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Filmtagebücher


FTB [Abk. für] Filmtagebuch

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Filme 2014 - Teil 3


GONG WOO (BLOOD BROTHERS) (Ching-Po Wong, HK 2004)

Sehr enttäuschend. Stilistisch völlig überladen, Andy Lau verschenkt. 3.5


SCHOOLGIRLS IN PERIL-TRILOGY:

COSA AVETE FATTO A SOLANGE (DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN STECKNADEL) (Massimo Dallamano, ITA/D 1972)

Perfekte Mixtur aus Giallo, Poliziotto und Police Procedural. Kernige Ermittler, heiße Schnitten und Charakterköpfe en masse in den Nebenrollen. Wunderbar fotografiert, aber auch wunderbar sleazig. Großes Plus auch das hohe pacing, so dass durchweg Spannung aufkommt. Die restaurierte Version auf der Italo-DVD ist auch großartig, wenn nur der Ton besser wäre... 9/ 10


LA POLIZIA CHIEDE AIUTO (DER TOD TRÄGT SCHWARZES LEDER) (Massimo Dallamano, ITA 1974)

Bei der dritten Sichtung hat es "Klick" gemacht. Fast so gut wie SOLANGE, dafür noch mehr Procedural mit Cassinelli, den ich mehr und mehr zu schätzen weiß. Adorfs Szenen aber stechen alles aus. Himmel, was für Emotionen... ansonsten geiler Score, rasante Verfolgungsjagden, derbe Goreeffekte und auch mal eine Frauenrolle, die nicht blank ziehen oder ins Gras beißen muss, sondern sich in der korrupten Welt von Machtmännern behaupten darf. 8.5/ 10


ENIGMA ROSSO (ORGIE DES TODES) (Alberto Negrin, ITA/ SPA 1978)

Fällt zu den ersten beiden Filmen gewaltig ab. Man merkt, dass Dallamano fehlt - er hätte wahrscheinlich etwas wesentlich besseres, v. a. kohärenteres abgeliefert. Der Plot schlängelt ziellos umher, um am Ende fast beiläufig eine hanebüchene Auflösung zu präsentieren. Der finale "Twist" setzt dann nochmal einen drauf. Unterhaltsam ist der Film nur durch seine komischen Momente. Diese schlagen aber auch voll ein: das Achterbahnverhör mit Fabio Testi und dem Art Garfunkel-Double has to be seen to be believed, der pure Wahnsinn! Der Versuch, Testis Figur ein wenig Tiefe in Form seiner "zerrütteten" Ehe zu geben, verkommt zur Parodie - denn die Gattin benötigt zur Befriedigung geklauten Tee. Lustig auch, wenn Testi mit ner fetten Katze auf der Schulter in der Küche zugange ist. Bonuspunkte gibts letztendlich für eine sehr fein gewählte Damenbesetzung, die natürlich ihre Duschszenen bekommt. 6/ 10

Anmerkung: Ich würde übrigens auch ...A TUTTE LE AUTO DELLA POLIZIA... (CALLING ALL POLICE CARS) von Mario Caiano in die Reihe mit aufnehmen. Mit dem hat Dallamano zwar nichts zu tun, er passt thematisch aber sehr gut zu den Filmen.


UNDER SUSPICION (MÖRDERISCHES SPIEL) (Stephen Hopkins, USA/ FRA 2000)

Leider erst im Nachhinein erfahren, dass dies ein Remake des Lino Ventura-Films DAS VERHÖR ist, den ich gern zuerst gesehen hätte. Die US-Version hat aber sehr gefallen. Gene Hackman ist mittlerweile einer der Darsteller, mit dem ich (fast) alle gucke. Die Geschichte eines Verhörs, das weniger Kammerspiel darstellt, sondern mehr durch Flashbacks gekennzeichnet ist und auf Spannungen zwischen den Beteiligten (Thomas Jane als klarer MVT des Films) sowie immer wieder neue Plotenthüllungen setzt. Dadurch fesselt der Film, dessen Setting zwar wenig subtil die Psyche und Physis der Protagonisten symbolisieren soll, aber einen feinen Abschluss wählt, der auch noch etwas Nachhall gewährt. 7/ 10


LA ORCA (Eriprando Visconti, ITA 1976)

Neo-Realism meets Sleaze. Bei aller löblichen Gesellschaftskritik mit konsequentem Finale: die Niehaus anderthalb Stunden (halb)nackig zu bewundern, ist die Hauptattraktion des Films! 7/ 10


AUTOSTOP ROSSO SANGUE (WENN DU KREPIERST LEBE ICH) (Pasquale Festa Campanile, ITA 1977)

Nicht mehr so begeisternd wie die Erstsichtung, was wohl am fehlenden Überraschungseffekt von Neros character-arc liegt. Als Exploitation-Road Movie aber sehr unterhaltsam. David Hess ist passend zu seiner Rolle absolut schauderhaft - seine Sexszene mit Corinne Clery ist richtig abstoßend :angst: und die von Franco Nero durch gehöriges overacting gekennzeichnet. :muhaha: 7/ 10


CANI ARRABBIATI (RABID DOGS) (Mario Bava, ITA 1974)

Passt sehr gut zu Campaniles Film - quasi als Terror Road Movie-Doppelpack, nur dass hier die Klaustrophobie des Fahrzeugs nicht nur durch die höhere Anzahl an Fahrgästen sondern auch durch weitaus wahnsinnigere Manierismen vom langen George und Don Backy an Intensität potenziert wird. Zudem strömt der Schweiß hier wirklich kübelweise! Da können selbst die Italo-Western nicht mehr mithalten. Für einen Film, der nur als eine Art Rohfassung vorlag ist das Endprodukt erstaunlich gut ausgefallen und auch bei Kenntnis des genialen Schlussgags haut dieser immer noch voll rein. 8/ 10


MILANO VIOLENTA (DIE LETZTE RECHNUNG SCHREIBT DER TOD) (Mario Caiano, ITA 1976)

Claudio Cassinelli mal als Bösewicht. Als ein Raubzug schief geht, gerät er mit seinen eigenen Leuten in Zwistigkeiten. Dadurch ist die Aktivität des Polizeiapparats nur nebensächlich wodurch sich der Film vom gängigen Poliziotto etwas abhebt. Recht spannend und gut gespielt von den üblichen Verdächtigen des Genres. Da weiß man was man bekommt. Solide. 6.5/ 10


SI PUÒ ESSERE PIÙ BASTARDI DELL'ISPETTORE CLIFF? (SUPERBITCH aka MAFIA JUNCTION) (Massimo Dallamano, ITA/ UK 1973)

Ivan Rassimov spielt YOJIMBO in Englands Unterwelt. Allerdings ist er (wie immer) so unsympathisch und in seinem Handeln rücksichtslos, dass er sich nicht von den fiesen Leuten der konkurrierenden Banden unterscheidet, wodurch sich beim Zuschauer schnell eine Gleichgültigkeit ergibt. Der plot wird auch nicht besonders spannend erzählt, so dass dieser Dallamano eine einzige Enttäuschung bleibt. 3.5/ 10


L'UCCELLO DALLE PIUME DI CRISTALLO (DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN HANDSCHUHE) (Dario Argento, ITA 1970)

Argentos erster Giallo ist auch gleich mein liebster. Ein Genre, mit dem ich wenig anfangen kann, da es wie der Slasher-Film allein auf spannungsarmes Rumgemorde aus ist. Hier erzeugt Argento dann aber doch einige Spannungsmomente und ganz groß Vittorio Storaros Fotografie, die den Film zum Hochglanzprodukt hievt. Der Sleazefaktor ist noch sehr niedrig gehalten, der Plot macht durchaus Sinn und auch wenn Tony Musante ein blasser Leading Man ist, reißen das Enrico Maria Salerno (mit dem dünnsten Schnäuzer der Filmgeschichte) und Mario Adorf als "Katzenfreund" wieder raus. Schön auch die Auflösung des Da-war-doch-was, die der Proganist gemeinsam mit dem Zuschauer über die volle Distanz mit sich rumgeschleppt hat. 7/ 10


GIORNATA NERA PER L'ARIETE (EIN SCHWARZER TAG FÜR DEN WIDDER) (Luigi Bazzoni, ITA 1971)

Franco Nero als abgehalfteter Reporter, der einen Giallo im Alleingang aufklärt. Das ist leider einigermaßen öde, wie die Identität des Mörders auch ziemlich abstrus erscheint. Allein Vittorio Storaros Bilder machen diesen Film sehenswert. Diese sind zum Teil atemberaubend. 5.5/ 10


SCANNERS (David Cronenberg, CAN 1981)

Berühmt für seine Kopfplatzszene, die den frühen Höhepunkt des Films markiert. Ansonsten ein sehr zurückhaltender SciFi-Thriller, der sehr unter dem blassen Hauptdarsteller leidet. Auch fehlt es dem Film etwas an Zug wie ich finde. Wie es sich für einen Cronenberg gehört überzeugen die Effekte, auch im spektakulären Finale. Und Michael Ironsides Grimassen sind auch richtig gut. :D 6/ 10


FUNG BOU (FIRESTORM) (Alan Yuen, HK/ CH 2013)

Sehr solider HK-Actioner bei dem sich Andy Lau und Ka Tung Lam (endlich mal in einer Hauptrolle) als charismatische Antagonisten gegenüber stehen. Yuen bewegt seinen Film zunehmend in eine Grauzone und schließt mit einem wahren Feuerwerk ab, das etwas weniger CGI vertragen hätte. 7/ 10


THE LINCOLN LAWYER (DER MANDANT) (Brad Furman, USA 2011)

Auch wenn der Gerichtssthrillerplot am Ende ein paar Haken zu viel schlägt steht unter dem Strich ein unterhaltsames, spannendes Filmchen mit einem Spidsenensemble, das McConaughey erwartungsgemäß überragt. Sein schmieriger Anwalt führt zunächst zum diebischen Grinsen und bleibt glaubhaft, wenn der Film später Empathie für ihn erweckt. Sehenswert! 7/ 10


NICHT MEIN TAG (Peter Thorwarth, D 2014)

Ganze fuffzehn Jahre nach dem Ruhrpottklassiker BBB findet Peter Thorwarth endlich wieder zu seiner Form zurück und inszeniert ein rasantes Road Movie, vollgestopft mit liebenswerten schrulligen Charakteren und der Marschroute anything goes. In der Figur des spießigen Bankers mag sich der Regisseur vielleicht selbst wiederfinden, denn er hat auch endlich wieder die (Film)sau rausgelassen. So is dat richtich! 7.5/ 10


IL CINICO, L'INFANE, IL VIOLENTO (DIE GEWALT BIN ICH) (Umberto Lenzi, ITA 1977)

Milian. Saxon. Merli. Uff. Das ist fast schon zuviel Kerl für einen Poliziotto und so kommt vor allem Saxon dann leider auch zu kurz, darf aber wenigstens seine Fähigkeiten am Golfschläger demonstieren. Milian gibt sich erstaunlich zurückhaltend, grimassiert nicht, kaut aber fein seine Glimmstengel und hat einen famosen Krankenhausbesuch mit einem Orangenwurf, bei dem ich mich erstmal selbst weggeschmissen habe. Im Gedächtnis bleibt auch Merlis Brustteppich, die RIFIFI-Parodie und die arme Gabriella Lepori, die ständig ihre Fresse in diverse Männerfäuste halten muss. 6/ 10


DEADLY PREY (TÖDLICHE BEUTE) (David A. Prior, USA 1987)

C-Film-Kracher, der defintiv so schlecht ist, dass er fast schon wieder gut ist. Mullets, Tough Tits, Bad Dialogue. Sowas nennt man wohl ggtmc-Gold, auch wenn er nicht in meinen Pantheon Einzug erhält. Dafür ist der Film trotz seiner kompakten Laufzeit nicht kurzweilig genug. Mike Daaaaaaaaaaaaaaaanton-Darsteller Ted Prior ist aber putzig. Als Rambo-Imitat meuchelt er im Wald seine Gegner nieder und "versteckt" sich dabei immer so geschickt, dass diese ihn nicht bzw. zu spät bemerken. Unglaublich der finale Fight, bei dem Prior seinem vermeintlichen Endgegener den Arm abtrennt, um diesen dann als Totschläger zu missbrauchen. Für sowas hatten die A und B-Produkte der 80s nicht die Eier. 5/ 10


YAU DOH LUNG FU BONG (THROW DOWN) (Johnnie To, HK/ CH 2004)

Schade. Der erste wirklich schlechte Johnnie To-Film. Was bei 14 Sichtungen dann aber noch ne richtig gute Quote ist. Hier krankt es an der Glaubwürdigkeit der Figuren, die allesamt überzogen wirken und in ernsteren Momenten nicht funktionieren. 3.5/ 10


ONE TOUGH BASTARD (Kurt Wimmer, USA 1996)

Brian "The Boz" Bosworth ist nach STONE COLD leider nie richtig groß rausgekommen und hat hier sogar seinen Mullet getrimmt. Dafür verfügt sein Widersacher Bruce Payne über eine wahre Mähne plus doppeltem Nasenring (nicht nur deshalb erinnerte er mich ständig an Sinn Sage :unsure: ). Dass dieser dann ein richtiger (und korrupter) FBI-Agent sein soll lässt Hoffnung für zukünftige Bewerber, die es nicht so mit der bürgerlichen Garderobe haben. Gleich zu Beginn kommt es zu einem Brüllermoment, als Boz über die Rocky Mountains (?) hüpft und seine Tochter dabei die Zeit stoppt (dass Kinderdarsteller auf Bergspitzen arbeiten dürfen spricht für den Willen dieses Werks!). Anschließend bewundern beide einen Baby-Käfer. Und danach wird das Kind dann auch schon bald das Grasbeißen beigebracht, damit der Herr Papa endlich auf Rachefeldzug gehen darf. Zwar gibt es amüsante Szenen wie die beschriebene, aber alles in allem nimmt der Film sich einfach zu ernst und hätte gerne auf den Subplot mit dem armen "Ghettokid" verzichten können, zumal dessen Darsteller die Wiedereinführung der Tracht Prügel legitimiert. Only for Boz-Completists. 3/ 10


L'UOMO DELLA STRADA FA GIUSIZIA (MANHUNT IN THE CITY) (Umberto Lenzi, ITA 1975)

Parallelen zu obigem Film: wieder wird die Tochter eines guten Bürgers abgeknallt. Diesmal wird dieser von Henry Silva verkörpert, der kurz vor deren Ableben noch ein Plüschtier (?) für sie kaufen gegangen war. Natürlich ist die Polizei unfähig, so dass Silva nach vielem hin und her beschließt sich einer Vigilantentruppe anzuschließen, um die Sache selbst in die Faust zu nehmen. Das Thema ist nicht neu. Vor allem nicht im Italofilm der 70er, aber Silva mal als Guten zu sehen, der sogar dann und wann mal zu lächeln versucht, das hat schon was sowie Lenzi seinen Film auch überraschend intelligent abschließt. Köstlich übrigens die Szene zu Beginn, die Silva bei seiner Arbeit auf der Baustelle zeigt, wo er angeheitert zu einigen Explosionen mit dem Whiskeyfläschchen anstößt. 6/ 10


THE SILENT PARTNER (DEIN PARTNER IST DER TOD) (Daryl Duke, CAN 1978)

Sleaziger Neo Noir, bei dem Elliott Gould mal wieder die Ruhe weg hat. Auch der schlangenartige Christopher Plummer vermag dies nicht zu ändern. Das Thema des Lug und Betrugs spannt Regisseur Duke über alle seine Charaktere und zeichnet ein trauriges Gesellschaftsbild, das er zynisch abschließt, indem er Plummer in Frauenkleidern abservieren lässt. Interpretationen erlaubt... ;) 7.5/ 10


THE WHITE STORM (Benny Chan, HK/ CH 2013)

Da versucht Chan ganz deutlich, das Men-on-a-Mission-Kino Johnnie Tos zu kopieren, was ihm so einigermaßen gelingt. Das Darstellertrio Louis Koo, Ching Wan Lau und Nick Cheungüberzeugt gewohnt, muss aber mit einigen sehr abenteuerlichen plot twists kämpfen. Wenn es in diesem Undercover-Actionthriller kracht, dann gewaltig. Allein das zu sehr auf Pathos schielende Finale hätte diesbezüglich etwas Zurückhaltung vertragen können. 7/ 10


LUNG FU FONG WAN (COVER HARD 2) (Ringo Lam, HK 1987)

Bevorzugte ich früher eher die Woo-Action-Filme mit Chow-Yun Fat sind mir jetzt solche wie CITY ON FIRE lieber - da ist die Action besser dosiert (hier in Form von 2 fehlgeschlagenen Heists mit anschließendem Bleigewitter sowie einer rasanten Verfolgungsjagd zu Fuß!). Bei allen Albernheiten, die in der Charaktersierung von Fats Figur einfließen reichen aber schon ein paar wenige Szene um seine Verbindung zu Danny Lees Figur glaubwürdig und emotional wirken zu lassen. Da kann sich Chow Yun Fat auf sein Charisma verlassen. Ganz groß der "Mexican Stand Off" am Ende. 7/ 10


THE IN-LAWS (ZWEI IN TEUFELS KÜCHE) (Arthur Hiller, USA 1979)

Eine von zahlreichen US-Buddy-Movies der 70er, die alle Elemente dieser Dekade ausschöpfen, die mir an ihr so zusagen. Das wichtigste ist dabei immer die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern, hier von Peter Falk und Alan Arkin verkörpert. Beide haben gutes Timing und spielen sich Bälle hin und her. Als Quasi-Sequel zu FREEBIE AND THE BEAN legt Arkin seine Rolle ähnlich an: stoisch mit dem Hang zu gelegentlichen Vulkanausbrüchen. Falk als gestresster Vater der Braut ergänzt dies durch Redseligkeit und Charme - ein bisschen Columbo steckt dann doch drin. 7/ 10


THE 'BURBS (MEINE TEUFLISCHEN NACHBARN) (Joe Dante, USA 1989)

Anlässlich der wunderbaren Blu Ray-VÖ von Arrow wieder angeschaut und bestätigt: Komödiengold. Dank HD fielen mir übrigens erstmals zwei Gags auf, die ich sonst immer übersehen hatte :muhaha: (Fahnenmast und Hundefutter). Neue Erkenntnisse gabs sonst keine. Lieblingsszene wie immer das Kaffetrinken bei den Klopeks (Is that Slavic?) mit Sardinenimbiss :muhaha:
Kurze BD Review: Bild super, Ton auch. Die einstündige Doku liefert viele Hintergründe, die mir nicht nicht bekannt waren. Den Workprint des Films kann man sich schenken, da die Disc einen direkten Vergleich zwischen diesem und dem Kinocut liefert - da gabs dann aber schon einige Abweichungen, so ist Kevin McCarthy leider rausgeschnitten worden. Den AK hab ich noch nicht gehört. 9/ 10


FREEBIE AND THE BEAN (DER SUPERSCHNÜFFLER) (Richard Rush, USA 1974)

Absolutes Anarchokino der 70er, das die Mechanismen des Copfilms auf den Kopf stellt: die Ermittler sind rassistische Vollidioten mit Tendenz zu Gewaltausbrüchen, deren Vorgesetzte korrupt und die Gangster friedliche Rentner, die den Hund Gassi führen. Rush überzeichnet alle seine zahlreichen Actionszenen ins Maßlose (Höhepunkt der Wagen in der Hauswand (3. Etage!)) und siedelt sein Finale während des Großereignisses des Jahres - dem Superbowl - an. Eine derartige Dekonstruktion eines Genres habe ich noch nicht erlebt - gleich zu Beginn zeigt Rush die Ermittlungsarbeit in Form von Mülltonnen im Kofferraum, deren Inhalt dann seziert wird, in der Hoffnung auf irgendein Beweisstück. Das ist meistens sehr komisch, aber mit fast 2 Stunden Laufzeit deutlich zu lang. Ich weiß nicht, was der Film gekostet hat, aber die Blechlawinen hätte man sicherlich etwas trimmen können, wirken sie auf Dauer doch ein wenig ermüdend. James Caan und Alan Arkin als Duo funktionieren sehr gut und haben ihre beste Szene im Büro von Alex Rocco ("sit down" :muhaha: ). 7/ 10

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Fantasy Filmfest 2014: CANÍBAL (Manuel Martín Cuenca, Spanien 2013)


CANNIBAL ist ein extrem durchdacht gefilmter Horror-Kunst-Film, der eher im Arthousedrama verortet ist, als in der Midnight-Schiene. Das beginnt schon mit einer statischen Einstellung aus der Ferne auf eine nächtliche Tankstelle, die wie völlig isoliert vielleicht in der spanischen Hochebene steht. Es ist stockdunkel, Figuren gehen umher, tanken, rauchen, bezahlen, fahren los. Das Auto fährt auf die Kamera zu und vorbei - plötzlich fährt die Kamera ebenfalls los, dreht, dem Wagen hinterher. Überaschung: es war die subjektive Perspektive des Verfolgers, die man als stylische Kadrageneskapade missdeutete.

Auch im Folgenden bleibt sich der Film seiner großartigen Bilder treu, schlichte Kompositionen, durchströmt von einer ruhigen Weltferne, die in krassem Kontrast steht zur blutigen Handlung eines Schneidermeisters, der allzugerne junge Damen verzehrt. Ein Connaisseur wie Hannibal, von Mads Mikkelsen verkörpert, distinguiert und immer: feine Manieren. Mir hat der Film ausgezeichnet gefallen, wenngleich man hört, er sei vielen zu öde. Ich finde, er fliegt vorüber.

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The Brotherhood of Tears


The Brotherhood of Tears (La confrérie des larmes)
Frankreich/Belgien/Luxemburg 2013, Regie: Jean-Baptiste Andrea

Seit dem Unfalltod seiner Frau ist Ex-Polizist Gabriel von der Spur abgekommen: Spielsüchtig und Alkoholiker geworden, hält er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, die aber manchmal auch nicht für das Essensgeld seiner 12jährigen Tochter Juliette reichen. Zudem hat er auch schon über 16.000 Euro Spielschulden beim lokalen Kartell. Diese werden jedoch eines Tages von einem ehemaligen "Kunden", der dank einer Aussage Gabriels wesentlich weniger Jahre im Gefängnis verbringen musste, überraschend beglichen, auch bietet dieser ihm einen vortrefflich bezahlten Job an: Man muß nur 8 Stunden am Tag in einem Büro in einem ansonsten leerstehendem Gebäude ans Telefon gehen. Das Telefon dort klingelt aber nicht, trotzdem findet Gabriel aber jeden Tag einen Lohn von 5.000 Euro in bar in seinem Briefkasten...

Solider Thriller, der nicht unbedingt neue Akzente setzt, aber durchaus zu unterhalten vermag. Der hier nicht gespoilerte weitere Plotverlauf bietet dann auch noch einige aufwendige Schauwerte in eindrucksvollen Locations und die Auflösung ist zwar nicht unbedingt spektakulär, aber halbwegs originell. Bonuspunkte für Audrey Fleurot, die hier eine gleichzeitig kühle, emanzipierte aber auch sehr erotisch aufgeladene rothaarige Polizistin gibt und an Sgt. Penhaligon aus Cracker/Für alle Fälle Fitz erinnert.

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THE 6TH DAY (Roger Spottiswoode/USA 2000)


"That's enough philosophy for now."

The 6th Day ~ USA 2000
Directed By: Roger Spottiswoode

In naher Zukunft gehört die Klontechnologie zum Alltagsgeschäft. Sowohl Nahrungsmittel als auch Organe und sogar Haustiere können bei Bedarf mühelos und in Windeseile durch künstlich produzierte, dem Original jedoch durchweg ähnelnde Substitute ersetzt werden. Einzig gegen das Konen von Menschen gibt es einen gesetzlichen Erlass; so flexibel ist selbst die zukünftige Ethik noch nicht. Der Wissenschaftler Weir (Robert Duvall) und der Magnat Drucker (Tony Goldwyn) jedoch setzen sich insgeheim längst über dieses Verbot hinweg - der eine aus privaten Gründen, um seine geliebte Frau (Wanda Cannon) nicht verlieren zu müssen, der andere mit dem möglichen Wirtschaftsmonopol im Hinterkopf. Als Drucker das Attentatsopfer eines Antiklon-Fundamentalisten wird, droht sein größtes Geheimnis aufzufliegen: Er hat sich bereits selbst geklont und kann dies mithilfe von Memo-Discs beliebig wiederholen. Davon droht jedoch der Mietpilot und Familienvater Adam Gibson (Arnold Schwarzenegger) Wind zu bekommen, weshalb auch er als Zeuge beseitigt werden muss - und natürlich durch einen lupenreinen Klon ersetzt wird. Als Original-Gibson und Klon-Gibson Wind von Druckers Machenschaften bekommen, setzen sie sich im Doppelpack zur Wehr...

Unintelligent waren die SciFi-Filme, in denen Schwarzenegger auftrat, vom zweiten "Terminator"-Sequel vielleicht einmal abgesehen, eigentlich nie so ganz; tatsächlich verbarg sich hinter ihnen oftmals sogar eine sophistische Doppelbödigkeit, die, mal mehr ("Total Recall") mal weniger ("The Running Man") subtil dafür Sorge trug, dass jene Genrewerke als die wohl nachhaltigsten in Schwarzeneggers Œuvre Bestand pflegen.
Im Falle von "The 6th Day" fällt zunächst allerdings einmal deutlich auf, dass er, seinen betont diskursiv angelegten main plot ausgeklammert, wenig Eigenständigkeit besitzt. Vor allem Verhoevens "Total Recall" verdankt Spottiswoodes Film eine Menge, vom Design bis hin zum situativen Einstieg: Ein gesetzter Ehemann/Familienvater hadert mit sich, nach einem gewöhnlich anmutenden Arbeitstag eine kommerziell ausgerichtete, gleichermaßen jedoch fragwürdige Institution aufzusuchen (hier: "Re-Pet" statt "Rekall"), kommt hernach heim und findet seine gewohnte Existenz in Scherben. Die Geburtstagsfeier, die der ungläubige Adam Gibson hier durchs Fenster beobachtet, ist nicht die eigene, sondern die seines Klons (dessen Welterblicken ganz zufällig auf denselben Tag datiert), der hier fröhlich und unbedarft mit Frau, Kind, Familie, Freunden und geklontem Hund an der Torte nascht. Dabei ist Gibson bloß das Opfer einer dummen Verwechslung geworden und hätte normalerweise völlig ungeschoren aus der Sache herauskommen mögen, wäre da nicht sein vorlauter Arbeitskollege Hank Morgan (Michael Rapaport), der sich ausnahmsweise für Gibson ausgegeben hatte. Kompliziert, verwirrend, semi-suspenseful - und dabei doch nicht unschwer zu folgen. Erwartungsgemäß folgt gegen Ende noch ein großes Verwechslungsrätsel in Bezug darauf, wer denn nun der Klon ist und wer das Original. Selbst den Zuschauer überrascht der doppelte Arnold da noch mit doppeltem Arnold-Schmalz. Allzu ausgiebiges Philosophieren jedoch, das lässt er verlauten, liegt ihm selbst im Zwiegespräch mit sich selbst nicht.

7/10

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THE PLACE BEYOND THE PINES (Derek Cianfrance, 2012)


Interessante Idee, aus der aber letztlich zu wenig gemacht wird. Die erste Story mit dem Bankräuber ist die mit Abstand interessanteste. Der Mittelteil mit dem Polizisten, der den Bankräuber erschossen hat, fällt deutlich ab, was nicht zuletzt mit der Figur des Avery Cross zusammenhängt, die für mich einfach nicht stimmig ist. Das Finale, in dem sich die beiden Söhne treffen, wirkt fast etwas unmotiviert, so als wären den Machern die Ideen ausgegangen, was sie mit der - an sich hochinteressanten - Konstellation denn nun anfangen könnten. Zugute halten muss man dem Film, dass er über die gesamte Spieldauer spannend ist, weil der Zuschauer nie weiß, in welche Richtung sich die Handlung weiterentwickeln wird. Zumindest dann, wenn man - wie in meinem Fall - ohne Vorkenntnisse an die Filmsichtung geht. Sicher kein schlechter Film, aber auch einer, der mehr verspricht, als er einzulösen vermag und den man - hat man ihn mal gesehen - sicher nicht nochmal sehen will.

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Magical History Tour: Nishi Ginza Station - IMAMURA Shohei, J 1958


Absurde Komödie über den kriegstraumatisierten Mann einer erfolgreichen Unternehmerin, die eine Apotheke leitet. Als diese mit den gemeinsamen Kindern für ein paar Tage wegfährt, steigert er sich, angestichelt durch seinen einstigen Kameraden, der jetzt als Veterinärmediziner arbeitet, immer weiter in erinnerte Phantasien um eine polynesische Eingeborene, genannt Sally, hinein. Sein einstiger Kamerad gibt ihm den Ratschlag, es doch mit einer Affäre zu versuchen, um von seinen Tagträumen loszukommen. Als er auf die Angestellte des Schreibwarengeschäftes gegenüber der Apotheke seiner Frau aufmerksam wird, scheint es sich zu verwirklichen, aber es kommt schließlich alles anders...

Herrlich unbeschwerter früher Imamura, seiner Zeit weit voraus. Besonders beeindruckend ist die geradezu postmodern anmutende Erzählweise, in welcher der Zuschauer direkt von dem Erzähler, der im Film mehrere Rollen verkörpert und durch die Geschichte moderiert, angesprochen wird. Wenn man sich etwa fragt, wo die Wurzeln von den Musical-Ambitionen eines Takashi Miike liegen, wird man hier fündig. Überhaupt wirkt diese Nikkatsu-Produktion wie ein Prototyp für zahlreiche japanische Filme, die nach dem Zusammenbruch des klassischen Studiosystems enstanden sind. Im Werk Imamuras selbst setzt sich Nishi Ginza Station stilistisch aber deutlich von seinen späteren Werken ab.

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Der Banditendoktor (1957)


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Der Banditendoktor
(Deutschland 1957, Peter A. Horn)

Es hat einen eigentümlichen Effekt, wenn die Grenze zwischen den USA und Mexiko - eigentlich Gebiet des amerikanischen Genrefilms - zum Schauplatz eines deutschen Fernsehspiels wird. Es wirkt - mir fällt kein anderer Begriff ein - falsch, wenn bühnenerprobte deutsche Schauspieler in gespreizter Sprache vor kargen Kulissen ihre sehr "literarisch" wirkenden Dialoge sprechen. Dennoch ist dieser Effekt (ob gewollt oder nicht, ich habe keine Ahnung) nicht unspannend, finde ich.

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HER


HER HER

eine große Welt, in der viele kleine Menschen viele kleine Dinge- viele kleine Leben leben- in einer großen Stadt- modern......und allein. Persönliches ist eine Illusion, die persönlich bleibt, aber von anderen Menschen kontrolliert wird (man überlässt das Briefeschreiben Dritten, die mittlerweile alles von einem wissen-Beziehungen, Personen, Details- und einen unsichtbaren Teil davon einnehmen)
Etwas gemeinsam zu tun ist wesentlich seltener geworden, jeder ist mit sich, spricht mit einem Knopf im Ohr, eine Stimme, die dich kennt (anhand deiner Computerdaten- unglaublich, wie verwachsen wir mit dieser Technik sind) und die einem vertraut wird, weil es nur um dich und diese Stimme geht.
Einsamkeit ist ein zunehmendes Problem in einer wachsenden Gesellschaft, welchem hier entgegengewirkt wird. Es hilft beim Denken, erinnert, wird eine Verbündete, lacht, gibt Rat, wirkt menschlich, entwickelt sich.
Eine Stimme bleibt jedoch nicht nur eine Stimme, sondern erhält in der menschlichen Vorstellung einen Körper, der perfekt zu sein scheint und gleichsam das Problem aufbaut, dass alle anderen Menschen unzureichend sind. Man muss nie allein sein, aber ist es noch möglich, eine Beziehung zu einem Menschen aufzubauen?
Mir scheint es etwas zu simple, dass der Mensch dazu in der Lage ist, zu jedem „Wesen“ eine Beziehung aufzubauen, die menschlich ist (selbst wenn es eine Mikrowelle ist, die spricht, die dich kennt). Wir umgehen damit den Schritt des Kennenlernens und es ist wesentlich bequemer, wenn man schon gekannt wird und keine eigenen Ansprüche hat, wie jemand sein sollte - ein Computer stellt sich darauf ein.

Wie auch immer, die Beziehung blüht und es wirkt nicht anormal, auch nicht für andere Menschen, die wissen, dass man eine Beziehung zu einem OS hat. Man empfindet keine Scham, es auszusprechen. Dieses System befriedigt die menschlichen Bedürfnisse beinah vollständig und die Probleme wollen gelöst werden, wäre da nicht der Mensch ein Hinderniss, der versucht einer Stimme einen Körper zu geben, die keine eigenen Gefühle hat.... wäre da nicht die ganze Welt, die auch einen OS besitzt und vielleicht eine ebensolche Beziehung aufbaut, wäre da nicht das ganze Wissen ...- man lernt voneinander und eben auch wieder nicht....

Sonnige, blass berührende, aber vor allem traurig melancholische Momente tragen sich durch diese Geschichte. Ein Stück Lebensqualität wird zurückerobert. Aber die Erinnerung an Berührungen, an einen warmen Körper, an Geschichten aus einer zurückliegenden Beziehung bleibt unvergessen.

...und so...liegt man allein am Strand, genießt zwar den Augenblick und ist froh, dass nur ich diese wohlklingend wärmende Stimme höre und dass nur sie mich beflügelt...genau in diesem Moment....

aber

irgendwann geht jeder....auch ein OS

und dass ist das menschlichste an dieser Geschichte.


Applaudium.... Sehr gut gemacht, bewegend und schlau.

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August 2014 Alle Filme


* = keine Erstsichtung
(DC) = Directors Cut
(3D) = Mit Brille


10/10 Große Liebe, Meisterwerk, mindblowing, Sternstunde
9/10 sehr, sehr gut, fabelhaft, exzellent
8/10 gut - richtig gut, nix zu meckern
7/10 gut, mit einigen Abstrichen
6/10 nja, ok, abgenickt, so lala
5/10 mittelmäßig mit einigen Momenten
4/10 mies mit wenigen Momenten
3/10 mies ohne Momente
2/10 Beschissen
1/10 Richtig beschissen
0/10 Sondermüll

Kein üppiger Filmmonat, aber der Vollständigkeit halber :

The young and prodigious T.S. Spivet (3D) (Kino) 2013 (Jean-Pierre Jeunet) 5-6/10
Holy Motors 2012 (Leos Carax) 8-9/10
Pierrot le fou (Elf Uhr Nachts) 1965 (Jean-Luc Godard) 10/10 *
Cléo de 5 á 7 (Cléo Mittwoch zwischen 5 und 7) 1962 (Agnès Varda) 10/10
The Ice Storm 1997 (Ang Lee) 7-8/10 *
Class of 1984 1982 (Mark L. Lester) 7/10
The Holy Mountain (Kino) 1973 (Alejandro Jodorowsky) 10/10
The Day of the Locust 1975 (John Schlesinger) 9/10
Sunset 1988 (Blake Edwards) 7/10
Death Wish 3 1985 (Michael Winner) 7/10
Road House 1989 (Rowdy Herrington) 4/10 *
Les lèvres Rouges (Blut an den Lippen) 1971 (Harry Kümel) 7/10
Amer 2009 (Hèléne Cattet & Bruno Forzani) 8/10
Death Wish 4 : The Crackdown 1987 (J. Lee Thompson) 6-7/10
The Star Chamber 1983 (Peter Hyams) 8/10
Thightrope 1984 (Richard Tuggle) 7/10
Death Wish 5 : The Face of Death 1994 (Allan A. Goldstein) 4/10
Le passage de la pluie (Der aus dem Regen kam) 1970 (René Clément) 8/10
Sei donne per l´assassino (Blutige Seide) 1964 (Mario Bava) 8/10
Rachel getting married 2008 (Jonathan Demme) 6/10
L´uccello dale piume di cristallo (Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe) 1970 (Dario Argento) 7/10
…più forte ragazzi (Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle) 1972 (Giuseppe Colizzi) 8/10 *
Le grand blond avec une chaussure noire (Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh) 1972 (Yves Robert) 5/10 *
I due superpiedi quasi piatti (Zwei außer Rand und Band) 1977 (Enzo Baboni) 6/10
Confessione di un commissario die polizia al procuratore della reppublica (Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert)
1971 (Damiano Damiani) 9/10
La sendrome di Stendhal (The Stendhal Syndrome) 1996 (Dario Argento) 8-9/10

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AUGUST 2014


Immer noch keine Zeit/Muse/usw. gefunden, um irgendwas Sinnvolles zu gesehenen Filmen zu schreiben. Deshalb nun wieder "nur" die Monatsliste. 33 Filme und ein paar TV-Episoden sind dann doch wieder zusammengekommen (*=keine Erstsichtung).


Die besten 10:
01. The Fisher King (USA 1991, Terry Gilliam)*
02. The Last Boy Scout (USA 1991, Tony Scott)*
03. The Long Goodbye (USA 1973, Robert Altman)
04. Se sei vivo spara (Italien/Spanien 1967, Giulio Questi)
05. Nicht mein Tag (Deutschland/Niederlande 2014, Peter Thorwarth)
06. The Long Good Friday (Großbritannien 1980, John Mackenzie)
07. End of Watch (USA 2012, David Ayer)
08. The Raid 2: Berandal (Indonesien/USA 2014, Gareth Evans)
09. All About Eve (USA 1950, Joseph L. Mankiewicz)
10. Lone Survivor (USA 2013, Peter Berg)

Geil/Gut/Unterhaltsam:
11. Beverly Hills Cop (USA 1984, Martin Brest)*
12. Sorcerer (USA 1977, William Friedkin)
13. Breaking Point (Kanada/USA 1976, Bob Clark)
14. We Bought a Zoo (USA 2011, Cameron Crowe)*
15. Under the Skin (Großbritannien/Schweiz/USA 2013, Jonathan Glazer)
16. Beverly Hills Cop II (USA 1987, Tony Scott)*
17. The Transporter (Frankreich/USA 2002, Corey Yuen)*
18. Ha-Trempist (aka An American Hippie in Israel) (Israel 1972, Amos Sefer)
19. Thor: The Dark World (USA 2013, Alan Taylor)
20. That’s My Boy (USA 2012, Sean Anders)
21. Transporter 3 (Frankreich/Großbritannien/USA 2008, Olivier Megaton)*
22. Transporter 2 (Frankreich/USA 2005, Louis Leterrier)
23. Homefront (USA 2013, Gary Fleder)
24. The Chase (USA 1994, Adam Rifkin)
25. Ninja III: The Domination (USA 1984, Sam Firstenberg)
26. Fack ju Göhte (Deutschland 2013, Bora Dagtekin)
27. The Heat (USA 2013, Paul Feig)

Ok:
28. Sweet and Lowdown (USA 1999, Woody Allen)
29. Upperseven, l’uomo da uccidere (Deutschland/Italien 1966, Alberto De Martino)

Naja:
30. Anchorman 2: The Legend Continues (USA 2013, Adam McKay)
31. Abduction of an American Playgirl (USA 1975, Unknown Director)
32. Otto - Der neue Film (Deutschland 1987, Xaver Schwarzenberger/Otto Waalkes)*
33. Beverly Hills Cop III (USA 1994, John Landis)

TV-Serien:
Dexter: Season 4 (komplett)
Dexter: Season 5 (Episoden 1-2)
How I Met Your Mother: Season 1 (Episoden 9-16)

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Guardians of the Galaxy (O-Ton)...


...ist Blockbusterkino von solcher Virtuosität, Perfektion und Lässigkeit, dass beim Verlassen des Kinos die Plakate anderer Filme ähnlichen Genres allesamt schamrot zu schimmern schienen. James Gunn kennt seine Lucas- und Spielberg-Pappenheimer auswendig, aber anders als beispielsweise JJ Abrams mit seinen zahnlosen Huldigungen nimmt sich dieser Ausnahmeregisseur von den großen Vorbildern (Han Solo und sein Falke waren schon lange nicht mehr derart auf der Leinwand präsent) nur die Elemente heraus, die wirklich gut sind, um dem ganzen Rest mit "loving disrespect" einen gehörigen Arschtritt zu verpassen. Spannend ist bei Gunns Feuerwerk an Action, Abenteuern und hemmungslosen Albernheiten auch die kleine traurige Rahmenhandlung, die wie schon bei seinem abartigen Meisterstück "Super" dem Ganzen eine heimliche Abgründigkeit verleiht, die man angesichts all der Buntheit übersehen kann, aber nicht muss. Ansonsten stimmt hier einfach alles, angefangen beim sehr stylischen Soundtrack, der ganz nebenbei auch noch stimmig ins Geschehen eingebaut wird, über den ersten "lustigen" CGI-Sidekick, der nicht nervt (weil der Waschbär eben nicht nur Sprüche klopft, sondern auch ein ernstzunehmendes Mitglied der Gruppe ist, das bisweilen an Raffinesse die anderen übertrifft), über die wunderwunderwunderschöne Optik, über die Tatsache, dass sich Harmlosigkeiten und Grausamkeiten sowie Ernst und Quatsch perfekt die Waage halten, bis hin zu den Figuren, die bis in die kleinsten Nebencharaktere unheimlich liebevoll und lebendig gezeichnet sind. Womit wir auch beim größten Pluspunkt dieses Werkes angelangt wären: ich kenne keinen einzigen Film, der Reales und CGI so dermaßen organisch und homogen zu verbinden weiß, und das eben nicht nur in visueller Hinsicht, sondern auch, was die Gewichtung beider Elemente angeht. Während beim letzten "Planet der Affen"-Theater die Animationen einmal zu oft wie Masturbationen anmuteten (welche zwar beeindruckend, aber eben nicht "echt" genug waren, um so viel Wichserei zu rechtfertigen) und die Menschen auf der anderen Seite komplett unter "ferner liefen" gehandelt wurden (was doch einen Oldman nicht erschüttern kann, andere hingegen schon), haben hier alle gleich viel Raum und Bedeutung, so dass der altmodische Wort- und Körperslapstick eines Chris Pratt mit den pixarigen Gags eines "Groot" nicht nur koexistieren, sondern sogar eine unerwartete Einheit bilden kann und man sich über den atemberaubend schönen Weltraum aus dem Rechner exakt genau so freut wie über die zahlreichen Gaststars, die mit großer Spiellust ihre bekannten Gesichter in die Kamera halten.
Hatte Marvel mit dem letzten "Captain America" schon gezeigt, dass es sich nicht scheut, genretechnisch andere Wege zu gehen und zumindest in der ersten Hälfte den Agententhriller der 70er zu reanimieren ("Kondor" Robert Redford inklusive), feiert hier das Science Fiction-Epos des selben Jahrzehnts sein ganz großes Comeback, wobei Gunn genau weiß, welche Aspekte ihn aus dieser Epoche interessieren und wo es vonnöten ist, klarzustellen, dass seitdem doch ein wenig Zeit vergangen ist.
Ich weiß nicht, ob dieser Unsinnstext es deutlich genug gemacht hat, aber: ich bin schwer begeistert!

D.C.L.

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Ariane - Liebe am Nachmittag


Paris ist die Traumstadt zahlreicher Hollywood-Regisseure von Ernst Lubitsch bis hin zu Woody Allen, und Billy Wilder stellt in dieser Beziehung keine Ausnahme dar: auch bei ihm erscheint die Seine-Metropole als Sehnsuchtsort, an dem romantische Gefühle gegen jede Wahrscheinlichkeit (Film-)Wirklichkeit werden können. Dies deutete sich bereits in Sabrina an, doch zu ihrem vollen Recht kommt die Filmtraumstadt Paris erst in Love in the Afternoon.
Nur an diesem imaginären Ort, der zu Beginn in einer hinreißenden Sequenz, in der Wilder eine Reihe von (Film)küssen aneinander montiert, vorgestellt wird, kann sich die Geschichte abspielen, die Wilders Film erzählt: dort, in Paris, kreuzen sich die Wege der jungen Cellistin Ariane (Audrey Hepburn) und des reichen Frauenhelden Frank Flannagan (Gary Cooper). Ausgerechnet in diesen skrupellosen Schürzenjäger verliebt sich die unschuldige Ariane, verfällt aber schließlich auf einen raffinierten Weg, den Herzensbrecher zu erobern, indem sie ihm vorgaukelt, schon zahlreiche Affären (deren Details sie dem Archiv ihres Vaters, der als Privatdetektiv tätig ist, entnimmt) gehabt zu haben...
Allein schon durch die Umkehrung des aus vielen Geschichten bekannten Prinzips, daß die Verruchtheit sich als Unschuld ausgibt, wird dieser Film zu einem besonderen Vergnügen. Trotzdem gilt Ariane - Liebe am Nachmittag vielfach als keines der stärksten Werke Wilders. Besonders oft bemängelt wird die Besetzung der männlichen Hauptrolle mit Gary Cooper; nun ist zwar einzuräumen, daß Wilders eigentliche Wunschbesetzung Cary Grant noch besser gewesen wäre (eine Vorstellung davon vermittelt Stanley Donens hinreißender Charade - übrigens auch ein toller Parisfilm - in dem Audrey Hepburn und Cary Grant gemeinsam zu erleben sind), aber immerhin war Cooper als Hauptdarsteller an zwei Klassikern von Wilders Vorbild Ernst Lubitsch beteiligt (und außerdem auch noch an dem von Lubitsch produzierten Desire), was eigentlich schon deutlich genug zeigt, daß er keineswegs die Fehlbesetzung war, als die er oft bezeichnet wird. Audrey Hepburn ist ihrerseits so bezaubernd wie immer, und auch Maurice Chevalier (während der 30er Jahre einer der Stammschauspieler Lubitschs) verkörpert Arianes Vater mit unwiderstehlichem Charme. Doch nicht nur durch seine Besetzung erinnert der Film stark an Lubitsch: auch stilistisch ist Wilder seinem Vorbild in Love in the Afternoon wohl besonders nahe gekommen und hat ein mit Wort- und Bildwitz (man denke nur an die Geigen im Dampfbad!) gleichermaßen gespicktes Meisterwerk geschaffen, das einerseits so frivol ist, wie ein Film in den prüden 50ern überhaupt sein konnte, und das trotzdem eine schwebende Eleganz und Leichtigkeit besitzt, die den romantischen Komödien unserer Tage vollkommen fehlt. Tatsächlich gehört Ariane - Liebe am Nachmittag zu meinen liebsten Filmen Billy Wilders und gefällt mir persönlich sogar besser als der viel berühmtere Manche mögen's heiß.

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1 HJ 2014 Sämtliche Filme


Aus dem laufenden Kinoprogramm:

Le Passe' Ashgar Farhadi grandios bis meisterhaft
Das finstere Tal Andreas Prochaska sehenswert
Nymphomaniac I Lars von Trier hochinteressant
Nymphomaniac. II Lars von Trier hochinteressant
The Grand Budapest Hotel Wes Andersson grandios bis meisterhaft
Her Spike Jones mehr als sehenswert
Boyhood Richard Linklater grandios bis meisterhaft

Erstmals bei einem Festival

Il rosso e Il blu Gioseppe Piccione nicht sehenswert



Im österreichischen Filmmuseum

Wiedergesehen:

Rear Window Alfred Hitchcock meisterhaft Hilfsausdruck
Marnie Alfred Hitchcock trotz Mängel mehr als grandios
Otto e mezzo Federico Fellini meisterhaft
Il buono, il brutto, il cattivo Sergio Leone meisterhaft

Erstmals gesehen

Confessione di un comissario di polizia al procuratore della republicca Damiano Damiani grandios
Io ho paura Damiano Damiani enttäuschend
Z Costa Gavras sehenswert
Il gattopardo Luchino Visconti meisterhaft
Il deserto rosso Michelangelo Antonioni fordernd aber meisterhaft
Le journal d'une femme de chambre Luis Bunuel grandios bis meisterhaft
Le genou de Claire Eric Rohmer grandios



Bei der langen Nacht der Programmkinos

Wiedergesehen:

Paradies: Liebe Ulrich Seidl mehr als grandios

Erstmals gesehen

Paradies: Glaube Ulrich Seidl sehenswert
Paradies: Hoffnung Ulrich Seidl sehenswert


Volxkino, ein Freiluftkino dort erstmals gesehen

Monsieur Verdoux Charlie Chaplin trotz Staubschicht grandios
Nebraska Alexander Payne sehenswert


Abseits des Kinos

Wiedergesehen

Per qualche dollaro in piu' Sergio Leone mehr als grandios
Anatomy of a Murder Otto Preminger mehr als sehenswert

Erstmals gesehen

Per un pugno di dollari Sergio Leone ein wenig enttäuschend
Jagten Thomas Vinterberg aufwühlend, grandios
Die Wand Julian Pölsler sehenswert
Le deuxieme soufflé Jean-Pierre Melville meisterhaft


Nach dem Vorbild anderer (z.B. Short Cut) habe nun auch ich eine Gesamtliste hier reingestellt.
Sie dient primär mir selbst, damit ich die Übersicht behalte.

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quarterly results 2 / 2014


die besten filme des zweiten quartals. wohlgemerkt nur des zweiten quartals. die des ersten sind im letzten ftb-eintrag

10.
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09.
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08.
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07.
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06.
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05.
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04.
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03.
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02.
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01.
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Wu Ji


Wu Ji (Chen Kaige/China/Südkorea/USA/2005)


Mit gut 9 Jahren Verspätung habe ich nun endlich Chen Kaige's viel Gescholtenes Fantasy-"Epos" gesehen.
Zuerst möchte ich sagen das ich Leute die mit dem Film nichts anfängen können, ihn lächerlich und schlecht finden durchaus verstehen kann. Asiatisches Kino findet zwar in den letzten Jahren bei uns ein etwas breiteres Publikum und bekommt auch viele DVD-Veröffentlichungen, ein Werk wie "Wu Ji" ist dann trotz allem doch sehr speziell für westliche Gewohnheiten und kann nicht jedem gefallen(aber auch erfahreneren Asien-Fans muss der Film natürlich keinesfalls gefallen). Chen Kaige ist ja schon ein alter Haudegen und hat immerhin absolute Klassiker wie "Farewell My Concubine" auf dem Konto, trotzdem muss man sich fragen was ihn hier teilweise geritten hat. Auch ich hatte nach den ersten Minuten schon den Eindruck das meine schlimmsten Befürchtungen wahr werden. So wirkte alles auf mich sehr penetrant und etwas billig, die dramatische Geschichte, die Farben und auch die Kamera. Von den grottigen Computereffekten ganz zu schweigen (die werden auch nicht mehr viel besser im Laufe des Films). Wenn man dann auch eher mit einem Historien-Film rechnet ist man nach wenigen Minuten schon etwas am verzweifeln und kratzt sich am Kopf. Wenn man "Wu Ji" dann aber als das sieht was er ist, nämlich ein recht trashiger und durchgeknallter, mit Dramatik angereicherter Fantasy-Film, dann kann man durchaus seinen Spass haben. So steht der Film schon irgendwie ein wenig in der Tradition älterer und beliebter HK-Fantasy Klassiker. Da ich seit jeher solche Filme vergöttere hatte ich doch noch meine kleine Freude mit "Wu Ji", auch wenn er sicherlich nicht großartig ist.

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A stench from the trench


The return of the vampire (1944)

Ein Werwolf ist der Diener des titelgebenden Untoten, der sich später als Armand Tesla herausstellen soll. Der rumänische vampirgewordene Vampirforscher belästigt kurz nach dem 1. Weltkrieg die Familie Saunders, speziell deren kleine Tochter. Pädophilie, ick hör Dir trapsen. Glücklicherweise gibt es in London nicht so viele Friedhöfe, weshalb der Vampir schnell gefunden ist. Die Wissenschaftler wissen dank ihrer Mikroskope natürlich, daß man ihm einen Sporn ins Herz treiben muß, was auch den Werwolf von seinem Fluch erlöst und ihn zu einem guten Laborgehilfen umfunktioniert.
Bei DEM Titel ist das aber natürlich nicht alles. Zwanzig Jahre später wird bei einem Luftangriff London bombardiert. Dem exponierten Vampirleichnam wird unwissentlich von gutmeinenden Grabschauflern wieder Leben eingehaucht oder was Vampire dafür halten. Der auferstandene Jesus Vampir hat nichts anderes zu tun, als seinen alten Gehilfen Wulffi wieder unter seine Kontrolle zu bringen, um dem inzwischen nicht mehr ganz so blutjungen Mädel nachzustellen. Dafür gibt er sich als entflohener KZ-Häftling aus, denn die Wissenschaftler sind auch begeisterte Widerstandskämpfer. Gefahr droht, daß sich die Vampirseuche innerhalb von London ausbreiten wird; einige enge Freunde der Familie weisen bereits Bißspuren am Hals auf.

Der Film beginnt schon einigermaßen irrwitzig. Der aufbrausende Werwolf und der dunkelmunkelnde Vampir passen nur sehr bedingt zusammen in einen Film. Das Auftreten von niedlichen Kindern und Hunden in der Eröffnung läßt auch nichts Gutes vermuten. Und in der Tat ist die Präsentation der Filmkulissen zwar stimmungsvoll, aber das Handeln der Personen ist mehr als einmal augenbrauenhebend. In gewisser Weise imitiert der Film, obwohl von Columbia produziert, den Untergang der Universal-Monsterfilme, die zeitgleich versuchten, ihre Erfolgswelle mit Filmen der Marke Frankenstein's Sohn und der Unsichtbare treffen die Werwolfmumienfrau zu verlängern. Erfolglos, wie wir jetzt wissen.

Dieses Schicksal hätte auch The return of the vampire blühen können. Glücklicherweise hat der Exil-Deutsche Kurt Neumann am Drehbuch mitgearbeitet und so wird, wie schon in Invisible Agent, recht geglückt der Weltkrieg eingeflochten, der gerade am anderen Ende der Welt tobte. In der Tat ist die Figur des Dracula hier als Kriegssymbol lesbar. Er ängstigt die Familie am Ende des ersten Weltkrieges, ist 20 Jahre abwesend, um dann nach einem Nazi-Bombenangriff aufzuerstehen. Nicht nur daß: er unterwandert auch die englische Bevölkerung inmitten von London, indem er sich als geflohener KZ-Häftling ausgibt, den er zuvor beseitigen ließ. Die Angst vor der verführerischen Macht der Nazi-Spione; aus heutiger Sicht schwer nachvollziehbar, aber zumindest in Zeitdokumenten häufig virulent.
Wir wissen leider nicht, was aus diesem Film geworden wäre, wenn Neumann, dem wir The Fly und Rocketship-XM verdanken, die Regie geführt hätte. Vermutlich hätte er die Geschichte straffer erzählen können, mit weniger hirnverbiegenden Schlenkern. Aber auch so lohnt sich ein Blick auf den Film allemal.

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Geburtenhelfer


Lärmend zu Tode gedacht dem beliebigen Schicksal verschwatzten Suizids erlegen.

"Odd Thomas"

Fußnote:
Jeff & Jenny ergehen sich darin, unablässig, geradezu redundant das Immergleiche in Worthülsen zu kleiden, obschon es zu Anfang noch Worte waren, die sie benutzten, aber letztlich doch nur zur schattenhaften Bemäntelung irgendeines Zwecks sich erniedrigen konnten, angesichts des nicht enden wollenden Rekapitulierens ein und der selben Vorstellung, die, gedreht und gewendet, wahlweise um ein Gramm Wahrheit erleichtert und durch ein trügerisches Kilo beschwerend ergänzt lediglich geringfügig Korrekturen im Satzbau nachträglich notwendig erscheinen ließ.


FRANCES HA
Zwischen Bildern durchgelatschter Sohlen, an den Rändern festgehalten, in einem zitternden Moment, flattern ihre Lippen. Ein wenig unpassend, weil nicht präzise austariert, zertritt sie den Zweifel. Ihr argloses Wesen - entfärbt und aufgesetzt. Das Leben vor ihr....lasziv entblättert sich's, ungeschickt. Hie und da, knotig verbunden, ein brüchiger Huf, fuchtelnder Ärmel zzgl. Arm. Nicht sie bestimmt das Ende, ein Anderer tut es.

BROKEN CIRCLE
Dem Vergessen abhold. Eingraviert in tiefere Schichten der Haut. Wiedergeburten flammen darin auf. Zu spät? Zu keiner Zeit.

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Jahresrückblick 2013


Nun liegt mein letzter Tagebucheintrag auch schon wieder fast ein halbes Jahr zurück, und so schließt sich an die Halbjahresbilanz auch gleich mein Jahresrückblick 2013 an. Derzeit bleibt mir wenig Zeit für eine umfangreichere Forumsaktivität. Filme sehe ich nach wie vor recht viele, und bin seit geraumer Zeit ehrenamtlich selbst zu einem Kino-Mitgestalter geworden (was viel Zeit bindet aber auch Spaß bereitet). Der Austausch über gesehene Filme geschieht dabei stärker denn je im Kreise Gleichgesinnter vor Ort. Dennoch herzliche Grüße meinerseits hier in die Runde.


Mein Jahresrückblick 2013


Mein beeindruckendstes FILMERLEBNIS 2013:
  • Die Nibelungen (Fritz Lang)
Ein wahrlich „großer“ DVD-Abend im Freundeskreis bescherte mir mit dem monumentalen Stummfilm-Zweiteiler von Fritz Lang mein stärkstes Filmerlebnis 2013. Schon lange vor mir hergeschoben kamen „Die Nibelungen“ durch Anregung eines Freundes ganz unverhofft auf das österliche Festtagsfilmprogramm. Ein großes Epos in ausdrucksstarken sepiagefärbten Bildern unglaublicher Tiefenschärfe, unentrinnbar erzählt und inszenatorisch aufgetafelt. Die theatralisch agierenden Schauspieler der ganz simpel reduzierten Figuren steigerten die epische Wirkung ebenso wie die Kulissen und Kostüme sowie die eindringliche Filmmusik, der beim Stummfilm standesgemäß eine große Rolle zukommt, aber hier für mich einen der wichtigsten Bausteine für das Gelingen von „Die Nibelungen“ darstellt. Die hin und wieder sehr charmant eingefügten „kleinen“ Trickeffekte ordneten sich ganz selbstverständlich der Geschichte unter (umso erbärmlicher wirken dagegen die meisten der heutigen Effekt-Filmmonster) und eine tolle Entdeckung auf den zweiten Blick sind die kunstvoll verzierten und figurenzugeordneten Initialen der Zwischentitel. Alles in allem ein wahrhaft großartiger Film.



10 weitere ältere ENTDECKUNGEN
(alphabetisch)
  • 12 Uhr Mittags (Fred Zinnemann)*
  • Bändigung des Feuers (Daniil Jakowlewitsch Chrabrowizki)
  • Calendar (Atom Egoyan)
  • Extrablatt (Billy Wilder)
  • The Haunting – Bis das Blut gefriert (Robert Wise)
  • My Son, My Son, what have you done (Werner Herzog)
  • Roter Psalm (Miklos Jancso)
  • Shoah (Claude Lanzmann)
  • Tanz der Vampire (Roman Polanski)
  • Wenn der Klempner kommt (Peter Weir)
* Wiederentdeckung des Jahres



GROSSE RETROSPEKTIVE:
Alfred Hitchcock

Schon lange stand Meister Hitchcock in meiner Warteschlange umfangreich aufzuarbeitender Filmemacher, dieses Jahr schlug nun seine große Stunde. Ausschlaggebend war übrigens der Film „Hitchcock“ mit Anthony Hopkins Anfang des Jahres. 45 Filme von Alfred Hitchcock konnte ich von Frühjahr bis Herbst 2013 sehen und kenne damit nun insgesamt 46 seiner Filme (einzig „Der Mieter“ hatte ich von den zuvor schon bekannten Filmen nicht wiederholt). Nur 7 Filme aus seiner britischen Phase sind mir nun noch unbekannt (und vermutlich meist auch vernachlässigbar). Unerwarteter Weise ist Hitchcock doch ein Filmemacher der mir insgesamt sehr liegt, das war mir anfangs gar nicht so klar. Nur selten konnte er mich mit seinen Filmen nicht wenigstens im Grundsatz gewinnen (Sklavin des Herzens, Der zerrissene Vorhang, Marnie) und gar nur einen einzigen Film halte ich für richtig misslungen (Nummer Siebzehn). Aus seiner Stummfilmzeit schätze ich vor allem „The Ring – Der Weltmeister“ (den „Blancanieves“ dieses Jahr ironisch zitiert), „The Lodger – Der Mieter“ und „Blackmail – Erpressung“. Letzteren rechne ich persönlich noch den Stummfilmen zu (ich habe auch zuerst die Stummfilmfassung geschaut), Truffaut zählt ihn bereits zu den Tonfilmen, da Hitchcock durch den Nachdreh einiger Szenen ein zweite Fassung mit Ton schuf. Bei den Tonfilmen aus Hitchcocks britischem Schaffen sind meine Favoriten „Eine Dame verschwindet“, „Mord – Sir John greift ein“ und „Jung und unschuldig“.
Wie für viele andere auch stellt die „amerikanische Ära“ für mich die Zeit von Hitchcocks größtem filmischen Schaffen dar, und da besonders die Periode von „Der Fremde im Zug“ (1951) bis „Psycho“ (1960), aus der dann auch meine am meisten geschätzten Hitchcock-Filme stammen, ohne die vielen anderen tollen Filme schmälern zu wollen.
Schönstes Sichtungserlebnis in meiner Hitchcock-Retrospektive war ohne Zweifel die Wiederaufführung von „Die Vögel“ im Kino anlässlich des 50. Jahrestages seiner deutschen Kinoerstaufführung im September, eine Veranstaltung an der ich letztlich selbst aktiv beteiligt war.
Und endlich hab ich „Vertigo“ vollständig sehen können. Vor mehr als 10 Jahren war ich schon einmal zu diesem Film im Kino, nur leider war da die zerschlissene Kopie kurz vor Ende unreparabel gerissen und blieb mir die finale Auflösung schuldig. Ein echtes Trauma, das ich nun überwunden habe. ;-)

Meine Hitchcock Top 5 (ungeordnet):
  • Das Fenster zum Hof
  • Psycho
  • Immer Ärger mit Harry
  • Vertigo
  • Der unsichtbare Dritte


KLEINE RETROSPEKTIVE:
Apichatpong Weerasethakul

Neben Hitchcock gab es nur noch Platz für eine weitere kleine Retrospektive, in der ich mich mit Sichtung von 5 Langfilmen an den geheimnisvollen Magier Apichatpong Weerasethakul und seine meditativen Erzählungen, Geister und Seelenwanderungen näher herangetastet und vor allem (die zuvor schon bekannten) „Uncle Boonmee“ und „Tropical Maladay“ gemocht habe.



Anregende TRIPLE FEATURES:
Fett markiert ist mein jeweiliger Favorit, bis auf die Dolan-Reihe ist das immer der älteste/erste der drei Filme.


Margarethe von Trotta & Barbara Sukowa
Die bleierne Zeit | Rosa Luxemburg | Hannah Arendt

Reha Erdem
Bes Vakit - Times and Winds | Hayat Var - My only Sunshine | Jin

Nikita Michalkow
Die Sonne, die uns täuscht | Die Sonne, die uns täuscht - Der Exodus | Die Sonne, die uns täuscht - Die Zitadelle

Ulrich Seidl
Paradies: Liebe | Paradies: Glaube | Paradies: Hoffnung

Richard Linklater & Julie Delpy & Ethan Hawke
Before Sunrise | Before Sunset | Before Midnight

Xavier Dolan
I Killed my Mother | Herzensbrecher | Laurence Anyways

Bela Tarr (Frühwerk)
Csaladi Tyzfeszek - Family Nest | Szabadgyalog - The Outsider | Panelkapcsolat - The Prefab People



FESTIVALFILME 2013 & PREVIEWS 2014

Starke Eindrücke, mit zeitlichem Abstand Gewachsenes, formal Bestaunenswertes, lobenswert Gewagtes, im Festivalstress Festgebissenes, Sympathisches, …

Warm up:
  • Chemi sabnis naketsi - A Fold in my Blanket (Zaza Rusadze, Georgien)
  • Geograf globus propil - Der Geograf, der den Globus austrank (Aleksandr Veledinsky, Russland)
  • Imagine (Andrzej Jakimowski, Polen)
  • Jin (Reha Erdem, Türkei)
  • Mandariinid - Mandarinen (Zaza Urushadze, Georgien/Estland)
  • Soguk - Cold (Ugur Yücel, Türkei)
Die Warm Ups ließen sich noch um einige weitere von mir sehenswert eingeschätzte Filme erweitern, müssen an dieser Stelle aber genügen, um die Aufzählung nicht beliebig lang werden zu lassen. Festivalfilme, die 2013 auch einen offiziellen deutschen Kinostart hatten, finden sich hier nicht wieder, sondern in der Rubrik „Kinostarts“. Über die Platzierungen in der Top 10 bin ich mir noch nicht ganz sicher, sollte aber den aktuellen Moment gut genug widerspiegeln. Der Platz 1 steht recht sicher, das „Kätzchen“ habe ich im Anflug einer noch recht nachhaltigen Sympathie gerade bis auf die 2 vorgeschoben, „Fynbos“ aus den Warm ups hervorgeholt und gegen den guten aber noch recht frischen Eindruck von „Imagine“ getauscht.

10. Fynbos (Harry Patramanis, Südafrika)
09. El Ultimo Elvis (Armando Bo, Argentinien)
08. Soshite chichi ni naru - Like Father, Like Son (Hirokazu Kore-eda, Japan)
07. Kinderwald (Lise Raven, USA)
06. Papusza (Joanna Kos-Krauze, Polen)
05. Tian zhu ding - A Touch of Sin (Jia Zhang-Ke, China/Japan)
04. Salvo (Fabio Grassadonia, Italien)
03. Uroki Garmonii - Harmony Lessons (Emir Baigazin, Kasachstan/BRD)
02. Das merkwürdige Kätzchen (Ramon Zürcher, BRD)
01. W Imie ... - Im Namen des (Malgorzata Szumowska, Polen)



KINOSTARTS 2013

Warm up:
  • La Grande Bellezza (Paolo Sorrentino, Italien)
  • Gravity (Alfonso Cuaron, USA)
  • Io sono Li - Venezianische Freundschaft (Andrea Serge, Italien)
  • Shadow Dancer (James Marsh, Großbritannien/Irland)
  • Sightseers (Ben Wheatley, Großbritannien)
  • La vie d’Adèle - Blau ist eine warme Farbe (Abdellatif Kechiche, Frankreich)
Ich bin positiv von „La Grande Bellezza“ und „Gravity“ überrascht worden. Hätte letzterer die selbstgefällige Quasselstrippe George Cloney eher rausgekickt, hätte der Top10-Potential. „Sightseers“ besitzt den größten Sympathie-Bonus, ich fand den ungemein schön böse und musste den einfach unter den Warm ups würdigen. „La vie d’Adèle“ könnte auf lange Sicht noch am meisten wachsen, im Vergleich fand ich Kechiches „Couscous mit Fisch“ noch stärker, der damals zudem das Kunststück vollbracht hatte, mich in einen Film dermaßen stark zu involvieren, bei dem ich nach einem Drittel Spielzeit schon beinahe entnervt gegangen wäre. Das deutsche Kino findet sich dieses Jahr nicht wieder, sehr gefallen haben mir aber Thalheims „Eltern“ oder auch „Finsterworld“.

10. The Broken Circle Breakdown (Felix van Groeningen, Belgien)
09. Pozitia copilului - Mutter und Sohn (Calin Peter Netzer, Rumänien)
08. Dupa dealuri - Jenseits der Hügel (Cristian Mungiu, Rumänien)
07. Csak a szél - Just the Wind (Benedek Fliegauf, Ungarn)
06. Take this Waltz (Sarah Polley, Kanada)
05. Blancanieves (Pablo Berger, Spanien)
04. Alois Nebel (Tomas Lunak, Tschechien/BRD)
03. The Congress (Ari Folman, Israel)
02. Laurence Anyways (Xavier Dolan, Kanada)
01. Paradies: Liebe, Glaube, Hoffnung (Ulrich Seidl, Österreich)

Größtes Highlight 2013 war für mich Ulrich Seidls „Paradies“-Trilogie als Gesamtwerk, als Einzelfilm gefiel mit der eröffnende „Liebe“ am meisten, gefolgt von „Hoffnung“ und mit etwas Abstand dann „Glaube“. Ich habe Ulrichs demontierenden, schonungslosen Blick auf eine Art Menschenzoo sehr fasziniert verfolgt. Als Einzelfilme betrachtet hätten sie sich nicht ganz an der Spitze wiedergefunden.
Da wäre dann „Laurence Anyways“ mein Jahresfavorit geworden - ein großer Film über eine große Beziehung. Zwei unglaublich gute Darsteller (großartig: Melvil Poupaud, noch großartiger: Suzanne Clement) ringen mit- und umeinander. Intensität die schmerzt, oder in unvergessliche Szenen gipfelt (Stichwort: Filmball). Xavier Dolan feiert das Kino, wie nur wenige es dieses Jahr zu feiern wussten. Er ist Epigone von Pedro Almodovar und Wong Kar-Wai zugleich.
„The Congress“ ist nicht ganz so stark wie „Waltz with Bashir“, aber mich hat der anregende kreative Trip sehr berührt, so dass mir das mitunter bemängelte Zuviel an Spielerei nicht negativ auffiel. Ausgehend von einer wehmütig stimmenden Betrachtung über den Niedergang der Filmindustrie, in der echte Darsteller und echtes Handwerk durch die Digitalisierung ersetzt werden, weitet Folman den Blick auf die Gegenwart/Zukunft der Menschheit, die immer fremdgesteuerter irgendwelchen flüchtigen Idealen folgt und das reale Umfeld weder wahrnehmen noch werten kann/will. Wie schon in „Waltz with Bashir“ ist der Wechsel von Real- und Animationsszenen sehr gelungen kombiniert und eröffnet eine weitere Ebene für den Film.
„Alois Nebel“ war im vergangenen Jahr mein Festival-Favorit, den ich vor wenigen Tag noch gleich zwei weitere Male im Kino sah. Der per Rotoskopie-Verfahren entstandene kontrastreiche Schwarzweiß-Animationsfilm faszinierte mich jedes Mal aufs Neue mit seinen kleinen nicht „drüberanimierten“ sondern kaum wahrnehmbaren noch realen Details.
Die kleine Renaissance des Stummfilmes geht mit dem bezaubernden „Blancanieves“ weiter, eine spanische Schneewittchen-Hommage, die ihre Heldin in der Stierkampfarena der bösen Stiefmutter aussetzt. Ich habe dieses ironiebewusste Spielen mit dem Grimmschen Märchenstoff sehr in seiner Erzählung als auch seiner Form sehr genossen.
Sehr gemocht habe ich auch Sarah Polleys zweiten Film „Take this Waltz“, erneut ein sehr reifes Werk mit viel Gespür für Rhythmus, Musik und Gefühle, ein bittersüßer melancholischer Liebesfilm, sehr fein in warmen und lichtdurchfluteten Bildern und mit einem starken Soundtrack eingefangen. Michelle Williams ist wieder einmal richtig großartig.


Abschließend meine FLOPS 2013:
05. Der Schaum der Tage
04. Papadopoulos & Söhne
03. Der Tag wird kommen
02. Nachtzug nach Lissabon
01. Fliegende Liebende (Ohje, Pedro!)

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MHT: The Hound of the Baskervilles


Magical History Tour - 1939

The Hound of the Baskervilles
[USA 1939 - Regie: Sidney Lanfield - DT: Der Hund von Baskerville]

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THE HOUND OF THE BASKERVILLES war der Startschuss für eine Reihe von Holmes-Verfilmungen, die mit Basil Ruthbone in der Rolle des Meisterdetektivs und mit Nigel Bruce in der Rolle dessen Partners Dr. Watson besetzt wurden. Vordergründig ist das Werk ein Krimi, bleibt aber ohne Anleihen aus dem Horrorfilm nicht aus, was bei der Handlung auch sehr richtig ist, dreht sich diese doch um eine Familiensaga, in der ein großer, blutrünstiger Hund für mehrere Morde an Erben der Baskerville-Familie verantwortlich gemacht wird. Lanfields Film hält sich nicht sklavisch an die Vorlage von Conan Doyle, womit nicht nur die kaum unvermeidbaren Kürzungen gemeint sind, sondern auch gewisse kleine Abänderungen, die in den meisten Fällen aber nur Unwichtigkeiten betreffen. Viele der B-Film-hafteren späteren Werke der vierzehnteiligen Reihe, die vornehmlich von Roy William Neill realisiert wurden, haben mir zwar besser gefallen, als diese etwas glatt geschliffene Fassung, doch Spaß gemacht hat es trotzdem, endlich einmal einen Abstecher per Filmbild nach Dartmoor zu machen, diesem düsteren Fleck, welcher Geheimnisse hortet und von verdächtigen Personen bevölkert wird, die das gesamte kombinatorische Können Sherlock Holmes' herausfordern. Kein unentbehrliches Stück zwar, gerade dann, wenn einem das Buch bereits bekannt ist, doch ebenso wenig schadet es, sich die 1939er Version anzuschauen.

B

A Hervorragend
B Gut
C Für Fans

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Mal wieder Zeit für Filme... Fortsetzung


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Unter einer Fortsetzung stelle ich mir ehrlich gesagt was anderes vor. Warum hat man nicht erzählt, wie es mit der guten Dame aus Teil I weitergeht? Da wären so manche Punkte, die man sehr gut hätte aufgreifen können, Stichworte Jagd nach ihr wegen einem Polizistenmord oder Fortsetzung von Männermorden aus Hass auf das Geschlecht á la "Baise Moi" oder was weiß ich...

Aber das hier ist einfach eine "Neu"-auflage, wo die Geschichte nur nochmal mit einer anderen Frau, anderen Männern, einer neuen Location und mit neuen Tötungsvarianten erzählt wird. Hat für mich null Reiz einer Fortsetzung.


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Einer der besten Filme die ich dieses Jahr gesehen habe. Passt von vorne bis hinten, hat eine starke Dramaturgie und ist erstaunlich spannend, obwohl der Augang für niemanden neu sein dürfte. Die Frau kann einfach gute Filme drehen und einen an den Sessel (oder die Couch) fesseln.
Eine große Sehempfehlung meinerseits an alle die ihn noch nicht gesehen haben.



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