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One Night Stands und wahre Liebe





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HERR LEHMANN [älterer Text]



HERR LEHMANN [älterer Text] :love: HERR LEHMANN :love: (DVD: Universal, Deutschland)
(OT: Herr Lehmann | Deutschland 2003 | Regie: Leander Haußmann)


Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Frank Lehmann (Christian Ulmen) steht kurz vor seinem 30. Geburtstag, wird von allen seinen Freunden nur “Herr Lehmann“ genannt, arbeitet in einer Kreuzberger Kneipe hinterm Tresen und fühlt sich durchaus wohl in seinem kleinen Mikrokosmos, in dem es eigentlich nur zwei Sorgen gibt: Wie erobert er das Herz der Köchin Katrin (Katja Danowski) und wie gaukelt er seinen Eltern, die sich überraschend zu Besuch angekündigt haben, ein erfolgreiches Leben vor?
Regisseur Leander Haußmann, bekannt wegen seines außerordentlich erfolgreichen aber bestenfalls durchschnittlichen Films SONNENALLEE aus dem Jahr 1999, entführt seine Zuschauer mit HERR LEHMANN in die Berliner Kneipen(sub)kultur des Jahres 1989, präsentiert ihnen eine ganze Reihe von schrulligen und skurrilen Typen und lässt sie teilhaben an deren Leben und Tages- bzw. Nachtabläufen. Haußmann macht dabei glücklicherweise nicht den Fehler, sich über seine Charaktere lustig zu machen, sondern nimmt diese absolut ernst und überzeugt so durch liebevolle und realitätsnahe Figuren- und Charakterzeichnungen. Als Zuschauer vergisst man fast immer wieder, dass man auf dem heimischen Sofa sitzt. Es fühlt sich
streckenweise so an, als säße man mit diesen ganzen Typen zusammen am Tresen, mittendrin der titelgebende Herr Lehmann, der als eine Art Kneipenphilosoph das scheinbar sinnlose Gespräch zur Kunstform erhoben zu haben scheint.
HERR LEHMANN ist eine Hommage an den Kreuzberger Kiez und seine Bewohner, die nie auf die Idee kommen würden, ihren kleinen Mikrokosmos zu verlassen (herrlich illustriert in dieser Szene, in der Lehmanns bester Freund Karl (Detlev Buck), der sich als Hobbykünstler versucht, freudig mitteilt, dass er in Charlottenburg an einer Ausstellung teilnehmen kann und diese Mitteilung von seinen Freunden mit der Frage gekontert wird, ob sie denn da wirklich alle kommen müssen, da Charlottenburg doch so weit weg sei) und die in ihrer Kneipe sitzend sogar fast den Mauerfall verpassen. Er ist eine Liebeserklärung an die ganzen “verlorenen“ Seelen am Tresen, die sich am Ende, nach dem Mauerfall, dann doch mit einer neuen Lebenssituation auseinandersetzen müssen (“Die kommen jetzt alle rüber!“). Ihr Mikrokosmos existiert nicht mehr.
Leander Haußmann erzählt die Geschichte von Herrn Lehmann und seinen Freunden und Bekannten größtenteils auf urkomische, oft aber auch auf nachdenkliche, fast schon melancholische Art und Weise und macht damit alles richtig. HERR LEHMANN ist ganz tolles Kino aus Deutschland. Ein kleiner Film, den man wirklich nur als großartig bezeichnen kann. In all seiner Melancholie und in all seiner Tristesse (die er aufgrund seiner vielen verlorenen Figuren natürlich auch liefert) ist HERR LEHMANN einfach nur wunderschön. Und sowohl Christian Ulmen als auch Detlev Buck sind in ihren Rollen nicht weniger als überragend!

TRAILER:


Leander Haußmann Christian Ulmen Christoph Waltz Detlev Buck Berlin 80er Jahre female nudity 2000er



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