinderfilm, kommt ohne jegliche Charakterentwicklung aus, präsentiert eine Story, wie sie belangloser nicht sein könnte, ist schlichtweg albern und die paar vorhandenen Action Set Pieces scheinen mit gezogener Handbremse inszeniert worden sein. Das wäre alles nicht sonderlich tragisch, wenn sie nicht ausgerechnet den Silver Surfer - die in meinen Augen wohl faszinierendste Figur im ganzen Comic-Unversum von Marvel - in diesem Film so gnadenlos verheizt hätten. Unfassbar!

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Tim Story Jessica Alba Laurence Fishburne 2000er Sequel New York


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GATE - DIE UNTERIRDISCHEN


GATE - DIE UNTERIRDISCHEN GATE - DIE UNTERIRDISCHEN (DVD: Marketing, Deutschland)
(OT: The Gate | Kanada/USA 1987 | Regie: Tibor Takács)

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Glen (Stephen Dorff) und seine Schwester Al (Christa Denton) müssen das Wochenende alleine ohne ihre Eltern verbringen und sehen sich gemeinsam mit Glens bestem Freund Terry (Louis Tripp) urplötzlich einer übernatürlichen Gefahr ausgesetzt. Durch das kurz vor der Wegfahrt der Eltern durchgeführte Fällen eines uralten Baumes im Garten der Familie wurde ein Tor zu einer Unterwelt freigelegt und aus dem düsteren Loch im Garten steigt eine ganze Armada gefährlicher Dämonen hervor, der sich die Kids mit allen Mitteln versuchen entgegenzustellen…

The Gate vom ungarischen Regisseur Tibor Takács ist ein typisches Kind der 80er Jahre und steht in der Tradition von Filmen wie The Monster Squad, Gremlins oder Joey, allesamt Streifen mit Protagonisten im Kindes- bzw. Teeniealter und einer phantastischen Story, die nicht selten in Horrorgefilde abdriftet. Takács lässt sich zunächst viel Zeit, stellt seine Charaktere vor - die Hauptrolle spielt übrigens der damals 13 Jahre alte Stephen Dorff (als Erwachsener insbesondere bekannt als Deacon Frost aus Blade) - und baut langsam Spannung und Atmosphäre auf, bevor er nach ca. der Hälfte der Laufzeit die Dämonen von der Leine lässt. The Gate begeistert im wirklich rasanten Finale mit tollen Stop-Motion-Effekten und überrascht mit einigen derben Sequenzen, die einem jüngeren Publikum (für ein solches ist The Gate aufgrund seiner Hauptcharaktere natürlich hauptsächlich gemacht) sicher nicht nur das Gruseln lehren, sondern darüber hinaus durchaus dazu geeignet sein dürften, für die eine oder andere schlaflose Nacht zu sorgen. The Gate ist ein echter Volltreffer - und das sage ich defnitiv nicht nur aus nostalgischer Verklärtheit (Takács Streifen ist einer dieser Filme ist, mit denen ich einst aufgewachsen bin).

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Tibor Takács 1980er


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THE EVIL DEAD 3: ARMY OF DARKNESS (Director’s Cut)


THE EVIL DEAD 3: ARMY OF DARKNESS (Director’s Cut) THE EVIL DEAD 3: ARMY OF DARKNESS (Director’s Cut) (DVD: Anchor Bay, Großbritannien)
(OT: Army of Darkness | USA 1992 | Regie: Sam Raimi)

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Der durch einen Zeittunnel ins Mittelalter katapultierte Ash (Bruce Campbell) muss sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass er es mit einer kompletten Armee von Dämonen aufnehmen muss um eine Chance zu haben, wieder in seine eigene Zeit zurückzukehren…

Der Abschluss von Raimis Tanz der Teufel-Trilogie zelebriert den im ersten Teil noch etwas versteckten und im unmittelbaren Vorgänger dann schon weitaus deutlicher in den Vordergrund getretenen schwarzen Humor der Geschichte rund um Ash und das Necronomicon auf einfach nur noch herrliche Art und Weise. Army of Darkness ist ein mehr als krönender Abschluss der Reihe und dürfte hauptverantwortlich für den heutigen Kultstatus von Bruce Campbell sein. Campbells Ash darf sich im Mittelalter mit Rittern, Dämonen und seiner eigenen Tolpatschigkeit herumschlagen, hat immer einen coolen Oneliner auf den Lippen und rockt einfach nur das sprichwörtliche Haus. Wer auch immer allerdings auf Horror und Spannung hofft, kann lange warten und wird für seine aufgebrachte Geduld nicht wirklich belohnt. Lediglich die wieder mal hervorragenden Effekte der KNB-Group erinnern an die gruselige Vergangenheit der Reihe, ansonsten regiert der rabenschwarze Humor, der teilweise fast schon slapstickartige Züge annimmt (insbesondere in dieser grandiosen Sequenz in der Mühle, aber auch im absolut spektakulären Finale). Army of Darkness ist als lupenreine Komödie auszumachen und hat mit dem Horrorgenre nur noch die phantastische Ausgangssituation der Geschichte gemein. Wer sich daran nicht stört, dürfte in meinen Augen nur zu folgendem Urteil kommen: Grandios!

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Sam Raimi Bruce Campbell Bridget Fonda 1990er Sequel Mittelalter


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HOUSE


HOUSE HOUSE (DVD: Anchor Bay, Großbritannien)
(OT: House | USA 1986 | Regie: Steve Miner)

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Nach dem Tod seiner Tante (Susan French) kehrt Vietnamveteran und Horrorautor Roger Cobb (William Katt) in deren Haus zurück und muss sich dort seinen diversen Dämonen aus der Vergangenheit stellen. Sein kleiner Sohn verschwand einst spurlos während eines Besuchs bei der nun verstorbenen Tante. Ein Ereignis, welches nicht nur Rogers Ehe sondern auch auch seine Karriere als Schriftsteller ruinierte…

House ist eine wirklich extrem spaßige Mischung aus Fantasy, Horror und Komödie, die auch über ein Viertel Jahrhundert nach ihrem Erscheinen nichts an ihrer Faszination eingebüßt hat. House gehört zu diesen Filmen, die ich als Jugendlicher geliebt habe und die erfreulicherweise auch heute noch richtig gut funktionieren. Eine gesunde Portion schwarzer Humor, einige wirklich krude Einfälle, zahlreiche gelungene Gags, ein paar gute Schockeffekte und ein unwiderstehlich sympathisches Creature Design zeichnen House aus und verbreiten über die komplette Laufzeit jede Menge gute Laune. Und wenn man sich dann so anschaut, wer so alles bei diesem Film hinter der Kamera tätig gewesen ist, liest sich diese Liste fast wie ein "Who Is Who" diverser Genrespezialisten. In die Kinos gebracht wurde House seinerzeit von Roger Cormans New World Pictures, als Produzent fungierte Sean S. Cunningham (u.a. für Friday the 13th verantwortlich), Regie führte Steve Miner, der zuvor bei Friday the 13th Part 2 und Friday the 13th Part III auf dem Regiestuhl Platz genommen hatte, für den Score sorgte Harry Manfredini, die Kameraarbeit geht auf das Konto des Schweden Mac Ahlberg, der u.a. Filme wie From Beyond und Re-Animator fotografierte und die Story zu House stammt aus der Feder von Fred Dekker, der im selben Jahr mit Night of the Creeps bei einer der in meinen Augen besten Horrorkomödien aller Zeiten Regie führen sollte. Bei so viel Fachkompetenz konnte ja nicht viel schief gehen.

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Steve Miner 1980er Rache New World Pictures


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DRIVE ANGRY 3D


DRIVE ANGRY 3D DRIVE ANGRY 3D (Blu-ray: Warner, Deutschland)
(OT: Drive Angry | USA 2011 | Regie: Patrick Lussier)

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Um seine Enkeltochter aus den Klauen des verrückten Sektenführers Jonah King (Billy Burke) zu befreien, bricht der verstorbene Kriminelle Milton (Nicolas Cage) aus der Hölle aus und begibt sich auf die Jagd nach King. Doch viel Zeit bleibt ihm nicht, denn King hat vor, dass Kind bei einem satanischen Ritual zu opfern…

In Patrick Lussiers wilder Mischung aus Action, Fantasy und Horror kehrt ein wieder mal vollkommen außer Rand und Band aufspielender Nicolas Cage mit einem Auto (!) aus der Hölle zurück um das Baby seiner von einem Satanskult ermordeten Tochter vor dem sicheren Tod zu retten. Ihm zur Seite steht eine junge Kellnerin, ihm auf den Fersen ist der Buchhalter aus der Hölle, der ihn wieder zurückbringen soll. Drive Angry ist einfach nur komplett "over the top". Da hätten wir die hanebüchene Story, die von Regisseur Lussier und seinem Star Cage mit solch einem Ernst vorgetragen wird, dass man meinen könnte, sie sei das Normalste der Welt. Oder das fast schon irrsinnige Overacting von Nicolas Age, der mit seiner Art des Schauspiels mittlerweile eine eigene Kunstform anzustreben scheint. Und natürlich diese komplett durchgeknallten Sequenzen, die den ganzen Film durchziehen und die einen mehr als einmal die Fragezeichen raushauen - allein die Szene mit der Prostituierten im Motelzimmer ist bestens dafür geeignet, in die Annalen des Exploitationfilms einzugehen. Drive Angry ist einfach nur komplett verrückt und macht Spaß wie Hölle. Ein wahres Fest für alle Freunde des schlechten Geschmacks.

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Patrick Lussier Nicolas Cage Amber Heard 2010er car chase female nudity Rache


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TRUE BLOOD: SEASON 4


TRUE BLOOD: SEASON 4 TRUE BLOOD: SEASON 4 (Blu-ray: HBO/Warner, Deutschland)
(OT: True Blood: Season 4 | USA 2011 | Idee: Alan Ball)

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Während Sookie Stackhouse (Anna Paquin) gefühlsmäßig zwischen den beiden Vampiren Bill Compton (Stephen Moyer) und Eric Northman (Alexander Skarsgård) hin- und hergerissen ist, muss sich Bill in seiner Eigenschaft als neuer Vampirkönig mit einem gefährlichen Gegner auseinandersetzen, der eine große Gefahr für alle Vampire darstellt. Denn die vom Geist einer vor vielen Jahrhunderten durch Vampire zu Tode gekommenen Hexe besessenen Marnie Stonebrook (Fiona Shaw) scheint eine Möglichkeit gefunden zu haben, sämtliche Vampire auszurotten…

In der vierten Staffel nimmt sich True Blood eine kleine Auszeit. An die hohe Qualität der ersten drei Staffeln kommt Season Nr. 4 leider nie heran. Das liegt zum einen an der Tatsache, dass die Hexen als Gegner für die Vampire bei weitem nicht so interessant rüberkommen wie es die Widersacher in den Staffeln zuvor waren, zum anderen an dem Fakt, dass es dem Team rund um Macher Alan Ball leider nicht gelungen ist, die ganz große Stärke der Vorgängerstaffeln - nämlich keinerlei uninteressanten Charaktere oder Subplots in die große Rahmenhandlung einzubetten - auch in diese vierte Season herüberzuretten. Hier gibt es leider einige Nebenhandlungen, die einem als Zuschauer ziemlich am Allerwertesten vorbeigehen und bei denen man froh ist, wenn sie möglichst wenig Screentime abbekommen. Und wenn dann auch noch die Haupthandlung etwas schwächer ausgefallen ist, wirkt sich das nicht gerade positiv auf das Sehvergnügen aus. Außerdem muss ich leider feststellen, dass sich True Blood langsam aber sicher immer mehr zu einer Twilight-Variante mit Blut und Titten - der Härtegrad ist auch in Staffel Nr. 4 wieder recht ordentlich (auch wenn die vorherigen Staffeln in dieser Hinsicht fast noch etwas mehr Schauwerte geboten haben) und in splitternackten Frauenkörpern scheint diese Season fast zu versinken - zu entwickeln scheint. Das ständige Rumgeeiere zwischen Sookie, Bill und Eric birgt extrem hohes Nervpotential und ich kann nur hoffen, dass dieser Twilight-Einschlag in den noch folgenden Staffeln nicht noch mehr überhand nimmt.

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Alan Ball Anna Paquin Evan Rachel Wood 2010er female nudity Vampir Rache


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ALICE IM WUNDERLAND 3D


ALICE IM WUNDERLAND 3D ALICE IM WUNDERLAND 3D (Blu-ray: Walt Disney Studios, Deutschland)
(OT: Alice in Wonderland | USA 2010 | Regie: Tim Burton)

Infos zum Film:
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Während einer oppulenten Gartenparty lässt die verträumte Alice (Mia Wasikowska) ihren Freund Hamish (Leo Bill), der ihr gerade eine Heiratsantrag machen möchte, einfach stehen und folgt lieber einem weißen Kaninchen und stürzt schließlich in dessen Bau, hinein in eine faszinierende Traumwelt, die sie als kleines Kind schon einmal besucht hatte und in der von ihr die Bewältigung einer schwierigen Aufgabe erwartet wird…

Die Geschichte von Alice im Wunderland ist natürlich geradezu prädestiniert, um von Tim Burton verfilmt zu werden. Burtons Vorlieben für skurrile Figuren sowie für außergewöhnliche Sets und Kostüme kommen hier voll zur Geltung. Alice im Wunderland 3D ist ein regelrechter Augenschmaus, ein visuelles Glanzstück, ein Film, der wahrscheinlich mehrere Sichtungen benötigt, um wirklich alle kleinen Details zu entdecken, die Burton und sein Team hier untergebracht haben. Aber Burtons Alice im Wunderland-Variante sieht nicht nur richtig gut aus, sondern weiß auch auf schauspielerischer Ebene zu überzeugen. Johnny Depp ist als Hutmacher mal wieder absolut in seinem Element, Mia Wasikowska als Alice ist einfach nur bezaubernd und Anne Hathaway und Helena Bonham Carter als weiße und rote Königin passen einfach nur perfekt in ihre Rollen, insbesondere Anne Hathaway hat mir mit ihrem leicht verträumten Spiel richtig gut gefallen. Dazu gesellt sich noch eine gesunde Portion schwarzen Humors und ein toller Score von Danny Elfman. Alice im Wunderland 3D ist wirklich rundum gelungen und das gilt insbesondere auch für die 3D-Effekte, die zumindest auf meinem 55 Zoll großen TV verdammt viel Spaß bereitet haben.

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Tim Burton Johnny Depp Anne Hathaway Helena Bonham Carter Alan Rickman Christopher Lee 2010er Oscar Winner Oscar Nominee 19. Jahrhundert


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MIGHTY APHRODITE


MIGHTY APHRODITE MIGHTY APHRODITE (DVD: Miramax/Buena Vista, Großbritannien)
(OT: Mighty Aphrodite | USA 1995 | Regie: Woody Allen)

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Max (Jimmy McQuaid), der Adoptivsohn von Sportjournalist Lenny (Woody Allen) und dessen Ehefrau Amanda (Helena Bonham Carter), stellt sich als kleines Genie heraus und Lenny spürt in sich langsam das dringende Bedürfnis aufkommen, nach der leiblichen Mutter seines Sohnes zu suchen. Und diese Suche ist auch relativ schnell von Erfolg gekrönt und führt zu dem zunächst ausgesprochen ernüchternden Ergebnis, dass es sich bei der leiblichen Mutter um die Prostituierte Linda Ash (Mira Sorvino) handelt. Doch Lenny möchte die junge Frau dennoch näher kennenlernen und stellt dadurch sein Leben komplett auf den Kopf...

Woody Allen, der hier mal wieder als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller zu Gange war, ist als hibbeliger Neurotiker zum wiederholten Male absolut in seinem Element. Mighty Aphrodite bietet all das, was man sich von einem Allen-Film erwarten kann. Der in New York spielende Streifen ist federleicht inszeniert, bei den herrlichen Dialogen regieren der Wortwitz und die Ironie und Woody Allen und Mira Sorvino - die für ihre Darbietung übrigens mit einem Oscar ausgezeichnet wurde - ergänzen sich als komplett ungleiches Paar wirklich hervorragend und harmonieren ganz vorzüglich miteinander. Und auch diese Inszenierung in Form einer griechischen Tragödie incl. dem dazugehörigem Chor hat mir wirklich ausgesprochen gut gefallen. Mighty Aphrodite macht über die komplette Laufzeit einen riesigen Spaß und sorgt einmal mehr für dieses wohlige Gefühl in der Magengegend. Aber irgendwie bin ich das von Woody Allen ja mittlerweile schon gewohnt. Ich habe noch keinen wirklich schlechten Film von ihm gesehen.

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Woody Allen Helena Bonham Carter Peter Weller 1990er Oscar Winner Oscar Nominee New York


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.HACK//QUANTUM


.HACK//QUANTUM .HACK//QUANTUM (DVD: I-On New Media, Deutschland)
(OT: .hack//Quantum | Japan 2010 | Regie: Masaki Tachibana)

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Die drei Freundinnen Asumi (Hanazawa Kana), Eri (Fujimura Ayumi) und Iori (Sawashiro Miyuki) sind begeisterte Spielerinnen des Online-Games “The World“ und verbringen praktisch ihre komplette Freizeit in der riesigen Welt des Spiels. Als sich Eri bei einem der Abenteuer jedoch nicht mehr rechtzeitig ausloggen kann und danach im realen Leben ins Koma fällt, müssen Asumi und Iori, die versuchen, ihrer Freundin mit allen Mitteln zu helfen, entsetzt feststellen, dass neben Eri noch viele weitere Spieler von “The World“ aus unerklärlichen Umständen ins Koma gefallen sind…

Mal wieder ein kleiner Ausflug in die Welt des Anime. .hack//Quantum ist eine 3-teilige OVA und Teil eines groß angelegten Franchises, zu dem bisher diverse Romane, Mangas, Videospiele und TV-Serien gehören. Eine Kenntnis dieses Universums ist allerdings nicht zwingend erforderlich, um sich an .hack//Quantum heranzuwagen. Auch für mich war dies die erste Begegnung mit dem .hack-Universum und ich hatte keinerlei Probleme, mich auf Anhieb zurechtzufinden. Ohne großes Vorgeplänkel wirft Regisseur Masaki Tachibana den Zuschauer in seine ausgesprochen geradlinig erzählte Geschichte hinein und schafft es sehr schnell, ihn mit einer spannenden Mischung aus Fantasy und Mystery für sich zu gewinnen. Gerade mal gut 70 Minuten dauert die Reise durch “The World“ - in die auch einige kritische Untertöne hinsichtlich des Suchtpotentials von Online-Spielen gepackt wurde - und die gehen praktisch wie im Flug vorüber.
Mit am wichtigsten bei einem Anime ist natürlich die Qualität der Zeichnungen und die ist hier wirklich über jeden Zweifel erhaben. .hack//Quantum sieht wirklich klasse aus, egal ob sich die Handlung nun in der realen Welt oder in der Welt des Online-Games abspielt. Die Actionsequenzen in der Online-Welt sind zudem verdammt spektakulär ausgefallen und begeistern mit vielen kleineren und ausgesprochen liebevoll animierten Details. Dazu gesellen sich ein Score von Komponist Kô Ôtani, der das Geschehen nahezu perfekt musikalisch untermalt, und ein Sounddesgin, das hervorragend dazu geeignet ist, die Grenzen der heimischen Surroundanlage auszutesten.
Wer Lust auf kurzweilige Anime-Unterhaltung verspürt und sich nicht erst in ein riesiges Universum einarbeiten will, dürfte mit .hack//Quantum sicher seine Freude haben.

TRAILER:


Masaki Tachibana 2010er Nahe Zukunft


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THE SPIRIT


THE SPIRIT THE SPIRIT (Blu-ray: Sony, Deutschland)
(OT: The Spirit | USA 2008 | Regie: Frank Miller)

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In Central City bekommt die Polizei bei der Verbrechensbekämpfung schon seit einiger Zeit Hilfe vom einsamen Rächer “The Spirit“ (Gabriel Macht), der einst von den Toten auferstand und nun unsterblich ist und dessen großes Ziel es ist, den gemeingefährlichen Superverbrecher Octopus (Samuel L. Jackson) endlich zur Strecke zu bringen. Und die Chance auf Erfüllung dieses Ziels scheint aufgrund des urplötzlichen Auftauchens der schon seit Ewigkeiten verschollenen Jugendfreundin (Eva Mendes) von “The Spirit“ mit einem Male größer als je zuvor zu sein...

Nachdem Frank Miller bei Sin City noch an der Seite von Robert Rodriguez auf dem Regiestuhl Platz genommen hatte, stellt The Spirit nun Millers erstes Soloprojekt als Regisseur dar. Als Vorlage diente erneut eine - mir mal wieder gänzlich unbekannte - Comicreihe und rein optisch erinnert The Spirit mehr als nur ein bisschen an Sin City. Insbesondere in visueller Hinsicht ist The Spirit ein echter Leckerbissen und verwöhnt den Zuschauer mit seiner ausgefeilten Optik und seinen technischen Spielereien. So wirklich leicht macht es Miller dem Zuschauer mit seinem Film allerdings nicht. The Spirit wandelt irgendwo zwischen Slapstick-Komödie, alten Warner-Cartoons und Film Noir, ist vollgestopft mit grotesken, ja fast schon absurden Ideen und mit einer Vielzahl an bizarren und komplett abgedrehten Figuren bevölkert. Kann man sich nicht auf den Film einlassen, wird man diesen herrlich verrückten Streifen wahrscheinlich leichtfertig als Multi-Millionen-Dollar-Trash abtun, in dem sich Stars wie Samuel L. Jackson, Gabriel Macht, Eva Mendes und Scarlett Johansson ganz offensichtlich komplett zum Horst machen. Anders kann ich mir die überwiegend vernichtende Kritik, die der Streifen einstecken musste, eigentlich gar nicht erklären. Diese Sichtweise geht in meinen Augen aber doch ziemlich an der Realität vorbei. Schaut man einfach mal genauer hin, dann kommt man nicht umhin festzustellen, dass die genannten Stars ganz offensichtlich einen diebischen Spaß bei der Darstellung ihrer verrückten Charaktere hatten und teilweise zu absoluter Höchstform auflaufen. Und spätestens in der Laborsequenz mit dem hüpfenden Fuß hatte mich Miller komplett für sich und seinen Film gewonnen. The Spirit rockt. Ende der Diskussion! ;) :D

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Frank Miller Samuel L. Jackson Eva Mendes Scarlett Johansson 2000er Femme fatale


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THE MONSTER SQUAD


THE MONSTER SQUAD THE MONSTER SQUAD (DVD: Lionsgate, USA)
(OT: The Monster Squad | USA 1987 | Regie: Fred Dekker)

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Der von Horrorfilmen und Monstern begeisterte Sean (Andre Gower) betreibt gemeinsam mit ein paar Freunden einen Monster-Club. Die Kids treffen sich regelmäßig in einem Baumhaus und gehen dort ihrem geliebten Hobby nach. Als Sean eines Tages ein seltsames Buch in seinen Besitz bekommt, ahnt er noch nicht, dass er damit den Schlüssel zur Rettung der Welt in den Händen hält. Denn Dracula (Duncan Regehr) ist nach 100 Jahren wieder erwacht und versucht gemeinsam mit verschiedenen Monstern (u.a. Tom Noonan, Carl Thibault) die Weltherrschaft an sich zu reißen. Und nur mit Hilfe von Seans Buch kann Dracula aufgehalten werden...

The Monster Squad ist eines dieser kleinen, leider viel zu wenig bekannten Highlights aus den 80er Jahren. Dekkers Monsterspaß steht ganz eindeutig in der Tradition von Filmen wie Gremlins, Explorers oder Die Goonies, konnte aber nie deren Bekanntheitsgrad erreichen. In The Monster Squad müssen sich die Kids mit einer ganzen Armada klassischer Filmmonster auseinandersetzen. Dracula, Frankensteins Monster, die Kreatur aus dem Amazonas, die Mumie und der Werwolf wollen die Welt ins Chaos stürzen und nur die von Horrorfilmen und Monstern begeisterten Kinder können sie daran hindern. Regisseur Fred Dekker drehte ein Jahr zuvor den grandiosen Night of the Creeps und ist somit für zwei absolute Genrehighlights der 80er Jahre verantwortlich. The Monster Squad ist ein riesengroßer Spaß - sowohl für die jüngere Zielgruppe als auch für den erwachsenen Genrefreund, der in dem liebevoll gemachten Streifen ganz viele Referenzen an die klassischen Horrorfilme der Universal Studios entdecken kann - und ist für einen Film, der eigentlich für ein jüngeres Publikum gemacht ist, teilweise ziemlich deftig ausgefallen. Insbesondere das von Effektguru Stan Winston stammende Creature Design ist für einen PG-13-Film schon ziemlich "creepy" und gruselig geraten und im Finale geht dann so richtig die Post ab. Ich kann mir gut vorstellen, dass damals einige Kids nach der Sichtung dieses Films erst mal ein paar schlaflose Nächte verbracht haben.

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Fred Dekker 1980er Vampir Werwolf


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DEATH NOTE 2: THE LAST NAME


DEATH NOTE 2: THE LAST NAME DEATH NOTE 2: THE LAST NAME (Blu-ray: I-On New Media, Deutschland)
(OT: Desu nôto: The last name | Japan/USA 2006 | Regie: Shûsuke Kaneko)

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Noch immer hat es Light Yagami (Tatsuya Fujiwara) geschafft, seine Identität als Kira geheim zu halten. Mittlerweile hat er sogar erreicht, dass er gemeinsam mit dem Meisterdetektiv L (Ken'ichi Matsuyama) nach Kira fanden darf. Dieser hat Light jedoch noch immer in Verdacht, Kira zu sein und so ist es für Light ein regelrechter Segen, als plötzlich ein zweites “Death Note“ auftaucht, welches in die Hände der TV-Moderatorin Misa Amane (Erika Toda) gerät. Diese ist ein glühender Verehrer von Kiras Taten und mit Misas Hilfe hofft Light, den lästigen L für immer loswerden zu können…

Death Note 2: The Last Name schließt unmittelbar an die Ereignisse des Vorgängers an und erzählt die in Death Note angefangene Geschichte zu Ende. Teil 1 und 2 verschmelzen so zu einem großen Ganzen und ohne Kenntnis des ersten Teils ist die Sichtung der Fortsetzung ziemlich sinnlos. Erfreulicherweise kann Death Note 2: The Last Name die Qualität der zweiten Hälfte des Vorgängers aufrecht halten und sogar noch steigern. Leerlauf wie in der zähen ersten Hälfte von Teil 1 gibt es hier über die komplette Lauflänge zu keiner Zeit zu beklagen. Die Fortführung der Geschichte ist ausgesprochen spannend und kurzweilig geraten, mit einigen netten Wendungen ausgestattet und lässt die doch recht üppige Laufzeit von etwas über 130 Minuten praktisch wie im Fluge vergehen. Und auch der abermals nicht wirklich überzeugende Tatsuya Fujiwara in der Hauptrolle des Light Yagami wirkt sich nicht wirklich negativ auf Death Note 2: The Last Name aus. Das liegt insbesondere daran, dass sein kongenialer Gegenspieler L, der wieder einfach nur großartig von Ken'ichi Matsuyama gespielt wird, hier deutlich mehr Screentime abbekommen hat als im Vorgänger und sich im Laufe des Films zum heimlichen Hauptcharakter des Streifens entwickelt. Und dann ist da natürlich noch die extrem schnuckelige Erika Toda in der Rolle von Lights Helferin Misa, die wahrlich mehr als nur einen Blick wert ist. Death Note 2: The Last Name hat richtig viel Spaß gemacht und da man den Film nicht ohne den ersten Teil anschauen kann, gibt es von mir trotz des schwächeren Vorgängers für das Gesamtwerk eine klare Empfehlung (auch wenn mir vollkommen bewusst ist, dass insbesondere die Art der Animation der in beiden Filmen vorkommenden Todesgötter durchaus gewöhnungsbedürftig ist und sicher nicht jedermanns Sache sein dürfte).

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Shûsuke Kaneko 2000er Sequel Nikkatsu


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DEATH NOTE


DEATH NOTE DEATH NOTE (Blu-ray: I-On New Media, Deutschland)
(OT: Desu nôto | Japan 2006 | Regie: Shûsuke Kaneko)

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Ein "Death Note" ist ein Buch, welches seinem Besitzer die Macht verleiht, über Leben und Tod zu entscheiden. Wessen Name auch immer in dem Buch notiert wird, stirbt kurze Zeit später an einem Herzinfarkt oder an einer Todesursache, die der Notierende zusätzliche aufgeschrieben hat. Als dem hochbegabten Student Light Yagami (Tatsuya Fujiwara) ein solches “Death Note“ zufällig in die Hände fällt, entschließt sich der schon lange nicht mehr an die Gerechtigkeit der Justiz glaubende Light dazu, das Buch zu nutzen und die Welt von den schlimmsten Verbrechern zu befreien. Unter dem Pseudonym “Kira“ begeht er mit Hilfe des Buches einen Mord nach dem anderen und wird schon bald zum meistgesuchten Mann Japans. Als sich auch noch der Meisterdetektiv L (Ken'ichi Matsuyama) einschaltet und den Behörden bei der Suche nach “Kira“ seine Hilfe anbietet, greift Light - um seine wahre Identität weiter geheim zu halten - zu drastischen Maßnahmen und notiert fortan nicht nur die Namen von Schwerverbrechern in seinem “Death Note“…

Bei Death Note von Regisseur Shûsuke Kaneko handelt es sich um die Realverfilmung eines Mangas und allein aufgrund dieser Tatsache sollte man sich nun wahrlich keine großartigen Gedanken über die Glaubwürdigkeit der Ausgangssituation der Geschichte machen. Denn die ist natürlich nicht sonderlich groß und wer sich von Death Note einen realistischen Film erwartet, dürfte von der Mischung aus Vigilanten-, Kriminal-, Mystery- und Fantasyfilm ziemlich schnell enttäuscht werden. Aber auch wenn man sich ohne jegliche Vorbehalte auf Death Note einlässt, fällt es meines Erachtens zunächst relativ schwer, in echte Begeisterungsstürme auszubrechen. Das liegt insbesondere an dem nicht wirklich überzeugenden Tatsuya Fujiwara in der Rolle des Light Yagami, der es einfach nicht schafft, der Hauptfigur so etwas wie ein Profil zu verleihen und aufgrund dessen durchschnittlicher Leistung diese Hauptfigur doch recht blass bleibt. Das ist ausgesprochen schade, denn insbesondere die Wandlung vom Vigilanten, der es anfangs nur auf Verbrecher abgesehen hat, die ihrer “gerechten“ Strafe entkommen konnten, zum eiskalten Mörder, der vor nichts mehr zurückschreckt um seine Spuren zu verwischen, nimmt man Fujiwara einfach nicht ab und so verpufft diese eigentlich ausgesprochen interessante Charakterentwicklung ohne eine großartige Wirkung beim Zuschauer zu hinterlassen. Und auch die vielleicht etwas zu ruhige Inszenierung von Regisseur Shûsuke Kaneko trägt nicht unbedingt dazu bei, dass Death Note als Meisterwerk im Gedächtnis hängen bleibt. Insbesondere in der recht schwachen ersten Hälfte des Streifens machen sich so einige Längen breit und eine etwas straffere und zielgerichtetere Inszenierung hätte dem Film hier sicher gut getan.
Es gibt aber auch Positives über Death Note zu berichten, denn nach ca. 1 Stunde kriegt der Streifen dann doch noch die Kurve. Auf der Haben-Seite des Films stehen vor allem Ken'ichi Matsuyama in der Rolle von Lights Gegenspieler L, der eine absolut überzeugende Leistung abliefert und viel dazu beiträgt, dass die Spannungsschraube ab ca. der Hälfte der Laufzeit enorm angezogen wird. Ab diesem Zeitpunkt überrascht Death Note auch mit einigen netten Twists, entschädigt absolut für die schwache erste Hälfte des Films und weckt mit seinem offenen Ende sogar so etwas wie Vorfreude für den unmittelbaren Nachfolger Death Note: The Last Name, den ich mir baldmöglichst zu Gemüte führen werde. Und das ist dann weitaus mehr als ich dem Film in der ersten Stunde zugetraut hätte.

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Shûsuke Kaneko 2000er


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THOR


THOR THOR (Blu-ray: Paramount, Deutschland)
(OT: Thor | USA 2011 | Regie: Kenneth Branagh)

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Um seinem arroganten und heißblütigen Sohn Thor (Chris Hemsworth) Demut beizubringen, verbannt der mächtige Herrscher Odin (Anthony Hopkins) den Thronfolger von Asgard kurzerhand auf die Erde. Während sich Thor auf der Erde gemeinsam mit der attraktiven Astrophysikerin Jane Foster (Natalie Portman) auf die Suche nach seinem Hammer Mjolnir macht, wittert sein eifersüchtiger und intriganter Bruder Loki (Tom Hiddleston) die große Chance, den Thron von Asgard an sich zu reißen…

Schon ziemlich beeindruckend was für ein Universum die Marvel Studios hier filmisch erschaffen bzw. mit den Comics ja schon erschaffen haben. Nach Iron Man, The Incredible Hulk und Iron Man 2 ist Thor der vierte von insgesamt fünf Filmen, die den Zuschauer alle auf den gerade im Kino laufenden The Avengers vorbereiten. Für die Verfilmung der Abenteuer des Donnergottes wurde der Ire Kenneth Branagh verpflichtet. Auf den ersten Blick vielleicht eine kleine Überraschung, ist Branagh doch nun nicht unbedingt dafür bekannt, im Bereich des Blockbusterkinos zu arbeiten. Schaut man sich seine Regie-Credits mit u.a. Henry V und Hamlet jedoch etwas näher an und betrachtet mit diesen Filmen im Hinterkopf das Endergebnis - insbesondere die wirklich umwerfenden Sequenzen in und um Asgard - kann man nur zu dem Schluss kommen, dass die Verpflichtung Branaghs wohl durchdacht und eine ausgesprochen gute Wahl gewesen ist. Wer mit Shakespeare-Epen umgehen kann, findet sich auch in der Comicwelt mythologischer Sagen zurecht. Thor mag im Hinblick auf den Actionfaktor vielleicht der unspektakulärste dieser vier ersten Filme sein, er ist in rein visueller Hinsicht definitiv der bisher atemberaubendste Beitrag im Universum der Avengers. Wie Branagh gemeinsam mit seinem Team Asgard zum Leben erweckt ist einfach nur ganz große Klasse und lässt keinerlei Wünsche offen. Da neben dem tollen Produktions-, Set- und Kostümdesign auch die Effekte-Künstler ganze Arbeit verrichtet haben und auch bei den schauspielerischen Leistungen von Chris Hemsworth, Natalie Portman, Anthony Hopkins & Co. nichts anbrennt, gibt es an Thor nicht wirklich etwas auszusetzen.
Natürlich merkt man auch Thor auf gewisse Art und Weise an, dass er insbesondere dazu dient, einen weiteren Charakter einzuführen und nicht unbedingt als eigenständiger Film, sondern eher als Puzzleteil des großen Ganzen anzusehen ist, ganz so krass wie beispielsweise bei Iron Man 2 - den man wirklich nur als reinen Übergangsfilm betrachten konnte - ist es hier allerdings nicht ausgefallen. Thor ist Blockbusterunterhaltung auf hohem Niveau und schürt richtige Vorfreude auf Captain America: The First Avenger und natürlich The Avengers. Und viel mehr dürften sie bei den Marvel Studios mit diesem Streifen auch gar nicht bezweckt haben.

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Kenneth Branagh Anthony Hopkins Natalie Portman Samuel L. Jackson 2010er


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NEVERLOST


NEVERLOST NEVERLOST (Blu-ray: I-On New Media, Deutschland)
(OT: Neverlost | Kanada 2010 | Regie: Chad Archibald)

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Josh Higgins (Ryan Barrett) hat den Tod seiner großen Liebe Kate (Emily Alatalo) nie verkraftet, leidet seit Ewigkeiten an Schlaflosigkeit und ist in seiner jetzigen Beziehung todunglücklich. Als ihm starke Medikamente endlich doch zu Schlaf verhelfen, findet sich Josh in seiner Traumwelt plötzlich in den Armen von Kate wieder und ist erstmals seit langer Zeit wieder glücklich. Für Josh wird es zum Lebensinhalt, sich in diese Traumwelt zu flüchten...

Mal wieder ein kleiner Ausflug in den Bereich des Independent-Kinos. Regisseur Chad Archibald erzählt auf ausgesprochen ruhige, aber auch sehr eindringliche Art und Weise die Geschichte eines Menschen, dessen Festhalten an der Vergangenheit schon fast selbstzerstörerische Züge annimmt. Die Grenzen zwischen Traum und Realität verschwimmen immer mehr - nicht nur für Josh, sondern auch für den Zuschauer, der sich zeitweise selbst nicht mehr ganz sicher sein kann, welche Realität nun wahr und welche nur geträumt ist. So könnte das “reale Leben“ von Josh durchaus auch nur ein Abbild seiner Verlustängste sein und die scheinbar “alternative Realität in der Traumwelt“ der tatsächlichen Realität entsprechen. Es hat bei der Sichtung dieses kleinen Films durchaus Spaß gemacht, entsprechende Möglichkeiten durchzuspielen.
Neverlost ist eine kleine Produktion, mit einem schmalen Budget von gerade mal 125.000 kanadischen Dollar gedreht, und es ist klar, dass hier nicht alles perfekt geraten ist. Insbesondere die Postproduktion hat wohl unter den geringen finanziellen Mitteln gelitten und vor allem das Sound Design des Streifens ist nicht wirklich gut gelungen. Dialoge sind oft viel zu leise abgemischt und teilweise schwer zu verstehen, häufig liegt ein regelrechtes Hallen auf der Tonspur. Glücklicherweise sind auf der Blu-ray von I-On New Media optional zuschaltbare Untertitel enthalten. Den Film im Originalton zu genießen, wäre ohne diese fast nicht möglich gewesen. Es spricht für den Film, dass er es trotz dieser technischen Mängel schafft, den Zuschauer mit seiner Geschichte zu fesseln und über seine komplette Laufzeit bei der Stange zu halten. Und es lohnt sich wirklich, Neverlost eine Chance zu geben, allein schon wegen des Finales. Die letzten 15 Minuten des Streifens sind der absolute Hammer, kriechen regelrecht unter die Haut und jagen einem kalte Schauer über den Rücken.

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Chad Archibald 2010er female nudity


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DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE


DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE :love: DIE FABELHAFTE WELT DER AMÉLIE :love: (DVD: Universal, Deutschland)
(OT: Le fabuleux destin d’Amélie Poulain | Deutschland/Frankreich 2001 | Regie: Jean-Pierre Jeunet)

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Als die etwas schüchterne Amélie Poulain (Audrey Tautou) hinter einer Fliese in ihrer Wohnung ein kleines Kästchen entdeckt, in dem vor vielen Jahren offensichtlich ein kleiner Junge seine größten Schätze aufbewahrt hat, entschließt sie sich dazu, das Kästchen seinem rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben und ändert dadurch dessen Leben auf absolut positive Art und Weise. Von diesem Erlebnis beflügelt, begibt sich Amélie auf eine regelrechte Mission. Heimlich agierend, beeinflusst sie die Leben der Menschen um sie herum und macht diese durch viele kleine “Wunder“ ein bisschen lebenswerter…

Ich hatte mal wieder große Lust auf Kino zum Wohlfühlen. Und da ich Jeunets wunderbares Märchen über die Macht der Fantasie schon viel zu lange nicht mehr gesehen habe, fiel meine Wahl auf Die fabelhafte Welt der Amélie, der in meinen Augen schon fast so etwas wie eine Definition des Begriffs Feel-Good-Movie darstellt. Die fabelhafte Welt der Amélie ist ein echter Glücksgriff von einem Film, eine Liebeserklärung an das Leben und diese vielen, kleinen Dinge, die es lebenswert machen, ein regelrechtes Fest für die Sinne und ein eindrucksvoller Beweis für die Magie des Kinos, mit einer Hauptdarstellerin, wie sie bezaubernder nicht sein könnte. Ein Film, in den man sich einfach nur Hals über Kopf verlieben kann. Wie Amélie Poulain versucht, das Leben ihrer Mitmenschen in positiver Weise zu beeinflussen, etwas farbenfroher zu gestalten, mit vielen kleinen, auf den ersten Blick vielleicht sogar unscheinbaren Gesten, ist einfach nur berührend und ich kann mir persönlich nicht vorstellen, dass es tatsächlich Zuschauer gibt, die - selbst wenn ihnen der Film nicht gefällt - von Die fabelhafte Welt der Amélie gänzlich unberührt bleiben. Es ist mir unerklärlich, dass Die fabelhafte Welt der Amélie bei den Oscars 2002 keine Trophäe bekommen hat. Für mich ist das einer der schönsten und faszinierendsten Streifen aller Zeiten. :love: :love: :love:

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Jean-Pierre Jeunet Audrey Tautou 2000er Oscar Nominee Paris female nudity


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DIE ADDAMS FAMILY IN VERRÜCKTER TRADITION


DIE ADDAMS FAMILY IN VERRÜCKTER TRADITION DIE ADDAMS FAMILY IN VERRÜCKTER TRADITION (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Addams Family Values | USA 1993 | Regie: Barry Sonnenfeld)

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Gomez (Raul Julia) und Morticia (Anjelica Huston) bekommen Nachwuchs und ihre beiden Kinder Wednesday (Christina Ricci) und Pugsley (Jimmy Workman) setzen alles daran, das neue Familienmitglied möglichst schnell um die Ecke zu bringen. Um dem Einhalt zu gebieten, holen sich die stolzen Eltern ein Kindermädchen (Joan Cusack) ins Haus und geraten dabei an eine abgebrühte Heiratsschwindlerin, die auf das Vermögen von Fester (Christopher Lloyd) scharf ist und auf deren Geheiß Wednesday und Pugsley erst mal in ein Feriencamp abgeschoben werden...

Natürlich folgt auch Die Addams Family in verrückter Tradition der Regel aller Fortsetzungen und funktioniert nach dem "Höher, schneller, weiter"-Prinzip. Im Gegensatz zu manch anderen Filmreihen klappt das hier aber richtig gut. Die Addams Family in verrückter Tradition hat vielleicht nicht mehr ganz den Charme des Vorgängers, macht dieses vermeintliche Defizit aber mit einer gehörigen Steigerung des schwarzen Humors locker wieder wett. Allein die Versuche von Wednesday und Pugsley, den ungeliebten kleinen Bruder wieder loszuwerden sind zum Schreien komisch und die Theateraufführung im Sommercamp schlägt die schon wirklich göttliche Schulaufführung im Vorgänger noch mal um Längen. Böse Scherze, schwarzer Humor, ein erneut ausgesprochen liebevolles und detailreiches Set Design und insbesondere eine Christina Ricci in Hochform - wie die hier mit ihren damals gerade mal 13 Jahren auf staubtrockene Art und Weise einen Kracher nach dem nächsten raushaut ist wirklich mehr als beeindruckend - zeichnen Die Addams Family in verrückter Tradition aus und machen diesen Film mindestens genauso sehenswert wie den Vorgänger. Und es sind natürlich auch wieder diese vielen Kleinigkeiten, die Die Addams Family in verrückter Tradition so ungemein sympathisch machen. Beispielsweise dieses ständige Anschmachten zwischen Gomez und Morticia oder dieser hübsche Effekt, dass Morticias Augenpartie - auch in den dunkelsten Sequenzen - immer im Licht zu sehen ist.

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Barry Sonnenfeld Anjelica Huston Christina Ricci Cynthia Nixon 1990er Oscar Nominee Sequel


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THE ADDAMS FAMILY


THE ADDAMS FAMILY THE ADDAMS FAMILY (DVD: Paramount, USA)
(OT: The Addams Family | USA 1991 | Regie: Barry Sonnenfeld)

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Schon seit 25 Jahren wird Fester (Christopher Lloyd), der Bruder von Gomez Addams (Raul Julia), vermisst. Als Fester plötzlich wieder auftaucht, traut Gomez seinen Augen nicht und nimmt den verlorenen Bruder überglücklich wieder bei sich zu Hause auf. Doch irgendetwas scheint mit Fester nicht zu stimmen...

Willkommen bei den Addams, einer der wohl außergewöhnlichsten TV- und Filmfamilien aller Zeiten. Die Kinoversion der TV-Serie aus den 60er Jahren ist eine ausgesprochen spaßige Angelegenheit. Ich hab den Film nun seit einer halben Ewigkeit mal wieder gesehen und war absolut angetan von dem Streifen. Jede Menge skurrile Einfälle, makabre Scherze und ein Set Design von morbider Schönheit sind die großen Trümpfe diese teils wirklich extrem komischen Films. Wobei mir die größtenteils ausgesprochen subtile Art des Humors besonders gut gefallen hat. Für oberflächliche Scherze und platte Gags ist hier kein Platz und der eher ruhige und hintergründige Humor tut dem Film ausgesprochen gut. Außerdem ist der Streifen mit u.a. Raul Julia (R.I.P.), Anjelica Huston, Dan Hedaya, Christina Ricci und natürlich Christopher Lloyd, dem Doc Brown aus der Zurück in die Zukunft-Reihe, den ich in der Rolle des Uncle Fester fast nicht erkannt hätte, ganz vorzüglich besetzt. Mein persönliches Highlight des Films: die Schultheateraufführung der etwas anderen Art. Einfach herrlich!

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Barry Sonnenfeld Anjelica Huston Christina Ricci 1990er Oscar Nominee


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DAS KABINETT DES DOKTOR PARNASSUS


DAS KABINETT DES DOKTOR PARNASSUS DAS KABINETT DES DOKTOR PARNASSUS (Blu-ray: Concorde, Deutschland)
(OT: The Imaginarium of Doctor Parnassus | Frankreich/Großbritannien/Kanada 2009 | Regie: Terry Gilliam)

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Der unsterbliche Schausteller Dr. Parnassus (Christopher Plummer) zieht mit seinem altertümlichen Gefährt durch die Seitenstraßen von London und verspricht seiner zahlenden Kundschaft die Erfüllung all ihrer Wünsche. Doch leider läuft das Geschäft ausgesprochen schlecht und Parnassus lebt mit seiner Tochter Valentina (Lily Cole) und seinen treuen Gefährten Percy (Verne Troyer) und Anton (Andrew Garfield) praktisch am Existenzminimum. Zudem nähert sich ein unheilvoller Tag. Parnassus, der einst einen verhängnisvollen Deal mit dem Teufel (Tom Waits) einging, muss diesem seine Tochter an ihrem 16. Geburtstag überlassen...

Nachdem mich Tideland, Gilliams letzter Film, damals doch ziemlich plan- und ratlos zurückgelassen hat und ich so gar keinen Zugang zu diesem Horrormärchen finden konnte, war ich schon sehr gespannt, wie ich mit Das Kabinett des Doktor Parnassus klarkommen würde. Und das war nun ein Film, bei dem ich mich auf Anhieb wohl gefühlt habe. Obwohl auch dieser letzte Streich von Gilliam teilweise einen etwas sperrigen Eindruck macht. Aber ohne dieses Sperrige wären Gilliams Filme wohl einfach nicht so einzigartig und faszinierend, wie sie nun einmal zum größten Teil sind. Gilliam-Filme sind irgendwie immer echte Erlebnisse. So auch Das Kabinett des Doktor Parnassus, erneut ein Streifen, in den man sich einfach fallen lassen muss. Wer hier mit dem Anspruch auf eine geradlinig erzählte Story um die Ecke kommt, sollte seine Anspruchshaltung ganz schnell überdenken. Das Kabinett des Doktor Parnassus ist ein Märchen, ein Ausflug in die unendlichen Weiten menschlicher Vorstellungskraft. Man muss sich einfach darauf einlassen können - es lohnt sich wirklich! Der Film ist trotz der widrigen Umstände, unter denen er entstand, ganz vorzüglich geglückt. Denn der Dreh von Das Kabinett des Doktor Parnassus stand ja wahrlich unter keinem guten Stern. Heath Ledger verstarb bekannterweise während der Dreharbeiten und diese standen daraufhin für ein paar Monate still. Schließlich wurde Ledgers Rolle von Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell zu Ende gespielt und das ist so perfekt gelungen, dass man fast meinen könnte, es wäre von vornherein so geplant gewesen.

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Terry Gilliam Heath Ledger Colin Farrell Johnny Depp Jude Law 2000er Oscar Nominee London


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NIGHTMARE ON ELM STREET 6 - FREDDYS FINALE


NIGHTMARE ON ELM STREET 6 - FREDDYS FINALE NIGHTMARE ON ELM STREET 6 - FREDDYS FINALE (DVD: Warner/New Line, Deutschland)
(OT: Freddy’s Dead: The Final Nightmare | USA 1991 | Regie: Rachel Talalay)

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Freddy Krueger (Robert Englund) hat es mittlerweile geschafft, so gut wie alle Teenager aus seiner Heimatstadt Springwood zu töten. Nur ein Jugendlicher (Shon Greenblatt) ist übrig geblieben und mit diesem hat Freddy ganz besondere Pläne. Er soll ihm helfen, ihn zu seiner Tochter Maggie (Lisa Zane) zu führen…

Noch vor erneuter Sichtung und Auffrischung von New Nightmare lege ich mich fest und behaupte einfach mal, dass die Nightmare-Reihe die qualitativ hochwertigste Horrorfilmreihe aller Zeiten ist. :D Denn auch der mittlerweile 6. Film ist - auch wenn er etwas damit zu kämpfen hat, dass ihm im letzten Drittel dann doch ein bisschen die Luft ausgeht - über weiteste Strecken verdammt unterhaltsam und kurzweilig geraten. Rachel Talalay - die danach noch die beiden Streifen Der Killer im System und Tank Girl fürs Kino drehen sollte und anschließend nur noch für TV-Arbeiten auf dem Regiestuhl Platz nahm - verlässt sich in ihrem ersten Film als Regisseurin auf die altbewährte Mischung aus Spannung und Witz. Freddys Oneliner sitzen, die Traumsequenzen sind erneut abwechslungsreich - absolutes Highlight: der Videospieltod von Breckin Meyer, der hier sein Kinodebüt gab und 9 Jahre später durch seine Hauptrolle in Road Trip auch einem breiteren Publikum bekannt werden sollte - und bei den Kills gibt es so einige nette Splattereffekte zu bewundern. Abgerundet wird das alles durch kurze Gastauftritte von Johnny Depp (der in den Credits unter dem absurden Pseudonym Oprah Noodlemantra geführt wird), Tom Arnold, Roseanne sowie Alice Cooper als Freddys Vater. Und da das hier ursprünglich der letzte Teil der Reihe sein sollte, gibt es im Abspann dann noch ein Best Of aus allen sechs Nightmare-Filmen zu bewundern. Aber natürlich kam es dann doch ganz anders und nur 3 Jahre später gab Freddy Krueger in New Nightmare unter der Regie seines Schöpfers Wes Craven sein Comeback.

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Rachel Talalay Robert Englund Johnny Depp Yaphet Kotto 1990er Sequel Slasher


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MIDNIGHT IN PARIS


MIDNIGHT IN PARIS :love: MIDNIGHT IN PARIS :love: (Blu-ray: Concorde, Deutschland)
(OT: Midnight in Paris | Spanien/USA 2011 | Regie: Woody Allen)

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Drehbuchautor Gil (Owen Wilson), der momentan an seinem ersten Roman arbeitet, ist mit seiner Verlobten Inez (Rachel McAdams) und deren Eltern (Kurt Fuller und Mimi Kennedy) nach Paris gereist, da sein Schwiegervater in spe dort geschäftliche Termine zu erledigen hat. Während sich Gil gerne vom Zauber der Stadt inspirieren lassen und gefangen nehmen würde, sind Inez und ihre Eltern eher an einem straff durchorganisierten Sightseeing-Trip interessiert. Als der verträumte Gil eines Nachts allein durch die Seitenstraßen der französischen Metropole spaziert, hält plötzlich neben ihm ein altertümliches Auto und dessen Insassen fordern Gil auf, einfach bei ihnen einzusteigen. Für Gil beginnt eine unglaubliche Reise…

Filme von Woody Allen sind eigentlich auch immer Filme über Städte. Während sich Allen früher vor allem seiner Heimatstadt New York widmete, stehen in vielen seiner Filme der letzten Jahre europäische Metropolen im Mittelpunkt. Nach London und Barcelona ist nun Paris an der Reihe und Midnight in Paris ist sowohl eine Liebeserklärung an die Stadt als auch an die Magie der Kunst. Der Film handelt - wie oben in der Inhaltsangabe schon kurz angerissen - von Drehbuchautor Gil - grandios gespielt von Owen Wilson, den man in einem solchen Film vielleicht nicht unbedingt erwarten würde -, der sich mit seiner Verlobten und deren Eltern auf einer Art Kurzurlaub in Paris befindet und so sehr von der Stadt verzaubert wird, dass er gar nicht mehr zurück nach Kalifornien will. Jeden Tag pünktlich um Mitternacht unternimmt Gil eine Zeitreise zurück ins Paris der 20er Jahre, trifft auf große Künstler wie Hemingway, Picasso, Porter, Fitzgerald, Dali oder Buñuel und lässt sich von diesen inspirieren. Wenn man sich als Zuschauer auf diese Mischung aus Fantasy, Komödie und Love Story einlassen kann, nimmt einen Woody Allen für gut 90 Minuten mit auf eine zauberhafte Reise, die so wohl wirklich nur Allen inszenieren kann. Ich habe mich schon lange nicht mehr mit einem Film so extrem wohl gefühlt wie mit diesem hier. Den Zynismus seiner früheren Filme scheint Allen mittlerweile vollkommen abgelegt zu haben. Es scheint fast so, als ob Allen, der am 1. Dezember des vergangenen Jahres seinen mittlerweile 76. Geburtstag feierte, inzwischen eine gewisse Altersmilde an den Tag legt. Wenn dabei dann Filme wie Midnight in Paris herauskommen, gibt es daran überhaupt nichts auszusetzen. Der Streifen ist ein echter Glücksgriff, einfach nur wunderschön anzusehen und die Definition purer Kinomagie! Großartig!

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Woody Allen Owen Wilson Rachel McAdams Adrien Brody 2010er Oscar Nominee Paris Oscar Winner


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TIM BURTON’S NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS


TIM BURTON’S NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS (DVD: Touchstone/Bunea Vista, Deutschland)
(OT: Tim Burton’s The Nightmare Before Christmas | USA 1993 | Regie: Henry Selick)

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Jack Skellington (Chris Sarandon) ist der wichtigste Mann in “Halloween Town“, ist aber von den alljährlichen Festivitäten rund um das gruselige Großereignis mittlerweile absolut gelangweilt. Als Jack eines Tages durch Zufall eine Tür entdeckt, die nach “Christmas Town“ führt, ist er von der bunten Welt so sehr angetan, dass er sich dazu entschließt, auch in “Halloween Town“ Weihnachten zu feiern...

Noch ein Film aus meinem diesjährigen Weihnachtsprogramm. Nightmare Before Christmas von Regisseur Henry Selick und Produzent Tim Burton ist ja dann doch einer dieser Filme, über die man gar nicht mehr viel sagen muss. Den dürfte wahrscheinlich eh schon jeder kennen und vielleicht auch schon mehrmals angesehen haben. Meine letzte Sichtung lag nun schon sicher ca. 6 Jahre zurück und es war mal wieder an der Zeit, Jack Skellington in seiner obskuren Halloween-Welt zu besuchen. Diese ganzen kleinen Details, die Selick, Burton & Co. da eingearbeitet haben sind einfach nur großartig und an diesen wunderbaren Set Pieces kann ich mich irgendwie gar nicht satt sehen. Gepaart mit diesem herrlich absurden Humor - der ja ein Wahrzeichen von Burton ist - und dieser unglaublichen Warmherzigkeit, mit der der Film auch in seinen obskursten Momenten zu punkten weiß, entwickelt sich da eine Art von Magie, die ich gar nicht richtig in Worte fassen kann und von der ich mich einfach immer wieder gefangen nehmen lasse. Mach’s gut Jack Skellington, bis zur nächsten Sichtung in ein paar Jahren, bei der ich persönlich es in “Halloween Town“ dann auch wieder weitaus cooler finden werde als in “Christmas Town“.

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Henry Selick 1990er Oscar Nominee





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