Zum Inhalt wechseln


One Night Stands und wahre Liebe


Foto

NO COUNTRY FOR OLD MEN


NO COUNTRY FOR OLD MEN NO COUNTRY FOR OLD MEN (Blu-ray: Paramount, Deutschland)
(OT: No Country for Old Men | USA 2007 | Regie: Ethan Coen/Joel Coen)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Fasznierende Mischung aus Spätwestern und Neo Noir, die den Zuschauer in die flirrende Hitze und die ausladenden Landschaften von Texas entführt und Zeuge eines ausgeklügelten Katz-und-Maus-Spiels zwischen einem eiskalten Killer und einem einfachen Mann werden lässt.
Die Coen-Brüder entwickeln ihre Geschichte extrem langsam, bauen mit Hilfe der einfach nur vorzüglichen Kameraarbeit von Roger Deakins und dem kompletten Verzicht auf einen Filmscore als Hintergrunduntermalung eine ungemein dichte und melancholische Atmosphäre auf, steigern die Spannung dabei ins schier Unermessliche und knallen dem Zuschauer inmitten der knisternden Spannung und Atmosphäre immer wieder extreme Gewaltausbrüche vor den Bug, die regelrecht ins Mark treffen.
Javier Bardem spielt den Killer dabei so extrem überzeugend, dass man ihn in einer Bestenliste der fiestesten Filmschurken wohl auf Anhieb auf die vordersten Plätze wählen würde. Sein Anton Chigurh strahlt eine Kälte und eine Gefahr aus, wie es schon lange kein Bösewicht auf der Leinwand mehr getan hat. NO COUNTRY FOR OLD MEN ist kein einfacher Film, kein Film, den man sich mal so kurz nebenbei anschauen könnte. Es ist ein Film, der die volle Aufmerksamkeit fordert, den man bei der ersten Sichtung wahrscheinlich gar nicht richtig fassen kann und der erst bei weiteren Sichtungen seine ganze Größe entfalten wird.

TRAILER:


Ethan Coen Joel Coen Javier Bardem Tommy Lee Jones Josh Brolin Woody Harrelson 2000er Oscar Winner Oscar Nominee Rache 80er Jahre


Foto

EIN EINFACHER PLAN


EIN EINFACHER PLAN EIN EINFACHER PLAN (Blu-ray: Concorde, Deutschland)
(OT: A Simple Plan | Deutschland/Frankreich/Großbritannien/Japan USA 1998 | Regie: Sam Raimi)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Neben dem ganz vorzüglichen FARGO von den Coen-Brüdern ist das hier der zweite große "Schnee"-Film aus den 90er Jahren.
In Raimis A SIMPLE PLAN findet der grundehrliche Angestellte Hank (Bill Paxton) gemeinsam mit seinem etwas einfältigen Bruder Jacob (Billy Bob Thornton) und dessen ebenso einfältigen Kumpel Lou (Brent Briscoe) mitten in der Wildnis ein abgestürztes und vom Schnee bedecktes Sportflugzeug mit einem toten Piloten und einer schwarzen Tasche mit über 4 Mio. Dollar. Die Versuchung, die stolze Summe für sich zu behalten, ist groß und so hecken die drei Finder einen scheinbar einfachen Plan aus um das Geld nicht bei den Behörden abliefern zu müssen. Ein Plan, der sich aufgrund diverser Unwägbarkeiten und Zufälle jedoch schnell verkompliziert und letztendlich dazu führt, dass am Schluss jede Menge Leichen und keinerlei Gewinner übrig bleiben.
Dass die ganze Angelegenheit kein gutes Ende nehmen wird, ist relativ schnell klar und A SIMPLE PLAN bezieht seine Spannung nicht so sehr aus der Frage ob die Gauner wider Willen durchkommen werden, sondern vielmehr aus der Frage, wie das vorprogrammierte Scheitern des Trios ablaufen wird. Regisseur Sam Raimi inszeniert seinen Thriller ausgesprochen ruhig, teilweise fast kammerspielartig, läuft dabei aber nie Gefahr, das Interesse seines Zuschauers zu verlieren. Zu sorgfältig ist der schleichende Spannungsaufbau inszeniert, zu interessant die sicher streitbaren Charaktere, die durchaus zur Selbstreflexion einladen. Wie würde man selbst reagieren, wenn man so eine Tasche irgendwo unbemerkt in der Wildnis finden würde? Raimi gibt mit der Charakterisierung von Hanks Ehefrau Sarah (Bridget Fonda) eine eindeutige Antwort auf diese Frage. Von ihrem Ehemann zuerst rein hypothetisch gefragt, was sie tun würde, wenn sie eine Tasche mit so viel Geld finden würde, antwortet sie standardgemäß, dass sie es den Behörden übergeben würde. Mit den Tatsachen konfrontiert, wird aus ihr urplötzlich die Person, die mit am erbittertsten um die Durchführung des Planes kämpft.
Neben der ganz vorzüglich geskripteten Geschichte und den allesamt großartig aufspielenden Darstellern (Raimi braucht gerade mal eine Handvoll größerer Rollen um seine Story zu erzählen) ist es insbesondere die grandiose Location in diesem kleinen Kaff in Minnesota, in dem die Zeit scheinbar stehengeblieben ist und der schneereiche Winter gefühlte 365 Tage im Jahr dauert, die dafür sorgt, dass A SIMPLE PLAN den Zuschauer absolut zu fesseln vermag. Ein echter Volltreffer!

TRAILER:


Sam Raimi Bridget Fonda Billy Bob Thornton 1990er Oscar Nominee


Foto

DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER


DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER :love: DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER :love: (DVD: MGM, Deutschland)
(OT: The Silence of the Lambs | USA 1991 | Regie: Jonathan Demme)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Über THE SILENCE OF THE LAMBS zu schreiben, ist eigentlich wie Eulen nach Athen zu tragen. Ich mach es trotzdem. Denn schließlich ist das hier eine der wenigen waschechten Genreproduktionen die einst mit einem Oscar ausgezeichnet wurden. Und nicht nur in einer der kleinen Kategorien wie Sound oder Visual Effects, sondern gleich in den 5 (!!!) wichtigsten Kategorien der Academy. Regisseur Jonathan Demme, der aus der Schule des Roger Corman stammt und seine Karriere einst mit so wunderbaren Filmen wie CAGED HEAT, CRAZY MAMA und FIGHTING MAD startete, freut sich noch heute diebisch darüber, dass er - Originalzitat aus einer DVD-Featurette innerhalb der “Roger Corman’s Cult Classics“-Reihe des US-Labels Shout! Factory - damals den Regieoscar für einen lupenreinen Exploitation-Film einheimsen konnte.
Ja, ein Film über einen Serienkiller, der seine Opfer lebendig häutet, und eine junge FBI-Agentin in spe, die mit Hilfe eines charismatischen Kannibalen versucht, den Mörder dingfest zu machen, war zum damaligen Zeitpunkt sicher noch kein Blockbustermaterial, sondern ganz eindeutig als Stoff aus dem B-Movies gestrickt sind zu identifizieren. THE SILENCE OF THE LAMBS hat das nachhaltig geändert, ist ganz eindeutig als Vorläufer großer Hollywoodproduktionen wie SE7EN zu erkennen und machte Jodie Foster und Anthony Hopkins praktisch über Nacht zu Weltstars. Auch so ein Indiz, dass wir es hier eben nicht mit einer Produktion aus der 1. Liga Hollywoods zu tun haben. Denn Foster und Hopkins gehörten vor THE SILENCE OF THE LAMBS sicher nicht zu Hollywoods Superstars und auch sonst hat sich Jonathan Demme bei der Besetzung weiterer Rollen eher an seinen Wurzeln und weniger an großen Namen orientiert. Mit Scott Glenn besetzte er in der Rolle von Starlings Vorgesetzten beispielsweise einen Schauspieler, mit dem er schon in FIGHTING MAD zusammenarbeitete und auch Darsteller wie Charles Napier und Frankie Faison kommen eindeutig aus dem Bereich des Genrefilms. Und natürlich dürfen auch alte Weggefährten wie Harry Northup und Demmes Mentor Roger Corman in kleineren Rollen nicht fehlen und wer ganz genau hinschaut, dürfte auch DAWN OF THE DEAD-Regisseur George A. Romero als einen der FBI-Agenten identifizieren können.
THE SILENCE OF THE LAMBS ist der "lebende" Beweis dafür, dass auch Genreproduktionen wie diese richtig großes Kino mit relativ kleinem Budget (der Film kostete - für heutige und auch damalige Verhältnisse - lächerliche $ 19. Mio.) bieten können.
Die schauspielerischen Leistungen sind tatsächlich einfach nur grandios und insbesondere beim Zusammenspiel zwischen Jodie Foster und Anthony Hopkins bekommt man als Zuschauer mehr als nur eine Gänsehaut (und diese kurze Sequenz, wenn sich die Finger der beiden für einen Sekundenbruchteil berühren, ist eine dieser Szenen für die Ewigkeit). Und dann diese unglaubliche Spannung und Atmosphäre, die Demme hier von der ersten Sekunde an aufbaut. THE SILENCE OF THE LAMBS wird auch bei wiederholten Sichtungen einfach nicht langweilig und obwohl man mittlerweile ganz genau weiß, wie dieser Film ausgehen wird, fiebert man doch bis zum Ende mit der von Foster gespielten Clarice Starling mit. Das Finale im Haus des Killers ist noch heute der pure Wahnsinn und ein Paradebeispiel dafür, wie effektiv man mit gezielt gesetzten Schnitten die Wahrnehmung des Zuschauers täuschen kann.
Genug geschrieben, THE SILENCE OF THE LAMBS ist ein Meilenstein, ein Meisterwerk, ein Lieblingsfilm.

TRAILER:


Jonathan Demme Anthony Hopkins Jodie Foster Roger Corman George A. Romero 1990er Oscar Winner Oscar Nominee


Foto

SHUTTER ISLAND


SHUTTER ISLAND SHUTTER ISLAND (Blu-ray: Concorde, Deutschland)
(OT: Shutter Island | USA 2010 | Regie: Martin Scorsese)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Leonardo DiCaprio begibt sich auf die Insel. Und zwar um in einer Anstalt für geistesgestörte Kriminelle Ermittlungen im Fall einer spurlos verschwundenen Insassin aufzunehmen. Und während DiCaprio gemeinsam mit Mark Ruffalo seine Nachforschungen anstellt, beschleicht ihn immer mehr das ungute Gefühl, dass mit der Anstalt etwas nicht zu stimmen scheint.
Wenn sich ein Mann wie Martin Scorsese hinter und Schauspieler wie Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Ben Kingsley, Max von Sydow, Michelle Williams, usw. vor der Kamera befinden, kann eigentlich gar nicht viel schief gehen. Und so ist SHUTTER ISLAND fast schon erwartungsgemäß tatsächlich ein absolut sehenswerter Film geworden. Aus dem mehr als namhaften Ensemble sticht insbesondere Leonardo DiCaprio hervor, der den langsam aber sicher in den Wahnsinn abzugleiten scheinenden Polizisten einfach nur großartig verkörpert und hier einmal mehr unter Beweis stellt, weshalb er nun schon seit einigen Jahren zu den gefragtesten Schauspielern der Traumfabrik gehört. Aber die größte Schauspielkunst nützt nicht sonderlich viel, wenn das Drumherum nicht stimmt und auch hier lässt Scorsese nichts anbrennen. Die Spannung steigert sich von Minute zu Minute mehr und entlädt sich letztendlich in einem Gänsehaut verursachenden Finale und auch die Atmosphäre des ganzen Films ist ausgesprochen unheimlich und bedrohlich geraten (einen großen Anteil daran haben zum einen der vornehmlich aus klassischen Stücken bestehende Soundtrack und die brillante Auswahl der Locations und Settings, welche für stetes Unbehagen sorgen). Richtig, richtig gut!

TRAILER:


Martin Scorsese Ben Kingsley Leonardo DiCaprio Mark Ruffalo Jackie Earle Haley 2010er 50er Jahre


Foto

LOST - STAFFEL 4


LOST - STAFFEL 4 LOST - STAFFEL 4 (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 4 | USA 2008 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)

Infos zur Serie:
IMDB
OFDB


Im direkten Vergleich zur vorherigen Staffel ist Season Nr. 4 deutlich kurzweiliger, spannender und zielgerichteter ausgefallen. Scheinbar überflüssige Füller-Episoden wie in der Staffel zuvor sind praktisch nicht mehr vorhanden und die Rückblenden, die in Staffel 3 fast keine Wirkung mehr zeigen konnten, wurden durch Blicke in die Zukunft diverser Protagonisten ersetzt. Diese - wieder in jeder der nur noch 14 Folgen vorkommenden - kurzen Ausflüge weg von der Insel konnten dann auch durchaus wieder dem ursprünglichen Zweck dieses Stilmittels, nämlich dem Aufbau von Spannung, erfüllen.
Ja, diese Staffel war halbwegs objektiv betrachtet deutlich "besser" als die vorhergehende und doch muss ich sagen, dass mich persönlich LOST mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes "verloren" hat. Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem ich mich von LOST nur noch kurzweilig unterhalten und berieseln lasse und mir die diversen Charaktere und ihre verschiedenen Schicksale komplett am Allerwertesten vorbeigehen. Hauptgrund dafür ist die Tatsache, dass man bisher praktisch keinerlei befriedigende Erklärungen für die unzähligen aufgeworfenen Fragen bekommen hat und wohl auch nicht bekommen wird. LOST kommt mir mittlerweile wie ein überdimensionales, aufgeblasenes Nichts vor, bei dem selbst die Macher zum jetzigen Zeitpunkt der Geschichte keinen Plan zu haben scheinen, wie sie ihr angefangenes Chaos halbwegs bereinigen können. Diese "willing suspension of disbelief", die man als Zuschauer wohl einfach aufbringen muss, um sich von LOST weiterhin fesseln zu lassen, kann ich im Moment einfach nicht leisten. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich wäre in irgendeiner Weise gespannt darauf, wie es in der 5. Staffel weitergeht. Ich bin es nicht. Es ist mir sogar vollkommen egal.

TRAILER:


J.J. Abrams Jeffrey Lieber Damon Lindelof Cheech Marin 2000er


Foto

CHANGELING


CHANGELING CHANGELING (Blu-ray: Universal, Großbritannien)
(OT: Changeling | USA 2008 | Regie: Clint Eastwood)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Das Erstaunlichste an CHANGELING ist vielleicht die Tatsache, dass diese wirklich unglaubliche und auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte nicht schon viel früher mal verfilmt worden ist. Und ein riesiges Plus von CHANGELING ist dann halt auch der Fakt, dass er auf dieser wahren Geschichte basiert, ansonsten würde Eastwoods Film Gefahr laufen, einfach nur als hanebüchen und unglaubwürdig abgestempelt zu werden. Aber so kommt man erst gar nicht in den Versuch, die Glaubwürdigkeit des Plots anzuzweifeln und kann sich vollkommen unvoreingenommen auf den Film einlassen.
Und Clint Eastwood - der ja in den letzten Jahren schon zur Genüge unter Beweis gestellt hat, dass er dramatische Stoffe perfekt beherrscht - hat hier wirklich einen richtig, richtig guten Film gedreht. CHANGELING ist großes Schauspielkino, präsentiert Angelina Jolie in einer ihrer besten und überzeugendsten Rollen ihrer Karriere und hat mit u.a. John Malkovich, Jeffrey Donovan, Michael Kelly und Colm Feore Co-Stars zu bieten, die hier allesamt mehr als überzeugend aufspielen. Und dann dieses grandiose Production Design, das dafür sorgt, dass man sich als Zuschauer tatsächlich ins Los Angeles der späten 20er und frühen 30er Jahre versetzt fühlt. Und natürlich die Art und Weise wie Eastwood seinen Film inszeniert. CHANGELING ist von der ersten Minute an fesselnd, zieht den Zuschauer in seinen Bann und kann in meinen Augen nur als absolut packend, extrem spannend und auch ausgesprochen berührend bezeichnet werden. Klasse!

TRAILER:


Clint Eastwood Angelina Jolie John Malkovich 2000er Oscar Nominee female nudity 20er Jahre 30er Jahre Los Angeles


Foto

SURROGATES - MEIN ZWEITES ICH


SURROGATES - MEIN ZWEITES ICH SURROGATES - MEIN ZWEITES ICH (Blu-ray: Touchstone, Deutschland)
(OT: Surrogates | USA 2009 | Regie: Jonathan Mostow)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Ohne dass ich jetzt wirklich großartige Parallelen ziehen möchte, erinnert SURROGATES irgendwie an Filme wie MINORITY REPORT, TOTAL RECALL und I, ROBOT. Die Vorlage zu Mostows Film hätte durchaus auch vom berühmten Sci-Fi-Autor Philip K. Dick stammen können, tatsächlich handelt es sich bei SURROGATES jedoch um die Verfilmung eines Comics bzw. einer "Graphic Novel" aus der Feder von Robert Venditti und Brett Weldele.
Die Geschichte, die Mostow hier verfilmt hat, ist in Ansätzen durchaus interessant und hätte sicherlich genügend Potential gehabt, um daraus einen richtig guten Film zu machen. So wirklich gelungen ist Mostow das allerdings nicht und das liegt vor allem daran, dass Mostow sich viel zu sehr auf die relativ einfach gestrickte Thriller-Handlung konzentriert und viel zu wenig auf die dystopische Gesellschaftsstruktur eingeht und dieses Prinzip der Surrogate - eine Gesellschaft, die so lebt, ist fast zwangsläufig vom Aussterben bedroht - nur oberflächlich kritisch hinterfragt.
SURROGATES fehlt dieses gewisse Etwas und der Streifen erinnert praktisch über die komplette Laufzeit an eine vertane Chance. So bleibt am Ende lediglich nette und relativ kurzweilige Unterhaltung übrig, die in erster Linie mit Hauptdarsteller Bruce Willis punkten kann, der hier einmal mehr eine souveräne und solide Leistung zeigt. SURROGATES ist kein schlechter Film, allerdings auch kein wirklich guter...

TRAILER:


Jonathan Mostow Bruce Willis Ving Rhames 2000er car chase Nahe Zukunft Dystopie


Foto

LOST - STAFFEL 3


LOST - STAFFEL 3 LOST - STAFFEL 3 (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 3 | USA 2006/2007 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)

Infos zur Serie:
IMDB
OFDB


Bevor ich jetzt hier mit dem Jammern auf zwar nicht extrem hohem, aber doch einigermaßen hohem Niveau anfange, sei vorweg geschickt, dass auch diese 3. Staffel von LOST im Großen und Ganzen richtig gute Unterhaltung bietet und sicher alles andere als mittelmäßig oder gar schlecht geraten ist. Aber Kritik darf erlaubt sein, denn da gab es nun schon einige Sachen, die ich als nicht wirklich gelungen empfand.
Das erste Drittel der Staffel, wenn Jack, Kate und Sawyer sich in der Gefangenschaft der Anderen befinden, zieht sich doch ziemlich und es dauert einige Folgen, bis LOST wieder so richtig Fahrt aufnimmt und so etwas wie Spannung verbreiten kann.
Dann finde ich es absolut suboptimal, wie die Macher rund um J.J. Abrams mit der Cliffhanger-Thematik umgehen. Auf den größten Cliffhanger aus dem Season-Finale der vorherigen Staffel praktisch gar nicht mehr einzugehen, nimmt der ganzen Serie nicht nur die Glaubwürdigkeit, sondern auch die Spannung. Vielleicht hätte man doch ab und an mal ein paar Fragen beantworten sollen, bevor man ständig neue Fragen aufwirft. Da besteht durchaus die Gefahr, dass der Zuschauer das Interesse verliert, kann er doch im Normalfall sowieso nicht darauf hoffen, irgendeine Antwort zu bekommen. In diesem Zusammenhang sei auch diese unsägliche Neuerung genannt, innerhalb der Staffel einzelne Folgen mit üblen Cliffhangern enden zu lassen und dann über mehrere Episoden gar nicht mehr auf diese einzugehen, sondern stattdessen komplett neue und teils absolut unnötige Fässer aufzumachen (Paradebeispiel die Folge mit dem Pärchen, welches durch Spinnenbisse paralysiert, für tot gehalten und lebendig begraben wurde, eine dieser Episoden, die rein gar nichts zur Geschichte an sich beitragen und lediglich als Lückenfüller angesehen werden können, damit man das Publikum wegen eines zuvor gesetzten Cliffhangers noch ein bisschen länger auf die Folter spannen kann).
Nächster Kritikpunkt sind die Rückblenden, welche in den beiden Staffeln zuvor noch bestens geeignet waren um Spannung aufzubauen und die Charaktere besser kennenzulernen. Diese gehen mittlerweile komplett ins Leere. Dem Spannungsaufbau können sie nur noch selten dienen und sonderlich viel Neues erfährt man über die einzelnen Protagonisten nun auch nicht. Lediglich die vereinzelten Rückblenden in die Vergangenheit der “Anderen“ erfüllen auch weiterhin ihren ursprünglichen Zweck.
Ansonsten sei angemerkt, dass ich mich an Sawyer mittlerweile gewöhnt habe, dass Jack mir immer noch tierisch auf den Sack geht und dass Kate dies auch nur weiterhin aus dem Grund nicht tut, weil - ich habe es schon im Eintrag zur vorherigen Staffel erwähnt - Evangeline Lilly so unfassbar gut aussieht.
Ach ja, das Staffelfinale war ziemlich großartig und wäre rein theoretisch hervorragend dazu geeignet, die Vorfreude auf die 4. Staffel ins Unermessliche zu treiben. Allein, ich weiß es ja mittlerweile besser. Der Cliffhanger wird eh nicht aufgelöst werden. So why bother?

TRAILER:


J.J. Abrams Jeffrey Lieber Damon Lindelof Cheech Marin 2000er


Foto

THE MECHANIC


THE MECHANIC THE MECHANIC (Blu-ray: Kinowelt, Deutschland)
(OT: The Mechanic | USA 2011 | Regie: Simon West)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


THE MECHANIC ist das Remake des gleichnamigen Films von DEATH WISH-Regisseur Michael Winner aus dem Jahr 1972. Damals wurde das Killergespann von Charles Bronson und Jan-Michael Vincent verkörpert, in Wests Remake geben sich nun Jason Statham als Arthur Bishop und Ben Foster als Steve McKenna die Ehre.
Winners Original gilt als Genreklassiker, konnte mich persönlich jedoch nie wirklich überzeugen, was insbesondere am Zusammenspiel zwischen Bronson und Vincent gelegen haben mag, welches ich einfach als nicht gelungen empfand.
Und so ist THE MECHANIC mal ein Remake, welches in meinen Augen dem Original ganz deutlich überlegen ist. Jason Statham ist wohl tatsächlich der einzige legitime Nachfolger der mittlerweile doch langsam aber sicher etwas alternden Actionhelden rund um Stallone, Schwarzenegger, Willis & Co. und beweist hier mit seiner überzeugenden Darstellung des eiskalten Auftragskillers, dass er nicht nur als Actionheld taugt, sondern auch schauspielerische Fähigkeiten besitzt. Und dann natürlich der großartige Ben Foster in der Rolle des jungen, wilden Nachwuchskillers, der Jan-Michael Vincent aus dem Original im direkten Vergleich regelrecht an die Wand spielt. Foster verleiht seiner Figur das gewisse Etwas, hat immer ein fast wahnsinnig wirkendes Funkeln in den Augen und strahlt in seiner Ungestümheit eine ständige Bedrohung aus.
Die größte Überraschung des Films findet sich jedoch auf dem Regiestuhl wieder. Simon West, sonst eher für wenig subtile Kracher der Marke CON AIR und LARA CROFT: TOMB RAIDER bekannt, inszeniert THE MECHANIC auffällig ruhig - im Vergleich zum aktuellen Actionstandard könnte man auch das Wort langsam gebrauchen -, ja fast schon melancholisch, setzt immer wieder gezielte Nadelstiche in Form von kurzen Actionsequenzen und Gewaltausbrüchen und sorgt so dafür, dass sich die Spannung von THE MECHANIC stetig steigert. Ich bin absolut positiv überrascht von dem Film.

TRAILER:


Simon West Jason Statham Ben Foster Donald Sutherland 2010er Remake car chase female nudity Rache


Foto

ROBOCOP (Director's Cut)


ROBOCOP (Director's Cut) :love: ROBOCOP (Director's Cut) :love: (DVD: MGM, Deutschland)
(OT: RoboCop | USA 1987 | Regie: Paul Verhoeven)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


ROBOCOP, einer dieser absoluten Genreklassiker, zu denen es mir schwerfällt, überhaupt etwas zu schreiben. Einer dieser Filme, zu denen im Endeffekt eh schon alles gesagt ist. Aus diesem Grund wird das hier einer der kürzesten Texte der letzten Zeit. Here we go:
Neben Camerons THE TERMINATOR - mit dem er sich u.a. die düstere Zukunftsvision, die unterkühlte Atmosphäre und eine geile Disco-Szene teilt - ist Verhoevens ROBOCOP in meinen Augen einer der außergewöhnlichsten Actionfilme der 80er Jahre, einem Jahrzehnt in dem insbesondere reaktionäre Klopper der Marke INVASION U.S.A., RED DAWN, COBRA, COMMANDO oder DEATH WISH 3 im Mittelpunkt des Actiongeschehens standen. Ein Actiongeschehen, aus dem ROBOCOP deutlich hervorsticht und herausragt. Als böse Mediensatire, als deprimierende Dystopie, aber auch als knallharter Actionfilm, der dem Zuschauer mit Gewaltspitzen konfrontiert, die nicht selten die Grenze zum Splatterfilm überschreiten. ROBOCOP ist ein Meisterwerk, einer der größten und besten Filme seiner Zeit. Und kein bisschen weniger.

TRAILER:


Paul Verhoeven Peter Weller Nancy Allen 1980er Oscar Nominee car chase female nudity Nahe Zukunft Dystopie Rache


Foto

VERBLENDUNG


VERBLENDUNG VERBLENDUNG (Blu-ray: Sony, Deutschland)
(OT: The Girl with the Dragon Tattoo | Norwegen/Schweden/USA 2011 | Regie: David Fincher)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


David Finchers Version von MÄN SOM HATAR KVINNOR, dem ersten Teil der MILLENNIUM-Trilogie. THE GIRL WITH THE DRAGON TATTOO wurde ja schon vor seinem Kinostart damals nicht gerade herzlich aufgenommen. Wie konnten es diese bösen Amis auch nur wagen, einfach so ein Remake des Überraschungserfolgs aus Schweden zu drehen und wie konnte sich ausgerechnet David Fincher dazu herablassen, bei so einem Frevel auch noch Regie zu führen? So was aber auch.
Ich persönlich stehe Remakes relativ locker gegenüber. Im besten Falle sorgen sie für gute Unterhaltung, im schlechtesten Falle hat man halt gut 2 Stunden seiner Lebenszeit vergeudet. In praktisch jedem Fall eignen sie sich ganz hervorragend dazu, noch mal die Werbetrommel für das Original zu rühren. Viel Aufregung um nichts.
Da Remakes jedoch tatsächlich im seltensten Falle an das Original herankommen, habe ich mir angewöhnt, mir - soweit möglich - immer erst das Remake und dann das Original anzusehen. Hat auch den Vorteil, dass man unvoreingenommener an die Neuinterpretation herangehen kann. Ich gehöre wahrscheinlich zu den wenigen Menschen, die MÄN SOM HATAR KVINNOR tatsächlich (noch) nicht gesehen haben und ohne diese Vergleichsmöglichkeit zu haben, muss ich sagen, dass David Fincher mit THE GIRL WITH THE DRAGON TATTOO einen ganz vorzüglichen Thriller gedreht hat. Charakterentwicklung und Spannungsaufbau sind einfach exzellent und je länger der Film dauert, desto mehr fiebert man der Auflösung entgegen. Das Zusammenspiel von Daniel Craig und Rooney Mara ist ganz vorzüglich gelungen, insbesondere Mara gibt in der Rolle der Lisbeth Salander eine wahrlich grandiose Vorstellung ab. Und dann diese Atmosphäre des Films, die einen als Zuschauer wirklich extrem schnell in denn Bann zieht und einfach nicht mehr loslässt (was vor allem auch daran liegen mag, dass der Streifen "On Location" gedreht wurde und Nine Inch Nails-Mastermind Trent Reznor gemeinsam mit Atticus Ross hier so etwas wie einen Score für die Ewigkeit komponiert hat). Wieder mal ziemlich großes Kino also von Herrn Fincher. Ich habe auch nicht wirklich mit einem schwachen Film gerechnet.

TRAILER:


David Fincher Daniel Craig Rooney Mara 2010er Oscar Winner Oscar Nominee female nudity Remake Rache


Foto

THE HELLCATS


THE HELLCATS THE HELLCATS (DVD: BCI Eclipse, USA)
(OT: The Hellcats | USA 1968 | Regie: Robert F. Slatzer)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Im Vergleich zu dem zuvor gesehenen CHAING GANG WOMEN bietet THE HELLCATS leider nur eine minimale Steigerung. Was insbesondere daran liegt, dass der Film von Regisseur Robert F. Slatzer über ein paar ausgesprochen hübsche Einstellungen von Kameramann Gil Hubbs verfügt und im Gegensatz zu CHAIN GANG WOMEN zumindest ein kleines bisschen wie ein Film aussieht. Und absurder als der zuvor gesehene Blödsinn ist er auch geraten.
In THE HELLCATS geht es um einen Soldaten, der sich auf die Suche nach den Mördern seines Bruders macht. Unterstützt wird er dabei von der Verlobten des Verstorbenen und die Ermittlungen führt das Paar zu einer Motorradgang, den titelgebenden "Hellcats". Die Mitglieder der Gang könnten durchaus auch einer Hippie-Kommune entsprungen sein und erinnern nur ansatzweise an harte Biker. Um die Suche nach den Mördern kümmert sich Regisseur Slatzer nach Einführung seiner Titelattraktion nicht mehr wirklich, stattdessen findet er es interessanter, den Tagesablauf seiner Hippie-Rocker zu dokumentieren, der vor allem aus Drogen, Alkohol, Raufereien, Off-Screen-Sex und skurrilen Tanzeinlagen zu grooviger Musik besteht. Bis Slatzer dann tatsächlich irgendwann wieder zum Mörderplot zurückkehrt, hat man sich als Zuschauer schon so extrem einlullen lassen, dass man eh nicht mehr durchblickt. Zelluloid gewordener Wahnsinn!

TRAILER:


Robert F. Slatzer 1960er car chase female nudity Rache Crown International Pictures Biker Movie


Foto

CHAIN GANG WOMEN


CHAIN GANG WOMEN CHAIN GANG WOMEN (DVD: BCI Eclipse, USA)
(OT: Chain Gang Women | USA 1971 | Regie: Lee Frost)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


In CHAING GANG WOMEN wird ein harmloser Häftling, der lediglich noch 6 Monate abzusitzen hat, zuerst in ein Arbeitslager verlegt und dann von dem an ihn festgeketteten Schwerverbrecher zur Flucht gezwungen. Was folgt ist die wohl unspektakulärste und langweiligste Flucht vor der Staatsgewalt, die man sich nur vorstellen kann.
Damit die Macher auch ihren Filmtitel rechtfertigen können, trifft die titelgebende "Chain Gang" unterwegs auf insgesamt 2 (!) Frauen, die beide kurz ihre blanken Brüste in die Kamera halten dürfen und sonst keine großartige Funktion innerhalb des eigentlich nicht existenten Plots haben. Lee Frost, der hier Regie führte, für das Drehbuch verantwortlich zeigte und außerdem auch noch die Kameraarbeit und den Schnitt erledigte, verlangt selbst erfahrenen Trash-Liebhabern wie mir mit seinem CHAIN GANG WOMEN einiges ab, denn außer gähnender Langeweile und extrem hölzern agierenden Darstellern hat er leider nicht wirklich viel zu bieten. Eigentlich verwunderlich, denn mit Filmen wie THE DEFILERS oder POLICEWOMEN hat Frost ja durchaus den einen oder anderen richtig guten Exploitation-Streifen innerhalb seiner Filmographie aufzuweisen. Aber CHAIN GANG WOMEN ist einfach kein Film, der für Legenden reicht, den man sich mit dem "Grindhouse"-Gütesiegel schönreden könnte oder der auch nur die geringste Chance hätte, auf irgendeine Art und Weise im Gedächtnis zu bleiben. CHAIN GANG WOMEN ist einfach nur mies und stinklangweilig. Schade drum.

TRAILER:


Lee Frost Wes Bishop 1970er female nudity Sexploitation Crown International Pictures


Foto

LOST - STAFFEL 2


LOST - STAFFEL 2 LOST - STAFFEL 2 (DVDs: Touchstone/Buena Vista, Deutschland / Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 2 | USA 2005/2006 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)

Infos zur Serie:
IMDB
OFDB


Das Suchtpotential steigert sich. Obwohl ich auch sagen muss, dass diese zweite Staffel nach zunächst fulminantem Auftakt doch mit etwas Leerlauf zu kämpfen hatte. Insbesondere die Einführung der zweiten, kleineren Gruppe von Überlebenden gestaltete sich etwas zäh und die Staffel nahm erst dann wieder so richtig Fahrt auf, als diese zweite Gruppe endlich im Camp der aus Season 1 schon bekannten Protagonisten angekommen ist. Danach wurde es aber tatsächlich von Episode zu Episode besser. Die Zeichnung der verschiedenen Charaktere ist einfach erstklassig und die Verwendung der Rückblenden ist sogar noch effektiver geraten als in der Auftaktstaffel. Zum einen erfährt man immer mehr über die Hintergründe der einzelnen Figuren und wie diese teilweise - ohne es zu ahnen - in Verbindung zueinander stehen, zum anderen sind diese Rückblenden im Hinblick auf den Spannungsaufbau innerhalb der einzelnen Episoden - insbesondere in der zweiten Hälfte dieser Staffel - noch besser platziert als in Season 1. Der Cliffhanger ist wieder ziemlich übel geraten und schürt definitiv verdammt viel Vorfreude auf die 3. Staffel. Allerdings habe ich etwas Bedenken, dass sich die Macher in ihrem ganzen Gebilde vor lauter Rätseln und Mysterien irgendwann verzetteln könnten. Ab und an sollte man offene Fragen vielleicht auch einfach mal beantworten und nicht nur ständig neue Mysterien aufbauen.
Und noch kurz zu den diversen Hauptfiguren: Ich persönlich bin Fan von Locke, Sayid und Mr. Eko (wobei letzterer wohl nach dieser Staffel ausscheiden wird). Sawyer und Jack gehen mir dagegen beide tierisch auf die Nerven. Und Kate würde mir wohl auch auf die Nerven gehen, wenn Evangeline Lilly nicht so hammermäßig gut ausschauen würde. :D

TRAILER:


J.J. Abrams Damon Lindelof Jeffrey Lieber Michelle Rodriguez 2000er


Foto

THE DARK KNIGHT RISES


THE DARK KNIGHT RISES THE DARK KNIGHT RISES (Blu-ray: Warner, Deutschland)
(OT: The Dark Knight Rises | Großbritannien/USA 2012 | Regie: Christopher Nolan)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


So, der letzte Film, den ich im Jahr 2012 gesehen habe. Alle Texte, die nach diesem hier veröffentlicht werden, stammen zu Sichtungen aus 2013.
Und zu THE DARK KNIGHT RISES fällt mir vor allem ein Satz ein: Don't believe the hype! Denn mein persönliches Filmjahr 2012 endete mit einer fetten Enttäuschung. Regisseur Christopher Nolan ist in meinen Augen ein Blender und sein ach so grandioser Abschluss seiner Batman-Trilogie ist im Vergleich mit dem unmittelbaren Vorgänger nicht mehr als ein schlechter Scherz. THE DARK KNIGHT RISES kann gar nichts. Die Story könnte egaler nicht sein, Batmans Gegenspieler ist eine Witzfigur und führt noch mal deutlich vor Augen, wie grandios Heath Ledger als Joker gewesen ist, und so etwas wie Timing bei den Actionszenen ist praktisch nicht vorhanden, was vor allem daran liegt, dass so etwas wie "Action" in den ersten 2 Stunden nicht vorhanden ist. THE DARK KNIGHT RISES ist ein Film, der dem Zuschauer so etwas wie Anspruch vorgaukeln will, bei näherer Betrachtung aber lediglich ein aufgeblähtes Nichts zu bieten hat. Da kann auch das halbwegs ansehbare Finale nicht mehr viel retten.
Wahrscheinlich ist THE DARK KNIGHT RISES aber auch nur die konsequente "Weiterentwicklung" Nolans. Bereits INCEPTION war nicht viel mehr als heiße Luft, die allerdings wenigstens noch nett verpackt war und den Zuschauer mit einigen spektakulären Action Set Pieces bei Laune halten konnte. THE DARK KNIGHT RISES schafft nicht mal das. Die einzigen Lichtblicke des Streifens sind Joseph Gordon-Levitt als Blake und Anne Hathaway als Catwoman. Viel zu wenig für einen Film, der doch nicht weniger sein wollte als der Blockbuster des Jahres. Dieser Titel geht stattdessen ganz eindeutig an THE AVENGERS. Wenn Herr Nolan mal wieder eine Comic-Verfilmung drehen will (ich hoffe nur, er lässt in Zukunft die Finger davon), sollte er zuvor vielleicht bei THE AVENGERS-Regisseur Joss Whedon in die Lehre gehen oder sich mal Snyders WATCHMEN zu Gemüte führen. Er kann sicher noch etwas lernen.

TRAILER:


Christopher Nolan Christian Bale Gary Oldman Joseph Gordon-Levitt Anne Hathaway Morgan Freeman Michael Caine Liam Neeson 2010er car chase Femme fatale Rache Sequel


Foto

GILDA


GILDA GILDA (DVD: Sony, Deutschland)
(OT: Gilda | USA 1946 | Regie: Charles Vidor)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


In GILDA - einer Mischung aus Drama, Thriller, Romanze und Film Noir - von Regisseur Charles Vidor wird ein kleiner Falschspieler zur rechten Hand eines Casinobosses. Es entwickelt sich eine Männerfreundschaft, die so lange hält, bis eine verführerische Femme Fatale auftaucht und Dinge anfangen, sich zu verkomplizieren.
Der mitunter etwas unlogisch anmutende und vertrackte Plot von GILDA - der sich zudem stellenweise deutlich bei dem wenige Jahre zuvor in die Kinos gekommenen CASABLANCA bedient - ist eher Nebensache und trägt nicht sonderlich viel zum Gelingen des Films bei. GILDA funktioniert praktisch ausschließlich aufgrund des Zusammenspiels seiner drei Hauptdarsteller, aufgrund der mysteriösen und verdammt erotisch aufgeladenen Atmosphäre, die Regisseur Charles Vidor immer wieder kreiert und aufgrund der Tatsache, dass Vidor mit Rita Hayworth eine Schauspielerin in der Rolle der Femme Fatale zur Verfügung hatte, die nicht umsonst zu den unsterblichen Filmgöttinnen Hollywoods gezählt wird. Die Präsenz von Rita Hayworth ist nicht in Worte zu beschreiben, bereits ihre allererste Szene raubt sowohl den Protagonisten des Films als auch dem Zuschauer regelrecht den Atem und ruft diesem überdeutlich und schmerzhaft in Erinnerung, dass es Stars von solchem Format schon viele Jahre einfach nicht mehr gibt. Ihr Gesangsauftritt im letzten Drittel mit dem Song "Put the Blame on Mame" ist legendär und gehört definitiv zu den magischsten Momenten der Filmgeschichte. Wow!

TRAILER:


Charles Vidor Rita Hayworth Glenn Ford 1940er Femme fatale Rache


Foto

SAND SHARKS


SAND SHARKS SAND SHARKS (Blu-ray: Splendid, Deutschland)
(OT: Sand Sharks | USA 2011 | Regie: Mark Atkins)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Pünktlich zum Start eines alljährlichen Festivals, zu dem feierwütige Teenager in einem kleinen Küstenkaff erwartet werden, tauchen dort Haie im Sand auf und stören die Festivitäten doch deutlich.
Wie, Haie im Sand? Ja, verdammte Haie im Sand. Wo sollten sie sich auch sonst rumtreiben, wenn ihnen das Wasser einfach zu nass wird. Regisseur Mark Atkins hat da einen Film gedreht, den man tatsächlich nur als komplette Granate bezeichnen kann. Denn SAND SHARKS schießt den absoluten Vogel ab und lässt das Herz eines jeden Trash-Liebhabers für gut 90 Minuten höher schlagen. Einer dieser Filme aus der "so bad it's fucking great"-Kategorie, mit einem Plot, der aus einer Vielzahl ähnlich gelagerter Streifen zusammengebastelt wurde, mit Effekten, die 5-jährige Kinder auf einem alten Commodore C64 besser programmieren könnten, mit Laiendarstellern, die man bei jedem GZSZ-Casting mit Schimpf und Schande vom Hof jagen würde, mit Dialogen, die einem die Fremdscham ins Gesicht jagen, usw., usf.
SAND SHARKS ist ein Fest für alle Liebhaber des schlechten Geschmacks und ich habe einfach eine absolut Schwäche für kompletten Schwachsinn dieser Art. I really just loved this flick! Und ich werde mir auch in Zukunft jedes Z-Movie, in dem Haie vorkommen, reinziehen. Bald gibt es ja mit BAIT - sogar in einer größeren Produktion - Haie im Supermarkt zu bewundern und irgendwann wird auch mal jemand kommen, der die Viecher in den Weltraum verfrachtet. Ich träume von einem Film mit dem Titel NAZI SHARKS FROM OUTER SPACE. :D
Wobei ich zukünftige Haifilm-Sichtungen vielleicht doch lieber ohne meine Frau vornehmen sollte. Ihr einziger Kommentar beim Einsetzen des Abspanns von SAND SHARKS: "Ich lass mich scheiden!". Das will ich dann doch nicht riskieren.

TRAILER:


Mark Atkins 2010er Tierhorror


Foto

LOST - STAFFEL 1


LOST - STAFFEL 1 LOST - STAFFEL 1 (DVD: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 1 | USA 2004/2005 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)

Infos zur Serie:
IMDB
OFDB


Also gut, dann begebe ich mich - mit reichlich Verspätung - auch mal auf die Insel. Die ersten beiden Staffeln hab ich damals sporadisch im TV gesehen, danach aber - wegen der katastrophalen Ausstrahlungspolitik von Pro7 (plötzlicher Wechsel des Sendeplatzes, zwei Folgen hintereinander statt wie angekündigt lediglich eine, usw. usf.) - die Sichtung entnervt abgebrochen.
Nun also der Neustart und ja, doch, LOST zieht definitiv in seinen Bann. Hätte ich so nicht wirklich erwartet. Aber J.J. Abrams und sein Team machen in dieser 1. Staffel wirklich verdammt viel richtig. Die Handlung ist durchweg spannend, der vorhandene Mystery-Touch sorgt immer wieder für Gänsehautstimmung und die Atmosphäre ist dicht und fesselnd.
Das größte Plus der Serie ist die sorgfältige und glaubwürdige Entwicklung der verschiedenen Charaktere. In Rückblenden - die immer wieder als willkommene Abwechslung zum Inselalltag funktionieren und so geschickt gesetzt sind, dass sie einen großen Beitrag zum vorzüglichen Spannungsaufbau innerhalb der einzelnen Folgen leisten - bekommt man als Zuschauer nach und nach immer mehr Hintergrundinformationen über die diversen Hauptfiguren serviert und lernt diese auf diese Art und Weise besser kennen. Die Charaktere sind vielschichtig und interessant, jeder hat seine Ecken und Kanten und praktisch jeder ist so gezeichnet, dass er sowohl als Sympathieträger als auch als Unsympath funktionieren kann. Der Zuschauer kann letztendlich selbst entscheiden, wem er nun seine Sympathien entgegenbringen will und wem nicht. Diese Freiheit lässt Abrams seinem Publikum und das ist eine der ganz großen Stärken von LOST.
Bin schon gespannt, wie es in Season 2 weitergeht und wie die verschiedenen Cliffhanger am Ende dieser ersten Staffel letztendlich aufgelöst werden.

TRAILER:


J.J. Abrams Jeffrey Lieber Damon Lindelof Michelle Rodriguez 2000er


Foto

ICH - EINFACH UNVERBESSERLICH


ICH - EINFACH UNVERBESSERLICH ICH - EINFACH UNVERBESSERLICH (Blu-ray: Universal, Deutschland)
(OT: Despicable Me | USA 2010 | Regie: Pierre Coffin/Chris Renaud)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Als Supergangster Gru (Steve Carell) davon erfährt, dass in Ägypten tatsächlich eine Pyramide gestohlen wurde, ist er in seinem Stolz verletzt und plant einen spektakulären Coup. Gru will den Mond stehlen, doch der dazu nötige Schrumpfstrahler befindet sich ausgerechnet in den Händen des Pyramiden-Diebs Vector (Jason Segel). Gru setzt alles daran, um den Strahler in seine Griffel zu bekommen. Doch der Zugang zu Vectors Quartier gestaltet sich ausgesprochen kompliziert. Als Gru nach einem gescheiterten Versuch Zeuge wird, wie den drei Waisen-Mädchen Margo (Miranda Cosgrove), Edith (Dana Gaier) und Agnes (Elsie Kate Fisher) ohne Probleme Zugang gewährt wird als diese zum Verkauf von Keksen an Vectors Tür klingeln, kommt Gru die zündende Idee. Er entschließt sich dazu, die drei Mädchen zu adoptieren und mit deren Hilfe Zugriff auf den begehrten Strahler zu erhalten…

Pierre Coffin und Chris Renaud präsentieren mit Ich - Einfach unverbesserlich ein wahrlich spaßiges Animationsabenteuer rund um einen Superschurken, der Gefahr läuft, den Rang als fiesester Gauner aller Zeiten abgelaufen zu bekommen, diese "Gefahr" mit einem spektakulären Coup bannen will und sich am Ende des Tages dann doch in einen guten Menschen verwandelt. Ich - Einfach unverbesserlich startet grandios, mit einer Vielzahl an rabenschwarzen Gags und wirklich tollen Einfällen. Diese hohe Qualität können die beiden Regisseure Pierre Coffin und Chris Renaud allerdings nicht bis zum Ende halten und je länger der Film dauert, desto mehr droht er sogar im absoluten Kitsch zu versinken. Dass er das am Ende doch nicht tut, liegt insbesondere an den "Minions", den kleinen gelben Helfern des Superschurken, die von Minute zu Minute immer mehr zu den heimlichen Stars des Streifens werden und deren Aktionen einfach nur zum Schreien komisch sind. Da fällt es relativ leicht, die sich anbahnende Kitschattacke im letzten Drittel des Main Plots zu verzeihen bzw. einfach zu übersehen. Die "Minions" rocken einfach richtig schön gepflegt das Haus und machen Ich - Einfach unverbesserlich zu einem echten Erlebnis.

TRAILER:


Pierre Coffin Chris Renaud Steve Carell Jason Segel Russell Brand Julie Andrews 2010er


Foto

ZINKSÄRGE FÜR DIE GOLDJUNGEN


ZINKSÄRGE FÜR DIE GOLDJUNGEN ZINKSÄRGE FÜR DIE GOLDJUNGEN (DVD: FilmArt/Kinowelt, Deutschland)
(OT: Zinksärge für die Goldjungen | Deutschland/Italien 1973 | Regie: Jürgen Roland)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Um sich in nicht allzu ferner Zukunft in Sizilien endgültig zur Ruhe setzen zu können, möchte sich der italo-amerikanische Gangster Luca Messina (Henry Silva) gerne noch ein stattliches Vermögen anhäufen und plant dies dadurch zu bewerkstelligen, die Unterwelt Hamburgs zu übernehmen. Bei seinem ambitionierten Vorhaben, Hamburgs Gangsterboss Nr. 1 zu werden, kommt er allerdings dem aktuellen Branchenführer Otto Westermann (Herbert Fleischmann) in die Quere, der seine illegalen Tätigkeiten hinter einem scheinbar harmlosen Kegelclub verbirgt. Schon bald entbrennt zwischen Messina und Westermann ein echter Krieg um die Vorherrschaft in der Hansestadt und während es auf beiden Seiten die ersten Opfer zu beklagen gibt, lernen sich Messina Tochter Sylvia (Patrizia Gori) und Westermanns Sohn Erik (Horst Janson) - die beide nichts von der wahren Einnahmequelle ihrer Väter ahnen - eher zufällig kennen und verlieben sich ineinander…

Ein Hoch auf das deutsche Kino der 70er Jahre. Praktisch das letzte Jahrzehnt, in dem auch in Deutschland noch echtes Genrekino produziert worden ist. Egal ob bayerische Sex-Klamotten, journalistisch fragwürdige Report-Filmchen, schmierige Dramen wie die Simmel-Verfilmungen oder geradlinige und harte Gangster-, Milieu- und Kriminalfilme. Exploitation Made in Germany war einst ein echtes Gütesiegel für alle Freunde des unterschlagenen Films. Zinksärge für die Goldjungen stammt aus genau dieser Zeit und kann wirklich alles. Von Wolf C. Hartwig produziert und von Jürgen Roland inszeniert, dreht sich Zinksärge für die Goldjungen um einen sizilianischen Gangsterboss, der sich in Hamburg niederlassen will und dem dort regierenden König der Kriminellen den Kampf ansagt. In Rolands Film geht es von der ersten Minute an richtig zur Sache und der Streifen überschlägt sich regelrecht vor lauter Schauwerten. Schmierige Typen in fragwürdigen Etablissements, Dialoge zum Niederknien, ein komplett verrückter Henry Silva in der Rolle des Sizilianers, verrauchte Hinterzimmer, harte Drinks zum Frühstück, Schlägerein, Schießereien, nackte Haut, Explosionen, Verfolgungsjagden und als Sahnehäubchen obendrauf noch diese einfach nur unfassbare Mode und diese schweinegeilen Inneneinrichtungen der 70er Jahre. Und im Finale gibt's dann auch noch eine spektakuläre Verfolgungsjagd zu Wasser durch den Hamburger Hafen und die Speicherstadt. Ich muss es mal wieder loswerden: They just don't make 'em like this anymore!

TRAILER:


Jürgen Roland Henry Silva 1970er car chase female nudity Hamburg Rache Euro Crime


Foto

FOOTPRINTS ON THE MOON


FOOTPRINTS ON THE MOON FOOTPRINTS ON THE MOON (DVD: Shameless, Großbritannien)
(OT: Le orme | Italien 1975 | Regie: Luigi Bazzoni/Mario Fanelli)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Drei Tage war die Dolmetscherin Alice Cespi (Florinda Bolkan) wie vom Erdboden verschwunden. Als sie wieder auftaucht, hat sie keinerlei Erinnerung daran, was in diesen drei Tagen passiert ist und wird stattdessen von seltsamen Träumen heimgesucht, denen sie schließlich auf den Grund gehen will. Alice reist, ihren Träumen folgend, in ein ihr unbekanntes, kleines Städtchen um herauszufinden, was in diesen drei Tagen mit ihr passiert ist, und muss erstaunt feststellen, dass sie in dem kleinen Küstenort wirklich jeder zu (er)kennen scheint…

Footprints on the Moon von Regisseur Luigi Bazzoni - der, darf man der IMDB Glauben schenken, sich den Regieposten mit Drehbuchautor Mario Fanelli teilte - ist ein ausgesprochen ungewöhnlicher Giallo (wenn man ihn überhaupt als solchen bezeichnen kann), der komplett ohne Mörder auskommt und dem Zuschauer stattdessen eine reichlich surreale und faszinierende Geschichte präsentiert, in der eine Dolmetscherin ihre Erinnerung an die letzten drei Tage verloren hat und verzweifelt versucht herauszufinden, was in diesen Tagen mit ihr passiert ist. Regisseur Luigi Bazzoni und Drehbuchautor/Co-Regisseur Mario Fanelli gönnen dem Zuschauer keinerlei Wissensvorsprung vor der Hauptfigur - überzeugend gespielt von der bezaubernden Florina Bolkan - und so tappt man über die komlette Laufzeit ebenso im Dunkeln wie diese. Unterstützt von der einfach nur wunderschönen Fotografie von Kameramann Vittorio Storaro (der im weiteren Verlauf seiner Karriere insgesamt drei Oscars abräumen sollte, den ersten für seinen Kamerajob bei keinem geringeren Film als Apocalypse Now) und dem tieftraurigen, herrlich melancholischen Score von Komponist Nicola Piovani entwickelt Regisseur Bazzoni eine ungemein intensive und verdammt unheimliche Atmosphäre, der man sich unmöglich entziehen kann und die über die gut 90 Minuten, die Footprints on the Moon den Zuschauer in seinen Bann zieht, mehrere Gänsehäute verursacht. Klasse!

TRAILER:


Luigi Bazzoni Mario Fanelli Florinda Bolkan Klaus Kinski 1970er Giallo female nudity


Foto

THE MARINE


THE MARINE THE MARINE (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: The Marine | USA 2006 | Regie: John Bonito)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Ausgerechnet die Frau (Kelly Carlson) des hochedkorierten Ex-Marines John Triton (John Cena) als Geisel zu nehmen, war nicht der beste Plan des skrupellosen Juwelendiebs Rome (Robert Patrick). Triton heftet sich dem Gangster und seiner Bande an die Fersen und setzt alles daran, seine Frau unbeschadet aus deren Fängen zu befreien…

Regisseur John Bonito hat mit The Marine einen "Old School Action"-Streifen im Stil der 80er Jahre gedreht, bei dem jeder Freund dieses 80er-Jahre-Action-Kinos definitiv auf seine Kosten kommen dürfte. Der mit relativ limitierten schauspielerischen Qualitäten ausgestattete Wrestler John Cena walzt in der Rolle des ehemaligen Marines John Triton regelrecht durch den Film und hinterlässt beim Versuch, seine Frau zu befreien, überall nur Schutt und Asche. Ohne großes Vorgeplänkel wirft Regisseur Bonito sein Publikum mitten hinein ins Geschehen, erzählt seine simple Geschichte absolut geradlinig und ohne jegliche Schnörkel, beweist perfektes Timing beim Einsatz seiner zahlreichen Actionszenen und begeistert insbesondere mit der Art und Weise, wie die Action inszeniert ist, nämlich spektakulär, druckvoll und übersichtlich. Hier gibt es keine extremen Schnittgewitter, bei denen man als Zuschauer nichts mehr erkennen kann und die Spektakel lediglich vortäuschen anstatt es tatsächlich zu liefern. Und über die Tatsache, dass vielleicht nicht jeder Effekt den höchsten technischen Ansprüchen genügt, kann man bei dem Spaß den dieser herrliche B-Actioner verbreitet, in meinen Augen getrost hinwegschauen. Wenn nach gut 85 Minuten schließlich der Abspann beginnt, macht sich nämlich insbesondere eine Erkenntnis breit: The Marine ist genau der Film, der The Expendables gerne hätte sein wollen, nur halt ohne die entsprechende Starpower.

TRAILER:


John Bonito 2000er car chase female nudity


Foto

JERRY COTTON


JERRY COTTON JERRY COTTON (Blu-ray: Constantin, Deutschland)
(OT: Jerry Cotton | Deutschland 2010 | Regie: Cyrill Boss/Philipp Stennert)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Top-Ermittler Jerry Cotton (Christian Tramitz) konnte in seiner Karriere bisher lediglich einen einzigen Fall nicht lösen. Der einst wegen Golddiebstahls verdächtigte und angeklagte Sammy Serrano (Moritz Bleibtreu) wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Das Gold blieb verschwunden. Als Cotton eher zufällig bei einem Mordfall vorbeischaut, muss er feststellen, dass es sich bei Leiche ausgerechnet um Serrano handelt. Cotton reißt den Fall regelrecht an sich, muss seinem Vorgesetzten Mr. High (Herbert Knaup) jedoch im Gegenzug ein Zugeständnis machen und einen neuen Partner akzeptieren. Dem erfahrenen Cotton wird der blutige Anfänger Phil Decker (Christian Ulmen) zur Seite gestellt…

Die beiden Regisseure Cyrill Boss und Philipp Stennert haben mit Jerry Cotton eine ansehnlich Mischung aus Krimi und Komödie gedreht, die sich von anderen Streifen dieser Art - wie beispielsweise den beiden Wixxer-Filmen, obwohl beim zweiten Teil auch Boss und Stennert Regie geführt hatten - insbesondere dahingehend unterscheidet, dass die Gags dem Zuschauer nicht mit dem Holzhammer um die Ohren gehauen werden. Cyrill Boss und Philipp Stennert gehen es hier einfach etwas ruhiger an und das tut dem Film richtig gut. Haudraufhumor ist nur selten vorhanden, Jerry Cotton lebt vor allem von seiner Situationskomik und einem herrlich aufgelegten Christian Ulmen in der Rolle des Phil Decker, der dem Streifen seinen Stempel aufdrückt und dessen Mitwirken den Hauptanteil daran trägt, dass der Film richtig unterhaltsam geraten ist. Überhaupt ist die Besetzung des Films eine positive Überraschung. Heino Ferch, Christiane Paul, Christian Tramitz, Jürgen Tarrach und Moritz Bleibtreu sind mit von der Partie. Kein Til Schweiger und vor allem keine bescheuerten Möchtegern-Comedians, die denken, sie hätten schauspielerisches Talent. Allein dafür kann man sich dann auch mal bedanken und Jerry Cotton wohlwollend im Gedächtnis behalten.

TRAILER:


Cyrill Boss Philipp Stennert Moritz Bleibtreu Jürgen Tarrach Christian Ulmen Christiane Paul 2010er New York


Foto

BATTLESHIP


BATTLESHIP BATTLESHIP (Blu-ray: Universal, Deutschland)
(OT: Battleship | USA 2012 | Regie: Peter Berg)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Die Besatzung (u.a. Taylor Kitsch, Alexander Skarsgård, Rihanna) eines Kriegsschiffes sieht sich während einer internationalen Militärübung plötzlich mit der Tatsache konfrontiert, dass die Erde von Außerirdischen angegriffen wird. Aus der Übung wird tödlicher Ernst…

Ja, ich bin im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte und ja, mir ist vollkommen bewusst, dass Battleship objektiv betrachtet wahrscheinlich einer der größten Schwachsinns-Filme ist, die je das Licht einer Leinwand erblickt haben und nein, ich werde ihn nicht zerreißen, sondern vielmehr gnadenlos abfeiern. Denn was Regisseur Peter Berg hier abliefert, ist so komplett "over the top", dass man es beim besten Willen nicht mehr ernst nehmen kann und sich stattdessen dem eskapistischen Vergnügen einfach nur hingeben sollte. Vielleicht war das auch alles nur Satire. Diesen Gedanken finde ich gar nicht mal so abwegig.
Allein aufgrund der Vorlage zum Film - dem allseits beliebten Spiel "Schiffe versenken" - sollte jeder erahnen können, dass die einzigen Oscars, für die Battleship je hätte nominiert werden können, die im Bereich der Special Effects und des Sound Designs gewesen sein dürften, von so etwas wie schauspielerischer Leistung keine allzu große Rede sein kann und die Story des Films auf einen halben Bierdeckel passt. Und all das trifft letztendlich auch zu. Der Plot gibt nicht viel mehr her als die Vorlage und Peter Berg hat sich vor allem darum bemüht, seinen Film mit praktisch jedem Klischee anzureichern, das man aus Streifen dieser Art kennt. Wir haben die Liebesgeschichte zwischen dem rebellischen Draufgänger und der attraktiven Tochter des höchsten Vorgesetzten, der sich letztendlich im Kampf beweisen kann um so den Schwiegervater in spe doch noch von sich zu überzeugen. Wir haben die Amazone innerhalb der durchweg männlichen Besatzung, die - und hier weicht das Klischee ab - mal nicht von Michelle Rodriguez, sondern von Pop-Diva Rihanna gespielt wird (die für ihre erste Rolle erstaunlich viel Screentime abbekommen hat und ihre Sache den Umständen entsprechend ziemlich gut macht). Wir haben die erbitterten Rivalen, die im Angesicht des gemeinsamen Feindes zu Verbündeten werden. Wir haben den Vorzeige-Soldaten, der den Heldentod sterben darf. Wir haben stylishe Sonnenunter- und -aufgänge, wir haben mit Hawaii einen Schauplatz, der sich hübsch in Szene setzen lässt, wir haben den Technik-Nerd, der endlich mal zeigen kann, was in ihm steckt. Wir haben einen Score von Transformers-Komponist Steve Jablonsky, der dem Begriff "Pathos" völlig neue Dimensionen verleiht, wir haben wehende Fahnen, schwachsinnige Militär-Dialoge und im Finale auch noch eine Handvoll Veteranen, die mit ihrem titelgebenden Schlachtschiff letztendlich den Tag retten dürfen.
Aber wir haben halt auch einfach nur grandios inszenierte Actionszenen, die Battleship zu einem echten Erlebnis machen und in denen Regisseur Berg außerdem ein nahezu perfektes Gespür für Timing beweist. Hier gibt es keinen kompletten Overkill wie in so vielen Actionfilmen der jüngeren Vergangenheit, Berg lässt seinen Zuschauern Zeit zu verschnaufen und wechselt seine atemberaubenden Action Set Pieces ständig mit eher ruhigeren Sequenzen ab. Battleship rockt ganz gewaltig das Haus und macht von der ersten bis zur allerletzten Sequenz nach dem Abspann (die verdammt witzig geworden ist und natürlich Freiraum für eine potentielle Fortsetzung lässt) einfach nur diebischen Spaß. So was nennt man dann wohl ein perfektes "guilty pleasure". Fucking awesome!

TRAILER:


Peter Berg Liam Neeson Rihanna 2010er Hawaii New York Alien


Foto

FANTASTIC FOUR: RISE OF THE SILVER SURFER


FANTASTIC FOUR: RISE OF THE SILVER SURFER FANTASTIC FOUR: RISE OF THE SILVER SURFER (DVD: Constantin/Highlight, Deutschland)
(OT: 4: Rise of the Silver Surfer | Deutschland/Großbritannien/USA 2007 | Regie: Tim Story)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Nach dem Sieg über ihren Erzfeind Dr. Doom (Julian McMahon) versuchen die "Fantastic Four" etwas Ruhe einkehren zu lassen. Doch die Ruhe währt nicht lange. Mitten in die Hochzeitszeremonie von Reed Richards (Ioan Gruffudd) und Susan Storm (Jessica Alba) platzt eine neue Bedrohung, die das Ende der Welt bedeuten könnte. Der "Silver Surfer" hat sich als Vorbote des Weltenfressers "Galactus" seinen Weg zur Erde gebannt und plötzlich auftretende Störungen innerhalb des Magnetfeldes und chaotische Klimaerscheinungen sind noch die geringsten Probleme, mit denen sich Reed, Susan, Johnny (Chris Evans) und Ben (Michael Chiklis) auseinandersetzen müssen…

Wenn man von der ungeschriebenen Regel ausgeht, dass Marvel-Verfilmungen praktisch immer gut gelungen sind, dann ist 4: Rise of the Silver Surfer die Ausnahme, die diese Regel bestätigt. Bereits der Vorgänger, Fantastic Four, hatte sich nun wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert und gehörte bis dato zu den schwächsten Filmen aus dem Marvel-Universum. 4: Rise of the Silver Surfer beweist nun eindrucksvoll, dass es auch gerne noch eine Stufe schlechter geht. Es muss ja nun nicht unbedingt immer X-Men- oder The Avengers-Qualität sein um den Zuschauer einigermaßen gut zu unterhalten, aber ein bisschen mehr als das hier Gezeigte hätte Regisseur Tim Story seinem Publikum schon präsentieren können. 4: Rise of the Silver Surfer ist im Endeffekt ein Kinderfilm, kommt ohne jegliche Charakterentwicklung aus, präsentiert eine Story, wie sie belangloser nicht sein könnte, ist schlichtweg albern und die paar vorhandenen Action Set Pieces scheinen mit gezogener Handbremse inszeniert worden sein. Das wäre alles nicht sonderlich tragisch, wenn sie nicht ausgerechnet den Silver Surfer - die in meinen Augen wohl faszinierendste Figur im ganzen Comic-Unversum von Marvel - in diesem Film so gnadenlos verheizt hätten. Unfassbar!

TRAILER:


Tim Story Jessica Alba Laurence Fishburne 2000er Sequel New York


Foto

AUSHILFSGANGSTER


AUSHILFSGANGSTER AUSHILFSGANGSTER (TV-Aufnahme, Pay-TV: Sky Cinema HD)
(OT: Tower Heist | USA 2011 | Regie: Brett Ratner)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Josh Kovaks (Ben Stiller) ist Manager eines Apartmenthauses für Schwerreiche in New York und hat sowohl seine eigenen Ersparnisse als auch die Pensionsansprüche seiner Mitarbeiter (u.a. Michael Peña) in die Obhut des Finanzhais Arthur Shaw (Alan Alda) gelegt. Als Shaw eines Tages vom FBI verhaftet und danach unter Hausarrest gestellt wird, sieht sich Kovaks mit der Tatsache konfrontiert, dass das angelegte Geld für immer verloren ist. Nach einem Tipp der FBI-Agentin Claire Denham (Téa Leoni), Shaw könne in seinem Apartment einen Notgroschen versteckt halten, entschließen sich Kovaks und seine um ihre Ersparnisse geprellten Mitarbeiter dazu, Shaw in einem spektakulären Coup um das versteckte Geld zu bringen. Doch dummerweise kennt sich keiner der braven Bürger mit Einbrüchen aus und so heuert Kovaks seinen kleinkriminellen Nachbarn Slide (Eddie Murphy) an, um das Vorhaben durchzusetzen. Doch der hat trotz diverser Gefängnisaufhalte nicht viel mehr als eine große Klappe zu bieten...

Aushilfsgangster ist einer der Filme zur weltweiten Finanzkrise und rechnet mit skrupellosen Finanzhaien auf seine eigene Art und Weise ab. Wie es der Originaltitel - Tower Heist - schon sagt, ist Aushilfsgangster ein lupenreines Heist-Movie, in dem die Planung und Durchführung eines scheinbar nicht machbaren Überfalls im Mittelpunkt steht. Regisseur Brett Ratner - von dem man im normalerweise bestenfalls solide und anspruchslose Blockbuster-Unterhaltung erwarten kann - hat in Aushilfsgangster ein durchaus illustres Ensemble zur Verfügung - vor der Kamera haben sich u.a. Ben Stiller, Eddie Murphy, Alan Alda, Matthew Broderick, Michael Peña, Téa Leoni und Casey Affleck versammelt - und letztendlich hat es Ratner dann auch vor allem diesem Ensemble zu verdanken, dass Aushilfsgangster einigermaßen gut funktioniert. Insbesondere Ben Stiller und Eddie Murphy sind richtig gut drauf und verleihen der extrem ruhig inszenierten Mischung aus Komik und Spannung - die durch diese ruhige Inszenierung immer Gefahr zu laufen droht, das Interesse des Zuschauers zu verlieren - das gewisse Etwas, dass den Film am Ende des Tages davor rettet, in der Masse biederer Durchschnittsware zu versinken. Aushilfsgangster ist ganz nett, nicht mehr und nicht weniger.

TRAILER:


Brett Ratner Ben Stiller Eddie Murphy Téa Leoni Matthew Broderick 2010er New York Heist Movie Rache


Foto

DRIVE


DRIVE DRIVE (Blu-ray: Universum, Deutschland)
(OT: Drive | USA 2011 | Regie: Nicolas Winding Refn)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Der "Driver" (Ryan Gosling) verdient sein Geld auf legale Weise als Mechaniker in einer Autowerkstatt und als Stuntfahrer beim Film, hat aber nebenbei auch noch eine ausgesprochen illegale Einnahmequelle am Laufen, und zwar als Fluchtwagenfahrer bei verschiedenen Überfällen. Mit seiner eiskalten und praktisch fehlerlosen Art wurde er bisher noch nie erwischt. Doch nun entscheidet sich der "Driver" dazu, seinem Nachbarn aus der Patsche zu helfen und auch für diesen eher unprofessionellen Kunden den Fluchtwagen bei einem Überfall zu fahren. Prompt läuft die Sache schief…

Faszinierender Großstadt-Thriller mit einem wieder mal beeindruckenden Ryan Gosling in der Rolle des namenlosen "Driver", der sich als Stuntfahrer im Haupt- und als Fluchtwagenfahrer im Nebenberuf betätigt und seine Profession (fast) ohne jegliche Emotionen und (fast) ohne jeglichen Fehler ausübt. Gosling spielt den "Driver" - zumindest bis zum großen Wendepunkt des Plots - distanziert, emotionslos, ja fast schon gelangweilt, und Regisseur Nicolas Winding Refn unterstützt dieses Spiel mit betörend schönen Bildern vom (leider nicht immer) nächtlichen L.A., einem Soundtrack der pure Melancholie verbreitet und einem extrem langsamen Erzähltempo, welches die wenigen vorhandenen "Action"-Szenen und die teils extremen Gewaltexzesse des Films noch weitaus effektiver macht als sie es sowieso schon sind. In seinen besten Szenen hat mich Drive an Manns Glanzstück Collateral erinnert, der die nächtliche Großstadt als heimlichen Hauptdarsteller seines Films absolut perfekt in Szene gesetzt hat. Nicolas Winding Refn gelingt das mit Drive nicht ganz, dazu spielt der Film leider dann doch zu oft bei Tageslicht und dadurch geht leider auch immer wieder viel von dieser wunderbar melancholischen Atmosphäre verloren. Ich bin mir nicht sicher, ob Drive diesem extremen Hype, der vielerorts um ihn gemacht wird, am Ende tatsächlich gerecht wird. Dass es sich bei Refns Streifen allerdings um einen außergewöhnlich guten Film handelt, steht für mich außer Frage.

TRAILER:


Nicolas Winding Refn Ryan Gosling Ron Perlman 2010er Oscar Nominee car chase female nudity Los Angeles Rache


Foto

MY BLOODY VALENTINE


MY BLOODY VALENTINE MY BLOODY VALENTINE (Blu-ray: Kinowelt, Deutschland)
(OT: My Bloody Valentine | USA 2009 | Regie: Patrick Lussier)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Zehn Jahre ist es nun her, dass nach einem folgenschweren Grubenunglück im kleinen Örtchen Harmony der einzige Überlebende der Katastrophe eine grauenvolle Mordserie verübte. Tom Hanniger (Jensen Ackles), am einstigen Unglück nicht ganz unschuldig, hatte seine Heimatstadt aus diesem Grund verlassen und kehrt nun nach einem Jahrzehnt pünktlich zum Valentinstag zurück, um diverse Angelegenheiten zu regeln. Eine Rückkehr, die Tom zielsicher in die eigene Vergangenheit katapultiert. Zum einen sind ihm die Einwohner wegen der damaligen Ereignisse alles andere als gut gewogen und zum anderen beginnt ausgerechnet mit Toms Erscheinen in Harmony eine neue Mordserie, die der damaligen erschreckend zu ähneln scheint…

It's Slasher Time! Patrick Lussier, von dem ja auch der extrem unterhaltsame Drive Angry stammt, hat sich mit My Bloody Valentine an ein Remake des gleichnamigen Slasher-Klassikers aus den frühen 80ern gewagt und damit einen ziemlichen Treffer gelandet. Lussier macht nicht den Fehler, die Geschichtes des Originals wiederzukäuen, sondern nimmt diese nur als Aufhänger für seine Story, die vom Vorbild dann doch deutlich abweicht. Damit wird zumindest ein kleines bisschen Spannung aufrechterhalten und man weiß nicht von der ersten Sekunde an, wer den nun der Killer hinter der Bergarbeitermaske ist. Wobei die Story bereits beim Original eher Nebensache gewesen ist und dies erwartungsgemäß auch beim Remake nicht groß anders ist. Man sollte also definitiv keinen ausgefeilten Film erwarten, sondern sich auf solide Slasher-Kost gefasst machen. Woran sich Lussier in seinem Remake deutlich orientiert hat, ist die Härte des Originals, welches damals mit einigen extrem deftigen Szenen aufwarten konnte und dadurch einen gewissen Kultstatus bei den Fans erreicht hat. Und Lussier macht diesem Aspekt der Vorlage alle Ehre. My Bloody Valentine begeistert den geneigten Slasher-Fan mit einem extrem hohen Bodycount, jeder Menge abweichslungsreicher "creative kills" und einer Vielzahl spektakulärer Splattereffekte (die allerdings ohne diesen übermäßigen CGI-Einsatz sicher noch besser hätten werden können). Ja, so machen Remakes durchaus Spaß!

TRAILER:


Patrick Lussier 2000er female nudity Remake Slasher


Foto

PIRANHA 2 IN 3D


PIRANHA 2 IN 3D PIRANHA 2 IN 3D (Blu-ray: Sunfilm, Deutschland)
(OT: Piranha 3DD | USA 2012 | Regie: John Gulager)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Mit viel nackter Haut und jeder Menge an schlüpfrigen Angeboten möchte der schmierige Seth (David Koechner) seinen neuen Wasserpark zu absoluten Attraktion machen. Dumm nur, dass sich pünktlich zur Eröffnung eine Horde gefräßiger Urzeit-Piranhas ihren Weg in den Park bahnt. Die vergnügungssüchtigen Teenager werden zu Fischfutter…

Piranha 2 in 3D ist die komplett behämmerte Fortsetzung von Alexandre Ajas Piranha-Remake, die tatsächlich exakt das einhält, was man aufgrund des Trailers von ihr erwarten kann. Piranha 2 in 3D von Regisseur John Gulager, der zuvor die Feast-Trilogie gedreht hat und sich mit Trash somit bestens auskennt, präsentiert eine wilde Mischung aus teils hochgradig bescheuerten Einfällen, sensationell hohlen Dialogen, extrem flachen Gags, verdammt viel nackter Haut und jeder Menge spaßigem Splattergematsche. Und ab und zu - man mag es kaum glauben - hat sich sogar der eine oder andere gelungene Schockeffekt eingeschlichen. Piranha 2 in 3D will ausschließlich auf möglichst anspruchslose Art und Weise unterhalten und meistert diese Aufgabe mit Bravour. Außerdem lohnt sich die Sichtung des Streifens allein wegen David Hasselhoff, der - schaut man sich so seine Filmographie der letzten Jahre an - mittlerweile endgültig am unteren Ende der Nahrungskette Hollywoods angekommen ist und hier in selbstironischer Verzweiflung versucht, die guten alten und insbesondere erfolgreichen Zeiten zu beschwören. Seine Darbietung ist auf jeden Fall das Salz in der Suppe und macht Piranha 2 in 3D zu einem echten Ereignis. Ob man nun "Mitleid" mit Hasselhoff haben muss, soll jeder für sich selbst entscheiden.

TRAILER:


John Gulager David Hasselhoff Ving Rhames 2010er female nudity Sequel Tierhorror


Foto

X: THE MAN WITH THE X-RAY EYES


X: THE MAN WITH THE X-RAY EYES X: THE MAN WITH THE X-RAY EYES (DVD: MGM, USA)
(OT: X | USA 1963 | Regie: Roger Corman)

Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Der Wissenschaftler Dr. James Xavier (Ray Milland) macht mit einem von ihm entwickelten Serum einen Selbstversuch und verbessert dadurch seine Sehstärke so drastisch, dass er die Fähigkeit erlangt, durch feste Objekte hindurchzusehen. Eine Fähigkeit, die Xavier schon bald regelrecht süchtig danach macht, das Serum immer wieder anzuwenden. Mit bald schon fatalen Folgen…

Bei X: The Man with the X-Ray Eyes handelt es sich um eine der zahlreichen Regiearbeiten von Roger Corman aus den 60er Jahren. Aufgrund der Tatsache, dass auch X: The Man with the X-Ray Eyes damals in relativ kurzer Zeit und mit relativ geringem Budget realisiert wurde, darf man von einem Film wie diesem natürlich keine großartigen Wunderdinge erwarten. Und so ist diese Mischung aus Sci-Fi, Drama und Gruselfilm um den in der Inhaltsangabe schon beschriebenen Wissenschaftler, der mit Hilfe eines Serums seine Sehstärke so stark verbessert, dass er letztendlich Röntgenaugen bekommt und süchtig danach wird immer mehr und immer besser zu sehen, sicherlich kein Streifen, der einem schlaflose Nächte bereiten könnte (heute schon gleich gar nicht und damals mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit wohl auch nicht). Nein, X: The Man with the X-Ray Eyes ist einfach ein netter, kleiner Streifen aus den 60er Jahren, der mit seinem unvergänglichen Charme punktet und tatsächlich ziemlich viel von dem bieten kann, was ich persönlich mir von einem Streifen dieser Art so erwarte. Es sind die Kleinigkeiten, die mir an solchen Filmen immer wieder unendlich viel Spaß bereiten. Herrlich beispielsweise die - für einen Film aus den 60er Jahren - fast obligatorische Partyszene, in der Ray Milland - der hier sicher einen der menschlichsten "mad scientists" der Filmgeschichte mimt - mit seinen neuen Fähigkeiten den Partygästen praktisch unter die Kleider schaut. Und Kleinigkeiten wie diese sind in X: The Man with the X-Ray Eyes zahlreich vorhanden. Schön!

TRAILER:


Roger Corman Dick Miller 1960er American International





Filmtagebuch von...

Splatter-Fanatic
  • Senior-Member
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.574 Beiträge

Letzte Besucher

Neuste Einträge

Neuste Kommentare

Aktuelle Besucher

Mitglieder: 0, Gäste: 2, unsichtbare Mitglieder: 0

Filmtagebuch durchsuchen