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One Night Stands und wahre Liebe


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RESIDENT EVIL: AFTERLIFE


RESIDENT EVIL: AFTERLIFE RESIDENT EVIL: AFTERLIFE (Blu-ray: Sony, Großbritannien)
(OT: Resident Evil: Afterlife | Deutschland/Frankreich/Kanada/USA 2010 | Regie: Paul W.S. Anderson)


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Für den vierten Teil der RESIDENT EVIL-Reihe kehrt Paul W.S. Anderson, Regisseur des Auftaktfilms, auf den Regiestuhl zurück und führt seine selbst begonnene und von Alexander Witt (Teil 2) und insbesondere Russell Mulcahy (Teil 3) durchaus beeindruckend fortgeführte Arbeit auf nahezu perfekte Art und Weise weiter. Bereits Mulcahy hatte sich im unmittelbaren Vorgänger RESIDENT EVIL: EXTINCTION von allen Fesseln, die ein herkömmlicher Plot so mit sich bringt, befreit und erzählte seine "Story" fast ausschließlich mit der Kraft seiner eindrucksvollen Bilder. Anderson scheint diese Art des Geschichtenerzählens mit Teil 4 nun perfektionieren zu wollen. RESIDENT EVIL: AFTERLIFE ist in visueller Hinsicht schlicht atemberaubend, die einzelnen Action-Sequenzen scheinen nicht von dieser Welt zu sein und der geschickte Einsatz der 3D-Technik ist tatsächlich nahe an der Perfektion. Die Ankunft des T-Virus in Japan, die Bilder des brennenden Los Angeles, der Kampf gegen den mutierten Riesenzombie, usw., usf. - RESIDENT EVIL: AFTERLIFE läuft vor denkwürdigen Sequenzen schier über und zieht über die komplette Laufzeit absolut in seinen Bann. Aber Andersons grandiose Bildsprache wäre wahrscheinlich nur halb so effektiv, wenn sie ohne das vorhandene Sound Design und dem fast schon hypnotisierend wirkenden Score von tomandandy daherkommen würde. Anderson und sein Team haben hier die perfekte Symbiose zwischen Bild und Ton gefunden. Herausgekommen ist ein Film, der auch komplett ohne Dialoge auskommen würde und der seine Geschichte allein durch seine audio-visuelle Kraft erzählt. Toll!

TRAILER:


Paul W.S. Anderson Milla Jovovich Ali Larter 2010er Sequel Dystopie Zombie Rache Los Angeles


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LOST - STAFFEL 6


LOST - STAFFEL 6 LOST - STAFFEL 6 (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 6 | USA 2010 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)


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Hosianna, es ist vollbracht! Ich bin erlöst. LOST hat endlich sein überfälliges Ende gefunden. Wobei mich Staffel 6 - nach dem ab der 3. Staffel immer schneller voranschreitenden Qualitätsabfall - zunächst durchaus positiv überrascht hat. Die ersten paar Folgen fand ich richtig gut und ich hatte durchaus Hoffnung, dass ich mich mit LOST letztendlich doch noch würde versöhnen können. Insbesondere die Handlung in der "alternativen Realität" fand ich ausgesprochen gelungen. Doch die positiven Eindrücke hielten nicht lange an. Bereits nach wenigen Folgen fing LOST erneut damit an extrem zu nerven und zu langweilen. Ein Zustand, der bis zur vorletzten Folge andauern sollte. Erst das Finale fand ich persönlich dann doch wieder sehenswert. Hier war zumindest zeitweise etwas von der Magie und dem Zauber zu spüren, die LOST in den ersten beiden Staffeln zu einem wirklich herausragenden TV-Ereignis gemacht hatten. Am Ende bleibt bei mir nur Verwunderung darüber, wie man es schafft, ein an sich hochinteressantes Serienprojekt mit Vollgas so dermaßen gegen die Wand zu fahren, dass man es am Ende des Tages nur als kläglich gescheitert bezeichnen kann.
Zum von wohl 95% der LOST-Fans so verhassten Finale braucht man dagegen in meinen Augen keine großen Worte verlieren. In letzter Konsequenz fand ich diese Auflösung sogar sehr passend. Nach dem ganzen Chaos, in das sich J.J. Abrams und sein Autorenteam in den Staffeln zuvor verstrickt hatten, sollte es doch jedem von Anfang an klar gewesen sein, dass irgendwann die Reißleine gezogen werden musste und LOST nur durch eine Art "Deus ex machina" beendet werden konnte. Und so ist es ja dann auch wirklich gekommen. Hier kann doch nicht ernsthaft jemand mit einer großen Aha-Auflösung und der Beantwortung all der Fragen gerechnet haben, die letztendlich sowieso niemanden mehr interessiert haben dürften.
Wenn ich persönlich zu LOST nur einen einzigen Satz sagen sollte, wäre es dieser hier: "Don't believe the hype!"
Ich habe in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Serien gesehen und mir fällt tatsächlich nicht eine einzige ein, die noch schwächer als LOST gewesen wäre.

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J.J. Abrams Jeffrey Lieber Damon Lindelof Michelle Rodriguez 2010er


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AL TROPICO DEL CANCRO


AL TROPICO DEL CANCRO AL TROPICO DEL CANCRO (DVD: Camera Obscura, Deutschland)
(OT: Al tropico del cancro | Italien 1972 | Regie: Giampaolo Lomi/Edoardo Mulargia)


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Ausgesprochen nett anzusehende Mischung aus Giallo und Abenteuerfilm, die dem Zuschauer das für einen Giallo so typische Verwirrspiel mit einer ganzen Armada zwielichtiger Typen aufbietet und dieses vor der exotischen Kulisse von Haiti ablaufen lässt. So wirklich spannend ist AL TROPICO DEL CANCRO leider nicht geraten, stattdessen verlassen sich die beiden Regisseure Giampaolo Lomi und Edoardo Mulargia lieber auf die Magie ihres Handlungsortes und die Souveränität ihrer Darstellerriege - schließlich befinden sich mit Anthony Steffen, Anita Strindberg, Gabriele Tinti, Umberto Raho und Stelio Candelli gleich fünf Schauspieler in der Besetzungsliste, die nicht gerade wenige Genrefilme aus "Bella Italia" mit ihrer Anwesenheit veredelt haben. So ist AL TROPICA DEL CANCRO dann auch eher ein Schaulaufen von insbesondere Steffen, Strindberg und Tinti geworden und bietet nicht viel mehr als eine Aneinanderreihung diverser Schauwerte, die hin und wieder auch die Grenzen des guten Geschmacks auszuloten versuchen. AL TROPICO DEL CANCRO ist sicher kein Highlight des Genres, ist für kurzweiligen Eskapismus aber dennoch richtig gut geeignet und punktet außerdem mit einem ausgesprochen schönen Score von Komponist Piero Umiliani und dieser einfach nur geilen Sequenz, in der die von Anita Strindberg gespielte Grace nach Drogeneinfluss zu halluzinieren beginnt.

TRAILER:


Giampaolo Lomi Edoardo Mulargia Anthony Steffen Anita Strindberg 1970er female nudity Giallo


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CASUS KIRAN


CASUS KIRAN CASUS KIRAN (DVD: Onar Films, Griechenland)
(OT: Casus Kiran | Türkei 1968 | Regie: Yilmaz Atadeniz)


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So was nennt man dann wohl eine komplett irrsinnige Achterbahnfahrt. In CASUS KIRAN macht sich ein maskierter Superheld mit einem attraktiven weiblichen Sidekick auf Verbrecherjagd und versucht als titelgebender "Spy Smasher" eine gefährliche Gangsterorganisation zu zerstören, die vom mysteriösen "The Mask" geleitet wird, der sein Gesicht hinter einer Serviette verbirgt, in die er zwei Augenschlitze geschnitten hat (!!!).
Regisseur Yilmaz Atadeniz inszeniert die Jagd auf "The Mask" als wilde Abfolge von Schlägerein, Schießereien und Verfolgungsjagden. Der Begriff "Location Hopping" bekommt in CASUS KIRAN dabei eine komplett neue Bedeutung. Atadeniz hat in seine gut 67 Minuten, die CASUS KIRAN in der vorliegenden Version (noch) dauert, Action und Schauwerte am laufenden Band gepackt, die locker für drei oder vier Filme reichen könnten. Hier von einer rasanten Inszenierung zu sprechen wäre maßlos untertrieben. CASUS KIRAN raubt einem als Zuschauer regelrecht den Atem und ist ein Paradebeispiel für durchgedrehtes Exploitationkino aus der Türkei. Bei einem Film wie diesem schlägt das Herz des Trash-Liebhabers in mir nicht nur eine Stufe höher. Einfach herrlich! :love:
Wobei es natürlich nicht auszuschließen ist, dass die mir vorliegende Fassung nicht mehr ganz vollständig und ein Teil der vermittelten Rasanz auch darauf zurückzuführen ist. Zahlreiche Jump Cuts und teils auch zu abenteuerliche Szenenwechsel lassen definitiv darauf schließen. Da für die DVD-Veröffentlichung die letzten noch existierenden Elemente gerettet und halbwegs restauriert werden konnten, muss man allerdings froh sein, dass man diesen Film überhaupt noch zu Gesicht bekommen kann. Ohne den unermüdlichen Einsatz des leider viel zu jung verstorbenen Bill Barounis und seines nicht mehr existierenden Ein-Mann-Labels Onar Films wäre CASUS KIRAN - und wahrscheinlich auch eine Handvoll weiterer Exploitationfilme aus der Türkei - wohl für immer verloren gegangen.

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Yilmaz Atadeniz 1960er Turksploitation car chase


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LOST - STAFFEL 5


LOST - STAFFEL 5 LOST - STAFFEL 5 (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 5 | USA 2009 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)


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Das Interessanteste an dieser fünften Staffel von LOST ist, zu beobachten, wie die Macher es tatsächlich geschafft haben, eine in den ersten beiden Staffeln wirklich richtig gute Serie mittlerweile qualitativ komplett gegen die Wand zu fahren. Eignete sich bereits die vierte Staffel nur noch zum Berieseln lassen, ist Staffel Nr. 5 nicht mal mehr dafür geeignet. LOST entwickelt sich für mich von Folge zu Folge immer mehr zu einem echten Ärgernis und es hat eine gefühlte halbe Ewigkeit gedauert, bis ich mich durch diese Staffel nun endlich durchgekämpft habe. Die ersten paar Folgen waren noch ganz in Ordnung, aber insbesondere zum Ende dieser Staffel wurde die Episoden zäh wie Kaugummi. Die zu Beginn der Serie noch so sorgfältig aufgebauten Charaktere? Die Gänsehaut verursachende Spannung? Die tolle Mystery-Atmosphäre? Es ist wirklich nichts mehr von dem vorhanden, wodurch sich LOST in den ersten beiden Staffeln ausgezeichnet hat. Stattdessen herrscht gepflegte Langeweile, die Handlung - die man mittlerweile einfach nur noch als absurd, plan-, konzept- und substanzlos sowie überkonstruiert bezeichnen kann - könnte egaler nicht sein und all die Antworten auf all die Fragen, die LOST bisher aufgeworfen hat, will man überhaupt nicht mehr haben. Einzig mein Komplettierungswahn wird dazu führen, dass ich mich auch noch durch die sechste und glücklicherweise letzte Staffel dieses riesengroßen Ballons heißer Luft quälen werde.

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J.J. Abrams Jeffrey Lieber Damon Lindelof Michelle Rodriguez Cheech Marin 2000er


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FORCED VENGEANCE


FORCED VENGEANCE FORCED VENGEANCE (DVD: Warner, USA)
(OT: Forced Vengeance | USA 1982 | Regie: James Fargo)


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FORCED VENGEANCE ist der letzte Film aus Norris' früher Phase - bevor er schließlich seinen großen Durchbruch mit LONE WOLF MCQUADE schaffte - und erzählt auf irgendwie komische Art und Weise eine ziemlich geradlinige Rachegeschichte incl. Jagd/Flucht-Szenario, durch die sich Chuck Norris mit gefühlten 2,5 Gesichtsausdrücken "schauspielert" und prügelt. Komisch aus dem Grund, weil in FORCED VENGEANCE eigentlich immer etwas geboten ist, der Film aber dennoch - und insbesondere im Vergleich zu späteren Norris-Vehikeln wie INVASION U.S.A. oder MISSING IN ACTION - komplett unspektakulär und fast schon ruhig inszeniert wirkt. Vielleicht liegt das auch am Handlungsort Hongkong, der mit seinem fernöstlichen Flair, seiner Exotik und Romantik - auch in Verbindung mit William Goldsteins Score - eine gewisse beruhigende Wirkung auf den Zuschauer ausübt. Vielleicht liegt es aber auch einfach an der Tatsache, dass FORCED VENGEANCE noch nicht so "over the top" ist wie Norris' spätere Filme, die diversen Kampf- und Actionszenen - trotz einiger toller Einfälle von Regisseur James Fargo - oft nicht wirklich gut choreographiert wirken und die durchaus vorhandenen Härten durch den immer wieder vorhandenen Humor (auch wenn dieser - insbesondere in den Voice-Over-Sequenzen von Norris - manchmal etwas arg unfreiwillig zu sein scheint) nicht wirklich ihre volle Wirkung entfalten können. So wirkt FORCED VENGEANCE oft etwas unausgegoren, dem Unterhaltungswert des Streifens schadet das aber keineswegs. FORCED VENGEANCE ist sicher ziemlich weit davon entfernt, ein guter Film zu sein, macht aber verdammt viel Spaß und wird jedem Freund des 80er-Jahre-Actionfilms hiermit wärmstens empfohlen.

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James Fargo Chuck Norris Tony Leung Chiu-Wai 1980er Hongkong female nudity


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THE LAST CHASE


THE LAST CHASE THE LAST CHASE (DVD: Code Red, USA)
(OT: The Last Chase | Kanada/USA 1981 | Regie: Martyn Burke)


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In THE LAST CHASE versucht der ehemalige Rennfahrer Franklyn Hart (Lee Majors) gemeinsam mit einem Internatsschüler (Chris Makepeace) im letzten Fahrzeug, welches sich noch im Privateigentum befindet, in einer Fahrt quer durch Amerika in den freien Staat von Kalifornien zu gelangen und soll mit allen Mitteln daran gehindert werden, sein Ziel zu erreichen.
Entstanden zur Zeit der zweiten Ölkrise Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre ist THE LAST CHASE von Regisseur und Co-Autor Martyn Burke in allererster Linie natürlich eine dystopische Zukunftsvision einer Welt, in der der Rohstoff Öl nur noch der Regierung zur Verfügung steht und die Bevölkerung der "privaten" Mobilität vollends beraubt wurde. THE LAST CHASE ist aber auch ein Plädoyer für Freiheit, denn um nichts anderes geht es dem Hauptcharakter dieser Geschichte, die von Burke in einer Mischung aus Drama, Road Movie und Carsploitation erzählt wird. In seinen besten Momenten erinnert THE LAST CHASE dann auch ein kleines bisschen an eine post-apokalyptische Version des grandiosen VANISHING POINT.
Doch leider sind echte Highlights in Burkes Film ziemliche Mangelware und das ist für den Unterhaltungswert eines B-Movies, welches ja gerade von seinen Schauwerten zu leben hat, natürlich pures Gift. Die Handlung plätschert über die komplette Laufzeit nur so vor sich hin und dem ganzen Film fehlt es einfach an Dynamik und Rasanz. Die Tatsache, dass keinerlei Autos mehr existieren und Franklyn Hart in seinem Rennen mit dem Ziel Kalifornien so keine Gegner auf der Straße hat, sondern stattdessen von einem alten Kampfjet gestoppt werden soll, raubt THE LAST CHASE zusätzlich die Spannung und lässt den ganzen Verlauf der Flucht in die Freiheit doch ziemlich unglaubwürdig erscheinen. So bleibt am Ende lediglich eine interessante Idee übrig, die leider in einer absolut mittelmäßigen Genreproduktion verwurstet wurde.

TRAILER:


Martyn Burke Lee Majors 1980er car chase Dystopie Carsploitation Nahe Zukunft Crown International Pictures


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DIE SCHLÜMPFE


DIE SCHLÜMPFE DIE SCHLÜMPFE (Blu-ray: Sony, Deutschland)
(OT: The Smurfs | USA 2011 | Regie: Raja Gosnell)


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35 Jahre nach ihrem ersten Leinwandabenteuer und 30 Jahre nach dem Start der Serie bekommen die Schlümpfe ihren zweiten Kinofilm spendiert in dem sie sich nicht nur wagemutig durch New York kämpfen, sondern auch noch das Leben von Hauptdarsteller Neil Patrick Harris gehörig auf den Kopf stellen.
THE SMURFS von Regisseur Raja Gosnell bietet kindgerechte Unterhaltung, die bei der anvisierten Zielgruppe definitiv für große Augen sorgen dürfte. In dem ziemlich rasant inszenierten Film ist eigentlich immer was geboten - über die für einen Kinderfilm fast schon episch zu nennende Laufzeit von gut 100 Minuten schleichen sich praktisch keine Längen ein -, die Gags dürften für die anvisierte Zielgruppe richtig gut funktionieren und lassen ab und an auch das erwachsene Publikum ein bisschen schmunzeln. Anders als bei einer Vielzahl der Animationsfilme aus den letzten Jahren, die eigentlich immer auch eine erwachsene Zielgruppe ansprechen, gibt es bei THE SMURFS jedoch nicht sonderlich viel für ein erwachsenes Publikum zu entdecken. Ein paar Filmzitate (beispielsweise eine nette Hommage an Wilders THE SEVEN YEAR ITCH) und Neil Patrick Harris, den man sich eigentlich immer anschauen kann. Das war es dann auch schon. Hätte mir da schon ein bisschen mehr erhofft. Allerdings relativiert sich diese Erwartungshaltung nach einem kurzen Blick auf die Filmographie des Regisseurs. Schaut man sich nämlich die bisherigen Regie-Credits von Gosnell mit Filmen wie HOME ALONE 3, BIG MOMMA’S HOUSE oder BEVERLY HILLS CHIHUAHUA an, dürfte einem sehr schnell klar sein, dass THE SMURFS nicht viel mehr als kindgerechte Unterhaltung bieten kann.

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Raja Gosnell 2010er New York Remake


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SKYFALL


SKYFALL SKYFALL (Blu-ray: MGM/20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Skyfall | Großbritannien/USA 2012 | Regie: Sam Mendes)


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Mit CASINO ROYALE und Daniel Craig als neuen Bond-Darsteller zogen die Macher im Jahr 2006 die Notbremse und verhalfen dem Franchise zu einem sicher streitbaren, aber auch dringend notwendigem Reboot. Doch die Ernüchterung folgte 2 Jahre später mit QUANTUM OF SOLACE, einem ganz vorzüglichen Actionfilm, der allerdings nicht mehr wirklich als Bond-Film zu identifizieren war. In QUANTUM OF SOLACE hätte der Hauptcharakter auch Jason Bourne heißen können und keinen Menschen hätte es gewundert.
Nun also SKYFALL, der dritte Auftritt von Daniel Craig in der Rolle des britischen Agenten, und mit dem unmittelbaren Vorgänger im Hinterkopf hatte ich doch meine Bedenken, ob die Reihe noch mal die Kurve kriegen kann. Diese Bedenken stellten sich zum Glück als weitestgehend unbegründet heraus. Zwar gibt es auch in SKYFALL Licht und Schatten, die positiven Seiten überwiegen aber ganz klar. Eigentlich gibt es für mich persönlich nur zwei Gründe zur Kritik: zum einen Javier Bardem als Bösewicht, der mich in dieser Rolle überhaupt nicht überzeugen konnte (die Figur war viel zu überzeichnet angelegt und Bardems ständiges Overacting hat überhaupt nicht zum ansonsten recht ernsten Tonfall des Films gepasst) und zum anderen die praktisch völlige Abwesenheit eines klassischen Bondgirls (weder Naomie Harris als Eve noch Bérénice Marlohe als Severine können diese Rolle ausfüllen; und ein Bond-Film ohne echtes Bond-Girl geht eigentlich gar nicht). Auf der Haben-Seite stehen dafür eine unfassbar gute Pre-Credits-Sequenz, die nicht mehr und nicht weniger als "Bond pur" ist und bei deren Sichtung man sofort weiß, dass man in den nächsten 2 Stunden einen Bond-Film zu sehen bekommt. Und auch die Tatsache, dass mit Ben Whishaw ein neuer Q installiert wurde und auch das eine oder andere kleinere Gadget seinen Weg in den Film gefunden hat, hat mich positiv überrascht. Der Plot von SKYFALL ist zudem ausgesprochen spannend geraten und Regisseur Sam Mendes hat seine vereinzelten Action-Set-Pieces richtig gut platziert. Großartig die Sequenz während der Anhörung von M, toll die Verfolgungsjagd durch die U-Bahn-Stationen und einfach nur spektakulär das explosive Finale. Weitere Pluspunkte: das typische Bond-Flair und diese gewisse Leichtigkeit in der Inszenierung, die auch in CASINO ROYALE trotz aller Ernsthaftigkeit noch vorhanden waren und die QUANTUM OF SOLACE vollkommen vermissen hat lassen, kehren in SKYFALL langsam aber sicher zurück. Die zum 50-jährigen Jubiläum der Reihe eingefügten Referenzen an diverse frühere Bond-Abenteuer (u.a. gibt es ein Wiedersehen mit dem Aston Martin aus GOLDFINGER) fand ich absolut gelungen, Adeles Titelsong ist einer der besten Bondsongs aller Zeiten und diese letzte Minute vor dem Abspann schürt unglaubliche Vorfreude auf das, was da in Zukunft noch so kommen mag. Ja, ich bin schon ziemlich begeistert von SKYFALL.

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Sam Mendes Daniel Craig Javier Bardem Ralph Fiennes 2010er Oscar Winner Oscar Nominee car chase London Sequel Rache


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HUGO CABRET


HUGO CABRET HUGO CABRET (Blu-ray: Paramount, Deutschland)
(OT: Hugo | USA 2011 | Regie: Martin Scorsese)

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In HUGO lebt ein Waisenjunge in den 30er Jahren hinter den Wänden im Pariser Hauptbahnhof, hält dort unbemerkt die Uhren am laufen und versucht verzweifelt eine mechanische Figur, das einzige Vermächtnis seines Vaters, zu reparieren und wieder gangbar zu machen.
Innerhalb der Filmographie von Regisseur Martin Scorsese dürfte HUGO sicher der außergewöhnlichste Film sein, ist er doch ziemlich weit weg von den sonst so toughen Gangstergeschichten (u.a. GOODFELLAS, CASINO), Thrillern (u.a. THE DEPARTED, SHUTTER ISLAND) und Dramen (u.a. TAXI DRIVER, RAGING BULL, BRINGING OUT THE DEAD) für die Scorsese üblicherweise bekannt ist und von Filmfans auf der ganzen Welt verehrt wird. Aber Scorsese beweist auf beeindruckende Art und Weise, dass er auch die Inszenierung eines Films wie HUGO beherrscht wie fast kein Zweiter.
Mit maßgeblicher Unterstützung seiner beiden Jungschauspieler Asa Butterfield und Chloë Grace Moretz (letztere ist seit ihrem fulminanten Auftritt in KICK-ASS ja schon fast nicht mehr aus der aktuellen Kinolandschaft wegzudenken) zaubert Scorsese mit HUGO einen einfach nur traumhaft schönen Film auf die Leinwand. HUGO ist ein Plädoyer für die Macht der Fantasie, eine Liebeserklärung an die Magie des Kinos und eine Hommage und tiefe Verneigung vor den Pionieren im Bereich der "moving pictures" im Allgemeinen und Georges Méliès im Besonderen. Weiter veredelt mit großartigen Schauspielern wie beispielsweise Ben Kingsley, Christopher Lee und Sacha Baron Cohen, ausgestattet mit einem wundervollen Score von Komponist Howard Shore und eingefangen in teils wunderschönen und das tolle Production Design voll zur Geltung bringenden Bildern von Kameramann Robert Richardson ist HUGO nicht mehr und nicht weniger als visuell einzigartig und einfach nur atemberaubend schön zu bezeichnen. Und dann ist HUGO auch noch ein wunderbares Beispiel dafür, wie gewinnbringend die neuartige 3D-Technik für Filme sein kann, wenn jemand auf dem Regiestuhl sitzt, der sein Handwerk versteht. Toll, toll, toll.

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Martin Scorsese Ben Kingsley Christopher Lee Sacha Baron Cohen Jude Law Oscar Winner Oscar Nominee 2010er Paris 30er Jahre


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LOST - STAFFEL 4


LOST - STAFFEL 4 LOST - STAFFEL 4 (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 4 | USA 2008 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)

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Im direkten Vergleich zur vorherigen Staffel ist Season Nr. 4 deutlich kurzweiliger, spannender und zielgerichteter ausgefallen. Scheinbar überflüssige Füller-Episoden wie in der Staffel zuvor sind praktisch nicht mehr vorhanden und die Rückblenden, die in Staffel 3 fast keine Wirkung mehr zeigen konnten, wurden durch Blicke in die Zukunft diverser Protagonisten ersetzt. Diese - wieder in jeder der nur noch 14 Folgen vorkommenden - kurzen Ausflüge weg von der Insel konnten dann auch durchaus wieder dem ursprünglichen Zweck dieses Stilmittels, nämlich dem Aufbau von Spannung, erfüllen.
Ja, diese Staffel war halbwegs objektiv betrachtet deutlich "besser" als die vorhergehende und doch muss ich sagen, dass mich persönlich LOST mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes "verloren" hat. Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem ich mich von LOST nur noch kurzweilig unterhalten und berieseln lasse und mir die diversen Charaktere und ihre verschiedenen Schicksale komplett am Allerwertesten vorbeigehen. Hauptgrund dafür ist die Tatsache, dass man bisher praktisch keinerlei befriedigende Erklärungen für die unzähligen aufgeworfenen Fragen bekommen hat und wohl auch nicht bekommen wird. LOST kommt mir mittlerweile wie ein überdimensionales, aufgeblasenes Nichts vor, bei dem selbst die Macher zum jetzigen Zeitpunkt der Geschichte keinen Plan zu haben scheinen, wie sie ihr angefangenes Chaos halbwegs bereinigen können. Diese "willing suspension of disbelief", die man als Zuschauer wohl einfach aufbringen muss, um sich von LOST weiterhin fesseln zu lassen, kann ich im Moment einfach nicht leisten. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich wäre in irgendeiner Weise gespannt darauf, wie es in der 5. Staffel weitergeht. Ich bin es nicht. Es ist mir sogar vollkommen egal.

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J.J. Abrams Jeffrey Lieber Damon Lindelof Cheech Marin 2000er


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PARANORMAN


PARANORMAN PARANORMAN (Blu-ray: Universal, Deutschland)
(OT: ParaNorman | USA 2012 | Regie: Chris Butler/Sam Fell)

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Der Animationsfilm hat nun schon seit ein paar Jahren den Genrefilmbereich als neue Heimat entdeckt und die Streifen, die in diesem Bereich gemacht werden, können sich fast immer sehen lassen. Was RANGO für den Italowestern und KUNG FU PANDA für den Eastern gewesen sind, ist PARANORMAN - ähnlich wie MONSTER HOUSE vor ein paar Jahren - für den Horrorfilm.
Die beiden Regisseure Chris Butler und Sam Fell haben mit PARANORMAN eine liebevolle und ausgesprochen gelungene Hommage an das Horrorgenre gedreht, mit einigen sofort auffälligen (das Titelthema aus HALLOWEEN als Klingelton, die Eishockey-Maske aus FRIDAY THE 13TH) und wahrscheinlich noch weitaus mehr versteckten (Neils toter Hund heißt "Bub") Referenzen an das Genre. Das Production Design ist klasse, die Charakterisierung der animierten Protagonisten absolut gelungen und der ganze Film präsentiert so verdammt viele kleine Details, dass es eine wahre Freude ist, das turbulente und zeitweise auch herrlich schwarzhumorige Treiben zu beobachten.
Schade, dass PARANORMAN trotz Nominierung keine Chance bei den diesjährigen Oscars hatte. Aber Pixars BRAVE stand wohl schon von vornherein als Sieger fest, wobei eine Nominierung ja auch schon einen gewissen Erfolg darstellt.

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Chris Butler Sam Fell John Goodman 2010er Oscar Nominee Zombie


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LOST - STAFFEL 3


LOST - STAFFEL 3 LOST - STAFFEL 3 (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 3 | USA 2006/2007 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)

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Bevor ich jetzt hier mit dem Jammern auf zwar nicht extrem hohem, aber doch einigermaßen hohem Niveau anfange, sei vorweg geschickt, dass auch diese 3. Staffel von LOST im Großen und Ganzen richtig gute Unterhaltung bietet und sicher alles andere als mittelmäßig oder gar schlecht geraten ist. Aber Kritik darf erlaubt sein, denn da gab es nun schon einige Sachen, die ich als nicht wirklich gelungen empfand.
Das erste Drittel der Staffel, wenn Jack, Kate und Sawyer sich in der Gefangenschaft der Anderen befinden, zieht sich doch ziemlich und es dauert einige Folgen, bis LOST wieder so richtig Fahrt aufnimmt und so etwas wie Spannung verbreiten kann.
Dann finde ich es absolut suboptimal, wie die Macher rund um J.J. Abrams mit der Cliffhanger-Thematik umgehen. Auf den größten Cliffhanger aus dem Season-Finale der vorherigen Staffel praktisch gar nicht mehr einzugehen, nimmt der ganzen Serie nicht nur die Glaubwürdigkeit, sondern auch die Spannung. Vielleicht hätte man doch ab und an mal ein paar Fragen beantworten sollen, bevor man ständig neue Fragen aufwirft. Da besteht durchaus die Gefahr, dass der Zuschauer das Interesse verliert, kann er doch im Normalfall sowieso nicht darauf hoffen, irgendeine Antwort zu bekommen. In diesem Zusammenhang sei auch diese unsägliche Neuerung genannt, innerhalb der Staffel einzelne Folgen mit üblen Cliffhangern enden zu lassen und dann über mehrere Episoden gar nicht mehr auf diese einzugehen, sondern stattdessen komplett neue und teils absolut unnötige Fässer aufzumachen (Paradebeispiel die Folge mit dem Pärchen, welches durch Spinnenbisse paralysiert, für tot gehalten und lebendig begraben wurde, eine dieser Episoden, die rein gar nichts zur Geschichte an sich beitragen und lediglich als Lückenfüller angesehen werden können, damit man das Publikum wegen eines zuvor gesetzten Cliffhangers noch ein bisschen länger auf die Folter spannen kann).
Nächster Kritikpunkt sind die Rückblenden, welche in den beiden Staffeln zuvor noch bestens geeignet waren um Spannung aufzubauen und die Charaktere besser kennenzulernen. Diese gehen mittlerweile komplett ins Leere. Dem Spannungsaufbau können sie nur noch selten dienen und sonderlich viel Neues erfährt man über die einzelnen Protagonisten nun auch nicht. Lediglich die vereinzelten Rückblenden in die Vergangenheit der “Anderen“ erfüllen auch weiterhin ihren ursprünglichen Zweck.
Ansonsten sei angemerkt, dass ich mich an Sawyer mittlerweile gewöhnt habe, dass Jack mir immer noch tierisch auf den Sack geht und dass Kate dies auch nur weiterhin aus dem Grund nicht tut, weil - ich habe es schon im Eintrag zur vorherigen Staffel erwähnt - Evangeline Lilly so unfassbar gut aussieht.
Ach ja, das Staffelfinale war ziemlich großartig und wäre rein theoretisch hervorragend dazu geeignet, die Vorfreude auf die 4. Staffel ins Unermessliche zu treiben. Allein, ich weiß es ja mittlerweile besser. Der Cliffhanger wird eh nicht aufgelöst werden. So why bother?

TRAILER:


J.J. Abrams Jeffrey Lieber Damon Lindelof Cheech Marin 2000er Bai Ling


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SHANGHAI EXPRESS


SHANGHAI EXPRESS SHANGHAI EXPRESS (DVD: SZ Cinemathek, Deutschland)
(OT: Shanghai Express | USA 1932 | Regie: Josef von Sternberg)

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Im titelgebenden Zug trifft die sagenumwobene Prostituierte Shanghai Lily (Marlene Dietrich) auf den Militärarzt Doc Harvey (Clive Brook), ihre große Liebe aus längst vergangenen Tagen. Als der Zug von Rebellen gestoppt und Harvey als Geisel genommen wird, muss die unterkühlte Schönheit eine Entscheidung treffen, die ihr und Harveys Leben für immer verändern kann.
SHANGHAI EXPRESS ist der vierte von insgesamt sieben Filmen, die der österreichische Regisseur Josef von Sternberg mit Marlene Dietrich in der Hauptrolle inszeniert hat. Und SHANGHAI EXPRESS ist in erster Linie eines: Eine Liebeserklärung an eine der größten Leinwanddiven, die Hollywood je hatte.
Die Story von SHANGHAI EXPRESS ist im Endeffekt purer Kitsch, eine klassische Romanze vor dem Hintergrund des chinesischen Bürgerkriegs und sicher keine Geschichte, die den Zuschauer großartig fesseln könnte. Es ist tatsächlich die Art der Inszenierung, die SHANGHAI EXPRESS zu etwas Besonderem macht. Von Kameramann Lee Garmes in teils atemberaubend schönen Bildern fotografiert, wickelt SHANGHAI EXPRESS den Zuschauer ebenso um seinen Finger, wie es die wunderschöne und - insbesondere zur damaligen Zeit - mit einem alles andere als moralisch einwandfreien Ruf ausgestattete Protagonistin mit ihren Mitreisenden tut. Marlene Dietrich umgibt in diesem Film eine Aura, eine fast mystische und auch ungemein erotische Ausstrahlung, der man sich als Zuschauer unmöglich entziehen kann. Nur knapp 80 Minuten dauert die Reise im Shanghai Express, die selbstverständlich in einem erlösenden Happy End endet. Man hätte sich als Zuschauer gerne noch weitaus länger mit Marlene Dietrich in dieses Zugabteil gesetzt.
Ob dieser Film übrigens wenige Jahre später noch so gedreht hätte werden können? Ich wage es zu bezweifeln. Der 1934 installierte Production Code hätte eine Prostituierte als Identifikationsfigur und Heldin in einem Spielfilm sicher nicht zugelassen.

CLIP:


Josef von Sternberg Marlene Dietrich 1930er Oscar Winner Oscar Nominee Femme fatale Rache Pre Code


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AVATAR


AVATAR AVATAR (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Avatar | USA 2009 | Regie: James Cameron)

Infos zum Film:
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Regisseur James Cameron war bei der Oscar-Verleihung im Jahr 2010 ja doch ziemlich angepisst, als er keinen der beiden wichtigsten Preise abräumen konnte und die begehrten Statuen für den besten Film und die beste Regie jeweils ausgerechnet seiner Ex-Frau Kathryn Bigelow für deren kleinen Film THE HURT LOCKER überreicht wurden. Dass man mit dieser relativ einfach gestrickten Geschichte, die Cameron mit AVATAR erzählt, allerdings von vornherein relativ schlechte Karten bei der Academy haben dürfte, hätte Cameron durchaus bewusst sein müssen. Im Endeffekt ist AVATAR nichts anderes als eine weitere Variation eines klassischen Westerns, einer typischen "Cowboys & Indianer"-Story.
Um in die Annalen der Filmgeschichte einzugehen, braucht es allerdings nicht unbedingt Auszeichnungen. Und speziell im Fall von AVATAR ist es auch relativ zweitrangig, welche Geschichte erzählt wird. Interessant ist die Tatsache, auf welche Art und Weise diese Geschichte erzählt wird und die ist im vorliegenden Fall tatsächlich einfach nur atemberaubend. James Cameron entführt den Zuschauer in eine Welt, in der in audiovisueller Hinsicht alles möglich zu sein scheint. AVATAR ist ein Fest für die Sinne, die 3D-Effekte sind von der ersten bis zur letzten Minute einfach nur "outstanding" und eine echte Bereicherung für den Film. In 2D kann dieser Film wahrscheinlich gar nicht richtig funktionieren. James Cameron zeigt eindrucksvoll auf, was mit der "neuen" Technik alles möglich ist und hat allein aufgrund dieser Tatsache mit AVATAR in gewisser Weise Filmgeschichte geschrieben und die Welt des Kinos in eine neue Richtung gelenkt. AVATAR darf schon jetzt in keiner entsprechenden Kanon-Liste fehlen und gehört zu den Streifen, die jeder Filminteressierte gesehen haben sollte.
Ob dieses neue 3D-Filmzeitalter einem nun gefällt oder nicht, steht auf einem anderen Blatt und muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Jetzt ist die Technik da, sie hat sich etabliert und man muss sich damit abfinden (ähnlich wie sich vor vielen Jahrzehnten die Stummfilmliebhbar mit dem Tonfilm oder später die S/W-Freunde mit dem Farbfilm abfinden mussten).
Und auch ob einem AVATAR als Film nun gefällt oder nicht ist wie immer eine reine Frage des persönlichen Geschmacks (mir hat er richtig gut gefallen). Die Tatsache, dass AVATAR einen Wendepunkt in der Filmgeschichte markiert und durchaus die Bezeichnung "Meilenstein" verdient hat, sollte man am Ende des Tages - losgelöst von allen persönlichen Vorlieben - aber vielleicht einfach mal anerkennen.

TRAILER:


James Cameron Zoe Saldana Sigourney Weaver Michelle Rodriguez 2000er Oscar Winner Oscar Nominee Ferne Zukunft Alien


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LOST - STAFFEL 2


LOST - STAFFEL 2 LOST - STAFFEL 2 (DVDs: Touchstone/Buena Vista, Deutschland / Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 2 | USA 2005/2006 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)

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Das Suchtpotential steigert sich. Obwohl ich auch sagen muss, dass diese zweite Staffel nach zunächst fulminantem Auftakt doch mit etwas Leerlauf zu kämpfen hatte. Insbesondere die Einführung der zweiten, kleineren Gruppe von Überlebenden gestaltete sich etwas zäh und die Staffel nahm erst dann wieder so richtig Fahrt auf, als diese zweite Gruppe endlich im Camp der aus Season 1 schon bekannten Protagonisten angekommen ist. Danach wurde es aber tatsächlich von Episode zu Episode besser. Die Zeichnung der verschiedenen Charaktere ist einfach erstklassig und die Verwendung der Rückblenden ist sogar noch effektiver geraten als in der Auftaktstaffel. Zum einen erfährt man immer mehr über die Hintergründe der einzelnen Figuren und wie diese teilweise - ohne es zu ahnen - in Verbindung zueinander stehen, zum anderen sind diese Rückblenden im Hinblick auf den Spannungsaufbau innerhalb der einzelnen Episoden - insbesondere in der zweiten Hälfte dieser Staffel - noch besser platziert als in Season 1. Der Cliffhanger ist wieder ziemlich übel geraten und schürt definitiv verdammt viel Vorfreude auf die 3. Staffel. Allerdings habe ich etwas Bedenken, dass sich die Macher in ihrem ganzen Gebilde vor lauter Rätseln und Mysterien irgendwann verzetteln könnten. Ab und an sollte man offene Fragen vielleicht auch einfach mal beantworten und nicht nur ständig neue Mysterien aufbauen.
Und noch kurz zu den diversen Hauptfiguren: Ich persönlich bin Fan von Locke, Sayid und Mr. Eko (wobei letzterer wohl nach dieser Staffel ausscheiden wird). Sawyer und Jack gehen mir dagegen beide tierisch auf die Nerven. Und Kate würde mir wohl auch auf die Nerven gehen, wenn Evangeline Lilly nicht so hammermäßig gut ausschauen würde. :D

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J.J. Abrams Damon Lindelof Jeffrey Lieber Michelle Rodriguez 2000er


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LOST - STAFFEL 1


LOST - STAFFEL 1 LOST - STAFFEL 1 (DVD: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 1 | USA 2004/2005 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)

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Also gut, dann begebe ich mich - mit reichlich Verspätung - auch mal auf die Insel. Die ersten beiden Staffeln hab ich damals sporadisch im TV gesehen, danach aber - wegen der katastrophalen Ausstrahlungspolitik von Pro7 (plötzlicher Wechsel des Sendeplatzes, zwei Folgen hintereinander statt wie angekündigt lediglich eine, usw. usf.) - die Sichtung entnervt abgebrochen.
Nun also der Neustart und ja, doch, LOST zieht definitiv in seinen Bann. Hätte ich so nicht wirklich erwartet. Aber J.J. Abrams und sein Team machen in dieser 1. Staffel wirklich verdammt viel richtig. Die Handlung ist durchweg spannend, der vorhandene Mystery-Touch sorgt immer wieder für Gänsehautstimmung und die Atmosphäre ist dicht und fesselnd.
Das größte Plus der Serie ist die sorgfältige und glaubwürdige Entwicklung der verschiedenen Charaktere. In Rückblenden - die immer wieder als willkommene Abwechslung zum Inselalltag funktionieren und so geschickt gesetzt sind, dass sie einen großen Beitrag zum vorzüglichen Spannungsaufbau innerhalb der einzelnen Folgen leisten - bekommt man als Zuschauer nach und nach immer mehr Hintergrundinformationen über die diversen Hauptfiguren serviert und lernt diese auf diese Art und Weise besser kennen. Die Charaktere sind vielschichtig und interessant, jeder hat seine Ecken und Kanten und praktisch jeder ist so gezeichnet, dass er sowohl als Sympathieträger als auch als Unsympath funktionieren kann. Der Zuschauer kann letztendlich selbst entscheiden, wem er nun seine Sympathien entgegenbringen will und wem nicht. Diese Freiheit lässt Abrams seinem Publikum und das ist eine der ganz großen Stärken von LOST.
Bin schon gespannt, wie es in Season 2 weitergeht und wie die verschiedenen Cliffhanger am Ende dieser ersten Staffel letztendlich aufgelöst werden.

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J.J. Abrams Jeffrey Lieber Damon Lindelof Michelle Rodriguez 2000er


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BATTLESHIP


BATTLESHIP BATTLESHIP (Blu-ray: Universal, Deutschland)
(OT: Battleship | USA 2012 | Regie: Peter Berg)

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Die Besatzung (u.a. Taylor Kitsch, Alexander Skarsgård, Rihanna) eines Kriegsschiffes sieht sich während einer internationalen Militärübung plötzlich mit der Tatsache konfrontiert, dass die Erde von Außerirdischen angegriffen wird. Aus der Übung wird tödlicher Ernst…

Ja, ich bin im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte und ja, mir ist vollkommen bewusst, dass Battleship objektiv betrachtet wahrscheinlich einer der größten Schwachsinns-Filme ist, die je das Licht einer Leinwand erblickt haben und nein, ich werde ihn nicht zerreißen, sondern vielmehr gnadenlos abfeiern. Denn was Regisseur Peter Berg hier abliefert, ist so komplett "over the top", dass man es beim besten Willen nicht mehr ernst nehmen kann und sich stattdessen dem eskapistischen Vergnügen einfach nur hingeben sollte. Vielleicht war das auch alles nur Satire. Diesen Gedanken finde ich gar nicht mal so abwegig.
Allein aufgrund der Vorlage zum Film - dem allseits beliebten Spiel "Schiffe versenken" - sollte jeder erahnen können, dass die einzigen Oscars, für die Battleship je hätte nominiert werden können, die im Bereich der Special Effects und des Sound Designs gewesen sein dürften, von so etwas wie schauspielerischer Leistung keine allzu große Rede sein kann und die Story des Films auf einen halben Bierdeckel passt. Und all das trifft letztendlich auch zu. Der Plot gibt nicht viel mehr her als die Vorlage und Peter Berg hat sich vor allem darum bemüht, seinen Film mit praktisch jedem Klischee anzureichern, das man aus Streifen dieser Art kennt. Wir haben die Liebesgeschichte zwischen dem rebellischen Draufgänger und der attraktiven Tochter des höchsten Vorgesetzten, der sich letztendlich im Kampf beweisen kann um so den Schwiegervater in spe doch noch von sich zu überzeugen. Wir haben die Amazone innerhalb der durchweg männlichen Besatzung, die - und hier weicht das Klischee ab - mal nicht von Michelle Rodriguez, sondern von Pop-Diva Rihanna gespielt wird (die für ihre erste Rolle erstaunlich viel Screentime abbekommen hat und ihre Sache den Umständen entsprechend ziemlich gut macht). Wir haben die erbitterten Rivalen, die im Angesicht des gemeinsamen Feindes zu Verbündeten werden. Wir haben den Vorzeige-Soldaten, der den Heldentod sterben darf. Wir haben stylishe Sonnenunter- und -aufgänge, wir haben mit Hawaii einen Schauplatz, der sich hübsch in Szene setzen lässt, wir haben den Technik-Nerd, der endlich mal zeigen kann, was in ihm steckt. Wir haben einen Score von Transformers-Komponist Steve Jablonsky, der dem Begriff "Pathos" völlig neue Dimensionen verleiht, wir haben wehende Fahnen, schwachsinnige Militär-Dialoge und im Finale auch noch eine Handvoll Veteranen, die mit ihrem titelgebenden Schlachtschiff letztendlich den Tag retten dürfen.
Aber wir haben halt auch einfach nur grandios inszenierte Actionszenen, die Battleship zu einem echten Erlebnis machen und in denen Regisseur Berg außerdem ein nahezu perfektes Gespür für Timing beweist. Hier gibt es keinen kompletten Overkill wie in so vielen Actionfilmen der jüngeren Vergangenheit, Berg lässt seinen Zuschauern Zeit zu verschnaufen und wechselt seine atemberaubenden Action Set Pieces ständig mit eher ruhigeren Sequenzen ab. Battleship rockt ganz gewaltig das Haus und macht von der ersten bis zur allerletzten Sequenz nach dem Abspann (die verdammt witzig geworden ist und natürlich Freiraum für eine potentielle Fortsetzung lässt) einfach nur diebischen Spaß. So was nennt man dann wohl ein perfektes "guilty pleasure". Fucking awesome!

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Peter Berg Liam Neeson Rihanna 2010er Hawaii New York Alien


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127 HOURS


127 HOURS 127 HOURS (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: 127 Hours | Großbritannien/USA 2010 | Regie: Danny Boyle)

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Extremkletterer Aron Ralston (James Franco) möchte einmal mehr ein Wochenende in der einsamen Felsenlandschaft des Grand Canyon verbringen. Doch dieser Klettertrip verläuft für Aron anders als geplant. In einer tiefen Felsspalte stürzt ein Felsbrocken herab und klemmt Arons rechten Arm ein. Ohne Aussicht entdeckt zu werden, beginnt für Aron ein hoffnungslos scheinender Kampf ums Überleben…

Regisseur Danny Boyle erzählt die wahre Geschichte des Bergsteigers Aron Ralston, der im Jahr 2003 bei einer Canyonwanderung abrutschte und sich dabei den rechten Unterarm unter einem herabfallenden Felsbrocken einklemmte. 127 Hours verwöhnt den Zuschauer zunächst mit atemberaubend schönen Landschaftsaufnahmen und holt ihn nach relativ kurzer Exposition auf den Boden der Tatsachen zurück. Fortan sitzt man mit dem eingeklemmten Ralston in der Felsspalte, wird Zeuge seiner Wahnvorstellungen und bangt mit ihm - obwohl man genau weiß, dass die Geschichte ein positives Ende nehmen wird - um sein Leben. Filme, die praktisch nur von einem einzigen Darsteller getragen werden, stehen und fallen natürlich mit dessen Leistung und die Leistung von James Franco in 127 Hours ist wahrlich großartig und wurde vollkommen zu recht mit einer Oscar-Nominierung belohnt. Seine realistische und glaubwürdige Interpretation des Verunglückten ist neben der visuellen Kraft, mit der Danny Boyle den Zuschauer immer wieder in seinen Bann zieht, der Garant für das Gelingen dieses wirklich ausgesprochen sehenswerten Streifens.

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Danny Boyle Kate Mara 2010er Oscar Nominee


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#9


#9 #9 (Blu-ray: Universal, Deutschland)
(OT: 9 | USA 2009 | Regie: Shane Acker)

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Die kleine Häkelpuppe #9 (Elijah Wood) erwacht in einer post-apokalyptischen Welt, in der es keine Menschen mehr zu geben scheint und gefährliche Maschinenwesen die Erde bevölkern. Doch #9 stellt schnell fest, dass er nicht die einzige seiner Art zu sein scheint. Kurz nach seinem Erwachen trifft er auf #2 (Martin Landau) und weitere, ebenfalls mit einer Nummer auf dem Rücken versehene Häkelpuppen (u.a. John C. Reilly, Jennifer Connelly), die sich schon seit längerer Zeit vor den Maschinen verstecken und auch schon einige Verluste in ihren Reihen hinnehmen mussten. Doch #9 kann sich ein ständiges Leben im Versteck und auf der Flucht nicht vorstellen und versucht seine neuen Gefährten davon zu überzeugen, gegen den übermächtig erscheinenden Gegner in die Offensive zu gehen und herauszufinden, was es mit der Maschinenherrschaft auf sich hat…

Regisseur Shane Acker präsentiert dem Zuschauer mit #9 eine dystopische Zukunftsvision. In einer post-apokalyptischen Welt muss sich eine Gruppe von Häkelpuppen gegen diabolische Maschinen zur Wehr setzen, die zuvor bereits der gesamten Menschheit den Garaus gemacht haben. #9 ist düster ausgefallen, verdammt düster sogar, erinnert u.a. an die Zukunftssequenzen aus The Terminator und an Science-Fiction-Animes aus Japan und zieht den Zuschauer mit seiner morbiden Schönheit in den Bann. Es passt, dass #9 u.a. von Tim Burton produziert wurde. Die Stimmung, die Regisseur Shane Acker verbreitet, die Ästhetik der Bilder, die Skurrilität der Figuren, irgendwie trägt das schon alles Burtons Handschrift (obwohl die Vorlage zum Film nicht von Burton, sondern von Regisseur Acker selbst stammt, der mit #9 ein Remake seines gleichnamigen, 4 Jahre zuvor entstandenen und für einen Oscar nominierten Kurzfilms gedreht hat). Und toll auch zu sehen, wie Acker es problemlos schafft, seine kleinen Protagonisten - bei denen es sich eben nicht um irgendwelche knuffigen Tiere oder ähnliche Figuren handelt - zu Sympathieträgern zu machen, mit denen man als Zuschauer bangen und hoffen kann. Definitiv ein Animationsfilm der außergewöhnlicheren Art. Absolut sehenswert!

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Shane Acker Elijah Wood Jennifer Connelly 2000er Ferne Zukunft Remake


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ALICE IM WUNDERLAND 3D


ALICE IM WUNDERLAND 3D ALICE IM WUNDERLAND 3D (Blu-ray: Walt Disney Studios, Deutschland)
(OT: Alice in Wonderland | USA 2010 | Regie: Tim Burton)

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Während einer oppulenten Gartenparty lässt die verträumte Alice (Mia Wasikowska) ihren Freund Hamish (Leo Bill), der ihr gerade eine Heiratsantrag machen möchte, einfach stehen und folgt lieber einem weißen Kaninchen und stürzt schließlich in dessen Bau, hinein in eine faszinierende Traumwelt, die sie als kleines Kind schon einmal besucht hatte und in der von ihr die Bewältigung einer schwierigen Aufgabe erwartet wird…

Die Geschichte von Alice im Wunderland ist natürlich geradezu prädestiniert, um von Tim Burton verfilmt zu werden. Burtons Vorlieben für skurrile Figuren sowie für außergewöhnliche Sets und Kostüme kommen hier voll zur Geltung. Alice im Wunderland 3D ist ein regelrechter Augenschmaus, ein visuelles Glanzstück, ein Film, der wahrscheinlich mehrere Sichtungen benötigt, um wirklich alle kleinen Details zu entdecken, die Burton und sein Team hier untergebracht haben. Aber Burtons Alice im Wunderland-Variante sieht nicht nur richtig gut aus, sondern weiß auch auf schauspielerischer Ebene zu überzeugen. Johnny Depp ist als Hutmacher mal wieder absolut in seinem Element, Mia Wasikowska als Alice ist einfach nur bezaubernd und Anne Hathaway und Helena Bonham Carter als weiße und rote Königin passen einfach nur perfekt in ihre Rollen, insbesondere Anne Hathaway hat mir mit ihrem leicht verträumten Spiel richtig gut gefallen. Dazu gesellt sich noch eine gesunde Portion schwarzen Humors und ein toller Score von Danny Elfman. Alice im Wunderland 3D ist wirklich rundum gelungen und das gilt insbesondere auch für die 3D-Effekte, die zumindest auf meinem 55 Zoll großen TV verdammt viel Spaß bereitet haben.

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Tim Burton Johnny Depp Anne Hathaway Helena Bonham Carter Alan Rickman Christopher Lee 2010er Oscar Winner Oscar Nominee 19. Jahrhundert


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.HACK//QUANTUM


.HACK//QUANTUM .HACK//QUANTUM (DVD: I-On New Media, Deutschland)
(OT: .hack//Quantum | Japan 2010 | Regie: Masaki Tachibana)

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Die drei Freundinnen Asumi (Hanazawa Kana), Eri (Fujimura Ayumi) und Iori (Sawashiro Miyuki) sind begeisterte Spielerinnen des Online-Games “The World“ und verbringen praktisch ihre komplette Freizeit in der riesigen Welt des Spiels. Als sich Eri bei einem der Abenteuer jedoch nicht mehr rechtzeitig ausloggen kann und danach im realen Leben ins Koma fällt, müssen Asumi und Iori, die versuchen, ihrer Freundin mit allen Mitteln zu helfen, entsetzt feststellen, dass neben Eri noch viele weitere Spieler von “The World“ aus unerklärlichen Umständen ins Koma gefallen sind…

Mal wieder ein kleiner Ausflug in die Welt des Anime. .hack//Quantum ist eine 3-teilige OVA und Teil eines groß angelegten Franchises, zu dem bisher diverse Romane, Mangas, Videospiele und TV-Serien gehören. Eine Kenntnis dieses Universums ist allerdings nicht zwingend erforderlich, um sich an .hack//Quantum heranzuwagen. Auch für mich war dies die erste Begegnung mit dem .hack-Universum und ich hatte keinerlei Probleme, mich auf Anhieb zurechtzufinden. Ohne großes Vorgeplänkel wirft Regisseur Masaki Tachibana den Zuschauer in seine ausgesprochen geradlinig erzählte Geschichte hinein und schafft es sehr schnell, ihn mit einer spannenden Mischung aus Fantasy und Mystery für sich zu gewinnen. Gerade mal gut 70 Minuten dauert die Reise durch “The World“ - in die auch einige kritische Untertöne hinsichtlich des Suchtpotentials von Online-Spielen gepackt wurde - und die gehen praktisch wie im Flug vorüber.
Mit am wichtigsten bei einem Anime ist natürlich die Qualität der Zeichnungen und die ist hier wirklich über jeden Zweifel erhaben. .hack//Quantum sieht wirklich klasse aus, egal ob sich die Handlung nun in der realen Welt oder in der Welt des Online-Games abspielt. Die Actionsequenzen in der Online-Welt sind zudem verdammt spektakulär ausgefallen und begeistern mit vielen kleineren und ausgesprochen liebevoll animierten Details. Dazu gesellen sich ein Score von Komponist Kô Ôtani, der das Geschehen nahezu perfekt musikalisch untermalt, und ein Sounddesgin, das hervorragend dazu geeignet ist, die Grenzen der heimischen Surroundanlage auszutesten.
Wer Lust auf kurzweilige Anime-Unterhaltung verspürt und sich nicht erst in ein riesiges Universum einarbeiten will, dürfte mit .hack//Quantum sicher seine Freude haben.

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Masaki Tachibana 2010er Nahe Zukunft


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30 MINUTEN ODER WENIGER


30 MINUTEN ODER WENIGER 30 MINUTEN ODER WENIGER (Blu-ray: Sony, Deutschland)
(OT: 30 Minutes or Less | Deutschland/Kanada/USA 2011 | Regie: Ruben Fleischer)

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Der einfache Pizzalieferant Nick (Jesse Eisenberg) wollte eigentlich nur seinen Job verrichten und eine weitere Pizza ausliefern, doch plötzlich befindet er sich in der Gewalt zweier nicht allzu heller Möchtegerngangster (Danny McBride und Nick Swardson), die ihm einen Bombenanzug verpassen und ihn so zwingen wollen, eine Bank auszurauben…

30 Minuten oder weniger ist einer dieser Filme, zu denen es eigentlich gar nicht viel zu sagen gibt. Regisseur Ruben Fleischer, der zwei Jahre vor diesem Streifen den extrem geilen Zombieland gedreht hat und in seiner nunmehr zweiten abendfüllenden Regiearbeit erneut Jesse Eisenberg in der Hauptrolle besetzte, hat mit 30 Minuten oder weniger ganz offensichtlich nur eines im Sinn: sein Zielpublikum möglichst gut zu unterhalten. Und das gelingt ihm ganz hervorragend. Aus der oben beschriebenen Ausgangssituation entwickelt sich eine turbulente Actionkomödie, die mit einer wunderbaren Mischung aus Action, Comedy und Suspense zu überzeugen weiß. In den gerade mal 80 Minuten von 30 Minuten oder weniger ist wirklich einiges geboten, u.a. ein wahrlich skurriler und einfach nur zum Schreien komischer Banküberfall, eine verdammt coole Autoverfolgungsjagd, gut getimte Situationskomik (mit einigen netten Insider-Jokes - ich mochte vor allem die kleine Referenz an The Social Network) und ein ziemlich abgedrehtes Finale mit spektakulärem Flammenwerfereinsatz, welches diesen überaus schrägen Streifen angemessen beschließt. Ich hatte meinen Spaß, jede Menge sogar!

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Ruben Fleischer Jesse Eisenberg 2010er car chase female nudity


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FEAR AND LOATHING IN LAS VEGAS


FEAR AND LOATHING IN LAS VEGAS FEAR AND LOATHING IN LAS VEGAS (DVD: BMG/UFA, Deutschland)
(OT: Fear and Loathing in Las Vegas | USA 1998 | Regie: Terry Gilliam)

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Gemeinsam mit seinem Anwalt Dr. Gonzo (Benicio Del Toro) rast der Journalist Raoul Duke (Johnny Depp) in einem mit Drogen vollgestopften Cabrio Richtung Las Vegas um dort von einem Motorradrennen durch die Wüste zu berichten...

So, nun habe ich auch endlich diese filmische Bildungslücke geschlossen. Wurde auch höchste Zeit. Fear and Loathing in Las Vegas von Regisseur Terry Gilliam ist wohl genau das, was man gemeinhin als Kultfilm bezeichnet. Und es ist ein Film, der mich als Zuschauer doch recht plan- und ratlos zurückgelassen hat. Ein Film, der die normalen Sehgewohnheiten des Zuschauers regelrecht bombardiert, ein visualisierter Drogentrip mit einem grandiosen Johnny Depp und einem nicht minder großartigen Benicio Del Toro in den Hauptrollen, einem einfach nur hammermäßigen Soundtrack und kurzen Gastauftritten von Stars wie Cameron Diaz, Tobey Maguire, Ellen Barkin, Gary Busey, Christina Ricci und Harry Dean Stanton. Fear and Loathing in Las Vegas walzt richtiggehend über sein Publikum hinweg und fordert es wie es nur wenige Filme der jüngeren Vergangenheit tun. Zur einfachen Unterhaltung, zum Abschalten auf der heimischen Couch ist dieser Streifen hier denkbar schlecht geeignet. Mir persönlich war es spätestens im letzten Drittel fast zu viel des Guten und ich fühlte mich regelrecht überfordert von diesem faszinierenden Stück Zelluloid. Film gewordener Wahnsinn - im wahrsten Sinne des Wortes! Mehr fällt mir zu dem Streifen einfach nicht ein. Vielleicht sollte ich Fear and Loathing in Las Vegas beim nächsten Mal im leicht angetrunkenen Zustand genießen. Kann mir vorstellen, dass er dann seine visuelle Kraft noch viel mehr entfalten kann.

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Terry Gilliam Johnny Depp Benicio Del Toro Tobey Maguire Ellen Barkin Cameron Diaz Christina Ricci 1990er Las Vegas 70er Jahre Drugsploitation


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THE ARENA


THE ARENA THE ARENA (DVD: Shout! Factory, USA)
(OT: The Arena | Italien/USA 1974 | Regie: Steve Carver)

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Timarchus (Daniele Vargas) ist Herrscher einer kleinen römischen Provinz und hält sein Volk mit Gladiatorenkämpfen in seiner eigenen Arena bei Laune. Um wiederum seine Gladiatoren bei Laune zu halten, kauft Timarchus regelmäßig attraktive Sklavinnen auf dem Sklavenmarkt ein, die neben der Verrichtung üblicher Hausarbeiten den Gladiatoren als Sexdienerinnen zur Verfügung zu stehen haben. Auch Timarchus’ vier neuestes Sklavinnen, Mamawi (Pam Grier), Bodicia (Margaret Markov), Livia (Marie Louise Sinclair) und Deirdre (Lucretia Love) ereilt dieses Schicksal. Als sich eines Tages ein Streit zwischen Mamawi und Livia zu einem regelrechten Handgemenge entwickelt, kommt Timarchus’ rechte Hand Lucilius (Paul Muller) die glorreiche Idee, das mittlerweile von den ewig gleichen Gladiatorenkämpfen gelangweilte Volk mit etwas Neuem zu überraschen. Fortan sollen die Sklavinnen als weibliche Gladiatoren in der Arena im Kampf auf Leben und Tod gegeneinander antreten...

The Arena ist Roger Cormans Beitrag zum Genre des Monumentalfilms und so etwas wie eine Mischung aus einer weiblichen Variante von Kubricks Spartacus und dem in den 70ern ausgesprochen beliebten “Women in Prison“-Film. Hier müssen statt der üblichen Gladiatoren ausgesprochen attraktive und leicht bekleidete Damen in der titelgebenden Arena um ihr Leben kämpfen und organisieren letztendlich eine Revolte samt Fluchtversuch in die heiß ersehnte Freiheit. Mit einer ausgesprochen übersichtlichen Laufzeit von gerade mal 80 Minuten ausgestattet, läuft The Arena nie Gefahr, in irgendeiner Weise langweilig zu werden, sondern hält den Exploitation-Fan über die komplette Länge bei bester Laune. In The Arena ist immer was los, ständig was geboten, der Film sieht einfach prächtig aus und bietet in jeder Hinsicht absolutes “eye candy“. Gedreht wurde der Streifen in den Cinecittà-Studios in Rom, in denen der von Corman beauftragte Regisseur Steve Carver die dort aus unzähligen italienischen Sandalenfilmen bereits vorhandenen Kulissen nutzen konnte. Hinter der Kamera stand Joe D’Amato und besetzt ist The Arena einfach nur fantastisch. Neben Margaret Markov und Pam Grier - die ja beide gemeinsam schon zuvor für Frauen in Ketten vor der Kamera standen - verwöhnen Rosalba Neri, Maria Pia Conte und Lucretia Love das Auge des Betrachters und da der Film komplett in Italien gedreht wurde, geben sich auch jede Menge europäischer Genredarsteller wie Paul Muller, Daniele Vargas, Antonio Casale und Salvatore Baccaro die Ehre. Für den finalen Schnitt des Films sorgte übrigens Joe Dante, der den eigentlich fertigen Streifen nach Cormans Vorstellungen umschnitt und dafür sogar den Credit des Film Editor im Vorspann einheimste.

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Steve Carver Margaret Markov Pam Grier Rosalba Neri 1970er female nudity Antike New World Pictures WIP


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THE MONSTER SQUAD


THE MONSTER SQUAD THE MONSTER SQUAD (DVD: Lionsgate, USA)
(OT: The Monster Squad | USA 1987 | Regie: Fred Dekker)

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Der von Horrorfilmen und Monstern begeisterte Sean (Andre Gower) betreibt gemeinsam mit ein paar Freunden einen Monster-Club. Die Kids treffen sich regelmäßig in einem Baumhaus und gehen dort ihrem geliebten Hobby nach. Als Sean eines Tages ein seltsames Buch in seinen Besitz bekommt, ahnt er noch nicht, dass er damit den Schlüssel zur Rettung der Welt in den Händen hält. Denn Dracula (Duncan Regehr) ist nach 100 Jahren wieder erwacht und versucht gemeinsam mit verschiedenen Monstern (u.a. Tom Noonan, Carl Thibault) die Weltherrschaft an sich zu reißen. Und nur mit Hilfe von Seans Buch kann Dracula aufgehalten werden...

The Monster Squad ist eines dieser kleinen, leider viel zu wenig bekannten Highlights aus den 80er Jahren. Dekkers Monsterspaß steht ganz eindeutig in der Tradition von Filmen wie Gremlins, Explorers oder Die Goonies, konnte aber nie deren Bekanntheitsgrad erreichen. In The Monster Squad müssen sich die Kids mit einer ganzen Armada klassischer Filmmonster auseinandersetzen. Dracula, Frankensteins Monster, die Kreatur aus dem Amazonas, die Mumie und der Werwolf wollen die Welt ins Chaos stürzen und nur die von Horrorfilmen und Monstern begeisterten Kinder können sie daran hindern. Regisseur Fred Dekker drehte ein Jahr zuvor den grandiosen Night of the Creeps und ist somit für zwei absolute Genrehighlights der 80er Jahre verantwortlich. The Monster Squad ist ein riesengroßer Spaß - sowohl für die jüngere Zielgruppe als auch für den erwachsenen Genrefreund, der in dem liebevoll gemachten Streifen ganz viele Referenzen an die klassischen Horrorfilme der Universal Studios entdecken kann - und ist für einen Film, der eigentlich für ein jüngeres Publikum gemacht ist, teilweise ziemlich deftig ausgefallen. Insbesondere das von Effektguru Stan Winston stammende Creature Design ist für einen PG-13-Film schon ziemlich "creepy" und gruselig geraten und im Finale geht dann so richtig die Post ab. Ich kann mir gut vorstellen, dass damals einige Kids nach der Sichtung dieses Films erst mal ein paar schlaflose Nächte verbracht haben.

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Fred Dekker 1980er Vampir Werwolf


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X-MEN - ERSTE ENTSCHEIDUNG


X-MEN - ERSTE ENTSCHEIDUNG X-MEN - ERSTE ENTSCHEIDUNG (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: X-Men: First Class | USA 2011 | Regie: Matthew Vaughn)

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Zu Zeiten des Kalten Krieges in den 60er Jahren versucht der gemeingefährliche Mutant Sebastian Shaw (Kevin Bacon) zusammen mit seinen Gefolgsleuten (u.a. January Jones) einen 3. Weltkrieg heraufzubeschwören und so zu erreichen, dass die Mutanten die Oberhand über die Menschheit gewinnen. Charles Xavier (James McAvoy), dessen Adoptivschwester Raven (Jennifer Lawrence) und Erik Lehnsherr (Michael Fassbender), die ebenfalls aufgrund von Mutationen über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen, arbeiten dagegen mit dem CIA zusammen und versuchen weitere Mutanten zu rekrutieren um Shaw zu stoppen. Doch während Charles vom friedlichen Zusammenleben zwischen Mutanten und Menschen träumt, hat Erik eine ganz andere Motivation um Shaw zu bekämpfen. Während des 2. Weltkriegs war Shaw für den Tod von Eriks Mutter verantwortlich und Erik sieht nun endlich die Gelegenheit gekommen, sich an Shaw zu rächen...

Neben den verschiedenen Avengers-Filmen ist die X-Men-Reihe definitiv das heißeste Eisen im Feuer der Marvel Studios. X-Men - Erste Entscheidung ist nun schon der mittlerweile fünfte Film der Reihe und wie der unmittelbare Vorgänger stellt auch X-Men - Erste Entscheidung ein Prequel zur ursprünglichen Trilogie dar. Während X-Men Origins: Wolverine in meinen Augen zuvor nicht wirklich gut geglückt ist, haben die Macher rund um Regisseur Matthew Vaughn, der sich ja spätestens mit seinem fulminanten Kick-Ass für große Blockbusteraufgaben förmlich aufgedrängt hat, hier wieder alles richtig gemacht. Der Streifen erzählt die Vorgeschichte von Professor X, Magneto & Co. und steht der ursprünglichen Trilogie qualitativ in nichts nach. Wie in den ersten drei Filmen werden auch in X-Men - Erste Entscheidung Anspruch und Spektakel perfekt miteinander verbunden und insbesondere mit der Besetzung von James McAvoy als junger Professor X und Michael Fassbender als junger Magneto ist der Casting-Abteilung ein echter Coup gelungen. Die beiden spielen absolut großartig und machen ihren älteren Vorgängern Patrick Stewart und Ian McKellen alle Ehre. Die Story, mit der die Geschichte um die Lösung der Kubakrise mal kurz umgeschrieben wird, ist spannend und kurzweilig geraten und bietet zudem ein paar nette Insider-Gags (incl. kurzem Gastauftritt von Hugh Jackman als Wolverine). Außerdem war es einfach geil, Kevin Bacon mal wieder in einem richtigen Blockbuster in einer größeren Rolle zu sehen. Und dann spielen auch noch Oliver Platt, Glenn Morshower und Michael Ironside mit. Und January Jones war/ist ja wohl "hot as hell"!

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Matthew Vaughn Kevin Bacon Rose Byrne Michael Ironside Hugh Jackman Rebecca Romijn 2010er Rache Prequel 40er Jahre 60er Jahre


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KUNG FU PANDA


KUNG FU PANDA KUNG FU PANDA (Blu-ray: DreamWorks, Deutschland)
(OT: Kung Fu Panda | USA 2008 | Regie: Mark Osborne/John Stevenson)

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Als die akute Gefahr besteht, dass die Kung-Fu-Schule des Meisters Zeng (Dan Fogler) vom abtrünnigen Schüler Tai Lung (Ian McShane) angegriffen werden könnte, beschließt Zeng einen Drachenkrieger zu erwählen, der sich dem brutalen Tai Lung entgegenstellen soll. Alle gehen davon aus, dass einer der fünf talentierten Schüler (u.a. Angelina Jolie, Lucy Liu, Jackie Chan und Seth Rogen) des Ausbilders Shifu (Dustin Hoffman) zum Drachenkrieger ernannt wird, doch die Wahl fällt auf den bei der Auswahlzeremonie eher zufällig anwesenden und etwas trotteligen Po (Jack Black). Der ist zwar in seinen Träumen ein großartiger Kung-Fu-Kämpfer, in der Realität fehlt ihm jedoch jegliches Talent. Da sich Zeng von seiner Wahl nicht abbringen lässt, muss Ausbilder Shifu praktisch ein Wunder vollbringen um Po in kürzster Zeit zu einem echten Kämpfer auszubilden...

Wie heißt es doch immer so schön werbewirksam? Ein Riesenspaß für Jung und Alt. Und das trifft auf Kung Fu Panda tatsächlich zu. Wenn Rango der Italowestern unter den Animationsfilmen gewesen ist, ist der Film der beiden Regisseure Mark Osborne und John Stevenson - der Titel verrät es ja schon - definitiv der Eastern unter den Animationsfilmen. Kung Fu Panda ist von der ersten bis zur letzten Sekunde als liebevolle Hommage an das Kino der Hongkonger Produktionsschmiede der Shaw Brothers zu erkennen und allein der Plot und seine Zutaten scheinen direkt aus einem der unzähligen Filme der Shaw Brothers aus den 70er Jahren zu stammen. Es gibt eine ehrbare Kung-Fu-Schule als Mittelpunkt der Stadt samt leicht durchgeistigtem Meister, es gibt den scheinbar unbesiegbaren abtrünnigen Schüler, der die Schule wegen eines mystischen Artefakts angreifen will, es gibt fünf mutige Kämpfer und ihren Meister, die sich dem Angriff zur Wehr setzen wollen und es gibt den drolligen Außenseiter, unseren Titelhelden, der am Ende den Tag retten wird. Das alles ist mit so viel Liebe zum Detail ausgestattet - für die fünf Kämpfer wurden beispielsweise nicht irgendwelche Tiere gewählt, sondern jedes Tier repräsentiert einen bestimmten Kung-Fu-Stil, der in den Kung-Fu-Filmen aus den 70er Jahren praktiziert wurde - und trotz allen vorhandenen Klamauks auch mit so viel Respekt vor den filmischen Vorbildern umgesetzt, dass Kung Fu Panda nicht nur einen “Riesenspaß für Jung und Alt“, sondern auch einen Riesenspaß für Fans dieser alten Streifen darstellen sollte. Meine Frau und ich haben uns - aus teils verschiedenen Gründen - köstlich amüsiert.

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Mark Osborne John Stevenson Jack Black Dan Fogler Dustin Hoffman Angelina Jolie Lucy Liu Seth Rogen Jackie Chan 2000er Oscar Nominee


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DEATH NOTE 2: THE LAST NAME


DEATH NOTE 2: THE LAST NAME DEATH NOTE 2: THE LAST NAME (Blu-ray: I-On New Media, Deutschland)
(OT: Desu nôto: The last name | Japan/USA 2006 | Regie: Shûsuke Kaneko)

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Noch immer hat es Light Yagami (Tatsuya Fujiwara) geschafft, seine Identität als Kira geheim zu halten. Mittlerweile hat er sogar erreicht, dass er gemeinsam mit dem Meisterdetektiv L (Ken'ichi Matsuyama) nach Kira fanden darf. Dieser hat Light jedoch noch immer in Verdacht, Kira zu sein und so ist es für Light ein regelrechter Segen, als plötzlich ein zweites “Death Note“ auftaucht, welches in die Hände der TV-Moderatorin Misa Amane (Erika Toda) gerät. Diese ist ein glühender Verehrer von Kiras Taten und mit Misas Hilfe hofft Light, den lästigen L für immer loswerden zu können…

Death Note 2: The Last Name schließt unmittelbar an die Ereignisse des Vorgängers an und erzählt die in Death Note angefangene Geschichte zu Ende. Teil 1 und 2 verschmelzen so zu einem großen Ganzen und ohne Kenntnis des ersten Teils ist die Sichtung der Fortsetzung ziemlich sinnlos. Erfreulicherweise kann Death Note 2: The Last Name die Qualität der zweiten Hälfte des Vorgängers aufrecht halten und sogar noch steigern. Leerlauf wie in der zähen ersten Hälfte von Teil 1 gibt es hier über die komplette Lauflänge zu keiner Zeit zu beklagen. Die Fortführung der Geschichte ist ausgesprochen spannend und kurzweilig geraten, mit einigen netten Wendungen ausgestattet und lässt die doch recht üppige Laufzeit von etwas über 130 Minuten praktisch wie im Fluge vergehen. Und auch der abermals nicht wirklich überzeugende Tatsuya Fujiwara in der Hauptrolle des Light Yagami wirkt sich nicht wirklich negativ auf Death Note 2: The Last Name aus. Das liegt insbesondere daran, dass sein kongenialer Gegenspieler L, der wieder einfach nur großartig von Ken'ichi Matsuyama gespielt wird, hier deutlich mehr Screentime abbekommen hat als im Vorgänger und sich im Laufe des Films zum heimlichen Hauptcharakter des Streifens entwickelt. Und dann ist da natürlich noch die extrem schnuckelige Erika Toda in der Rolle von Lights Helferin Misa, die wahrlich mehr als nur einen Blick wert ist. Death Note 2: The Last Name hat richtig viel Spaß gemacht und da man den Film nicht ohne den ersten Teil anschauen kann, gibt es von mir trotz des schwächeren Vorgängers für das Gesamtwerk eine klare Empfehlung (auch wenn mir vollkommen bewusst ist, dass insbesondere die Art der Animation der in beiden Filmen vorkommenden Todesgötter durchaus gewöhnungsbedürftig ist und sicher nicht jedermanns Sache sein dürfte).

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Shûsuke Kaneko 2000er Sequel Nikkatsu


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DEATH NOTE


DEATH NOTE DEATH NOTE (Blu-ray: I-On New Media, Deutschland)
(OT: Desu nôto | Japan 2006 | Regie: Shûsuke Kaneko)

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Ein "Death Note" ist ein Buch, welches seinem Besitzer die Macht verleiht, über Leben und Tod zu entscheiden. Wessen Name auch immer in dem Buch notiert wird, stirbt kurze Zeit später an einem Herzinfarkt oder an einer Todesursache, die der Notierende zusätzliche aufgeschrieben hat. Als dem hochbegabten Student Light Yagami (Tatsuya Fujiwara) ein solches “Death Note“ zufällig in die Hände fällt, entschließt sich der schon lange nicht mehr an die Gerechtigkeit der Justiz glaubende Light dazu, das Buch zu nutzen und die Welt von den schlimmsten Verbrechern zu befreien. Unter dem Pseudonym “Kira“ begeht er mit Hilfe des Buches einen Mord nach dem anderen und wird schon bald zum meistgesuchten Mann Japans. Als sich auch noch der Meisterdetektiv L (Ken'ichi Matsuyama) einschaltet und den Behörden bei der Suche nach “Kira“ seine Hilfe anbietet, greift Light - um seine wahre Identität weiter geheim zu halten - zu drastischen Maßnahmen und notiert fortan nicht nur die Namen von Schwerverbrechern in seinem “Death Note“…

Bei Death Note von Regisseur Shûsuke Kaneko handelt es sich um die Realverfilmung eines Mangas und allein aufgrund dieser Tatsache sollte man sich nun wahrlich keine großartigen Gedanken über die Glaubwürdigkeit der Ausgangssituation der Geschichte machen. Denn die ist natürlich nicht sonderlich groß und wer sich von Death Note einen realistischen Film erwartet, dürfte von der Mischung aus Vigilanten-, Kriminal-, Mystery- und Fantasyfilm ziemlich schnell enttäuscht werden. Aber auch wenn man sich ohne jegliche Vorbehalte auf Death Note einlässt, fällt es meines Erachtens zunächst relativ schwer, in echte Begeisterungsstürme auszubrechen. Das liegt insbesondere an dem nicht wirklich überzeugenden Tatsuya Fujiwara in der Rolle des Light Yagami, der es einfach nicht schafft, der Hauptfigur so etwas wie ein Profil zu verleihen und aufgrund dessen durchschnittlicher Leistung diese Hauptfigur doch recht blass bleibt. Das ist ausgesprochen schade, denn insbesondere die Wandlung vom Vigilanten, der es anfangs nur auf Verbrecher abgesehen hat, die ihrer “gerechten“ Strafe entkommen konnten, zum eiskalten Mörder, der vor nichts mehr zurückschreckt um seine Spuren zu verwischen, nimmt man Fujiwara einfach nicht ab und so verpufft diese eigentlich ausgesprochen interessante Charakterentwicklung ohne eine großartige Wirkung beim Zuschauer zu hinterlassen. Und auch die vielleicht etwas zu ruhige Inszenierung von Regisseur Shûsuke Kaneko trägt nicht unbedingt dazu bei, dass Death Note als Meisterwerk im Gedächtnis hängen bleibt. Insbesondere in der recht schwachen ersten Hälfte des Streifens machen sich so einige Längen breit und eine etwas straffere und zielgerichtetere Inszenierung hätte dem Film hier sicher gut getan.
Es gibt aber auch Positives über Death Note zu berichten, denn nach ca. 1 Stunde kriegt der Streifen dann doch noch die Kurve. Auf der Haben-Seite des Films stehen vor allem Ken'ichi Matsuyama in der Rolle von Lights Gegenspieler L, der eine absolut überzeugende Leistung abliefert und viel dazu beiträgt, dass die Spannungsschraube ab ca. der Hälfte der Laufzeit enorm angezogen wird. Ab diesem Zeitpunkt überrascht Death Note auch mit einigen netten Twists, entschädigt absolut für die schwache erste Hälfte des Films und weckt mit seinem offenen Ende sogar so etwas wie Vorfreude für den unmittelbaren Nachfolger Death Note: The Last Name, den ich mir baldmöglichst zu Gemüte führen werde. Und das ist dann weitaus mehr als ich dem Film in der ersten Stunde zugetraut hätte.

TRAILER:


Shûsuke Kaneko 2000er





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