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One Night Stands und wahre Liebe


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SHANGHAI EXPRESS


SHANGHAI EXPRESS SHANGHAI EXPRESS (DVD: SZ Cinemathek, Deutschland)
(OT: Shanghai Express | USA 1932 | Regie: Josef von Sternberg)

Infos zum Film:
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Im titelgebenden Zug trifft die sagenumwobene Prostituierte Shanghai Lily (Marlene Dietrich) auf den Militärarzt Doc Harvey (Clive Brook), ihre große Liebe aus längst vergangenen Tagen. Als der Zug von Rebellen gestoppt und Harvey als Geisel genommen wird, muss die unterkühlte Schönheit eine Entscheidung treffen, die ihr und Harveys Leben für immer verändern kann.
SHANGHAI EXPRESS ist der vierte von insgesamt sieben Filmen, die der österreichische Regisseur Josef von Sternberg mit Marlene Dietrich in der Hauptrolle inszeniert hat. Und SHANGHAI EXPRESS ist in erster Linie eines: Eine Liebeserklärung an eine der größten Leinwanddiven, die Hollywood je hatte.
Die Story von SHANGHAI EXPRESS ist im Endeffekt purer Kitsch, eine klassische Romanze vor dem Hintergrund des chinesischen Bürgerkriegs und sicher keine Geschichte, die den Zuschauer großartig fesseln könnte. Es ist tatsächlich die Art der Inszenierung, die SHANGHAI EXPRESS zu etwas Besonderem macht. Von Kameramann Lee Garmes in teils atemberaubend schönen Bildern fotografiert, wickelt SHANGHAI EXPRESS den Zuschauer ebenso um seinen Finger, wie es die wunderschöne und - insbesondere zur damaligen Zeit - mit einem alles andere als moralisch einwandfreien Ruf ausgestattete Protagonistin mit ihren Mitreisenden tut. Marlene Dietrich umgibt in diesem Film eine Aura, eine fast mystische und auch ungemein erotische Ausstrahlung, der man sich als Zuschauer unmöglich entziehen kann. Nur knapp 80 Minuten dauert die Reise im Shanghai Express, die selbstverständlich in einem erlösenden Happy End endet. Man hätte sich als Zuschauer gerne noch weitaus länger mit Marlene Dietrich in dieses Zugabteil gesetzt.
Ob dieser Film übrigens wenige Jahre später noch so gedreht hätte werden können? Ich wage es zu bezweifeln. Der 1934 installierte Production Code hätte eine Prostituierte als Identifikationsfigur und Heldin in einem Spielfilm sicher nicht zugelassen.

CLIP:


Josef von Sternberg Marlene Dietrich 1930er Oscar Winner Oscar Nominee Femme fatale Rache Pre Code


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MASH


MASH MASH (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: MASH | USA 1970 | Regie: Robert Altman)

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In MASH begleitet Regisseur Robert Altman eine Truppe von Ärzten und Sanitätern, die während des Koreakrieges in einem Lazarett mit Hilfe von chaotischem Humor versuchen, ihren Verstand zu behalten.
Auf einen typischen Plot mit großartigem Spannungsbogen verzichtet Altman dabei ebenso wie auf das Zeigen von kriegerischen Aktivitäten. MASH kommt episodenhaft daher und zeigt statt diverser Kampfhandlungen in einzelnen Sequenzen lieber verschiedenste Vorkommnisse rund um die Arbeit im Lazarett. Und dieser Job, den die Ärzte und Krankenschwestern hier erbringen, reicht auch vollkommen aus, um den Zuschauern den Wahnsinn des Krieges in teils drastischen Bilder zu vermitteln.
MASH bekämpft diesen Wahnsinn mit rabenschwarzem und teils bitterbösem Humor und zeigt so überdeutlich die komplette Absurdität des Krieges auf. Altmans faszinierende Kriegssatire genießt vollkommen zu Recht Kultstatus und gehört zu einem der wichtigsten Filme des "New Hollywood". Ein echter Meilenstein!

TRAILER:


Robert Altman Donald Sutherland Fred Williamson Robert Duvall 1970er Oscar Winner Oscar Nominee female nudity 50er Jahre Koreakrieg New Hollywood


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BATTLESHIP


BATTLESHIP BATTLESHIP (Blu-ray: Universal, Deutschland)
(OT: Battleship | USA 2012 | Regie: Peter Berg)

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Die Besatzung (u.a. Taylor Kitsch, Alexander Skarsgård, Rihanna) eines Kriegsschiffes sieht sich während einer internationalen Militärübung plötzlich mit der Tatsache konfrontiert, dass die Erde von Außerirdischen angegriffen wird. Aus der Übung wird tödlicher Ernst…

Ja, ich bin im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte und ja, mir ist vollkommen bewusst, dass Battleship objektiv betrachtet wahrscheinlich einer der größten Schwachsinns-Filme ist, die je das Licht einer Leinwand erblickt haben und nein, ich werde ihn nicht zerreißen, sondern vielmehr gnadenlos abfeiern. Denn was Regisseur Peter Berg hier abliefert, ist so komplett "over the top", dass man es beim besten Willen nicht mehr ernst nehmen kann und sich stattdessen dem eskapistischen Vergnügen einfach nur hingeben sollte. Vielleicht war das auch alles nur Satire. Diesen Gedanken finde ich gar nicht mal so abwegig.
Allein aufgrund der Vorlage zum Film - dem allseits beliebten Spiel "Schiffe versenken" - sollte jeder erahnen können, dass die einzigen Oscars, für die Battleship je hätte nominiert werden können, die im Bereich der Special Effects und des Sound Designs gewesen sein dürften, von so etwas wie schauspielerischer Leistung keine allzu große Rede sein kann und die Story des Films auf einen halben Bierdeckel passt. Und all das trifft letztendlich auch zu. Der Plot gibt nicht viel mehr her als die Vorlage und Peter Berg hat sich vor allem darum bemüht, seinen Film mit praktisch jedem Klischee anzureichern, das man aus Streifen dieser Art kennt. Wir haben die Liebesgeschichte zwischen dem rebellischen Draufgänger und der attraktiven Tochter des höchsten Vorgesetzten, der sich letztendlich im Kampf beweisen kann um so den Schwiegervater in spe doch noch von sich zu überzeugen. Wir haben die Amazone innerhalb der durchweg männlichen Besatzung, die - und hier weicht das Klischee ab - mal nicht von Michelle Rodriguez, sondern von Pop-Diva Rihanna gespielt wird (die für ihre erste Rolle erstaunlich viel Screentime abbekommen hat und ihre Sache den Umständen entsprechend ziemlich gut macht). Wir haben die erbitterten Rivalen, die im Angesicht des gemeinsamen Feindes zu Verbündeten werden. Wir haben den Vorzeige-Soldaten, der den Heldentod sterben darf. Wir haben stylishe Sonnenunter- und -aufgänge, wir haben mit Hawaii einen Schauplatz, der sich hübsch in Szene setzen lässt, wir haben den Technik-Nerd, der endlich mal zeigen kann, was in ihm steckt. Wir haben einen Score von Transformers-Komponist Steve Jablonsky, der dem Begriff "Pathos" völlig neue Dimensionen verleiht, wir haben wehende Fahnen, schwachsinnige Militär-Dialoge und im Finale auch noch eine Handvoll Veteranen, die mit ihrem titelgebenden Schlachtschiff letztendlich den Tag retten dürfen.
Aber wir haben halt auch einfach nur grandios inszenierte Actionszenen, die Battleship zu einem echten Erlebnis machen und in denen Regisseur Berg außerdem ein nahezu perfektes Gespür für Timing beweist. Hier gibt es keinen kompletten Overkill wie in so vielen Actionfilmen der jüngeren Vergangenheit, Berg lässt seinen Zuschauern Zeit zu verschnaufen und wechselt seine atemberaubenden Action Set Pieces ständig mit eher ruhigeren Sequenzen ab. Battleship rockt ganz gewaltig das Haus und macht von der ersten bis zur allerletzten Sequenz nach dem Abspann (die verdammt witzig geworden ist und natürlich Freiraum für eine potentielle Fortsetzung lässt) einfach nur diebischen Spaß. So was nennt man dann wohl ein perfektes "guilty pleasure". Fucking awesome!

TRAILER:


Peter Berg Liam Neeson Rihanna 2010er Hawaii New York Alien


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WORLD INVASION: BATTLE LOS ANGELES


WORLD INVASION: BATTLE LOS ANGELES WORLD INVASION: BATTLE LOS ANGELES (Blu-ray: Sony, Deutschland)
(OT: Battle Los Angeles | USA 2011 | Regie: Jonathan Liebesman)

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Wie aus dem Nichts wird eine Metropole nach der anderen von außerirdischen Wesen angegriffen und eingenommen. Los Angeles ist eine der letzten Großstädte, die noch nicht vollkommen in der Hand der außerirdischen Angreifer gelandet ist und es liegt allein an Sgt. Michael Nantz (Aaron Eckhart) und seinen Männern, eine feindliche Übernahme der Stadt zu verhindern...

Aliens überfallen die Welt und eine Handvoll US-Marines retten den Tag - mal wieder. Die Geschichte von World Invasion: Battle Los Angeles lässt sich in diesem kurzen Satz locker zusammenfassen. Regisseur Jonathan Liebesman hat da einen 2-stündigen Werbeclip für das US-Militär gedreht, mit den typischen Reißbrett-Figuren und ihren ebenso typischen Reißbrett-Schicksalen aus dem Baukasten "Kriegsfilme für Anfänger". Wir haben den eigentlich kurz vor dem Ausscheiden stehenden Sergeant, der einst bei einem Einsatz seine Einheit verlor und dem aufgrund dieser Tatsache nur wenig Vertrauen von seinen Männern entgegengebracht wird, wir haben den Soldaten mit der schwangeren Frau, wir haben den heldenhaften Zivilisten, der sein Leben opfert, wir haben die toughe Kampfamazone (natürlich mal wieder Michelle Rodriguez), und so weiter und so fort. Das Ganze ist mit einen nunterbrochen dudelnden Score von Brian Tyler unterlegt, für den die Bezeichnung "pathetisch" die Untertreibung des Jahres darstellen dürfte. World Invasion: Battle Los Angeles möchte ein bisschen so etwas wie Black Hawk Down mit Aliens sein - schafft das aber zu keinem Zeitpunkt. Die Action allerdings ist tatsächlich fulminant, einfach grandios inszeniert und mehr als sehenswert gefilmt. Reduziert man World Invasion: Battle Los Angeles auf seine Schauwerte, kann man ihn nur als atemberaubend bezeichnen. Dumm nur, dass die besten Actionszenen nichts nützen, wenn es einfach an der Figurenzeichnung, dem Spannungsaufbau und der Storyentwicklung hapert und man vom ständigen Dauerfeuer irgendwann einfach nur noch gelangweilt ist.

TRAILER:


Jonathan Liebesman Aaron Eckhart Michelle Rodriguez 2010er Los Angeles Alien


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MERRY CHRISTMAS MR. LAWRENCE


MERRY CHRISTMAS MR. LAWRENCE MERRY CHRISTMAS MR. LAWRENCE (DVD: Kinowelt/Arthaus, Deutschland)
(OT: Merry Christmas Mr. Lawrence | Großbritannien/Japan 1983 | Regie: Nagisa Ôshima)


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In einem japanischen Kriegsgefangenenlager zu Zeiten des 2. Weltkriegs versuchen die britischen Gefangenen (u.a. Tom Conti) einfach nur zu überleben. Als eines Tages der rebellische Jack Celliers (David Bowie) in das Lager eingeliefert wird, kommt es zwischen ihm und den japanischen Verantwortlichen (u.a. Takeshi Kitano), insbesondere dem befehlshabenden Captain Yonoi (Ryûichi Sakamoto), zu ernsthaften Machtkämpfen…

Merry Christmas Mr. Lawrence spielt in einem japanischen Kriegsgefangenenlager zu Zeiten des zweiten Weltkrieges, ist dabei aber weniger ein Kriegs- oder Gefängnisfilm, sondern viel mehr eine Studie über das Aufeinanderprallen zweier gänzlich verschiedener Kulturen. Die Japaner, für die Ehre das höchste Gut ist, und die eher bereit sind zu sterben, als ihre Ehre aufs Spiel zu setzen, treffen auf die britischen Gefangenen, denen es einzig und allein darum geht, die Gefangenschaft möglichst unbeschadet zu überstehen. Merry Christmas Mr. Lawrence erzählt nun, wie beide Parteien versuchen, sich irgendwie miteinander zu arrangieren. Der ausgesprochen ruhige Film von Regisseur Nagisa Ôshima ist mit Tom Conti, Ryûichi Sakamoto, Takeshi Kitano und insbesondere David Bowie in der Rolle des rebellischen Jack Celliers ganz vorzüglich besetzt und überzeugt durch die glaubwürdige Darstellung dieses “Culture Clashs“ und die hervorragenden Leistungen der Schauspieler. Ein Filmerlebnis der intensiveren Art. Absolut empfehlenswert!

TRAILER:


Nagisa Ôshima David Bowie Takeshi Kitano 1980er 40er Jahre


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ZUG DES LEBENS


ZUG DES LEBENS (DVD: Sunfilm, Deutschland)
(OT: Train de vie | Belgien/Frankreich/Israel/Niederlande/Rumänien 1998 | Regie: Radu Mihaileanu)

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Um dem sicheren Tod durch die Nazis zu entkommen, organisieren die Einwohner eines kleinen jüdischen Dorfes ihre eigene Deportation. In einem getarnten Zug versuchen sie, durch besetztes Gebiet bis nach Palästina zu kommen...

Der Versuch, dem Grauen der Nazizeit filmischen Humor entgegenzusetzen hat ja durchaus Tradition - man denke nur an Chaplins grandiosen Der große Diktator. Auch Regisseur Radu Mihaileanu unternimmt mit Zug des Lebens diesen Versuch und erzählt eine absurd-komische Geschichte über die jüdischen Einwohner eines kleinen Dorfes, die - um den Nazis zu entkommen - einen Zug organisieren um mit diesem nach Palästina zu flüchten. Diese Geschichte ist so warmherzig, so herrlich komisch und mit so wunderbar schrulligen Charakteren ausgestattet, dass man als Zuschauer fast vergessen könnte, vor welch schrecklichem Hintergrund sie spielt. Aber Mihaileanu holt den Zuschauer - wie es beispielsweise auch Benigni in Das Leben ist schön gemacht hat - letztendlich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Eine einzige Einstellung genügt, um aus diesem urkomischen Märchen die schreckliche Wahrheit werden zu lassen. Zug des Lebens ist einer dieser Filme, die man wohl sein Leben lang nicht mehr vergessen wird. Und das ist auch gut so. Ein ganz großartiger Film - unbedingt ansehen.

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Radu Mihaileanu 1990er female nudity 2. Weltkrieg


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HABEN UND NICHTHABEN


HABEN UND NICHTHABEN (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: To Have and Have Not | USA 1944 | Regie: Howard Hawks)

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Martinique, zu Zeiten des 2. Weltkrieges: Entgegen seiner Prinzipien, sich aus politischen Angelegenheiten herauszuhalten, lässt sich Harry Morgan (Humphrey Bogart) doch dazu überreden, mit seinem Kabinenboot einen Untergrundkämpfer auf die Insel zu schmuggeln…

Haben und Nichthaben könnte glatt als inoffizielle Fortsetzung von Casablanca durchgehen. Ähnliche Story, ähnliches Setting und in der Hauptrolle Humphrey Bogart, der erneut einen Mann spielt, der bereit ist, für eine Frau seine Prinzipien über Bord zu werfen. Von Curtiz' Klassiker ist Hawks' Film dann qualitativ aber doch ein gutes Stück entfernt. Haben und Nichthaben fehlt es an Spannung, an Atmosphäre und insbesondere an der Magie, die Casablanca zu diesem einzigartigen Meisterwerk gemacht hat. Was Haben und Nichthaben am Ende aber dann doch zu einem guten und erinnerungswürdigen Film macht, sind seine beide Hauptdarsteller. Humphrey Bogart und Lauren Bacall lernten sich bei den Dreharbeiten zu diesem Film kennen und lieben und diese perfekte Chemie zwischen den beiden ist dem Streifen in praktisch jeder gemeinsamen Szene anzumerken. Man spürt als Zuschauer regelrecht wie es zwischen Bogart und Bacall knistert und wird allein aufgrund dieser Tatsache von Haben und Nichthaben doch ziemlich gefesselt. Die eher schwache Story gerät dabei fast schon in Vergessenheit.

TRAILER:


Howard Hawks Humphrey Bogart Lauren Bacall 1940er 2. Weltkrieg Femme fatale


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EXPLOSION IN KUBA


EXPLOSION IN KUBA (DVD: MGM, Deutschland)
(OT: Cuba | USA 1979 | Regie: Richard Lester)

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Kuba, Ende der 50er Jahre: Der britische Söldner Robert Dapes (Sean Connery) wird vom kubanischen Diktator angeheuert um dessen Truppen im Kampf gegen aufständische Rebellen zu unterstützen. In Kuba angekommen, trifft Dapes nach kurzer Zeit auf Alexandra (Brooke Adams), die Frau des mächtigen Industriellen Juan Pulido (Chris Sarandon) und gleichzeitig Dapes frühere Geliebte...

Trotz einiger nicht wegzudiskutierender Längen, konnte mich Explosion in Kuba von Regisseur Lester ziemlich gut unterhalten. Der Film ist eine Mischung aus Action, Politthriller und Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der kubanischen Revolution in den 50er Jahren und überzeugt neben seinen beiden vorzüglichen Hauptdarstellern - Sean Connery und der wieder mal entzückenden Brooke Adams - insbesondere durch diese schwül-heiße Atmosphäre, die praktisch über die komplette Laufzeit vermittelt wird, und die von Kameramann David Watkin großartig eingefangenen Bilder (so manche Einstellung würde man sich am liebsten einrahmen und an die Wand hängen). Zu der schon genannten, schwül-heißen Atmosphäre gesellt sich aufgrund der Beziehung der beiden Hauptcharaktere dann zusätzlich noch eine gehörige Portion Melancholie und diese Mischung verleiht dem Film eine ganz eigene Stimmung, die mich ziemlich schnell fesseln konnte und einfach nicht mehr losgelassen hat. Das waren 120 ausgesprochen lohnenswerte Minuten.

TRAILER:


Richard Lester Sean Connery Brooke Adams Martin Balsam 1970er 50er Jahre


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TAEGUKGI


TAEGUKGI (DVD: Asia Video Publishing, Hongkong)
(OT: Taegukgi hwinalrimyeo | Südkorea 2004 | Regie: Kang Je-gyu)

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Bei Ausbruch des Krieges zwischen Süd- und Nordkorea werden die beiden Brüder Jin-tae (Jang Dong-gun) und Jin-seok (Won Bin) gegen ihren Willen zum Militärdienst eingezogen. Jin-tae entwickelt sich im Kriegsgetümmel sehr schnell zu einem begabten Soldaten, der sich immer wieder für ausgesprochen gefährliche Missionen meldet. Er hat dabei die Hoffnung, dass aufgrund seiner Heldentaten seinem kleineren Bruder die baldige Heimkehr von der Front ermöglicht wird...

Nach dem vor ein paar Wochen gesehenen Fearless das nächste Epos aus dem asiatischen Raum. Allerdings aus einem komplett anderem Genre-Bereich. Taegukgi handelt von zwei Brüdern während des Korea-Krieges und fesselt durch seine berührende Story voller Dramatik und Pathos ebenso wie durch seine ausgesprochen intensiv und spektakulär inszenierten Krieg- und Actionsequenzen. Besonders hervorzuheben an Taegukgi ist meines Erachtens dabei die Tatsache, dass Regisseur Kang Je-gyu - trotz allem vorhandenen Pathos und trotz des "Blut, Schweiß und Tränen"-Potentials seiner Geschichte - keine blinde Schwarzweißmalerei im Sinne von "böser Norden/guter Süden" betreibt, sondern vielmehr aufzeigt, welche Schäden die gemeine Bevölkerung durch diesen Krieg erlitten hat, wie tief der Stachel dieser Auseinandersetzung auf beiden Seiten bis heute sitzt und dass die Frage der Schuld im Endeffekt eine überflüssige ist. Ganz großartig ist auch das Ende des Films geraten, welches einen einzigen, großen Gänsehautmoment darstellt. Von mir gibt's auf jeden Fall eine ganz dicke Empfehlung für den Streifen.

TRAILER:


2000er Choi Min-sik Kang Je-gyu Koreakrieg 50er Jahre


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TIGERLAND


TIGERLAND (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Tigerland | Deutschland/USA 2000 | Regie: Joel Schumacher)

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Um sie auf den Kampfeinsatz in Vietnam vorzubereiten werden junge Rekruten nach "Tigerland" geschickt und dort von ihren Vorgesetzten entsprechend gedrillt. Unter den Rekruten befindet sich auch der aufmüpfige Private Bozz (Colin Farrell), dessen rebellische Ader anscheinend durch keinerlei Maßnahme gebrochen werden kann...

Mal ein etwas anderer (Anti-)Kriegsfilm. Tigerland handelt von der Vorbereitung der US-Soldaten auf den Vietnamkrieg in einem dafür eingerichteten Trainingscamp. Im Zentrum der Geschichte steht der rebellische Private Bozz - einfach grandios gespielt von Colin Farrell - der die Zeit der Ausbildung insbesondere dazu nutzt, seinen Kameraden und Vorgesetzten zu zeigen, was er von dem ganzen Unternehmen hält und dabei gleichzeitig als eine Art Rettungsengel fungiert, der definitiv nicht für den Kampfeinsatz geeignete Soldaten durch verschiedene Tricks die Heimkehr zu ihren Familien ermöglicht. Ohne auch nur eine echte Kriegshandlung zu zeigen, schafft es Regisseur Joel Schumacher mit Hilfe seines Hauptcharakters problemlos, dem Zuschauer den ganzen Irrsinn des Krieges nahe zu bringen. Teils mit Wackelkamera und Dokumentarfilm-Optik gedreht, kommt Tigerland zudem ausgesprochen realistisch und glaubwürdig rüber. Die Darstellung der Ausbildung ist teils so intensiv, dass man als Zuschauer schon fast vergessen könnte, dass sich die Rekruten in einem Trainingscamp befinden, sondern sich immer wieder dabei ertappt, davon überzeugt zu sein, die Protagonisten befänden sich bereits mitten im Kriegsgebiet. Ein wirklich absolut sehenswerter Streifen.

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Joel Schumacher Colin Farrell 2000er female nudity 70er Jahre Vietnamkrieg


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DIE CAINE WAR IHR SCHICKSAL


DIE CAINE WAR IHR SCHICKSAL (DVD: Columbia TriStar, Deutschland)
(OT: The Caine Mutiny | USA 1954 | Regie: Edward Dmytryk)

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Nach seinem Abschluss an der Militärakademie wird der junge und noch unerfahrene Willis Keith (Robert Francis) zu Zeiten des 2. Weltkriegs der praktisch aus lauter alten Haudegen (u.a. Van Johnson, Fred MacMurray, José Ferrer) bestehenden Schiffscrew der Caine zugewiesen. Insbesondere mit der scheinbar allzu lässigen Einstellung des Kapitäns Challee (E.G. Marshall) hat Keith seine Probleme und ist aus diesem Grund zunächst sehr erfreut, als Challee durch den strengeren Lt. Cmdr. Queeg (Humphrey Bogart) ersetzt wird. Doch Queeg beginnt schon sehr bald damit - insbesondere in Drucksituationen - bedenkliche Eigenheiten zu entwickeln...

So, gleich noch einen weiteren, mir ebenfalls bis jetzt unbekannten Klassiker hinterher geschoben. Mit Filmen dieser Art kann ich wohl wirklich praktisch gar nichts falsch machen. Auch Die Caine war ihr Schicksal ist wieder ein leuchtendes Beispiel für großes Schauspielkino, spannend und packend inszeniert. In Edward Dmytryks Mischung aus Kriegs- und Justizdrama geht es um die Frage um blinden, militärischen Gehorsam und dessen Folgen bzw. den Folgen der Nichtbeachtung desselben. Der Film lebt natürlich hauptsächlich von seinen großartigen Darstellern. Humphrey Bogart als etwas seltsamer Captain, Robert Francis als zunächst übereifriger Neuankömmling an Bord der Caine sowie Van Johnson und Fred MacMurray als erfahrene Haudegen überzeugen in ihren Rollen allesamt auf ganzer Linie und machen somit aus Die Caine war ihr Schicksal wahrlich ein im Gedächtnis bleibendes Filmerlebnis,

TRAILER:


Edward Dmytryk Humphrey Bogart Lee Marvin 1950er Oscar Nominee 2. Weltkrieg


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ABBITTE


ABBITTE (DVD: Universal, Deutschland)
(OT: Atonement | Frankreich/Großbritannien 2007 | Regie: Joe Wright)

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England im Jahr 1935: Weil ihre Fantasie mit ihr durchgeht, beschuldigt die 13 Jahre alte Briony Tallis (Saoirse Ronan) Robbie Turner (James McAvoy), den Freund ihrer älteren Schwester Cecilia (Keira Knightley), ihre Cousine Lola (Juno Temple) vergewaltigt zu haben. Robbie wird unschuldig verurteilt, landet im Gefängnis und wird dadurch von Cecilia getrennt. Als ihm bei Ausbruch des 2. Weltkriegs ein Angebot auf Haftverschonung gemacht wird, wenn er dafür in den Militärdienst tritt, nimmt er dieses an...

Typisches Oscar-Material. Im Gegensatz zu dem vor kurzem gesehenen Million Dollar Baby ist die Aussage dieses Mal aber eher negativ zu verstehen. Abbitte bietet Kitsch in Hochglanzbildern und hat mit Keira Knightley und James McAvoy zwei Hauptdarsteller am Start, die mir in diesem Streifen viel zu gekünstelt und bemüht wirkten. Zudem nervte Saoirse Roman in der Rolle der jungen Briony Tallis maßlos - die Oscar-Nominierung für diese Darbietung halte ich für einen schlechten Witz. Einigermaßen gerettet hat den Streifen für mich der unerwartete Plottwist, der mich tatsächlich ziemlich kalt erwischt hat und die negativen Aspekte zuvor fast in Vergessenheit geraten ließ.

TRAILER:


Joe Wright Keira Knightley 2000er Oscar Winner Oscar Nominee 2. Weltkrieg 30er Jahre 40er Jahre


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NUR DREI KAMEN DURCH


NUR DREI KAMEN DURCH (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: From Hell to Victory | Frankreich/Italien/Spanien 1979 | Regie: Umberto Lenzi)

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Paris, im Sommer des Jahres 1939: Sechs Freunde (George Peppard, Horst Buchholz, George Hamilton, Ray Lovelock, Jean-Pierre Cassel und Anny Duperey) unterschiedlicher Nationalitäten feiern ausgelassen in einem Café den Ausgang eines Ruderwettbewerbs. Nach diesem Tag wird jeder von ihnen wieder in die Heimat aufbrechen, doch die Freunde verabreden sich zu einem erneuten Treffen nach genau einem Jahr. Doch bevor es zu diesem Treffen kommen kann, funkt ihnen der Ausbruch des 2. Weltkriegs dazwischen...

So, gleich noch einen Streifen vor dem Hintergrund des 2. Weltkriegs hinterher geschoben. Von Regisseur Umberto Lenzi hatte ich praktisch einen lupenreinen Exploitation-Film erwartet, wurde aber sehr schnell eines besseren belehrt. Nur drei kamen durch - übrigens ein ganz großartiger (Achtung: Ironie!) deutscher Titel, der gleich mal verrät, wie viele der Freunde es denn zum vereinbarten Treffpunkt schaffen werden; hätte nur noch eine Tagline mit den Namen auf dem deutschen Plakat gefehlt - ist weniger ein reiner Kriegsfilm, sondern in erster Linie ein Film über Freundschaft und die Konflikte, die sich ergeben, wenn aus Freunden plötzlichen Feinde werden müssen. So wirklich fesselnd ist der durchaus namhaft besetzte Film - neben den in der Inhaltsangabe schon genannten Darstellern geben sich auch noch Capucine und Howard Vernon die Ehre - allerdings nicht geraten. Da haben sich dann doch schon einige Längen eingeschlichen, wer von den Freunden es letztendlich schaffen ist auch relativ schnell vorhersehbar und bei den Kriegs- und Action-Szenen merkt man dem Streifen dann leider auch sein wohl relativ geringes Budget an. Alles in allem zwar einigermaßen unterhaltsam, aber kein Film, den man uneingeschränkt weiter empfehlen könnte.

Umberto Lenzi Capucine 1970er 30er Jahre 40er Jahre 2. Weltkrieg Paris Macaroni Combat


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AGENTEN STERBEN EINSAM


AGENTEN STERBEN EINSAM (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Where Eagles Dare | Großbritannien/USA 1968 | Regie: Brian G. Hutton)

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Unter Leitung des britischen Majors Jonathan Smith (Richard Burton) und des amerikanischen Lieutenants Morris Schaffer (Clint Eastwood) wird eine Spezialeinheit während des 2. Weltkriegs auf eine gefährliche Mission in die Alpen gesandt. Dort sollen sie aus einem hoch in den Bergen gelegenen Schloss einen in die Gefangenschaft der Deutschen geratenen General befreien...

Seit ich Tarantinos Inglourious Basterds Ende letzten Jahres zum ersten Mal gesehen habe, ist die Lust auf die Wieder- bzw. Neuentdeckung entsprechender Vorbilder extrem gewachsen. Mit Agenten sterben einsam hab ich mir nun einen alten Bekannten herausgepickt, den ich allerdings schon viele Jahre nicht mehr zu Gesicht bekommen habe. Brian G. Huttons Kommandofilm steht in bester Tradition mit dem ein Jahr früher entstandenen Das dreckige Dutzend und dürfte in meinen Augen zu einem der besten "Men on a mission"-Movies - wie Tarantino sie trefflich bezeichnet hat - zählen. Der Streifen wird zwar eindeutig von dem fast übergroß erscheinenden Richard Burton dominiert, aber Clint Eastwood schlägt sich in der Rolle der zweiten Geige dennoch hervorragend. Mit Mary Ure gibt es zudem noch einen wirklich nett anzusehenden Love Interest zu bewundern und über fehlende Action und Spannung kann man sich auch nicht wirklich beklagen. Agenten sterben einsam dürfte wohl eines der längsten Finale der Filmgeschichte aufweisen. Dieses zieht sich - zumindest gefühlt - fast über die komplette zweite Hälfte des immerhin fast 150 Minuten langen Films und wem es bei dieser geballten Präsentation von Attraktionen am laufenden Band langweilig werden sollte, ist wohl sprichwörtlich tatsächlich im falschen Film gelandet. Ich möchte nun nicht soweit gehen und Agenten sterben einsam als Exploitation bezeichnen, aber ein gewisses Potential ist durchaus vorhanden.

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Ingrid Pitt Clint Eastwood Richard Burton Brian G. Hutton 1960er 2. Weltkrieg 40er Jahre


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AUSTRALIA


AUSTRALIA (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Australia | Australien/Großbritannien/USA 2008 | Regie: Baz Luhrmann)

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Kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs reist Lady Sarah Ashley (Nicole Kidman) nach Australien um dort ihren als Viehhändler tätigen Ehemann zur Rede zu stellen da sie ihn des Ehebruchs verdächtigt. Als sie nach langer und beschwerlicher Reise endlich gemeinsam mit dem wortkargen Viehtreiber Drover (Hugh Jackman) auf den Ländereien ihres Mannes angekommen ist, muss sie allerdings feststellen, dass dieser ermordet wurde. Offensichtlich auf Geheis des skrupellosen Viehbarons Carney (Bryan Brown), der sich auf diese Weise einen unliebsamen Konkurrenten vom Hals schaffen wollte...

Regisseur Baz Luhrmann konnte mich bereits mit Romeo + Julia und Moulin Rouge! voll und ganz überzeugen und so hatte ich auch bei Australia nicht die geringsten Bedenken. Ich hatte mir ein visuelles Glanzstück erhofft, einen Film in der Tradition klassischer Hollywood-Epen wie beispielsweise Doktor Schiwago oder Vom Winde verweht, mit großen Schauspielern, einer eindrucksvollen Kulisse, viel Drama, viel Abenteuer, viel Spannung und große Gefühle. Und was soll ich sagen: Genau das habe ich auch bekommen. Klasse Film!

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Baz Luhrmann Nicole Kidman Hugh Jackman 2000er Oscar Nominee female nudity 2. Weltkrieg Australien


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EIN HAUFEN VERWEGENER HUNDE


EIN HAUFEN VERWEGENER HUNDE (DVD: Koch Media, Deutschland)
(OT: Quel maledetto treno blindato | Italien 1978 | Regie: Enzo G. Castellari)

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Frankreich, zu Zeiten des 2. Weltkriegs: Nachdem einer Handvoll straffällig gewordener amerikanischer Soldaten (u.a. Bo Svenson, Fred Williamson und Peter Hooten) die Flucht vor der eigenen MP gelungen ist, plant der ungleiche Haufen sich in die kriegsneutrale Schweiz durchzuschlagen und trifft dabei auf französische Partisanen, welche die Flüchtlinge mit einer Spezialeinheit verwechseln, die den Deutschen den Sprengkopf einer gefährlichen Bombe abjagen soll...

Was für ein Fest. Enzo G. Castellari macht mit Ein Haufen verwegener Hunde definitiv keine Gefangenen. Inspiriert durch Streifen wie Das dreckige Dutzend oder auch Stoßtrupp Gold schickt Castellari eine bunt zusammengewürfelte Truppe auf ein actionreiches Abenteuer zu Zeiten des 2. Weltkriegs. Überraschend ist die beeindruckende Umsetzung des Streifens. Sicher, gerade im Finale sind einige Modelle auch eindeutig als solche zu identifizieren, aber ansonsten sieht das alles richtig gut und aufwendig aus. Da selbstverständlich auch ein gewisses Exploitation-Potential vorhanden ist (Stichwort: Nackte Frauen mit Waffen), der Streifen ein ordentliches Tempo vorlegt, es nicht gerade selten an allen Ecken und Enden knallt und kracht und auch die Darstellerriege um Bo Svenson, Raimund Harmstorf und den wieder mal saucoolen Fred Williamson vollends zu überzeugen weiß, kann man als Fan entsprechender Genrekost mit diesem Streifen definitiv nichts falsch machen.

TRAILER:


1970er Fred Williamson Bo Svenson Enzo G. Castellari female nudity Macaroni Combat 2. Weltkrieg


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INGLOURIOUS BASTERDS


:love: INGLOURIOUS BASTERDS :love: (Blu-ray: Universal, Großbritannien)
(OT: Inglourious Basterds | Deutschland/USA 2009 | Regie: Quentin Tarantino)

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Frankreich, zu Zeiten des 2. Weltkriegs: Lt. Aldo Raine (Brad Pitt) formt eine Spezialeinheit (u.a. Eli Roth, Til Schweiger) deren einziges Ziel es ist, Nazis zu töten. Gleichzeitig schmiedet auch die dem Nazi-Oberst Horst Landa (Christoph Waltz) vor wenigen Jahren knapp entkommene Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent), deren kleines Kino in Paris als Uraufführungsort für den neuesten Propagandafilm der Deutschen ausgewählt wird, einen Racheplan...

So gut wie keine Heimkinoveröffentlichung habe ich so sehr herbeigesehnt wie die von Inglourious Basterds, Tarantinos neuestem Geniestreich. Hatte ich den Streifen doch im Kino - aufgrund fehlender O-Ton-Vorstellungen in meiner Region - verpasst und musste mich bis zur jetzigen Veröffentlichung gedulden. Und das Warten hat sich gelohnt. Tarantino trifft einfach mit jedem seiner Filme meinen Geschmack und begeistert mich immer wieder aufs Neue. Da bin ich - ich habe es bei meinem Eintrag zu Zack and Miri Make a Porno im Hinblick auf Kevin Smith schon geschrieben - gerne Fanboy. Auch Inglourious Basterds ist wieder - vielleicht nicht so offensichtlich wie beispielsweise Kill Bill oder Death Proof - eine Liebeserklärung des Regisseurs an das (Genre-)Kino, wirkt dabei aber nicht ganz so "aufdringlich" (ich setze den Begriff absichtlich in Anführungszeichen, weil ich ihn im Hinblick auf die beiden vorgenannten Filme nicht negativ verstanden haben will). Grandiose Dialoge, diese für Tarantino typischen Szenarien und Stilmittel, eine Vielzahl magischer Momente (wie hammermäßig geil ist denn bitte der Schluss geraten!?!) und eine wirklich herausragende Besetzung machen Inglourious Basterds zu einem absoluten Highlight und schon nach der Erstsichtung heiße ich den Streifen im Kreis meiner Lieblingsfilme herzlich willkommen. Und eines noch, auch wenn es schon wirklich so gut wie überall zu lesen stand: Christoph Waltz ist wirklich einfach nur unglaublich gut.

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Quentin Tarantino Eli Roth Daniel Brühl Christoph Waltz Til Schweiger Brad Pitt Diane Kruger Bo Svenson Mike Myers 2000er Oscar Winner Oscar Nominee 2. Weltkrieg Rache Paris


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ELSA FRAULEIN SS


ELSA FRAULEIN SS ELSA FRAULEIN SS (DVD: Shriek Show/Media Blasters, USA)
(OT: Elsa Fräulein SS | Frankreich 1977 | Regie: Patrice Rhomm)


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Um die deutschen Offiziere auf dem Weg zur Front bei Laune zu halten, werden sie auf der Zugfahrt von Elsa (Malisa Longo) und ihren Prostituierten begleitet. Doch die Frauen haben nicht nur die Aufgabe die Männer zu unterhalten, sie sollen potentielle Deserteure und Verräter entlarven, mit denen dann kurzer Prozess gemacht werden soll...

Innerhalb der vielen Untergenres des Exploitation-Films gehört das Subgenre der Naziploitation sicher zu den Umstrittensten. Der wohl unbestrittene Klassiker dieses streitbaren Subgenres dürfte die deutsch-amerikanische Co-Produktion Ilsa, She Wolf of the SS aus dem Jahr 1975 sein, in dem Dyanne Thorne in der Rolle der titelgebenden Hauptfigur sämtliche Grenzen des guten Geschmacks und der Political Correctness sprengte. Ansonsten zeichnen insbesondere die Italiener und die Franzosen für so einige Knaller des Genres verantwortlich. Aus Frankreich stammt dann auch Elsa Fräulein SS von 1977, dessen Titelfigur wohl nicht von ungefähr einen ähnlichen Namen wie die von Dyanne Thorne zwei Jahre früher verkörperte Folterbraut trägt. Diese Namensähnlichkeit ist dann aber auch das einzige, was diese beiden Filme gemeinsam haben. Elsa Fräulein SS ist ein mit reißerischem Titel ausgestatteter, stinklangweiliger und vollkommen harmloser Film, der zu Zeiten des zweiten Weltkriegs spielt. Die Story ist unlogisch und hanebüchen, die Darsteller durch die Bank relativ mies (am ehesten kann tatsächlich noch Malisa Longo in der Rolle der Elsa Ackermann überzeugen) und exploitatives Potential ist so gut wie gar nicht vorhanden. Ein unterdurchschnittlicher Film für die Tonne.

CLIP:


2. Weltkrieg female nudity 1970er Patrice Rhomm Malisa Longo Sexploitation Nazisploitation


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KEINE ZEIT FÜR HELDENTUM


KEINE ZEIT FÜR HELDENTUM (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Mister Roberts | USA 1955 | Regie: John Ford/Mervyn LeRoy/Joshua Logan)

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Die Besatzung eines im Pazifik liegenden Marinefrachters bekommt vom 2. Weltkrieg so gut wie nichts mit, sondern langweilt sich vielmehr zu Tode. Vom herrischen Kapitän Morgan (James Cagney) getriezt, müssen die gelangweilten und genervten Männer ständig unsinnige Arbeiten verrichten. Insbesondere Lt. Doug Roberts (Henry Fonda) hat die Nase gestrichen voll. Er will unbedingt an die Front und quält seinerseits den Kapitän mit immer neuen Versetzungsgesuchen. Der denkt allerdings nicht daran, diesen Gesuchen zuzustimmen…

Für Keine Zeit für Heldentum von Regisseur John Ford möchte ich an dieser Stelle eine klare Empfehlung aussprechen. Der Streifen ist eine wirklich herrliche Komödie, die zu Zeiten des 2. Weltkriegs spielt und mit einer wunderbaren Besetzung aufwarten kann. Basierend auf einem Theaterstück ist auch dieser Film vor allem großes Schauspielerkino und Henry Fonda, James Cagney, William Powell und Jack Lemmon überzeugen auf ganzer Linie und machen aus dem Streifen einen wunderbaren und nie langweilig werdenden Spaß. Jack Lemmon wurde für seine wirklich hervorragende Leistung dann auch mit dem Oscar für die Beste Nebenrolle ausgezeichnet. Wer beispielsweise den vier Jahre später entstandenen Unternehmen Petticoat mochte, dürfte auch mit Keine Zeit für Heldentum nichts verkehrt machen.

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Jack Lemmon Henry Fonda James Cagney Joshua Logan Mervyn LeRoy John Ford 1950er Oscar Winner Oscar Nominee 2. Weltkrieg


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MALÈNA


MALÈNA MALÈNA (DVD: Spectrum, Südkorea)
(OT: Malèna | Italien/USA 2000 | Regie: Giuseppe Tornatore)


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Ein kleines sizilianisches Dorf zu Zeiten des zweiten Weltkriegs: Sie ist die schönste Frau im ganzen Dorf und wenn sie mit stolz erhobenem Haupt durch die Straßen schreitet, richten sich alle Blicke auf sie. Auch der junge Renato (Giuseppe Sulfaro) wird irgendwann auf Malèna (Monica Bellucci) aufmerksam und von diesem Zeitpunkt an kann er seine Augen nicht mehr von der schönen Frau lassen. Unbemerkt folgt er ihr auf Schritt und Tritt, in seiner Fantasie malt er sich aus wie es wäre, mit ihr zusammen zu sein. Als jedoch die Nachricht das Dorf erreicht, dass Malènas Ehemann im Krieg gefallen ist, muss Renato hilflos mit ansehen, wie der stolzen Schönheit von der weiblichen Dorfbevölkerung immer mehr Missgunst und Hass entgegenschlägt...

Natürlich ist Malèna auf den ersten Blick insbesondere eine Glorifikation des wirklich perfekten Körpers der wunderschönen Monica Bellucci. Für gut 100 Minuten ist Monica Bellucci die wohl schönste Frau, die man sich überhaupt vorstellen kann und ja, der Film lohnt sich schon allein wegen dieser unzähligen, einfach nur wundervollen Ansichten dieser absoluten Traumfrau. Aber Malèna ist mehr, es ist ein Film über das Erwachsenwerden, ein Film über den Zauber der Fantasie, eine Liebeserklärung an das Kino und auch ein Film über Neid, Misstrauen, Missgunst und Hass. Es ist also keineswegs alles eitel Sonnenschein in diesem kleinen sizilianischen Dorf zu Zeiten des zweiten Weltkriegs. Neid und Misstrauen der weiblichen Dorfbevölkerung gegenüber dieser unglaublich schönen Frau, welche die Blicke sämtlicher Männer auf sich zieht, verwandelt sich - spätestens nach der Nachricht, dass Malènas Mann im Krieg gefallen ist - in Missgunst und offenen Hass, da die Frauen des Dorfes nun Angst um ihre Männer bekommen. Wie Malènas Leben dadurch langsam zerstört wird und wie die ehemals stolze Frau immer mehr zerbricht ist schon ziemlich schwer zu verdauen und will so gar nicht zu den sonst so schönen Bildern des Films passen. Selten zuvor habe ich mir ein Happy End so sehr herbeigesehnt wie hier und ich bin froh, dass Regisseur Giuseppe Tornatore auf ein solches auch nicht verzichtet hat. Am Ende gibt es dann auch eine der schönsten Szenen des ganzen Films zu bewundern, wenn es nämlich zwischen Renato - hervorragend gespielt von Giuseppe Sulfaro - und Malèna zur ersten, realen Berührung kommt.

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Giuseppe Tornatore Monica Bellucci 2000er Oscar Nominee female nudity 2. Weltkrieg 40er Jahre


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THE AFRICAN QUEEN


THE AFRICAN QUEEN (DVD: Columbia TriStar/Carlton, Frankreich)
(OT: The African Queen | Großbritannien/USA 1951 | Regie: John Huston)

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Afrika zu Zeiten des ersten Weltkriegs. Der Priester Samuel Sayer (Robert Morley) leitet gemeinsam mit seiner Schwester Rose (Katharine Hepburn) eine Mission, die von Charlie Allnut (Humphrey Bogart), dem ebenso gutmütigen wie trinkfesten Kapitän eines kleinen Dampfbootes, der "African Queen", alle paar Wochen mit dem Notwendigsten versorgt wird. Nach dem Einzug deutscher Truppen in dieses Gebiet verstirbt der Priester und Rose bleibt alleine zurück. Charlie Allnut bietet ihr an, sie mit seinem Boot zurück in die Zivilisation zu bringen. Rose nimmt dieses Angebot gerne an, hat aber ein anderes Ziel im Auge…

Mal kein Wiederentdecken, sondern die Erstsichtung eines großen Klassikers. Und diese wundervolle Mischung aus Abenteuer, Komödie und Love Story hat nicht lange gebraucht, um mich in ihren Bann zu ziehen. Spätestens als sich Rose auf das Boot von Charlie begibt und Katharine Hepburn und Humphrey Bogart auf absolut eindrucksvolle Art und Weise ihrem Schauspielberuf nachgehen, hat mich The African Queen nicht mehr losgelassen. Denn wie der sonst so coole Bogart hier den schon fast hilfslosen Bootskapitän gibt, der sich von der dominanten Katharine Hepburn herumkommandieren lässt und irgendwann verzweifelt feststellen muss, dass er auch noch Gefühle für seine sture Passagierin entwickelt, ist schon ganz große Klasse. Ich freue mich jetzt schon auf zukünftige Sichtungen dieses tollen Films.

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John Huston Humphrey Bogart Katharine Hepburn 1950er 1. Weltkrieg Oscar Nominee Oscar Winner 10er Jahre


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APOCALYPSE NOW


:love: APOCALYPSE NOW :love: (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Apocalypse Now | USA 1979 | Regie: Francis Ford Coppola)

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Losgelöst von sämtlichen Befehlen hat Colonel Kurtz (Marlon Brando) während des Vietnamkrieges im benachbarten Kambodscha eine Art Privatarmee aufgebaut und ein wahres Schreckensregiment errichtet. Captain Willard (Martin Sheen) bekommt den geheimen Auftrag, den hochdekorierten Colonel zu finden und auszuschalten...

Schon wieder ein Lieblingsfilm über den ich hier schreibe. Und das ist er schon seit vielen Jahren. Das Geräusch anfliegender Hubschrauber, die ersten Klänge von "The End", ein ganzer Waldstrich geht im Bombardement in Flammen auf, danach immer wieder Überblendungen zwischen Kriegshandlungen und dem auf einem Bett liegenden und offensichtlich von Erinnerungen gequälten Captain Willard - bereits die ersten Minuten von Apocalypse Now erzeugen reine Gänsehaut. Und die Gänsehaut kommt im weiteren Verlauf des Films immer wieder - es gibt fast schon zu viele erinnerungswürdige Szenen und magische Momente. Je länger die Fahrt Willards dauert, desto intensiver wird auch die Wirkung des Films. Ich denke nicht, dass der ganze Irrsinn des Krieges jemals beeindruckender oder hypnotischer dargestellt wurde als hier. Ich lege mich fest - Apocalypse Now gehört neben Kubricks Full Metal Jacket und Stones Platoon zu den drei besten (Anti-)Kriegsfilmen aller Zeiten und holt im internen Wettstreit eindeutig die Goldmedaille.
An die längere Redux-Version habe ich mich übrigens - obwohl sie schon Ewigkeiten im Regal steht - immer noch nicht rangetraut. Ich liebe den Film einfach so wie ich ihn kenne und habe irgendwie Angst vor einer Enttäuschung.

TRAILER:


Laurence Fishburne Vietnamkrieg Oscar Nominee female nudity Oscar Winner 1970er Dennis Hopper Francis Ford Coppola Martin Sheen Marlon Brando Robert Duvall Harrison Ford New Hollywood


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MACHTLOS


MACHTLOS (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Rendition | USA 2007 | Regie: Gavin Hood)

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CIA-Analyst Douglas Freeman (Jake Gyllenhaal) wird Zeuge eines Selbstmordattentats in Ägypten, bei dem sein unmittelbarer Vorgesetzter getötet wird. Der Anschlag galt eigentlich dem mit den USA zusammenarbeitenden Verhör- und Folterspezialisten Abasi Fawal (Yigal Naor), einem hochrangigen Polizeioffizier. Freeman wird aufgrund mangelnder Alternativen vor Ort zum befehlshabenden Agenten befördert und wird schon bald Zeuge der fragwürdigen Verhörmethoden Fawals. Der nimmt nämlich den ägyptischen Chemiker Anwar El-Ibrahimi (Omar Metwally) in die Mangel. Laut CIA-Aufzeichnungen soll dieser in Kontakt mit den für den Anschlag verantwortlichen Terroristen stehen und wurde aus diesem Grund kurzerhand von den amerikanischen Behörden gekidnappt. Und während El-Ibrahimi verzweifelt versucht seine Unschuld zu beteuern, stößt dessen schwangere Frau Isabella (Reese Witherspoon) zu Hause in den USA auf erhebliche Widerstände auf der Suche nach ihrem plötzlich verschwundenen Ehemann...

Regisseur Gavin Hood hat sich ein nicht gerade leichtes Thema für seinen Polit-Thriller vorgenommen und über weite Strecken ist die Umsetzung des Streifens in meinen Augen auch sehr gelungen. Ohne großartig zu kommentieren wird der Irrsinn beider Seiten ziemlich schonungslos aufgezeigt. Egal ob es nun die Terror-Paranoia der USA ist, die dazu führt, dass ein offensichtlich unschuldiger Mann aufgrund eines wagen Verdachts und seiner Herkunft fast zu Tode gefoltert wird oder ob es das Terrorcamp ist, in dem junge Menschen für die "gute" Sache gewonnen und in den sicheren Tod geschickt werden, während die eigentlichen Drahtzieher der Durchführung des geplanten Anschlags aus sicherer Entfernung beiwohnen. Lediglich das "Happy End" verwässert die vorherige Neutralität etwas.
Spoiler
Das ungute Gefühl im Magen, welches der Film zuvor - insbesondere durch die schonungslose Darstellung der Vorgehensweise im Verhör - hervorgerufen hat, bleibt unbeachtet dessen aber bestehen.

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Meryl Streep Reese Witherspoon Jake Gyllenhaal Gavin Hood 2000er Afrika


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A BRIDGE TOO FAR


A BRIDGE TOO FAR (DVD: MGM, Großbritannien)
(OT: A Bridge Too Far | Großbritannien/USA 1977 | Regie: Richard Attenborough)

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Mit der "Operation Market Garden" wollten die Alliierten im September 1944 eigentlich einen weiteren, wichtig Schritt zur Beendigung des 2. Weltkriegs machen. Doch bei der überhastet geplanten Operation kam es schon nach kurzer Zeit zu erheblichen und nicht vorhergesehenen Schwierigkeiten...

A Bridge Too Far von Richard Attenborough ist einer dieser großen, fast schon epischen Kriegsfilme, gespickt mit Weltstars (u.a. Sean Connery, Dirk Bogarde, James Caan, Michael Caine, Gene Hackman, Anthony Hopkins, Laurence Oliver und Maximilian Schell) und wahrlich beeindruckend photographiert. Es geht um eine Aktion der Alliierten im 2. Weltkrieg, mit der strategisch wichtige Brücken erobert und so ein überraschendes Vorstoßen in das geschwächte Deutsche Reich ermöglicht werden sollte. Mit für einen Film dieser Art erstaunlich wenig Pathos und relativ nüchtern erzählt Regisseur Attenborough dieses Kapitel der Kriegsgeschichte und genau diese nüchterne Erzählweise und die eindringlichen Bilder sind die große Stärke des Streifens. Da findet kein Abfeiern der einen und kein Verdammen der anderen Seite statt, da wird vielmehr der Finger in die Wunde einer überhastet geplanten Aktion gelegt, die im Endeffekt in einem regelrechten Desaster endete. Aber so authentisch und intensiv der Film einerseits auch ist, er kam mir andererseits doch ziemlich sperrig vor. Die fast 3 Stunden vergingen alles andere als im Flug und streckenweise hatte A Bridge Too Far schon mit deutlichen Längen zu kämpfen. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass es sich bei Attenboroughs Film um einen absolut sehenswerten Genrevertreter handelt.

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Ryan ONeal Robert Redford 2. Weltkrieg 1970er Richard Attenborough Sean Connery James Caan Gene Hackman Michael Caine Anthony Hopkins Laurence Oliver


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UNTERNEHMEN PETTICOAT


UNTERNEHMEN PETTICOAT (DVD: Kinowelt, Deutschland)
(OT: Operation Petticoat | USA 1959 | Regie: Blake Edwards)

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Nach einem Angriff der Japaner wird das U-Boot von Commander Sherman (Cary Grant) vor Manila schwer beschädigt. Da ein starker Versorgungsengpass herrscht, besteht für Sherman so gut wie keine Aussicht, sein U-Boot wieder flott zu bekommen. Ungeahnte Hilfe bekommt er mit dem neu seiner Besatzung zugewiesenen Lieutenant Holden (Tony Curtis), der als Versorgungsoffizier mit findigen Ideen und auf nicht gerade legalem Wege alle erforderlichen Sachen beschafft...

Herrliche Komödie von Blake Edwards zu Zeiten des 2. Weltkriegs. Nachdem Tony Curtis nach einigen Minuten seinen ersten Auftritt hatte, stellte sich bei mir ein regelrechtes Dauerlächeln ein. Der Film bietet ein wahres Feuerwerk an gelungenen Gags und spätestens als der findige Lt. Holden auch noch die fünf Frauen an Bord des U-Boots bringt verwandelte sich dieses Lächeln in herzhafte und immer wiederkehrende Lachanfälle - allein die Szene mit dem Neujahrsbraten ist einfach nur grandios. Neben Der rosarote Panther und Der Partyschreck dürfte Unternehmen Petticoat sicher zu Edwards' lustigsten Filmen zählen. Klasse!

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Blake Edwards Cary Grant Tony Curtis 1950er Oscar Nominee 2. Weltkrieg


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ABSCHIED IN DER NACHT


ABSCHIED IN DER NACHT (DVD: NEW, Deutschland)
(OT: Le vieux fusil | Deutschland/Frankreich 1975 | Regie: Robert Enrico)

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Frankreich, 1944: Um seine Frau Clara (Romy Schneider) und seine Tochter zu schützen, lässt der Arzt Julien Dandieu (Philippe Noiret) die beiden auf seinen abseits gelegenen Landsitz in der Nähe eines kleines Dorfes bringen. Dort wähnt der Arzt seine Familie in Sicherheit und wird bei einem Besuch wenige Tage später mit der schrecklichen Wahrheit konfrontiert. Deutsche Soldaten, die sich noch immer in dem Landgut aufhalten, haben seine Tochter erschossen und seine Frau bei lebendigem Leib verbrannt. Ohnmächtig vor Wut und Trauer greift Julien zu seinem alten Gewehr...

Abschied in der Nacht ist mehr als nur eine weitere Rachegeschichte, es ist ein eindringlich gespieltes - Philippe Noiret ist einfach großartig - und schwer verdauliches Drama über einen Mann, der, von Verzweiflung und Hass getrieben, seine eigenen Grenzen überwindet und für den Rache der einzig mögliche Ausweg ist. Während Julien die Täter in tödliche Fallen lockt, zeigt Regisseur Robert Enrico dem Zuschauer in zahlreichen Rückblenden - durch die auch die wieder mal hervorragende Romy Schneider zu einer angemessenen Screentime kommt - das frühere Glück des Arztes. Diese harmonischen Szenen stehen natürlich im krassen Gegensatz zu den Gewaltausbrüchen des Rachefeldzuges und machen den Streifen so noch unverdaulicher als er sowieso schon ist. Schwere, aber auch sehr sehenswerte Kost.

Robert Enrico Philippe Noiret Romy Schneider 1970er 2. Weltkrieg female nudity 40er Jahre Rache


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SCHLACHT UM MIDWAY


SCHLACHT UM MIDWAY (DVD: Universal, Deutschland)
(OT: Midway | USA 1976 | Regie: Jack Smight)

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Nur wenige Wochen nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour gelingt es den amerikanischen Sicherheitskräften, Informationen abzufangen, nach denen die japanische Armee einen Angriff auf die strategisch wichtig gelegene Pazifikinsel Midway plant. Während die Japaner sich vollkommen sicher sind, den Feind auf dem falschen Fuß zu erwischen, mobilisieren die amerikanischen Streitkräfte ihr letztes Aufgebot...

Die titelgebende Schlacht um Midway ist das Thema dieses, mit Superstars nur so gespickten Kriegsdramas von Regisseur Jack Smight. Die Besetzungsliste liest sich mit Namen wie Charlton Heston, Henry Fonda, James Coburn, Glenn Ford, Hal Holbrook, Toshirô Mifune, Robert Mitchum und Robert Wagner natürlich ganz vorzüglich, aber trotz aller Stars konnte mich der Film nicht wirklich überzeugen. Der Streifen weist in meinen Augen viel zu viele Schwächen auf. Da wäre beispielsweise die absolute Überbesetzung mit Stars, mit deren Namen zwar geworben wird, die größtenteils aber nur kleine Kurzauftritte haben und dann wieder von der Bildschwäche verschwinden. Dann hat der Subplot mit dem in eine Japanerin verliebten Soldaten komplett genervt und die Tatsache, dass auch die Japaner im Film nur Englisch gesprochen haben - wahrscheinlich um den Publikum keinen O-Ton mit UT zumuten zu müssen - fand ich alles andere als positiv und der Glaubwürdigkeit des Streifens eher abträglich. Und letztendlich muss ich auch noch die Unübersichtlichkeit der Seeschlacht bemängeln; hier wurde wohl auf Archiv- und echtes Dokumentations-Material zurückgegriffen, was schließlich dazu führte, dass ich zeitweise komplett den Überblick über das Geschehen verloren habe. Den ganzen Streifen empfand ich so als ziemlich durchschnittliche Angelegenheit.

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Robert Mitchum Toshirô Mifune Glenn Ford James Coburn Henry Fonda Charlton Heston Jack Smight Tom Selleck 1970er 2. Weltkrieg


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TROJA (Director's Cut)


TROJA (Director's Cut) TROJA (Director's Cut) (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Troy | Großbritannien/Malta/USA 2004 | Regie: Wolfgang Petersen)


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Eigentlich sind die trojanischen Prinzen Hektor (Eric Bana) und Paris (Orlando Bloom) nach Sparta gekommen, um mit den Spartanern Frieden zu schließen. Doch als sich Paris in die Königsgemahlin Helena (Diane Kruger) verliebt und diese zur Flucht nach Troja überredet, zieht er dadurch den Zorn des spartanischen Königs Menelaos (Brendan Gleeson) auf sich. Der sinnt auf Rache und zieht gemeinsamen mit den Heeren seines Bruders Agamemnon (Brian Cox), dem mächtigsten aller griechischen Könige, und mit Unterstützung des berühmten und als unbesiegbar geltenden Kriegers Achilles (Brad Pitt) in den Krieg gegen Troja...

Troja ist sicher einer der verschmähtesten Filme der letzten Jahre. Ähnliche Kritik hagelt es sonst nur für Werke von Michael Bay oder für Filme mit Vin Diesel in der Hauptrolle. Ob diese Kritik für die Kinofassung gerechtfertigt sein mag, kann ich nicht beurteilen. Die habe ich mir nie angesehen. Den 40 Minuten längeren Director's Cut fand ich allen Unkenrufen zum Trotz verdammt unterhaltsam und sehenswert. Natürlich kann man über die nicht gerade werkgetreue Umsetzung von Homers Sage diskutieren und ob Diane Kruger als Schönheitsideal Helena und Brad Pitt als unbesiegbarer Krieger Achilles die allerbeste Wahl gewesen sind, darf auch gerne angezweifelt werden. Das ändert in meinen Augen aber nichts an der Tatsache, dass Petersen hier einen kurzweiligen und nett anzusehenden Blockbuster abgeliefert hat, der vor allem mit seinen gut choreographierten und teilweise ziemlich blutigen Schlachtenszenen punkten kann. Viel mehr erwarte ich von einem Film dieser Art eigentlich auch gar nicht.

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Wolfgang Petersen Brad Pitt Diane Kruger Eric Bana Orlando Bloom Peter OToole Rose Byrne Julie Christie 2000er Oscar Nominee female nudity Antike Rache


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TRÄNEN DER SONNE (Director's Cut)


TRÄNEN DER SONNE (Director's Cut) (DVD: Sony, Deutschland)
(OT: Tears of the Sun | USA 2003 | Regie: Antoine Fuqua)

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Eine Einheit der Navy Seals unter der Leitung von Lieutenant A.K. Waters (Bruce Willis) bekommt den Befehl, die Ärztin Dr. Kendricks (Monica Bellucci), einen Priester und zwei Nonnen aus einem Flüchtlingscamp im nigerianischen Krisengebiet zu retten, bevor diese in die Hände aufständischer Rebellen fallen. Doch die Rettungsaktion gestaltet sich schwieriger als erwartet. Denn Dr. Kendricks weigert sich strikt, Waters und seinen Männern zu folgen, wenn diese nicht auch die von ihr versorgten Flüchtlinge mitnehmen...

Ich mag Fuquas Filme. Insbesondere Shooter, seinen großartigen letzten Streich, aber auch die oft verschmähten King Arthur, Training Day und The Replacement Killers haben mir richtig gut gefallen und für beste Unterhaltung gesorgt. Nun also die Erstsichtung von Tränen der Sonne und zwar gleich im Director's Cut (die Kinofassung ist mir nicht bekannt). Auch ein Film, der nicht überall Beifall geerntet hat. Ausgerechnet das auch fünf Jahre nach Erscheinen des Films noch immer krisen- und bürgerkriegsgeplagte Nigeria ist der Schauplatz für Fuquas Mischung aus Actionfilm und Kriegsdrama. Über die Frage, ob dieser Schauplatz die richtige Wahl gewesen ist und dieser ständige Krisenherd, um den sich die Industriestaaten in meinen Augen einen feuchten Dreck kümmern, unbedingt als Aufhänger für einen - auch noch offensichtlich vom Militär gesponserten - Unterhaltungsfilm dienen muss, kann man sich sicherlich streiten. Ein wenig zwiespältig finde ich persönlich das schon, insbesondere weil das US-Militär mit entsprechend viel Pathos hier mal wieder als Retter der Welt abgefeiert wird. Unabhängig von dieser Frage muss ich allerdings zugeben, dass mir Tränen der Sonne als reiner Unterhaltungsfilm verdammt gut gefallen hat. Bruce Willis ist eigentlich immer eine Bank, Monica Bellucci ist auch immer wieder gern gesehen, die Actionszenen sind gut platziert und verdienen diese Bezeichnung auch wirklich und auch über fehlende Spannung kann man sich meines Erachtens beim besten Willen nicht beklagen. Ja, ich verdränge die oben gestellte Frage einfach mal und stehe dazu, dass mich wieder mal ein Film von Fuqua begeistern konnte. Ich muss mir jetzt auch irgendwann mal Bait - Fette Beute ansehen.

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Antoine Fuqua Bruce Willis Monica Bellucci 2000er Afrika


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DER PATRIOT


DER PATRIOT (DVD: Columbia TriStar, Deutschland)
(OT: The Patriot | Deutschland/USA 2000 | Regie: Roland Emmerich)

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Der ehemalige Kriegsheld Benjamin Martin (Mel Gibson) führt ein friedliches Leben als Farmer und will von dem aufkommenden amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen die englischen Besatzer nichts wissen. Doch als sein ältester Sohn Gabriel (Heath Ledger) sich gegen seinen Willen zum Militärdienst meldet und eines Tages schwer verwundet nach Hause zurückkehrt, muss Benjamin erkennen, dass sich das Kriegsgeschehen mittlerweile unmittelbar vor seiner Haustür abspielt. Nachdem seine Farm niedergebrannt und eines seiner Kinder von dem rücksichtslosen Colonel Tavington (Jason Isaacs) kaltblütig ermordet wurde, greift Benjamin zu den Waffen...

Manche Filme rutschen mir über die Jahre einfach immer wieder durch. Der Patriot ist so ein Fall. Obwohl ich sicher keine Abneigung gegen Streifen von Roland Emmerich habe und diese größtenteils als extrem unterhaltsam empfinde, war das nun die Erstsichtung seines Historienschinkens. Über 7 Jahre stand die DVD nun schon im Regal und dürfte somit die älteste, ungesehene Scheibe in der Sammlung gewesen sein. Der Film selbst hat dann genau das geboten, was ich erwartet hatte. Eine Kriegsgeschichte voller - teilweise wieder mal extrem übertriebenem - Pathos, ein überzeugend spielendes Staraufgebot, imposante Schlachtszenen und eine kurzweilige und spannende Geschichte. Die lange Laufzeit von über 2,5 Stunden war verdammt schnell vorüber und irgendwie hab ich jetzt wieder ein bisschen Lust auf mehr Filme dieser Art bekommen.

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Heath Ledger Mel Gibson Roland Emmerich 2000er Oscar Nominee Rache 18. Jahrhundert





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