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Filmtagebücher


FTB [Abk. für] Filmtagebuch
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THE SIGNAL (William Eubank/USA 2014)


"What is the truth of the matter here?"

The Signal ~ USA 2014
Directed By: William Eubank

Auf dem Weg zur Westküste, wohin sie ihre Freundin Haley (Olivia Cooke) bringen, wollen die beiden Computernerds Nic (Brenton Thwaites) und Jonah (Beau Knapp) gleich noch dem geheimnisvollen Hacker 'Nomad' einen Besuch abstatten, der sich in alle möglichen abgeschirmten Intranetze einloggen kann und das Trio somit auf Schritt und Tritt verfolgen und überwachen kann. Die Spur führt zu einer geheimnisvollen, leerstehenden Hütte auf dem Land, die jedoch nicht zu Nomad, sondern geradewegs in ein unterirdisches Labor voller schutanzugbewährter Wissenschaftler, allen voran dem wortkargen Damon (Laurence Fishburne) führt. Dieser unterstellt dem desorientierten, verdutzten Nic, Kontakt mit Aliens gehabt zu haben und möglicherweise kontaminiert zu sein. Als Nic entsetzt feststellt, dass seine Beine gegen künstliche Substitute ausgetauscht worden sind, ergreift er zusammen mit Haley die nächste Möglichkeit zur Flucht. Offenbar befindet man sich im Bereich der "Area 51", die Herrschaften aus dem Labor dicht auf den Fersen...

"The Signal" wirkt ein wenig wie ein Film aus der Frühphase des Kanadiers Vincenzo Natali; stilisiert bis zur Perfektion, formal von penibelster Sorgfalt getragen und voller guter Ideen, die sich im Nachhinein jedoch en gros als bloßes Handwerkszeug zur Kreierung eines schicken Spielfilms und somit als selbstzweckhaft entpuppen. Das Gesamtbild entschädigt zwar dafür, kann seine Natur des Aufmerksamkeitheischens jedoch kaum verhehlen. Natürlich dreht sich am Ende die gesamte Szenerie auf den Kopf mitsamt herausgefordertem Aha-Effekt, ein paar lose inhaltliche Fäden bleiben aber dennoch zurück. "The Signal" enthält dabei unverhohlen ausgespielte Elemente aus Superhelden-Filmen zwischen "Unbreakable" und "X-Men", verschafft jedoch auch diesen eine gehörige Kehrtwende, als klar wird, welcher Natur die physischen Modifikationen der Kids in Wahrheit sind.
Seine untadelige Form macht "The Signal" trotz alledem recht delektabel und ich kann mir vorstellen, ihn mir beizeiten nochmal anzusehen, um dann vielleicht sogar einen besseren Eindruck zu gewinnen. Wäre doch nett, ge'.

7/10

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Magical History Tour: Moj Stan - Zvonimir BERKOVIC, YU 1963


Ein quasi-Stummfilm über die schöne neue Wohnwelt einer kroatischen Familie. Die Erzählung wird lakonisch-trocken von der Tochter, die gerade eine Hausübung über den Umzug schreibt, kommentiert. Eine Reihe einfacher, teils recht absurder Einfälle zeichnen dieses Kleinod aus. Immer wieder interessant, wie viel Inhalt ein guter Kurzfilm komprimiert darstellen kann.




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Magical History Tour: High and Low (Akira Kurosawa, Japan 1963)


Der Himmel ist das Haus auf dem Hügel, die Hölle sind die Armenviertel am Fuße des Berges.

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Toshiro Mifune schaut hinab durch die feudale Fensterfront und sieht ihn nicht, den Kidnapper, der ihn erpresst. Der haust im Gewühl des Viertels und muss jeden Tag neidisch nach oben gucken. Auch Tatsuya Nakadai als Kommissar kann zunächst wenig helfen. Erst in der zweiten Hälfte, nach der Übergabe des Lösegeldes in der spektakulären Zugszene und nachdem der Film dann auseinandergebrochen ist, übernimmt er die Rolle des Protagonisten durch seine peniblen Ermittlungsmethoden. Der Täter freilich ist auch - mehr oder weniger - ein Opfer (der Gesellschaft) - und Gondo, wo er nicht gut ist, ein Täter. Am Ende im Gefängnis verschwimmen diese Kategorien beim Schuss-Gegenschuss in der Todeszelle. Wie sich das Gesicht des Gegenübers über das Abbild des eigenen, im Panzerglas gespiegelten Gesichts legt, lässt die Physiognomien verschwimmen und setzt so die Gegensätze in eins.

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Viennale 2014


Viennale, das bedeutet berstend volle Kinos, Napoli Drageekeksis soviel man möchte (weil diese
Süßigkeit vom Hauptsponsor, einer Telekomfirma, tonnenweise kostenlos zur Verfügung gestellt
wird), eine unübersichtlich große Filmauswahl innerhalb kurzer Zeit, Regisseure und Schauspieler,
die bei der Aufführung ihrer Filme anwesend sind, und vieles andere mehr. Kurz gesagt, das Festival
bietet einen besonderen Rahmen für besondere Filme. Und dies gilt wohl mehr oder minder für
alle Festivals dieser Welt. Und dieser besondere Rahmen ist für viele, mich eingeschlossen, recht
attraktiv. Denn während Programmkinos im Zeitalter der Digitalisierung und dem damit verbunden
leichten Zugang zu Filmen via Internet mit Zuschauerschwund zu kämpfen haben, boomen
Festivals (und Cinemathequen). So konnte die Viennale auch heuer wieder trotz des gewohnt sperrigen
Programms einen neuen Zuschauerrekord vermelden.(98T). Vier Filme habe ich gesehen, und kein
einziger hat mich enttäuscht. Allerdings konnte mich auch keiner so begeistern wie Vie d'Adele im
Vorjahr.


Clouds of Sils Maria Olivier Assayas OmU Gartenbaukino

Die Filme von Assayas, der für mich zu den besten und liebsten zeitgenössischen Regisseuren zählt,
haben eine unglaubliche stilistische Bandbreite. Sie reichen von actionreichen Filmen wie die beiden letzten(Carlos, Apres mai) bis zu an Rohmer erinnernde Filme, wo der Dialog wichtiger ist als der Plot.
Und zu dieser Kategorie kann man auch Clouds of Sils Maria zählen. Zwei Frauen stehen
hier im Mittelpunkt. Die eine ist die berühmte Schauspielerin Maria Enders in ihren Vierzigern
(Juliette Binoche), die andere ist ihre weit jüngere, sie verehrende Assistentin Valentine(Kirsten Stewart).
Gemeinsam studieren sie in der atemberaubenden Bergwelt von Sils Maria (Engadin, Schweiz)
Enders neue Rolle ein. Es handelt sich dabei um die Wiederaufnahme jenes Stückes, mit dem
Enders einst als junges Mädchen über Nacht berühmt wurde. Darin geht es um eine sexuelle Beziehung zwischen zwei Frauen unterschiedlichen Alters, die für die ältere fatal endet. Wurde Enders durch
die Verkörperung der Jungen berühmt, muss sie nun widerwillig die Alte spielen. Dieses Grundgerüst
bietet Assayas die Möglichkeit für eine Unzahl von Spiegelungen und Verknüpfungen, für eine Unzahl von Fragen, die diesem Filmemacher, der sehr im Heute verhaftet ist, seit je her interessieren. Jene nach dem Verhältnis der Generationen ist da nur eine davon. Und selbstverständlich ist der Film auch eine Hommage an die große Juliette Binoche im speziellen und Schauspielerinnen im allgemeinen.
Das ganze wird in wunderbaren Breitwandbildkompositionen von Yorick Le Saux, mit dem
Assayas schon öfter gearbeitet hat(etwa Carlos) dargeboten.
So fiel es mir leicht, die für den Film notwendige Konzentration aufzubringen. Clouds of Sils Maria
ist kein dramatischer Film, der einem den Atem raubt, sondern ein leises Werk, dessen Wirkung
sich erst nach und nach entfaltet. Und am Ende der Vorstellung wurde ordentlich applaudiert.

P.S.
Dieser französische Film, koproduziert von Deutschland und der Schweiz ist in englischer Sprache,
was bei allen diesbezüglichen Bemühungen durch Assayas nur bedingt schlüssig ist. Aber englisch=
sprachige Filme sind auf den Weltmarkt halt leichter unterzubringen.


Bande a part Jean-Luc Godard SW OmU Metro Kinokulturhaus Eric Pleskow Saal

"Cinque Fois Godard" hieß die Programmschiene in der dieser Klassiker lief. Fünf Filmemacher
wählten einen Godard-Film aus. Olivier Assayas entschied sich für Nouvelle Vague, und
Agnes Varda habe ich es zu verdanken, dass ich Bande a Part endlich sehen konnte.
Er entpuppte sich als leichtfüßiger, skizzenhafter Film im atemberaubenden Tempo
über jugendlichen Übermut und jugendliches Begehren. Die naiv kindliche Odile(Anna Karina), der schöne aber verträumte Franz(Samy Frey), und der entschlossene Arthur (Claude Brasseur) lernen sich
bei einem Englischkurs kennen. Zu dritt tanzen sie, zu dritt stürmen sie in neuer Bestzeit durch das Louvre, und zu dritt wollen sie das viele Geld holen, von dem Odile erzählte.
Ein amerikanischer Krimiroman diente Godard als Vorlage für diesen Film, der selbstverständlich
auch eine Genre-Dekonstruktion ist. Vieles erinnert hier am später gedrehten und von mir sehr geschätzten Alphaville, der aber sicherlich der bessere, weil tiefsinnigere Film ist.
Bande a Part ist wohl nur ein Nebenwerk Godards, aber eines das unglaublich viel Spaß macht,
und gerade deswegen nicht zu unterschätzen ist.


Pasolini Abel Ferrara OmU Gartenbaukino

Ferrara, der anwesend war, und sich anschließend den Fragen des Publikums stellte, beschränkt
sich in seinem Film über den von ihm verehrten italienischen Filmemacher, auf dessen letzten Tage.
Dazu verfilmt er auszugsweise Pasolinis letztes Drehbuch, das er nach Salo in Angriff nehmen wollte.
Diese beiden Ebenen ergänzen und kommentieren einander. Das ergibt in Summe einen ziemlich
eindrucksvollen Film, und das ist es auch was er macht, nämlich Eindrücke zu vermitteln, anstatt
wie bei einem gängigen Biopic üblich, die Biographie nachzuerzählen. So weiß ich nun genausowenig
über Pasolini wie zuvor, habe aber dafür viele interessante Eindrücke gewonnen. Einzig die Sprache
fand ich ein wenig gewöhnungsbedürftig. Pasolini (Defoe) spricht Englisch, alle anderen aber Italienisch,
was einen eigentümlichen Verfremdungseffekt ergibt.
Dies war übrigens mein erster Film von Abel Ferrara, und ich bedaure nicht ihn kennengelernt zu haben.


Bande de Filles OmU Celine Sciama Metro Kinokulturhaus Großer Saal

Dieser Film erzählt von der Entwicklung von Marieme, einem halbwüchsigen schwarzen Mädel
aus der Pariser Vorstadt, den berühmt berüchtigten Banlieu. Der Film beginnt damit, dass sie sich der titelgebenden (schwarzen) Mädchenbande anschließt. Gemeinsam zieht man durch Paris, stiehlt
Kleider, und mietet sich mit von weißen Mitschülerinnen erpresstem Geld in Hotelzimmer ein.
Sciamma, eine weiße lesbische Filmemacherin gelingen da wirklich großartige Bilder jugendlicher
Ausgelassenheit. Diese Ausgelassenheit kann aber nicht hinwegtäuschen, dass die Zukunfts=
aussichten Mariemes, und die der anderen Mädchen nicht die besten sind. Marieme bleibt
wegen schlechter Noten eine weiterführende Schulbildung verwehrt, und so wie ihre
Mutter als Putzfrau zu arbeiten, kommt für sie nicht in Frage.

Bande de Filles ist ein interessanter und sehenswerter Film über die Träume weiblicher
Jugendlicher in einer in vielfacher Beziehung schwierigen Umgebung. Und er ist definitiv
keine betroffen machende Sozialstudio.

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quarterly results 03/2014


besser spät als nie die besten filme des dritten quartals. dazu muss man sagen dass das dritte quartal das bisher schlechteste des jahres ist (oder ich hab nicht immer die richtigen filme ausgesucht), aber das folgende war doch sehenswert:

12.
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11.
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10.

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NIGHTWATCH (Ole Bornedal, 1997)


Mit den Filmtiteln in Deutschland ist das oftmals eine lustige Sache, und der Titelwirrwarr um Nightwatch ist dafür ein wunderbares Beispiel. Statt Bornedals Debut in Deutschland unter dem Titel Nachtwache zu veröffentlichen, griff man auf den internationalen Titel Nightwatch zurück, denn englisch klingt ja viel cooler. Blöd nur, dass das US-Remake, für das ebenfalls Bornedal verantwortlich zeichnete, auch so heißt. Offenbar beseelt vom festen Willen, die doppelte Verwendung des Titels zu umgehen, kam man auf die glorreiche Idee, das Remake unter dem völlig albernen Titel „Freeze – Alptraum Nachtwache“ zu veröffentlichen, was zwangsläufig die Frage aufwirft, wer oder was in dem Film denn nun frieren mag.

Was Bornedal geritten hat, nur drei Jahre nach seinem Debut ein englischsprachiges Remake mit US-Darstellern zu drehen, weiß wohl nur er selbst. Wahrscheinlich zielte er damit auf eine vermeintlich größere Publikumsgruppe auf dem amerikanischen Markt ab. Von allen entbehrlichen Remakes der Filmgeschichte ist das hier wohl eines der überflüssigsten: die Story wurde zum Original kaum verändert, allerdings wurden Kürzungen vorgenommen, die dazu führen, dass einige der besten Szenen nicht mehr vorhanden sind. Beispielhaft seien die Verunglimpfung des Andersen-Denkmals oder die Sex-Szene in der Leichenhalle genannt, wobei es von der Letztgenannten kurioserweise immerhin die Spermaspuren in den fertigen Film geschafft haben. Die Darsteller sind bei weitem nicht so sympathisch wie im Original – Patricia Arquette sieht immerhin besser aus als Sofie Gråbøl - und die bedrohliche Atmosphäre desselben gelang es auch nicht nur ansatzweise zu reproduzieren. Unter dem Strich bleibt dennoch ein stimmiger und recht gelungener Thriller, den man in Unkenntnis des weitaus besseren Originals durchaus genießen kann; im direkten Vergleich jedoch schmiert er gnadenlos ab.

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FILMSICHTUNGEN - OKTOBER 2014


Nachdem ich mich in den letzten Monaten nur reine Listen gepostet habe, gibt es mal wieder ein paar Texte zu den von mir im Oktober gesehenen Filmen. Die Textreihenfolge entspricht der Sichtungsreihenfolge.

*=keine Erstsichtung


THE CAR (USA 1977, Regie: Elliot Silverstein)

In einer Kleinstadt in Utah treibt ein geheimnisvolles schwarzes Auto sein Unwesen und tötet jeden, der mit ihm in Kontakt gerät. Das etwas andere Monster Movie. Das Monster aus Blech und Stahl ist richtig schön stylish geraten, so wirklich bedrohlich wirkt die schwarze Karre allerdings nicht und echte Spannung kommt eher selten auf. Dafür punktet THE CAR mit einer durchaus kurzweiligen und unterhaltsamen Erzählweise und einem nett anzusehenden Finale.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Unterhaltsam!


CHILD'S PLAY (USA 1988, Regie: Tom Holland)*

Der Auftakt zu einem der langlebigsten Horror-Franchises ist ziemlich gut gealtert und kann den Zuschauer auch nach über 25 Jahren noch richtig gut gruseln. Wer prinzipiell Probleme mit Puppen hat und diese creepy findet, dürfte nach Sichtung dieses Films vielleicht ein bisschen schlechter einschlafen als gewohnt.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


CORRUPTION (Großbritannien 1968, Regie: Robert Hartford-Davis)

Peter Cushing spielt einen Chirurgen, der frische Haut junger Damen benötigt, um das aufgrund eines Brandschadens entstellte Gesicht seiner Geliebten wieder herzurichten. Schön schmieriger Grusler aus Großbritannien, der - gemessen an seinem Erscheinungsjahr - erstaunlich zeigefreudig ausgefallen ist. Wer auf britische Horrorkost aus dieser Zeit steht, macht mit CORRUPTION sicherlich nichts falsch. Und Filme aus den 60ern, die - wie dieser hier - mit einer ausgedehnten Partysequenz aufwarten, können gar nicht schlecht sein.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


LÅT DEN RÄTTE KOMMA IN (Schweden 2008, Regie: Tomas Alfredson)

Originelle Mischung aus Coming-of-Age-Drama und Vampirfilm aus dem hohen Norden. Der Film ist zwar zeitweise etwas sperrig geraten, aber die Vielzahl an wunderschön fotografierten Bildern, die melancholische Grundstimmung und die poetische Erzählweise machen diesen kleinen Makel wieder wett. Und das Finale im Schwimmbad ist der Knaller.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


LONG HU DOU (aka The Chinese Boxer) (Hongkong 1970, Regie: Jimmy Wang Yu)

Klassischer Stoff aus der Produktionsschmiede der Shaw Brothers. Ein aufrichtiger Kämpfer setzt sich gegen eine ganze Armee von Schurken zur Wehr damit wieder Ruhe und Frieden in sein Heimatdorf einkehren können. Es geht um Rache, Ehre, Gerechtigkeit und Kung Fu. Die Kampfchoreographien sind - wie man es von den Shaw Brothers gewohnt ist - perfekt in Szene gesetzt und überzeugen - man kennt das aus dem heutigen Kino ja gar nicht mehr so wirklich - insbesondere durch ihre Übersichtlichkeit. Vor allem die Kampfsequenz im Schnee war richtig toll anzusehen.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


THE SAVAGE SEVEN (USA 1968, Regie: Richard Rush)

Arthouse Meets Grindhouse - oder so ähnlich. Eine Bande von Bikern fällt in ein Indianerreservat ein und scheint den Bewohnern zunächst im Kampf gegen einen skrupellosen weißen Geschäftsmann zu helfen. Zumindest so lange bis dieser es schafft, die Biker und die Indianer gegeneinander auszuspielen. Teils betörend schöne Bilder, ein toller Soundtrack und eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen grenzenloser Freiheit und unendlicher Melancholie schwankt, scheinen den Zuschauer über weite Strecken des Films regelrecht einlullen zu wollen (das ist nicht negativ gemeint), jedoch nur, um ihn im Finale auf äußerst unsanfte Art wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


HARDBODIES (USA 1984, Regie: Mark Griffiths)

Typische US-Teenie-Komödie aus den 80ern. Regisseur Mark Griffiths bringt es fertig, über knapp 90 Minuten praktisch gar keine Geschichte zu erzählen. HARDBODIES kommt ohne Plot aus, stattdessen reiht Griffiths einen Kalauer an den nächsten und versorgt den Zuschauer mit Schauwerten ohne Ende. Kurzweiliger Unsinn, der zudem mit den absurdesten Mode- und Frisurverbrechen aufwarten kann, die die 80er so zu bieten hatten.

Rein subjektives Geschmackurteil: Spaßig!


LOVELACE (USA 2013, Regie: Rob Epstein/Jeffrey Friedman)

Biopic über DEEP THROAT-Hauptdarstellerin Linda Lovelace und gleichzeitig Portrait einer Zeit, in der Pornographie plötzlich zum Mainstream gehörte. Die Idee, die Geschichte aus zwei verschiedenen Perspektiven zu erzählen, fand ich zwar ganz gut, so etwas wie Tiefe oder Authentizität geht LOVELACE dennoch ab. Dann lieber BOOGIE NIGHTS oder INSIDE DEEP THROAT anschauen. Ach ja, Sharon Stone in der Rolle von Lindas Mutter hätte ich nie im Leben erkannt.

Rein subjektives Geschmackurteil: Ok!


ROLLING THUNDER (USA 1977, Regie: John Flynn)

Extrem ruhig inszeniertes Drama über einen Kriegsveteranen, der sich auf einen persönlichen Rachefeldzug begibt. Das typische Multiplex-Blockbuster-Publikum von heute dürfte von Flynns Film wohl sehr schnell in den Wahnsinn getrieben werden. Hier ist der Weg das Ziel. Es lohnt sich, ihn mitzugehen (und diese letzten 5 Minuten, in denen sich die zuvor angesammelte Spannung entlädt, sind an Intensität kaum zu überbieten). Toller Film!

Rein subjektives Geschmacksurteil: Sehr gut!


HARDBODIES 2 (USA 1986, Regie: Mark Griffiths)

Der Vorgänger war wohl so erfolgreich, dass Regisseur Mark Griffiths 2 Jahre später noch dieses Sequel nachschieben durfte. HARDBODIES 2 kann jedoch rein gar nichts. Hatte der erste Teil zumindest noch Charme und einen ausgesprochen hohen Unterhaltungswert zu bieten, so regieren hier 90 Minuten gepflegte Langeweile. Und die Film-im-Film-Handlung ist ebenso nervig wie bescheuert. Zeitverschwendung.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Mies!


NEIGHBORS (USA 2014; Regie: Nicholas Stoller)

Die jungen Eltern Seth Rogen und Rose Byrne müssen sich mit ihren neuen Nachbarn herumschlagen. Eine feierwütige Studentenvereinigung unter der Leitung von Zac Efron. Schnell beginnt die Situation zu eskalieren. NEIGHBORS steht sicher nicht im Verdacht, je in einem Arthouse-Kino laufen zu wollen. Stollers Film ist laut, grell und der Humor definitiv einer der derberen Sorte. Ich liebe die Filme mit Seth Rogen und habe mich auch bei NEIGHBORS köstlich amüsiert. Unbedingt sehenswert, allein schon wegen dieser Sequenzen mit den Airbags. Einfach nur "fucking awesome"!

Rein subjektives Geschmacksurteil: Sehr gut!


CLERKS. (USA 1994, Regie: Kevin Smith)*

"'You hate people!' - 'But I love gatherings. Isn't it ironic?'" oder "'My question is, how did she come to have sex with a dead man?' - 'She thought it was me.' - 'What kind of convenience store do you run here?'" oder "'37! My girlfriend sucked 37 dicks!' - 'In a row?'" und natürlich "'I'm not even supposed to be here today!'"! In diesem Jahr hatte ich CLERKS. noch nicht gesehen. Es war mal wieder an der Zeit. Ich liebe diesen Film. Jede Sekunde, jede Einstellung, jeden Dialog. Einer der für mich wichtigsten Filme in meinen Leben. :love: :love: :love:

Rein subjektives Geschmacksurteil: Lieblingsfilm!


CLERKS II (USA 2006, Regie: Kevin Smith)*

Wenn Dante (Brian O’Halloran) und Randal (Jeff Anderson) in dieser letzten Szene hinter dem Tresen ihres nun eigenen Convenience Stores stehen, sich die Kamera langsam entfernt, das Bild von Farbe in s/w wechselt und die bereits aus dem ersten Clerks-Film bekannte Frau mit den Milchkanistern (Grace Smith, die Mutter von Regisseur Kevin Smith) zu sehen ist, dann schließt sich der Kreis zum ersten Teil aus dem Jahr 1994. Das Ende des insgesamt 6 Filme umfassenden View-Askew-Universums ist erreicht und es macht sich eine verdammt melancholische Stimmung breit. Die von Jason Mewes und Regisseur Kevin Smith gespielten Jay und Silent Bob haben dieses Universum über 12 Jahre zusammengehalten, waren in jedem Film dabei. Am Ende des Abspanns von CLERKS II steht geschrieben: "Jay and Silent Bob may return. As for now, they're taking it easy.". Kevin Smith hat sich damals schon die Hintertür offen gelassen, irgendwann in sein Universum zurückzukehren. Die Dreharbeiten zu CLERKS III sollen angeblich im Sommer 2015 starten. Ich freu mich drauf. :)

Rein subjektives Geschmacksurteil: Lieblingsfilm!


THE CONJURING (USA 2013, Regie: James Wan)

Haunted-House-Film, der logischerweise nicht ohne die typischen Klischees auskommt, dafür aber eine unheimliche Atmosphäre und eine ganze Reihe effektiv eingesetzter Schocksequenzen zu bieten hat. INSIDIOUS, der vorherigen Film von James Wan, fand ich ziemlich beschissen. THE CONJURING hat mich absolut positiv überrascht.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


CHILD'S PLAY 2 (USA 1990, Regie: John Lafia)*

Das Sequel knüpft direkt an die Handlung des ersten Teils an. Chucky wird rekonstruiert und die immer noch vom Geist eines Serienmörders besessene Puppe macht sich sogleich auf die Suche nach dem kleinen Andy (erneut gespielt von Alex Vincent), der sich mittlerweile bei einer Pflegefamilie aufhält. CHILD'S PLAY 2 folgt den typischen Regeln einer Fortsetzung. Mehr Spektakel, mehr Puppenaction, dafür weniger Spannung und Atmosphäre. Letzteres ist gar nicht so tragisch, denn Regisseur John Lafia hat einen zwar spannungsarmen, aber dafür umso rasanteren Film gedreht, der den geneigten Zuschauer auf ausgesprochen kurzweilige Art und Weise zu unterhalten versteht. Die Puppeneffekte sind nett anzusehen, das Finale in der Puppenfabrik eine schöne Referenz an Camerons THE TERMINATOR und in dieser Szene in der Mitte des Film, in der der kleine Andy mit einem elektrischen Messer bewaffnet in den Keller geht um Chucky dort in die ewigen Puppenjagdgründe zu verbannen, kommt tatsächlich mal kurz so etwas wie echte Gruselstimmung auf.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Unterhaltsam!


ATTACK OF THE 50 FOOT WOMAN (USA 1958, Regie: Nathan Juran)

Schwerenöter Harry Archer (William Hudson) wünscht sich nichts sehnlicher als den baldigen Tod seiner schwerreichen Gattin Nancy (Allison Hayes), um sich mit deren Vermögen und seiner Geliebten (Yvette Vickers) ein schönes Leben zu machen. Als Nancy mit einer außerirdischen Lebensform in Kontakt gerät (!!!), scheint sich dieser Wunsch tatsächlich zu erfüllen. Doch die Gattin tut Harry nicht wirklich den Gefallen, sondern wächst stattdessen auf eine mehr als beachtliche Größe an und lässt ihrer Wut freien Lauf.
Ich liebe Filme wie diesen hier. In 65 Minuten wird auf todernste Art und Weise eine komplett hanebüchene Story erzählt und die auf dem Filmplakat - und sicher auch im Trailer - groß angekündigte Attraktion des Films bekommt man in seiner ganzen Pracht erst am Ende (in diesem Fall genau 9 Minuten vor Ende) zu Gesicht. Böse sein kann ich einem Film wie diesem - der die gemachten Versprechungen natürlich nie und nimmer erfüllen kann - einfach nicht. Dafür ist das Gesehene viel zu sympathisch und charmant und dafür wickeln mich solche Filme einfach viel zu sehr um ihre sprichwörtlichen Finger. Jedes Mal, wenn ich mir B-Movies aus den 50er und 60er Jahren ansehe, trauere ich dieser Zeit hinterher. Als noch nichts ironisch gebrochen sein musste um sich ja nicht lächerlich zu machen, als man eine Story wie diese hier noch komplett ernst an den Mann bringen konnte. Irgendwie schade, dass das heutzutage einfach nicht mehr möglich ist.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


DER TEPPICH DES GRAUENS (Deutschland/Italien/Spanien 1962, Regie: Harald Reinl)

Die erste von insgesamt 4 Verfilmungen des Groschenromanautors Louis Weinert-Wilton schwimmt überdeutlich im Fahrwasser der damals so erfolgreichen Wallace-Filme, erreicht trotz des Mitwirkens von Joachim Fuchsberger und Karin Dor jedoch nie die Qualität der richtig guten Wallace-Verfilmungen, sondern erinnert eher an die etwas schwächeren Filme dieser Reihe. In DER TEPPICH DES GRAUENS ist zwar ständig etwas los, worum es im Endeffekt in dem Film überhaupt geht, bleibt jedoch bis zum Schluss - Fuchsberger fasst in der letzten halben Minute des Films netterweise die Hintergründe des ganzen Treibens zuvor für den Zuschauer noch mal kurz zusammen - ein Rätsel. Reinls Film wirkt überladen und teilweise plan- und konzeptlos, wie ein einziges Mysterium im Raum-Zeit-Kontinuum der erzählten Handlung. Diese Schwäche macht ihn aus heutiger Sicht jedoch auch verdammt unterhaltsam. Man kommt nicht umhin, sich wieder und wieder zu fragen, was die sich damals beim Dreh so alles eingeschmissen haben, um einen Film wie diesen hier auf das Publikum loszulassen.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Ok!


CHILD'S PLAY 3 (Großbritannien/USA 1991, Regie: Jack Bender)

Alles wie gehabt. Killerpuppe Chucky wird erneut zum Leben geweckt und mit ihr natürlich der in ihr hausende Geist des Serienkillers aus dem ersten Teil. Und natürlich macht sich Chucky abermals auf die Suche nach Andy (der zum ersten und auch einzigen Mal innerhalb der Reihe nicht von Alex Vincent sondern von Justin Whalin gespielt wird; aus gutem Grund: CHILD'S PLAY 3 ist nur ein Jahr nach dem zweiten Teil in die Kinos gekommen, spielt in der Timeline aber 8 Jahre später und Vincent wäre einfach zu jung für die Rolle gewesen), der sich mittlerweile in einer Militärakademie befindet und dort durchkämpfen muss. Mit Horror- oder Spannungskino hat dieser Film hier - so geht es früher oder später ja sehr vielen Fortsetzungen innerhalb bekannter und erfolgreicher Horror-Franchises - natürlich nicht mehr viel zu tun. Es regiert der Spaß- und Unterhaltungsfaktor und der ist leider nicht allzu hoch ausgefallen. Ein paar coole Oneliner aus dem Mund der Killerpuppe, ein paar blutige Effektszenen, sehr viel mehr hat Benders Film leider nicht zu bieten. Das ist zwar stellenweise immer noch ganz nett anzusehen, wirkt aber auch ziemlich schnell ziemlich ermüdend.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Naja!


LIFEFORCE (Großbritannien/USA 1985, Regie: Tobe Hooper)*

Überzeugende Effekte, düstere Atmosphäre, Zombies, die frappierend an diejenigen aus THE RETURN OF THE LIVING DEAD erinnern (oder umgekehrt, beide Filme stammen aus dem Jahr 1985) und die blanken Brüste von Mathilda May (der guten Frau dürfte es damals am Set ziemlich kalt gewesen sein, sie hat in so gut wie keiner ihrer Szenen etwas an) - Zutaten, die dafür sorgen, dass man sich LIFEFORCE auch heute - fast 30 Jahre nach seinem Erscheinen - noch verdammt gut unterhalten lassen kann (auch wenn man natürlich zugeben muss, dass Hoopers Film mit gut 110 Minuten einen Tick zu lang geraten ist und man sich ab und an eine etwas straffere Erzählweise wünschen würde).

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


NIGHT OF THE COMET (USA 1984, Regie: Thom Eberhardt)

Nachdem die Strahlung eines vorbeiziehenden Kometen praktisch die komplette Menschheit entweder ausgelöscht oder in Zombies verwandelt hat, müssen sich zwei Schwestern im Teenie-Alter damit auseinandersetzen, dass sie die letzten Überlebenden sein dürften. NIGHT OF THE COMET schwankt irgendwo zwischen melancholischer Untergangsstimmung und bissiger Teenager-Komödie, ist mit einem 'cheezy' 80er-Jahre-Soundtrack ausgestattet und zitiert eifrig bekannte Vorbilder wie DAWN OF THE DEAD und THE OMEGA MAN. Und diese unzähligen Einstellungen des leergefegten und in rote Farben getauchten Los Angeles sind einfach nur unbeschreiblich schön.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


THE OTHER WOMAN (USA 2014, Regie: Nick Cassavetes)

Der erfolgreiche Charmeur Mark King (Nikolaj Coster-Waldau) betrügt seine Ehefrau (Leslie Mann) gleich mit zwei verschiedenen Frauen (Cameron Diaz und Kate Upton). Als die drei Damen Wind voneinander bekommen, entschließen sie sich, den Spieß umzudrehen. Zwar vorhersehbare, aber stellenweise wirklich saukomische Komödie für zwischendurch. Einer dieser perfekten Filme, um abzuschalten und sich berieseln zu lassen. Mir persönlich machen Filme wie dieser hier immer wieder richtig viel Spaß.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Gut!


BLACK BELT JONES (USA 1974, Regie: Robert Clouse)

Blaxploitation Meets Shaw Brothers. Ein typischer Shaw-Brothers-Plot - der Besitzer einer Karate-Schule soll von einer Handvoll Fieslingen zum Verkauf gezwungen werden und am Ende rettet ein einsamer Held den Tag - wird von Regisseur Robert Clouse und seinen Drehbuchautoren nach South Central, LA, verlegt, mit so etwas wie Kampfchoreographien ausgestattet und mit jeder Menge Klamauk und Slapstick - zu Beginn einer Kampfsequenz landet ein Beteiligter bspw. auf einem Trampolin, fliegt bis an die Decke und bleibt mit dem Kopf schließlich in dieser stecken - angereichert. In BLACK BELT JONES ist ständig was los und es wird tatsächlich nie langweilig. Von der Qualität echter Klassiker des Black Cinema der damaligen Zeit wie SHAFT oder COFFY ist BLACK BELT JONES natürlich meilenweit entfernt. Dafür fehlt ihm einfach die Ernsthaftigkeit und Leading Man Jim Kelly - der sich wohl durch seinen Auftritt im Bruce-Lee-Klassiker ENTER THE DRAGON ein Jahr zuvor für diesen Part qualifiziert haben dürfte - auch die nötige Ausstrahlung und Präsenz, die Schauspieler/innen wie Richard Roundtree, Fred Williamson oder Pam Grier damals auf der Leinwand verstrahlten. Der Spaßfaktor ist dennoch ungemein hoch und das Finale in bzw. vor der Autowaschanlage ist besser als jede Schaumparty.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Spaßig!


FROM BEYOND (USA 1986, Regie: Stuart Gordon)*

Kaum zu glauben, knapp 30 Jahre hat Gordons wunderbare Variation einer Kurzgeschichte von Lovecraft nun schon wieder auf dem Buckel. Und ich muss sagen, FROM BEYOND ist verdammt gut gealtert. Dürfte nun 20 Jahre her sein, dass ich den Film zum letzten Mal gesehen habe und er hat mich heute ähnlich begeistert zurückgelassen wie damals. Ein Glanzstück des Body-Horror-Genres, ausgestattet mit wahrlich eindrucksvollen Creature-, Ekel- und Splattereffekten (insbesondere im letzten Drittel dürfte es empfindlicheren Gemütern, die kurz zuvor etwas gegessen haben, ziemlich den Magen umdrehen) und einer herrlich unheimlichen Atmosphäre. Klasse!

Rein subjektives Geschmacksurteil: Großartig!


THE THING (USA 1982, Regie: John Carpenter)*

Zwischen 1976 und 1982 hatte John Carpenter einen Lauf. Insgesamt 5 Filme kamen von ihm ins Kino und wirklich jeder von ihnen gehört heute zum Kanon der unbestrittenen Klassiker des phantastischen Films. So auch THE THING, in dem einer Gruppe von Forschern in der Antarktis ein blutrünstiges Alien auf den Leib rückt. Eine bedrückende, fast schon klaustrophobisch zu nennende Atmosphäre, eine wahrlich unglaubliche Spannung, ein wieder mal betont minimalistisch gehaltener Score (der gerne noch etwas häufiger während des Films erklingen dürfte) und Creature-Effekte vom Allerfeinsten zeichnen THE THING aus und sorgen auch heute noch dafür, dass der geneigte Genrefreund mit großer Freude auf der heimischen Couch Platz nimmt und sich für knapp 105 Minuten in die eiskalte Antarktis begibt. Einen Film wie diesen darf man vollkommen zu Recht als zeitlosen Klassiker bezeichnen.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Großartig!


AMORE E MORTE NEL GIARDINO DEGLI DEI (Italien 1972, Regie: Sauro Scavolini)

Regisseur und Drehbuchautor Sauro Scavolini erzählt - in diversen Rückblenden, mit Hilfe eines Tonbandes, welches ein Ornithologe zufällig im Garten einer alten Villa entdeckt hat - die Geschichte eines mysteriösen Familiendramas und nimmt den Zuschauer mit auf eine wahrlich außergewöhnliche Reise. Scavolini entwickelt seinen Plot behutsam und ausgesprochen langsam, setzt viel auf eine fast schon poetische und träumerische Atmosphäre und die toll fotografierten Bilder seines Bruders und Kameramannes Romano Scavolini. Als Zuschauer muss man durchaus Geduld aufbringen, denn so etwas wie eine Sogwirkung entwickelt AMORE E MORTE NEL GIARDINO DEGLI DEI erst in den letzten 20-25 Minuten. Mich selbst hat Scavolini mit seinem Film etwas ratlos zurückgelassen. Ich bin ohne jegliche Vorkenntnisse an AMORE E MORTE NEL GIARDINO DEGLI DEI herangegangen, habe eigentlich einen typischen Giallo erwartet und wurde dann von dieser Arthouse-Variante eines italienischen Kriminalfilms auf dem komplett falschen Fuß erwischt. Um Scavolinis Film wirklich einschätzen zu können, muss ich ihn mir irgendwann noch mal anschauen. Bei der jetzigen Sichtung war das definitiv der falsche Film zur falschen Zeit.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Ok und interessant!


RE-ANIMATOR (USA 1985, Regie: Stuart Gordon)*

Das Regiedebüt von Stuart Gordon - dessen zweiten und auch ganz vorzüglichen Film FROM BEYOND ich mir ein paar Tage vorher angesehen hatte - ist für mich - neben BRAINDEAD von Peter Jackson - das Paradebeispiel für eine gelungene Horror- bzw. Splatterkomödie. Gordon präsentiert ein Sammelsurium grotesker Einfälle, schwarzen Humors und absurd-komischer Situationen, garniert seinen Film mit ziemlich derben Splattereffekten und schafft es ganz nebenbei auch noch, eine richtig spannende Geschichte zu erzählen. Und Jeffrey Combs in der Rolle des Herbert West ist einfach nur großartig.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Großartig!


BRIDE OF CHUCKY (Kanada/USA 1998, Regie: Ronny Yu)

Die Reihe um Slasher-Puppe Chucky geht in die 4. Runde. Mit Horror hat dieser Film nur noch im Ansatz etwas zu tun, bei BRIDE OF CHUCKY handelt es sich um einen typischen Vertreter des Fun-Splatter- bzw. Fun-Slasher-Genres. Gleich zu Beginn gibt es Referenzen an Chuckys Brüder im Geiste, sprich Leatherface, Jason und Michael Myers - eine zusätzliche Referenz an Pinhead soll sich im weiteren Verlauf dazugesellen - und Regisseur Ronny Yu - der 5 Jahre später mit FREDDY VS. JASON einen weiteren Genreprototypen drehen sollte - kümmert sich nicht im Geringsten darum, so etwas wie Spannung zu erzeugen, sondern reiht stattdessen Gag an Grag und kreativen Kill an kreativen Kill. Unterlegt mit dem typischen Metal-Soundtrack - u.a. gibt es Songs von Rob Zombie, Coal Chamber, Static-X und Monster Magnet zu hören - entwickelt BRIDE OF CHUCKY so einen ziemlichen Drive und selbst wenn man wollte, einen gewissen Unterhaltungswert kann man diesem Film hier definitiv nicht absprechen. BRIDE OF CHUCKY hat auf seine eigene Art und Weise verdammt viel Spaß gemacht.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Spaßig!


ZOMBEAVERS (USA 2014, Regie: Jordan Rubin)

Ein Film wie eine Naturkatastrophe. Man ist fassungslos und kann einfach nicht mehr wegschauen. ZOMBEAVERS ist gewollter Mega-Trash, mit miesen Schauspielern, bescheuerten Gags, extrem hohlen Dialogen und titelgebenden Monstern, die aussehen, als hätte sie irgendjemand aus dem Müllcontainer der Augsburger Puppenkiste mitgehen lassen. Überraschend ist lediglich, dass das “final girl“ (wenn man es als solches bezeichnen darf) genau das Mädel ist, welches in allen anderen Filmen dieser Art im Normalfall als erstes den Löffel abgeben darf. Einen Film wie ZOMBEAVERS darf man gerne scheiße finden, ich habe dafür jedes Verständnis. Ich fand ihn verdammt unterhaltsam. Alkoholkonsum während der Sichtung dürfte den Spaßfaktor zudem exorbitant erhöhen. Und diese letzte Szene nach dem Abspann schreit förmlich nach einer Fortsetzung, die dann mit ziemlich hoher Sicherheit den Titel “Zombees“ tragen dürfte.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Spaßig!


BRIDE OF RE-ANIMATOR (USA 1989, Regie: Brian Yuzna)*

Regisseur Brian Yuzna erzählt die Geschichte von Herbert West (wieder großartig: Jeffrey Combs) und Konsorten konsequent weiter und entführt den Zuschauer endgültig nach Absurdistan. BRIDE OF RE-ANIMATOR steckt voller skurriler, grotesker und absurder Ideen, der Humor ist schwarz wie die Seele des Teufels und in Sachen Special Effects machen Yuzna und sein Team gleich gar keine Gefangenen. Gerade im Horrorbereich bekleckern sich Fortsetzungen ja nicht gerade oft mit sonderlich viel Ruhm. BRIDE OF RE-ANIMATOR ist eine dieser Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Eine mehr als würdige Fortsetzung eines großartigen Films.

Rein subjektives Geschmacksurteil: Sehr gut!


Und zur Vervollständigung der Sichtungen des Monats hier noch die Auflistung der TV-Serien:
The Big Bang Theory: Season 7 (Episoden 10-24)
Dexter: Season 6 (Episoden 3-12)
Dexter: Season 7 (komplett)
New Girl: Season 3 (Episoden 1-3)

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Oktober 2014 Alle Filme


.... ein Monat vorbei und hier mal wieder frei nach Pasheko und Bastro alle Filmsichtungen des Monats.

* = keine Erstsichtung
(DC) = Directors Cut
(3D) = Mit Brille
(Kino) = im Kino gesehen
(short) = Kurzfilm


10/10 Große Liebe, Meisterwerk, mindblowing, Sternstunde
9/10 sehr, sehr gut, fabelhaft, exzellent
8/10 gut - richtig gut, nix zu meckern
7/10 gut, mit einigen Abstrichen
6/10 nja, ok, abgenickt, so lala
5/10 mittelmäßig mit einigen Momenten
4/10 mies mit wenigen Momenten
3/10 mies ohne Momente
2/10 Beschissen
1/10 Richtig beschissen
0/10 Sondermüll


Valerie a týden divu (Valerie – Eine Woche voller Wunder) 1970 (Jaromil Jires) 8/10
Under the Skin (Kino) 2013 (Jonathan Glazer) 8-9/10
Innocence 2004 (Lucile Hadzihalilovic) 7/10
Flandres (Flandern) 2006 (Bruno Dumont) 5/10
Twentynine Palms 2003 (Bruno Dumont) 6/10
Paradies : Liebe 2012 (Ulrich Seidl) 8/10
Paradies : Glaube 2012 (Ulrich Seidl) 7/10
Paradies : Hoffnung 2013 (Ulrich Seidl) 6/10
Der Ball (short) 1982 (Ulrich Seidl) 6-7/10
Models 1999 (Ulrich Seidl) 5/10
Ett hål i mitt hjärta (A Hole in my Heart) 2004 (Lukas Moodysson) 5/10
Vi är bäst ! (We are the best !) 2013 (Lukas Moodysson) 7/10
Out of the Blue 1980 (Dennis Hopper) 9/10
Colors 1988 (Dennis Hopper) 7/10
New Jack City 1991 (Mario Van Peebles) 4/10 *
Gone Girl (Kino) 2014 (David Fincher) 8/10
The Hot Spot 1990 (Dennis Hopper) 6-7/10
Zodiac (DC) 2007 (David Fincher) 8/10 *
True Detective (Season 1) 2014 (Cary Fukanaga) 8-9/10
Night and the City 1950 (Jules Dassin) 10/10 *
Blue Jasmine 2013 (Woody Allen) 8-9/10
The Descendants 2011 (Alexander Payne) 7/10
Wir Kellerkinder 1960 (Jochen Wiedermann) 9/10 *
Nachts wenn der Teufel kam 1957 (Robert Siodmak) 8/10
The Naked City 1948 (Jules Dassin) 8-9/10
Brute Force 1947 (Jules Dassin) 9/10
Les yeux sans visage (Augen ohne Gesicht) 1960 (Georges Franju) 9/10
Kill List 2011 (Ben Wheatley) 8/10
The Punisher 1989 (Mark Goldblatt) 8/10 *
Galaxina 1980 (William Sachs) 4/10
The Nest 1988 (Terenc e H. Winkless) 5/10
The Raven 1963 (Roger Corman) 8/10 *
Stoker 2013 (Park Chan-Wook) 7/10
The Big Easy 1986 (Jim McBride) 7-8/10
No Way Out 1987 (Roger Donaldson) 7/10 *
Absolute Power 1997 (Clint Eastwood) 6/10 *
Play Misty for me 1971 (Clint Eastwood) 8/10
The Sentinel 1977 (Michael Winner) 7/10
Halloween II 1981 (Rick Rosenthal) 6/10
Halloween II (DC) 2009 (Rob Zombie) 7/10

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THE BOXTROLLS


THE BOXTROLLS THE BOXTROLLS

die Dunkelheit schwingt ihr lumpiges Kleid
öffnet den Schatz schmutziger Kuriositäten - das schrecken umwobene Unten schluckt den Fund und treibt das Zahnrad an. Es wächst.
Kennt man es nicht, bleibt es ein Ort voller warmherziger Wunder
Kennt man es, wird dieser mit Vorurteilen gequält
Ein Schreck bringt die Unwissenden zusammen.





Erhaben reife Momente
ein Vaterleid
groteske Weltenwandler
Verschiedenheiten können einmal mehr zusammen leben

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Pride...


...ist einer der gelungeneren Beiträge unter den "Motivational Movies", was weniger an der eher konventionellen, vorhersehbaren Inszenierung liegt und mehr an der ungewöhnlichen Geschichte (Lesben und Schwule sammeln im Großbritannien der 80er für die dort streikenden Bergarbeiter), sowie einem gut aufgelegten Cast, der spielerisch keine Wünsche offen-, jedoch die Vermutung zulässt, dass die Gemeinschaft der Film- und Fernsehschaffenden auf der Insel auch nur ein Dorf ist, so bekannt sind die Gesichter, die sich hier tummeln - darunter neben dem obligatorischen, wie immer großartigen Bill Nighy und einem sehr coolen Dominic West auch Cumberbatchs "Sherlock"-Gegenspieler Andrew Scott und Simon Peggs Kumpel Patty Considine u.v.a.
Filmisch kein Meisterwerk, aber als Parabel für den Sieg von Solidarität über Vorurteile durchaus gelungen.

D.C.L.

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Filme 2014 - Teil 4


KVINDEN I BURET (ERBARMEN) (Mikkel Norgaard, DK/ D/ S 2013)

Skandinavischer Police Procedural. Einigermaßen spannend, aber gegen Ende auch mit einigen Genre-Klischees. Punktet vor allem durch das Duo Kaas/ Fares. Nächster Teil wird geschaut. 7/ 10


UNNA-TRILOGIE

BANG BOOM BANG (Peter Thorwarth, D 1999)

DER(!) Ruhrpott-Klassiker. 8.5/ 10

WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT (Peter Thorwarth, D 2002)

Sympathisch. Kleinerer Figurenkosmos als in BBB, was mehr Raum zur Charakterisierung bietet. Bei den ernsten Tönen versagt der Film, wie Thorwarths Selbstbesetzung zum in die Tonne kloppn is. Ich vermute: Der wollte einfach nur der Lara an die Wäsche! 6/ 10

GOLDENE ZEITEN (Peter Thorwarth, D 2004)

Selbige hatte Thorwarth bereits hinter sich. Ein episches Werk voller Unsympathen wodurch Thorwarth seine vorherigen Filme konterkariert. Gefiel mir damals wie heute wenig. 5/ 10



ERASER (Chuck Russell, USA 1996)

Entstanden zur Zeit als Arnies Stern bereits zu sinken begann stellt der Film heute doch ein wohliges Kontrastprogramm zum für mich beinahe unerträglich gewordenem modernen Actionkino dar. Genrehelden der 80er/ 90er gibt es einfach nicht mehr. 6/ 10


THE PARTY (DER PARTYSCHRECK) (Blake Edwards, USA 1967)

Einer der lustigsten Filme aller Zeiten als Bindeglied zwischen Old und New Hollywood. Sellers beste Rolle! 8.5/ 10


CHINATOWN (Roman Polanski, USA 1974)

Hat drei Sichtungen gebraucht. Jetzt stimme ich zu: der Film kann was! Auch wenn ich mit Dunaway nie warm werde(n werde) ist das großes Darstellerkino wobei sich Jack in die Riege der unfähigen Private Eyes der 70er einreiht. 7/ 10


THE ASPHALT JUNGLE (DER ASHPHALT DSCHUNGEL) (John Huston, USA 1950)

Die Mutter aller Heist Movies. 8.5/ 10


TWILIGHT (IM ZWIELICHT) (Robert Benton, USA 1998)

Der Versuch eine Hommage an die Dekonstruktion des Private Eyes der 70er scheitert an einer miserablen Regie. Schade um Newman und Hackman. 4/ 10


LA BATTAGLIA DI ALGERI (SCHLACHT UM ALGIER) (Gillo Pontecorvo, I/ ALG 1966)

Dokumentarische Bestandsaufnahme des Aufstandes gegen eine Kolonialmacht. Kühl und distanziert. Habe keinen Zugang gefunden. 4/ 10


COPS AND ROBBERS (TREFFPUNKT CENTRAL PARK) (Aram Avakian USA 1973)

Kleines sympathisches Heist-Movie, das den Spirit der 70er lebt. John P. Ryan als MVT! 7.5/ 10


A SERIOUS MAN (Joel & Ethan Coen, USA 2009)

Der Abschluss der "Troubled Man Trilogy" befasst sich mit der Midlife Crisis. Tragikkomisch wie sonst was. 8/ 10


UNDER FIRE (Roger Spottiswoode, USA 1983)

Politthriller im Geiste Costa-Gavras. Zunehmend spannend. 7/ 10


MIRACLE MILE (DIE NACHT DER ENTSCHEIDUNG) (Steve De Jarnatt, USA 1988)

Der ultimative Pre-Apocalypse-Film. Nahegehend durch seine glaubhaften romantischen Elemente auch wenn Mare Winningham am weitesten von meiner Definiton der attraktiven Frau weg ist. Das Ende ist trotz Kenntnis des Ausgangs immer noch der Wahnsinn. 8.5/ 10


THE LONG GOODBYE (DER TOD KENNT KEINE WIEDERKEHR) (Robert Altman, USA 1973)

Elliot Gould als Philip Marlowe-Parodie. Herrlich. Er kann nicht mal seiner Katze etwas vormachen. 8.5/ 10


THE ESCAPIST (Rupert Wyatt, UK/ IRE 2008)

Knastfilm, dessen Erzählstruktur im Verbund mit der Doppeldeutigkeit seines Titels ihn aus dem Genre herausragen lässt. Und (!): Brian Cox is the shit! 7.5/ 10


KENNY (Clayton Jacobson, AUS 2006)

Kenny, der Scheißhausklempner im Pantheon der sympathischsten Filmfiguren aller Zeiten. Liebenswürdig hoch zehn. Kein Scheiß! 8.5/ 10


SIN YAN (THE STOOL PIGEON) (Dante Lam, HK 2010)

Schnell geschaut bevor die BD vollends verrottet. :( Die Undercovercop-Geschichte ist eine von HKs liebsten wie mir scheint. Solide. Nick Cheung ewig verlässlich. 6.5/ 10


THE BIG HIT (Kirk Wong, USA 1998)

Überraschend intelligente Actionpersiflage mit einem putzigen Marky Mark. 6/ 10


LETHAL FORCE (Alvin Ecarma, USA 2001)

Trash, der sich als solchen sieht. Funktioniert wunderbar. 6/ 10


BO CHI TU WAH (CONNECTED) (Benny Chan, CHI/ HK 2008)

Remake des US-Films CELLULAR und wahrscheinich um Längen besser, denn CONNECTED war DIE Überraschung des Monats! Plotmäßig eine irrsinnige Ausgangslage, aber spannend wie Sau und mit sehr ordentlichen Actioneinlagen. Louis Koo ist als Everyman idealbesetzt. 8/ 10


O'HORTEN (Bent Hamer, N/ D/ F/ DK 2007)

Ruuuuhige skandinvaische Filmperle um einen pensionierten Lokführer. Melancholisch und grotesk-humorig. 8/ 10


SIT YAN FUNG WAN (ABGEHÖRT) (Felix Chong, Alan Mak, HK/ SI /CHI 2008)

Abhörthriller mit obligatorischen dramatischen Elementen, die von den guten Darstellern geschultert werden. Ordentlich. 6.5/ 10


MANIAC COP-TRILOGIE

MANIC COP (William Lustig, USA 1988)

Robert Z'Dar als Frankenstein-Cop. Als New York noch dreckig war. Tolles Titelthema. Gute Besetzung. Besser als erwartet. 5.5/ 10


MANIAC COP 2 (Wiliam Lustig, USA 1990)

Etwas besser als die Origin-Story, da hier weniger erklärt werden muss und dadurch an Rasanz gewonnen wird. Die Flashbacks nerven. Robert Davi mal als Held. Gute Stunts! 5.5/ 10


MANIAC COP 3: BADGE OF SILENCE (Alan Smithee, USA 1993)

Die Unruhen hinter den Kulissen sind offensichtlich. Schwacher Abschluss, der sich dem Voodoo-Thema, das Hollywood Ende der 80er beherrschte, hingibt. Die feurigen Stunts im Finale sind der schiere Wahnsinn. 3.5/ 10


LA MAISON SOUS LES ARBRES (DAS HAUS UNTER DEN BÄUMEN) (René Clement, FRA/ I 1971)

Leidlich spannender Psycho-Drama-Thriller. Clement ist NICHT Hitchcock, auch wenn er es versucht. Frank Langella ist hier noch jung und Dunaway die Unmutter des Jahres. 4.5/ 10


BLINKENDE LYGTER (FLICKERING LIGHTS) (Anders Thomas Jensen, DK/ S 2000)

Gaunerkomödie unter der Regie von Drehbuch-Ass Jensen, bei der alles passt und ich meine ehemaligen Vorbehalte gegen backstories der Charaktere über Bord geworfen habe. 8/ 10


THE BELIEVERS (DAS RITUAL) (John Schlesinger, USA 1987)

Der Film, der die Voodoo-Euphorie bei Hollywoods Autoren wohl losgetreten hat. Sheen ist super, aber der Film trotz Traumstart nicht. Sehr träge das Ganze. Höhepunkt ist Helen Shavers Mount St. Helens T-Shirt. Selbstironie oder Narzismus? 5/ 10


BORGMAN (Alex van Warmedam, NL/ BL/ DK 2014)

Die holländische Version von KYNODONTAS. Sogar besser! Lässt viel Raum für Interpretation und sieht super aus. Humor dunkelschwarz! Bei der Teddy-Rede bin ich fast vom Sessel gekippt. 8/ 10


ENEMY (Denis Villeneuve, CA/ SPA 2013)

Sehr atmosphärischer Doppelgänger-Thriller. Beschwört das Paranoiakino der 70er herauf. Hallt enorm nach. 8/ 10


THE MAN WHO HAUNTED HIMSELF (EIN MANN JAGT SICH SELBST) (Basil Dearden, UK 1970)

Na klar! Ein Doppel ( :immo: ) Feature nach ENEMY. Roger Moore scheint einen Doppelgänger zu haben. Die Auflösung ist genial. Moore darf hier mal schauspielern und überzeugt. J&B ist auch dabei. Sowie einige exploitative Züge. Feine Kost! 7.5/ 10


REMBRANDT (STEALING REMBRANDT) (Jannik Johansen, DK/ UK 2003)

Gaunerdramödie, deren Elemente Johansen selten geschickt austariert. Auch kann die Besetzung nicht überzeugen. Einer sieht aus wie Lukas Podolski und spielt auch so. Das fehlen des O-Tons half mir auch nicht weiter. Gefiel mir früher besser. 5/ 10


VRATNE LAHVÉ (LEERGUT) (Jan Sverak, CZ/ UK/ DK 2007)

Sveraks inszeniert seinen Vater als entnervten Lehrer, der seinen Schülern gern mal den Schwamm überm Kopp auswringt (gute Idee finde ich! - nur schwer umsetzbar :D ) und schließlich kündigt, um daheim seiner Gattin auf die Nerven zu gehen. Oder umgekehrt. Bei Job(ver)suche(n) landet er schließlich im Supermarkt bei der Leergutannahme, wo er seinen vorläufigen Frieden findet. Ich mag Sveraks Humor, der zwischen derb und liebenswürdig pendelt. Wie in KOLJA zeigt er seinen Vater als Schürzenjäger. Ob da was dran ist :D Und Prag liegt ihm sicherlich am Herzen. Das sieht man im wahrsten Sinne des Wortes. :love: 8.5/ 10


BIKUR HA-TIZMORET (DIE BAND VON NEBENAN) (Eran Kolirin, ISR/ USA/ FRA 2007)

Liebevoller Kulturclash ergibt sich aus der Begegnung eines Alexandrianischen Polizeiorchesters das fälschlicherweise in einem israelischen Kaff landet mit den Einheimischen. Sprachbarrieren werden in gebrochenem Englisch oder mit Händen und Füßen überwunden und grundsätzlich ist man sich ohenhin einig, wie einige Lebensweisheiten beweisen. 8/ 10


NORD (Rune Denstad Langlo, NOR 2009)

Road Movie durch die weiten norwegischen Schneelandschaften. Der depressive Spritjäger (Sprit ist norwegisch für Schnaps, was ich sehr lustig finde) Jomar trifft dabei so einige skurrile Personen und gerät in selbige Situationen. Dies erzählt Langlo auf die gewohnt skandinavische ruhige Art mit einem ordentlich Schuss Humor. 8.5/ 10


TWIN PEAKS - SEASON 1 (David Lynch u. a., USA 1990)

Zwar blöd, dass ich die Auflösung schon kenne, aber rd. 10 Jahre nach Kauf der Staffelboxen jetzt endlich mal angefangen. Die zahlreichen grotesken Situationen, sowie die durch durchweg überzeichneten Figuren, die auch nur schwarz oder weiß sind und erst durch die Entschlüsselung des Charakters Laura Palmer parallel zu ihr an Grautönen gewinnen machen den Reiz der Serie aus und verleihen ihr das Außergewöhnliche. Lieblingscharakter natürlich Agent Cooper, der sich wie kein anderer über Kaffee und Donuts freut. 8/ 10

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The H-Man (1958)


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The H-Man
(Japan 1958, Ishiro Honda)

Für diese Runde der Magical History Tour muss ich ein wenig schummeln. Wie mir erst zu spät bewusst wurde, handelt es sich bei THE H-MAN eigentlich um eine '58er-Produktion. Der Film wurde allerdings für den Kinostart in Amerika nicht nur synchronisiert (seltsamerweise fühlten sich die Synchronsprecher bemüßigt, mit einem wenig überzeugenden "asiatischen" Akzent zu sprechen. War das damals Usus?) sondern auch um einige Minuten Laufzeit erleichtert. Diese Fassung startete 1959 in Amerika - und somit habe ich eine Ausrede, warum ich diesen Film gewählt habe: Ich beziehe mich nämlich auf diese Fassung! ;)
Ich habe mir auch brav beide Fassungen angesehen (freundlicherweise auf der US-DVD enthalten) und wenn man sich für eine zu entscheiden hat, würde ich aber die japanische vorziehen.

Nun, zum Film selbst habe ich eigentlich nicht viel zu sagen. Ich verzichte mal auf Gemeinplätze zum japanischen Atom-Trauma und weise lieber auf die wunderbare Farbphotographie und die schönen Effekte (über Wände kriechender radioaktiver Schleim) hin. Besonders in den Szenen, die in einem Nachtclub spielen, zeigt sich die farbenfrohe Lichtgestaltung von ihrer schönsten Seite (letztes Bild).

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Yumi Shirakawa :blush:

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Die Erschöpfung


Ich glaube zwar kaum, daß irgend jemand meine Beiträge in der letzten Zeit wirklich vermißt hat, aber möglicherweise ist es ja doch dem einen oder anderen aufgefallen, daß ich mich hier zuletzt ziemlich rar gemacht habe. Das hat verschiedene Gründe, aber der fraglos wichtigste ist ganz einfach der, daß ich in der jüngeren Vergangenheit kaum Filme gesehen habe.
Nun ist ein Zeitabschnitt, während dem man wenige Filme sieht, auch unter Filmfreunden vermutlich nicht so außergewöhnlich (außer vielleicht bei den Enthusiasten, die es auf mehr Filme im Jahr bringen, als dieses Tage hat); doch ich habe mittlerweile den Eindruck, daß es sich in meinem Fall bei diesem Abschnitt nicht nur um eine kurze Episode handelt, sondern um eine neue Phase in meinem Werdegang als Filmliebhaber. Dieser begann einst mit dem schlafenden Interesse, als ich zwar ab und zu mal Filme sah, ohne mich aber für die Kunstform bzw. das Medium näher zu interessieren; dann erwachte (vor etwa zwanzigeinhalb Jahren) dieses Interesse schlagartig, und ich trat in meine klassische Entdeckungsphase ein, in der sich meine filmischen Vorlieben zum großen Teil herausbildeten. Als ich dann bei kino.de aktiv wurde, folgte meine erweiterte Entdeckungsphase, in der ich aufgeschlossener denn je Filme sah, auch solche, um die ich früher einen großen Bogen gemacht hätte, während der sich meine Vorlieben (und Abneigungen) aber trotzdem nur noch in Nuancen, nicht so sehr grundsätzlich änderten.
Inzwischen gibt es für mich aber keinen Zweifel mehr daran, daß ich in eine neue Phase eingetreten bin: es ist die der Erschöpfung.
Natürlich kann ich nicht genau sagen, wann die Erschöpfung begonnen hat, aber es gibt zumindest Anhaltspunkte. Da ich seit recht vielen Jahren alle Filme, die ich sehe, notiere, weiß ich auch, wie viele Filme ich in einem Jahr erstmals gesehen habe. Und da zeigen die Zahlen eine deutliche Tendenz: 2009 sah ich noch 101 Filme zum ersten Mal (dazu kommen natürlich in allen Jahren immer noch die Filme, die ich vorher schon mal gesehen hatte), 2010 waren es immerhin noch 97, 2011 noch 71, 2012 nur noch 52 und im letzten Jahr gerade einmal 28. In diesem Jahr könnten es sogar noch weniger werden.
Es gibt natürlich auch ganz praktische Gründe dafür: meine wichtigste filmische Fundgrube war in all den Jahren das Fernsehen. Doch inzwischen mache ich dort kaum noch Neuentdeckungen, denn entweder laufen Filme, die ich schon kenne, oder solche, die mich nicht besonders interessieren. Außerdem sah ich noch eine wesentlich geringere Anzahl von Filmen im Kino, manchmal aktuelle Filme, aber auch immer wieder ältere in Programmkinos. Allzu viele Kinobesuche konnte ich mir freilich schon früher nicht leisten, und inzwischen muß ich mich noch viel stärker einschränken; auch dies ist ein Grund dafür, daß ich kaum noch ins Kino gehe.
Aber diese praktischen Gründe sind nicht die einzigen dafür, daß ich mittlerweile so wenig Filme sehe. Ich merke an zahlreichen Symptomen, daß auch mein Interesse spürbar nachgelassen hat. Ich bin ungeduldiger geworden; natürlich gab es auch früher Filme, die mir auf die Nerven gingen, aber ich habe trotzdem viele Jahre jeden noch so blöden Film bis zum Ende ertragen. Inzwischen kommt es (wenn auch immer noch sehr selten) vor, daß mein Geduldsfaden reißt und ich vorzeitig abbreche; so habe ich gerade erst vor wenigen Wochen ein fast überall hochgelobtes Werk nach einer Dreiviertelstunde abgebrochen, weil ich darin nur eine Nummernrevue ohne Sinn und Verstand erkennen konnte. Heutzutage ist es auch so, daß ich mich viel leichter als früher davon abschrecken lasse, mir einen Film überhaupt anzusehen: so ist meine Bereitschaft, überlange Filme zu sehen, deutlich gesunken; um manche Filme mache ich aber auch einen Bogen, weil mich ihr Thema abschreckt (um gleich ein Beispiel zu nennen: ich weiß, daß heute abend mit Hanekes "Liebe" einer der meistgelobten und meistprämierten Filme der letzten Jahre im Fernsehen gezeigt wird, aber ich habe nicht die geringste Lust, mir den anzusehen). Am liebsten sehe ich zur Zeit eigentlich Filme, die ich bereits kenne, und von denen ich weiß, daß ich sie mag; und selbst das mache ich nicht allzu oft. Daß ich infolgedessen auch nur wenig über Filme schreibe und diskutiere, ist die fast logische Konsequenz. Natürlich kann ich mich auch jetzt noch für einzelne Filme begeistern, doch momentan geschieht dies eher sporadisch.
Ich weiß nun freilich nicht, ob diese Phase der Erschöpfung nun das letzte Stadium meines Werdegangs als Filmliebhaber ist oder ob es sich um eine Übergangsphase handelt; vielleicht durchlaufe ich auch eine Phase der Regeneration, auf die eine "Wiedergeburt" meines Filminteresses folgen wird.
Darauf wetten würde ich allerdings nicht.

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The Brotherhood of Tears


The Brotherhood of Tears (La confrérie des larmes)
Frankreich/Belgien/Luxemburg 2013, Regie: Jean-Baptiste Andrea

Seit dem Unfalltod seiner Frau ist Ex-Polizist Gabriel von der Spur abgekommen: Spielsüchtig und Alkoholiker geworden, hält er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, die aber manchmal auch nicht für das Essensgeld seiner 12jährigen Tochter Juliette reichen. Zudem hat er auch schon über 16.000 Euro Spielschulden beim lokalen Kartell. Diese werden jedoch eines Tages von einem ehemaligen "Kunden", der dank einer Aussage Gabriels wesentlich weniger Jahre im Gefängnis verbringen musste, überraschend beglichen, auch bietet dieser ihm einen vortrefflich bezahlten Job an: Man muß nur 8 Stunden am Tag in einem Büro in einem ansonsten leerstehendem Gebäude ans Telefon gehen. Das Telefon dort klingelt aber nicht, trotzdem findet Gabriel aber jeden Tag einen Lohn von 5.000 Euro in bar in seinem Briefkasten...

Solider Thriller, der nicht unbedingt neue Akzente setzt, aber durchaus zu unterhalten vermag. Der hier nicht gespoilerte weitere Plotverlauf bietet dann auch noch einige aufwendige Schauwerte in eindrucksvollen Locations und die Auflösung ist zwar nicht unbedingt spektakulär, aber halbwegs originell. Bonuspunkte für Audrey Fleurot, die hier eine gleichzeitig kühle, emanzipierte aber auch sehr erotisch aufgeladene rothaarige Polizistin gibt und an Sgt. Penhaligon aus Cracker/Für alle Fälle Fitz erinnert.

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Wu Ji


Wu Ji (Chen Kaige/China/Südkorea/USA/2005)


Mit gut 9 Jahren Verspätung habe ich nun endlich Chen Kaige's viel Gescholtenes Fantasy-"Epos" gesehen.
Zuerst möchte ich sagen das ich Leute die mit dem Film nichts anfängen können, ihn lächerlich und schlecht finden durchaus verstehen kann. Asiatisches Kino findet zwar in den letzten Jahren bei uns ein etwas breiteres Publikum und bekommt auch viele DVD-Veröffentlichungen, ein Werk wie "Wu Ji" ist dann trotz allem doch sehr speziell für westliche Gewohnheiten und kann nicht jedem gefallen(aber auch erfahreneren Asien-Fans muss der Film natürlich keinesfalls gefallen). Chen Kaige ist ja schon ein alter Haudegen und hat immerhin absolute Klassiker wie "Farewell My Concubine" auf dem Konto, trotzdem muss man sich fragen was ihn hier teilweise geritten hat. Auch ich hatte nach den ersten Minuten schon den Eindruck das meine schlimmsten Befürchtungen wahr werden. So wirkte alles auf mich sehr penetrant und etwas billig, die dramatische Geschichte, die Farben und auch die Kamera. Von den grottigen Computereffekten ganz zu schweigen (die werden auch nicht mehr viel besser im Laufe des Films). Wenn man dann auch eher mit einem Historien-Film rechnet ist man nach wenigen Minuten schon etwas am verzweifeln und kratzt sich am Kopf. Wenn man "Wu Ji" dann aber als das sieht was er ist, nämlich ein recht trashiger und durchgeknallter, mit Dramatik angereicherter Fantasy-Film, dann kann man durchaus seinen Spass haben. So steht der Film schon irgendwie ein wenig in der Tradition älterer und beliebter HK-Fantasy Klassiker. Da ich seit jeher solche Filme vergöttere hatte ich doch noch meine kleine Freude mit "Wu Ji", auch wenn er sicherlich nicht großartig ist.

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A stench from the trench


The return of the vampire (1944)

Ein Werwolf ist der Diener des titelgebenden Untoten, der sich später als Armand Tesla herausstellen soll. Der rumänische vampirgewordene Vampirforscher belästigt kurz nach dem 1. Weltkrieg die Familie Saunders, speziell deren kleine Tochter. Pädophilie, ick hör Dir trapsen. Glücklicherweise gibt es in London nicht so viele Friedhöfe, weshalb der Vampir schnell gefunden ist. Die Wissenschaftler wissen dank ihrer Mikroskope natürlich, daß man ihm einen Sporn ins Herz treiben muß, was auch den Werwolf von seinem Fluch erlöst und ihn zu einem guten Laborgehilfen umfunktioniert.
Bei DEM Titel ist das aber natürlich nicht alles. Zwanzig Jahre später wird bei einem Luftangriff London bombardiert. Dem exponierten Vampirleichnam wird unwissentlich von gutmeinenden Grabschauflern wieder Leben eingehaucht oder was Vampire dafür halten. Der auferstandene Jesus Vampir hat nichts anderes zu tun, als seinen alten Gehilfen Wulffi wieder unter seine Kontrolle zu bringen, um dem inzwischen nicht mehr ganz so blutjungen Mädel nachzustellen. Dafür gibt er sich als entflohener KZ-Häftling aus, denn die Wissenschaftler sind auch begeisterte Widerstandskämpfer. Gefahr droht, daß sich die Vampirseuche innerhalb von London ausbreiten wird; einige enge Freunde der Familie weisen bereits Bißspuren am Hals auf.

Der Film beginnt schon einigermaßen irrwitzig. Der aufbrausende Werwolf und der dunkelmunkelnde Vampir passen nur sehr bedingt zusammen in einen Film. Das Auftreten von niedlichen Kindern und Hunden in der Eröffnung läßt auch nichts Gutes vermuten. Und in der Tat ist die Präsentation der Filmkulissen zwar stimmungsvoll, aber das Handeln der Personen ist mehr als einmal augenbrauenhebend. In gewisser Weise imitiert der Film, obwohl von Columbia produziert, den Untergang der Universal-Monsterfilme, die zeitgleich versuchten, ihre Erfolgswelle mit Filmen der Marke Frankenstein's Sohn und der Unsichtbare treffen die Werwolfmumienfrau zu verlängern. Erfolglos, wie wir jetzt wissen.

Dieses Schicksal hätte auch The return of the vampire blühen können. Glücklicherweise hat der Exil-Deutsche Kurt Neumann am Drehbuch mitgearbeitet und so wird, wie schon in Invisible Agent, recht geglückt der Weltkrieg eingeflochten, der gerade am anderen Ende der Welt tobte. In der Tat ist die Figur des Dracula hier als Kriegssymbol lesbar. Er ängstigt die Familie am Ende des ersten Weltkrieges, ist 20 Jahre abwesend, um dann nach einem Nazi-Bombenangriff aufzuerstehen. Nicht nur daß: er unterwandert auch die englische Bevölkerung inmitten von London, indem er sich als geflohener KZ-Häftling ausgibt, den er zuvor beseitigen ließ. Die Angst vor der verführerischen Macht der Nazi-Spione; aus heutiger Sicht schwer nachvollziehbar, aber zumindest in Zeitdokumenten häufig virulent.
Wir wissen leider nicht, was aus diesem Film geworden wäre, wenn Neumann, dem wir The Fly und Rocketship-XM verdanken, die Regie geführt hätte. Vermutlich hätte er die Geschichte straffer erzählen können, mit weniger hirnverbiegenden Schlenkern. Aber auch so lohnt sich ein Blick auf den Film allemal.

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Geburtenhelfer


Lärmend zu Tode gedacht dem beliebigen Schicksal verschwatzten Suizids erlegen.

"Odd Thomas"

Fußnote:
Jeff & Jenny ergehen sich darin, unablässig, geradezu redundant das Immergleiche in Worthülsen zu kleiden, obschon es zu Anfang noch Worte waren, die sie benutzten, aber letztlich doch nur zur schattenhaften Bemäntelung irgendeines Zwecks sich erniedrigen konnten, angesichts des nicht enden wollenden Rekapitulierens ein und der selben Vorstellung, die, gedreht und gewendet, wahlweise um ein Gramm Wahrheit erleichtert und durch ein trügerisches Kilo beschwerend ergänzt lediglich geringfügig Korrekturen im Satzbau nachträglich notwendig erscheinen ließ.


FRANCES HA
Zwischen Bildern durchgelatschter Sohlen, an den Rändern festgehalten, in einem zitternden Moment, flattern ihre Lippen. Ein wenig unpassend, weil nicht präzise austariert, zertritt sie den Zweifel. Ihr argloses Wesen - entfärbt und aufgesetzt. Das Leben vor ihr....lasziv entblättert sich's, ungeschickt. Hie und da, knotig verbunden, ein brüchiger Huf, fuchtelnder Ärmel zzgl. Arm. Nicht sie bestimmt das Ende, ein Anderer tut es.

BROKEN CIRCLE
Dem Vergessen abhold. Eingraviert in tiefere Schichten der Haut. Wiedergeburten flammen darin auf. Zu spät? Zu keiner Zeit.

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Jahresrückblick 2013


Nun liegt mein letzter Tagebucheintrag auch schon wieder fast ein halbes Jahr zurück, und so schließt sich an die Halbjahresbilanz auch gleich mein Jahresrückblick 2013 an. Derzeit bleibt mir wenig Zeit für eine umfangreichere Forumsaktivität. Filme sehe ich nach wie vor recht viele, und bin seit geraumer Zeit ehrenamtlich selbst zu einem Kino-Mitgestalter geworden (was viel Zeit bindet aber auch Spaß bereitet). Der Austausch über gesehene Filme geschieht dabei stärker denn je im Kreise Gleichgesinnter vor Ort. Dennoch herzliche Grüße meinerseits hier in die Runde.


Mein Jahresrückblick 2013


Mein beeindruckendstes FILMERLEBNIS 2013:
  • Die Nibelungen (Fritz Lang)
Ein wahrlich „großer“ DVD-Abend im Freundeskreis bescherte mir mit dem monumentalen Stummfilm-Zweiteiler von Fritz Lang mein stärkstes Filmerlebnis 2013. Schon lange vor mir hergeschoben kamen „Die Nibelungen“ durch Anregung eines Freundes ganz unverhofft auf das österliche Festtagsfilmprogramm. Ein großes Epos in ausdrucksstarken sepiagefärbten Bildern unglaublicher Tiefenschärfe, unentrinnbar erzählt und inszenatorisch aufgetafelt. Die theatralisch agierenden Schauspieler der ganz simpel reduzierten Figuren steigerten die epische Wirkung ebenso wie die Kulissen und Kostüme sowie die eindringliche Filmmusik, der beim Stummfilm standesgemäß eine große Rolle zukommt, aber hier für mich einen der wichtigsten Bausteine für das Gelingen von „Die Nibelungen“ darstellt. Die hin und wieder sehr charmant eingefügten „kleinen“ Trickeffekte ordneten sich ganz selbstverständlich der Geschichte unter (umso erbärmlicher wirken dagegen die meisten der heutigen Effekt-Filmmonster) und eine tolle Entdeckung auf den zweiten Blick sind die kunstvoll verzierten und figurenzugeordneten Initialen der Zwischentitel. Alles in allem ein wahrhaft großartiger Film.



10 weitere ältere ENTDECKUNGEN
(alphabetisch)
  • 12 Uhr Mittags (Fred Zinnemann)*
  • Bändigung des Feuers (Daniil Jakowlewitsch Chrabrowizki)
  • Calendar (Atom Egoyan)
  • Extrablatt (Billy Wilder)
  • The Haunting – Bis das Blut gefriert (Robert Wise)
  • My Son, My Son, what have you done (Werner Herzog)
  • Roter Psalm (Miklos Jancso)
  • Shoah (Claude Lanzmann)
  • Tanz der Vampire (Roman Polanski)
  • Wenn der Klempner kommt (Peter Weir)
* Wiederentdeckung des Jahres



GROSSE RETROSPEKTIVE:
Alfred Hitchcock

Schon lange stand Meister Hitchcock in meiner Warteschlange umfangreich aufzuarbeitender Filmemacher, dieses Jahr schlug nun seine große Stunde. Ausschlaggebend war übrigens der Film „Hitchcock“ mit Anthony Hopkins Anfang des Jahres. 45 Filme von Alfred Hitchcock konnte ich von Frühjahr bis Herbst 2013 sehen und kenne damit nun insgesamt 46 seiner Filme (einzig „Der Mieter“ hatte ich von den zuvor schon bekannten Filmen nicht wiederholt). Nur 7 Filme aus seiner britischen Phase sind mir nun noch unbekannt (und vermutlich meist auch vernachlässigbar). Unerwarteter Weise ist Hitchcock doch ein Filmemacher der mir insgesamt sehr liegt, das war mir anfangs gar nicht so klar. Nur selten konnte er mich mit seinen Filmen nicht wenigstens im Grundsatz gewinnen (Sklavin des Herzens, Der zerrissene Vorhang, Marnie) und gar nur einen einzigen Film halte ich für richtig misslungen (Nummer Siebzehn). Aus seiner Stummfilmzeit schätze ich vor allem „The Ring – Der Weltmeister“ (den „Blancanieves“ dieses Jahr ironisch zitiert), „The Lodger – Der Mieter“ und „Blackmail – Erpressung“. Letzteren rechne ich persönlich noch den Stummfilmen zu (ich habe auch zuerst die Stummfilmfassung geschaut), Truffaut zählt ihn bereits zu den Tonfilmen, da Hitchcock durch den Nachdreh einiger Szenen ein zweite Fassung mit Ton schuf. Bei den Tonfilmen aus Hitchcocks britischem Schaffen sind meine Favoriten „Eine Dame verschwindet“, „Mord – Sir John greift ein“ und „Jung und unschuldig“.
Wie für viele andere auch stellt die „amerikanische Ära“ für mich die Zeit von Hitchcocks größtem filmischen Schaffen dar, und da besonders die Periode von „Der Fremde im Zug“ (1951) bis „Psycho“ (1960), aus der dann auch meine am meisten geschätzten Hitchcock-Filme stammen, ohne die vielen anderen tollen Filme schmälern zu wollen.
Schönstes Sichtungserlebnis in meiner Hitchcock-Retrospektive war ohne Zweifel die Wiederaufführung von „Die Vögel“ im Kino anlässlich des 50. Jahrestages seiner deutschen Kinoerstaufführung im September, eine Veranstaltung an der ich letztlich selbst aktiv beteiligt war.
Und endlich hab ich „Vertigo“ vollständig sehen können. Vor mehr als 10 Jahren war ich schon einmal zu diesem Film im Kino, nur leider war da die zerschlissene Kopie kurz vor Ende unreparabel gerissen und blieb mir die finale Auflösung schuldig. Ein echtes Trauma, das ich nun überwunden habe. ;-)

Meine Hitchcock Top 5 (ungeordnet):
  • Das Fenster zum Hof
  • Psycho
  • Immer Ärger mit Harry
  • Vertigo
  • Der unsichtbare Dritte


KLEINE RETROSPEKTIVE:
Apichatpong Weerasethakul

Neben Hitchcock gab es nur noch Platz für eine weitere kleine Retrospektive, in der ich mich mit Sichtung von 5 Langfilmen an den geheimnisvollen Magier Apichatpong Weerasethakul und seine meditativen Erzählungen, Geister und Seelenwanderungen näher herangetastet und vor allem (die zuvor schon bekannten) „Uncle Boonmee“ und „Tropical Maladay“ gemocht habe.



Anregende TRIPLE FEATURES:
Fett markiert ist mein jeweiliger Favorit, bis auf die Dolan-Reihe ist das immer der älteste/erste der drei Filme.


Margarethe von Trotta & Barbara Sukowa
Die bleierne Zeit | Rosa Luxemburg | Hannah Arendt

Reha Erdem
Bes Vakit - Times and Winds | Hayat Var - My only Sunshine | Jin

Nikita Michalkow
Die Sonne, die uns täuscht | Die Sonne, die uns täuscht - Der Exodus | Die Sonne, die uns täuscht - Die Zitadelle

Ulrich Seidl
Paradies: Liebe | Paradies: Glaube | Paradies: Hoffnung

Richard Linklater & Julie Delpy & Ethan Hawke
Before Sunrise | Before Sunset | Before Midnight

Xavier Dolan
I Killed my Mother | Herzensbrecher | Laurence Anyways

Bela Tarr (Frühwerk)
Csaladi Tyzfeszek - Family Nest | Szabadgyalog - The Outsider | Panelkapcsolat - The Prefab People



FESTIVALFILME 2013 & PREVIEWS 2014

Starke Eindrücke, mit zeitlichem Abstand Gewachsenes, formal Bestaunenswertes, lobenswert Gewagtes, im Festivalstress Festgebissenes, Sympathisches, …

Warm up:
  • Chemi sabnis naketsi - A Fold in my Blanket (Zaza Rusadze, Georgien)
  • Geograf globus propil - Der Geograf, der den Globus austrank (Aleksandr Veledinsky, Russland)
  • Imagine (Andrzej Jakimowski, Polen)
  • Jin (Reha Erdem, Türkei)
  • Mandariinid - Mandarinen (Zaza Urushadze, Georgien/Estland)
  • Soguk - Cold (Ugur Yücel, Türkei)
Die Warm Ups ließen sich noch um einige weitere von mir sehenswert eingeschätzte Filme erweitern, müssen an dieser Stelle aber genügen, um die Aufzählung nicht beliebig lang werden zu lassen. Festivalfilme, die 2013 auch einen offiziellen deutschen Kinostart hatten, finden sich hier nicht wieder, sondern in der Rubrik „Kinostarts“. Über die Platzierungen in der Top 10 bin ich mir noch nicht ganz sicher, sollte aber den aktuellen Moment gut genug widerspiegeln. Der Platz 1 steht recht sicher, das „Kätzchen“ habe ich im Anflug einer noch recht nachhaltigen Sympathie gerade bis auf die 2 vorgeschoben, „Fynbos“ aus den Warm ups hervorgeholt und gegen den guten aber noch recht frischen Eindruck von „Imagine“ getauscht.

10. Fynbos (Harry Patramanis, Südafrika)
09. El Ultimo Elvis (Armando Bo, Argentinien)
08. Soshite chichi ni naru - Like Father, Like Son (Hirokazu Kore-eda, Japan)
07. Kinderwald (Lise Raven, USA)
06. Papusza (Joanna Kos-Krauze, Polen)
05. Tian zhu ding - A Touch of Sin (Jia Zhang-Ke, China/Japan)
04. Salvo (Fabio Grassadonia, Italien)
03. Uroki Garmonii - Harmony Lessons (Emir Baigazin, Kasachstan/BRD)
02. Das merkwürdige Kätzchen (Ramon Zürcher, BRD)
01. W Imie ... - Im Namen des (Malgorzata Szumowska, Polen)



KINOSTARTS 2013

Warm up:
  • La Grande Bellezza (Paolo Sorrentino, Italien)
  • Gravity (Alfonso Cuaron, USA)
  • Io sono Li - Venezianische Freundschaft (Andrea Serge, Italien)
  • Shadow Dancer (James Marsh, Großbritannien/Irland)
  • Sightseers (Ben Wheatley, Großbritannien)
  • La vie d’Adèle - Blau ist eine warme Farbe (Abdellatif Kechiche, Frankreich)
Ich bin positiv von „La Grande Bellezza“ und „Gravity“ überrascht worden. Hätte letzterer die selbstgefällige Quasselstrippe George Cloney eher rausgekickt, hätte der Top10-Potential. „Sightseers“ besitzt den größten Sympathie-Bonus, ich fand den ungemein schön böse und musste den einfach unter den Warm ups würdigen. „La vie d’Adèle“ könnte auf lange Sicht noch am meisten wachsen, im Vergleich fand ich Kechiches „Couscous mit Fisch“ noch stärker, der damals zudem das Kunststück vollbracht hatte, mich in einen Film dermaßen stark zu involvieren, bei dem ich nach einem Drittel Spielzeit schon beinahe entnervt gegangen wäre. Das deutsche Kino findet sich dieses Jahr nicht wieder, sehr gefallen haben mir aber Thalheims „Eltern“ oder auch „Finsterworld“.

10. The Broken Circle Breakdown (Felix van Groeningen, Belgien)
09. Pozitia copilului - Mutter und Sohn (Calin Peter Netzer, Rumänien)
08. Dupa dealuri - Jenseits der Hügel (Cristian Mungiu, Rumänien)
07. Csak a szél - Just the Wind (Benedek Fliegauf, Ungarn)
06. Take this Waltz (Sarah Polley, Kanada)
05. Blancanieves (Pablo Berger, Spanien)
04. Alois Nebel (Tomas Lunak, Tschechien/BRD)
03. The Congress (Ari Folman, Israel)
02. Laurence Anyways (Xavier Dolan, Kanada)
01. Paradies: Liebe, Glaube, Hoffnung (Ulrich Seidl, Österreich)

Größtes Highlight 2013 war für mich Ulrich Seidls „Paradies“-Trilogie als Gesamtwerk, als Einzelfilm gefiel mit der eröffnende „Liebe“ am meisten, gefolgt von „Hoffnung“ und mit etwas Abstand dann „Glaube“. Ich habe Ulrichs demontierenden, schonungslosen Blick auf eine Art Menschenzoo sehr fasziniert verfolgt. Als Einzelfilme betrachtet hätten sie sich nicht ganz an der Spitze wiedergefunden.
Da wäre dann „Laurence Anyways“ mein Jahresfavorit geworden - ein großer Film über eine große Beziehung. Zwei unglaublich gute Darsteller (großartig: Melvil Poupaud, noch großartiger: Suzanne Clement) ringen mit- und umeinander. Intensität die schmerzt, oder in unvergessliche Szenen gipfelt (Stichwort: Filmball). Xavier Dolan feiert das Kino, wie nur wenige es dieses Jahr zu feiern wussten. Er ist Epigone von Pedro Almodovar und Wong Kar-Wai zugleich.
„The Congress“ ist nicht ganz so stark wie „Waltz with Bashir“, aber mich hat der anregende kreative Trip sehr berührt, so dass mir das mitunter bemängelte Zuviel an Spielerei nicht negativ auffiel. Ausgehend von einer wehmütig stimmenden Betrachtung über den Niedergang der Filmindustrie, in der echte Darsteller und echtes Handwerk durch die Digitalisierung ersetzt werden, weitet Folman den Blick auf die Gegenwart/Zukunft der Menschheit, die immer fremdgesteuerter irgendwelchen flüchtigen Idealen folgt und das reale Umfeld weder wahrnehmen noch werten kann/will. Wie schon in „Waltz with Bashir“ ist der Wechsel von Real- und Animationsszenen sehr gelungen kombiniert und eröffnet eine weitere Ebene für den Film.
„Alois Nebel“ war im vergangenen Jahr mein Festival-Favorit, den ich vor wenigen Tag noch gleich zwei weitere Male im Kino sah. Der per Rotoskopie-Verfahren entstandene kontrastreiche Schwarzweiß-Animationsfilm faszinierte mich jedes Mal aufs Neue mit seinen kleinen nicht „drüberanimierten“ sondern kaum wahrnehmbaren noch realen Details.
Die kleine Renaissance des Stummfilmes geht mit dem bezaubernden „Blancanieves“ weiter, eine spanische Schneewittchen-Hommage, die ihre Heldin in der Stierkampfarena der bösen Stiefmutter aussetzt. Ich habe dieses ironiebewusste Spielen mit dem Grimmschen Märchenstoff sehr in seiner Erzählung als auch seiner Form sehr genossen.
Sehr gemocht habe ich auch Sarah Polleys zweiten Film „Take this Waltz“, erneut ein sehr reifes Werk mit viel Gespür für Rhythmus, Musik und Gefühle, ein bittersüßer melancholischer Liebesfilm, sehr fein in warmen und lichtdurchfluteten Bildern und mit einem starken Soundtrack eingefangen. Michelle Williams ist wieder einmal richtig großartig.


Abschließend meine FLOPS 2013:
05. Der Schaum der Tage
04. Papadopoulos & Söhne
03. Der Tag wird kommen
02. Nachtzug nach Lissabon
01. Fliegende Liebende (Ohje, Pedro!)

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MHT: The Hound of the Baskervilles


Magical History Tour - 1939

The Hound of the Baskervilles
[USA 1939 - Regie: Sidney Lanfield - DT: Der Hund von Baskerville]

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THE HOUND OF THE BASKERVILLES war der Startschuss für eine Reihe von Holmes-Verfilmungen, die mit Basil Ruthbone in der Rolle des Meisterdetektivs und mit Nigel Bruce in der Rolle dessen Partners Dr. Watson besetzt wurden. Vordergründig ist das Werk ein Krimi, bleibt aber ohne Anleihen aus dem Horrorfilm nicht aus, was bei der Handlung auch sehr richtig ist, dreht sich diese doch um eine Familiensaga, in der ein großer, blutrünstiger Hund für mehrere Morde an Erben der Baskerville-Familie verantwortlich gemacht wird. Lanfields Film hält sich nicht sklavisch an die Vorlage von Conan Doyle, womit nicht nur die kaum unvermeidbaren Kürzungen gemeint sind, sondern auch gewisse kleine Abänderungen, die in den meisten Fällen aber nur Unwichtigkeiten betreffen. Viele der B-Film-hafteren späteren Werke der vierzehnteiligen Reihe, die vornehmlich von Roy William Neill realisiert wurden, haben mir zwar besser gefallen, als diese etwas glatt geschliffene Fassung, doch Spaß gemacht hat es trotzdem, endlich einmal einen Abstecher per Filmbild nach Dartmoor zu machen, diesem düsteren Fleck, welcher Geheimnisse hortet und von verdächtigen Personen bevölkert wird, die das gesamte kombinatorische Können Sherlock Holmes' herausfordern. Kein unentbehrliches Stück zwar, gerade dann, wenn einem das Buch bereits bekannt ist, doch ebenso wenig schadet es, sich die 1939er Version anzuschauen.

B

A Hervorragend
B Gut
C Für Fans

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Mal wieder Zeit für Filme... Fortsetzung


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Unter einer Fortsetzung stelle ich mir ehrlich gesagt was anderes vor. Warum hat man nicht erzählt, wie es mit der guten Dame aus Teil I weitergeht? Da wären so manche Punkte, die man sehr gut hätte aufgreifen können, Stichworte Jagd nach ihr wegen einem Polizistenmord oder Fortsetzung von Männermorden aus Hass auf das Geschlecht á la "Baise Moi" oder was weiß ich...

Aber das hier ist einfach eine "Neu"-auflage, wo die Geschichte nur nochmal mit einer anderen Frau, anderen Männern, einer neuen Location und mit neuen Tötungsvarianten erzählt wird. Hat für mich null Reiz einer Fortsetzung.


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Einer der besten Filme die ich dieses Jahr gesehen habe. Passt von vorne bis hinten, hat eine starke Dramaturgie und ist erstaunlich spannend, obwohl der Augang für niemanden neu sein dürfte. Die Frau kann einfach gute Filme drehen und einen an den Sessel (oder die Couch) fesseln.
Eine große Sehempfehlung meinerseits an alle die ihn noch nicht gesehen haben.



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