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One Night Stands und wahre Liebe


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BISHER UNVERÖFFENTLICHTE (KURZ-)KOMMENTARE - SAMMELBEITRAG NR. 3


WIR SIND DIE NACHT (Deutschland 2010, Regie: Dennis Gansel)

Der prinzipiell absolut lobenswerte Versuch, deutsches Genrekino auf die große Leinwand zu bringen. Leider bleibt es beim Versuch. Denn so wirklich überzeugen kann WIR SIND DIE NACHT von Regisseur Dennis Gansel nicht. Denn Gansel kann sich nie so wirklich entscheiden, wohin die Reise gehen soll. Die Optik des Films erinnert an BLADE & Co., in Sachen Anspruch hätte man sich gerne mit dem genialen NEAR DARK gemessen. Am Ende kommt nichts Halbes und nichts Ganzes heraus. Die Actionszenen lassen den nötigen Druck vermissen, der Geschichte fehlt es an Tiefgang um tatsächlich so etwas wie Anspruch entwickeln zu können und die Charakterisierung der 4 Vampirinnen ist sehr durchwachsen ausgefallen (während Karoline Herfurth und Jennifer Ulrich ihre Rollen tatsächlich so ausfüllen, dass man als Zuschauer eine Beziehung zu ihren Charakteren aufbauen kann, nerven Nina Hoss und Anna Fischer einfach nur maßlos). WIR SIND NACHT ist weder gut noch schlecht, weder ge- noch misslungen und so bleibt am Ende ein Film, den man wohl tatsächlich am besten als "durchschnittlich" und "nett" bezeichnen kann.


AMERICAN PSYCHO (USA 2000, Regie: Mary Harron)

Die Romanvorlage von Bret Easton Ellis adäquat zu verfilmen ist schlichtweg unmöglich. Herauskommen würde ein Film, den wegen seiner extremen Explizität in den Gewaltdarstellungen wohl keine Freigabestelle der Welt durchwinken würde.
Regisseurin und Drehbuchautorin Mary Harron hat sich zur Jahrtausendwende dennoch an den Stoff gewagt und mit AMERICAN PSYCHO eine Verfilmung des gleichnamigen Romans vorgelegt, die sich eher der komischen und satirischen Seite der Vorlage widmet. Christian Bale spielt Patrick Bateman, den Hannibal Lecter der Yuppie-Generation, dabei komplett entfesselt und Mary Harron gelingt es mit ihrem ständig am Overacting vorbeischrammenden Hauptdarsteller durchaus, den amerikanischen Albtraum der 80er Jahre - eine Wohlstandsgesellschaft am Rande des Kollapses, Menschen, die sich nur noch über Statussymbole definieren, Oberflächlichkeit als scheinbar höchstes Lebensziel - satirisch überhöht zu porträtieren. Bateman kann munter drauflos morden, muss dabei keinerlei Spuren verwischen, weil sich eh niemand für seine Taten interessiert und nicht einmal sein Anwalt, dem er all seine Morde beichtet, nimmt ihn für voll. Bateman ist ein Monster, welches sich die Gesellschaft selbst erschaffen hat und welches sie nun nicht mehr losbekommt.
AMERICAN PSYCHO strahlt in seinem ganzen Irrsinn, den er darstellt, eine klinische Kälte und eine fast schon sterile Atmosphäre aus, die ihm ganz hervorragend zu Gesicht steht und die in Verbindung mit dem ganz vorzüglichen 80er-Jahre-Soundtrack eine ganz eigene Stimmung beim Zuschauer erzeugt. Am Ende lässt Harron - ebenso wie Ellis im Buch - die Möglichkeit offen, dass die zuvor passierten Morde nur in Batemans Phantasie geschehen sind. Blickt man in die Augen der tickenden Zeitbombe, die da kurz vor dem Abspann in einer Nahaufnahme zu sehen sind, ist das allerdings nur ein schwacher Trost.


CHRISTIANE F. - WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO (Deutschland 1981, Regie: Uli Edel)

Dieses auf dem Leben der drogenabhängigen Jugendlichen Christiane Felscherinow basierende Drama von Uli Edel dürfte wohl zu den bekanntesten deutschen Filmen der 80er Jahre gehören. Regisseur Uli Edel (der gerade mal 2 Wochen vor Drehbeginn für das Objekt engagiert wurde, weil sich der ursprüngliche Regisseur Roland Klick mit Produzent Bernd Eichinger hoffnungslos überworfen hatte) gelingt mit Hilfe seiner Besetzung, die sich praktisch ausschließlich aus Laiendarstellern rekrutierte - für den Großteil der Darsteller sollte dies der erste und auch einzige Filmauftritt bleiben -, eine glaubwürdige und eindringliche Milieustudie (in Berlin dürften sie über den Film damals wohl weniger begeistert gewesen sein, wird die Stadt doch ausschließlich von ihrer hässlichen Seite gezeigt und als dunkler Moloch dargestellt), die - wenngleich sie verständlicherweise nicht frei von gewissen Klischees bleibt und der Zeigefinger zuweilen doch etwas arg erhoben wird (wobei man letzteres bei dieser Thematik dann ja auch durchaus verstehen kann) - den Zuschauer auch heute, über 30 Jahre nach Erscheinen des Films, bei der Sichtung noch einiges abverlangt.
CHRISTIANE F. - WIR KINDER VOM BAHNHOF ZOO ist kein leichter und auch definitiv kein schön anzuschauender Film und er ist dies insbesondere wegen seiner Hauptdarstellerin, der zum Zeitpunkt des Drehs des Films gerade mal 14 Jahre alten Natja Brunckhorst, die hier eine schauspielerische Leistung der Extraklasse abliefert und ohne die dieser Film nicht vorstellbar wäre. Es ist schon fast erschreckend zu sehen, wie überzeugend sie die titelgebende Christiane F. spielt und es gibt nicht wenige Momente in dem Film, in denen man fast befürchten könnte, hier hat ein Dokumentarfilmer eine versteckte Kamera aufgestellt und eine echte Drogenabhängige heimlich gefilmt. Was Natja Brunckhorst hier abliefert ist einfach nur beeindruckend und es ist mir ein Rätsel, weshalb ihr keine größere Leinwandkarriere vergönnt gewesen ist.


DER KRIEGER UND DIE KAISERIN (Deutschland 2000, Regie: Tom Tykwer)

Nach ihrem mit gerade mal 75 Minuten Laufzeit verdammt kurzen und extrem rasant inszenierten Welterfolg LOLA RENNT machten Regisseur Tom Tykwer und seine Hauptdarstellerin und damalige Lebensgefährtin Franka Potente im Nachfolgefilm auf den ersten Blick das genaue Gegenteil. DER KRIEGER UND DIE KAISERIN hat eine fast schon epische Laufzeit von 130 Minuten und ist auffällig ruhig inszeniert. Bei näherer Betrachtung unterscheidet sich DER KRIEGER UND DIE KAISERIN allerdings gar nicht so sehr von LOLA RENNT. Auch hier geht insbesondere darum, lebenswichtige Entscheidungen zu treffen und mit den Konsequenzen zu leben.
Franka Potente ist Sissi, eine Krankenschwester in einer psychiatrischen Anstalt, der nach einem Verkehrsunfall vom ehemaligen Soldaten Bodo (Benno Fürmann) das Leben gerettet wird. Nach ihrer Genesung macht sich Sissi auf die Suche nach ihrem Retter. Doch der will nicht wirklich etwas mit ihr zu tun haben.
DER KRIEGER UND DIE KAISERIN erzählt eine der ungewöhnlichsten und schönsten Liebesgeschichten, die ich seit langer Zeit gesehen habe. Auf eine wunderbar ruhige und aufgeregte Art und Weise und mit zwei Hauptdarstellern, die einfach nur perfekt miteinander harmonieren. Und diese Sequenz am Ende, in der das Thema "Loslassen" in einer Weise bebildert und dargestellt wird, die man wohl wirklich nur als einzigartig bezeichnen kann, ist eine dieser Szenen für die Ewigkeit und sorgt für pure Gänsehaut. Einfach schön!


CLASS OF 1984 (Kanada 1982, Regie: Mark L. Lester)

Von Mitte der 70er bis Ende der 80er Jahre erfreute sich das Subgenre des "Terror an der Highschool"-Films größter Beliebtheit beim Publikum und es erblickten nicht wenige Filme dieser Art das Licht der Leinwände. CLASS OF 1984 von COMMANDO-Regisseur Mark L. Lester dürfte dabei den absoluten Höhepunkt dieses kurzlebigen Subgenres darstellen. Die Zutaten für einen solchen Film waren zwar immer gleich (eine heruntergekommene Highschool, eine Bande, die diese Schule terrorisiert, eine Lehrerschaft, die sich schon längst ihrer Situation ergeben hat, eine Handvoll Schüler, die sich vorbildlich verhalten, gegen die fiese Gang aber keine Chance haben und letztendlich ein neuer Lehrer, der sich mit dem Status Quo nicht abfinden mag und der Bande den Kampf ansagt), kein anderer Streifen von damals schaffte es allerdings, diese Zutaten zu solch einem wohlschmeckenden Cocktail zu mixen, wie dieser hier. Nie war innerhalb des Subgenres ein Lehrer so idealistisch wie der von Perry King gespielte Andrew Norris, nie war ein Gangleader so fies wie der von Timothy Van Patten gespielte Stegman und nie war ein Sidekick des Bösewichts trotz unmöglicher Klamotten und gewöhnungsbedürftiger Frisur so sexy wie die von Lisa Langlois gespielte Patsy.
Natürlich kann man einen Film wie CLASS OF 1984 unmöglich für voll nehmen und natürlich ist die hier dargestellte Geschichte so hoffnungslos überzeichnet und konstruiert, dass man es niemanden verdenken kann, wenn er diesen Film heute erstmals zu Gesicht bekommt und über diesen offensichtlichen Blödsinn nur verwundert schmunzeln kann. Aber darum geht es am Ende des Tages auch nicht wirklich, denn Lesters Film ist pure Exploitation und da zählen vor allem die Schauwerte und nichts anderes. Und die sind hier wahrlich reichlich vorhanden. CLASS OF 1984 rockt mit all seinen Überzeichnungen, seinen unfassbaren Charakteren, seinem komplett durchgedrehten Finale und der Tatsache, dass inmitten dieses heillosen Chaos, das Regisseur Lester dem Zuschauer hier präsentiert, ein junger Michael J. Fox vor seinem BACK TO THE FUTURE-Durchbruch herumstolpert, einfach nur ganz gewaltig das Haus und gehört mittlerweile vollkommen zurecht zum Kreis der ganz großen Klassiker des Exploitationfilms der 80er Jahre.


BLACK OAK CONSPIRACY (USA 1977, Regie: Bob Kelljan)

In BLACK OAK CONSPIRACY kehrt ein Stuntman (Jesse Vint) anlässlich einer Erkrankung seiner Mutter nach vielen Jahren in seinen kleinen Heimatort zurück und muss feststellen, dass dort so einiges im Argen liegt.
B-Movie-Regisseur Bob Kelljan erzählt in seiner siebten und letzten Regiearbeit für die große Leinwand (danach sollte er nur noch für das Fernsehen tätig sein) eine Variante der insbesondere in den 70er Jahren ausgesprochen beliebten Geschichte des Einzelgängers, der einen scheinbar aussichtslosen Kampf gegen schwerreiche Kriminelle und einen korrupten Polizeiapparat aufnimmt.
Vergleicht man BLACK OAK CONSPIRACY jedoch mit ähnlichen Produktionen wie bspw. WALKING TALL oder FIGHTING MAD, muss man feststellen, dass Kelljans Film nicht unbedingt zu den Highlights des Genres zu zählen ist, sondern lediglich als solide Unterhaltung bezeichnet werden kann.
BLACK OAK CONSPIRACY hat insbesondere mit zwei eklatanten Schwächen zu kämpfen. Während Kelljan die Zeichnung der Gangster wirklich ganz vorzüglich geglückt ist und vor allem der korrupte Sheriff Grimes, auf wirklich unfassbar schmierige Art gespielt von Albert Salmi, eine mehr als hassenswerte Figur abgibt, ist die Besetzung des Helden mit Jesse Vint (der auch für das Drehbuch mitverantwortlich zeichnete) eher suboptimal ausgefallen (um es mal vorsichtig auszudrücken). Der von Vint gespielte Stuntman Jingo Johnson ist nämlich nicht viel mehr als ein arrogantes Arschloch, welches sich eher in die Reihe der Bösewichter hätte einreihen können und mit dem es nicht gerade leicht fällt, mitzufiebern. Die zweite Schwäche des Films ist der viel zu ruhige und langsame Storyaufbau. BLACK OAK CONSPIRACY erzählt eine einfach gestrickte Rache- und Verschwörungsgeschichte. Da wirkt ein zu bedächtigter Spannungsaufbau dann doch eher hinderlich. Bis Kelljans Film so richtig in Fahrt kommt und auf seinen wahrlich sehenswerten Showdown (der dann auch den Streifen davor retten kann, beim Zuschauer allzu schnell wieder in Vergessenheit zu geraten) zusteuert, ist leider schon die Hälfte der Laufzeit vorbei. Ein bisschen mehr Schauwerte und eine straffere Erzählweise hätten BLACK OAK CONSPIRACY sicher nicht geschadet.


THUNDERBOLT AND LIGHTFOOT (USA 1974, Regie: Michael Cimino)

Regiedebüt von Michael Cimino, der mit THUNDERBOLT AND LIGHTFOOT eine ausgesprochen schöne Mischung aus Actionkomödie, Road- und Caper- bzw. Heist-Movie auf die Leinwand gezaubert hat.
Der in die Jahre gekommene Tresorknacker Thunderbolt (Clint Eastwood) wird wegen eines einst schiefgelaufenen Coups von seinen beiden damaligen Komplizen (George Kennedy und Geoffrey Lewis) gejagt und trifft auf seiner Flucht auf den jungen Draufgänger Lightfoot (Jeff Bridges), dem er sich anschließt. Doch die beiden titelgebenden Hauptfiguren werden letztendlich doch von ihren Verfolgern gestellt und einigen sich mit diesen schließlich auf einen Deal. Der Coup von damals soll wiederholt werden...
Cimino erzählt seine Geschichte in teils wirklich atemberaubend schönen Scope-Bildern, welche die ganze Weite des amerikanischen Westens auf beeindruckende Art und Weise einfangen. Ciminos Film, der insbesondere auch eine Geschichte über Freundschaft erzählt, lebt neben seinen vier tollen Hauptdarstellern (Eastwood erneut in seiner Paraderolle als wortkarger Einzelgänger, der grandiose und für seine Leistung mit einem Oscar nominierte Bridges als unbedarfter Draufgänger, George Kennedy als Eastwoods misstrauischer und gemeingefährlicher Ex-Komplize und Geoffrey Lewis als dessen etwas einfältiger Sidekick) vor allem von seiner perfekten Mischung aus komischen, ernsten und insbesondere zum Ende hin todtraurigen Momenten. Je länger THUNDERBOLT AND LIGHTFOOT dauert, desto klarer wird es dem Zuschauer, dass die Geschichte der vier Gauner kein gutes Ende nehmen kann. Und so wandelt sich auch die Stimmung des Films, die anfänglich noch von so etwas wie fröhlicher Unbedarftheit geprägt ist, immer mehr in Richtung purer Melancholie. Hierzu passt dann auch das Finale des Films, das mit seinen letzten Szenen, die hochemotional ausgefallen sind, beim Zuschauer pure Gänsehaut erzeugt.


THE YAKUZA (Japan/USA 1974, Regie: Sydney Pollack)

Sydney Pollacks Japan-Krimi dürfte damals eine der ersten US-Produktionen gewesen sein, in der die titelgebende Gangsterorganisation aus Japan eine Rolle spielte bzw. in der ein amerikanischer Held mit dem ihm prinzipiell fremden Wertesystem der japanischen Kultur konfrontiert wurde.
In THE YAKUZA geht es um Ehre, Loyalität und Verpflichtungen und den sich aus diesem "code of honor" ergebenden Folgen, die in der vorliegenden Geschichte in Kämpfen auf Leben und Tod enden.
Dem Yakuza-Film, der im japanischen Kino eine lange Tradition hat, kann Pollack in meinen Augen dabei - mit Ausnahme der Tatsache, dass sich mit dem von Robert Mitchum souverän gespielten Harry Kilmer hier ein Außenstehender und Ausländer mit diesem "code of honor" auseinanderzusetzen hat - keine großen Neuerungen hinzufügen. So ist THE YAKUZA am Ende des Tages ein grundsolider Kriminalfilm geworden, der mit seiner ruhigen Erzählweise und einigen blutigen Auseinandersetzungen durchaus zu gefallen weiß. Allerdings hat man ähnliche Geschichten im japanischen Kino schon zuhauf und oft auch deutlich besser erzählt bekommen.


TANK GIRL (USA 1995, Regie: Rachel Talalay)

TANK GIRL ist eine dieser großen Verfehlungen der 90er Jahre. Bei einem Budget von gut 25 Mio. Dollar konnte die irre Comicverfilmung gerade mal 6,5 Mio. Dollar wieder einspielen. Für Regisseurin Rachel Talalay war dies nach FREDDY'S DEAD: THE FINAL NIGHTMARE und GHOST IN THE MACHINE die erst dritte und zugleich letzte Regiearbeit fürs Kino, fortan sollte sie nur noch fürs Fernsehen tätig sein. Hauptdarstellerin Lori Petty dürfte der Film auch mehr geschadet als genutzt haben, nach TANK GIRL war sie nur noch in unbekannteren B-Movies und diversen TV-Serien zu sehen. Und was Naomi Watts, für die dies eine ihrer ersten größeren Kinorollen gewesen ist und die danach fast ein halbes Jahrzehnt brauchte, um erneut in Hollywood so richtig Fuß zu fassen, heute so von TANK GIRL hält, wäre sicherlich auch nicht ganz uninteressant zu erfahren.
Dabei ist TANK GIRL so herrlich abgedreht und durchgeknallt, dass es wahrlich ein Jammer ist, dass diesem Film ein größerer Erfolg versagt geblieben ist. Es wird höchste Zeit, dass dieser wunderbare Klamauk rehabilitiert wird und ich bin mir ziemlich sicher, dass TANK GIRL irgendwann einen gewissen Kultstatus erreichen wird.
Die Voraussetzungen dafür sind gegeben. In TANK GIRL ist wirklich alles - das unfassbare Overacting aller Beteiligten, die abgefahrenen Animationssequenzen, der in einer postapokalyptischen Welt angesiedelte Plot, das Kostüm- und Setdesign, usw. - so komplett "over the top", dass es mir persönlich verdammt schwer fällt, diesen Film nicht zu mögen. TANK GIRL ist Trash in Fomvollendung und rockt über gut 100 Minuten ganz gewaltig das Haus (und das nicht nur wegen des ganz vorzüglichen Soundtracks mit Künstlern wie Björk, Bush, Portishead, Ice-T und Iggy Pop). Und dann diese Musical-Sequenz mit der Variation von Cole Porters "Let’s Do It", einfach herrlich!


BARB WIRE (USA 1996, Regie: David Hogan)

Man nehme den vielleicht größten Klassiker der Filmgeschichte, drehe die Geschlechterrollen um, jage die Story einmal durch den Fleischwolf und siedle sie sodann in einer postapokalyptischen Welt an und man erhält als Ergebnis genau diesen Film hier. Aus Ingrid Bergman wird Temuera Morrison, aus Humphrey Bogart wird Pamela Anderson, aus CASABLANCA wird BARB WIRE!
Nach dem zuvor gesehenen TANK GIRL konnte ich mir als weitere Steigerung nur BARB WIRE ansehen. Es gab keine Alternative und tatsächlich geben diese beiden Filme ein perfektes Double-Feature-Programm ab. Und wie kann es eigentlich funktionieren, dass man mit BARB WIRE keinen Spaß hat? Wahrscheinlich nur, wenn man erwartet, dass Regisseur David Hogan die sicher nicht mit dem Talent zum Schauspielern geborene Pamela Anderson hier in einer Oscar-würdigen Charakterrolle besetzt und diese die ihr gestellte Aufgabe mit Bravour meistert. Wer über einen Film wie BARB WIRE richtet, dürfte zum Lachen wohl auch in den berühmten Keller gehen. Denn im Endeffekt macht David Hogan mit BARB WIRE praktisch alles richtig, was man richtig machen kann. Er verlässt sich auf die körperlichen Reize seiner Hauptdarstellerin (und verdammt, Pamela Anderson ist hier wirklich sexy wie Hölle), garniert seine spaßige CASABLANCA-Variante (ich möchte nun nicht so weit gehen, dass ich BARB WIRE als Hommage bezeichne) mit richtig gut inszenierten Actionsequenzen, unterlegt das alles mit einem rockigen Soundtrack und lässt den ganzen Streifen in ausgesprochen stylishen Bildern von Kameramann Rick Bota ablichten. Dazu noch die eine oder andere Referenz an den Film Noir und fertig ist ein Meisterwerk des schlechten Geschmacks. Filme wie BARB WIRE bezeichnet man gemeinhin als "guilty pleasure" und wenn es neben Verhoevens hervorragendem SHOWGIRLS ein weiteres "guilty pleasure" in den 90er Jahren gegeben hat, welches man einfach nur als perfekt bezeichnen kann, dann ist es dieser Film hier. G-r-a-n-d-i-o-s!!!


THE GHOST WRITER (Deutschland/Frankreich/Großbritannien 2010, Regie: Roman Polanski)

Mit THE GHOST WRITER hat Regisseur Roman Polanski einen vielleicht mitunter etwas zu arg konstruierten Verschwörungsthriller gedreht, der jedoch viel zu viele Stärken hat als das man sich über etwaige Schwächen im Plot groß aufregen sollte.
Es ist einfach schön, einen so komplett unaufgeregten Thriller zu sehen, wie diesen hier. THE GHOST WRITER hätte so oder so ähnlich auch vor vielen Jahren gedreht werden können. Polanski lässt sich viel Zeit mit der Einführung seiner Charaktere, der Erzählung seiner Geschichte und dem Aufbau von Spannung, der regelrecht schleichend voranschreitet, den Zuschauer von Minute zu Minute aber mehr in Gefangenschaft nimmt und letztendlich in einem Finale endet, welches sicher nicht mehr so schnell aus dem Gedächtnis verschwinden wird. THE GHOST WRITER ist richtig gut gelungenes, klassisches Spannungskino, mit einer ungemein dichten Atmosphäre, tollen Locations (insbesondere in den Insel-Sequenzen, die u.a. auf Sylt gedreht wurden) und einer einfach nur hervorragenden Besetzung. Neben Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Kim Cattrall und Olivia Williams sind in THE GHOST WRITER in weiteren, teils sehr kleinen Rollen Charakterköpfe wie James Belushi, Tom Wilkinson, Timothy Hutton und Eli Wallach (in seinem vorletzten Leindwandauftritt) mit von der Partie.


BAISE-MOI (Frankreich 2000, Regie: Virginie Despentes/Coralie)

BAISE-MOI ist in erster Linie mal ein Film über zwei Frauen, die in der Gesellschaft nicht mehr zurechtkommen, sich zusammentun und sich gemeinsam mit den Waffen Sex und Gewalt an der Gesellschaft rächen. So viel zur Theorie. In der Praxis könnte man BAISE-MOI auch als billigen und wenig überzeugenden Zwitter aus THELMA & LOUISE und NATURAL BORN KILLERS bezeichnen. Denn leider hat Regisseurin Virginie Despentes, die mit BAISE-MOI ihren eigenen Roman adaptiert und sich für Co-Regie und Mitarbeit am Drehbuch die französische Pornodarstellerin mit ins Boot geholt hat, nicht wirklich viel zu sagen. Die beiden Hauptcharaktere bleiben einem als Zuschauer komplett egal und es ist praktisch unmöglich in irgendeiner Weise eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. So besteht BAISE-MOI am Ende des Tages aus einer losen Abfolge expliziter Sex- und derber Gewaltszenen, die schon bald anfangen zu langweilen und die knapp 75 Minuten, die der Film gerade mal dauert, zu einer halben Ewigkeit werden lassen. BAISE-MOI möchte so gerne provokantes Arthouse-Kino sein, scheint dem Publikum mit seinen einkalkulierten Skandalszenen fast entgegenzuschreien: "Schaut her, ich bin anspruchsvolle Kunst!", bietet im Endeffekt aber nicht viel mehr als plumpe und billige Sexploitation auf unterstem Niveau. Der Einsatz der Handkamera wirkt mehr gewollt als gekonnt und der ganze Look des Streifens schwankt irgendwo zwischen Daily Soap und billigem Gonzo. Vergessenwert!


YOU KILL ME (USA 2007, Regie: John Dahl)

Nach einem verheißungsvollen Karriereauftakt Anfang der 90er Jahre mit den beiden grandiosen Filmen RED ROCK WEST und THE LAST SEDUCTION ist es ziemlich ruhig geworden um Regisseur John Dahl. YOU KILL ME aus dem Jahr 2007 stellt seine bis heute letzte Regiearbeit für das Kino dar, in den letzten Jahren war er leider nur noch als Regisseur bei diversen TV-Serien (u.a. CALIFORNICATION, BREAKING BAD, TRUE BLOOD und DEXTER) tätig. Ein Jammer, denn Dahl hat es richtig drauf, kleine aber feine Geschichten über schräge Typen zu erzählen.
Wie die Geschichte von Frank Falenczyk, der von Ben Kingsley in einer Art One-Man-Show zum Leben erweckt wird, einem Killer für die polnische Mafia, der seinen Job wegen eines Alkoholproblems nicht mehr zuverlässig ausüben kann und aus diesem Grund von Buffalo nach San Francisco zum Entzug geschickt wird. Frank arbeitet fortan in einem Bestattungsunternehmen, besucht regelmäßig die anonymen Alkoholiker und verliebt sich in die schlagfertige Laurel (Téa Leoni). Doch sein altes Leben und seine Sucht lassen ihn einfach nicht los...
YOU KILL ME ist einer dieser Filme, die man wohl einfach gerne haben muss. Dahl erzählt seine Geschichte auf ebenso ruhige wie komische Art und Weise, mit verdammt viel Dialogwitz, kuriosen Situationen und liebenswerten Charakteren. Neben dem hervorragenden Ben Kingsley ist YOU KILL ME mit Stars aus der zweiten Reihe Hollywoods wie bspw. der bereits genannten Téa Leoni, sowie Philip Baker Hall, Dennis Farina, Luke Wilson und Bill Pullman exquisit besetzt und es ist wirklich ein wahre Freude, solchen Typen vor der Kamera bei der Arbeit zuzusehen.
Und diese Sequenz, in der Ben Kingsley als Frank bei einem Treffen der AA von seinem wahren Job erzählt, lohnt schon allein die Sichtung dieses Films. Geheimtipp!


EVIL DEAD (USA 2013, Regie: Fede Alvarez)

Sam Raimis THE EVIL DEAD aus dem Jahr 1981 dürfte wohl für fast jeden Fan von Horrorfilmen so etwas wie den Heiligen Gral dieses Filmgenres darstellen. Zumindest ist er gemeinsam mit Romeros DAWN OF THE DEAD mein ganz persönlicher Heiliger Gral.
Wenn ein solcher Film dann plötzlich ein Remake spendiert bekommt, ist man wohl ebenso skeptisch wie gespannt. Ich persönlich war schon lange nicht mehr so auf einen Film gespannt wie auf EVIL DEAD von Regisseur Fede Alvarez. Und die Tatsache, dass das EVIL DEAD-Universum für Sam Raimi noch immer eine Herzensangelegenheit darstellt und EVIL DEAD von ihm höchstpersönlich, dem damaligen Hauptdarsteller Bruce Campbell und dem damaligen Produzenten Robert G. Tapert produziert wurde, ließ meine Neugierde auf den Film fast ins Unermessliche steigen.
Und die jetzige Sichtung des Remakes hat mich nicht enttäuscht. Regisseur und Drehbuchautor Fede Alvarez hat gemeinsam mit seinem Koautoren Rodo Sayagues eine nahezu perfekte Mischung aus neuen Ideen und wunderbaren Reminiszenzen ans Original gefunden. Alvarez' EVIL DEAD ist keine plumpe Nacherzählung des Originals, sondern variiert die Vorlage und erzählt eine ganz eigene Geschichte. Die Verwendung einiger ikonischer Einstellungen aus dem Original erscheint einem dabei nie als billige Kopie, sondern vielmehr als respektvolle Ehrerbietung an einen Klassiker. EVIL DEAD macht THE EVIL DEAD wahrlich keine Schande und kann in meinen Augen nur als rundum gelungenes Remake bzw. Reboot bezeichnet werden.
In Sachen Härte geht Alvarez übrigens ganz neue Wege und lotet definitiv Grenzen aus. EVIL DEAD steigert sich von Minute zu Minute mehr und endet in einem regelrechten Blutbad. Allen Splatter- und Gore-Freunden sollte hier definitiv das Herz aufgehen und die Arbeit der Special- und Visual-Effects-Crew kann man nur als ganz großes Kino bezeichnen.
Führt man sich vor Augen, dass EVIL DEAD in dieser Fassung auch ungekürzt mit einer 18er-Freigabe in den deutschen Kinos gelaufen ist und im September auch ungekürzt das Licht der deutschen Heimkinos erblicken wird, erscheint die in Deutschland noch immer bestehende Beschlagnahme von Raimis Original noch weitaus absurder als sie es ohnehin schon ist.


UNDERWORLD: AWAKENING (USA 2012, Regie: Måns Mårlind/Björn Stein)

Nachdem man im dritten Teil der UNDERWORLD-Reihe, der ja als Prequel funktionierte und die Vorgeschichte zu den beiden Auftaktfilmen erzählte, auf Kate Beckinsale in der Hauptrolle verzichten musste, kehrt diese in UNDERWORLD: AWAKENING wieder als Hauptdarstellerin in der Rolle der Selene zurück und lässt es erneut ordentlich krachen.
UNDERWORLD: AWAKENING ist zwar wieder einen Hauch besser ausgefallen als der unmittelbare Vorgänger, an die Qualität der beiden Auftaktfilme von Len Wiseman kommt Teil 4 allerdings nicht wirklich heran. Die beiden schwedischen Regisseure Måns Mårlind und Björn Stein - in den Credits bewusst cool und hip als "Mårlind & Stein" bezeichnet - interessieren sich nicht wirklich für eine Geschichte (der Plot des Films dürfte auf einen halben Bierdeckel gepasst haben), sondern scheinen eher die "Style Over Substance"-Fraktion ihres Publikums ansprechen zu wollen. In UNDERWORLD: AWAKENING kracht und scheppert es tatsächlich am laufenden Band, die Actionchoreographie kann größtenteils als richtig gut gelungen bezeichnet werden und Kate Beckinsale in ihren sexy Lack- und Leder-Outfits sowie der düstere Look (UNDERWORLD: AWAKENING spielt fast ausschließlich bei Nacht und ist zudem noch mit einem Blaufilter unterlegt) des Streifens tragen ihr übriges dazu bei, dass UNDERWORLD: AWAKENING durchaus nett anzusehen ist.
Allerdings auch nicht viel mehr. Denn die Taktik der beiden Regisseure geht in meinen Augen nicht wirklich auf. Mårlind und Stein gönnen ihrem Publikum praktisch keinerlei Ruhepausen. In UNDERWORLD: AWAKENING steht man als Zuschauer unter Dauerbeschuss und das wirkt - obwohl der Streifen verdammt kurz geraten ist; der Abspann setzt schon nach nicht mal 80 Minuten Laufzeit ein - insbesondere im letzten Drittel des Films doch sehr ermüdend.
Mårlind und Stein scheinen auf den Spuren eines Paul W.S. Anderson wandern zu wollen. Aber während es diesem immer wieder gelingt, den Zuschauer auf der visuellen Ebene so dermaßen zu fesseln, dass das Nichtvorhandensein eines Plots nicht wirklich störend wirkt, versagen die beiden Schweden hier auf ganzer Linie. UNDERWORLD: AWAKENING sieht gut aus, keine Frage, als Zuschauer sitzt man aber nie mit offenem Mund vor dem Bildschirm oder kriegt ob des gezeigten Spektakels große Augen. Und für einen Film, der tatsächlich in 3D gefilmt und nicht nur nachträglich konvertiert wurde, sind die 3D-Effekte absolut enttäuschend ausgefallen.


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KURZKOMMENTARE - JANUAR 2015, Teil 1


Ein fast überbordender Monat an Eindrücken, eine verrückte filmische Reise während der ich u.a. Zwergen, Orks, Elben, Hobbits und einem Drachen begegnet bin, ich habe Selbstmörder und Selbstmordkandidaten, psychopathische Killer, einen betrunkenen Geheimagenten, einen rachsüchtigen Geist, Wissenschaftler, Ärzte und Krankenschwestern, Radiopiraten, Supergangster und korrupte Polizisten, Ninjas, Superhelden aus dem Weltraum, eine mörderische Bauchrednerpuppe, zwei ebenso gestörte wie liebenswerte Menschen und ihren Sozialarbeiter sowie diverse Agenten, Terroristen, Verbrecher und Gesetzeshüter getroffen und durfte mit zwei trotteligen Bankräubern, diversen Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Daseins, einem schwangeren Mann und nicht zuletzt einer zusammengeschlagenen Nymphomanin Bekanntschaft machen, wobei ich bei Letzterer Zeuge wurde, wie diese einem Intellektuellen ihre Lebensgeschichte erzählte. Insgesamt habe ich in diesen vergangenen 31 Tagen 56 Filme verschiedenster Genres gesehen. 56 Filme aus 9 verschiedenen Jahrzehnten, 21 verschiedenen Produktionsländern, gedreht von 53 verschiedenen Regisseuren. Die Reihenfolge der niedergeschriebenen Eindrücke entspricht der Sichtungsreihenfolge (*=keine Erstsichtung).


WRISTCUTTERS: A LOVE STORY (Großbritannien/USA 2006, Regie: Goran Dukic)

Nachdem Zia (Patrick Fugit) sich die Pulsadern durchgeschnitten hat, muss er feststellen, dass er in einer Art Zwischenwelt gelandet ist, umgeben von anderen Selbstmördern, die noch weitaus mehr Tristesse verstrahlt als sein ursprüngliches Leben. Als er erfährt, dass sich kurz nach ihm auch seine Ex-Freundin (Leslie Bibb) das Leben genommen hat, begibt er sich auf einen irren Road Trip um sie zu finden und trifft dabei auf die bezaubernde Mikal (Shannyn Sossamon)…
Hübsche Idee, coole Ausgangssituation, relativ halbgar umgesetzt. Dukics Film ist zwar grundsympathisch, plätschert allerdings über weiteste Strecken seiner Laufzeit einfach nur so vor sich hin. Echte Höhepunkte gibt es nicht wirklich, dafür ein paar skurrile Einfälle und ein, zwar sehr gezwungen wirkendes, dafür aber auch richtig schönes Happy End.

Persönliche Wertung: Nett!


DEAD SILENCE (USA 2007, Regie: James Wan)

Puppen sind gruselig, Bauchrednerpuppen sind noch gruseliger - das haben sich wohl die SAW-Macher rund um Regisseur James Wan gemacht und diesen kleinen Puppen-Horrorfilm gedreht. Wan verzichtet - im Gegensatz zu den Filmen der SAW-Reihe - auf großartige Splattereffekte und brutale Sequenzen und versucht es lieber mit Spannung, ein paar gezielt eingesetzten Schockmomenten und einer dichten Atmosphäre. DEAD SILENCE ist sicher kein Schocker, aber als solider Grusler für zwischendurch ist Wans Film durchaus zu gebrauchen.

Persönliche Wertung: Unterhaltsam!


PIRATENSENDER POWER PLAY (Deutschland 1982, Regie: Sigi Rothemund)*

Vor den drei Supernasen-Filmen drehten Thomas Gottschalk und Mike Krüger mit PIRATENSENDER POWER PLAY ihren ersten und auch gleichzeitig besten gemeinsamen Film. Rothemunds Film über die beiden Radiopiraten, die mit ihrem mobilen Sender im Wohnmobil von Ort zu Ort fahren, immer wieder der Peilung der Behörden knapp entgehend und diese somit in den Wahnsinn treibend, ist für mich persönlich eine der schönsten und unterhaltsamsten deutschen Komödien, die je gedreht worden sind. PIRATENSENDER POWER PLAY ist ein durchweg positiver Film, verbreitet über 90 Minuten einfach nur gute Laune und funktioniert mit seinen albernen Scherzen, seinem tollen Soundtrack und seiner kindlich-naiven Geschichte heute noch genauso gut wie vor über 30 Jahren. Natürlich ist da auch ganz viel Nostalgie dabei, aber ich werde diesen Film wohl für alle Zeiten einfach nur lieben.

Persönliche Wertung: Lieblingsfilm!


THE HOBBIT: AN UNEXPECTED JOURNEY (Neuseeland/USA 2012, Regie: Peter Jackson)*

So faszinierend es auch ist, wieder nach Mittelerde zurückkehren zu können, so visuell einzigartig Peter Jackson diese Rückkehr auch gestaltet hat und so gut mir dieser 3-stündige Auftakt der THE HOBBIT-Trilogie im zweiten Anlauf nun doch gefallen hat (als ich den Film kurz vor Weihnachten 2013 zum ersten Mal gesehen hatte, war ich ziemlich enttäuscht), dieser Zauber und diese Magie, die damals der erste THE LORD OF THE RINGS-Film innerhalb kürzester Zeit entfalten konnte, fehlt THE HOBBIT: AN UNEXPECTED JOURNEY einfach. Dieser Auftakt ist in meinen Augen einfach zu geschwätzig, zu selbstverliebt geraten, er wirkt zu gestreckt. Man merkt bereits diesem Film an, dass die Vorlage keine über 3 Filme verteilte Gesamtlaufzeit von (über) 9 Stunden rechtfertigt, zudem bleibt die Gemeinschaft der Zwerge im Gegensatz zu den Gefährten aus der THE LORDS OF THE RINGS-Trilogie einfach zu blass und zu gesichtslos. Es fehlen Typen wie es ein Gimli oder ein Aragorn waren. Dieses Manko kann auch das erneute Mitwirken von Ian McKellen als Gandalf in einer Haupt- sowie von Cate Blanchett, Hugo Weaving, Christopher Lee, Elijah Wood und Ian Holm in kleineren und größeren Nebenrollen nicht ausgleichen. Ich bin gespannt, wie mir der zweite Teil gefallen wird, der jetzt natürlich schnellstmöglich angesehen wird.

Persönliche Wertung: Sehr gut (trotz aller Jammerei auf hohem Niveau)!


KILLERS (Indonesien/Japan 2014, Regie: Kimo Stamboel/Timo Tjahjanto)

Zwei Killer laden Videos ihrer Greueltaten ins Internet hoch und treten so miteinander in einen makabren Wettstreit. KILLERS fehlt es nicht nur an Sympathiefiguren, sondern vor allem auch an Spannung - und das ist für einen Thriller bei einer Laufzeit von knapp 140 Minuten doch ein ziemliches K.O.-Kriterium. Die Mo Brothers - wie sich die beiden Regisseure im Abspann selbst bezeichnen - haben ihren Film zwar mit einigen derben Gewalttätigkeiten angereichert, die dramatische Seite der Geschichte, die sie ganz offensichtlich auch gerne erzählt hätten, kommt aber reichlich plump und unmotiviert rüber. Als Zuschauer verliert man irgendwann das Interesse an der Geschichte und den Schicksalen der beiden Antihelden. KILLERS wirkt eher ermüdend als schockierend und bedenkt man den hohen Level an graphischer Gewalt, mit dem die Mo Brothers den Zuschauer konfrontieren, ist das ja auch ne gewisse Leistung. Aber wenigstens war das Finale war geil.

Persönliche Wertung: Naja!


THE TOWN THAT DREADED SUNDOWN (USA 1976, Regie: Charles B. Pierce)

Früher Slasher, der auf einer ungeklärten Mordserie beruht, die sich im Jahr 1946 in der Nähe von Texarkana zugetragen hat. Regisseur Charles B. Pierce - der auch in einer Nebenrolle als Deputy zu sehen ist - versucht seinem relativ herkömmlichen Horrorthriller einen halbdokumentarischen Touch zu verleihen, in dem er einen Erzähler aus dem Off nutzt, der den Zuschauer mit Fakten und Hintergrundinformationen versorgt.
Der Killer selbst wirkt tatsächlich ziemlich bedrohlich und auch in Sachen Atmosphäre ist es Pierce über weite Strecken ziemlich gut gelungen, die Bedrohung, die von dem Killer ausgeht, auf die Leinwand zu übertragen. THE TOWN THAT DREADED SUNDOWN ist mehr als solide Genrekost, bei der man lediglich auf ein kathartisches Finale verzichten muss - genau wie im wirklichen Leben wird auch im Film der Killer nie geschnappt, sondern verschwindet irgendwann einfach spurlos.

Persönliche Wertung: Gut!


THE HOBBIT: THE DESOLATION OF SMAUG (Neuseeland/USA 2013, Regie: Peter Jackson)

Wie man erwarten konnte ist THE HOBBIT: THE DESOLATION OF SMAUG noch ein gutes Stück aufwändiger und visuell noch beeindruckender geraten als der Vorgänger. Auch schien mir dieser Film hier nicht mehr ganz so geschwätzig zu sein, er war insgesamt betrachtet kurzweiliger, unterhaltsamer und vom Handlungsverlauf zielführender als der erste Teil. Und ich bin auch der Meinung, dass der nicht überall unumstrittene Orlando Bloom in der Rolle des Legolas dem Film ausgesprochen gut getan hat. Aber dieser Zauber, diese Magie der THE LORD OF THE RINGS-Trilogie fehlt einfach noch immer und mochte sich auch hier nicht einstellen. Auch dem Mittelfilm der THE HOBBIT-Trilogie fehlt dieses gewisse Etwas, das aus einem (sehr) guten Film einen großartigen oder gar herausragenden Film macht.
THE HOBBIT: THE DESOLATION OF SMAUG endet natürlich mit einem Cliffhanger. Wie der aufgelöst wird, werde ich mir dann Ende dieses Jahres ansehen, wenn der obligatorische Extended Cut auf Blu-ray veröffentlicht wird.

Persönliche Wertung: Sehr gut!


GREENBERG (USA 2010, Regie: Noah Baumbach)

Ben Stiller ist Roger Greenberg und befindet sich irgendwie auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Um diesen zu finden, verlässt er seine Wahlheimat New York - kurz nach einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik - und kehrt nach Los Angeles zurück, um dort das Haus seines sich samt Familie im Ausland befindlichen Bruders zu hüten. Doch die Rückkehr in die alte Heimat verläuft ernüchternd. Seine große Liebe Beth (Jennifer Jason Leigh) ist mittlerweile verheiratet und hat Kinder und sein bester Kumpel Ivan (Rhys Ifans) scheint auch nicht mehr ganz auf seiner Wellenlänge zu schwimmen. Doch dann lernt er die ebenfalls irgendwie verlorene Florence (Greta Gerwig) kennen…
Zwischen diesen unzähligen Mega-Blockbustern, Reboots, Sequels und Remakes, mit denen Hollywood das Publikum scheinbar nur noch zu bombardieren scheint, hat in den letzten Jahren glücklicherweise eine qualitativ ziemlich hochwertige Nische von kleinen (Independent-)Produktionen ihren Platz gefunden. GREENBERG ist einer dieser kleinen Filme und ohne Filme wie diesen hier, wäre die Kinolandschaft ein gutes Stück ärmer. GREENBERG ist komisch, traurig, emotional, sympathisch und glaubwürdig, präsentiert liebenswürdige Charaktere mit ihren ganz natürlichen Sorgen und Problemen und lässt diese dem Zuschauer ans Herz wachsen. Ein idealer Film für einen grauen Sonntagnachmittag, mit einem wahrlich vorzüglichen Soundtrack gesegnet.

Persönliche Wertung: Sehr gut!


THE MESSENGER (USA 2009, Regie: Oren Moverman)

Da er für die Front momentan nicht einsatzbereit ist, wird Sergeant Montgomery (Ben Foster) in den Heimatdienst zu einer ganz speziellen Abteilung versetzt. An der Seite des erfahrenen Captain Stone (Woody Harrelson) muss Montgomery von nun an hinterbliebenen Familien die Nachricht vom Tod im Einsatz gefallener Familienmitglieder überbringen. Eine Aufgabe, an der Montgomery sehr schnell zu zerbrechen droht…
THE MESSENGER ist kein angenehmer Film, kein Film, mit dem man sich seinen Nachmittag oder Abend versüßen könnte. Ohne auch nur eine Kampfhandlung zeigen zu müssen, bringt Regisseur Oren Moverman dem Zuschauer das Grauen des Krieges hier auf besonders eindringliche Weise nahe. Das Verhalten der beiden “Botschafter“, die Reaktionen der Betroffenen - das ist alles wirklich extrem glaubwürdig, realistisch und eindringlich gespielt und verlangt dem Zuschauer tatsächlich einiges ab. Woody Harrelson und Ben Foster sind schlichtweg großartig in ihren Rollen und wenn ich mir THE MESSENGER so ansehe, muss ich mir zum wiederholten Male die Frage stellen, weswegen Ben Foster der ganz große Durchbruch in Hollywood eigentlich nie geglückt ist. Er liefert hier von Anfang bis zum Ende erneut eine wirklich beeindruckende Leistung ab. Das gilt leider nicht für Regisseur und Co-Autor Oren Moverman, dem sein Film nach ca. 2/3 der Laufzeit doch etwas entgleitet. Das letzte Drittel des Films ist ziemlich schwach ausgefallen, fast scheint es so, dass Moverman nicht wusste, wie er seine Geschichte nun eigentlich zu Ende bringen soll. Das führt dazu, dass THE MESSENGER in den letzten 30 Minuten leider nur noch so vor sich hinplätschert und irgendwann einfach zu Ende ist. Das kann den überwiegend positiven Gesamteindruck aber nicht wirklich trüben.

Persönliche Wertung: Gut!


SEEKING JUSTICE (USA 2011, Regie: Roger Donaldson)

Eigentlich typischer Hitchcock-Stoff: Nicolas Cage spielt einen gewöhnlichen Bürger, der aufgrund widriger Umstände in die Fänge einer gefährlichen Organisation gerät und der nun mit seinen beschränkten Möglichkeiten versuchen muss, sich aus seiner misslichen Lage wieder zu befreien. Aber Roger Donaldson - der in seiner langen Karriere einige grundsolide Filme verschiedenster Genres wie z.B. NO WAY OUT, COCKTAIL, THE GETAWAY und SPECIES gedreht hat - ist halt kein Alfred Hitchcock und Nicolas Cage ist halt, nun ja, Nicolas Cage. Und so ist SEEKING JUSTICE auch kein Meister-, sondern vielmehr solides Handwerk. Nicolas Cage setzt seinen typischen Hundeblick und kämpft sich durch einen Plot, der vielleicht die eine oder andere Wendung zu viel aufzuweisen hat und dem man mit viel Wohlwollen begegnen muss, um seinen Spaß mit diesem Film haben zu können. Sieht man über so manches Logikloch und so manche Unzulänglichkeit gnädig hinweg, kann man SEEKING JUSTICE ein gewisses Spannungs- und auch Unterhaltungspotential jedoch sicher nicht absprechen.

Persönliche Wertung: Unterhaltsam!


EL JOROBADO DE LA MORGUE (Spanien 1973, Regie: Javier Aguirre)

Paul Naschy ist Gotho, ein Buckliger, der einen verrückten Wissenschaftler mit frischen Leichenteilen versorgt, damit dieser ein neues Lebewesen daraus erschaffen kann. Wow, Gothic-Horror aus Spanien, bei den Hammer-Studios hätten sie es nicht viel besser hingekriegt. Hier gibt es wirklich alles, was das Herz begehrt. Wir haben mit dem Buckligen ein missverstandenes und irgendwie auch liebenswertes Monster, wir haben einen Mad Scientist, ein paar überraschend explizite Splatter- und Goreeffekte, ein geheimes Labor in unterirdischen Gewölbegängen mit übrig gebliebenen Skeletten und Folterwerkzeugen aus den Zeiten der Inquisition und wir haben natürlich eine Handvoll attraktiver Darstellerinnen, um deren Leib und Leben man bangen darf. Der Katholische Filmdienst bezeichnete EL JOROBADO DE LA MORGUE damals als “einen der primitivsten, dümmsten und geschmacklosesten alles bisher gedrehten Horrorfilme.“; dieses für den Filmdienst typische Fehlurteil darf gerne als Empfehlung angesehen werden.

Persönliche Wertung: Sehr gut!


RAZE (USA 2013, Regie: Josh C. Waller)

“Ey, Alter, ich hab da voll die geil krasse Idee für nen voll geilen Exploitation-Film!“ - “Sag an, Alter!“ - “Alter, wir lassen so ne krasse Geheimorganisation ein paar Schnitten kidnappen und die müssen sich dann so lange gegenseitig zu Tode prügeln, bis nur noch eine am Leben ist.“
RAZE ist ein besonders armseliges Beispiel eines Versuchs, so etwas wie Grindhousekino in die Gegenwart zu transportieren. RAZE sieht kacke, ist ebenso todlangweilig wie ultrabrutal und hat bis auf den Racheakt der überlebenden Kämpferin am Ende wirklich rein gar nichts zu bieten. Da nutzt es auch wenig, dass Regisseur Josh C. Waller mit Zoë Bell in der Haupt-, Tracie Thoms in einer größeren Neben- und Rosario Dawson in einer klitzekleinen Minirolle praktisch die komplette weibliche Besetzung der zweiten DEATH PROOF-Hälfte vor der Kamera versammeln konnte. RAZE ist ein Armutszeugnis von einem Film.

Persönliche Wertung: Beschissen!


WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN (Großbritannien/USA 2011, Regie: Lynne Ramsay)

Wahrlich harter Tobak. Regisseurin Lynne Ramsay blickt in WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN auf die Ursachen und die Folgen eines Amoklaufs an einer Schule und fokussiert sich dabei auf die Mutter des Amokläufers. Von der Schwangerschaft bis zur Bluttat und dem anschließenden Gefängnisaufenthalt wird die Geschichte von Kevin und seiner Familie erzählt, nicht linear, sondern durcheinander, mit unzähligen Rückblenden. Ramsay fällt kein Urteil, überlässt es vielmehr dem Zuschauer selbst, wie er die Geschehnisse bewerten mag und als solcher wird man fassungslos Zeuge, wie eine auf den ersten Blick vorbildliche Familie im Verlauf der Jahre immer weniger funktioniert und wüsste man nicht schon von Anfang an, welche Greueltat Kevin letztendlich anrichten wird, man würde es wohl ziemlich schnell erahnen. WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN liegt schwer im Magen, stimmt nachdenklich und sollte als Pflichtprogramm in den höheren Klassen einer jeden Schule vorgeführt werden.

Persönliche Wertung: Großartig!


INSIDE LLEWYN DAVIS (Frankreich/Großbritannien/USA 2013, Regie: Ethan Coen/Joel Coen)

Kontrastprogramm zu dem vorherigen Downer. In INSIDE LLEWYN DAVIS folgen die Coen-Brüder einem Folkmusiker im New York der frühen 60er Jahre. Ein kleiner, feiner Film, der für die Coen-Brüder, die hier für Regie, Drehbuch und Schnitt verantwortlich zeichneten, wohl so etwas wie eine Herzensangelegenheit gewesen sein dürfte. Das merkt man dem Film meines Erachtens zu jeder Sekunde an. Hauptdarsteller Oscar Isaac ist schlichtweg großartig als verträumter Lebenskünstler Llewyn Davis, der Soundtrack des Films ist grandios und die Stimmung und Atmospähre, die die Coens hier transportieren, nimmt einen als Zuschauer über die komplette Laufzeit regelrecht gefangen. Schade, dass nach knapp 100 Minuten bereits der Abspann einsetzte.

Persönliche Wertung: Sehr gut!


CONTAGION (USA/Vereinigte Arabische Emirate 2011, Regie: Steven Soderbergh)

Ziemlich glaubwürdiges und vor allem bedrohlich wirkendes Szenario einer weltweiten Seuchenbedrohung. In Zeiten von Ebola natürlich aktueller denn je. Wenn man selbst vielleicht gerade an einer Erkältung laboriert, sollte man sich diesen Film nicht unbedingt ansehen. Er könnte höchst beunruhigend wirken. CONTAGION profitiert insbesondere von seinem spannenden und relativ unaufgeregten Plot sowie seiner All-Star-Besetzung. Hier geben sich bekannte Gesichter regelrecht die Klinke in die Hand bevor sie den Löffel abgeben. Negativ wirkt sich jedoch - insbesondere zum Ende hin - die episodenhafte Erzählweise des Films aus. Diverse einzelne Episoden wurden hier zu einer großen Geschichte zusammengestrickt und im letzten Drittel merkt man schon, wie Regisseur Steven Soderbergh die Zeit davonzulaufen droht. Manche Handlungsstränge werden etwas arg überhastet aufgelöst.

Persönliche Wertung: Gut!


THE HUNT FOR RED OCTOBER (USA 1990, Regie: John McTiernan)

THE HUNT FOR RED OCTOBER ist der erste von bis zum heutigen Tage fünf Filmen um den von Romanautor Tom Clancy erschaffenen CIA-Analysten Jack Ryan - hier gespielt von Alec Baldwin -, der es in seinem ersten Filmauftritt mit einem desertierenden russischen U-Boot-Kapitän (Sean Connery) zu tun bekommt. Wer sich aufgrund des Regie-Credits und der beiden vorherigen Arbeiten von John McTiernan - PREDATOR und DIE HARD - nun ein Actionfeuerwerk erhofft, dürfte bitter enttäuscht werden. THE HUNT FOR RED OCTOBER ist eher ein Politthriller - einer der letzten mit Kalter-Krieg-Thematik - und die Action spielt sich hier an Schreibtischen, Schaltpulten und in Kommandozentralen ab. So etwas wie echtes Actionfeeling kommt lediglich im Finale auf und zuvor vielleicht kurz in der Szene, in der sich Jack Ryan in widrigen Wetterverhältnissen von einem Hubschrauber auf ein U-Boot abseilen will sowie in einer kurzen Torpedoausweichsequenz. In gewisser Weise wirkt THE HUNT FOR RED OCTOBER ein Viertel Jahrhundert nach seinem Erscheinen reichlich altbacken, ist aber dennoch irgendwie faszinierend und auch richtig schön spannend ausgefallen. Ein Film wie eine Partie Schach - mitunter etwas langatmig anzusehen, in den entscheidenden Momenten aber extrem fesselnd.

Persönliche Wertung: Gut!


CHEERLEADER CAMP (Japan/USA 1988, Regie: John Quinn)

Einer der späten Vertreter der ersten großen Slasher-Welle in den 80er Jahren. Regisseur John Quinn kombiniert hier typischen Teen-Sex-Klamauk mit - insbesondere im letzten Drittel - derben blutigen Morden. Zwei für sich selbst betrachtet durchaus nette Formeln, die allerdings, so wie sie hier zusammengemixt sind, nicht wirklich gemeinsam funktionieren wollen. So etwas wie Spannung kommt in CHEERLEADER CAMP nie auf und die letztendliche Auflösung des Killers könnte egaler nicht sein. Eigentlich nicht viel mehr als typische Slasher-Durchschnittsware, die allerdings aufgrund ein paar netter “creative kills“ und insbesondere auch wegen Hauptdarstellerin Betsy Russell - die ja mit ihrer Rolle der Jill in der SAW-Reihe vor ein paar Jahren so etwas wie ihren zweiten Genrefilmfrühling erlebt hat und hier, im Alter von 25 Jahren, wohl auf dem Höhepunkt ihrer Attraktivität steht und einfach nur die Definition von absoluter “hotness“ darstellt - doch halbwegs gut zu unterhalten weiß.

Persönliche Wertung: Nett!


SINISTER (Großbritannien/Kanada/USA 2012, Regie: Scott Derrickson)

Ethan Hawke spielt einen Autor, der mit seiner Familie in ein Haus zieht, um ein Buch über ein nicht gänzlich geklärtes Verbrechen zu schreiben, welches sich kurze Zeit vorher in eben diesem Haus abgespielt hatte. Als er auf dem Dachboden einen Karton mit alten Super-8-Filmen findet und sich diese ansieht, wird er mit schockierenden Bildern konfrontiert…
SINISTER gehört eindeutig zu den gelungeneren und effektiveren Horrorfilmen der letzten Jahre. Regisseur Scott Derrickson setzt auf gezielt platzierte Schockeffekte, eine bedrückende und bedrohliche Atmosphäre und eine sich stetig steigernde Spannung. Insbesondere die intensiven Bilder der Super-8-Filme gepaart mit dem dissonanten Score von Komponist Christopher Young tragen viel dazu bei, dass einem als Zuschauer während der Sichtung des Films ein ständiges Gefühl des Unbehagens begleitet. Ich bin ziemlich begeistert, für mich persönlich war SINISTER der unheimlichste, bedrohlichste und beunruhigendste Horrorfilm, den ich seit langer Zeit gesehen habe.

Persönliche Wertung: Sehr gut!


GRIECHISCHE FEIGEN (Deutschland 1977, Regie: Sigi Rothemund)

Eigentlich sollte Patricia (Betty Vergès) nach dem Besuch ihrer Eltern in Griechenland wieder nach München zurückfliegen um dort ihr Studium weiterzuführen. Aber die abenteuerlustige und lebenshungrige Frau verschenkt lieber kurzerhand ihr Flugticket und stürzt sich im griechischen Sommer in allerhand Abenteuer und Sexkapaden.
Auf den ersten Blick könnte man GRIECHISCHE FEIGEN für eine weitere, typische Erotikproduktion der umtriebigen Lisa-Film aus München halten. Die hübsche Hauptdarstellerin ist hauptsächlich nackt und in amourösen Verwicklungen zu sehen, die Sonne Griechenlands scheint scheinbar unbeschwert auf die diversen Protagonisten herab und Sigi Rothemund - der hier noch unter seinem Pseudonym Siggi Götz arbeitete und für die Lisa-Film von Anfang der 70er bis Mitte der 80er Jahre jede Menge diverser (Erotik-)Komödien, u.a. auch DIE EINSTEIGER, gedreht hat - inszeniert GRIECHISCHE FEIGEN auch entsprechend eingängig und kurzweilig. Aber unter dieser ganzen Fassade von Schauwerten steckt irgendwie auch jede Menge Melancholie und verdammt viel Traurigkeit. Man hat fast Mitleid mit Patricia und den verschiedenen Menschen, denen sie so begegnet, möchte sie an der Hand nehmen und ihr den richtigen Weg zeigen. Ich kann es nicht genau beschreiben, aber ich habe das Gefühl, dass GRIECHISCHE FEIGEN ein ganzes Stück mehr ist als der typische Erotik-Trash aus dem deutschen Kino der 70er Jahre.

Persönliche Wertung: Gut!


SEITENSTECHEN (Deutschland 1985, Regie: Dieter Pröttel)*

Bevor Thomas Gottschalk und Mike Krüger in DIE EINSTEIGER zum insgesamt vierten und letzten Mal gemeinsam in Hauptrollen auf der Kinoleinwand erscheinen sollten, kam mit SEITENSTECHEN dieser Solofilm von Mike Krüger in die Kinos, in dem Gottschalk allerdings immerhin noch einen Gastauftritt absolviert und sich selbst spielt. Anders als z.B. an die SUPERNASEN-Filme hatte ich an SEITENSTECHEN nur noch fragmentarische Erinnerungen. Sonderlich oft hatte ich den Film damals wohl nicht gesehen. Ich dürfte mir von SUPERNASEN-Regisseur Pröttel wohl entsprechenden Klamauk erwartet haben, etwas, das SEITENSTECHEN nicht wirklich liefert. Denn trotz der reichlich bescheuerten Ausgangssituation des Plots - der von Mike Krüger gespielte Norbert Koschler ist schwanger - ist SEITENSTECHEN mehr Drama als Komödie. Regisseur Pröttel nimmt seine Figuren und seine Geschichte ernst, stellt typische Rollenklischees auf teilweise herrlich naive Art und Weise auf den Kopf und hält Männlein und Weiblein so - manchmal vielleicht mit etwas zu sehr erhobenem Zeigefinger - den entsprechenden Spiegel vor. Toll auch diese Sequenz im Bus, in der Krügers Koschler aufgrund seiner Umstandskleidung von diversen Insassen verspottet und angefeindet wird. Eine Szene, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat und bei der einem - vor aktuellen Hintergründen fast zwangsläufig - natürlich Begriffe wie Toleranz und Zivilcourage in den Sinn kommen.
Schade nur, dass diese durchweg positiven Ansätze - sofern sie denn überhaupt so gewollt gewesen sind (eine etwas fragwürdige Szene ziemlich am Ende des Films in einem Friseursalon, in der vom offensichtlich homosexuellen Friseur ein dümmlicher, rassistischer Witz erzählt wird, könnte einen vielleicht daran zweifeln lassen; ich gehe ja davon aus, dass diese Sequenz als Satire aufgefasst werden muss - vor allem vor dem Hintergrund des vorherigen Plotverlaufs - und ansonsten nur mit einer gewissen, dem Entstehungsalter des Films geschuldeten, Unbedarftheit erklärt werden kann) - durch das herkömmliche und auch ziemlich einfallslose Ende des Films ein bisschen torpediert werden.

Persönliche Wertung: Gut!


THE TELEPHONE BOOK (USA 1971, Regie: Nelson Lyon)

Die junge Alice (Sarah Kennedy) erhält einen obszönen Anruf von einem gewissen Mr. Smith (Norman Rose) und ist von diesem zu begeistert, dass sie sich auf eine Odyssee durch Manhattan begibt um den unbekannten Anrufer aufzuspüren…
THE TELEPHONE BOOK hat mich gleichermaßen fasziniert und planlos zurückgelassen. Ich habe keine Ahnung, was ich da eigentlich genau gesehen habe. Eine Mischung aus kruder Sexploitation und Experimentalfilm? Einen verrückten Hybrid aus Arthouse- und Grindhousekino? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass mich Regisseur Nelson Lyon mit seinem Undergroundfilm komplett in seinen Bann gezogen hat, mit dieser außergewöhnlichen Geschichte, mit diesen hemmungslosen, in wunderschöner Schwarz/Weiß-Fotografie eingefangenen Bildern und mit dieser fast schon surreal wirkenden Schlussszene, in der das Bild plötzlich farbig wird und die von einer der abgefahrensten Animationssequenzen begleitet wird, die ich jemals gesehen habe.

Persönliche Wertung: Sehr gut!


LUNG JI YAN CHE (aka Ninja in the Dragon’s Den, Hongkong 1982, Regie: Corey Yuen)

Von experimenteller Sexploitation zu fröhlichem Martial-Arts-Geprügel. LUNG JI YAN CHE erzählt die Geschichte eines Ninjas auf Rachefeldzug und eines chinesischen Kung-Fu-Spezialisten, der diesem in die Quere kommt. LUNG JI YAN CHE unterhält in erster Linie mit seinen vielen Schauwerten. Jede Menge - teils überraschend blutige - perfekt choreographierte Kämpfe gibt es zu bestaunen und der Plot ist tatsächlich so spannend ausgefallen, wie es für einen Plot dieser Art überhaupt möglich ist. Zudem ist LUNG JI YAN CHE - typisch für eine Hongkong-Produktion - über weite Strecken verdammt witzig, fast schon slapstickartig, geraten, wobei man natürlich anmerken muss, dass man mit diesem sehr speziellen Humor des Hongkong-Kinos schon zurecht kommen sollte, um nicht irgendwann genervt die Segel zu streichen.

Persönliche Wertung: Gut!


PATRIOT GAMES (USA 1992, Regie: Phillip Noyce)*

In Film Nr. 2 um den - nunmehr ehemaligen - CIA-Analysten Jack Ryan schlüpft Harrison Ford in die von Romanautor Tom Clancy ins Leben gerufene Figur. Ryan muss in PATRIOT GAMES seine Familie vor einem rachsüchtigen IRA-Terroristen (Sean Bean) schützen und nimmt dafür die Hilfe des CIA-Apparates in Anspruch.
PATRIOT GAMES ist - obwohl auch dieser Film bis auf das Finale eher ruhig inszeniert ist - leichter zu goutieren als THE HUNT FOR RED OCTOBER, ganz einfach weil er eingängiger, spannender und im Endeffekt auch actionreicher geraten ist als der Vorgänger. Außerdem steht hier die Figur des Jack Ryan weitaus mehr im Vordergrund und es ist auch diese Fokussierung auf den Hauptcharakter und das Spiel von Harrison Ford, die PATRIOT GAMES zu einem richtig guten Film machen. Jack Ryan ist kein typischer Actionheld - man merkt, dass er ein Schreibtischhengst ist -, nicht unbesiegbar und so ganz vorzüglich als Identifikationsfigur für den Zuschauer geeignet. Jack Ryan ist ein Mann, mit dem man als Zuschauer tatsächlich noch mitfiebern kann.

Persönliche Wertung: Gut!


NYMPH()MANIAC: VOL. I (Belgien/Dänemark/Deutschland/Frankreich/Großbritannien 2013, Regie: Lars von Trier)

So wirklich viele Filme des dänischen Regie-Enfant-Terrible Lars von Trier hab ich bis jetzt noch nicht gesehen. Mit dem gefeierten IDIOTERNE konnte ich gar nichts anfangen, den streitbaren ANTICHRIST fand ich beim ersten Ansehen einfach nur schrecklich und erst im zweiten Anlauf toll. Nun also die Schocktherapie und ein Versuch mit NYMPH()MANIAC, dem in zwei Hälften aufgeteilten Opus magnum des umstrittenen Regisseurs, in dem eine Nymphomanin einem Intellektuellen in einer kalten Winternacht ihre Lebensgeschichte - aufgeteilt in mehrere Kapitel - erzählt und der für seine extrem explizite Darstellung von Sexualität nicht wenige Schlagzeilen verursachte. Und dafür, dass das hier vielleicht tatsächlich der mit Abstand gewagteste Film von von Trier sein dürfte, ist er - zumindest was NYMPH()MANIAC: VOL. I anbelangt - überraschend eingängig geraten. NYMPH()MANIAC: VOL. I ist witzig, dramatisch, berührend und schockierend, trifft den Zuschauer mitten ins Herz und macht regelrecht süchtig nach mehr. Selten ging eine stattliche Laufzeit von gut 150 Minuten so schnell vorüber wie bei diesem Film. Die Leistungen der Schauspieler - allen voran die von Stacy Martin, Christian Slater und Charlotte Gainsbourg - sind nicht viel weniger als großartig und es ist praktisch unmöglich, als Zuschauer von dieser Geschichte nicht in irgendeiner Art und Weise berührt zu werden.

Persönliche Wertung: Großartig!


CHRISTINE (USA 1983, Regie: John Carpenter)

Eine der unzähligen Verfilmungen eines Romans von Stephen King. Aus einer Zeit, in der diese Verfilmungen noch fürs Kino gemacht und nicht als kostengünstige TV-Fließbandware auf den Zuschauer losgelassen wurden. Für CHRISTINE zeichnete John Carpenter verantwortlich, der sich zur Entstehungszeit des Films praktisch auf dem Höhepunkt seiner Regiekarriere befand. An Kings Roman kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern, ob Carpenters Umsetzung also in irgendeiner Art und Weise werkgetreu geraten ist, mag ich nicht zu beurteilen (auch aufgrund der Tatsache, dass ich CHRISTINE tatsächlich erst jetzt zum ersten Mal gesehen habe). Was ich jedoch beurteilen kann ist, dass diese Coming-of-Age-Geschichte, in der sich ein absoluter Außenseiter mehr und mehr zum Psychopathen entwickelt und dabei von einem Auto unterstützt wird, das ein gefährliches Eigenleben besitzt, die innerhalb dieser Zeit von 1976-1988, in der Carpenter einen großartigen Film nach dem anderen rausgehauen hat, entstanden ist, wohl eher - obwohl CHRISTINE sicher nicht mittelmäßig oder gar schlecht geraten ist - zu den nicht ganz so herausragenden und “nur“ guten Filmen des Regisseurs gehört. CHRISTINE war mir ein bisschen zu zahm und zu brav geraten, er wirkte zeitweise etwas antiquiert und dieser Funke, der einfach dazu gehört, um bei einem Film entsprechend mitfiebern zu können, wollte einfach nie so richtig überspringen. Aber gefallen hat er mir trotzdem.

Persönliche Wertung: Gut!


IL POLIZIOTTO È MARCIO (Frankreich/Italien 1974, Regie: Fernando Di Leo)

Korruption, ein dem organisierten Verbrechen machtlos gegenüberstehender Polizeiapparat, Polizisten, die das Gesetz in die eigenen Händen nehmen, Ohnmachtsgefühle, Rachegedanken - alles Wahrzeichen des “Poliziottesco“, des italienischen Polizeifilms der 70er Jahre. Normalerweise erzählen diese Filme die Geschichte eines desillusionierten Einzelgängers, der auf eigene Faust den Kampf gegen die sprichwörtlichen Windmühlen aufnimmt. Regisseur Fernando Di Leo liefert in IL POLIZIOTTO È MARCIO einen anderen Ansatz. Im Zentrum des Films steht der von Luc Meranda gespielte Polizist Domenico, der sich vom organisierten Verbrechen bestechen lässt und kleine Gefälligkeiten für die Gangster erledigt. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem sein dem Staat und Gesetz loyaler Vater - ebenfalls Polizist - herausfindet, dass sein Sohn korrupt ist und schließlich das passiert, was man im englischen so schön mit “the shit hits the fan“ bezeichnet. Aus dem Copdrama entwickelt sich mit zunehmender Laufzeit eine Geschichte um Rache und Vergeltung, die in einem heftigen Finale und einer mahnenden Texttafel endet, dass Verbrechen nun mal doch nicht auszeichnet. Mir hat IL POLIZIOTTO È MARCIO ganz vorzüglich gefallen. Di Leos Film ist spannend, abwechslungsreich, bietet zwei tolle Autoverfolgungsjagdsequenzen und überzeugende Schauspielerleistungen.

Persönliche Wertung: Sehr gut!


POINT BLANK (USA 1998, Regie: Matt Earl Beesley)

Wow, was für eine Granate. Regisseur Matt Earl Beesley - der nach POINT BLANK, was nicht wenig verwundert, auf keine Filmcrew mehr losgelassen wurde und nur noch einzelne TV-Episoden inszenieren durfte - transportiert mit diesem mehr als fragwürdigen Stück Zelluloid menschenverachtende 80er-Jahre-Action-Gülle mitten hinein ins Jahr 1998.
Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, was ich da gerade gesehen habe. War das wirklich ernst gemeint oder war das vielleicht doch alles nur Satire?
Der Plot dreht sich um eine Gruppe von Todeskandidaten, die aus einem Gefangenentransport befreit werden und sich schließlich in einem Einkaufszentrum verschanzt, von dessen Dach sie ein Hubschrauber in die endgültige Freiheit fliegen soll. Mickey Rourke ist der Bruder eines Flüchtlings, ahnt, dass die ganze Sache nicht gut ausgehen wird, wirft alle seine Söldnererfahrung in den Ring und versucht, die Geiseln im Einkaufszentrum im Alleingang zu retten, alle Verbrecher auszuschalten und seinen Bruder rauszuhauen. So etwas wie DIE HARD in der Shopping Mall also.
POINT BLANK ist unfassbar brutal und Regisseur Matt Earl Beesley greift hier wirklich ganz tief in die Actiontrickkiste. Kopfschüsse kommen immer gut. Helle Kleidung eignet sich hervorragend für blutige Einschüsse. Zeitlupensequenzen müssen einfach sein und ein triefender Score sowie mit voller Inbrunst vorgetragene, extrem dümmliche Dialoge, dürfen auch nicht fehlen. In einem Einkaufszentrum als Handlungsort kann man außerdem richtig schön viel kaputt schießen, man kann bspw. Parfüm in Brand setzen und damit fiese Gangster abfackeln. Und man kann einen Shoot-Out in der Heimwerkerabteilung inszenieren, zwischen die beiden Duellanten Farbeimer platzieren und diese so mit Farbe bespritzen, auf dass sie danach ihre mit Farbe verzierten, verschwitzten und muskelbepackten Oberkörper in Sägemehl wälzen können. Wenn mal jemand Lust hat, über Homoerotik im Actionfilm eine Doktorarbeit zu schreiben, muss er diesen Film hier unbedingt berücksichtigen.
Es liegt mir wirklich fern, mich über Filme lustig zu machen, aber POINT BLANK versagt wirklich an allen Ecken und Enden und ist über seine komplett Laufzeit einfach nur unfreiwillig komisch. Matt Earl Beesley hat hier einen maximal bescheuerten Film gedreht, der ebenso doof wie unterhaltsam geraten ist und dem man beim besten Willen nicht böse sein kann.

Persönliche Wertung: Unterhaltsam!


GUARDIANS OF THE GALAXY (Großbritannien/USA 2014, Regie: James Gunn)

Klar, GUARDIANS OF THE GALAXY macht für gut 2 Stunden richtig viel Spaß. Coole Sprüche, tolle Action, gute 3D-Effekte, geiles Produktionsdesign - aber viel mehr bleibt leider auch nicht übrig von diesem Mega-Blockbuster des vergangenen Kinojahres. Vielleicht werde ich langsam auch einfach zu alt für Filme wie diesen hier. Ich fand Gunns Film irgendwann ermüdend, da war nichts, was mich unter der gelackten Oberfläche angesprochen hätte. Mir fehlte da einfach die Substanz (wenn das der richtige Ausdruck dafür ist), irgendetwas, wofür ich mich hätte richtig begeistern können, etwas, das mich mitgerissen hätte. So beobachtete ich gut 2 Stunden die audiovisuellen Schmankerl, die Gunn servierte und hatte so meinen Spaß am seelenlosen Eskapismus, der mir mit GUARDIANS OF THE GALAXY präsentiert wurde. Und ich befürchte, dass ich mich schon in wenigen Tagen an keinerlei Details mehr werde erinnern können.

Persönliche Wertung: (Trotzdem) gut!


CLEOPATRA WONG (Philippinen/Singapur 1978, Regie: Bobby A. Suarez)

Eine weibliche James-Bond-Version aus Asien mischt einen Falschgeldring auf. CLEOPATRA WONG überzeugt jetzt weniger aufgrund einer sonderlich spannenden oder ausgeklügelten Geschichte, sondern viel mehr aufgrund der Tatsache, dass hier über 90 Minuten tatsächlich ständig was geboten ist. Die titelgebende Agentin ist praktisch immer in Bewegung, es herrscht in CLEOPATRA WONG eigentlich nie Ruhe. Location-Hopping (Singapur, Hongkong, die Philippinen), Martial-Arts-Kämpfe, falsche Nonnen mit Gewehren und das ausgesprochen nett anzusehende Stürmen eines Klosters im letzten Drittel samt wilder Shoot Outs gehören zu den vielen Schauwerten, die Suarez liefert und als Freund von wilder Exploitation kommt man mit diesem Film hier voll auf seine Kosten. Ich würde CLEOPATRA WONG nur gerne mal im Original-Widescreen-Format sehen. Die mir vorliegende Vollbildfassung auf der US-DVD zeigt den Film leider nur beschnitten und mit teils extrem abenteuerlichen Bildausschnitten.

Persönliche Wertung: Gut!


NIGHT NURSE (USA 1931, Regie: William A. Wellman)

In NIGHT NURSE geht es um - wer hätte es gedacht - eine Krankenschwester. Und zwar um eine Krankenschwester, die sich um ein kleines Mädchen kümmern soll und einem schrecklichen Komplott auf die Schliche kommt. Wellmans Film ist über 80 Jahre alt und kommt einem doch unglaublich frisch vor. Entstanden in der Pre-Code-Ära von Hollywood, sprich vor den Zeiten der Zensur, darf Regisseur William A. Wellman hier noch jede Menge Elemente unterbringen, die schon kurze Zeit später verpönt und verboten sein sollten. Bspw. anzügliche Dialoge, selbstbewusste und selbstbestimmte Frauen, einen nicht wegzuleugnenden Anteil an Sex-Appeal, einen Gauner als Sympathiefigur und Selbstjustiz als Lösungsmittel. Hauptdarstellerin Barbara Stanwyck ist großartig und für Clark Gable als Fiesling wurde wohl das Wort “Sleaze“ erfunden.

Persönliche Wertung: Sehr gut!


NYMPH()MANIAC: VOL. II (Belgien/Dänemark/Deutschland/Frankreich/Großbritannien/Schweden 2013, Regie: Lars von Trier)

NYMPH()MANIAC: VOL. II ist dann doch etwas schwer verdaulichere Kost. Insbesondere der Anteil an komischen Elementen, welche NYMPH()MANIAC: VOL. I noch aufgelockert hatten, wurde hier extrem heruntergeschraubt. Lars von Trier konfrontiert den Zuschauer mit einer unaufhaltsam den Abgrund entgegenschlitternden Frau, schockiert mit drastischen Bildern und zieht den Zuschauer mit dieser Fortsetzung der Geschichte über Abhängigkeit und Kontrollverlust aber gleichermaßen in seinen Bann. Auch von NYMPH()MANIAC: VOL. II geht - auch wenn man es vielleicht nicht wahrhaben möchte - eine gewisse Faszination aus, welche sich für mich persönlich insbesondere aus den intensiven Gesprächen zwischen Joe (Charlotte Gainsbourg) und Seligman (Stellan Skarsgård) erklären lässt, die diese zwischen den von Joe erzählten Episoden aus ihrem Leben führen. Das Ende ist ein Schlag in die Magengrube, Lars von Trier entlässt den Zuschauer mit einem Schwarzbild und einer von Charlotte Gainsbourg eingesungenen Version des Folkhits Hey Joe (die Hendrix-Version dürfte wohl die bekannteste dieses Liedes sein). Gänsehaut und die Erkenntnis, dass wir am Ende des Tages alle nur Sklaven unserer Triebe sind.

Persönliche Wertung: Großartig!


HOTEL CHEVALIER (Frankreich/USA 2007, Regie: Wes Anderson)

Ich habe keine Ahnung, ob dieser Film auch ohne Peter Sarstedts “Where Do You Go To (My Lovely)” funktionieren würde. Während der 12 Minuten, die HOTEL CHEVALIER - der ursprünglich als eigenständiger Kurzfilm konzipiert war, letztendlich aber als eine Art Prolog zu Andersons THE DARJEELING LIMITED (den ich mir als nächstes endlich mal ansehen möchte) dient - läuft dieser Song zwei mal und er ist hauptverantwortlich für diese absolut faszinierende Stimmung, die Anderson mit HOTEL CHEVALIER erzeugt. Über die beiden Figuren erfährt man praktisch nichts, HOTEL CHEVALIER ist pure Emotion, pure Melancholie und ich hätte mir gewünscht, er wäre nicht so extrem schnell wieder vorbei gewesen.

Persönliche Wertung: Großartig!


THE DARJEELING LIMITED (USA 2007, Regie: Wes Anderson)

3 Brüder (Owen Wilson, Adrien Brody, Jason Schwartzman), die sich eigentlich nicht mehr sonderlich viel zu sagen haben, begeben sich nach dem Tod ihres Vaters auf einen Selbstfindungstrip und reisen im titelgebenden Zug quer durch Indien.
Ich mag Andersons Filme einfach. Diese herrlich schrulligen Charaktere, diese sympathischen, kleinen Geschichten, diese visuelle Schönheit, die alle Filme, die ich bisher von ihm gesehen habe, auszeichnet. Auch in THE DARJEELING LIMITED entführt einen Anderson wieder in eine - sicher sich auch teilweise durch reine Oberflächenreize definierende - Welt, die man als Zuschauer am liebsten gar nicht mehr verlassen will. THE DARJEELING LIMITED ist einfach nur schön und diese Sequenz zu den Klängen von “Play with Fire“ von den Stones ist eine dieser Szenen für die Ewigkeit.

Persönliche Wertung: Sehr gut!


THE AMBUSHERS (USA 1967, Regie: Henry Levin)

THE AMBUSHERS ist der dritte von insgesamt vier Filmen, in denen ein ständig lallender und größtenteils sturzbetrunkener Dean Martin den Superagenten, Frauenhelden und Vollzeitalkoholiker Matt Helm zum Besten gibt. Die ersten beiden Teile der Reihe hatte ich mir schon vor etwas längerer Zeit mal angesehen und irgendwie hatte ich nun Lust auf den dritten Film. In Levins Agentenkomödie muss Helm - der ständig von leicht bekleideten Frauen (der Babe-Faktor ist in diesem Film, nicht nur wegen einer jungen Senta Berger, wirklich exorbitant hoch) und Alkohol umgeben ist - eine entführte Fliegende Untertasse aus den Klauen eines fiesen Superschurken befreien.
Die ganze Filmreihe ist natürlich als Spoof auf die Bondfilme angelegt, die Gimmicks, mit denen Helm und seine Partnerin ausgestattet werden, sind so doof wie effektiv (u.a. können die beiden auf Knopfdruck Metallteile zum Schmelzen bringen, was den großen Vorteil hat, dass bei einer kurzen Verfolgungsjagd zu Fuß die Verfolger plötzlich über ihre herunterfallenden Hosen stolpern - solche herrlich bescheuerten Einfälle gibt es noch mehr) und sowohl Schurken als auch Helden sind hoffnungslos bis ins Groteske überzeichnet. Ja, es ist schon ziemlich spaßig, diesen ganzen Albernheiten knapp 100 Minuten lang zuzusehen. Länger hätte THE AMBUSHERS aber auch nicht dauern dürfen, zum Ende hin machen sich doch gewisse Abnutzungserscheinungen bemerkbar.

Persönliche Wertung: Nett!


DAS GEHEIMNIS DER CHINESISCHEN NELKE (Deutschland/Frankreich/Italien 1964, Regie: Rudolf Zehetgruber)

Der vierte und letzte Film nach einem der Groschenromane des Kriminalautors Louis Weinert-Wilton. Auch hier natürlich wieder der Versuch, an den großen Erfolg der Wallace-Verfilmungen anzuknüpfen. Außer dem Mitwirken von Klaus Kinski, dem Titel und dem einen oder anderen Setting erinnert hier allerdings nicht viel an die Wallace-Reihe. Die Geschichte um einen Mikrofilm, den verschiedene Parteien aus verschiedenen Gründen in ihren Besitz bringen wollen, erinnert eher an einen Agentenfilm und wenig bis gar nicht an einen typischen Gruselkrimi. So wirklich spannend wird Zehetgrubers Film eigentlich zu keinem Zeitpunkt. Es ist eher das ständige Hin und Her und die ständige Suche nach dem Mikrofilm und demjenigen, der ihn gerade in seinem Besitz haben könnte, was DAS GEHEIMNIS DER CHINESISCHEN NELKE seinen Reiz und einen gewissen Unterhaltungswert verleiht. Ruhig geht es in diesem Film eigentlich so gut wie nie zu. Hat man diesen Film gesehen und schaut man sich danach die Filmographie des Regisseurs an, verwundert es nicht, dass Zehetgruber in den 70er Jahren alle 5 Filme rund um den Wunderkäfer Dudu inszenieren sollte.

Persönliche Wertung: Ok!


SIMON & GARFUNKEL: OLD FRIENDS - LIVE ON STAGE (USA 2004, Regie: Ken Ehrlich/Kate Twitchell)

SIMON & GARFUNKEL: OLD FRIENDS - LIVE ON STAGE ist ein Zusammenschnitt von insgesamt 5 Konzerten, die Paul Simon und Art Garfunkel im Dezember 2003 während ihrer Reunion-Tour im Madison Square Garden in New York City und in der Continental Airlines Arena in New Jersey gegeben haben. Schon während der Eröffnungsmontage, die 50 Jahre Weltgeschichte zu den Klängen einer Instrumentalversion ihres Hits “America“ zeigt, bekommt man die erste Gänsehaut. Ein Gefühl, das im Laufe der nächsten 2 Stunden zum Dauerzustand werden wird. Paul Simon und Art Garfunkel stehen mit ihren Mitmusikern auf der Bühne, verzaubern das Publikum mit einem Welthit nach dem anderen, machen Scherze und feiern ihr Leben, ihre Musik, ihre Karriere und ihre zum damaligen Zeitpunkt bereits 50 Jahre andauernde Freundschaft. Es dürfte unmöglich sein, als Fan von Musik, von dieser Darbietung nicht ergriffen zu sein. Wenn Paul Simon immer wieder Tränen der Rührung in den Augen stehen, wenn die Kamera ins Publikum schweift, einzelne Gesichter einfängt und die unendliche Begeisterung in diesen Gesichtern abzulesen ist, dann ist es auch vollkommen egal, dass die beiden alten Freunde - altersbedingt - nicht mehr jeden Ton perfekt treffen. Was bleibt, ist ihre Musik. Und die ist zeitlos und wird - da bin ich mir ganz sicher, auch wenn ich es selbst natürlich nicht mehr erleben werde - noch viele, viele Generationen überdauern.

Persönliche Wertung: Großartig!


THE ONE ARMED EXECUTIONER (Philippinen 1983, Regie: Bobby A. Suarez)

Weil er einem Drogenkartell zu nahe kam, verliert Interpol-Agent Ramon Ortega (Franco Guerrero) nicht nur einen Arm, sondern muss auch noch mit ansehen, wie seine Frau vor seinen Augen ermordet wird. Getrieben von Wut, Trauer und Verzweiflung startet Ortega einen Rachefeldzug…
Rachefilm aus den frühen 80er Jahren, der sich in drei Teile aufsplittet. In der ersten halben Stunde gibt es die Exposition, danach trainiert der Einarmige für gut 30 Minuten der Laufzeit für seinen finalen Racheakt, der schließlich das letzte Drittel des knapp 90-minütigen Films ausmacht. THE ONE ARMED EXECUTIONER bietet ehrliche, geradlinige Exploitation ohne jegliche Schnörkel oder irgendwelche Überraschungen bezüglich des Plotverlaufs und erfüllt im Rahmen seiner Möglichkeiten praktisch alle Erwartungen, die man an einen Film dieser Art haben kann.

Persönliche Wertung: Unterhaltsam!


THE WRECKING CREW (USA 1968, Regie: Phil Karlson)

Das vierte und letzte Abenteuer rund um Möchtegern-Bond Matt Helm ist nicht ganz so extrem albern ausgefallen als der unmittelbare Vorgänger und hat mir aus diesem Grund einen Tick besser gefallen als THE AMBUSHERS. Regisseur Phil Karlson erzählt eine extrem einfach gestrickte Geschichte. Matt Helm - der erneut von einem praktisch in jeder Szene betrunkenen Dean Martin gespielt wird - soll gestohlene Goldbarren ausfindig machen, bevor deren Verschwinden in der Öffentlichkeit bekannt wird und dadurch die Weltwirtschaft an den Rande des Kollapses getrieben werden kann. Natürlich ist von Anfang an klar, dass Helm am Ende den Tag retten wird. Auch in THE WRECKING CREW ist lediglich der Weg zur Rettung des Tages das Ziel und der ist hier einmal mehr ausgesprochen unterhaltsam geraten und verdammt nett anzusehen. Das für die Helm-Filme obligatorische Babe-Squad wird hier von Elke Sommer, Sharon Tate und Nancy Kwan angeführt, die unnachahmliche Leichtigkeit der Swinging Sixties ist allgegenwärtig, Kostüme und Settings sind erneut kunterbunt und extrem einfallsreich ausgefallen und was dem Film an Spannung fehlt, macht der besoffene Dean Martin mit seiner Coolness locker wett. Toll auch wieder die vielen Gimmicks, die Helm zur Verfügung stehen. In einer Jagd/Flucht-Situation ist es natürlich von großem Vorteil, dass man - wenn man mit dem Auto beispielsweise plötzlich vor einem Fluss steht und eine Brücke nicht vorhanden ist - aus dem Kofferraum kurzerhand einen Bausatz für einen Mini-Helikopter (!!!) zaubern und sich mit diesem weiter fortbewegen kann. Ach ja, wer ganz genau hinsieht, wird in der Szene im “House of 7 Joys“ einen jungen Chuck Norris in seinem allerersten Leinwandauftritt entdecken.
Im Abspann des Films wurde etwas voreilig ein fünftes Matt-Helm-Abenteuer mit dem Titel “The Ravagers“ angekündigt. Dieser Film wurde jedoch nie gedreht. Die Zeit von Helm war vorbei, James Bond benötigte keine Karikatur mehr, war er mittlerweile doch schon selbst zur eigenen Karikatur verkommen.

Persönliche Wertung: Unterhaltsam!


PATRICK (Australien 1978, Regie: Richard Franklin)

Telekinese - Mitte der 70er bis Mitte der 80er Jahre ein beliebtes Thema im Bereich des phantastischen Films. Brian De Palmas CARRIE und THE FURY, Jack Golds THE MEDUSA TOUCH, Mark L. Lesters FIRESTARTER, David Cronenbergs SCANNERS und dann noch dieser australische Film hier von Richard Franklin. PATRICK erzählt die Geschichte eines Komapatienten, der - nachdem er eine neue Krankenschwester bekommen hat - erstaunliche Fähigkeiten an den Tag legt. PATRICK startet dabei ziemlich gemächlich und es dauert seine Zeit, bis man als Zuschauer drin ist in der Handlung und tatsächlich auch mit dem Geschehen mitfiebern kann. Dann entwickelt sich Franklins Film aber immer mehr zum echten “Nailbiter“ und die zuvor aufgebrachte Geduld wird mit einem tollen Finale belohnt.

Persönliche Wertung: Gut!


LA RAGAZZA DEL VAGONE LETTO (Italien 1979, Regie: Ferdinando Baldi)

In LA RAGAZZA DEL VAGONE LETTO werden die Passagiere eines Nachtzugs - größtenteils ausgesprochen dysfunktionale Gestalten - von drei dekadenten Schnöseln terrorisiert. Die relativ übersichtliche Laufzeit von gut 80 Minuten spielt Baldis Beitrag zum Terrorfilm definitiv in die Hand. Denn länger hätte LA RAGAZZA DEL VAGONE LETTO definitiv nicht dauern dürfen. Baldi hat zwar versucht, jede Menge fiese und teilweise auch extrem schmierige Ideen unterzubringen, aber vielleicht hätte er sich etwas mehr auf seine drei Bösewichte und weniger auf das Zeigen entblößter Damenbrüste konzentrieren sollen. Die Fieslinge sind nämlich das Maß aller Dinge eines jeden Terrorfilms und die sind hier doch ziemlich enttäuschend ausgefallen. In diesem Bereich muss sich Baldis Film einfach mit Klassikern wie Lados L'ULTIMO TRENO DELLA NOTTE, Deodatos LA CASA SPERDUTA NEL PARCO und natürlich Cravens THE LAST HOUSE ON THE LEFT messen lassen und aus diesem Vergleich geht er eindeutig als Verlierer hervor.

Persönliche Wertung: Ok!

Fortsetzung folgt im nächsten Beitrag...


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BETTY BLUE - 37,2 GRAD AM MORGEN (Director's Cut)


BETTY BLUE - 37,2 GRAD AM MORGEN (Director's Cut) BETTY BLUE - 37,2 GRAD AM MORGEN (Director's Cut) (DVD: Columbia TriStar, Deutschland)
(OT: 37°2 le matin | Frankreich 1986 | Regie: Jean-Jacques Beineix)


Infos zum Film:
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37°2 LE MATIN erzählt die Geschichte der scheinbar grenzen- und bedingungslosen Liebe zwischen dem Gelegenheitsarbeiter Zorg (Jean-Hugues Anglade) und der Rumtreiberin Betty (Béatrice Dalle).
Regisseur Jean-Jacques Beineix wirft den Zuschauer mitten hinein in diese anfangs noch faszinierende, im weiteren Verlauf allerdings immer verstörender wirkende Liebesgeschichte seiner beiden Protagonisten. Während Zorg sich nämlich redlich bemüht, seiner großen Liebe - trotz aller widrigen Umstände (fehlende finanzielle Mittel, usw., usf.) - ein ansprechendes Leben zu bieten und ihr jeden Wunsch zu erfüllen, wird Betty im Verlauf der Geschichte immer unkontrollierbarer und nimmt letztendlich sogar selbstzerstörerische Züge an.
37°2 LE MATIN gilt als einer der großen Klassiker des französischen Kinos der 80er Jahre und war im Jahr 1987 sogar für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. Irgendwas muss Beineix' Streifen also haben. Irgendwas, das mir persönlich leider verborgen geblieben ist. Sicher, 37°2 LE MATIN ist von Kameramann Jean-François Robin einfach nur atemberaubend schön fotografiert und diese tollen Bilder erzeugen gemeinsam mit dem Score von Gabriel Yared eine dichte und absolut faszinierende Atmosphäre. Und ja, auch die beiden Hauptdarsteller können in ihren Rollen durchaus überzeugen.
Aber auch die Schwächen des Films sind meines Erachtens nicht zu übersehen. Für die fast schon epische Laufzeit von gut 3 Stunden fehlt es 37°2 LE MATIN einfach an Substanz. Die Story des Films ist für so eine Laufzeit definitiv nicht ausgelegt und so kommt es immer wieder zu verschiedenen Längen und nicht selten scheint 37°2 LE MATIN etwas ziellos vor sich hinzuplätschern. Und auch die in einem Film dieser Art so wichtige Bindung zu den beiden Protagonisten mochte sich nie so wirklich einstellen. Zorg und Betty bleiben einem als Zuschauer - trotz der schon genannten guten Schauspielerleistungen - irgendwie fremd und es fällt schwer, so etwas wie Empathie für das junge Paar und ihr Schicksal aufzubringen.
Am Ende bleibt ein etwas komisches Filmerlebnis übrig. Vielleicht war 37°2 LE MATIN heute auch einfach der falsche Film für mich. Hätte den gerne mehr gemocht.

TRAILER:


Jean-Jacques Beineix 1980er Oscar Nominee female nudity


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SHANGHAI BABY


SHANGHAI BABY SHANGHAI BABY (DVD: Delta Pictures, Italien)
(OT: Shanghai Baby | Deutschland 2007 | Regie: Berengar Pfahl)


Infos zum Film:
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Etwas arg krude Mischung aus Drama und Love Story, in der eine junge Schriftstellerin versucht, ihren ersten Roman zu schreiben und während ihrer Recherche hierzu in ein fast schon zerstörerisches Beziehungsgeflecht gerät.
SHANGHAI BABY basiert auf dem gleichnamigen "Skandal"-Roman der chinesischen Schriftstellerin Zhou Wei Hui (das Buch wurde in China kurz nach seiner Veröffentlichung im Jahr 1999 verboten und öffentlich verbrannt, eine Tatsache, die nun nicht wirklich viel über die Skandalträchtigkeit des Stoffes auszusagen vermag) und ich will - getreu dem Motto "Im Zweifel für den Angeklagten" - einfach mal hoffen, dass es an der mir nicht bekannten Vorlage liegt, dass Pfahls Film ziemlich planlos wirkt. Der ganzen Story fehlt es in meinen Augen einfach an Substanz, die Charaktere bleiben dem Zuschauer über die komplette Laufzeit fremd und so tut SHANGHAI BABY vor allem eines: über die komplette Laufzeit - unter Präsentation des einen oder anderen Schauwertes - gemütlich vor sich hinplätschern. Die seltsame Mischung aus exotischer Kulisse, steriler TV-Optik und extrem unterkühlter Atmosphäre leistet ihr Übriges, den Zuschauer stets schön auf Distanz zu halten. Wenn das die Intention von Regisseur Berengar Pfahl gewesen sein sollte, dann hat er diese tatsächlich mit Bravour umgesetzt.
Sehenswert ist SHANGHAI BABY eigentlich nur wegen der verführerischen Bai Ling, die mit der Rolle der Coco mal eine echte Hauptrolle abbekommen hat - auch wenn dies fast unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit passiert ist; ein echter Kinostart wurde der deutschen Produktion nur in Italien spendiert, ansonsten erblickte SHANGHAI BABY lediglich beim Filmfestival in Cannes und beim Asia Filmfest in München das Licht der Leinwände und wurde meines Wissens bisher ausschließlich in Italien auf DVD veröffentlicht - und die es mit ihrer ganz eigenen, nämlich wilden und auch irgendwie exzentrischen Art tatsächlich schafft, eine gewisse Anziehungskraft auszuüben, der man sich nur schwer entziehen kann.

TRAILER:


Berengar Pfahl Bai Ling 2000er female nudity Berlin


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KISSING GIRLS


KISSING GIRLS KISSING GIRLS (DVD: Wicked Pictures, USA)
(OT: Kissing Girls | USA 2008 | Regie: Michael Raven)

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Werbetexterin Zoe (Jessica Drake) ist nach diversen Beziehungsenttäuschungen einfach nur noch frustriert und sehnt sich nach dem Partner fürs Leben. Angestachelt von ihrer Kollegin Becky (August) antwortet sie auf eine Internetanzeige und trifft so auf die faszinierende Moonbeam (Dana DeArmond). Und obwohl sich Zoe nie ernsthaft mit dem Gedanken einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft beschäftigt hat, muss sie schon bald erkennen, dass sie in Moonbeam tatsächlich eine Art Seelenverwandte gefunden zu haben scheint…

Regisseur Michael Raven hat sich für Kissing Girls deutlich von der Indie-Produktion Kissing Jessica von Regisseur Charles Herman-Wurmfeld aus dem Jahr 2001 inspirieren lassen, dabei jedoch versucht, einen eigenen Film zu drehen und nicht nur ein typisches Porno-Rip-Off. Und das ist ihm tatsächlich ziemlich gut gelungen. Bedenkt man insbesondere die Tatsache, dass Kissing Girls nicht zu den hoch budgetierten Feature-Produktionen aus dem Hause Wicked Pictures gehört, sondern ganz offensichtlich mit einem extrem schmalen Budget auskommen musste, ist diese Mischung aus Drama, Romanze und Komödie sogar überraschend gut gelungen. Kissing Girls würde durchaus auch ohne die Sexszenen als “normaler“ Film funktionieren und genau das ist es ja, was ich persönlich mir von Feature-Produktionen dieser Art erwarte. Die Handlung des Films dient nicht nur als reines Füllmaterial zwischen den HC-Sequenzen, die darstellerischen Leistungen sind für eine HC-Produktion absolut in Ordnung und die eingestreuten Gags sind tatsächlich auch als solche zu identifizieren. Wer seinen Schweinskram gerne in einer Geschichte eingebettet hat und vom simplen Gonzo-Film genauso angeödet ist wie ich, macht mit einer Produktion wie Kissing Girls sicher nichts falsch.

Michael Raven Jessica Drake 2000er female nudity


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BOUND - GEFESSELT


BOUND - GEFESSELT BOUND - GEFESSELT (DVD: Constantin, Deutschland)
(OT: Bound | USA 1996 | Regie: Andy Wachowski/Lana Wachowski)

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Ex-Häftling Corky (Gina Gershon) arbeitet in einem Hochhaus in Chicago und trifft dort auf Violet (Jennifer Tilly), die Freundin des für die Mafia arbeitenden Caesar (Joe Pantoliano). Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich schnell eine Liebesaffäre und die beiden fassen einen scheinbar todsicheren Plan, Caesar um eine stattliche Summe Geld zu erleichtern und gemeinsam durchzubrennen. Doch die Durchführung dieses Plans erweist sich als weitaus schwieriger als gedacht…

Das Genre des erotisch angehauchten Thrillers hatte in den 90er Jahren - insbesondere wegen des großen Erfolges von Verhoevens Basic Instinct - ja durchaus Hochkonjunktur. Doch die meisten der Nachfolgefilme wie beispielsweise Sliver dürften mittlerweile längst in Vergessenheit geraten sein und konnten dem großen Vorbild sowieso nicht auch nur ansatzweise das Wasser reichen. Bis auf Bound - Gefesselt, dem Debüt der Wachowski-BrüderGeschwister, der ein echtes Highlight innerhalb des Genres darstellt und der einfach nicht in Vergessenheit geraten darf. Denn dieser Streifen ist schlicht und einfach toll, die Wachowskis erzählen ihre eigentlich recht simple Geschichte auf ausgesprochen spannende und im wahrsten Sinne des Wortes fesselnde Art und Weise, überraschen immer wieder mit unvorhersehbaren Wendungen und lassen während der gesamten Laufzeit nicht eine Sekunde Leerlauf zu. Ich habe den Film nun schon zum wiederholten Male gesehen und saß erneut wie gebannt auf der heimischen Couch und beobachtete das bunte Treiben auf dem Bildschirm vor mir. Viel mehr als selbst die Zuschauer noch zu fesseln, die das Ende des Films bereits kennen, kann ein Thriller in meinen Augen eigentlich gar nicht leisten. Bound - Gefesselt ist - was man ja nun wirklich nicht von allen Streifen behaupten kann, die das Siegel Erotikfilm aufgedrückt bekommen - darüber hinaus tatsächlich verdammt erotisch ausgefallen, die Szenen zwischen Jennifer Tilly und Gina Gershon knistern nur so von erotischer Spannung und in visueller Hinsicht nehmen die Wachowskis hier schon extrem viel von dem vorweg, was sie später mit Matrix perfektionieren und zum neuen Standard erheben sollten.

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Andy Wachowski Lana Wachowski 1990er female nudity Chicago Femme fatale


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CHLOE - LIEBE. EIFERSUCHT. VERFÜHRUNG.


CHLOE - LIEBE. EIFERSUCHT. VERFÜHRUNG. CHLOE - LIEBE. EIFERSUCHT. VERFÜHRUNG. (Blu-ray: Kinowelt, Deutschland)
(OT: Chloe | Frankreich/Kanada/USA 2009 | Regie: Atom Egoyan)

Infos zum Film:
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Die erfolgreiche Frauenärztin Catherine Stewart (Julianne Moore) verdächtigt ihren Mann David (Liam Neeson) des Ehebruchs und greift in ihrer Verzweiflung zu drastischen Mitteln. Als sie in einem Restaurant zufällig die attraktive Prostituierte Chloe (Amanda Seyfried) kennenlernt, setzt sie diese auf ihren Mann an, um dessen Integrität und Treue zu testen. Ein Auftrag, der fatale Folgen nach sich zieht…

Auch wenn mir persönlich Chloe ziemlich gut gefallen hat - insbesondere wegen Amanda Seyfried, die in der Rolle der titelgebenden Chloe absolut überzeugt und die Mischung aus Unschuldslamm und Vamp verdammt glaubwürdig rüberbringt - so muss ich doch sagen, dass der Film von Regisseur Atom Egoyan in allererster Linie als weiterer Beweis für die Einfallslosigkeit von Hollywoods Produzenten und Drehbuchautoren dienen kann. Wenn sogar für so eine relativ einfach gestrickte Geschichte wie diese hier auf einen ausländischen Film - Chloe ist ein Remake des französischen Thrillers Nathalie… von Regisseurin Anne Fontaine mit Emmanuelle Béart in der Rolle der Prostituierten - zurückgegriffen werden muss, sagt das schon irgendwie verdammt viel über das kreative Loch aus, in dem sich ganz Hollywood schon seit Jahren zu befinden scheint. Nichtsdestotrotz mochte ich - wie eingangs schon erwähnt - Chloe und fühlte mich von dem Streifen durchweg gut unterhalten. Eben wegen Amanda Seyfried, aber auch wegen Julianne Moore und Liam Neeson, die ihre Rollen ebenfalls ziemlich glaubwürdig interpretiert haben, und wegen der knisternden und erotisch aufgeladenen Atmosphäre, die Regisseur Egoyan über einen Großteil der Laufzeit des Films erzeugt. Wer auf solide Thrillerkost mit einem Hauch Erotik steht, kann durchaus mal einen Blick riskieren.

TRAILER:


Atom Egoyan Julianne Moore Amanda Seyfried Liam Neeson 2000er female nudity Remake


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HENRY & JUNE


HENRY & JUNE HENRY & JUNE (DVD: Universal, Deutschland)
(OT: Henry & June | USA 1990 | Regie: Philip Kaufman)

Infos zum Film:
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Der sich Anfang der 30er Jahre in Paris aufhaltende amerikanische Schriftsteller Henry Miller (Fred Ward) lernt dort seine französische Kollegin Anaïs Nin (Maria de Medeiros) und ist von der jungen Frau sehr schnell fasziniert. Eine Faszination, die auch Millers Ehefrau June (Uma Thurman) teilt und die von Anaïs erwidert wird. Schnell entwickelt sich zwischen Henry, June und Anaïs eine Dreiecksbeziehung…

Mit dem 2 Jahre zuvor erschienenen Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins hat Regisseur Philip Kaufman ja bereits bewiesen, dass er es durchaus beherrscht, eine erotische Geschichte für realem, historischem Hintergrund zu inszenieren und damit den Zuschauer zu fesseln. In Henry & June ist ihm das allerdings nicht ganz so gut geglückt wie im Film zuvor. Kaufman entführt den Zuschauer ins Paris der frühen 30er Jahre und bringt ihm die Dreiecksbeziehung zwischen dem amerikanischen Schriftsteller Henry Miller, dessen Ehefrau June und der französischen Schriftstellerin Anaïs Nin näher. Während die Inszenierung der erotischen Szenen - in einem Erotikdrama dann ja irgendwie doch das entscheidende Element - ähnlich wie in Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins wieder absolut gelungen ist, konnte ich persönlich mit der auf Millers Biographie basierenden Geschichte und insbesondere mit den handelnden Charakteren nur wenig anfangen. Sowohl der von Fred Ward gespielte Miller als auch die von Uma Thurman gespielte June und insbesondere die von Maria de Medeiros verkörperte Anaïs blieben mir vollkommen fremd und Kaufman hat es in meinen Augen nicht geschafft, bei mir als Zuschauer ein echtes Interesse für seine drei Hauptfiguren zu wecken. So war Henry & June zwar sicher ganz nett anzusehen, plätscherte aber größtenteils nur so vor sich hin und dürfte relativ schnell wieder aus meiner Erinnerung verschwunden sein.

TRAILER:


Philip Kaufman Uma Thurman Gary Oldman Kevin Spacey 1990er Oscar Nominee female nudity Paris 30er Jahre


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ROOM IN ROME


ROOM IN ROME ROOM IN ROME (Blu-ray: Capelight, Deutschland)
(OT: Habitación en Roma | Spanien 2010 | Regie: Julio Medem)

Infos zum Film:
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Die selbstbewusste Spanierin Alba (Elena Anaya) und die etwas zurückhaltende Russin Natasha (Natasha Yarovenko) haben sich gerade erst an ihrem jeweils letzten Abend in Rom kennengelernt, einen gemeinsamen Abend in einer Bar verbracht und befinden sich nun leicht alkoholisiert auf dem Rückweg in ihr jeweiliges Hotel. Doch bevor sich ihre Wege endgültig trennen, gelingt es der lesbischen Alba die kurz vor ihrer Hochzeit stehende Natasha zu überreden, mit ihr eine gemeinsame Nacht zu verbringen. Unsicher folgt Natasha Alba in ihr Zimmer und lässt sich auf ein Abenteuer ein, welches das Leben beider Frauen für immer verändern wird…

Das Genre des erotischen Films ist ja auch irgendwie nicht totzukriegen. Alle heilige Zeit kommt dann doch immer mal wieder ein neuer Streifen heraus, der zumindest auf den ersten Blick einigermaßen interessant und vielversprechend aussieht. So auch Room in Rome vom spanischen Regisseur Julio Medem, der sich zielsicher in der Ecke der anspruchsvolleren Filme des Genres platzieren will. Wobei sich der erotische Film aus der Schmuddelecke ja ohnehin schon längst verabschiedet - da finden sich nur noch schnell gedrehte Billigproduktionen für das Spätprogramm der Privatsender - und eher das Arthouse-Publikum als sein neues Zielpublikum ins Auge gefasst hat. So entledigen sich in Room in Rome die beiden Protagonistinnen dann auch nicht nur ihrer Kleider, sondern insbesondere auch ihrer Sorgen und Ängste und lassen in ihren ausführlichen Gesprächen einen tiefen Einblick in ihr Seelenleben zu. Dem herkömmlichen Striptease folgt sozusagen der Seelenstriptease. So wirklich gelungen ist Regisseur Julio Medem dieser anspruchsvolle Teil des Films jedoch nicht. Und das liegt vor allem daran, dass Medem es in meinen Augen nicht geschafft hat, beim Zuschauer echtes Interesse für seine beiden Figuren zu wecken. Es ist sowieso immer ziemlich problematisch, wenn ein Film nur von ganz wenigen Figuren getragen werden soll und wenn man als Zuschauer dann keinerlei Zugang zu diesen Figuren findet, wirkt sich das nicht unbedingt positiv auf das Seherlebnis aus. Dieser offensichtlichen Schwäche steht die visuelle Kraft von Room in Rome glücklicherweise gegenüber. Medems Film sieht einfach atemberaubend gut aus. Die vorhandenen Erotikszenen sind wirklich ausgesprochen ansprechend und erotisch umgesetzt und überhaupt verwöhnt Kameramann Alex Catalán das Auge des Zuschauers mit so einigen wunderschönen Einstellungen. Insbesondere an dieser letzten Kamerafahrt - nachdem die beiden Hauptfiguren das Hotelzimmer am Morgen verlassen, fährt die Kamera langsam durch das leere Zimmer über den Balkon hinaus und verharrt dort in Vogelperspektive mit dem Blick auf die Straße bis die beiden Protagonistinnen diese betreten - habe ich regelrecht meinen Narren gefressen. Eine dieser Szenen für die Ewigkeit. Und solche Szenen sind es dann halt am Ende auch, die die Schwächen in der Figurenzeichnung und Charakterentwicklung fast vergessen machen und dafür sorgen, dass Room in Rome am Ende des Tages dann doch positiv in Erinnerung bleibt.

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Julio Medem 2010er female nudity Rom


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JIM HOLLIDAY'S CHEERLEADER NURSES


JIM HOLLIDAY'S CHEERLEADER NURSES JIM HOLLIDAY'S CHEERLEADER NURSES (DVD: VCA, USA)
(OT: Cheerleader Nurses | USA 1993 | Regie: Bionca)

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Als Mary Lou (Crystal Wilder) ihre Ausbildung zur Krankenschwester im Burton Allen Institut - in dem u.a. auch Stewardessen, Cheerleader, Masseusen und exotische Tänzerinnen ausgebildet werden (!!!) - antritt, erkennt sie ziemlich schnell, dass ihr gewählter Beruf vollen Körpereinsatz erfordert und es das höchste Ziel der Krankenschwestern in diesem Institut ist, die Bedürfnisse der Patienten auf jede erdenkliche Art zu befriedigen...

Eine Feature-Produktion aus einer Zeit, in der das Genre des Feature-Films im Adult-Bereich eigentlich komplett tot war. Und das merkt man diesem Streifen auch an. Unter der Ägide von Produzent Jim Holliday versucht sich Darstellerin Bionca als Regisseurin (sie wird zumindest in den Credits als solche aufgeführt - da Jim Holliday allerdings als Assistant Director genannt wird, darf die Frage schon erlaubt sein, wer letztendlich das Zepter in der Hand hatte) und liefert einen ziemlich konfusen Genrebeitrag ab, den man nur mit sehr viel Wohlwollen als HC-Film mit Handlung identifizieren kann. Cheerleader Nurses soll wohl so etwas wie eine Komödie darstellen. Zumindest hat man sich als Pausenclown Ron Jeremy mit an Bord geholt, der ab und zu mal um die Ecke schaut. So etwas wie eine strukturierte Geschichte - wie sie es in den aktuelleren Feature-Produktionen gibt und natürlich in vielen Klassikern aus den 70er und frühen 80er Jahren gegeben hat - sucht man hier vergebens. Die durchaus hübsch anzusehenden Ferkeleien werden lediglich durch kurze Handlungssequenzen miteinander verbunden, die für sich betrachtet nicht wirklich Sinn ergeben. Natürlich mag es überflüssig sein, sich bei einem Porno über fehlende Handlung zu beschweren. Von einem Film, der sich als Feature-Produktion ausgibt, erwarte ich persönlich aber dann doch ein bisschen mehr als das hier Gebotene.

Bionca Ron Jeremy 1990er female nudity


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EUGENIE …THE STORY OF HER JOURNEY INTO PERVERSION


EUGENIE …THE STORY OF HER JOURNEY INTO PERVERSION EUGENIE …THE STORY OF HER JOURNEY INTO PERVERSION (DVD: Blue Underground, USA)
(OT: Eugenie | Deutschland/Spanien 1970 | Regie: Jesus Franco)

Infos zum Film:
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Als die junge und ausgesprochen attraktive Eugenie (Marie Liljedahl) die Einladung der wohlhabenden Madame Saint Ange (Maria Rohm) annimmt, bei dieser ein Sommerwochenende auf einer idyllisch gelegenen Insel zu verbringen, ahnt sie noch nicht, dass sie dort sehr schnell in einen regelrechten Strudel aus sexueller Begierde und Obsession geraten wird…

An Jess Franco scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Für die einen ist der spanische Vielfilmer ein unerträglicher Stümper, für die anderen ein wahnsinniges Genie, welches in seiner kaum mehr zu überschauenden Filmographie neben verdammt viel Käse auch einige echte Highlights gedreht hat. Für Franco-Neulinge ist es wohl ganz entscheidend, welchen Film man von ihm als erstes zu sehen bekommt. Erwischt man eine Vollgurke, wird man für alle Ewigkeiten seine Finger von Frano lassen, erwischt man eines seiner Highlights, wird man sich auch an seine anderen Filme wagen.
Eugenie dürfte für Neueinsteiger durchaus geeignet sein. Der Film bietet praktisch alle Zutaten, die man als Franco-Fan im Lauf der Jahre schätzen und lieben gelernt hat. Eine wunderbare Atmosphäre zum Dahinschmelzen, einen tollen Score von Bruno Nicolai, traumhaft schöne Bilder von Kameramann Manuel Merino, mit Maria Rohm und Marie Liljedahl zwei ungemein attraktive und oft nur sehr spärlich bekleidete Hauptdarstellerinnen und im Finale schaut auch noch Christopher Lee kurz vorbei. Was Eugenie für Einsteiger in die Welt von Jess Franco in meinen Augen absolut empfehlenswert macht ist die Tatsache, dass der Streifen für einen Franco-Film ausgesprochen eingängig geraten ist. Eugenie bietet nämlich tatsächlich so etwas wie eine geradlinig erzählte und einen gewissen Sinn ergebende Geschichte und besteht nicht wie manch andere Streifen von Franco nur aus einer Aneinanderreihung traumhafter Sequenzen, die bei unbedarften Zuschauern ausschließlich für Verwirrung sorgen dürften.

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Jesus Franco Christopher Lee Maria Rohm Marie Liljedahl 1970er female nudity Sexploitation


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SCHULMÄDCHEN-REPORT 13 - VERGISS BEIM SEX DIE LIEBE NICHT


SCHULMÄDCHEN-REPORT 13 - VERGISS BEIM SEX DIE LIEBE NICHT SCHULMÄDCHEN-REPORT 13 - VERGISS BEIM SEX DIE LIEBE NICHT (DVD: Kinowelt, Deutschland)
(OT: Vergiss beim Sex die Liebe nicht - Der neue Schulmädchenreport, 13. Teil | Deutschland 1980 | Regie: Walter Boos)

Infos zum Film:
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Während einer Probe des Schultheaters entwickelt sich zwischen dem Lehrer Dr. Burkhard (Tonio von der Meden) und seinen Schülern (u.a. Renate Langer) eine angeregte Diskussion zum Thema Sex und Liebe, bei der die Schüler mit Beispielen aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis ihre jeweiligen Standpunkte untermauern…

Vor knapp 6 Jahren habe ich mit der Sichtung der Schulmädchen-Report-Reihe begonnen, nun rotierte der 13. und letzte Teil im Player. Da kommt fast ein bisschen Wehmut auf, dass keine weiteren Streifen mehr folgen werden. Denn rückblickend betrachtet hat die Reihe - was Schau- und Unterhaltungswert angeht - doch ziemlich viel Spaß bereitet, so einige Episoden aus den einzelnen Filmen bleiben im Gedächtnis (insbesondere die Sequenz mit Christina Lindberg aus dem 4. Teil) und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mir die Reihe irgendwann mal wieder zu Gemüte führen werde. Der 13. Teil stellt dann auch einen würdigen Abschluss der Reihe dar, bietet die gewohnte Mischung aus komischen und ernsthaften Episoden, welche wieder in eine hauchdünne Rahmenhandlung eingebettet worden sind, und lässt mich abermals staunend ob des Faktes zurück, dass diese Streifen tatsächlich mal erfolgreich im Kino gelaufen sind und nicht nur von gestörten Exploitation-Liebhabern wie mich goutiert wurden. Was von diesem Film speziell im Gedächtnis bleibt, sind Kleinigkeiten. Beispielsweise die Tatsache, dass es hier erstmals richtige Anfangscredits mit Schauspielerangaben gibt und hierfür der altbekannte Vorspann samt des Titelthemas von Komponist Gert Wilden geopfert wurde. Und die extrem schnuckelige Renate Langer, die Darstellerin der Thea in der Rahmenhandlung, die leider keine Möglichkeit hatte, in ihrer Rolle blank zu ziehen (muss mal nach anderen Filmen mit ihr Ausschau halten). Oder bloße Verwunderung darüber, wie es möglich gewesen ist, Katja Bienert zum damaligen Zeitpunkt so zu zeigen. Und in diesem Zusammenhang noch größere Verwunderung über die FSK-Freigabe dieses Streifens. In diesem Sinne: Mach’s gut Schulmädchen-Report-Reihe. War ne schöne Zeit mit dir. Bis irgendwann mal wieder.

Walter Boos 1980er female nudity Sequel Sexploitation Teensploitation


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MY TUTOR


MY TUTOR MY TUTOR (DVD: BCI Eclipse, USA)
(OT: My Tutor | USA 1983 | Regie: George Bowers)


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Der stinkfaule Bobby (Matt Lattanzi) rasselt kurz vor den Sommerferien durch die Französisch-Prüfung und wird von seinem wohlhabenden Vater (Kevin McCarthy) zum Nachsitzen in den Ferien verdonnert. Doch da es sich bei der eigens engagierten Nachhilfelehrerin Terry Green (Caren Kaye) um eine ausgesprochen attraktive, junge Frau handelt, fallen Bobby die Nachhilfestunden alles andere als schwer…

Ich habe mir definitiv schon viel zu lange nichts mehr von Crown International Pictures angesehen. My Tutor ist eine dieser typischen Teenie-Sex-Komödien aus den 80ern und erfüllt praktisch alle Erwartungen - bzw. Befürchtungen, das liegt im Auge des jeweiligen Betrachters - die man an Filme dieser Art stellen kann. Die Handlung ist strunzdoof, die schauspielerischen Leistungen nicht der Rede wert und die Laufzeit des Streifens wird praktisch von Anfang an ausschließlich mit Schauwerten gefüllt. Wer nackte Brüste sehen will, ist hier genau richtig. Denn in dieser Hinsicht lohnt sich der Streifen echt. Hauptdarstellerin Caren Kaye ist - trotz 80er-Jahre-Frisur - wirklich nett anzusehen und in weiteren kurzen Nackedei-Auftritten gibt es die ausgesprochen schnuckeligen Graem McGavin und Jewel Shepard zu bewundern. Für Freunde von Russ Meyer gibt’s dann noch Kitten Natividad als vollbusige Prostituierte und die spätere Regisseurin Katt Shea (u.a. Poison Ivy und Carrie 2 - Die Rache) ist als Schlamm-Catcherin mit von der Partie. Der Babe-Faktor passt also durchaus. :D
Weitere ungeschriebene Regel für Filme dieser Art: Es verirrt sich eigentlich immer mindestens ein verdienter Altstar in einen solchen Film - hier ist es Kevin McCarthy, der seit den 50er Jahren in so einiger Genreproduktion mitgewirkt hat - und mindestens einer der jugendlichen Darsteller wird auch über das Mitwirken im jeweiligen Film hinaus bekannt. So geschehen mit Crispin Glover, der hier sein Leinwanddebüt gab.
Wer auf diese Art von Film steht, kann also gerne mal einen Blick riskieren. Allen anderen rate ich ab.

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George Bowers Katt Shea 1980er female nudity Sexploitation Teensploitation Crown International Pictures


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INTIMATE CONFESSIONS OF A CHINESE COURTESAN


INTIMATE CONFESSIONS OF A CHINESE COURTESAN INTIMATE CONFESSIONS OF A CHINESE COURTESAN (DVD: Celestial, Hongkong)
(OT: Ai Nu | Hongkong 1972 | Regie: Chor Yuen)


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Die skrupellose Lady Chun (Betty Pei Ti) benötigt ständig Nachschub für ihr Edelbordell und wird von einer Bande von Gangstern regelmäßig mit neuen, jungen Frauen versorgt, die diese zuvor gekidnappt haben. Dieses Schicksal ereilt auch die ebenso stolze wie attraktive Ai Nu (Lily Ho Li-Li), deren Willen es nun von Lady Chun zu brechen gilt…

Bei dieser Shaw-Brothers-Produktion aus dem Jahr 1972 handelt es sich nicht - wie der internationale, englische Titel vielleicht vermuten lässt - um einen Ausflug in schlüpfrigere Genregefilde, sondern um einen ausgesprochen geradlinigen Rachestreifen. Ich kenne jetzt noch nicht so extrem viele Filme aus dem Shaw-Katalog, aber dieser hier gehört zu den bisher besten Streifen, die ich von dem umtriebigen Studio gesehen habe. Das liegt vor allem an der Übersichtlichkeit, die Intimate Confessions of a Chinese Courtesan auszeichnet. Keine unzähligen Subplots, keine unüberschaubare Anzahl an Charakteren, sondern vielmehr eine spannende, einfach gestrickte Story, die optimal zu unterhalten weiß. Dass mit Lily Ho Li-Li in der Rolle der titelgebenden Ai Nu und Betty Pei Ti in der Rolle der Bordell-Betreiberin Lady Chun zwei ausgesprochen hübsch anzusehende Damen die weiblichen Hauptrollen bekleiden schadet dem Unterhaltungs- und Schauwert-Potential des Streifens natürlich ebenso wenig wie so manche nackte Tatsache (leider entblättert sich keine der schnuckeligen Hauptdarstellerinnen) und das grandiose Finale, in dem dann wieder mal die ausgefeilten Kampfchoreographien der Shaw Brothers bewundert werden können und das zudem mit ein paar hübsch derben Splattereffekten aufwartet. Es gibt Blutfontänen und abgetrennte Körperteile zu bestaunen. :D Ein Film, der riesige Lust auf weitere Streifen dieser Art macht. Mal schauen, wann ich Zeit für den nächsten Film aus dem Shaw-Kosmos finde.

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Chor Yuen 1970er female nudity Rache Shaw Brothers


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PURE


PURE PURE (DVD: Wicked Pictures, USA)
(OT: Pure | USA 1996 | Regie: Brad Armstrong/Greg Steelberg)

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Eine blonde Schönheit (Jenna Jameson) liegt nackt in ihrem Bett und gewährt Einblicke in ihre intimsten Träume und geheimsten sexuellen Fantasien...

Pure ist eine Produktion aus den Anfangsjahren von Wicked Pictures und ein gutes Beispiel dafür, wie sehr sich HC-Produktionen im High-Budget-Bereich innerhalb der letzten 2 Jahrzehnte verändert haben. Mit Jenna Jameson - die im Laufe der Jahre zum absoluten Superstar der Adult-Branche werden sollte - als Leading Lady kurbelten die Mannen um Brad Armstrong & Co. mit sichtlich niedrigem Budget einen Film nach dem anderen herunter und verdienten sich so - aufgrund der unglaublichen Beliebtheit und Popularität ihres Contract Stars - wahrscheinlich eine goldene Nase. Geld, das schließlich in aufwänderige Produktionen gesteckt werden konnte. Ich wage mal zu behaupten, dass ohne Jenna Jameson, die erst bei Wicked und danach bei Vivid unter Vertrag stand, ein Revival des Feature Films, welches ab Mitte der 90er Jahre stattgefunden hat, wohl nicht so leicht möglich gewesen wäre. Pure selbst ist allerdings noch weit davon entfernt, als Feature-Produktion bezeichnet werden zu können. Eine kurze Ansage von Jenna, dass sie den Zuschauer nun an ihren geheimen Fantasien teilhaben lässt und anschließend eine Aneinanderreihung von nicht zusammenhängenden Sexszenen - die allerdings ziemlich scharf und abwechslungsreich inszeniert sind - in größtenteils kärglich eingerichteten Sets (lediglich das Setting der letzten Sequenz in einer Hippie-Bude im 70er-Jahre-Stil bleibt als kleines Ausstattungs-Highlight in Erinnerung). Das war es dann schon mit der “Rahmenhandlung“. Freunde von echtem High-Budget-Porn dürfte Pure eher enttäuscht zurücklassen. Fans von Jenna Jameson kommen aber definitiv auf ihre Kosten und werden sicher ihre Freude mit dem Streifen haben. :D

Brad Armstrong Greg Steelberg Jenna Jameson 1990er female nudity


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THE VELVET VAMPIRE


THE VELVET VAMPIRE THE VELVET VAMPIRE (DVD: Shout! Factory, USA)
(OT: The Velvet Vampire | Philippinen/USA 1971 | Regie: Stephanie Rothman)


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Auf einer Ausstellung lernt das noch nicht allzu lange verheiratete Ehepaar Lee (Michael Blodgett) und Susan (Sherry Miles) die mysteriöse Diane (Celeste Yarnall) kennen. Als Diane das junge Paar für ein paar Tage auf ihren Landsitz in der Wüste einlädt, nimmt dieses die Einladung dankend an, nicht ahnend, in welche Gefahr es sich damit begibt...

Die von mir sehr geschätzte Regisseurin Stephanie Rothman - die leider insgesamt nur 7 Filme in ihrer viel zu kurzen Karriere gedreht hat - beweist mit The Velvet Vampire eindrucksvoll, dass sie sich auch im Genre des fantastischen Films wunderbar zurechtfindet. Schon erstaunlich, wie viele verschiedene Genres Stephanie Rothman in ihrer überschaubaren Filmographie beackert hat. Obwohl das hier sicher kein typischer Horror- und Vampir-Streifen ist. The Velvet Vampire besticht in erster Linie durch seine außergewöhnliche, fast traumartige Atmosphäre, die den interessierten Genreliebhaber sofort in ihren Bann zieht. Die Story selbst ist da eigentlich nur Nebensache, was aber in keinster Weise störend wirkt. In nicht gerade wenigen Momenten hat mich The Velvet Vampire - eben aufgrund seiner tollen Atmosphäre - an die Filme eines Jean Rollin oder an die besten Werke von Jess Franco erinnert. Der einfach nur wunderschön fotografierte Streifen ist ein echtes Fest für die Augen und so manche Einstellung würde man sich am liebsten ausdrucken und gerahmt an die Wand hängen. Toll!

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Stephanie Rothman 1970er Femme fatale Vampir female nudity Sexploitation New World Pictures


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THE PRIVATE AFTERNOONS OF PAMELA MANN


THE PRIVATE AFTERNOONS OF PAMELA MANN THE PRIVATE AFTERNOONS OF PAMELA MANN (DVD: Distribpix/Video-X-Pix, USA)
(OT: The Private Afternoons of Pamela Mann | USA 1974 | Regie: Radley Metzger)


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Mr. Mann (Alan Marlow), ein erfolgreicher Unternehmer, ist häufig geschäftlich unterwegs und befürchtet, dass ihm seine Frau Pamela (Barbara Bourbon) nicht ganz treu sein könnte. Um sich Gewissheit zu verschaffen engagiert er den Privatdetektiv Frank (Eric Edwards) und als sich dieser an die Fersen von Pamela Mann heftet, entdeckt er so einige pikante Details im Privatleben der attraktiven Unternehmersgattin...

Nach den ganz vorzüglichen The Image und The Opening of Misty Beethoven war The Private Afternoons of Pamela Mann nun der dritte Film, den ich von Regisseur Radley Metzger gesehen habe und auch der stellt - wenngleich er in meinen Augen qualitativ nicht ganz an die anderen beiden herankommt (wobei The Opening of Misty Beethoven für mich persönlich eh der beste HC-Film aller Zeiten ist) - einen echten Höhepunkt innerhalb des goldenen Zeitalters des Porno-Kinos dar. Man merkt einfach, dass Metzger, der seine Pornofilme alle unter dem Pseudonym Henry Paris gedreht hat, bereits vor seinen Ausflügen in den HC-Bereich für so einige "normale" Filme verantwortlich zeichnete. Genau wie die beiden anderen von mir zuvor gesehenen Streifen überzeugt auch The Private Afternoons of Pamela Mann insbesondere aufgrund der Tatsache, dass Metzger viel Wert auf die Entwicklung seiner Geschichte, an deren Ende es sogar einen schönen Plottwist zu bestaunen gibt, und die Leistungen seiner Darsteller legt. Im Gegensatz zu vielen anderen Produktionen von damals (und von heute sowieso) ist hier das Wort "Schauspiel" meines Erachtens absolut gerechtfertigt. Dazu gesellt sich noch eine wirklich exzellente Kameraarbeit, die einen sehr großen Anteil daran hat, dass die im Film enthaltenen Ferkeleien nie so anstößig und primitiv rüberkommen wie in manch anderen Genrebeiträgen, sondern stattdessen absolut ästhetisch und im höchsten Maße erotisch wirken.
Wer jetzt vielleicht Lust auf den Streifen bekommen hat, sollte sich die wirklich vorzügliche DVD des US-Labels Distribpix zulegen, welche dieses in Zusammenarbeit mit dem Label Video-X-Pix als Collector’s Edition veröffentlicht hat. Es ist für Genreliebhaber wie mich eine große Freude zu sehen, dass es sich diese beiden Label zum Ziel gesetzt haben, die großen Klassiker des "Golden Age of Porn" in restaurierter Form und mit interessanten Extras versehen zu veröffentlichen. Es sind schon einige Filme wie bspw. der ebenso von Metzger stammende Maraschino Cherry oder auch Blonde Ambition von John und Lem Amero sowie The Passions of Carol von Shaun Costello als "Platinum Elite Collection" oder eben als "Collector’s Edition" erschienen und es sollen viele weitere folgen, u.a. Metzgers komplette Hardcore-Filmographie. Ich persönlich kann es kaum erwarten, eine remasterte Version von The Opening of Misty Beethoven zu Gesicht zu bekommen. Wer etwas mehr über das Label und sein Programm sowie die Restaurierungsarbeiten an diesen Klassikern erfahren möchte, sollte mal einen Blick auf diesen ausgesprochen interessanten Blog werfen und diesen am besten gleich in seinen Favoriten abspeichern. Es lohnt sich.

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Radley Metzger Jamie Gillis 1970er female nudity New York


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BOLERO


BOLERO BOLERO (DVD: MGM, USA)
(OT: Bolero | USA 1984 | Regie: John Derek)


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Nach ihrem Abschluss an einer Privatschule zieht die aus wohlhabendem Hause stammende Lida MacGillivery (Bo Derek) gemeinsam mit ihrer besten Freundin Catalina (Ana Obregón) und ihrem fürsorglichen Fahrer Cotton (George Kennedy) hinaus in die Welt, um den perfekten Mann zu finden, bei dem sie ihre Jungfräulichkeit verlieren kann...

Die mit Ravels Boléro kongenial untermalte Sequenz zwischen Dudley Moore und Bo Derek in Blake Edwards' grandiosem 10 dürfte wohl zu den bekanntesten der Filmgeschichte gehören und machte Bo Derek - die zuvor nur in einer kleineren Rolle in Andersons Orca zu sehen war - praktisch über Nacht zum Star. Dereks Ehemann John, der jetzt nicht unbedingt zu den begnadetsten Drehbuchautoren und Regisseuren gehörte, versuchte daraufhin, seine Gattin zu DEM Sexsymbol der 80er Jahre hochzustilisieren. Sein erster Versuch - Tarzan, the Ape Man, eine trashige Tarzan-Variante aus dem Jahr 1981 - scheiterte bereits kläglich und mit seinem zweiten Versuch, dem von mir jetzt angesehenen Bolero aus dem Jahr 1983, beendete er letztendlich die Kinokarrieren von sich und seiner Gattin. Mit der Wahl des Filmtitels sollte das Publikum damals wohl an 10 erinnert und entsprechend in die Kinos gelockt werden. Was die da zu sehen bekamen spottet allerdings jeder Beschreibung. Sicher, Derek setzt über gut 100 Minuten seine wirklich verdammt attraktive Ehefrau ausgesprochen hübsch in Szene, die Tatsache, dass ein Film auch über so etwas wie einen Plot verfügen sollte, hat er dabei allerdings völlig außer Acht gelassen. Das Ergebnis ist ein kompletter Schnarcher mit ein paar netten Einstellungen und ein bisschen nackter Haut. Tarzan, the Ape Man war zumindest noch unfreiwillig komischer Trash, Bolero ist einfach nur todlangweiliger Trash. Da reißen nicht mal mehr die wirklich perfekten Titten von Bo Derek was raus.

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John Derek Bo Derek George Kennedy 1980er female nudity Sexploitation Cannon Films 20er Jahre


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BEDWAYS


BEDWAYS BEDWAYS (Blu-ray: Koch Media, Deutschland)
(OT: Bedways | Deutschland 2010 | Regie: Rolf Peter Kahl)


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Eine junge, ambitionierte Regisseurin (Miriam Mayet) plant, einen realistischen Film über Liebe und Sex zu drehen und lädt dazu zwei junge Schauspieler (Matthias Faust und Lana Cooper) zu Probeaufnahmen in ein geräumiges Apartment in Berlin ein. Doch bereits nach den ersten Takes kristallisiert sich heraus, dass das Projekt alles andere als leicht zu realisieren sein wird...

Mal wieder ein Versuch mit dem Arthouse-Kino und glücklicherweise mal wieder ein Versuch, der geglückt ist. Eine junge Regisseurin unternimmt in Kahls Film-im-Film-Drama den Versuch, einen realistischen Film über Liebe und Sex zu drehen und scheitert dabei an ihren eigenen Gefühlen genauso wie an den Gefühlen ihren beiden Protagonisten. Bedways überrascht dabei mit einer erfrischenden Natürlichkeit inmitten einer unterkühlten Atmosphäre. Die Darsteller der drei Hauptcharaktere kommen ausgesprochen glaubwürdig rüber und die teils ausgesprochen expliziten Erotikszenen - auch wieder ein Filmemacher, der sich traut, HC-Sequenzen als Stilmittel zu nutzen - wirken nie anstößig oder deplatziert. Der Film zieht einen wirklich erstaunlich schnell in seinen Bann und verwöhnt die Ohren des Zuschauers zudem noch mit einem wirklich tollen Underground-Soundtrack. In meinen Augen ein wirklich sehenswerter Streifen.

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Rolf Peter Kahl 2010er female nudity Berlin


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SPEED


SPEED SPEED (DVD: Wicked Pictures, USA)
(OT: Speed | USA 2010 | Regie: Brad Armstrong)


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Gerade aus dem Gefängnis entlassen, muss sich die frühere Geliebte (Jessica Drake) eines Anführers (Derrick Pierce) einer Motorradgang mit der Tatsache auseinandersetzen, dass dieser sich mittlerweile mit anderen Frauen vergnügt und die Motorradgang selbst in gefährliche Auseinandersetzungen mit anderen Bikern verwickelt ist...

So, mal wieder eine dieser Großproduktionen aus dem Hause Wicked Pictures, mal wieder mein persönlicher HC-Liebling Jessica Drake in der Hauptrolle und - leider - mal wieder Brad Armstrong auf dem Regiestuhl. Warum lässt Wicked bei solchen Produktionen nicht einfach mal talentierte Leute wie Michael Raven ran? Speed hätte wirklich eine dieser außergewöhnlichen Feature-Produktionen werden können. Ansätze dafür waren reichlich vorhanden. Beispielsweise überraschend gut getimete Motorrad-Action-Sequenzen oder - zumindest zu Beginn des Films - der Versuch, so etwas wie einen richtigen Plot aufzubauen und echte Spannung zu erzeugen. Aber wie so oft verliert sich Armstrong in seinen einfach viel zu langen Sexszenen, die aber - das muss man ihm lassen - doch ziemlich abwechslungsreich und scharf inszeniert sind, und vergisst über diesen die Weiterentwicklung seines Plots. Erst im, für Filme dieser Art, wirklich toll gefilmten Finale fällt ihm dann wieder ein, dass er ja auch noch eine Geschichte zu erzählen hat und dann fügt er tatsächlich seine ganzen angefangenen Subplots zu einem großen Ganzen zusammen. Leider, wie so oft, ein bisschen arg spät.

Brad Armstrong Jessica Drake 2010er female nudity


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FLUCTUATIONS


FLUCTUATIONS :deepshit: FLUCTUATIONS :deepshit: (DVD: Something Weird Video, USA)
(OT: Fluctuations | USA 1970 | Regie: Joel Landwehr)


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Eine junge Frau liest in einem erotischen Roman und visualisiert in ihren Gedanken die Handlung des Buches...

What the fuck?!? Fluctuations von Regisseur Joel Landwehr ist ein Z-Movie aus dem New Yorker Underground der End-60er/Anfang-70er Jahre, einer Zeit, in der das Kino in Teilen sowieso langsam damit anfing, komplett Amok zu laufen. Landwehr verzichtet dabei vollkommen auf eine Handlung, und konfrontiert den Zuschauer stattdessen knapp 70 Minuten lang mit abgedrehten Bildfolgen und noch abgedrehteren Soundeffekten. Das waren bisher wohl die längsten 70 Minuten meines Lebens. Der Einfachheit halber zitiere ich mal den entsprechenden Covertext der DVD von Something Weird Video: “A bizarre don't-even-try-to-make-sense-of-it bombardment of sexual imagery that plays like stream-of-consciousness from a degenerate: threesomes, foursomes, lesbians, bondage, hair-whipping (!) and, believe it or not, even kung-fu. Avant-garde masterpiece or pure gutter trash? Perhaps both…”. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Ich dürfte somit am Grund des Exploitation-Sumpfes angelangt sein. :D

Joel Landwehr 1970er female nudity Sexploitation Roughie


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THE FRIGHTENED WOMAN


THE FRIGHTENED WOMAN THE FRIGHTENED WOMAN (DVD: Shameless, Großbritannien)
(OT: Femina ridens | Italien 1969 | Regie: Piero Schivazappa)


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Unter einem Vorwand lockt Dr. Sayer (Philippe Leroy) seine Angestellte Maria (Dagmar Lassander) in seine Villa um dort mit und an ihr seine sexuellen Fantasien auszuleben...

Es sind Filme wie dieser, weswegen ich dem italienischen Genrekino schon seit längerer Zeit komplett verfallen bin. Ein ausgesprochen wohlhabender älterer Herr lockt eine junge Frau über das Wochenende in sein mondänes Anwesen und lebt an und mit ihr seine sexuellen Fantasien aus. Das mag sich auf den ersten Blick jetzt vielleicht nicht sonderlich spektakulär anhören, ist aber dafür umso spektakulärer umgesetzt. Regisseur Piero Schivazappa verwöhnt den Zuschauer in seinem Drama über sexuelle Obsessionen mit purem “eye candy“. Allein das Set Design von Francesco Cuppini rechtfertigt die Sichtung dieses Streifens. Ein Film, dessen fast schon unterkühlte, mystische Schönheit nur schwer in Worte zu fassen ist. Arthouse meets Grindhouse - Kunst trifft auf Exploitation. Das Ergebnis ist ein einziger, psychedelischer Trip mit einem unglaublichen Plottwist am Ende, welcher dem Zuschauer komplett den Boden unter den Füßen wegzieht. Und was war das bitte für ein unglaublicher Score von Stelvio Cipriani? Ich ziehe meinen imaginären Hut.

TRAILER:


Piero Schivazappa Dagmar Lassander 1960er female nudity Shocksploitation Sexploitation


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FLY GIRLS


FLY GIRLS FLY GIRLS (Blu-ray: Digital Playground, USA)
(OT: Fly Girls | USA 2010 | Regie: Robby D.)


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Als der Sicherheitschef (Ben English) eines Flughafens Wind davon bekommt, dass sich ein Hardcore-Regisseur (Manuel Ferrara) gemeinsam mit seinen Darstellern (u.a. Jesse Jane, Katsumi, Jenna Haze) an Bord eines Flugzeugs schmuggeln will, um über den Wolken einen Reality-Porno zu drehen, klingeln bei ihm alle Alarmglocken. Und tatsächlich gelingt es ihm, den Regisseur, dessen Assistentin (Sasha Grey) und die vermeintlichen Darsteller abzufangen und in Gewahrsam zu nehmen. Doch dummerweise hat er dabei die echten Stewardessen (u.a. Nikki Benz) verhaftet und die Pornostars im Stewardessen-Outfit sind währenddessen ungehindert an Bord der Maschine gelangt...

Neben Vivid und Wicked Pictures ist Digital Playground einer der absoluten Big Player im San Fernando Valley. Mit den Filmen von Nic Andrews und insbesondere auch mit Pirates, bei dem Labelchef Joone selbst Regie führte, hat Digital Playground die Messlatte für Feature-Produktionen extrem hoch gelegt. Doch Nic Andrews hat sich mittlerweile schon lange aus dem Business zurückgezogen, Joone lässt sich nur äußerst selten selbst auf dem Regiestuhl nieder und so bleibt der aus dem Gonzo-Bereich stammende Robby D. als einer der wenigen Regisseure für das Label übrig. Und dessen Handschrift scheint nun leider auch bei den aktuelleren Feature-Produktionen omnipräsent zu sein. Diese Befürchtung habe ich zumindest nach der Sichtung von Fly Girls, einer in Ansätzen wirklich witzigen Komödie, die augenscheinlich mit einem ordentlichen Budget ausgestattet wurde, einen namhaften Cast vorweisen kann und auf den ersten Blick tatsächlich wie eine First-Class-Feature-Produktion aussieht. Robby D. lässt sich zunächst Zeit, seine Charaktere vorzustellen und seine Story zum Laufen zu bringen. Bis zur ersten Sexszene vergeht fast eine halbe Stunde - für eine HC-Produktion praktisch eine halbe Ewigkeit. Diese erste HC-Sequenz ist dann aber auch sehr ernüchternd ausgefallen, denn mit Robby D. gehen bei dieser und bei allen anderen Sexszenen im Film regelrecht die Gäule durch. Er kann seine Gonzo-Herkunft einfach nicht ablegen, vergisst vollkommen, dass es sich hierbei um eine Feature-Produktion handelt und das Zielpublikum solcher Filme ein gänzlich anderes ist als das seiner üblichen Ferkeleien. Der Sex ist roh, hart und schmutzig und passt so gar nicht in einen Film mit Handlung. Gonzo-Sex in einer Feature-Produktion - darauf kann zumindest ich gerne verzichten. Mal schauen, ob dies nun ein Einzelfall gewesen ist, oder andere aktuellere Feature-Produktionen dieses Labels ähnlich ausgefallen sind. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, werde ich Digital Playground von meiner Liste der wirklich sehenswerten HC-Labels wohl leider streichen müssen.

female nudity 2010er Sasha Grey Jesse Jane Robby D.


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THE WILD, WILD WORLD OF JAYNE MANSFIELD


THE WILD, WILD WORLD OF JAYNE MANSFIELD THE WILD, WILD WORLD OF JAYNE MANSFIELD (DVD: Something Weird Video, USA)
(OT: The Wild, Wild World of Jayne Mansfield | Deutschland/Frankreich/USA 1968 | Regie: Charles W. Broun Jr./Joel Holt/Arthur Knight)


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Schauspielerin Jayne Mansfield nimmt ihre Fans mit auf einen Trip durch Europa und die USA und stellt ihnen dabei insbesondere die erotischen Seiten des Nachtlebens von Großstädten wie Rom, Paris, New York und Los Angeles vor...

Mal wieder etwas aus dem Kuriositätenkabinett. Größtenteils bereits im Jahr 1964 gedreht, sollte dieser Streifen wohl einen der letzten verzweifelten Versuche darstellen, die zu diesem Zeitpunkt schon arg stagnierende Karriere von Jayne Mansfield wieder anzukurbeln. Mansfield reist durch Rom, Paris, New York und Los Angeles und stellt dem geneigten Zuschauer im pseudo-dokumentarischen Stil das Nachtleben und die "sexuellen Attraktionen" dieser Städte vor. Das Ergebnis ist pure Sexploitation mit viel unfreiwilliger Komik, will doch die Voice-Over-Narration von Carolyn De Fonseca in vielen Sequenzen so rein gar nicht zum jeweiligen Gesichtsausdruck der attraktiven Blondine passen. Das gefilmte Material sollte allerdings erst ein Jahr nach ihrem tragischen Tod - Mansfield kam im Jahr 1967 bei einem Autounfall ums Leben - unter dem Titel The Wild, Wild World of Jayne Mansfield das Licht der Leinwände erblicken und zwar angereichert - und jetzt wird es wirklich bizarr und auch ausgesprochen geschmacklos - mit einem gestellten Autounfall, Fotos von der realen Unfallstelle und Aufnahmen des trauernden Partners Mickey Hargitay und der beiden Söhne von Jayne und Mickey. Aus einer zuvor noch spaßigen Sexploitation-Doku wird so im Handumdrehen ein handfester und extrem reißerischer Mondo. Willkommen in der weiten Welt der Unglaublichkeiten des Shocksploitation-Films.

TRAILER:


Charles W. Broun Jr. Joel Holt Arthur Knight Jayne Mansfield 1960er female nudity Rom Paris Los Angeles New York Mondo Sexploitation Shocksploitation


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THE PIGKEEPER'S DAUGHTER


THE PIGKEEPER'S DAUGHTER THE PIGKEEPER'S DAUGHTER (DVD: Something Weird Video, USA)
(OT: The Pig Keeper's Daughter | USA 1972 | Regie: Bethel Buckalew)


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Moonbeam (Terry Gibson), die Tochter der Farmerseheleute Swyner (Gina Paluzzi und Bruce Kimball), soll endlich unter die Haube gebracht werden. Doch potentielle Kandidaten sind einfach nicht in Sicht und Moonbeam gibt sich zudem lieber mit ihrem kleinen Ferkel Lord Hamilton als mit Männern ab. Als eines Tages ein Verkäufer (Peter James) für Damenpflegeprodukte auf der Farm der Swyners auftaucht, sehen diesen in ihm den perfekten Gatten für Moonbeam und greifen zu drastischen Maßnahmen...

Sexploitation Southern Style. Wieder mal ein Film von Regisseur Bethel Buckalew und auch The Pigkeeper's Daughter reiht sich - welch Überraschung - qualitativ in die meisten sonstigen Farm- und Südstaaten-Exploiter dieses Regisseurs ein. Ähnlich wie in Streifen wie Country Cuzzins, Southern Comforts oder Tobacco Roody gibt es auch hier eine zu vernachlässigende Handlung, viel Sex und nackte Haut sowie eine Vielzahl bescheuerter Gags. Kennt man einen, kennt man alle - diese Phrase trifft auf Buckalews Filme definitiv zu. Einigermaßen unterhaltsam ist der ganze Blödsinn für den geneigten Genrefreund aber natürlich trotzdem ausgefallen. Und viel mehr erwarte ich von einem solchen Film auch gar nicht. Und Zuschauer, die nicht in die tiefsten Abgründe des amerikanischen Exploitation-Films abtauchen wollen, werden um Filme wie diesen verständlicherweise sowieso einen ganz großen Bogen machen.

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Bethel Buckalew 1970er female nudity Sexploitation Hixploitation


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SLEEPING AROUND


SLEEPING AROUND SLEEPING AROUND (DVD: Wicked Pictures, USA)
(OT: Sleeping Around | USA 2006 | Regie: Stormy Daniels)


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Die beiden Schwestern Jill (Stormy Daniels) und Courtney (Eva Angelina) könnten unterschiedlicher nicht sein. Jill, eine erfolgreiche und unabhängige Geschäftsfrau, Courtney, eine romantische Träumerin auf der Suche nach dem Mann fürs Leben, die gerade von einem fiesen Playboy (Randy Spears) komplett abserviert wurde. Und während Courtney sich im Haus ihrer Schwester von ihrem Liebeskummer zu erholen versucht, bekommt diese eher zufällig, sich für ihre Schwester zu rächen…

Schweinskram. :D Ist immer wieder interessant zu sehen, wie sich Darsteller auf der anderen Seite der Kamera so anstellen. Für Sleeping Around verfasste Wicked Pictures Contract Star Stormy Daniels das Drehbuch, nahm auf dem Regiestuhl Platz und übernahm auch gleich noch die Hauptrolle. Herausgekommen ist eine spaßige Komödie mit einem sich um Eifersucht, Betrug und Rache drehenden Plot. Wenn man bedenkt, dass Sleeping Around einen der ersten Gehversuche von Stormy Daniels als Regisseurin darstellt, ist das Ergebnis sogar ziemlich beachtlich ausgefallen. Die Ferkeleien sind abwechslungsreich genug - und vor allem nicht zu lange - geraten, um den Zuschauer nicht in Langeweile ausbrechen zu lassen, und auch auf eine ordentliche Storyentwicklung hat Stormy Daniels durchaus geachtet. Da hab ich schon deutlich schlechtere Beiträge von deutlich renommierteren Regisseuren zu Gesicht bekommen.

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Stormy Daniels 2000er Rache female nudity


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9½ WOCHEN


9½ WOCHEN 9½ WOCHEN (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Nine ½ Weeks | USA 1986 | Regie: Adrian Lyne)


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Als Elizabeth (Kim Basinger), Assistentin in einer Kunstgalerie, zufällig den geheimnisvoll erscheinenden John (Mickey Rourke) kennenlernt, entwickelt sich zwischen den beiden eigentlich völlig verschiedenen Menschen eine innige Beziehung voller Leidenschaft. Eine Beziehung allerdings, die Elizabeth von Tag zu Tag mehr abverlangt und in eine regelrechte Abhängigkeit von ihrem Partner treibt…

Der erotische Spielfilm. Das unbekannte Wesen. Kaum ein Genre hat es beim Publikum wohl so schwer zu landen wie das des erotischen Films. 9½ Wochen von Regisseur Adrian Lyne zählt zu den relativ wenigen, ziemlich erfolgreichen Vertretern des Genres und ich möchte sogar so weit gehen, zu behaupten, dass dieser Streifen wohl zu den bekanntesten Genrevertretern überhaupt zählen dürfte. Nicht ohne Grund, denn Lyne schafft mit 9½ Wochen das, was andere Regisseure mit ihren Genrebeiträgen nicht schaffen: eine dem geneigten Zuschauer tatsächlich fesselnde Geschichte zu präsentieren. Die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Protagonisten wird nie langweilig, die erotischen Sequenzen sind tatsächlich im höchsten Maße erotisch ausgefallen und die stylishe und teils - für die 80er Jahre ja oft so typische - unterkühlte Atmosphäre des Films trägt einen weiteren Teil zum Gelingen des Streifens bei. Und dann gibt's auch noch die eine oder andere wirklich mehr als erinnerungswürdige Sequenz oben drauf. Oder gibt es tatsächlich einen Menschen, der diesen Film kennt und beim Hören des Cocker-Songs "You Can Leave Your Hat On" nicht an die Strip-Szene von Kim Basinger denken muss?

TRAILER:


Adrian Lyne Mickey Rourke Kim Basinger 1980er female nudity


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DARK ANGELS 2: BLOODLINE


DARK ANGELS 2: BLOODLINE DARK ANGELS 2: BLOODLINE (DVD: New Sensations, USA)
(OT: Dark Angels 2: Bloodline | USA 2005 | Regie: Nic Andrews)


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Um das Überleben seiner Art zu sichern, benötigt Vampir Draken (Barrett Blade) dringend ein Elixier, welches den Schlüssel zur Unsterblichkeit darstellt. Dieses Elixier fließt ausgerechnet durch die Adern der einfachen Bedienung Jesse (Sunny Lane) und so muss diese sich plötzlich damit auseinandersetzen, ins Fadenkreuz der Vampire geraten zu sein. Einzig der Vampirjäger Jack Cross (Dillon Day) kann nun Jesses Leben noch retten…

Ich habe es hier ja schon häufiger geschrieben: Nic Andrews war für mich der ungekrönte König des modernen Feature-Films. Mit Dark Angels 2: Bloodline hat er leider sein bis heute letztes Werk abgeliefert und für Nic Andrews selbst hat sich mit diesem Film - war der 5 Jahre früher entstandene Vorgänger einst seine allererste Arbeit im Feature-Bereich - wohl in gewisser Weise ein Kreis geschlossen. Die Entwicklung, die Nic Andrews in diesen 5 Jahren hingelegt hat, ist für den HC-Bereich schon mehr als beachtlich. Schaffen es andere Feature-Regisseure wie beispielsweise Brad Armstrong von Wicked Pictures oder auch Robby D. von Digital Playground kaum, sich filmisch großartig weiterzuentwickeln, so war bei Nic Andrews diese Weiterentwicklung in praktisch jedem seiner Filme zu spüren. Vom noch ausgesprochen rohen Dark Angels bis zur nahezu perfekten Symbiose zwischen Sex und Handlung in der nun von mir gesichteten Fortsetzung - ein wahrlich großer Schritt und es ist wirklich bedauerlich, dass dieser Regisseur den Fans des "anspruchsvollen" Schmuddelfilms keine weiteren Filme mehr geschenkt hat. Andrews legt - und das entscheidet ihn von praktisch allen anderen noch aktiven Regisseuren in diesem Bereich - sein Hauptaugenmerk tatsächlich auf die Handlung und seine Charaktere. Der Sex ist nur schmückendes Beiwerk, welches aber auch absolut perfekt von ihm inszeniert wird. Und auch die Tatsache, dass in Dark Angels 2: Bloodline nicht die üblichen Silikon-Bomber mit von der Partie sind, sondern praktisch ausschließlich Darstellerinnen (bei einer Dame war ich mir da nicht ganz sicher), die sich noch nicht unters Messer irgendwelcher Schönheitschirurgen gelegt haben, soll hier nicht unerwähnt bleiben.
Wer vielleicht wirklich mal Lust auf diese Art der Pornographie hat, kommt an den Filmen von Nic Andrews definitiv nicht vorbei.

Nic Andrews Ron Jeremy 2000er car chase female nudity Sequel Vampir


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BLUE MOVIE


BLUE MOVIE BLUE MOVIE (DVD: Wicked Pictures, USA)
(OT: Blue Movie | USA 1995 | Regie: Michael Zen)


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Die junge Reporterin Alice (Jenna Jameson) wird auf den erfolgreichen Porno-Regisseur Peter Bent (Steven St. Croix) angesetzt. Am Set des neuen Films von Bent soll sie Informationen für eine spektakuläre Enthüllungsgeschichte sammeln...

Was auf den ersten Blick nur wie eine von vielen unzähligen HC-Produktionen mit Handlung erscheinen mag, hat für seine Hauptdarstellerin im Speziellen und den pornographischen Film im Allgemeinen rückblickend dann doch eine etwas größere Bedeutung. Mit Blue Movie und dem im selben Jahr erschienenen The Wicked One startete nämlich die in der HC-Branche bis zum heutigen Tage noch immer beispiellose Karriere von Jenna Jameson, dem neben Ron Jeremy wohl ersten echten Superstar der Branche. Porno sollte in den Folgejahren der Schritt in den Mainstream gelingen und der mausetote Feature-Film erlebte dank des großen Erfolgs von Blue Movie und The Wicked One bei den Konsumenten eine durchaus erfolgreiche Wiederbelebung, die erfreulicherweise bis zum heutigen Tage anhält.
Regisseur Michael Zen hat mit Blue Movie eine witzige Film-im-Film-Geschichte gedreht, garniert mit gnadenlosem Over-Acting, debilen Gags und heißem Sex. Das beim Dreh des Streifens zur Verfügung gestandene Budget dürfte wirklich ausgesprochen niedrig gewesen sein - wie gesagt, der Feature-Film war zum damaligen Zeitpunkt praktisch tot und billige Gonzo-Produktionen bestimmten ganz alleine den Markt - und allein aus diesem Grund kommt das Gezeigte natürlich noch alles ziemlich hölzern daher. Mit Feature-Highlights der jüngeren Vergangenheit lässt sich Blue Movie also nur schlecht vergleichen und von Filmen wie Pirates ist Zens Film qualitativ meilenweit entfernt. Aber er hat halt in meinen Augen seinen Anteil dazu beigetragen, dass Freunde des gepflegten Schmuddelkinos sich nicht ausschließlich auf die wohl für immer unerreichten Klassiker des Golden Age of Porn aus den 70er und frühen 80er Jahren konzentrieren müssen, sondern sich auch aktuelle HC-Produktionen mit Handlung zu Gemüte führen können. Und das kann man Regisseur Michael Zen und seinem Blue Movie - und auch den anderen Feature-Filmen aus der Mitte der 90er Jahre - gar nicht hoch genug anrechnen.

Michael Zen Jenna Jameson 1990er female nudity


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NUDE ON THE MOON


NUDE ON THE MOON NUDE ON THE MOON (DVD: Something Weird Video, USA)
(OT: Nude on the Moon | USA 1961 | Regie: Raymond Phelan/Doris Wishman)


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Der ehrgeizige Wissenschaftler Dr. Jeff Huntley (Lester Brown) arbeitet gemeinsam mit seinem Mentor Professor Nichols (William Mayer) daran, eine Rakete zu entwickeln um damit zum Mond zu fliegen. Aufgrund einer unerwarteten Finanzspritze können die beiden ihr Werk tatsächlich vollenden und den Mondflug angehen. Auf dem Mond gelandet, entdecken sie nach kurzer Zeit eine Art Nudistencamp...

Willkommen in der Welt des Nudie-Films der frühen 60er Jahre und willkommen in der Welt der Unglaublichkeiten. Nude on the Moon ist wieder mal ein herrlich bescheuertes Beispiel für die Anstrengungen von Filmemachern, ein bisschen nackte Haut - an der Zensur vorbei - auf die Leinwände zu zaubern. Zwei Wissenschaftler organisieren praktisch im Alleingang in einer selbst gebauten Rakete einen Flug zum Mond und entdecken dort ein Nudistencamp. Ja, auf so einen Plot muss man erst mal kommen. Während die Vorbereitung und der Mondflug selbst herrlich bescheuert und einfach nur saukomisch ausgefallen sind (es sind Kleinigkeiten, die zwangsläufig zu einem fetten Grinsen beim Zuschauer führen müssen, wie z.B. die Tatsache, dass sich die beiden Wissenschaftler, nebeneinander in der Rakete sitzend, über Funkgeräte miteinander verständigen), wird es spätestens nach der Landung auf dem Mond einfach nur noch absurd und bedauerlicherweise nur noch schwer zu ertragen. Nackte Mondbewohner hüpfen planlos durch die Gegend und werden dabei von den beiden Forschern - natürlich unter streng wissenschaftlichen Gesichtspunkten - beobachtet. So geht das dann praktisch bis zum Filmende und dass sich dabei jede Menge Längen einschleichen, dürfte wohl niemanden verwundern. Nach einem sehr sympathischen und verdammt komischen ersten Drittel, wird es mit fortschreitender Laufzeit leider immer schwieriger, den Film durchzustehen. Aber da habe ich schon ganz andere Härtefälle in den letzten Jahren überstanden. Verantwortlich für den ganzen Blödsinn zeichnete sich übrigens Regisseurin Doris Wishman, die mit Nudie-Filmchen ihre Karriere startete und wenige Jahre später das Genrepublikum mit dem einen oder anderen Sexploitation-Kracher verwöhnen sollte.

CLIP:


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