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One Night Stands und wahre Liebe


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FLY ME


FLY ME FLY ME (DVD: Shout! Factory, USA)
(OT: Fly Me | Philippinen/USA 1973 | Regie: Cirio H. Santiago)

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Die frisch gebackene Stewardess Toby (Pat Anderson) führt ihr erster Flug nach Hongkong, wo sie gemeinsam mit ihren beiden Kolleginnen Andrea (Lenore Kasdorf) und Sherry (Lyllah Torena) ein paar Tage Aufenthalt hat. Doch die exotische Stadt zu erkunden, fällt für Toby ziemlich schwer, denn dummerweise hat ihre überprotektive Mutter (Naomi Stevens) es sich nicht nehmen lassen, ihre Tochter auf deren ersten Flug zu begleiten und diese folgt ihr nun auf Schritt und Tritt. Während Toby also verzweifelt versucht, ihre Mutter abzuschütteln, plagen Andrea und Sherry gänzlich andere Sorgen. Während Andrea versucht, ihren wie vom Erdboden verschwundenen Liebhaber aufzufinden, landet Sherry in den Fängen eines Mädchenhändlerringes...

Ein Film, dessen Original-US-Kinoplakat u.a. die verführerische Tagline "See Stewardesses Battle Kung Fu Killers!" ziert, kann nur unglaublich geil oder unglaublich mies sein. Fly Me ist beides gleichzeitig. Regisseur Cirio H. Santiago verzichtet auf solche Banalitäten wie einen echten Plot - hier gibt es nur bruchstückhaft Erlebnisse dreier Stewardessen in Hongkong und Manila zu bestaunen, die auf den ersten Blick einfach überhaupt keinen Sinn ergeben und am Ende mit der berühmten Holzhammertaktik zusammengeführt werden - und konzentriert sich stattdessen lieber auf Schau- und Unterhaltungswerte, die insbesondere aus nackten Tatsachen, ein paar Action-Einlagen und herrlich stümperhaft inszenierten Martial-Arts-Sequenzen bestehen. Letztere sehen tatsächlich aus, als wären sie von einer Handvoll Kindergartenkinder choreographiert worden. Nach exakt 72 Minuten ist der Zauber wieder vorbei. Fly Me, der vom B-Movie-Gott Roger Corman für billiges Geld auf den Philippinen produziert wurde und an dessen Herstellung u.a. Gremlins-Regisseur Joe Dante als Dialogue Director und Das Schweigen der Lämmer-Regisseur Jonathan Demme als Second Unit Director beteiligt waren, ist eine echte Kuriosität und man darf froh sein, dass man Filme wie diesen überhaupt noch zu Gesicht bekommt und sie nicht endgültig in der Versenkung verschwinden.
Das US-Label Shout! Factory hat Fly Me für die Nachwelt gerettet, den Film von einer der letzten existierenden und wohl auch nicht mehr ganz vollständigen Filmrollen (zahlreiche Jumpcuts und abrupte Szenenwechsel deuten darauf hin, dass hier bereits die eine oder andere Sequenz für immer verloren sein dürfte) abgetastet, eindrucksvoll restauriert und auf DVD veröffentlicht. Die Filmwelt wäre ohne Streifen wie diesen ein gutes Stück ärmer.

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Cirio H. Santiago Dick Miller 1970er female nudity New World Pictures Sexploitation Hongkong


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2 FAST 2 FURIOUS


2 FAST 2 FURIOUS 2 FAST 2 FURIOUS (DVD: Universal, Deutschland)
(OT: 2 Fast 2 Furious | Deutschland/USA 2003 | Regie: John Singleton)

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In Miami bekommt der frühere Cop Brian O’Conner (Paul Walker) eine Chance auf Rehabilitation. Er soll als Undercover-Agent für die Zollfahndung arbeiten und dabei helfen, den Drogenlord Carter Verone (Cole Hauser) zur Strecke zu bringen...

Nachdem Vin Diesel und Paul Walker am Ende des ersten Teils eben nicht in den sich nähernden Zug gerast sind, stand einer Fortsetzung des Renn-Spektakels ja nichts im Wege. Auf Vin Diesel muss man allerdings ebenso "verzichten" wie auf Jordana Brewster, stattdessen wurde Paul Walker nun der Rapper Tyrese Gibson zur Seite gestellt und als Love Interest darf Eva Mendes gut aussehen. Und mit John Singleton wurde sogar ein richtiger Regisseur verpflichtet. Der wurde einst Anfang der 90er Jahre gleich für seinen Debütfilm Boys N the Hood mit dem Oscar nominiert und hat mit Shaft aus dem Jahr 2000 schon bewiesen, dass er sich auch im Action- und Blockbuster-Kino gut auskennt. 2 Fast 2 Furious steht dann auch dem Vorgänger in nichts nach, ist vielleicht nicht unbedingt spektakulärer, dafür aber definitiv abwechslungsreicher ausgefallen. Zwar stammt auch hier die Story mal wieder vom Reißbrett, im Vergleich mit der aus dem Vorgänger kam sie mir aber nicht ganz so klischeehaft und belanglos vor. Und auch das Timing der Action- und Car-Chase-Sequenzen ist hier deutlich besser ausgefallen als im ersten Teil. Wer anspruchsvolle Unterhaltung sucht, ist hier zwar immer noch total falsch, zum netten und kurzweiligen Zeitvertreib eignet sich diese Fortsetzung jedoch ganz vorzüglich.

TRAILER:


John Singleton Paul Walker Eva Mendes 2000er car chase Miami Sequel Carsploitation


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THE FAST AND THE FURIOUS


THE FAST AND THE FURIOUS THE FAST AND THE FURIOUS (DVD: Universal/Columbia TriStar, Deutschland)
(OT: The Fast and the Furious | Deutschland/USA 2001 | Regie: Rob Cohen)

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Eine Reihe von Überfällen auf Trucks bereitet der Polizei von Los Angeles Kopfzerbrechen. Die Ermittler vermuten, dass Dominic Toretto (Vin Diesel) und seine Gang, die Inszenatoren illegaler Straßenrennen, hinter den Verbrechen stecken. Um Toretto auffliegen zu lassen, wird der Undercover-Cop Brian O’Conner (Paul Walker) in die Welt der illegalen Rennen eingeschleust. Doch O’Conner droht schon bald eine Faszination für den Adrenalinrausch, den charismatischen Toretto und insbesondere für dessen attraktive Schwester Mia (Jordana Brewster) zu entwickeln…

The Fast and the Furious ist 08/15-Blockbusterkino des neuen Jahrtausends. Eiskalt durchkalkuliert (für das weibliche Publikum gibt es Vin Diesel und Paul Walker, für das männliche Publikum aufgemotzte Karren, spektakuläre Car-Chase-Sequenzen und eine verdammt süße Jordana Brewster), mit der typischen Bruckheimer/Simpson/Bay-Optik aufpoliert und einer Story vom Reißbrett ausgestattet. Die Geschichte über einen Undercover-Cop, der plötzlich damit beginnt, Sympathien für die dunkle Seite der Macht zu entwickeln und sich auch noch in die Schwester des charismatischen Bösewichts verliebt, gewinnt nun sicher keinen besonderen Innovationspreis.
Nüchtern betrachtet ist das Kino ohne Herz, Seele und Verstand. Als reines Affektkino, als oberflächliches "guilty pleasure" zur netten Berieselung ist The Fast and the Furious, der gleichzeitig so etwas wie das "Meisterwerk" innerhalb der Filmographie von Regisseur Rob Cohen darstellt (was bei sonstigen Arbeiten wie Stealth und Konsorten auch keine große Kunst ist), dennoch ganz gut geeignet. Über fehlende Schauwerte kann man sich nun wahrlich nicht beschweren und auch die Gefahr aufkommender Langeweile ist definitiv nicht gegeben.
Was dieser modernen Variante des guten alten Carsploitation-Films einfach fehlt, ist der Mut, die Wege des typischen Mainstream-Films zu verlassen und das Publikum auch mal zu schockieren. Es gibt da eine Sequenz am Ende, in der das überdeutlich wird. Diesel und Walker rasen in ihren Karren auf einen Bahnübergang zu, es nähert sich ein Zug, die Bremsen versagen. Natürlich passieren die beiden kurz vor dem Zug noch die Gleise. Eine ähnliche Szene gibt es auch in dem grandiosen Dirty Mary Crazy Larry aus dem Jahr 1974. Auch dort nähern sich die Protagonisten in voller Geschwindigkeit einem Bahnübergang, auch dort nähert sich ein Zug. Der Wagen knallt in den Zug und explodiert, der Abspann beginnt zu laufen. So ein Ende würde ich mir auch mal von einem Blockbuster neueren Datums wünschen. Aber dafür fehlen ihnen in der Traumfabrik einfach die Eier.

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Rob Cohen Paul Walker Vin Diesel Michelle Rodriguez Jordana Brewster 2000er Los Angeles car chase Carsploitation


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HOBO WITH A SHOTGUN


HOBO WITH A SHOTGUN HOBO WITH A SHOTGUN (Blu-ray: Momentum, Großbritannien)
(OT: Hobo with a Shotgun | Kanada 2011 | Regie: Jason Eisener)

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In einer amerikanischen Kleinstadt möchte ein namenloser Landstreicher (Rutger Hauer) ein neues Leben beginnen und sieht sich schon bald mit der Tatsache konfrontiert, dass sich die Stadt und ihre Einwohner fest in der Hand des skrupellosen Gangsterbosses Drake (Brian Downey) befindet, der hier mit Hilfe seiner beiden psychopathischen Söhne Slick (Gregory Smith) und Ivan (Nick Bateman) ein regelrechtes Terrorregiment führt. Der Landstreicher entschließt sich dazu, dem Verbrechen den Kampf anzusagen und schreitet mit einer Schrotflinte bewaffnet zur Tat...

Manche Filme walzen regelrecht über einen hinweg und legen praktisch alles in Schutt und Asche. Hobo with a Shotgun ist einer von ihnen und stellt einen weiteren Höhepunkt der nun schon seit einigen Jahren andauernden Welle moderner Exploitation-Filme dar. Wie Machete basiert auch Hobo with a Shotgun auf einen Trailer aus dem Grindhouse-Projekt von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez, genauer gesagt auf den Sieger-Trailer des im Rahmen des Projektes veranstalteten Trailer-Wettbewerbs. Und an dem, was Regisseur Jason Eisener hier abliefert, müssen sich künftige Exploiter messen lassen. Und die Messlatte liegt verdammt hoch. Hobo with a Shotgun dürfte zu den durchgeknalltesten, abgefahrensten, chaotischsten und respektlosesten Streifen gehören, die ich je gesehen habe. Im Grunde ist der als eiskalter Rachestreifen getarnte Hobo with a Shotgun eine amoklaufende Komödie, ein Film, der zu keiner Sekunde einen Zweifel daran lässt, dass er unbedarfte Zuschauer gehörig vor den Kopf stoßen möchte und den man um Gottes willen nicht ernst nehmen darf. Davon zeugt schon der ganze Look des Films. Denn der ist einfach nur bunt, kunterbunt sogar. Hobo with a Shotgun leuchtet in so extrem grellen Farben, man könnte der Ansicht sein, Eisener wolle den Zuschauer davon überzeugen, Hobo with a Shotgun sei der erste Farbfilm, der je gedreht worden ist. Und dann diese ganzen komplett überdrehten Effekte und diese einfach nur herrlich überzeichneten Charaktere, denen der Cast ein regelrechtes Denkmal setzt. Praktisch alle Schauspieler agieren mit einem solch enthusiastischen Overacting, dass man meinen könnte, es gäbe kein Morgen mehr und insbesondere Rutger Hauer gibt in der Titelrolle des Hobo eine absolute Granatenleistung ab. Laut, grell, bunt, grandios!

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Jason Eisener Rutger Hauer 2010er female nudity Rache


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THE EXPENDABLES (Director’s Cut)


THE EXPENDABLES (Director’s Cut) THE EXPENDABLES (Director’s Cut) (Blu-ray: Splendid, Deutschland)
(OT: The Expendables | USA 2010 | Regie: Sylvester Stallone)

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Söldner Barney Ross (Sylvester Stallone) und seine Männer (u.a. Jason Statham und Jet Li) werden angeheuert um den Diktator (David Zayas) einer südamerikanischen Bananenrepublik zu stürzen. Eigentlich ein Routineauftrag für Ross und sein Team, doch die Durchführung gestaltet sich komplizierter als erwartet…

Die Absicht, einen Old-School-Actionfilm zu drehen, hatte Stallone ja schon etwas länger. Der Cast sollte sich vorwiegend aus Actionhelden der 80er und 90er Jahre zusammensetzen und die Fans fingen wild zu spekulieren an. Die Actiongemeinde hoffte auf Namen wie Jean-Claude Van Damme, Steven Seagal, Chuck Norris, Michael Dudikoff, Kurt Russell, Carl Weathers, Wesley Snipes, usw. Und tatsächlich wurden auch einige dieser Namen (Van Damme, Seagal, Snipes, Russell) von Stallone angefragt, doch alle sagten aus verschiedenen Gründen ab. Snipes durfte wegen seiner Steuerschulden nicht aus den USA ausreisen, Russell hatte keine Lust auf einen Ensemble-Film, Seagal konnte den Produzenten nicht leiden und Van Damme war die Rolle zu anspruchslos (WTF!?!). Von den alten Recken gab es für die Fans am Ende Dolph Lundgren, Mickey Rourke, Gary Daniels und Eric Roberts. Dazu gesellten sich aktuellere (B-Movie-)Action-Stars wie Jason Statham, Jet Li, Randy Couture und Steve Austin. Nicht zu vergessen natürlich die Kurzauftritte von Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis, die gemeinsam mit Stallone in einer kurzen Sequenz zu sehen sind. Eine durchaus annehmbare Besetzung, die Hoffnung auf ein echtes Spektakel machte.
Und ja, The Expendables ist sicher kein schlechter Film und hat mit dieser gemeinsamen Szene von Stallone, Schwarzenegger und Willis auch einen echten, magischen Moment zu bieten. Das hat schon was, diese drei Action-Helden gemeinsam vor der Kamera zu erleben (auch wenn sie in keiner einzigen Einstellung tatsächlich zu dritt im Bild zu sehen sind). Und trotzdem bleibt die große Begeisterung für The Expendables bei mir aus. Mit dieser Besetzung, nach den Ankündigungen von Stallone und auch mit dem Fakt im Hinterkopf, dass Stallone 2 Jahre zuvor mit dem 4. Teil der Rambo-Saga einen der grandiosesten Action-Filme der letzten Jahre gedreht hat, ist The Expendables schon fast eine kleine Enttäuschung. Und das liegt insbesondere an der Tatsache, dass der Film für mein Empfinden handwerklich einfach nicht gut gelungen ist. Die im Dunklen spielenden Sequenzen sind teilweise miserabel ausgeleuchtet, die Actionszenen sind oft zu unübersichtlich geraten und für einen Film, der eine Liebeserklärung an das Actionkino der 80er Jahre darstellen soll, viel zu schnell geschnitten. Und die Inszenierung des Raums ist oft eine mittlere Katastrophe. Insbesondere im Finale weiß man eigentlich nie so recht, wer sich gerade wo aufhält und was tut. Und auch auf so manchen CGI-Effekt hätte man vielleicht lieber verzichten sollen. Das alles führt dazu, dass The Expendables eben kein richtig geiler, sondern "nur" ein leicht über dem Durchschnitt liegender Film geworden ist. Irgendwie schade.
Auf Teil 2 freue ich mich trotzdem. Schon allein aufgrund der Tatsache, dass hier dann auch noch Chuck Norris und Jean-Claude Van Damme mit von der Partie sind und wohl auch Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger in etwas größeren Rollen zu sehen sein werden. Die Fortsetzung könnte vielleicht tatsächlich - zumindest in der Unrated-Fassung - all die Versprechungen einlösen, die der Vorgänger gemacht hat.

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Sylvester Stallone Jason Statham Jet Li Dolph Lundgren Mickey Rourke Bruce Willis Arnold Schwarzenegger Charisma Carpenter 2010er car chase


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LANCE - STIRB NIEMALS JUNG


LANCE - STIRB NIEMALS JUNG :love: LANCE - STIRB NIEMALS JUNG :love: (DVD: Attraction Movies, Deutschland)
(OT: Never Too Young to Die | USA 1986 | Regie: Gil Bettman)

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Der wahnsinnige Velvet Van Ragnar (Gene Simmons) plant die Trinkwasserversorgung zu vergiften und benötigt hierzu eine bestimmte Diskette. Diese hat der Geheimagent Drew Stargrove (George Lazenby), noch kurz bevor er von Van Ragnar ermordet wurde, seinem Sohn Lance (John Stamos) zukommen lassen. Und Lance, der nichts vom wahren Beruf seines Vaters wusste, gerät schon bald ins Visier des verrückten Terroristen…

Die Erfahrung mit Der Tanz des Drachen lässt sich noch steigern, wenn man danach Lance - Stirb niemals jung einlegt. Ein Film, der nicht von dieser Welt, nicht einmal aus diesem Universum zu stammen scheint. In diesen Streifen haben sich u.a. Ex-Bond-Darsteller George Lazenby und Robert "Freddy Krueger" Englund verirrt und in der Rolle des Bösewichts ist KISS-Mastermind Gene Simmons zu sehen. Die Story ist komplett irrsinnig, die Requisiten wurden wahrscheinlich vom Set des ein Jahr zuvor gedrehten dritten Teils der Mad Max-Saga geklaut und auch hier sind Frisuren, Make-up und Kostüme wieder jenseits von Gut und Böse. Es fällt mir schwer, diesen Film überhaupt zu beschreiben. Man muss ihn tatsächlich gesehen haben, um begreifen zu können, was hier von Regisseur Gil Bettman auf die Menschheit losgelassen wurde. Lance - Stirb niemals jung kann irgendwie Alles und Nichts und das gleichzeitig. Ein unfassbarer geiler Film!
Das Bindeglied zwischen Der Tanz des Drachen und Lance - Stirb niemals jung heißt übrigens Vanity. Die spielt in beiden Streifen die weibliche Hauptrolle und legte damit einen durchaus "beeindruckenden" Einstieg in eine leider relativ kurze Karriere hin! Schade, dass sie ihren perfekten Körper nur in einer relativ kleinen Anzahl von Filmen zur Schau stellen durfte. Für mich war das eine der attraktivsten Darstellerinnen der 80er Jahre.

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Gil Bettman Vanity George Lazenby Robert Englund 1980er car chase female nudity


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BERRY GORDY'S THE LAST DRAGON


BERRY GORDY'S THE LAST DRAGON BERRY GORDY'S THE LAST DRAGON (DVD: Sony, USA)
(OT: Berry Gordy's The Last Dragon | USA 1985 | Regie: Michael Schultz)

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Um die höchste Stufe seiner Kampfkünste zu erreichen, begibt sich der leicht naive Leroy Green (Taimak) auf die Suche nach dem Meister. Auf seinem Weg macht er Bekanntschaft mit dem fiesen Sho'nuff (Julius Carry) und rettet eher zufällig die attraktive Laura Charles (Vanity) vor einem skrupellosen Musikproduzenten…

Ein Schwarzer, der sich für einen Chinesen hält, macht sich auf die Suche nach dem wahren Meister der fernöstlichen Kampfkünste und stolpert dabei von einer Keilerei in die nächste. Der Tanz des Drachen ist ein kunterbunter, herrlich bescheuerter Film. Eine echte Wundertüte, bei der man sich nie sicher sein kann, welche Überraschung in der nächsten Sequenz aus dem Hut gezaubert wird. Ich liebe beispielsweise den ersten Auftritt des von Julius Carry wahnwitzig gespielten Sho'nuff im Kino. Sein Outfit hätte einen eigenen Credit im Abspann des Films verdient gehabt. Und natürlich liebe ich diese unglaubliche Naivität, mit der sich der von Taimak gespielte Leroy Green auf die Suche nach dem "Glow" macht, befürchte allerdings, dass diese Naivität keinesfalls gespielt ist. Außerdem ist es auch immer wieder spaßig, wen man in solchen Streifen entdeckt. Hier "blamieren" sich beispielsweise William H. Macy und Chazz Palminteri in kleineren Rollen. Und im Finale dreht Der Tanz des Drachen dann komplett hohl und verlässt die Grenzen jeder irdischen Logik. Must be seen to be believed! Und die Leute, die für Frisuren, Make-up und Kostüme verantwortlich waren, dürften ihre Arbeit damals definitiv unter extremen Drogeneinfluss verrichtet haben. Ein halbwegs nüchterner Mensch kann sich solche Designs nicht mal in den 80ern ausgedacht haben. Unfassbar!

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Michael Schultz Vanity 1980er New York


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SUPER


SUPER SUPER (Blu-ray: Koch Media, Deutschland)
(OT: SUPER | USA 2010 | Regie: James Gunn)

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Der unscheinbare Frank D’Arbo ist Angestellter in einem Fast-Food-Restaurant und zieht die einzige Freude in seinem Leben aus seiner Ehe mit der wunderschönen Sarah (Liv Tyler). Als diese ihn eines Tages Hals über Kopf wegen des Drogendealers Jacques (Kevin Bacon) verlässt, bricht für Frank eine Welt zusammen. Als alle Versuche scheitern, Sarah dem Einfluss des Verbrechers wieder zu entziehen, brennen bei Frank alle Sicherungen durch. Inspiriert von der Comicbuchverkäuferin Libby (Ellen Page) besorgt sich Frank ein Kostüm und geht als mit einer Rohrzange bewaffneter Superheld auf Verbrecherjagd...

Nach Defendor (den ich leider noch nicht kenne) und Kick-Ass ist Super nun schon der dritte "Loser Turns Superhero"-Film in relativ kurzer Zeit und natürlich zieht man als Zuschauer Vergleiche. Ich kann Super nur mit Kick-Ass vergleichen und bei diesem Vergleich geht Vaughns Film als ganz knapper Sieger hervor. Kick-Ass empfand ich persönlich einfach als etwas kurzweiliger, unterhaltsamer und schlichtweg stylisher. Aber auch Super hat seine unbestrittenen Qualitäten und das liegt an seiner ungemeinen Rohheit. Super kommt in meinen Augen deutlich heftiger und derber rüber als Kick-Ass und verpasst dem Zuschauer so die eine oder andere volle Breitseite. Erstens sind Rainn Wilson und Ellen Page in den Rollen des Superhelden und seines Sidekicks so dermaßen asozial, abgedreht und durchgeknallt, dass es ziemlich schwer fällt, sie überhaupt als Identifikationsfiguren zu akzeptieren, zweitens resultiert das aus der Inszenierung von James Gunn, in der extrem ruhige Passagen von geradezu irrsinnigen Gewaltexzessen (allein die Szene vor dem Kino - meine Fresse!!!) immer wieder unterbrochen werden. Super ist roh, derb und ungeschliffen und überschreitet dabei genau die Grenzen, die Kick-Ass nur leicht gestreift hat. Und Ellen Page ist mal wieder einfach nur g-r-a-n-d-i-o-s! Das ist meines Erachtens - ich kann mich einfach nur gebetsmühlenartig wiederholen - die derzeit talentierteste (Nachwuchs-)Schauspielerin in Hollywood. Filme, in denen sie mitspielt, lohnen sich immer!

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James Gunn Rainn Wilson Ellen Page Kevin Bacon Liv Tyler Lloyd Kaufman Rob Zombie 2010er female nudity


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FROM DUSK TILL DAWN


FROM DUSK TILL DAWN :love: FROM DUSK TILL DAWN :love: (Blu-ray: Miramax/Lionsgate, Großbritannien)
(OT: From Dusk Till Dawn | USA 1996 | Regie: Robert Rodriguez)

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Die beiden gemeingefährlichen Brüder Seth (George Clooney) und Richard Gecko (Quentin Tarantino) wollen vor der Polizei nach Mexiko flüchten und nehmen in einem Motel den früheren Priester Jacob Fuller (Harvey Keitel) sowie dessen Sohn Scott (Ernest Liu) und dessen Tochter Kate (Juliette Lewis) als Geiseln. Die Familie soll die beiden Gangster in ihrem Wohnmobil über die Grenze schmuggeln, was tatsächlich auch gelingt. Doch die Einreise in Mexiko bedeutet für die Geiseln noch nicht die Freiheit. Eine Nacht müssen sie noch gemeinsam mit den Geckos verbringen, bis diese am nächsten Morgen ihren Kontaktmann treffen können. Im Titty Twister, einem Nachtclub irgendwo im Nirgendwo, wollen die Geckos gemeinsam mit ihren Geiseln die Zeit bis zum Morgengrauen überbrücken. Doch im Nachtclub erwartet sie schon bald eine böse Überraschung...

Schon knapp 8 Jahre nicht mehr gesehen, definitiv eine viel zu lange Zeit. Und man hat bei solchen Filmen ja dann doch immer gewisse Bedenken, ob die Begeisterung von früher auch heute noch Bestand haben wird. Allen Bedenken waren unbegründet, From Dusk Till Dawn bleibt für mich auch nach dieser erneuten Sichtung neben Peter Jacksons Braindead ohne Frage einer der besten Genrefilme der 90er. Rodriguez’ Mischung aus Road Movie und Vampirhorror läuft vor denk- und zitierwürdigen Szenen fast über und ist dabei gleichzeitig eine einzige Hommage an verschiedenste Genrefilme. Das fängt schon mit der Besetzung in den Nebenrollen an. Da tummeln sich Leute wie Cheech Marin (gleich in 3 Rollen), Effekt-Guru Tom Savini und Exploitation-Altmeister wie John Saxon, Fred Williamson und natürlich Danny Trejo. Und dann diese vielen, wunderbaren Zitate. Das Titty Twister erinnert an die Bar aus Russ Meyers Up!, der Rollenname von Salma Hayeks Charakter ist der Titel eines alten, mexikanischen Nunsploitationfilms und das T-Shirt von Harvey Keitels Sohn mit der Aufschrift "Precinct 13" ist eine Referenz an Carpenters Assault on Precint 13. Und diese Liste ließe sich noch durchaus fortsetzen. Dann hat der Streifen noch die geilste Tanzszene aller Zeiten zu bieten und George Clooney und Quentin Tarantino sind im Bereich des Genrefilms das vielleicht beste Psychopathen-Duo, das je das Licht der Leinwände erblickt hat. Und ich liebe dieses Ende mit Marins und Clooneys "Psychos"-Dialog ("So, what, were they psychos, or..." - "Did they look like psychos? Is that what they looked like? They were vampires. Psychos do not explode when sunlight hits them, I don't give a fuck how crazy they are!"). Ein Kultklassiker! Wer das Gegenteil behauptet, lügt! :D

TRAILER:


George Clooney Quentin Tarantino Harvey Keitel Juliette Lewis Salma Hayek Cheech Marin Danny Trejo Tom Savini Fred Williamson John Saxon Kelly Preston 1990er female nudity Vampir


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SPEEDY


SPEEDY SPEEDY (DVD: Universal, Deutschland)
(OT: Speedy | USA 1928 | Regie: Ted Wilde)

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Harold “Speedy“ Swift (Harold Lloyd) hat wegen seiner großen Liebe zum Baseball schon mehrere Jobs verloren und Pop Dillon (Bert Woodruff), der die letzte, von einem Pferd gezogene Trambahn in New York betreibt, und den die Eisenbahngesellschaft lieber heute als morgen aus dem Geschäft drängen will, ist nicht gerade davon überzeugt, dass Harold der richtige Mann für seine Enkelin Jane (Ann Christy) ist. Doch der gerade mal wieder ohne Arbeit dastehende Harold nutzt die Gunst des Augenblicks und springt Pop in dessen Zwist mit der Eisenbahngesellschaft zur Seite und versucht so unter Beweis zu stellen, dass er alles andere ist als ein verträumter Taugenichts...

Ein kleiner Ausflug in die Zeit des Stummfilms und der Slapstick-Komödie. Hauptdarsteller Harold Lloyd war einer der ganz großen Stars der Stummfilm-Ära und spielte in den 10er und 20er Jahren in über 150 (!!!!) Lang- und Kurzfilmen mit. Speedy war sein letzter Stummfilm, zählt zu seinen absoluten Karriere-Höhepunkten und stellt leider auch so etwas wie den Endpunkt seiner Karriere dar. Auch Lloyd gehörte zu den vielen Stummfilmstars, die es im Tonfilm einfach nicht mehr schaffen sollten. Nach Speedy, bei dessen Dreh Lloyd erst 35 Jahre alt war, wirkte er zwischen 1929 und 1947 nur noch in sieben weiteren Filmen mit.
In Speedy geht es um einen jungen Mann, der aufgrund seiner Liebe zum Baseball einen Job nach dem anderen verliert und es sich letztendlich zur Aufgabe macht, die Existenz des Großvaters seiner Freundin zu retten. Die Geschichte wird als eine Art Nummernrevue erzählt, Speedy lebt von seinen gemäßigten Slapstick-Einlagen - Klamauk der Marke Stan Laurel und Oliver Hardy gibt es hier nicht zu sehen -, seiner Situationskomik mit wirklich perfekt getimeten Gags und seinen zahlreichen Actionsequenzen, die - hält man sich das Alter des Films vor Augen - einfach nur fulminant geraten sind. Es gibt da beispielsweise eine Episode im Film, in der Lloyd einen Job als Taxifahrer übernimmt und in der auf wirklich unglaubliche Art und Weise das Gefühl von Geschwindigkeit vermittelt wird. Dann gibt es eine toll choreographierte Massenschlägerei zu bewundern und die finale Verfolgungsjagd ist einfach nur grandios gefilmt. Ein wirklich ungemein unterhaltsamer Streifen!

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Ted Wilde Harold Lloyd 1920er New York car chase


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DEAD SPACE: AFTERMATH


DEAD SPACE: AFTERMATH DEAD SPACE: AFTERMATH (Blu-ray: I-On New Media, Deutschland)
(OT: Dead Space: Aftermath | USA 2011 | Regie: Mike Disa)

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Eine Spezialeinheit von Space Marines rettet die überlebenden Crew-Mitglieder des Raumschiffes USS O'Bannon. Diese sollten auf dem Planeten Aegis VII nach einem verschollenen Bergbau-Raumschiff suchen und den fragilen Planeten vor dem endgültigen Zusammenbruch bewahren. Eine Mission, die jedoch nicht so durchgeführt werden konnte als geplant und auch nur als Vorwand für das wahre Ziel des Einsatzes diente, nämlich Fragmente eines außerirdischen Artefakts sicherzustellen. Die Verhörspezialisten der Marines versuchen nun von den Überlebenden der O'Bannon die genauen Einzelheiten der Vorkommnisse auf Aegis VII zu erfahren...

Spätestens seit Titan A.E. aus dem Jahr 2000 und der steigenden Beliebtheit japanischer Animes in der westlichen Welt haben sich Animationsfilme für ein rein erwachsenes Publikum etabliert. Videospiele bilden da natürlich einen wunderbaren Nährboden für reichlich Horror- und Sci-Fi-Stoffe, die entsprechend verfilmt werden wollen. Dead Space: Aftermath ist nach Dead Space: Downfall aus dem Jahr 2008 nun schon der zweite Streifen, der auf den Dead Space-Games von Electronic Arts basiert und in allererster Linie natürlich für die Fans der beiden Spiele interessant. Aber auch ohne Kenntnis der Spiele und des filmischen Vorgängers dürften sich interessierte Zuschauer relativ schnell im Dead Space-Universum zurechtfinden. Regisseur Mike Disa, der durch sein Mitwirken bei Dante’s Inferno: An Animated Epic ja schon Genre-Erfahrung sammeln konnte und zudem auch für Das Rotkäppchen-Ultimatum, der Fortsetzung des extrem spaßigen Die Rotkäppchen-Verschwörung verantwortlich zeichnete, nimmt den Zuschauer mit auf einen gut 75-minütigen Horrortrip mit richtig gut choreographierten Actionszenen, einer Atmosphäre, die in ihren besten Momenten an Filme wie Event Horizon erinnert sowie spektakulären Splatterexzessen. Da werden Monster zerfetzt und es fliegen Körperteile durch die Gegend, dass es für jeden Liebhaber des gepflegten Gematsches eine wahre Freude sein dürfte. Aber leider ist nicht alles Gold was glänzt. Die Macher hätten sich meines Erachtens für einen Animationsstil entscheiden sollen. Dead Space: Aftermath erzählt seine Geschichte in Rückblenden und während die Rückblenden im Still klassischer, japanischer Animes daherkommen und durch ihre visuelle Kraft absolut überzeugen können - vor allem die Szenen im Weltraum sind der absolute Hammer -, wurden alle in der Gegenwart spielenden Sequenzen mit 3D-Computeranimationen realisiert. Letztere wirken größtenteils leider absolut billig und wollen so gar nicht zum klassischen Animationsstil der Rückblendensequenzen passen. Dieses ständige Hin und Her zwischen den einfach nicht miteinander harmonierenden Stilen schmälert den ansonsten unbedarften Spaß, den dieses kurzweilige Gematsche über den Großteil seiner Laufzeit bereitet, schon ein bisschen.

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Mike Disa 2010er female nudity Ferne Zukunft Alien Zombie


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DISTRICT 9


DISTRICT 9 DISTRICT 9 (Blu-ray: Sony, Deutschland)
(OT: District 9 | Neuseeland/Kanada/Südafrika/USA 2009 | Regie: Neill Blomkamp)

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Vor vielen Jahren erschien ein riesiges UFO über Südafrika, dessen Insassen sich schließlich als ungefährlich herausstellten. Die Aliens wurden in einem Außenbezirk von Johannesburg angesiedelt, der sich im Laufe der Zeit in einen regelrechten Slum verwandelt hat und von einem privaten Konzern überwacht wird. Nun sollen die außerirdischen Einwohner von District 9 unter Leitung des Konzernangestellten Wikus (Sharlto Copley) umgesiedelt werden. Eine schwierige Aufgabe, denn die Aliens zeigen sich nicht gerade kooperativ. Als Wikus während der vorbereitenden Räumungsaktion versehentlich mit einer Flüssigkeit in Kontakt kommt, hat das für ihn schreckliche Konsequenzen...

Wieder mal ein Film, den ich nun reichlich spät zum ersten Mal gesehen habe. Der Hype von damals ist ja mittlerweile schon längere Zeit vorüber. Als Allegorie auf die Apartheid, als die der Streifen sicherlich auch verstanden werden will, mag er meines Erachtens nicht so wirklich funktionieren. Dafür war mir das alles dann doch etwas zu plump und oberflächlich und die Außenseiter einfach viel zu negativ gezeichnet. Aber als reiner Genrefilm funktioniert District 9 dafür umso besser. District 9 rockt als solcher definitiv das Haus! Und zwar ganz gewaltig. Die - was die Optik angeht - eindeutig von Filmen wie Starship Troopers, The Fly und der Alien-Reihe inspirierte Mischung aus Sci-Fi, Action und Thriller des südafrikanischen Regisseurs Neill Blomkamp überzeugt durch eine richtig coole Erzähltechnik im halbdokumentarischen Stil, spektakuläre Action-Sequenzen, ein tolles Set- und Creature-Design und eine richtig spannende Story. Das war für mich persönlich mal wieder ein echtes Highlight im Bereich des Effekte-Kinos. Das schönste an District 9, der ja von keinem geringeren als The Lord of the Rings-Regisseur Peter Jackson mitproduziert wurde, ist allerdings die Tatsache, dass Regisseur Blomkamp eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, dass man auch heutzutage noch mit einem relativ geringen Budget - der Film hat gerade mal 30 Mio. Dollar gekostet - richtig gutes Genrekino machen kann. Wenn man sich ansieht, was beispielsweise ein Mann wie Michael Bay pro Film so alles an Kohle verpulvert, stellt der Erfolg eines Streifens wie District 9 dem typischen Big-Budget-Blockbuster ein ganz schönes Armutszeugnis aus.

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Neill Blomkamp 2000er Oscar Nominee car chase Afrika Alien


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DOG SOLDIERS


DOG SOLDIERS DOG SOLDIERS (DVD: Legend/Universum, Deutschland)
(OT: Dog Soldiers | Großbritannien/Luxemburg/USA 2002 | Regie: Neil Marshall)

Infos zum Film:
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Eigentlich sollte es für eine Gruppe schottischer Soldaten nur eine Routineübung in den schottischen Wäldern werden. Doch nachdem die Truppe die Überreste einer Spezialeinheit samt einem Überlebenden entdeckt, wird den Soldaten schnell klar, dass im Dickicht der Wälder eine große Gefahr auf sie zu lauern scheint…

Nachdem ich bisher schon zwei Filme von Regisseur Neil Marshall gesehen habe - den hervorragenden The Descent und den eher suboptimalen Doomsday - wollte ich mir nun auch mal Marshalls Langfilm-Debüt zu Gemüte führen. Dog Soldiers hat mich dabei im ersten Drittel etwas an Southern Comfort von Walter Hill erinnert. Sicher nicht die schlechteste Assoziation, die ein Film hervorrufen kann. Das Setting des Films in den weiten Wäldern, die dichte und bedrohliche Atmosphäre und natürlich die Tatsache, dass sich hier Soldaten durch das Dickicht schlagen müssen - gewisse Parallelen zu Southern Comfort sind sicher nicht zu übersehen. Doch Neil Marshall verlässt diese Pfade dann doch relativ schnell, jedoch nur um dem Zuschauer mit seinem weiteren Handlungsverlauf andere Streifen der Vergangenheit ins Gedächtnis zu rufen. Wenn sich seine Figuren schließlich in einem einsam gelegenen Haus vor den angreifenden Werwölfen schützen müssen, kommen die Belagerungsszenarien klassischer Western oder auch Carpenters Assault in Precinct 13 in den Sinn. Dieses Verwursteln verschiedener Vorbilder, was im sechs Jahre später entstandenen Doomsday so grandios gescheitert ist, klappt in Dog Soldiers allerdings ganz gut. Der Film ist richtig schön spannend geraten, die Action-Szenen überzeugen durch ein gutes Timing und auch an den Effekten gibt es meines Erachtens nichts auszusetzen. Offensichtliche Unglaubwürdigkeiten und Logikfehler relativieren sich spätestens durch den netten Twist am Ende und fallen dadurch nicht negativ ins Gewicht. Doch, für einen Debütfilm ist Dog Soldiers wirklich mehr als ordentlich geraten.

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Neil Marshall 2000er Werwolf


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WATCHMEN (Director’s Cut)


WATCHMEN (Director’s Cut) WATCHMEN (Director’s Cut) (Blu-ray: Warner, USA)
(OT: Watchmen | USA 2009 | Regie: Zack Snyder)
Infos zum Film: IMDB | OFDB


Rorschach (Jackie Earle Haley), ein früherer Superheld, der noch immer im Untergrund gegen das Verbrechen kämpft, versucht im USA der 80er Jahre, in dem Nixon noch immer Präsident ist und der Kalte Krieg mit der UdSSR sich auf dem Höhepunkt befindet, den Mord an seinem früheren Weggefährten Edward Blake (Jeffrey Dean Morgan) aufzuklären…

Der Film hat mich jetzt irgendwie weggeblasen. Einer dieser Streifen, die man wohl unmöglich beim ersten Ansehen in ihrer ganzen Größe fassen kann. Insbesondere wenn man wie ich die Vorlage nicht kennt. Dann dauert es nämlich schon eine gute Zeit, bis man sich in diesem Universum mit seinen ganzen verschiedenen Charakteren einigermaßen zurechtfindet. Aber auch trotz dieser "Bürde" und der teilweisen Planlosigkeit, die einen beim Ansehen ohne Vorkenntnisse immer mal wieder überkommt, ist Watchmen ein Film, der wirklich von der ersten Sekunde an eine regelrechte Sogwirkung entfaltet, den Zuschauer gebannt vor dem Bildschirm bzw. der Leinwand hält und über seine stolze Laufzeit von gut 3 Stunden absolut zu fesseln vermag. Einen Film von solcher Intensität und auch Komplexität hätte ich Regisseur Zack Snyder - der sich insbesondere mit seinem unsäglichen 300 ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat - ehrlich gesagt nicht wirklich zugetraut. Watchmen - zumindest in der von mir gesehenen Director's-Cut-Fassung - ein visuell mehr als beeindruckendes Filmerlebnis mit einer seltsam melancholischen Grundstimmung und einer nahezu perfekten Balance zwischen ruhigen Momenten und teils irrsinnigen Gewaltausbrüchen. Ich ziehe meinen imaginären Hut.

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Zack Snyder Jackie Earle Haley 2000er female nudity 80er Jahre New York


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SHAFT IN AFRIKA


SHAFT IN AFRIKA SHAFT IN AFRIKA (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Shaft in Africa | USA 1973 | Regie: John Guillermin)


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Privatdetektiv John Shaft (Richard Roundtree) wird angeheuert um einen Menschenhändlerring in Afrika das Handwerk zu legen…

Während Gordon Parks in den beiden Vorgängern durch eine eher gemächliche Erzählweise noch langsam Atmosphäre erzeugt und die Spannungsschraube stetig angezogen hat um den Zuschauer letztendlich in jeweils absolut überzeugende Showdowns zu entlassen, kümmert sich Regisseur John Guillermin einen feuchten Kehricht um so "banale" Sachen wie Spannungsaufbau, Atmosphäre oder Charakterentwicklung. Er wirft den Zuschauer gleich von Anfang an mitten ins Geschehen und sonderlich viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht während diesen kunterbunten gut 105 Minuten. Shaft in Afrika hat sich sein Blaxploitation-Siegel redlich verdient, ist er doch tatsächlich ein lupenreiner Exploiter, der seinen Plot einzig und allein dazu nutzt, Schauwerte an Schauwerte zu reihen. Verfolgungsjagden, Prügeleien, Schießereien, nackte Tatsachen - und mittendrin Richard Roundtree als John Shaft, eine Art schwarzer James Bond, für den ganz offensichtlich einst das Wort "Coolness" erfunden wurde. Nein, das hier war defnitiv nicht der beste der drei Shaft-Filme aus den 70ern. Aber unterhaltsam war er, meine Fresse!

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John Guillermin Richard Roundtree Aldo Sambrell 1970er car chase female nudity New York Paris Afrika Sequel Blaxploitation


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KILL BILL: VOL. 2


KILL BILL: VOL. 2 :love: KILL BILL: VOL. 2 :love: (DVD: Universal, Japan)
(OT: Kill Bill: Vol. 2 | USA 2004 | Regie: Quentin Tarantino)


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2 Namen konnte sie schon von ihrer Liste streichen, 3 stehen noch aus. Und die Braut (Uma Thurman) ist fest entschlossen, ihren begonnenen Rachefeldzug zu beenden…

Während sich Tarantino in Kill Bill: Vol. 1 insbesondere mit dem japanischen Exploitationfilm auseinandergesetzt hat, widmet er sich nun in Kill Bill: Vol. 2 dem Italowestern und dem Kino der Shaw Brothers. Wer damals nach dem Finale des ersten Teils vielleicht erwartet hatte, dass es in der Fortsetzung ähnlich spektakulär weitergeht, dürfte ziemlich enttäuscht gewesen sein. Tarantino lässt es in Kill Bill: Vol. 2 extrem ruhig angehen und actionreiche Höhepunkte sind rar gesät. Das Action-Highlight des Streifens dürfte dabei definitiv der einfach nur perfekt choreographierte Kampf zwischen der Braut und Elle Driver im Wohnmobil von Budd sein. Ansonsten legt Tarantino in der zweiten Hälfte seines gut 4-stündigen Racheepos das Hauptaugenmerk auf seine einfach nur wunderbaren Dialoge - ja, man kann dem Streifen durchaus eine gewisse Geschwätzigkeit vorwerfen - und eine Atmosphäre, die bei mir, unterstützt vom abermals grandios gewählten Soundtrack, eine Gänsehaut nach der anderen auslöst. Kill Bill kann man in meinen Augen eigentlich eh nur als eine Einheit betrachten und in dieser Einheit liebe ich diese mit Vol. 2 betitelte ruhigere Hälfte mindestens genauso sehr wie die Schauwertlieferantin welche auf den Namen Vol. 1 hört.
Auch wenn ich, bei einigermaßen objektiver Betrachtungsweise, definitiv zu dem Schluss kommen müsste, dass Jackie Brown der beste aller Tarantino-Filme ist, so muss ich doch rein subjektiv zugeben, dass mir Kill Bill neben Pulp Fiction am meisten bedeutet und dass ich - aus Sicht des Filmfreaks - Tarantino für Kill Bill am “dankbarsten“ bin. Nicht nur, dass ich selbst - wie beim vorherigen Eintrag schon geschrieben - durch diesen Film meine Liebe zum Exploitationkino entdeckt habe, nein, ich bin mir doch ziemlich sicher, dass es auch Tarantino, seinen Filmen (und von diesen eben insbesondere Kill Bill), seinem Nerdgehabe und seinem ständigen Namedropping in Interviews und öffentlich Auftritten, zu verdanken ist, dass es Filme wie Thriller: A Cruel Picture oder Lady Snowblood überhaupt auf DVD zu kaufen gibt.

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Quentin Tarantino Uma Thurman David Carradine Michael Madsen Daryl Hannah Gordon Liu Chia-Hui Bo Svenson Samuel L. Jackson Sid Haig Larry Bishop 2000er Sequel Rache


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KILL BILL: VOL. 1


KILL BILL: VOL. 1 :love: KILL BILL: VOL. 1 :love: (DVD: Universal, Japan)
(OT: Kill Bill: Vol. 1 | USA 2003 | Regie: Quentin Tarantino)


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Als die Braut (Uma Thurman) nach vier langen Jahren aus dem Koma erwacht, hat sie nur einen Gedanken: Rache an denen zu üben, die sie in diese Lage gebracht hatten und ihr dadurch ihr ungeborenes Kind namen…

Über sechs Jahre liegt die letzte Sichtung von Tarantinos Racheepos nun schon zurück. Es war mal wieder an der Zeit, sich beide Teile hintereinander anzuschauen. Wir haben den Silvesterabend dazu genutzt und das Jahr so ausklingen lassen. Es war ein ausgesprochen schönes Wiedersehen. Kill Bill: Vol. 1 ist für mich auch heute noch genauso faszinierend wie er es damals gewesen ist als ich ihn im Herbst 2003 erstmals im Kino gesehen hatte. Das ist einer der Filme, die mir persönlich verdammt viel bedeuten. Es war dieser Streifen, der mich endgültig für das Genrekino angefixt hat. Ich wollte die zitierten Vorbilder kennen lernen, habe das Internet nach den Referenzfilmen abgegrast und eine Liebe zum Exploitation-Film entwickelt, die nun schon seit über 8 Jahren andauert.
Die jetzige Sichtung von Kill Bill: Vol. 1 nach nun doch schon relativ langer Zeit war für mich insbesondere hinsichtlich der netten “Spot the Reference“-Spielerei ausgesprochen interessant. Man sieht den Film tatsächlich noch mal mit ganz anderen Augen, wenn man einen Teil der Vorbilder - und ich habe jede Menge davon in den letzten Jahren, auch schon vor dem Start dieses Filmtagebuchs, regelrecht in mich aufgesaugt - kennt und dann sieht, wie Tarantino das alles zu einem großen Ganzen verbunden hat. Und man entdeckt auch Kleinigkeiten, kleine Referenzen an Filme und Schauspieler, die einem zuvor nie aufgefallen sind, wie beispielsweise der neue Deckname der von Vivica A. Fox gespielten Vernita Green, die sich nach ihrem Leben als Profikillerin unter dem Namen “Jeannie Bell“ eine neue Identität aufgebaut hat. Wenn man nun wie ich erst ein paar Tage zuvor TNT Jackson gesehen hat, weiß man diesen Namen zuzuordnen.
Aber auch unabhängig von dieser “Spot the Reference“-Spielerei hat mir Kill Bill: Vol. 1 über seine komplette Laufzeit zum wiederholten Male einfach nur irrsinnig viel Spaß gemacht. Der Streifen ist eine echte Wundertüte mit unzähligen magischen Momenten, die oft nur in kurzen Einstellungen und scheinbar unbedeutenden Sequenzen liegen, mir - insbesondere auch im Zusammenspiel mit dem einfach nur grandios ausgesuchten Soundtrack - aber eine Gänsehaut nach der anderen verpassen. Ich liebe diesen Film! :love: :love: :love:

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Rache 2000er Gordon Liu Chia-Hui Daryl Hannah David Carradine Sonny Chiba Michael Madsen Lucy Liu Uma Thurman Quentin Tarantino


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TOO HOT TO HANDLE


TOO HOT TO HANDLE TOO HOT TO HANDLE (DVD: Shout! Factory, USA)
(OT: Too Hot to Handle | Philippinen/USA 1977 | Regie: Don Schain)


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Während Profikillerin Samantha Fox (Cheri Caffaro) in Manila eiskalt einen Auftrag nach dem anderen abschließt, versucht der ermittelnde Polizist Domingo De La Torres (Aharon Ipalé) gemeinsam mit seinem Partner Sanchez (Vic Diaz) der von Samantha gestarteten Mordserie auf den Grund zu gehen…

Too Hot to Handle, der dritte und leider letzte Film aus der ganz vorzüglichen “Lethal Ladies“-Collection von Shout! Factory steht den beiden anderen Streifen aus diesem Set in nichts nach. Auch bei Too Hot to Handle handelt es sich um einen von Cormans Filipino-Exploitern - Regie führte bei diesem Film allerdings Don Schain und nicht Cirio H. Santiago - und abermals steht eine Frau auf Rachefeldzug im Mittelpunkt. Die Production Values schienen mir hier etwas höher gewesen zu sein als bei den anderen beiden Streifen und auch auf die Story wurde in diesem Film ein bisschen mehr wert gelegt. Ansonsten ist aber natürlich alles wie gewohnt. Too Hot to Handle geizt weder mit Action noch mit nackten Tatsachen und packt - insbesondere beim ersten Auftragsmord - eine ganz gehörige Portion an Sleaze noch mit oben drauf. Das alles sieht man als Freund des schlechten Geschmacks ja immer gerne, auch wenn Hauptdarstellerin Cheri Caffaro, die sich wirklich ausgesprochen oft komplett nackig macht und hier übrigens in ihrem letzten von insgesamt nur sieben Filmauftritten zu sehen ist, sicher nicht jedermanns Frauengeschmack treffen dürfte. Die freizügige Blondine mit ihrer eher etwas derberen Schönheit - ich weiß nicht, wie ich es sonst beschreiben sollte - sah damals, obwohl erst 32 Jahre alt, schon ganz schön “verbraucht“ und weitaus älter aus und wenn ich sie so mit den Leading Ladies der beiden anderen Filme in diesem Set vergleiche, muss ich doch sagen, dass zwischen ihrer Ausstrahlung und ihrem Sex-Appeal und der Ausstrahlung und dem Sex-Appeal von Jillian Kesner und insbesondere Jeannie Bell doch Welten liegen. Dem Unterhaltungsfaktor und dem Spaß an dem Streifen hat die in meinen Augen etwas unattraktivere Hauptdarstellerin jedoch keineswegs geschadet. Wer auf B-Movies und Exploitation steht, sollte sich dieses wunderbare Set auf jeden Fall zulegen. Ich freue mich jetzt schon auf die Veröffentlichung der “Lethal Ladies“-Collection Nr. 2 in wenigen Wochen, in der dann die Filme The Arena, Fly Me und Cover Girl Models enthalten sein werden.

CLIP:


Don Schain Cheri Caffaro 1970er female nudity Rache Sexploitation New World Pictures


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G.I. JOE - GEHEIMAUFTAG COBRA


G.I. JOE - GEHEIMAUFTAG COBRA G.I. JOE - GEHEIMAUFTAG COBRA (Blu-ray: Paramount, Deutschland)
(OT: G.I. Joe: The Rise of Cobra | Tschechien/USA 2009 | Regie: Stephen Sommers)


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Ein Militärkonvoi unter der Führung von Captain Duke Hauser (Channing Tatum) soll eine gefährliche Waffe von A nach B transportieren und wird dabei von der Terrororganisation Cobra (u.a. Sienna Miller) überfallen, welche die Waffe unbedingt in ihren Besitz bringen und so die Weltherrschaft an sich reißen will. In letzter Sekunde kann eine geheime Kommandoeinheit (u.a. Rachel Nichols) den Angriff vereiteln und die Waffe in Sicherheit bringen. Doch die Terroristen geben noch lange nicht auf…

Ähnlich wie Bays Transformers-Filme basiert auch G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra von Stephen Sommers auf Spielzeugfiguren und einer dazugehörigen Zeichentrickserie aus den 80ern. Jeder, der hier also so etwas wie eine im höchsten Maße anspruchsvolle Story oder sorgfältig gezeichnete Charaktere erwartet und über Sommers kunterbuntes Popcorn-Spektakel dann herfällt, weil eben genau diese Erwartungen nicht erfüllt worden sind, sollte sich vielleicht doch ernsthaft fragen, ob er im richtigen Film gelandet ist. Allen anderen Zuschauern darf man nur verdammt viel Spaß mit dieser grandiosen Wundertüte von einem Film wünschen. Sommers inszeniert hier über die komplette Laufzeit von 2 Stunden Popcorn-Entertainment der allerersten Sorte. Die Action ist brachial - allein die Verfolgungsjagd durch die Straßen von Paris lohnt die Sichtung des Streifens - und so grandios getimt, dass die Materialschlacht eigentlich zu keinem Zeitpunkt ermüdend wird. Und das ist ja doch eine Kunst, die nicht unbedingt alle Action-Regisseure beherrschen. Insbesondere der im selben Jahr gestartete zweite Teil von Transformers hat eben genau das nicht hingekriegt und den Zuschauer mit seinen überbordenden Actionsequenzen ab einem gewissen Punkt einfach nur gelangweilt. Sommers macht mit G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra eigentlich alles richtig, was man bei dieser Art von Kino richtig machen muss. Und sowohl Sienna Miller als auch Rachel Nichols sind ja wohl einfach nur “smoking hot“! Und verdammt, es spielen sogar Ninjas mit. Klasse! :puni2:

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Stephen Sommers Sienna Miller Joseph Gordon-Levitt Dennis Quaid Brendan Fraser 2000er Femme fatale car chase Nahe Zukunft Paris


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TNT JACKSON


TNT JACKSON TNT JACKSON (DVD: Shout! Factory, USA)
(OT: T.N.T. Jackson | Philippinen/USA 1974 | Regie: Cirio H. Santiago)


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Auf der Suche nach ihrem verschwundenen Bruder verschlägt es die attraktive Diana Jackson (Jeannie Bell) nach Hongkong. Dort erhofft sie nähere Informationen hinsichtlich des Verbleibs ihres Bruders zu bekommen und gerät bei ihren Nachforschungen ins Kreuzfeuer eines Verbrecherkartells...

Hätte ich den vor kurzer Zeit gesehenen Firecracker nach TNT Jackson gesehen, hätte ich geschrieben, dass dieser die Geschichte von TNT Jackson in leicht veränderter Form noch mal erzählt. Denn tatsächlich hat Regisseur Cirio H. Santiago mit Firecracker ein lupenreines Remake von TNT Jackson gedreht. Und da ihm die Story wohl extrem viel Freude bereitete hat er im Jahr 1993 mit dem Film Angelfist sogar noch ein weiteres Remake nachgelegt. Aber hier soll es ja um das Original von 1975 gehen und das rockt das Haus ohne Ende. Hauptdarstellerin Jeannie Bell ist - trotz ihres mächtigen Afros, den sie hier zur Schau trägt - einfach nur zuckersüß anzusehen und sehr zur Freude des Zuschauers auch relativ oft relativ leicht bekleidet unterwegs. Ähnlich wie im Remake dient auch hier der hauchdünne Plot in erster Linie dazu, die schnuckelige Protagonistin in diverse Martial-Arts-Kämpfe zu verwickeln (obwohl in so einigen Szenen natürlich deutlich zu erkennen ist, dass nicht Jeannie Bell, sondern ein männlicher Stuntman am Werk ist), ein paar gesunde Härten zu präsentieren und ein paar nackte Tatsachen zu zeigen. Mit seiner wirklich extrem übersichtlichen Laufzeit von gerade mal gut 70 Minuten hangelt sich TNT Jackson souverän von Schauwert zu Schauwert, reiht Höhepunkt an Höhepunkt und läuft nie Gefahr, in irgendeiner Weise langweilig zu werden.

TRAILER:


Cirio H. Santiago Jeannie Bell 1970er female nudity Rache Hongkong Blaxploitation New World Pictures


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DER TOLLWÜTIGE


DER TOLLWÜTIGE DER TOLLWÜTIGE (DVD: NEW, Deutschland)
(OT: La belva col mitra | Italien 1977 | Regie: Sergio Grieco)


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Gemeinsam mit drei anderen Schwerverbrechern flieht der skrupellose Gangster Nanni Vitali (Helmut Berger) aus dem Gefängnis und will sich an den Leuten rächen, die für seinen Aufenthalt hinter Gittern verantwortlich waren...

Italienisches Krimi- bzw. Cop-Kino aus den 70ern. Damit kann ich eigentlich gar nicht viel falsch machen. In Der Tollwütige gibt sich ein ziemlich durchgeknallter Helmut Berger die Ehre, der als aus dem Knast entkommener Psychopath noch ein paar alte Rechnungen begleichen will und gleichzeitig von Cop Richard Harrison gejagt wird. So derb wie der Trailer unten es vielleicht suggerieren mag, ist Der Tollwütige aber dann doch nicht ausgefallen. Wer hier einen Oberkracher der Marke Der Berserker erwartet, dürfte unter Umständen etwas enttäuscht werden. Denn für einen Rachefilm - noch dazu für einen aus Italien - ist der Streifen sogar relativ zahm geworden. Der Qualität des Films hat die etwas ruhigere Inszenierung allerdings keineswegs geschadet. Der Tollwütige ist tolles Genrekino und definitiv über jeden Zweifel erhaben.
Die weibliche Hauptrolle ist übrigens mit Marisa Mell besetzt, die mir in dem 10 Jahre früher entstandenen Diabolik noch ganz gehörig den Kopf verdreht hat und die in Der Tollwütige mit gerade mal 38 Jahren schon extrem alt und irgendwie verbraucht aussieht. Fand ich schon ein bisschen schockierend.
Und ja, ich kann es nicht lassen, zum Abschluss noch ein klitzekleines bisschen Trivia: In Tarantinos Jackie Brown läuft dieser ganz vorzügliche Streifen im Hintergrund im TV.

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Sergio Grieco Marisa Mell 1970er car chase female nudity Rache Poliziotteschi


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DIE ETWAS ANDEREN COPS


DIE ETWAS ANDEREN COPS DIE ETWAS ANDEREN COPS (Blu-ray: Sony, Deutschland)
(OT: The Other Guys | USA 2010 | Regie: Adam McKay)


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Highsmith (Samuel L. Jackson) und Danson (Dwayne Johnson) sind die großen Stars der New Yorker Polizei, alle anderen Kollegen stehen widerwillig im Schatten der zwei Draufgänger. Als die beiden bei einem Einsatz unerwartet ums Leben kommen, wittert Terry Hoitz (Mark Wahlberg) seine große Chance. Nun will er etwas vom großen Ruhm abbekommen. Dumm nur, dass sein Partner Allen Gamble (Will Ferrell) die Arbeit am Schreibtisch vorzieht und überhaupt keine Lust darauf hat, Verbrecher auf offener Straße zu jagen...

Vor meinem geistigen Auge sehe ich unbedarfte Zuschauer, die sich Die etwas anderen Cops mit der Erwartung an eine typische Mainstream-Action-Buddy-Komödie anschauen - eine Erwartungshaltung, die durch den furiosen Auftakt mit den beiden Gaststars Samuel L. Jackson und Dwayne Johnson zunächst auch durchaus bestätigt werden dürfte - und denen nach eben dieser Auftaktsequenz und dem Ableben der von Jackson und Johnson gespielten Polizisten im weiteren Verlauf des Geschehens die Gesichtsmuskeln ziemlich entgleiten dürften. Die etwas anderen Cops von Regisseur Adam McKay ist dann nämlich doch eine etwas andere Action-Buddy-Komödie, eine, die so gar nicht ins typische Bild dieses Subgenres passen will. McKays Film ist in erster Linie eine Anarcho-Komödie und gleicht einer riesigen Bühne, auf der es sich Will Ferrell schön gemütlich eingerichtet hat und auf der sich dieser begnadete Komiker mal wieder so richtig schön austoben darf. Und natürlich wieder mit der Art von Humor, die definitiv nicht jedermanns Sache sein dürfte. Wie gesagt, wer den typischen Buddy-Film sehen will, ist mit Die etwas anderen Cops denkbar schlecht bedient. Der Rest erfreut sich an dem bodenlosen Blödsinn, den Ferrell gemeinsam mit seinem Co-Star Mark Wahlberg hier über knapp 2 Stunden verzapft und sitzt mit einem dicken Grinsen auf der Couch.

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Adam McKay Will Ferrell Mark Wahlberg Eva Mendes Dwayne Johnson Samuel L. Jackson Michael Keaton Brooke Shields Ice-T 2010er car chase New York


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THE PROTECTOR


THE PROTECTOR THE PROTECTOR (DVD: Warner, USA)
(OT: The Protector | Hongkong/USA 1985 | Regie: James Glickenhaus)


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Der New Yorker Polizist Billy Wong (Jackie Chan) macht sich gemeinsam mit seinem neuen Partner Danny Garoni (Danny Aiello) auf den Weg nach Hongkong um dort einen Entführungsfall aufzuklären...

Action aus den 80ern. Auch The Protector gehörte früher immer zu meinen Lieblingen und auch dieser Streifen ist erstaunlich gut gealtert. Hier gibt es Jackie Chan und Danny Aiello als Cop-Duo, welches die Ermittlungen in einem Entführungsfall nach Hongkong führt. Wer aufgrund des Mitwirkens von Jackie Chan jetzt vielleicht denkt, dass es sich bei The Protector um eine frühe Rush Hour-Variante handeln könnte, liegt völlig falsch. Jackie Chan befindet sich hier mal nicht im üblichen Klamauk-Modus, dafür sorgt schon Regisseur James Glickenhaus, der ja ein paar Jahre zuvor mit dem erst kürzlich von mir gesehenen The Exterminator ein absolutes Highlight des düsteren 80er-Jahre-Action-Films abgeliefert hat. Gut, so extrem düster wie The Exterminator ist The Protector nun nicht unbedingt geraten, aber insgesamt betrachtet muss man den Film in meinen Augen schon zu den ernsthafteren Vertretern der Action-Welle der 80er Jahre zählen. Die ganze Atmosphäre und die Grundstimmung des Streifens sind überwiegend grimmig ausgefallen, werden nur sehr selten durch kleine Anflüge von Humor - wenn man das überhaupt so nennen darf - aufgelockert und wenn in The Protector gestorben wird, dann auch ausgesprochen blutig. Sicher kein Meisterwerk, aber ein absolut sehenswerter Genrebeitrag mit einer nicht gerade geringen Anzahl an Schauwerten (Schießereien, Verfolgungsjagden, Martial-Arts-Kämpfe, nackte Haut - alles vorhanden, was das Herz des Exploitation-Freundes begehrt).

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James Glickenhaus Jackie Chan 1980er car chase female nudity New York Hongkong


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MIAMI VICE: SEASON 1


MIAMI VICE: SEASON 1 MIAMI VICE: SEASON 1 (DVD: Universal, USA)
(OT: Miami Vice: Season 1 | USA 1984/1985 | Idee: Anthony Yerkovich)


Infos zur Serie:
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Um den Tod seines Bruders zu rächen begibt sich der New Yorker Cop Ricardo Tubbs (Philip Michael Thomas) nach Miami und kommt dort James Crockett (Don Johnson) vom “Miami Vice“, einer Spezialeinheit des Miami Police Departments in die Quere, der es auf den gleichen Verbrecher wie Tubbs abgesehen hat. Nach diesen Startschwierigkeiten wird aus den beiden Polizisten ein eingeschworenes Team, welches fortan mit seinen Kollegen (u.a. Saundra Santiago, Michael Talbott) das Verbrechen in Miami zu bekämpfen versucht…

Wenn man an die 80er zurückdenkt, muss man wohl zwangsläufig an Miami Vice denken. Die von 1984 - 1990 laufende Serie hat die Film- und Fernsehlandschaft unglaublich geprägt und die Einflüsse von Miami Vice - dem Baby von Autor Anthony Yerkovich und Produzent Michael Mann - sind auch heute noch zu erkennen. Keine Ahnung, wie so mancher Blockbuster von Bay, Bruckheimer und Co. aussehen würde, wenn es Miami Vice nicht gegeben hätte. Für mich war das nun ein Wiedersehen nach wirklich verdammt langer Zeit und ich bin begeistert wie gut - zumindest die bisher gesehene erste Staffel - Miami Vice doch gealtert ist. Klar, über so manche Mode- und Frisur-Verbrechen aus den 80er Jahren muss man hinwegsehen können, die wirken heute einfach nur noch “strange“, aber der ganze Look der Serie und insbesondere diese unterkühlte Atmosphäre und diese bedrückende Stimmung die praktisch jede Folge der Staffel begleiten, fesseln einen als Zuschauer von Anfang an und lassen einen einfach nicht mehr los. Da kann die Sonne über Miami noch so strahlen, hier ist nichts mit eitel Sonnenschein, jeder abgeschlossene Fall ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, jeder Sieg gegen das Verbrechen kommt einer Niederlage gleich. Die einzelnen Folgen sind dabei größtenteils abgeschlossen. Einen großen Handlungsfaden, der sich durch die gesamte Staffel zieht, gibt es - sieht man mal von der Entwicklung der Hauptcharaktere und ihrer Beziehungen untereinander ab - eigentlich nicht. Miami Vice muss man also nicht unbedingt am Stück anschauen, die Serie würde sich wie kaum eine andere mir bekannte Serie bestens dazu eignen, sich einfach ab und zu mal einzelne Folgen rauszupicken um Crockett und Tubbs - für die Don Johnson und Philip Michael Thomas damals einfach die Idealbesetzung darstellten - bei ihrem Kampf gegen das Verbrechen zuzusehen. Wirklich schwache Folgen gibt es in dieser ersten Staffel nicht. Alle Episoden sind auf einem richtig guten Niveau, wobei mir persönlich am besten der Pilotfilm Brother’s Keeper, die Doppelfolge Calderone’s Return sowie die Folge Made for Each Other gefallen haben. Freue mich auf jeden Fall jetzt schon sehr auf Staffel Nr. 2.
Und natürlich muss ein Text zu Miami Vice mindestens einen Hinweis auf den Soundtrack der Serie haben. Der ist ja ähnlich legendär wie die Serie selbst und trägt viel zur vermittelten Stimmung und Atmosphäre bei. Bereits im Pilotfilm sorgt der Einsatz von “In the Air Tonight“ von Phil Collins für einen echten magischen Moment, viele weitere sollten folgen. Großartig!

CLIP:


Anthony Yerkovich Don Johnson Philip Michael Thomas Ed ONeill Bruce Willis Michael Madsen John Turturro Pam Grier Ving Rhames 1980er Miami car chase


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GONE IN 60 SECONDS


GONE IN 60 SECONDS GONE IN 60 SECONDS (DVD: Mr. Banker Films, Deutschland)
(OT: Gone in 60 Seconds | USA 1974 | Regie: H.B. Halicki)


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Maindrian Pace (H.B. Halicki) und sein Team von Autoknackern erhalten von einem Gangster einen lukrativen Auftrag. Sie sollen 48 ganz bestimmte Wagentypen klauen. Pace und seine Leute machen sich an die Arbeit und können die Liste bis auf einen einzigen Wagen tatsächlich abhaken. Doch ein 73er Ford Mustang Mach I, den die Gauner “Eleanor“ getauft haben, scheint einfach nicht zu bekommen zu sein...

Das Remake aus dem Jahr 2000 mit Nicolas Cage und Angelina Jolie fand ich damals ganz nett und ausgesprochen unterhaltsam. Jetzt hab ich mir endlich mal das Original von 1974 zu Gemüte geführt. Einen Vergleich zwischen beiden Filmen kann man definitiv nicht ziehen. Das Original ist ein Independent-Projekt ohne großartiges Skript, das Remake ein durchgestylter Hollywood-Blockbuster - weiter voneinander entfernt könnten beide Filme nicht sein. Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller H.B. Halicki kümmert sich weder um eine ausgeklügelte Geschichte noch um eine Charakterisierung seiner Figuren. Sein Hauptdarsteller ist der gelbe Ford Mustang mit dem Namen "Eleanor" - selbst in den Anfangscredits erscheint neben dem Filmtitel nur die Einblendung "Starring Eleanor". Jeder Anflug von Handlung dient einzig und allein dem Zweck auf die Hauptattraktion des Films überzuleiten. Diese besteht in einer einzigen, riesigen Verfolgungsjagd, welche die komplette zweite Filmhälfte einnimmt und die von Halicki und seinem Team in solch einer Intensität gefilmt wurde, dass man sich davor nur respektvoll verbeugen kann. Ganz großer Sport und ein absolutes Highlight des Action-Kinos der 70er Jahre! Ich bin begeistert und muss einfach mal wieder diesen Satz hier unterbringen: “No, they just don't make 'em like this anymore...“

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H.B. Halicki 1970er car chase Carsploitation


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HANGOVER 2


HANGOVER 2 HANGOVER 2 (Blu-ray: Warner, Deutschland)
(OT: The Hangover Part II | USA 2011 | Regie: Todd Phillips)


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Nach dem Chaos kurz vor der Hochzeit seines Freundes Doug (Justin Bartha), an dem er selbst ja nicht ganz unbeteiligt war, will Stu (Ed Helms) eine solche Katastrophe vor seiner eigenen Hochzeit natürlich verhindern. Entsprechend mulmig lädt er auch Phil (Bradley Cooper) und Alan (Zach Galifianakis) zur in Thailand stattfindenden Hochzeit ein. Als er schließlich gemeinsam mit seinen Kumpels in einer heruntergekommenen Absteige in Bangkok aufwacht und alle keinen blassen Schimmer haben, wie sie dort gelandet sind, haben alle Beteiligten ein gewisses Déjà-Vu-Erlebnis...

Nach der kürzlich erfolgten Heimkino-Veröffentlichung von Hangover 2 bietet es sich natürlich an, ein Double Feature mit beiden Teilen zu starten. Da zum Vorgänger bereits ein Eintrag im Filmtagebuch existiert, allerdings jetzt nur mein kurzer Senf zum zweiten Teil. Die erste Erkenntnis zu Hangover 2 ist die, insbesondere wenn man beide Filme hintereinander anschaut und so die unmittelbare Vergleichsmöglichkeit hat, dass auch diese Fortsetzung das Schicksal so vieler Fortsetzungen vor ihr teilt und einfach nicht an den Vorgänger herankommt. Regisseur Todd Phillips wiederholt in Hangover 2 das Konzept des Vorgängers nach dem bekannten "Höher, schneller, weiter"-Prinzip, bietet aber ansonsten nicht viel Neues und insbesondere keine großartigen Überraschungen. Hangover 2 hat zwar definitiv die derberen Gags zu bieten - Stichwort Transensex, um nur eines zu nennen -, aber echte Highlights sind rar gesät. Auf so großartige Gags wie im Vorgänger - zum Beispiel die Szene mit dem Tiger im Hotelzimmer, das Überwachungsvideo in Tysons Villa oder der nackt aus dem Kofferraum springende Mr. Chow - wartet man vergebens und so reicht es in Hangover 2 oft nur zum Schmunzeln und nur sehr selten zum herzhaften Lachen. Zudem hat Las Vegas für mich persönlich als Location irgendwie besser funktioniert als Bangkok. Will den Film jetzt aber auch nicht großartig schlecht reden. Dafür hat er mir trotz seiner Schwächen einfach zu viel Spaß gemacht.

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Todd Phillips Bradley Cooper Nick Cassavetes 2010er car chase female nudity Sequel


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BORN TO BE WILD - SAUMÄSSIG UNTERWEGS


BORN TO BE WILD - SAUMÄSSIG UNTERWEGS BORN TO BE WILD - SAUMÄSSIG UNTERWEGS (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Wild Hogs | USA 2007 | Regie: Walt Becker)


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Die vier Freunde Doug (Tim Allen), Woody (John Travolta), Bobby (Martin Lawrence) und Dudley (William H. Macy) sind langsam in die Jahre gekommen und beschließen, um die Sorgen des Alltags für ein paar Tage hinter sich zu lassen, auf eine gemeinsame Motorradtour aufzubrechen. Doch der unbeschwerte Road Trip verwandelt sich sehr schnell in ein gefährliches Abenteuer als die vier Biker in einer Kneipe am Straßenrand ernsthaften Ärger mit einer richtigen Motorradgang um den fiesen Kriminellen Jack (Ray Liotta) bekommen...

So, bitte einmal in den Berieselungs-Modus umschalten. Born to Be Wild handelt von vier Freunden auf einem Road- bzw. Selbstfindungstrip an dessen Ende für jeden der vier Freunde natürlich eine bestimmte Erkenntnis bzw. ein Gewinn für sein weiteres Leben steht. Tim Allen, John Travolta, Martin Lawrence und William H. Macy harmonieren dabei ganz vorzüglich als Quartett mittleren Alters, welches noch einmal das Abenteuer sucht und tatsächlich auch findet. Überhaupt ist der Streifen richtig gut und auch prominent besetzt. Zu den vier Abenteurern gesellen sich beispielsweise noch Marisa Tomei als Love Interest und Ray Liotta ist als schön fieses Arschloch mit von der Partie. Und im Finale gibt es auch noch einen coolen Gastauftritt von Peter Fonda als kleine Anspielung auf dessen Biker-Movie-Vergangenheit. Walt Beckers Film bietet kurzweilige, nette und harmlose Unterhaltung für zwischendurch, ist mit einigen gelungenen Gags garantiert und dürfte allen, die sich einfach mal nur gemütlich zurücklehnen und entspannen wollen, sicher ähnlich viel Spaß bereiten wie er mir bereitet hat.
Und zum Abschluss noch ne kleine Anmerkung: Hört sich jetzt vielleicht doof an, aber Born to Be Wild hat mich ständig an Immer die Radfahrer mit Heinz Erhardt erinnert. Praktisch die Blockbuster-Variante einer deutsch-österreichischen Produktion aus den späten 50er Jahren. Irgendwie lustig. :)

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Walt Becker John Travolta Martin Lawrence Ray Liotta Peter Fonda 2000er Biker Movie Rache


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FIRECRACKER


FIRECRACKER FIRECRACKER (DVD: Shout! Factory, USA)
(OT: Firecracker | Philippinen/USA 1981 | Regie: Cirio H. Santiago)


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Auf der Suche nach ihrer wie vom Erdboden verschwundenen Schwester begibt sich Martial-Arts-Champion Susanne Carter (Jillian Kesner) auf die Philippinen und gerät dort an ein Verbrecherkartell...

Firecracker von Regisseur Cirio H. Santiago gehört zur Reihe der zahlreichen Filipino-Exploiter von Produzent Roger Corman und ist eine echte Granate. In Firecracker macht sich ein weiblicher Karate-Champion auf die Suche nach der verschollenen Schwester und gerät dabei an ein Drogenkartell, dessen Anführer auch noch illegale Martial-Arts-Kämpfe ausrichtet. Soviel zur Ausgangssituation, die sich jetzt nicht großartig als Plot weiterentwickelt. Corman und Santiago setzen - wie es sich für Filme dieser Art gehört :D - lieber auf Schauwerte und die gibt es reichlich. So wird die ausgesprochen attraktive Hauptdarstellerin Jillian Kesner - die leider im Dezember 2007 mit gerade mal 58 Jahren wegen einer Staphylokokken-Infektion viel zu jung verstorben ist - von einer Martial-Arts-Prügelei in die nächste geschickt und macht dabei wirklich eine verdammt gute Figur. Und das liegt nicht nur daran, dass die gute Dame oft ausgesprochen spärlich bekleidet ist, wobei ich schon zugeben muss, dass mein persönliches Highlight der Kampf war, in dem ihre Gegner ihr nach und nach die Kleider vom Leib reißen und sie sich am Ende oben ohne gegen ihre Widersacher zur Wehr setzen muss. Im Finale des Streifens gibt's dann mit ein paar hübschen Splatter-Effekten noch das Sahnehäubchen auf die zuvor hauptsächlich aus Martial-Arts-Kämpfen und nackten Tatsachen bestehenden Schauwerte obendrauf. Ja, ich liebe einfach solche Streifen und wenn man Firecracker in der richtigen Stimmung und den entsprechenden Zutaten (Chips und Bier) anschaut, ist das hier einer der besten Filme der Welt! :love:

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Remake Cirio H. Santiago 1980er female nudity Rache New World Pictures


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THE EXTERMINATOR


THE EXTERMINATOR THE EXTERMINATOR (Blu-ray: Synapse, USA)
(OT: The Exterminator | USA 1980 | Regie: James Glickenhaus)


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Als der beste Freund des Vietnamveterans John Eastland (Robert Ginty) in den Straßen von New York brutal ermordet wird, entschließt sich John dazu, seinen Freund zu rächen und in der Unterwelt New Yorks gehörig aufzuräumen...

Action aus den 80ern. Da kann ja gar nichts schief gehen. Aber The Exterminator ist keiner dieser typischen Klopper der Marke Cobra oder Invasion U.S.A. - wer aufgrund des Titels einen Film dieser Art erwartet, dürfte eventuell ziemlich enttäuscht werden. Regisseur James Glickenhaus hat sich das Thema Selbstjustiz vorgeknöpft und seine finstere, teils etwas sprunghafte Story in düstere Bilder gehüllt. The Exterminator erinnert von Stimmung und Atmosphäre an Filme wie Lustigs Maniac, Shermans Vice Squad oder Ferraras Ms. 45 und verwöhnt den geneigten Genrefreund mit unterkühlten Bildern vom nächtlichen New York, wunderbaren Kamerafahrten über die beleuchteten Hochhäuser hinweg und tollen Aufnahmen der Marquees der damals noch ziemlich verruchten 42nd Street. Mittendrin der leider vor 2 Jahren im Alter von gerade mal 50 Jahren viel zu früh verstorbene Robert Ginty in der Rolle des Rächers, der ebenso desillusioniert wie zielstrebig und unbarmherzig seine "Aufgabe" erledigt. The Exterminator war sogar noch deutlich besser als ich ihn von früher in Erinnerung hatte. Sicher keine leichte Unterhaltung, aber ein Film, der es verdient hätte, wieder- bzw. überhaupt entdeckt zu werden. Die vorzügliche Veröffentlichung des US-Labels Synapse Films kann ich nur jedem Interessierten ans Herz legen.

TRAILER:


James Glickenhaus Robert Ginty Steve James 1980er female nudity Vietnamkrieg New York Rache


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SHAFT - LIEBESGRÜSSE AUS PISTOLEN


SHAFT - LIEBESGRÜSSE AUS PISTOLEN SHAFT - LIEBESGRÜSSE AUS PISTOLEN (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Shaft’s Big Score! | USA 1972 | Regie: Gordon Parks)


Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Nach dem Mord an seinen guten Freund Cal (Robert Kya-Hill) versucht Privatdetektiv John Shaft (Richard Roundtree) auf eigene Faust die Schuldigen zu ermitteln und gerät dabei abermals ins Visier der Mafia...

Der Name "John Shaft" steht wie kein zweiter für das Black Cinema der 70er Jahre. Und obwohl die Filme um den schwarzen Privatdetektiv vollkommen zurecht als Teil der großen Blaxploitation-Welle der damaligen Zeit gesehen werden - der Vorgängerfilm Shaft hatte diese Welle ja praktisch mit ausgelöst -, geht es in ihnen doch deutlich ruhiger zur Sache als in so manch anderem Genrevertreter von damals (wie bspw. Coffy oder Foxy Brown). Wie schon Teil 1 orientiert sich auch Shaft's Big Score! eher an den Kriminalfilmen der späten 60er Jahre als am purem Eskapismus manch anderer Genrebeiträge und es ist eigentlich nur die wirklich überlebensgroß skizzierte Figur des John Shaft - einfach grandios gespielt von Richard Roundtree, der sich mit der Verkörperung dieser Rolle ein Denkmal setzte -, die ihn von Streifen wie bspw. Harper mit Paul Newman unterscheidet. Regisseur Gordon Parks setzt auf eine behutsame Storyentwicklung, baut seine Spannung fast schon gemächlich auf und erzeugt dabei eine dichte und fesselnde Atmosphäre, der man sich als Zuschauer nicht mehr entziehen kann und auch nicht mehr entziehen will. Erst im Finale brechen dann tatsächlich alle Dämme und die zuvor so behutsam aufgebaute Spannung entlädt sich in einem fulminanten Showdown.

TRAILER:


Gordon Parks Richard Roundtree 1970er car chase female nudity Sequel Blaxploitation New York





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