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One Night Stands und wahre Liebe


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M:I-2


M:I-2 M:I-2 (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Mission: Impossible II | Deutschland/USA 2000 | Regie: John Woo)

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Der gemeingefährliche Terrorist Sean Ambrose (Dougray Scott) plant, einen tödlichen Virus auf die Menschheit loszulassen. IMF-Agent Ethan Hunt (Tom Cruise) erhält den Auftrag, Ambrose zu stoppen...

Nach Brian De Palma durfte beim Sequel nun Action-Routinier John Woo auf dem Regiestuhl Platz nehmen und der drehte keinen Agententhriller, sondern einen reinen Action-Film. Wobei man Woo schon auch zugutehalten muss, dass er es in den ersten 2/3 des Films etwas ruhiger angehen lässt und versucht, so etwas wie eine Story zu entwickeln und Spannung zu erzeugen. Das gelingt ihm leider nicht wirklich - von der Qualität des Plots des Vorgängers ist die Geschichte hier eh meilenweit entfernt - und das liegt vor allem an Tom Cruise. Der nutzt Mission: Impossible II nämlich dazu, eine absolute One-Man-Show abzuziehen. Cruise ist omnipräsent, seine Co-Stars haben kaum Luft zum Atmen und das ist für den Spannungsaufbau der recht einfach gestrickten Geschichte regelrechtes Gift. Cruises Auftraggeber Anthony Hopkins hat ein paar kurze Szenen, ist ansonsten komplett verschenkt und taucht folgerichtig nicht mal in den Credits auf, Cruises Gegenspieler Dougray Scott bleibt komplett blass und wirkt nie sonderlich bedrohlich, Cruises Partner Ving Rhames und John Polson verkommen zu besseren Statisten mit Sprechrollen und Cruises Love Interest Thandie Newton darf hübsch aussehen (und erledigt diese Aufgabe ganz vorzüglich).
Spaß macht Mission: Impossible II trotzdem und ich persönlich finde ihn als “Guilty Pleasure“ einfach nur geil. Weil John Woo es halt einfach drauf hat, das Auge des Zuschauers mit visuell beeindruckenden Sequenzen zu verwöhnen und hier praktisch alle seine Trademarks unterbringen durfte. Zeitlupenaufnahmen mit Gänsehautfaktor (ich liebe die Sequenz mit Thandie Newtons wehendem Schal), fast tänzerisch choreographierte Actionszenen (besonders schön bei der kurzen Autojagd zwischen Cruise und Newton im ersten Drittel des Films), wilde Schießereien, der Showdown am Strand und natürlich mal wieder die umherfliegenden Tauben. Das macht aus Mission: Impossible II zwar noch lange keinen Kracher - an die Qualität Woos früher US-Filme wie Harte Ziele oder Face/Off bzw. seiner Action-Klassiker aus Hong Kong wie The Killer und insbesondere Hard-Boiled kommt dieser Streifen hier zu keiner Sekunde heran - aber für kurzweilige Popcornunterhaltung reicht es locker. Und manchmal muss es auch gar nicht mehr sein.

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John Woo Tom Cruise Thandie Newton Ving Rhames Anthony Hopkins 2000er car chase Australien Remake Sequel


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MISSION: IMPOSSIBLE


MISSION: IMPOSSIBLE MISSION: IMPOSSIBLE (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Mission: Impossible | USA 1996 | Regie: Brian De Palma)

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Nachdem bei einer Mission in Prag fast sein ganzes Team ums Leben gekommen ist, wird Agent Ethan Hunt (Tom Cruise) von seiner eigenen Organisation für einen Verräter gehalten. Doch Hunt kann sich dem Zugriff entziehen und versucht gemeinsam mit seinen engsten Vertrauten (u.a. Ving Rhames) seine Unschuld zu beweisen und den wahren Verräter zu überführen...

Der Auftakt der Filmreihe um den Agenten Ethan Hunt und die IMF kommt im Gegensatz zum direkten Nachfolger noch als reinrassiger Agententhriller daher. In Mission: Impossible geben nicht ausufernde Actionsequenzen den Ton an, es regieren stattdessen Plotentwicklung und Spannungsaufbau. Regisseur Brian De Palma - der mit Filmen wie Carlito's Way, Scarface, Body Double, Carrie und insbesondere Dressed to Kill gleich eine ganze Reihe meiner persönlichen Favoriten zu verantworten hat und definitiv zu meinen absoluten Lieblingsregisseuren zählt - lieferte mit dieser Auftragsarbeit seinen wohl größten Hit ab und schaffte es durchaus, auch diesem Sommer-Blockbuster - der aufgrund seiner eher ruhigen Inszenierung wohl einer der ungewöhnlichsten Blockbuster der 90er Jahre sein dürfte - seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Das Spiel mit der Täuschung, der wendungsreiche Plot, der Aufbau der Spannung - all das ist unverkennbar die Handschrift von De Palma. Mit der berühmten Einbruchssequenz ins CIA-Hauptquartier in Langley hat Mission: Impossible zudem eine der in meinen Augen besten Spannungsszenen aller Zeiten zu bieten und das große Action-Highlight des Films - nämlich das Finale auf dem Dach des Hochgeschwindigkeitszuges incl. Helikopter im Tunnel - ist einfach nur atemberaubend.

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Brian De Palma Tom Cruise Ving Rhames Jon Voight Jean Reno Emilio Estevez 1990er Berlin London Remake


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TOTAL RECALL


TOTAL RECALL TOTAL RECALL (Blu-ray: Optimum, Großbritannien)
(OT: Total Recall | USA 1990 | Regie: Paul Verhoeven)

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Der einfache Arbeiter Douglas Quaid (Arnold Schwarzenegger) wird von wiederkehrenden Träumen vom Mars regelrecht verfolgt und entwickelt dadurch eine riesige Begeisterung für den roten Planeten. Als er von der Firma Recall erfährt, die es ermöglicht, perfekte Erinnerungen im menschlichen Gehirn zu implantieren, entschließt er sich dazu, dort einen Trip zum Mars zu buchen. Mit fatalen Folgen...

Arnold Schwarzenegger in einer seiner größten Rollen. Total Recall basiert auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick und nach dessen Vorlagen wurden u.a. auch Blade Runner und Minority Report gedreht. Es dürfte aufgrund der Vorlage also schon ziemlich klar sein, dass es sich bei Total Recall nicht um typische Hau-drauf-Action der späten 80er bzw. frühen 90er Jahre handelt. Neben den Terminator-Filmen (insbesondere dem ersten Teil) dürfte dies wahrscheinlich der anspruchsvollste Film sein, in dem Arnie je mitgewirkt hat.
Total Recall ist Blockbusterkino wie es man leider schon viel zu lange nicht mehr zu sehen bekommt. Eine intelligente Story, spektakuläre Action mit einigen richtig schön deftigen Härten (das menschliche Schutzschild auf der Rolltreppe - immer noch einer dieser absoluten WTF!?!-Momente), handgemachte Effekte und Masken, die auch heute noch richtig toll aussehen, coole Oneliner ("Consider that a divorce!") und eine großartige Besetzung (neben Schwarzenegger sind u.a. Sharon Stone, Rachel Ticotin, Michael Ironside und Ronny Cox mit von der Partie) zeichnen Total Recall aus und machen ihn zu einem der größten Genrefilme seiner Zeit.
22 Jahre später können Spaßbremsen natürlich auch ein paar Schwachpunkte ausmachen: beispielsweise die nicht gerade futuristisch wirkende Mode der späten 80er Jahre oder auch so manche technische Vision, die sich mit über 2 Jahrzehnten Abstand nur noch als putzig beschreiben lässt. Aber auch diese vermeintlichen Schwächen wirken sich in meinen Augen in keinster Weise negativ auf die große Qualität dieses Films aus.
Zwischen 1987 und 1997 hat Regisseur Paul Verhoeven mit RoboCop, Total Recall und Starship Troopers gleich 3 absolute Meisterwerke des Sci-Fi-Films abgeliefert. Davor kann man einfach nur seinen imaginären Hut ziehen.
Ach ja, das gleichnamige Remake von Regisseur Len Wiseman mit Colin Farrell in der Arnie-Rolle läuft Ende August in den deutschen Kinos an. Für mich bringt das vor allem eine ernüchternde Erkenntnis mit sich: wenn Filme, die man selbst noch im Kino gesehen hat, plötzlich ein Remake spendiert bekommen, merkt man, dass man alt wird.

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Paul Verhoeven Arnold Schwarzenegger Sharon Stone Michael Ironside 1990er Oscar Nominee car chase Nahe Zukunft Dystopie


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DEATH RACE 2


DEATH RACE 2 DEATH RACE 2 (Blu-ray: Universal, Deutschland)
(OT: Death Race 2 | Deutschland/Südafrika 2010 | Regie: Roel Reiné)

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Nach einem schief gelaufenen Banküberfall landet Fluchtwagenfahrer Carl Lucas (Luke Goss) auf Terminal Island, einem privatisierten Hochsicherheitsgefängnis, in dem ein dem gleichen Konzern wie das Gefängnis gehörender TV-Sender eine Show namens “Death Match“ produziert, in der sich zwei Insassen im Kampf auf Leben und Tod gegenüberstehen. Die Quoten sind hervorragend, doch als bei einer der ausgestrahlten Sendungen ein Aufstand ausbricht, ist die Sendung in dieser Form nicht mehr länger realisierbar. Doch September Jones (Lauren Cohan), die überehrgeizige Moderatorin der modernen Gladiatorenkämpfe, hat schon eine neue Idee. Aus “Death Match“ wird kurzerhand “Death Race“, ein Autorennen quer über die Gefängnisinsel und natürlich abermals auf Leben und Tod. Dem Sieger einer bestimmten Anzahl von Rennen winkt die Freiheit. Die große Chance für Lucas, dem Gefängnis zu entkommen...

Über die in Reinés dystopischer Zukunftsvision enthaltene Medienkritik muss man sich wohl nicht näher auslassen. Die ist altbekannt (man denke nur an die WDR-Produktion Das Millionenspiel aus dem Jahr 1970 oder auch an The Running Man mit Arnold Schwarzenegger), wird immer aktuell sein und ist hier ganz einfach aus dem Grund enthalten, weil bereits Death Race 2000, der Ur-Film der Reihe, in den 70er Jahren diese Kritik transportierte.
Death Race 2 erzählt die Vorgeschichte des 2 Jahre zuvor in die Kinos gekommenen Death Race mit Jason Statham in der Hauptrolle, der wiederum eben auf diesem Death Race 2000 basierte, eine der wohl geilsten Roger-Corman-Produktionen aus den 70er Jahren.
Direct-to-Video-Produktionen wie Death Race 2 haben zwar logischerweise nicht das Budget der für das Kino produzierten Vorgänger aufzubieten und wirken aus diesem Grund deutlich billiger, sie haben aber auch den Vorteil, dass die Macher nicht zwanghaft ein möglichst großes Publikum erreichen müssen und stattdessen den B-Movie-Freaks exakt das liefern können, was diese sich von einem Streifen dieser Art erwarten. Und Death Race 2 enttäuscht in dieser Hinsicht keineswegs. Die Action ist spektakulär, roh und hart, der Sex-Appeal der Darstellerinnen nicht zu verachten, mit Ving Rhames, Sean Bean und Danny Trejo sind zudem einige bekannte Gesichter mit von der Partie und Lauren Cohan in der Rolle der September Jones verleiht dem Ausdruck “mean bitch“ völlig neue Dimensionen. Und dann hat Death Race 2 am Ende auch noch einen der coolsten Racheakte der jüngeren Filmgeschichte zu bieten. Rock 'n' Roll!

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Roel Reiné Ving Rhames Danny Trejo 2010er car chase Nahe Zukunft Carsploitation Prequel female nudity


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THE SPIRIT


THE SPIRIT THE SPIRIT (Blu-ray: Sony, Deutschland)
(OT: The Spirit | USA 2008 | Regie: Frank Miller)

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In Central City bekommt die Polizei bei der Verbrechensbekämpfung schon seit einiger Zeit Hilfe vom einsamen Rächer “The Spirit“ (Gabriel Macht), der einst von den Toten auferstand und nun unsterblich ist und dessen großes Ziel es ist, den gemeingefährlichen Superverbrecher Octopus (Samuel L. Jackson) endlich zur Strecke zu bringen. Und die Chance auf Erfüllung dieses Ziels scheint aufgrund des urplötzlichen Auftauchens der schon seit Ewigkeiten verschollenen Jugendfreundin (Eva Mendes) von “The Spirit“ mit einem Male größer als je zuvor zu sein...

Nachdem Frank Miller bei Sin City noch an der Seite von Robert Rodriguez auf dem Regiestuhl Platz genommen hatte, stellt The Spirit nun Millers erstes Soloprojekt als Regisseur dar. Als Vorlage diente erneut eine - mir mal wieder gänzlich unbekannte - Comicreihe und rein optisch erinnert The Spirit mehr als nur ein bisschen an Sin City. Insbesondere in visueller Hinsicht ist The Spirit ein echter Leckerbissen und verwöhnt den Zuschauer mit seiner ausgefeilten Optik und seinen technischen Spielereien. So wirklich leicht macht es Miller dem Zuschauer mit seinem Film allerdings nicht. The Spirit wandelt irgendwo zwischen Slapstick-Komödie, alten Warner-Cartoons und Film Noir, ist vollgestopft mit grotesken, ja fast schon absurden Ideen und mit einer Vielzahl an bizarren und komplett abgedrehten Figuren bevölkert. Kann man sich nicht auf den Film einlassen, wird man diesen herrlich verrückten Streifen wahrscheinlich leichtfertig als Multi-Millionen-Dollar-Trash abtun, in dem sich Stars wie Samuel L. Jackson, Gabriel Macht, Eva Mendes und Scarlett Johansson ganz offensichtlich komplett zum Horst machen. Anders kann ich mir die überwiegend vernichtende Kritik, die der Streifen einstecken musste, eigentlich gar nicht erklären. Diese Sichtweise geht in meinen Augen aber doch ziemlich an der Realität vorbei. Schaut man einfach mal genauer hin, dann kommt man nicht umhin festzustellen, dass die genannten Stars ganz offensichtlich einen diebischen Spaß bei der Darstellung ihrer verrückten Charaktere hatten und teilweise zu absoluter Höchstform auflaufen. Und spätestens in der Laborsequenz mit dem hüpfenden Fuß hatte mich Miller komplett für sich und seinen Film gewonnen. The Spirit rockt. Ende der Diskussion! ;) :D

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Frank Miller Samuel L. Jackson Eva Mendes Scarlett Johansson 2000er Femme fatale


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THE ARENA


THE ARENA THE ARENA (DVD: Shout! Factory, USA)
(OT: The Arena | Italien/USA 1974 | Regie: Steve Carver)

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Timarchus (Daniele Vargas) ist Herrscher einer kleinen römischen Provinz und hält sein Volk mit Gladiatorenkämpfen in seiner eigenen Arena bei Laune. Um wiederum seine Gladiatoren bei Laune zu halten, kauft Timarchus regelmäßig attraktive Sklavinnen auf dem Sklavenmarkt ein, die neben der Verrichtung üblicher Hausarbeiten den Gladiatoren als Sexdienerinnen zur Verfügung zu stehen haben. Auch Timarchus’ vier neuestes Sklavinnen, Mamawi (Pam Grier), Bodicia (Margaret Markov), Livia (Marie Louise Sinclair) und Deirdre (Lucretia Love) ereilt dieses Schicksal. Als sich eines Tages ein Streit zwischen Mamawi und Livia zu einem regelrechten Handgemenge entwickelt, kommt Timarchus’ rechte Hand Lucilius (Paul Muller) die glorreiche Idee, das mittlerweile von den ewig gleichen Gladiatorenkämpfen gelangweilte Volk mit etwas Neuem zu überraschen. Fortan sollen die Sklavinnen als weibliche Gladiatoren in der Arena im Kampf auf Leben und Tod gegeneinander antreten...

The Arena ist Roger Cormans Beitrag zum Genre des Monumentalfilms und so etwas wie eine Mischung aus einer weiblichen Variante von Kubricks Spartacus und dem in den 70ern ausgesprochen beliebten “Women in Prison“-Film. Hier müssen statt der üblichen Gladiatoren ausgesprochen attraktive und leicht bekleidete Damen in der titelgebenden Arena um ihr Leben kämpfen und organisieren letztendlich eine Revolte samt Fluchtversuch in die heiß ersehnte Freiheit. Mit einer ausgesprochen übersichtlichen Laufzeit von gerade mal 80 Minuten ausgestattet, läuft The Arena nie Gefahr, in irgendeiner Weise langweilig zu werden, sondern hält den Exploitation-Fan über die komplette Länge bei bester Laune. In The Arena ist immer was los, ständig was geboten, der Film sieht einfach prächtig aus und bietet in jeder Hinsicht absolutes “eye candy“. Gedreht wurde der Streifen in den Cinecittà-Studios in Rom, in denen der von Corman beauftragte Regisseur Steve Carver die dort aus unzähligen italienischen Sandalenfilmen bereits vorhandenen Kulissen nutzen konnte. Hinter der Kamera stand Joe D’Amato und besetzt ist The Arena einfach nur fantastisch. Neben Margaret Markov und Pam Grier - die ja beide gemeinsam schon zuvor für Frauen in Ketten vor der Kamera standen - verwöhnen Rosalba Neri, Maria Pia Conte und Lucretia Love das Auge des Betrachters und da der Film komplett in Italien gedreht wurde, geben sich auch jede Menge europäischer Genredarsteller wie Paul Muller, Daniele Vargas, Antonio Casale und Salvatore Baccaro die Ehre. Für den finalen Schnitt des Films sorgte übrigens Joe Dante, der den eigentlich fertigen Streifen nach Cormans Vorstellungen umschnitt und dafür sogar den Credit des Film Editor im Vorspann einheimste.

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Steve Carver Margaret Markov Pam Grier Rosalba Neri 1970er female nudity Antike New World Pictures WIP


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TROUBLE MAN


TROUBLE MAN TROUBLE MAN (DVD: 20th Century Fox, USA)
(OT: Trouble Man | USA 1972 | Regie: Ivan Dixon)


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Da ihre nicht gerade legal organisierten Glücksspiele immer wieder von einer Bande von maskierten Männern gestört werden, heuern die beiden Gauner Chalky Price (Paul Winfield) und Pete Cockrell (Ralph Waite) den extrem coolen und kompromisslosen Privatdetektiv Mr. T (Robert Hooks) an, der sich der Angelegenheit annehmen soll. Als beim nächsten Überfall einer der vermeintlichen Täter sein Leben lassen muss und sich dieser als Vertrauter des Gangsterbosses Big (Julius Harris) entpuppt, ist T fest davon überzeugt, dass die Leiche dort im Getümmel platziert wurde und er es hier mit einer Verschwörung zu tun hat die darauf abzielt, einen Bandenkrieg auszulösen...

Mal wieder ein bisschen Blaxploitation. Trouble Man von Regisseur Ivan Dixon schwimmt eindeutig im Fahrwasser des Erfolgs von Gordon Parks’ Shaft und ist unschwer als reines Rip-Off dieses ein Jahr zuvor in die Kino gekommenen Blaxploitation-Klassikers zu erkennen. Auch in Trouble Man nimmt ein übercooler Privatdetektiv einen Auftrag von zwielichtigen Gestalten an und gerät dadurch in die eine oder andere Schwierigkeit. Trouble Man bietet dem Genrefreund grundsolides Entertainment, kommt aber erwartungsgemäß nicht wirklich an das große Vorbild Shaft heran. Insbesondere im direkten Vergleich der beiden Hauptdarsteller geht Dixons Film als zweiter Sieger hervor. Robert Hooks als Mr. T macht zwar einen auf coole Sau, erreicht aber praktisch nie die Ausstrahlung von Richard Roundtree. Auf der Haben-Seite von Trouble Man stehen dafür eine spannende und kurzweilig inszenierte Geschichte - der es allerdings ein bisschen an Atmosphäre mangelt -, Paul Winfield und Ralph Waite als undurchsichtige Auftraggeber, ein grandioser Julius Harris in der Rolle des Gangsterbosses Big und ein toller Soundtrack von Soullegende Marvin Gaye. Ich persönlich habe schon deutlich schlechtere Streifen aus dem Blaxploitation-Bereich gesehen und wer sich für das Genre interessiert, macht mit Trouble Man sicher nichts falsch.

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Ivan Dixon Jeannie Bell 1970er Los Angeles Blaxploitation


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THE MONSTER SQUAD


THE MONSTER SQUAD THE MONSTER SQUAD (DVD: Lionsgate, USA)
(OT: The Monster Squad | USA 1987 | Regie: Fred Dekker)

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Der von Horrorfilmen und Monstern begeisterte Sean (Andre Gower) betreibt gemeinsam mit ein paar Freunden einen Monster-Club. Die Kids treffen sich regelmäßig in einem Baumhaus und gehen dort ihrem geliebten Hobby nach. Als Sean eines Tages ein seltsames Buch in seinen Besitz bekommt, ahnt er noch nicht, dass er damit den Schlüssel zur Rettung der Welt in den Händen hält. Denn Dracula (Duncan Regehr) ist nach 100 Jahren wieder erwacht und versucht gemeinsam mit verschiedenen Monstern (u.a. Tom Noonan, Carl Thibault) die Weltherrschaft an sich zu reißen. Und nur mit Hilfe von Seans Buch kann Dracula aufgehalten werden...

The Monster Squad ist eines dieser kleinen, leider viel zu wenig bekannten Highlights aus den 80er Jahren. Dekkers Monsterspaß steht ganz eindeutig in der Tradition von Filmen wie Gremlins, Explorers oder Die Goonies, konnte aber nie deren Bekanntheitsgrad erreichen. In The Monster Squad müssen sich die Kids mit einer ganzen Armada klassischer Filmmonster auseinandersetzen. Dracula, Frankensteins Monster, die Kreatur aus dem Amazonas, die Mumie und der Werwolf wollen die Welt ins Chaos stürzen und nur die von Horrorfilmen und Monstern begeisterten Kinder können sie daran hindern. Regisseur Fred Dekker drehte ein Jahr zuvor den grandiosen Night of the Creeps und ist somit für zwei absolute Genrehighlights der 80er Jahre verantwortlich. The Monster Squad ist ein riesengroßer Spaß - sowohl für die jüngere Zielgruppe als auch für den erwachsenen Genrefreund, der in dem liebevoll gemachten Streifen ganz viele Referenzen an die klassischen Horrorfilme der Universal Studios entdecken kann - und ist für einen Film, der eigentlich für ein jüngeres Publikum gemacht ist, teilweise ziemlich deftig ausgefallen. Insbesondere das von Effektguru Stan Winston stammende Creature Design ist für einen PG-13-Film schon ziemlich "creepy" und gruselig geraten und im Finale geht dann so richtig die Post ab. Ich kann mir gut vorstellen, dass damals einige Kids nach der Sichtung dieses Films erst mal ein paar schlaflose Nächte verbracht haben.

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Fred Dekker 1980er Vampir Werwolf


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DER SCHNÜFFLER


DER SCHNÜFFLER DER SCHNÜFFLER (DVD: Turbine Medien/Al!ve, Deutschland)
(OT: Der Schnüffler | Deutschland 1983 | Regie: Ottokar Runze)

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Als zwei zwielichtige Gestalten dem Berliner Taxifahrer Herbert Böckmann (Dieter Hallervorden) einen offensichtlich volltrunkenen Fahrgast ins Taxi setzen und ihn damit beauftragen, diesen zu einer Adresse nach Ost-Berlin zu fahren, ahnt Böckmann noch nicht, welche große Probleme er sich mit dieser Fahrt aufhalst. Denn der Betrunkene stellt sich als Toter heraus, worauf Böckmann in die Fänge des Geheimdienstes im Osten gerät und für einen Spion der CIA gehalten wird...

Die Sichtung von Didi und die Rache der Enterbten vor kurzer Zeit hat große Lust auf weitere Filme mit Dieter Hallervorden in der Hauptrolle gemacht. Mit Der Schnüffler habe ich mir nun einen Streifen angesehen, den ich bisher noch gar nicht kannte und der den sympathischen Hauptdarsteller erneut in Topform präsentiert. Als Berliner Taxifahrer Herbert Böckmann stolpert Dieter Hallervorden durch diese klamaukige Agentenkomödie und sorgt in nicht wenigen Szenen für Frontalangriffe auf das Zwerchfell. Grandios beispielsweise die Verhörszene bei der Polizei, in der er auf sein unnachahmliche Art und Weise die Vorfälle schildert, die ihn die ganze Suppe eingebrockt haben welche er nun auszulöffeln hat. Oder seine Auftritte, nachdem er an dem Wunderserum geschnüffelt hat. Einfach herrlich. Leider ist die Gagdichte in Der Schnüffler nicht so extrem hoch ausgefallen wie in Didi und die Rache der Enterbten und so schleicht sich hier und da dann doch die eine oder andere Länge ein. Dem positiven Gesamteindruck schadet diese kleine Schwäche - wenn man sie als solche überhaupt bezeichnen will - aber keineswegs. Auch Der Schnüffler macht Lust auf mehr Hallervorden-Filme und hat im Vergleich mit den meisten Filmen, die in den letzten Jahren in Deutschland als "Komödie" produziert worden sind sowieso meilenweit die Nase vorn.

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Ottokar Runze Dieter Hallervorden 1980er car chase female nudity Berlin


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IRON SKY


IRON SKY IRON SKY (Blu-ray: Revolver Entertainment, Großbritannien)
(OT: Iron Sky | Australien/Deutschland/Finnland 2012 | Regie: Timo Vuorensola)

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Der Afroamerikaner James Washington (Christopher Kirby) traut seinen Augen nicht. Nach der nicht unbedingt planmäßigen Landung auf der dunklen Seite des Mondes muss er feststellen, dass sich dort ein riesiger Gebäudekomplex befindet, der von den Nazis erbaut wurde als die nach dem 2. Weltkrieg von der Erde auf den Mond flüchteten. Und der unverzüglich in Gefangenschaft genommene Washington muss zu seinem Entsetzen weiterhin feststellen, dass die Nazis unter Leitung ihres neuen Führers Wolfgang Kortzfleisch (Udo Kier) und dessen rechter Hand Klaus Adler (Götz Otto) mitten in den Planungen zum erneuten Angriff auf die Erde stecken. Und ausgerechnet die Technologie seines beschlagnahmten Smartphones könnte diesen Angriff nun schneller als gedacht einleiten...

Erste Teaser zu Iron Sky von Regisseur Timo Vuorensola schwirrten ja schon vor Jahren durchs Netz, die endgültige Fertigstellung des Films scheiterte jedoch fast an den finanziellen Mitteln und letztendlich wurde der Streifen mit Spenden von Fans doch noch realisiert. Iron Sky ist also im wahrsten Sinne des Wortes ein Fanprojekt. Ein kleiner Film von Fans für Fans und mit Hilfe der Fans finanziert. Allein schon aufgrund der herrlich bescheuerten Ausgangssituation des Streifens - die Nazis bereiten vom Mond aus einen Angriff auf die Erde vor - dürfte vollkommen klar sein, dass Iron Sky komplett nerdig geraten ist und selbstverständlich keineswegs ernst genommen werden sollte. Hier darf dann wirklich mal von ganzem Herzen über die braune Pest gelacht werden und Iron Sky bietet dazu reichlich Möglichkeiten. Herrlich beispielsweise die Unterrichtsszenen in der Nazischule auf dem Mond, in denen beispielsweise mal kurz Chaplins Der große Diktator zum Propagandafilm umgeschnitten wird. Zum Ende hin geht dem wahnwitzigen Spektakel zwar ein bisschen die Puste aus und nicht alle Gags sind wirklich so böse und respektlos wie sie es gerne sein möchten, als Partyfilm eignet sich Iron Sky aber ganz vorzüglich. Vuorensolas Film ist wirklich ein extrem spaßiger und irgendwie auch sympathischer, kleiner Streifen, der mich übrigens auch mit richtig guten Effekten positiv überrascht hat. Die hätte ich in dieser Qualität nicht wirklich erwartet.

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Timo Vuorensola 2010er Nahe Zukunft Nazisploitation


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ROCKNROLLA


ROCKNROLLA ROCKNROLLA (Blu-ray: Warner, Deutschland)
(OT: RocknRolla | Großbritannien/USA 2008 | Regie: Guy Ritchie)

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Der alteingesessene Gangsterboss Lenny Cole (Tom Wilkinson) hat seine Hände vor allem in krummen Immobiliengeschäften und will mit seinen Einflüssen nun dem russischen Mafiosi Uri Ornovich (Karel Roden) bei einer Immobilieninvestition behilflich sein. Doch der hat Probleme, die von Cole geforderte Geldsumme pünktlich abzuliefern, da dessen Kuriere von einer Gruppe Ganoven (u.a. Gerard Butler) ausgeraubt werden, die das Geld wiederum dazu verwendet um ihre Schulden bei Cole zu begleichen...

Notiz an mich selbst: künftig keine Filme von Regisseur Guy Ritchie mehr anschauen. Nach seinen beiden durchschnittlichen bis hundsmiserablen Sherlock Holmes-Teilen nun ein weiterer Versuch mit RocknRolla und auch der ging gründlich in die Hose. Und dabei hatte ich durchaus Hoffnung, dass RocknRolla, der eindeutig in der Tradition der beiden großartigen Erstlingswerke Bube, Dame, König, grAs und Snatch steht, qualitativ zumindest ein bisschen an diese beiden Erstlingswerke von Ritchie anknüpfen könnte. Aber weit gefehlt. RocknRolla ist auch nur ein weiterer, auf cool getrimmter Gangsterfilm, wie es sie mittlerweile in Massen gibt und von denen man als Zuschauer einfach keinerlei Überraschungen mehr erwarten darf. Die Handlung wirkt bemüht konstruiert, die Charaktere bemüht abgedreht, die Optik bemüht stylish und die Dialoge bemüht cool. Der ganze Film wirkt von der ersten bis zur letzten Minute einfach nur bemüht, wie gewollt und nicht gekonnt. Da gibt es praktisch keine Spannung und auf überraschende Wendungen, die nicht auf Teufel komm raus konstruiert erscheinen, sollte man erst gar nicht hoffen. Die handelnden Figuren gehen einem allesamt komplett am Arsch vorbei und der ganz Film ist einfach nur egal. Er ist sogar so egal, dass man sich gar nicht mehr drüber aufregen mag. Dieses Subgenre des “coolen Gangsterfilms“ scheint sich mittlerweile endgültig totgelaufen zu haben. RocknRolla ist dafür das beste Beispiel.

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Guy Ritchie Gerard Butler Thandie Newton 2000er London


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X-MEN - ERSTE ENTSCHEIDUNG


X-MEN - ERSTE ENTSCHEIDUNG X-MEN - ERSTE ENTSCHEIDUNG (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: X-Men: First Class | USA 2011 | Regie: Matthew Vaughn)

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Zu Zeiten des Kalten Krieges in den 60er Jahren versucht der gemeingefährliche Mutant Sebastian Shaw (Kevin Bacon) zusammen mit seinen Gefolgsleuten (u.a. January Jones) einen 3. Weltkrieg heraufzubeschwören und so zu erreichen, dass die Mutanten die Oberhand über die Menschheit gewinnen. Charles Xavier (James McAvoy), dessen Adoptivschwester Raven (Jennifer Lawrence) und Erik Lehnsherr (Michael Fassbender), die ebenfalls aufgrund von Mutationen über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen, arbeiten dagegen mit dem CIA zusammen und versuchen weitere Mutanten zu rekrutieren um Shaw zu stoppen. Doch während Charles vom friedlichen Zusammenleben zwischen Mutanten und Menschen träumt, hat Erik eine ganz andere Motivation um Shaw zu bekämpfen. Während des 2. Weltkriegs war Shaw für den Tod von Eriks Mutter verantwortlich und Erik sieht nun endlich die Gelegenheit gekommen, sich an Shaw zu rächen...

Neben den verschiedenen Avengers-Filmen ist die X-Men-Reihe definitiv das heißeste Eisen im Feuer der Marvel Studios. X-Men - Erste Entscheidung ist nun schon der mittlerweile fünfte Film der Reihe und wie der unmittelbare Vorgänger stellt auch X-Men - Erste Entscheidung ein Prequel zur ursprünglichen Trilogie dar. Während X-Men Origins: Wolverine in meinen Augen zuvor nicht wirklich gut geglückt ist, haben die Macher rund um Regisseur Matthew Vaughn, der sich ja spätestens mit seinem fulminanten Kick-Ass für große Blockbusteraufgaben förmlich aufgedrängt hat, hier wieder alles richtig gemacht. Der Streifen erzählt die Vorgeschichte von Professor X, Magneto & Co. und steht der ursprünglichen Trilogie qualitativ in nichts nach. Wie in den ersten drei Filmen werden auch in X-Men - Erste Entscheidung Anspruch und Spektakel perfekt miteinander verbunden und insbesondere mit der Besetzung von James McAvoy als junger Professor X und Michael Fassbender als junger Magneto ist der Casting-Abteilung ein echter Coup gelungen. Die beiden spielen absolut großartig und machen ihren älteren Vorgängern Patrick Stewart und Ian McKellen alle Ehre. Die Story, mit der die Geschichte um die Lösung der Kubakrise mal kurz umgeschrieben wird, ist spannend und kurzweilig geraten und bietet zudem ein paar nette Insider-Gags (incl. kurzem Gastauftritt von Hugh Jackman als Wolverine). Außerdem war es einfach geil, Kevin Bacon mal wieder in einem richtigen Blockbuster in einer größeren Rolle zu sehen. Und dann spielen auch noch Oliver Platt, Glenn Morshower und Michael Ironside mit. Und January Jones war/ist ja wohl "hot as hell"!

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Matthew Vaughn Kevin Bacon Rose Byrne Michael Ironside Hugh Jackman Rebecca Romijn 2010er Rache Prequel 40er Jahre 60er Jahre


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DATE NIGHT - GANGSTER FÜR EINE NACHT (Extended Cut)


DATE NIGHT - GANGSTER FÜR EINE NACHT (Extended Cut) DATE NIGHT - GANGSTER FÜR EINE NACHT (Extended Cut) (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Date Night | USA 2010 | Regie: Shawn Levy)

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Eigentlich wollten die in New Jersey lebenden Ehegatten Phil (Steve Carell) und Claire Foster (Tina Fey) nur einen Abend in einem der angesagtesten Lokale in New York verbringen. Doch endlich dort angekommen, stellt sich heraus, dass es ohne wochenlange Vorausreservierung keine Möglichkeit zu geben scheint, einen Tisch zu bekommen. Die Fosters werden an die Bar vertröstet und als Phil dort mitbekommt, wie ein Paar mit dem Nachnamen Tripplehorn wegen seines reservierten Tisches ausgerufen wird und sich nicht meldet, greift er zu einer Notlüge. Phil gibt sich und Claire kurzerhand als die Tripplehorns aus und nun scheint dem gelungenen Abend tatsächlich nichts mehr im Wege zu stehen. Doch die kleine Notlüge erweist sich als fataler Fehler und für Phil und Claire beginnt schon kurz nachdem sie an ihrem Tisch Platz genommen haben eine Nacht, die sie nicht mehr so schnell vergessen werden...

Date Night hatte bei mir allein schon wegen seiner Ausgangssituation von vornherein einen sprichwörtlichen Stein im Brett. Seit ich in den 80ern Kopfüber in die Nacht von Regisseur John Landis gesehen habe, liebe ich Filme, in denen sich die Charaktere durch eine nächtliche Metropole schlagen müssen und dabei von einer Katastrophe in die nächste schlittern. Glücklicherweise werden Streifen dieser Art in schöner Regelmäßigkeit immer wieder gedreht und bis jetzt hat mich selten einer enttäuscht.
Auch Date Night stellt da keine Ausnahme dar. In Shawn Levys unterhaltsamer Mischung aus Action, Krimi, Komödie und Love Story geraten Steve Carell und Tina Fey als gelangweiltes Ehepaar wegen einer kleinen Schwindelei in das Abenteuer ihres Lebens und bringen so die etwas eingeschlafene Beziehung wieder in Schwung. Carell und Fey harmonieren dabei ganz vorzüglich miteinander und machen Date Night zu einem echten Erlebnis. Die Balance zwischen komischen und spannenden Sequenzen passt perfekt, Date Night ist wirklich verdammt lustig ausgefallen, besticht durch jede Menge Wortwitz, erzählt eine durchaus spannende Geschichte und hat nebenbei noch eine der coolsten Autoverfolgungsjagden der jüngeren Kinovergangenheit zu bieten. Und wer sich hier alles in kleineren und größeren Nebenrollen tummelt ist der absolute Hammer. So sind beispielsweise Mark Wahlberg, Mark Ruffalo, James Franco, Mila Kunis, Ray Liotta und William Fichtner mit von der Partie. Das nächtliche New York ist als Schauplatz natürlich perfekt geeignet und in seinen besten Momenten wandelt Date Night mit seinem gelungenen Genremix sogar fast auf den Spuren von Filmen wie den oben schon genannten Kopfüber in die Nacht von John Landis oder Die Zeit nach Mitternacht von Martin Scorsese. Klasse!

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Shawn Levy Steve Carell Mark Wahlberg Mark Ruffalo Mila Kunis Ray Liotta 2010er car chase New York


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ULTRAVIOLET (Extended Cut)


ULTRAVIOLET (Extended Cut) ULTRAVIOLET (Extended Cut) (DVD: Sony, USA)
(OT: Ultraviolet | USA 2006 | Regie: Kurt Wimmer)

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Ende des 21. Jahrhunderts hat ein Virus einen Teil der Menschheit in Hemophagen, vampirartige Wesen mit übernatürlichen Kräften, verwandelt. Die Hemophagen wurden daraufhin von den gesunden Menschen separiert und im totalitären System unter der Führung des skrupellosen Ferdinand Daxus (Nick Chinlund) wird alles daran gesetzt, die von den Hemophagen ausgehende Gefahr für die Menschheit für immer zu bannen. Um die Auslöschung ihrer Spezies zu verhindern, begibt sich die infizierte Violet (Milla Jovovich) auf eine Selbstmordmission und versucht, eine entscheidende Waffe im Krieg zwischen Menschen und Hemophagen in ihre Gewalt zu bringen. Diese Waffe entpuppt sich kurz nach ihrer Sicherstellung jedoch als kleiner Junge (Cameron Bright)...

Feuer frei! In Ultraviolet ballert und prügelt sich Milla Jovovich durch eine dystopische Zukunftsvision - und zwar praktisch von der ersten bis zur letzten Minute. Großartige Verschnaufpausen gibt es in Wimmers Film nämlich genauso wenig wie eine auch nur irgendeinen Sinn ergebende Geschichte oder eine Charakterisierung der vorhandenen Figuren. Ultraviolet hat wirklich null Substanz, lebt allein von seiner stylishen Optik und ist über weite Strecken tatsächlich ausgesprochen nett anzusehen. Insbesondere dem unterkühlten, ja fast schon steril wirkenden Set Design kann man einen gewissen Reiz ebenso wenig absprechen wie der wieder mal verdammt attraktiven und ständig ihre Outfits und Haarfarben wechselnden Hauptdarstellerin. Leider sind viele der zahlreichen CGI-Effekte nicht wirklich gut gelungen und diese Tatsache mindert die visuelle Kraft des Streifens doch deutlich. Hätte Wimmer seine Effekte besser umgesetzt, man müsste Ultraviolet schon fast als extrem stylishes "guilty pleasure" abfeiern. So reicht es am Ende "nur" für kurzweiligen Edel-Trash, der mir persönlich auf seine eigene Art und Weise ziemlich viel Spaß bereitet hat. Während der Sichtung des Streifens fühlte ich mich übrigens einige Male an den recht ähnlich gelagerten Æon Flux von Regisseurin Karyn Kusama erinnert und hätte mir diesen, wäre ich nicht schon so müde gewesen, am liebsten gleich noch im Anschluss angesehen. Ein aus Æon Flux und Ultraviolet bestehendes Double Feature muss ich mir definitiv irgendwann mal zu Gemüte führen. :D

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Kurt Wimmer Milla Jovovich 2000er car chase female nudity Nahe Zukunft Dystopie Vampir


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CHOKE CANYON


CHOKE CANYON CHOKE CANYON (DVD: Code Red, USA)
(OT: Choke Canyon | USA 1986 | Regie: Charles Bail)

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Der Wissenschaftler Dr. Lowell (Stephen Collins) hat sich im verlassenen Choke Canyon ein riesiges Labor aufgebaut und steht mit seinen Forschungen kurz vor einem spektakulären Durchbruch. Doch dummerweise interessiert sich auch der skrupellose Konzernboss John Pilgrim (Nicholas Pryor) für den sich im Eigentum von Lowell befindlichen Landstrich, eignet sich dieser doch hervorragend dazu, heimlich nuklearen Müll zu entsorgen. Pilgrim will Lowell schnellstmöglich loswerden und hetzt seine Männer (u.a. Bo Svenson, Lance Henriksen) auf den scheinbar harmlosen Wissenschaftler. Doch der denkt gar nicht daran, sich von seinem Land und seinen Forschungsarbeiten vertreiben zu lassen...

Choke Canyon ist eindeutig als typisches Kind der 80er Jahre zu identifizieren und stellt praktisch so etwas wie eine Blaupause des damaligen B-Action-Films dar. Ein muskelbepackter und mit Fönfrisur unter seinem Cowboyhut versehener Stephen Collins - dem man mit gutem Willen vielleicht tatsächlich viel abnimmt, aber sicher nicht die Tatsache, auch nur annähernd so etwas wie ein Wissenschaftler sein zu können - liefert sich hier einen erbitterten Kampf gegen einen skrupellosen Geschäftsmann und dessen Befehlsempfänger die ihn aus seinem geliebten Canyon vertreiben wollen um dort nuklearen Abfall (!) zu entsorgen. Natürlich steht dem Held mit der extrem schnuckeligen Janet Julian ein entsprechendes Love Interest zur Seite und natürlich rettet der Held am Ende den Tag. So wirklich mitreißen konnte mich Choke Canyon allerdings nicht. Der Film ist - trotz aller vorhandener Action und einem ziemlich spektakulären Finale - doch ziemlich zäh und spannungsarm geraten und so bleibt mir persönlich von Choke Canyon in erster Linie die tolle Kameraarbeit von Dante Spinotti im Gedächtnis (der im selben Jahr ja auch Michael Manns Manhunter veredelt hat). Für einen Film, der auf Seiten der Bösewichter immerhin Bo Svenson und Lance Henriksen zu bieten hat, ist Choke Canyon definitiv zu schwach und unspektakulär ausgefallen. Fans von 80er-Jahre-Action dürfen natürlich dennoch einen Blick riskieren.

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Charles Bail Bo Svenson Lance Henriksen 1980er


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KUNG FU PANDA


KUNG FU PANDA KUNG FU PANDA (Blu-ray: DreamWorks, Deutschland)
(OT: Kung Fu Panda | USA 2008 | Regie: Mark Osborne/John Stevenson)

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Als die akute Gefahr besteht, dass die Kung-Fu-Schule des Meisters Zeng (Dan Fogler) vom abtrünnigen Schüler Tai Lung (Ian McShane) angegriffen werden könnte, beschließt Zeng einen Drachenkrieger zu erwählen, der sich dem brutalen Tai Lung entgegenstellen soll. Alle gehen davon aus, dass einer der fünf talentierten Schüler (u.a. Angelina Jolie, Lucy Liu, Jackie Chan und Seth Rogen) des Ausbilders Shifu (Dustin Hoffman) zum Drachenkrieger ernannt wird, doch die Wahl fällt auf den bei der Auswahlzeremonie eher zufällig anwesenden und etwas trotteligen Po (Jack Black). Der ist zwar in seinen Träumen ein großartiger Kung-Fu-Kämpfer, in der Realität fehlt ihm jedoch jegliches Talent. Da sich Zeng von seiner Wahl nicht abbringen lässt, muss Ausbilder Shifu praktisch ein Wunder vollbringen um Po in kürzster Zeit zu einem echten Kämpfer auszubilden...

Wie heißt es doch immer so schön werbewirksam? Ein Riesenspaß für Jung und Alt. Und das trifft auf Kung Fu Panda tatsächlich zu. Wenn Rango der Italowestern unter den Animationsfilmen gewesen ist, ist der Film der beiden Regisseure Mark Osborne und John Stevenson - der Titel verrät es ja schon - definitiv der Eastern unter den Animationsfilmen. Kung Fu Panda ist von der ersten bis zur letzten Sekunde als liebevolle Hommage an das Kino der Hongkonger Produktionsschmiede der Shaw Brothers zu erkennen und allein der Plot und seine Zutaten scheinen direkt aus einem der unzähligen Filme der Shaw Brothers aus den 70er Jahren zu stammen. Es gibt eine ehrbare Kung-Fu-Schule als Mittelpunkt der Stadt samt leicht durchgeistigtem Meister, es gibt den scheinbar unbesiegbaren abtrünnigen Schüler, der die Schule wegen eines mystischen Artefakts angreifen will, es gibt fünf mutige Kämpfer und ihren Meister, die sich dem Angriff zur Wehr setzen wollen und es gibt den drolligen Außenseiter, unseren Titelhelden, der am Ende den Tag retten wird. Das alles ist mit so viel Liebe zum Detail ausgestattet - für die fünf Kämpfer wurden beispielsweise nicht irgendwelche Tiere gewählt, sondern jedes Tier repräsentiert einen bestimmten Kung-Fu-Stil, der in den Kung-Fu-Filmen aus den 70er Jahren praktiziert wurde - und trotz allen vorhandenen Klamauks auch mit so viel Respekt vor den filmischen Vorbildern umgesetzt, dass Kung Fu Panda nicht nur einen “Riesenspaß für Jung und Alt“, sondern auch einen Riesenspaß für Fans dieser alten Streifen darstellen sollte. Meine Frau und ich haben uns - aus teils verschiedenen Gründen - köstlich amüsiert.

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Mark Osborne John Stevenson Jack Black Dan Fogler Dustin Hoffman Angelina Jolie Lucy Liu Seth Rogen Jackie Chan 2000er Oscar Nominee


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DEATH NOTE 2: THE LAST NAME


DEATH NOTE 2: THE LAST NAME DEATH NOTE 2: THE LAST NAME (Blu-ray: I-On New Media, Deutschland)
(OT: Desu nôto: The last name | Japan/USA 2006 | Regie: Shûsuke Kaneko)

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Noch immer hat es Light Yagami (Tatsuya Fujiwara) geschafft, seine Identität als Kira geheim zu halten. Mittlerweile hat er sogar erreicht, dass er gemeinsam mit dem Meisterdetektiv L (Ken'ichi Matsuyama) nach Kira fanden darf. Dieser hat Light jedoch noch immer in Verdacht, Kira zu sein und so ist es für Light ein regelrechter Segen, als plötzlich ein zweites “Death Note“ auftaucht, welches in die Hände der TV-Moderatorin Misa Amane (Erika Toda) gerät. Diese ist ein glühender Verehrer von Kiras Taten und mit Misas Hilfe hofft Light, den lästigen L für immer loswerden zu können…

Death Note 2: The Last Name schließt unmittelbar an die Ereignisse des Vorgängers an und erzählt die in Death Note angefangene Geschichte zu Ende. Teil 1 und 2 verschmelzen so zu einem großen Ganzen und ohne Kenntnis des ersten Teils ist die Sichtung der Fortsetzung ziemlich sinnlos. Erfreulicherweise kann Death Note 2: The Last Name die Qualität der zweiten Hälfte des Vorgängers aufrecht halten und sogar noch steigern. Leerlauf wie in der zähen ersten Hälfte von Teil 1 gibt es hier über die komplette Lauflänge zu keiner Zeit zu beklagen. Die Fortführung der Geschichte ist ausgesprochen spannend und kurzweilig geraten, mit einigen netten Wendungen ausgestattet und lässt die doch recht üppige Laufzeit von etwas über 130 Minuten praktisch wie im Fluge vergehen. Und auch der abermals nicht wirklich überzeugende Tatsuya Fujiwara in der Hauptrolle des Light Yagami wirkt sich nicht wirklich negativ auf Death Note 2: The Last Name aus. Das liegt insbesondere daran, dass sein kongenialer Gegenspieler L, der wieder einfach nur großartig von Ken'ichi Matsuyama gespielt wird, hier deutlich mehr Screentime abbekommen hat als im Vorgänger und sich im Laufe des Films zum heimlichen Hauptcharakter des Streifens entwickelt. Und dann ist da natürlich noch die extrem schnuckelige Erika Toda in der Rolle von Lights Helferin Misa, die wahrlich mehr als nur einen Blick wert ist. Death Note 2: The Last Name hat richtig viel Spaß gemacht und da man den Film nicht ohne den ersten Teil anschauen kann, gibt es von mir trotz des schwächeren Vorgängers für das Gesamtwerk eine klare Empfehlung (auch wenn mir vollkommen bewusst ist, dass insbesondere die Art der Animation der in beiden Filmen vorkommenden Todesgötter durchaus gewöhnungsbedürftig ist und sicher nicht jedermanns Sache sein dürfte).

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Shûsuke Kaneko 2000er Sequel Nikkatsu


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DELINQUENT GIRL BOSS: WORTHLESS TO CONFESS


DELINQUENT GIRL BOSS: WORTHLESS TO CONFESS DELINQUENT GIRL BOSS: WORTHLESS TO CONFESS (DVD: Panik House, USA)
(OT: Zubekô banchô: Zange no neuchi mo nai | Japan 1971 | Regie: Kazuhiko Yamaguchi)

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Rika (Reiko Ôshida) wurde gerade aus der Jugendstrafanstalt entlassen und begibt sich auf die Suche nach ihren vier Freundinnen (u.a. Yumiko Katayama, Yukie Kagawa), die bereits vor ihr wieder die Luft der Freiheit atmen durften. Sehr schnell muss Rika feststellen, dass sich ihre Freundinnen nicht sonderlich gut im neuen Leben zurechtfinden und praktisch jede wieder in den gefährlichen Strudel der Kriminalität geraten ist. Ein Strudel, aus dem sie nur mit vereinten Kräften wieder herauskommen können…

In Delinquent Girl Boss: Worthless to Confess erzählt Regisseur Kazuhiko Yamaguchi die Geschichte von 5 jungen Frauen, die sich nach ihrer Entlassung aus der Jugendstrafanstalt erst wieder in der Freiheit zurechtfinden müssen und die sehr schnell wieder in den Strudel der Kriminalität geraten. Im Vergleich mit so manch anderem japanischen Exploiter aus den 70er Jahren fehlen in Delinquent Girl Boss: Worthless to Confess nicht nur die ganz großen Namen - wie bspw. Sonny Chiba, Meiko Kaji, Miki Sugimoto oder Reiko Ike -, sondern Yamaguchis Film ist überraschenderweise auch relativ zahm ausgefallen. Die wenigen Gewaltausbrüche sind ziemlich moderat geraten und auf das Präsentieren nackter Tatsachen wurde sogar fast gänzlich verzichtet. Regisseur Yamaguchi konzentriert sich mehr auf den dramatischen Anteil seiner Geschichte und verbindet diesen mit - für den asiatischen Zuschauer normalen, für den westlichen Zuschauer oft befremdlich wirkenden - komischen Elementen, die teilweise sogar in Richtung Slapstick abdriften. Den slapstickhaften Momenten fast zum Trotz nimmt Yamaguchi seine Figuren ausgesprochen ernst und versucht, deren Charaktere sorgfältig zu entwickeln. Dies gelingt ihm auch durchaus gut und so ist Delinquent Girl Boss: Worthless to Confess insbesondere auch wegen seiner überzeugend agierenden Darsteller/innen - vor allem Reiko Ôshida und Yumiko Katayama ragen heraus - ein richtig guter Genrebeitrag geworden, der im Finale den Zuschauer dann auch noch mit echten Gänsehautmomenten überrascht. Wenn die fünf Freundinnen am Ende - alle in lange, rote Mäntel gekleidet - mit entschlossenen Blicken durch die nächtlichen Straßen schreiten um ihren zuvor beschlossenen Racheplan in die Tat umzusetzen, dann verbreitet das eine einfach nur ungemein intensive Atmosphäre und wird darüber hinaus von Kameramann Hanjirô Nakazawa in einfach nur betörend schönen Bildern festgehalten. Eine dieser Sequenzen für die Ewigkeit. Grandios!

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Kazuhiko Yamaguchi Reiko Ôshida 1970er female nudity Toei Pink Eiga Rache


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MEIN NAME IST GATOR


MEIN NAME IST GATOR MEIN NAME IST GATOR (DVD: MGM, Deutschland)
(OT: Gator | USA 1976 | Regie: Burt Reynolds/James Best)

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Der ehemalige Schwarzbrenner Gator McKlusky (Burt Reynolds) wird nicht ganz freiwillig vom FBI rekrutiert, um den skrupellosen Bama McCall (Jerry Reed) zur Strecke zu bringen. Ein Auftrag, von dem Gator nicht wirklich begeistert ist, handelt es sich bei Bama doch um einen alten Jugendfreund, den er nun schon Jahre nicht mehr gesehen hat. Als Gator nach kurzer Zeit jedoch realisiert, welche Ausmaße Bamas verbrecherische Aktivitäten mittlerweile angenommen haben, ist auch er davon überzeugt, dass sein alter Freund hinter Gitter gehört…

3 Jahre nach Der Tiger hetzt die Meute schlüpfte Burt Reynolds für Mein Name ist Gator noch einmal in die Rolle des Gator McKlusky und führte bei dem Streifen auch gleich noch Regie. Im Vergleich zum Vorgänger ist Mein Name ist Gator weniger actionreich ausgefallen, dafür wurde deutlich mehr Wert auf die Story gelegt. Und das tut - so sehr mir der erste Teil auch gefallen hat - dem Film richtig gut. Mein Name ist Gator überzeugt mit einem hervorragend aufgelegten Burt Reynolds, einer spannenden und fesselnden Geschichte die praktisch nie langweilig wird und innerhalb des Storyverlaufs perfekt platzierten und in Szene gesetzten Actionsequenzen. Das Setting im heißen Süden der USA sorgt gemeinsam mit dem tollen Score von Charles Bernstein für eine ausgesprochen intensive Atmosphäre, die durch einige verdammt komische Szenen immer wieder aufgelockert wird (vor allem die Einbruchsszene im letzten Drittel ist ein tolles Beispiel dafür, wie man Spannung, Atmosphäre und Humor perfekt miteinander verbindet). Und das Ende, diese letzten Sequenzen, die so gar nicht dem typischen "Der Held kriegt das Mädchen und sie reiten gemeinsam in den Sonnenuntergang"-Klischee entsprechen, verursacht Gänsehaut pur. Klasse! Einen Film wie Mein Name ist Gator habe ich nach Guy Ritchies Müllfilm zuvor einfach gebraucht. :)

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Burt Reynolds James Best 1970er Sequel Hixploitation


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SHERLOCK HOLMES - SPIEL IM SCHATTEN


SHERLOCK HOLMES - SPIEL IM SCHATTEN :deepshit: SHERLOCK HOLMES - SPIEL IM SCHATTEN :deepshit: (Blu-ray: Warner, Deutschland)
(OT: Sherlock Holmes: A Game of Shadows | USA 2011 | Regie: Guy Ritchie)

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Meisterdetektiv Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) und sein Partner Dr. Watson (Jude Law) machen Jagd auf den wahnsinnigen Mathematikprofessor Moriarty (Jared Harris), der für einige terroristische Anschläge verantwortlich zu sein scheint und so einen Großkrieg provozieren will, um von diesem finanziell zu profitieren…

Wenn man einen Haufen Scheiße mit Parfüm besprüht, mit goldenen Schleifchen garniert, hübsch verpackt und in eine Vitrine stellt, ändert das am Ende des Tages leider nichts an der Tatsache, dass man es mit einem Haufen Scheiße zu tun hat. Treffender kann man die "Qualität" von Sherlock Holmes: A Game of Shadows wahrscheinlich nicht beschreiben. Bereits mit dem unmittelbaren Vorgänger hat sich Regisseur Guy Ritchie nicht gerade mit Ruhm bekleckert und einen bestenfalls durchschnittlichen Blockbuster abgeliefert. Was Ritchie dem Zuschauer aber mit diesem zweiten Teil auftischt, ist schlichtweg eine Frechheit. Ein Film, für den die geflügelte Bezeichnung "Style Over Substance" einst erfunden wurde. In exakt 128 Minuten und 44 Sekunden schafft es Regisseur Guy Ritchie nicht eine Sekunde lang beim Zuschauer auch nur einen Hauch von Interesse für seine Geschichte und seine Figuren zu wecken. Um was es in Sherlock Holmes: A Game of Shadows letztendlich geht ist vollkommen egal. Man interessiert sich einfach nicht dafür, ist unfähig, sich auf den Film zu konzentrieren und lässt sich stattdessen einfach nur berieseln. Ein Zustand, der ziemlich schnell langweilig wird. Daran können auch die vielen technischen Spielereien nichts ändern, die Ritchie dem Zuschauer vorsetzt. Schnelle Schnitte, Zeitlupenaufnahmen, Bullet-Time-Effekte usw. sollen wohl über die fehlende Substanz hinwegtäuschen und liefern im Endeffekt nur den Beweis dafür, dass es sich bei diesem Film um ein riesiges, aufgeblähtes Nichts handelt. Wie man es als Regisseur schafft, einen Film mit dem grandiosen Robert Downey Jr. in der Hauptrolle so dermaßen gegen die Wand zu fahren ist schon eine Leistung für sich. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man aufgrund dieser Tatsache schon fast anerkennend nicken. Herzlichen Glückwunsch Herr Ritchie, Sie haben ein Armutszeugnis von einem Film gedreht, einen Streifen, gegen den jedes Werk von Michael Bay wie reinstes Arthouse-Kino wirkt. Sherlock Holmes: A Game of Shadows gehört zu den mit Abstand beschissensten Filmen, die ich im neuen Jahrtausend gesehen habe. Vielleicht sogar zu den beschissensten Filmen, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Ein einfach nur erbärmliches Machwerk!

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Guy Ritchie Robert Downey Jr. Jude Law Rachel McAdams 2010er Sequel London Paris 19. Jahrhundert


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CAPTAIN AMERICA: THE FIRST AVENGER


CAPTAIN AMERICA: THE FIRST AVENGER CAPTAIN AMERICA: THE FIRST AVENGER (Blu-ray: Paramount, Deutschland)
(OT: Captain America: The First Avenger | USA 2011 | Regie: Joe Johnston)

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Der große Traum des Amerikaners Steve Rogers (Chris Evans) ist es, seinem Land im 2. Weltkrieg als Soldat zu dienen. Doch aufgrund seiner geringen Körpergröße und seiner schmächtigen Erscheinung, wird er immer wieder abgelehnt. Seine letzte Chance doch noch in das Kriegsgetümmel einzugreifen bietet sich Steve in Gestalt des Wissenschaftlers Dr. Erskine (Stanley Tucci), der freiwillige Probanden für ein geheimes, militärisches Projekt sucht. Mit Hilfe eines Serums wird Steve in einen regelrechten Supersoldaten verwandelt. Aus Steve Rogers wird Captain America…

So, nun habe ich auch den fünften und letzten Film der Marvel Studios vor The Avengers gesichtet. Ähnlich wie seine vier Vorgänger zeichnet sich auch Captain America: The First Avenger dadurch aus, dass er es schafft, spektakuläre Blockbuster-Unterhaltung mit einer ordentlichen Entwicklung von Charakteren und Story zu verbinden. Im direkten Vergleich mit den vier anderen Filmen ist die Balance zwischen dem Spektakel auf der einen und der Entwicklung von Figuren und Plot auf der anderen Seite jedoch nicht ganz so gut geglückt. Regisseur Joe Johnston lässt sich einfach ein bisschen zu viel Zeit um seine Geschichte in Gang zu bringen und bis es dann auch in Sachen Action so richtig schön zur Sache geht sind bereits 2/3 der Laufzeit vorüber. Während das Finale dann fast etwas überladen daherkommt, hat Captain America: The First Avenger in den Minuten zuvor mit so einigen Längen zu kämpfen. Und auch die Tatsache, dass Johnston Film irgendwie nichts absolut Herausragendes zu bieten hat, führt letztendlich dazu, dass dieser fünfte und letzte Streifen vor dem großen Zusammentreffen der Superhelden qualitativ nicht ganz an die Vorgänger herankommt (wobei er natürlich immer noch weit davon entfernt ist, ein schwacher oder gar schlechter Film zu sein). The Incredible Hulk hatte diese unfassbar temporeiche und intensive Art der Inszenierung, Thor hatte eine umwerfende visuelle Kraft und Iron Man und Iron Man 2 hatten einen großartigen Robert Downey Jr. als Hauptdarsteller, der Filmen alleine durch seine Präsenz einen Stempel aufzudrücken vermag. Captain America: The First Avenger hat einen Regisseur, der im Finale unter Beweis stellt, dass er ein großer Fan der Star Wars-Filme zu sein scheint (insbesondere die Verfolgungsjagd auf den Motorrädern im Wald hat doch extrem an Die Rückkehr der Jedi-Ritter erinnert). Um mit seinen Kollegen Louis Leterrier, Kenneth Branagh und Jon Favreau auf Augenhöhe zu sein, hätte sich Joe Johnston dann doch ein bisschen mehr einfallen lassen müssen.

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Joe Johnston Tommy Lee Jones Hugo Weaving Samuel L. Jackson Stanley Tucci 2010er New York 40er Jahre 2. Weltkrieg


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THOR


THOR THOR (Blu-ray: Paramount, Deutschland)
(OT: Thor | USA 2011 | Regie: Kenneth Branagh)

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Um seinem arroganten und heißblütigen Sohn Thor (Chris Hemsworth) Demut beizubringen, verbannt der mächtige Herrscher Odin (Anthony Hopkins) den Thronfolger von Asgard kurzerhand auf die Erde. Während sich Thor auf der Erde gemeinsam mit der attraktiven Astrophysikerin Jane Foster (Natalie Portman) auf die Suche nach seinem Hammer Mjolnir macht, wittert sein eifersüchtiger und intriganter Bruder Loki (Tom Hiddleston) die große Chance, den Thron von Asgard an sich zu reißen…

Schon ziemlich beeindruckend was für ein Universum die Marvel Studios hier filmisch erschaffen bzw. mit den Comics ja schon erschaffen haben. Nach Iron Man, The Incredible Hulk und Iron Man 2 ist Thor der vierte von insgesamt fünf Filmen, die den Zuschauer alle auf den gerade im Kino laufenden The Avengers vorbereiten. Für die Verfilmung der Abenteuer des Donnergottes wurde der Ire Kenneth Branagh verpflichtet. Auf den ersten Blick vielleicht eine kleine Überraschung, ist Branagh doch nun nicht unbedingt dafür bekannt, im Bereich des Blockbusterkinos zu arbeiten. Schaut man sich seine Regie-Credits mit u.a. Henry V und Hamlet jedoch etwas näher an und betrachtet mit diesen Filmen im Hinterkopf das Endergebnis - insbesondere die wirklich umwerfenden Sequenzen in und um Asgard - kann man nur zu dem Schluss kommen, dass die Verpflichtung Branaghs wohl durchdacht und eine ausgesprochen gute Wahl gewesen ist. Wer mit Shakespeare-Epen umgehen kann, findet sich auch in der Comicwelt mythologischer Sagen zurecht. Thor mag im Hinblick auf den Actionfaktor vielleicht der unspektakulärste dieser vier ersten Filme sein, er ist in rein visueller Hinsicht definitiv der bisher atemberaubendste Beitrag im Universum der Avengers. Wie Branagh gemeinsam mit seinem Team Asgard zum Leben erweckt ist einfach nur ganz große Klasse und lässt keinerlei Wünsche offen. Da neben dem tollen Produktions-, Set- und Kostümdesign auch die Effekte-Künstler ganze Arbeit verrichtet haben und auch bei den schauspielerischen Leistungen von Chris Hemsworth, Natalie Portman, Anthony Hopkins & Co. nichts anbrennt, gibt es an Thor nicht wirklich etwas auszusetzen.
Natürlich merkt man auch Thor auf gewisse Art und Weise an, dass er insbesondere dazu dient, einen weiteren Charakter einzuführen und nicht unbedingt als eigenständiger Film, sondern eher als Puzzleteil des großen Ganzen anzusehen ist, ganz so krass wie beispielsweise bei Iron Man 2 - den man wirklich nur als reinen Übergangsfilm betrachten konnte - ist es hier allerdings nicht ausgefallen. Thor ist Blockbusterunterhaltung auf hohem Niveau und schürt richtige Vorfreude auf Captain America: The First Avenger und natürlich The Avengers. Und viel mehr dürften sie bei den Marvel Studios mit diesem Streifen auch gar nicht bezweckt haben.

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Kenneth Branagh Anthony Hopkins Natalie Portman Samuel L. Jackson 2010er


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DER TIGER HETZT DIE MEUTE


DER TIGER HETZT DIE MEUTE DER TIGER HETZT DIE MEUTE (DVD: MGM, Deutschland)
(OT: White Lightning | USA 1973 | Regie: Joseph Sargent)

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Als der wegen Alkoholschmuggel im Knast sitzende Gator McKlusky (Burt Reynolds) erfährt, dass sein Bruder vom korrupten Sheriff J.C. Connors (Ned Beatty) ermordet wurde, bietet er den Behörden an, als Undercoveragent zu arbeiten um Beweise gegen den korrupten Connors und dessen Männer zu sammeln. Doch Gator ist natürlich weit davon entfernt, seine Aktivität auf die Sammlung von Beweisen zu beschränken, und viel mehr fest entschlossen, den Tod seines Bruders zu rächen…

Der Tiger hetzt die Meute von Regisseur Joseph Sargent ist ein absolutes Paradebeispiel für das von mir so sehr geliebte Kino aus den 70er Jahren - intensiv, atmosphärisch, spannend, spektakulär. In Der Tiger hetzt die Meute dürfte Hauptdarsteller Burt Reynolds in einer seiner besten und bekanntesten Rollen (3 Jahre später sollte Reynolds in Mein Name ist Gator ja noch mal die Figur des Gator McKlusky spielen) zu sehen sein und Sargents Film stellt im Endeffekt genau das dar, was man gemeinhin als echten Männerfilm bezeichnet. Ausgestattet mit einem simplen Racheplot und garniert mit grandios inszenierten Car-Chase-Sequenzen verbreitet Der Tiger hetzt die Meute über seine komplette Laufzeit verdammt gute Laune und gönnt dem Zuschauer mit seinem ziemlich rasanten Grundtempo praktisch keine Verschnaufpausen. Veredelt mit einem einfach nur grandiosen Score von Komponist Charles Bernstein, der in Teilen auch von Quentin Tarantino für Kill Bill: Vol. 1 und Inglourious Basterds (wieder-)verwendet wurde, rockt Der Tiger hetzt die Meute das sprichwörtliche Haus! Geil! Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Joseph Sargent Burt Reynolds 1970er car chase Hixploitation Rache


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IN TIME - DEINE ZEIT LÄUFT AB


IN TIME - DEINE ZEIT LÄUFT AB IN TIME - DEINE ZEIT LÄUFT AB (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: In Time | USA 2011 | Regie: Andrew Niccol)

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In einer unbestimmten Zukunft hören die Menschen mit Erreichen ihres 25. Geburtstages auf zu altern, haben von da an aber nur noch zwei Jahre zu leben. Zumindest sofern ihre im Unterarm implantierte Zeituhr nicht wieder aufgeladen werden kann. Zeit ist zum begehrten Zahlungsmittel geworden und während sich die Reichen und Mächtigen auf ein Leben in ewiger Jugend freuen können, müssen die Armen um jede Sekunde kämpfen. Als der nicht gerade im Viertel der Privilegierten lebende Will Salas (Justin Timberlake) von einem unbekannten Fremden scheinbar grundlos 100 Jahre geschenkt bekommt und der Fremde kurze Zeit später tot aufgefunden wird, gerät Will in Verdacht, den Fremden ermordet zu haben. Unverzüglich heften sich die Behörden in Form des skrupellosen Raymond Leon (Cillian Murphy) an Wills Fersen...

Regisseur und Drehbuchautor Andrew Niccol entführt den Zuschauer in eine Dystopie mit durchaus interessanter Ausgangssituation aus der er am Ende aber dann doch nicht das Optimum herausholt. In Time lässt mich ein bisschen ratlos zurück. Auf der einen Seite hat mir der Streifen eigentlich richtig gut gefallen, auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, dass dem Film einfach das gewisse Etwas gefehlt hat und er noch weitaus besser hätte sein können als er letztendlich geraten ist. Denn ich denke, dass man aus der Ausgangssituation von In Time noch viel mehr hätte machen und rausholen können als das, was man letztendlich zu sehen bekommt. Während Niccols Film anfangs noch mit sorgfältiger Storyentwicklung und Charakterzeichnung überzeugen kann, schleichen sich mit zunehmender Laufzeit immer mehr Logiklöcher ein und die Handlung entwickelt sich leider nicht sonderlich innovativ weiter. In Time verkommt irgendwann zu einer Art Zukunftsversion von Robin Hood innerhalb eines typischen Jagd/Flucht-Szenarios mit teils arg klischeehaften Figuren (insbesondere die Charaktere der Polizisten scheinen direkt vom Reißbrett zu stammen). Nach dem tollen Auftakt ist das dann einfach eine Spur zu wenig. Dieser Schwäche steht auf der Haben-Seite ein tolles Set Design, ein gutes Timing in den Spannungssequenzen und mit Justin Timberlake und Amanda Seyfried ein überzeugendes und gut harmonierendes Hauptdarsteller-Paar gegenüber und auch mit Spannung und kurzweiliger Unterhaltung ist man - sieht man es aus rein unterhaltungstechnischen Gesichtspunkten - bis zum Ende eigentlich ganz gut versorgt.

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Andrew Niccol Justin Timberlake Amanda Seyfried Olivia Wilde 2010er car chase Ferne Zukunft Dystopie


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BELLFLOWER


BELLFLOWER :love: BELLFLOWER :love: (Blu-ray: I-On New Media, Deutschland)
(OT: Bellflower | USA 2011 | Regie: Evan Glodell)

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Die beiden besten Freunde Woodrow (Evan Glodell) und Aiden (Tyler Dawson) teilen eine fanatische Begeisterung für den 2. Teil der Mad Max-Saga. Eine Begeisterung, die fast schon absurde Blüten treibt. Woodrow und Aiden träumen von der Apokalypse, bauen in ihrer Freizeit Waffen und Flammenwerfer und wollen mit diesen ihre Autos aufrüsten um in einer post-apokalyptischen Welt überleben zu können. Als Woodrow eines Tages die hübsche Milly (Jessie Wiseman) kennenlernt und sich unsterblich in sie verliebt, hat diese Liaison nicht vorhersehbare Konsequenzen...

Mal wieder ein Film aus dem Independent-Bereich. Bellflower ist das Erstlingswerk von Regisseur Evan Glodell, der neben der Regie auch noch für das Drehbuch, die Produktion und den Schnitt verantwortlich zeichnete, eine eigene Kamera für diesen Film konstruiert hat, das im Film vorkommende Muscle-Car selbst (um)gebaut hat und darüber hinaus auch noch in der Hauptrolle zu sehen ist. Viel mehr Energie kann man in einen Film wohl fast nicht mehr investieren.
Bellflower ist eine wilde Mischung aus Coming-of-Age-Drama, Love Story, Actionfilm, Thriller sowie Gewalt- und Psychostudie. Ein Film, der gleichermaßen berührt und verstört und dessen Protagonisten mit zunehmender Laufzeit immer mehr in einen (vielleicht auch nur imaginären?) Strudel aus Wahnsinn, Liebe, Hass, Gewalt und Gegenwalt geraten.
Insbesondere in visueller Hinsicht ist Bellflower schlichtweg atemberaubend. Die selbst konstruierte Handkamera liefert Bilder von betörender Schönheit und die ganze Farbgebung des Films ist einfach nur grandios. In Verbindung mit der tollen Optik, der bewegenden und mitreißenden Geschichte, den absolut überzeugenden Schauspielerleistungen, einem Gänsehaut verursachenden Soundtrack und einem gelungenen Sounddesign entsteht so eine ganz eigene Stimmung und Atmosphäre, die den kompletten Film trägt, unter die Haut geht und dazu führt, dass man als Zuschauer dem Geschehen einfach nur gefesselt folgt.
Gedreht für die geradezu lächerliche Summe von $ 17.000,00 und vor dem Hintergrund, dass dies für fast alle Beteiligten vor und hinter der Kamera eines der ersten Filmexperimente gewesen sein dürfte, kann man vor dem Endergebnis nur mehr als anerkennend seinen Hut ziehen. Insbesondere unter Berücksichtigung der Produktionsumstände, ziehe ich in meiner abschließenden Beurteilung des Films das vielerorts leider fast schon inflationär benutzte M-Wort: Bellflower ist ein Meisterwerk! Punkt. Aus. Fertig.

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Evan Glodell 2010er female nudity


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FAST & FURIOUS 5 (Extended Cut)


FAST & FURIOUS 5 (Extended Cut) FAST & FURIOUS 5 (Extended Cut) (Blu-ray: Universal, Großbritannien)
(OT: Fast Five | USA 2011 | Regie: Justin Lin)

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Nach Dominic Toretto (Vin Diesel) zu 25 Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt wurde, dreht Brian O’Conner (Paul Walker) dem Gesetz endgültig den Rücken zu und befreit Dominic mit Hilfe von dessen Schwester Mia (Jordana Brewster) in einer spektakulären Aktion aus der Gewahrsam der Behörden. Das Trio taucht in den Armenvierteln von Rio de Janeiro unter und nimmt schon kurze Zeit später einen gefährlichen Job an um wieder etwas Geld zu verdienen. Bei dessen Ausführung kommen Dominic, Mia und Brian allerdings dem mächtigen Gangsterboss Reyes (Joaquim de Almeida) in die Quere und werden nun nicht nur von den amerikanischen Behörden in Person des gnadenlosen FBI-Agenten Luke Hobbs (Dwayne Johnson), sondern auch von Reyes und seinen Männern gejagt...

Regisseur Justin Lin darf zum dritten Mal hintereinander auf dem Regiestuhl der The Fast and the Furious-Reihe Platz nehmen und haut mit Fast & Furious 5 mal eben einen absoluten Knaller raus. Der Film ist kein Vergleich mehr zum relativ missratenen 3. Teil von Lin, sondern bietet all das, was man von einem echten Action-Blockbuster erwarten kann. Und sogar noch ein bisschen mehr. Fast & Furious 5 geht weg von der reinen Carsploitation, die illegale Straßenrennszene wird sogar nur noch in einer kurzen Sequenz thematisiert, in der dann erneut attraktive Damen in hohen Stiefeln und kurzen Röcken ihre Luxuskörper vor aufgemotzten Boliden präsentieren und in Zeitlupenaufnahmen zu treibenden Hip-Hop-Beats tanzen. Außer dieser relativ kurzen Sequenz, die wohl als kleine Referenz an die Vorgänger eingebaut wurde, hat Fast & Furious 5 mit dem Stil der Vorgänger allerdings nicht mehr allzu viel gemein. Dieser fünfte Teil kommt viel mehr als Mischung aus Actionthriller, Carsploitation und Caper- bzw. Heist-Movie daher und bietet - und das ist die größte Überraschung - neben einem perfekten Timing zwischen ruhigen Sequenzen und spektakulärem Krawall auch noch eine richtig gute und verdammt spannende Story, die unmittelbar an die Ereignisse des Vorgängers anschließt.
Ein ganz großer Coup des Films ist dabei die Besetzung. Fast & Furious 5 vereint einen absoluten All-Star-Cast vor der Kamera. Neben der Ur-Besetzung aus dem ersten Teil, nämlich Paul Walker, Vin Diesel und Jordana Brewster, konnten die Produzenten praktisch alle Hauptdarsteller der anderen Filme vor der Kamera versammeln. Aus Teil 2 sind Tyrese Gibson und Ludacris mit von der Partie, aus Teil 3 gibt sich Sung Kang die Ehre und aus Teil 4 ist abermals die ausgesprochen attraktive Gal Gadot mit am Start. Und weil das noch nicht genug Star-Power für die Macher gewesen ist, gibt es Joaquim de Almeida als Bösewicht und Dwayne 'The Rock' Johnson als Rampensau einer Spezialeinsatztruppe noch oben drauf. Und wer immer noch traurig darüber ist, dass der von Michelle Rodriguez gespielte Charakter im Vorgänger scheinbar sein Leben lassen musste und außerdem Eva Mendes in der Cast-Liste vermisst, sollte einfach mal beim Abspann sitzen bleiben und nicht gleich aufs Klo rennen. Es lohnt sich. :)
Fast & Furious 5 rockt ganz gewaltig und macht Spaß ohne Ende. Richtig geiles Blockbuster-Kino, ein Guilty Pleasure wie es im Buch steht. Einfach großartig! Ich freu mich schon jetzt auf den für nächstes Jahr angekündigten sechsten Teil, der sich derzeit in der Pre-Production-Phase befindet und bei dem erneut Justin Lin Regie führen wird.

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Justin Lin Vin Diesel Paul Walker Jordana Brewster Dwayne Johnson Eva Mendes 2010er car chase Carsploitation Heist Movie Sequel


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FAST & FURIOUS - NEUES MODELL. ORIGINALTEILE.


FAST & FURIOUS - NEUES MODELL. ORIGINALTEILE. FAST & FURIOUS - NEUES MODELL. ORIGINALTEILE. (Blu-ray: Universal, Deutschland)
(OT: Fast & Furious | USA 2009 | Regie: Justin Lin)

Infos zum Film:
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Dominic Toretto (Vin Diesel) geht seiner Profession, dem Überfallen von Lastzügen, mittlerweile mit seinem Team in der Dominikanischen Republik nach. Als er erfährt, dass seine Partnerin und Geliebte Letty (Michelle Rodriguez) in LA ermordet wurde, kehrt er jedoch in seine Heimatstadt zurück um sich an dem Verantwortlichen, einen mächtigen Drogenlord, auf den es auch der mittlerweile beim FBI arbeitende Brian O’Conner (Paul Walker) abgesehen hat, zu rächen. Um den skrupellosen Gangster zur Strecke zu bringen, beschließen Toretto und O’Conner gemeinsame Sache zu machen...

Bei dem im Original schlicht mit Fast & Furious betitelten Streifen handelt es sich - wer hätte es gedacht - um den mittlerweile 4. Teil der The Fast and the Furious-Reihe. Und in dem ist erstmals wieder die Ur-Besetzung des Auftaktfilms vor der Kamera vereint. Vin Diesel und Paul Walker sind erneut in den männlichen Hauptrollen zu sehen, außerdem gibt es ein kurzes Wiedersehen mit Michelle Rodriguez und Jordana Brewster ist ebenfalls wieder mit von der Partie. Dem positiven Aspekt der Rückkehr der prominenten Besetzung aus Teil 1 steht auf den ersten Blick jedoch der Name des Regisseurs entgegen. Mit Justin Lin durfte sich wieder genau der Mann austoben, der den direkten Vorgänger verbrochen hatte. Die Befürchtung, eine ähnlich planlose Aneinanderreihung spektakulärer Action- und Rennsequenzen zu sehen zu bekommen war durchaus vorhanden, wurde aber glücklicherweise nicht bestätigt. Fast & Furious hat tatsächlich wieder so etwas wie einen echten Plot zu bieten, in den sich die erneut sehenswerten Actionszenen gut einfügen können und die illegale Straßenrennszene steht nicht mehr wirklich im Vordergrund. Qualitativ befindet sich dieser 4. Teil auf dem Level der ersten beiden Filme der Reihe, bietet also kurzweilige Unterhaltung ohne großartigen Anspruch und ist zur belanglosen Berieselung wieder mal ganz vorzüglich geeignet. Und die Gefahr, dass man beim Betrachten des Films plötzlich nervöse Zuckungen oder Panikattacken bekommen könnte, ist hier glücklicherweise nie gegeben. Manchmal ist weniger halt doch eindeutig mehr. Das scheint mittlerweile auch Justin Lin begriffen zu haben.

TRAILER:


Justin Lin Vin Diesel Paul Walker Jordana Brewster Michelle Rodriguez 2000er car chase Los Angeles Sequel Carsploitation Rache


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BLOOD: THE LAST VAMPIRE


BLOOD: THE LAST VAMPIRE BLOOD: THE LAST VAMPIRE (Blu-ray: Pathé, Großbritannien)
(OT: Blood: The Last Vampire | China/Frankreich/Hongkong 2009 | Regie: Chris Nahon)

Infos zum Film:
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Von der Bevölkerung unbemerkt, existiert in Japan bereits seit Jahrhunderten eine geheime Vereinigung, die Dämonen und Vampiren den Kampf angesagt hat. Eine ihrer besten Jägerinnen ist Saya (Jeon Ji-hyeon), die einst als Kind eines Menschen und einer Vampirin zur Welt kam, und deren größtes Ziel es ist, den Tod ihres Vaters zu rächen, für den der mächtige Dämon Onigen (Koyuki) verantwortlich zeichnete. Sayas neueste Mission führt sie kurz vor Ausbruch des Vietnamkrieges in eine Schule einer US-Militärbasis in Japan und mit dieser Mission scheint sie ihrem großen Lebensziel plötzlich ganz nahe zu sein...

Bei Chris Nahons Film handelt es sich um das Remake eines gleichnamigen Animes aus dem Jahr 2000, welches wiederum auf einem Manga beruhte. Es sollte also von vornherein klar sein, dass es sich bei Blood: The Last Vampire um einen komplett überzeichneten Streifen handelt. Regisseur Chris Nahon entführt den Genrefreund in die Welt asiatischer Mythologien und in die Welt von Vampiren, Dämonen und Samurais und kombiniert diese Welten mit einer recht herkömmlichen Rache- bzw. Jagd/Flucht-Geschichte, welche ihren Ausgangspunkt auf einer US-Militärbasis in Japan kurz vor Ausbruch des Vietnamkrieges hat. Die Story ist hier natürlich absolut zweitrangig, die zahlreichen Action- und Kampfsequenzen stehen im Vordergrund und diese sind auch durchaus so spektakulär inszeniert und visuell so ansprechend gefilmt, dass einem das über knapp 90 Minuten schon ziemlichen Spaß machen kann. Dieser Spaß am Gezeigten wird jedoch ein wenig aufgrund des übermäßigen Einsatzes eindeutig verbesserungsfähiger CGI-Effekte geschmälert. Weshalb in solchen Filmen wirklich jeder Blutstropfen aus dem Rechner stammen muss, werde ich persönlich wohl nie verstehen. Was ist nur aus dem Einsatz der guten alten Farbbeutel geworden?

TRAILER:


Chris Nahon 2000er Vampir 60er Jahre


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THE FAST AND THE FURIOUS: TOKYO DRIFT


THE FAST AND THE FURIOUS: TOKYO DRIFT THE FAST AND THE FURIOUS: TOKYO DRIFT (DVD: Universal, Deutschland)
(OT: The Fast and the Furious: Tokyo Drift | Deutschland/USA 2006 | Regie: Justin Lin)


Infos zum Film:
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Der schon mehrfach wegen illegaler Straßenrennen mit dem Gesetz in Konflikt gekommene Teenager Sean (Lucas Black) wird von seiner alleinerziehenden Mutter (Lynda Boyd) zur Streife nach Tokio zu seinem dort lebenden Vater (Brian Goodman) verfrachtet. Aber auch in Tokio gibt es eine illegale Rennszene und es dauert nicht lange, bis Sean diese kennenlernt...

Der dritte Teil der mittlerweile schon 5 Filme umfassenden The Fast and the Furious-Reihe ist der einzige Film, der weder Vin Diesel noch Paul Walker in Hauptrollen zu bieten hat. Auf den allerersten Blick hat der Streifen also weder etwas mit den Vorgängern noch mit den Nachfolgern zu tun. Erst in der wirklich netten Endsequenz folgt der Brückenschlag zu den sonstigen Streifen. Dort wird auch klar, dass die Ereignisse dieses Films sich in der Timeline der kompletten Reihe erst nach Teil 5 abspielen. Davor gibt es Action und Car-Chase-Sequenzen satt. Allerdings auch nichts anderes. The Fast and the Furious: Tokyo Drift ist ein ausgesprochen einfach gehaltener und schlicht dummer Film, in der Konsequenz, wie er seine Einfachheit und Dummheit durchzieht, aber schon fast wieder bewundernswert. Hatten Rob Cohen und insbesondere John Singleton in den beiden Vorgängern zumindest noch versucht, die Schauwerte in einen Hauch von Handlung einzubetten, macht sich Regisseur Justin Lin diese "Mühe" erst gar nicht. Seine Plotelemente sind nicht mehr als Versatzstücke aus dem Baukasten "Drehbuchschreiben für Anfänger". Lin verlässt sich ausschließlich auf seine Actionszenen, seine aufgemotzten Karren und seine hübschen Japanerinnen in hohen Stiefeln und extrem kurzen Röcken. Für mehr ist in The Fast and the Furious: Tokyo Drift einfach kein Platz. Allerdings wirkt diese fast schon planlose Aneinanderreihung von Schauwerten für halbwegs "normale" Zuschauer auf die Dauer ausgesprochen ermüdend. Dem anvisierten Zielpublikum - Teenager mit schwerer ADS-Störung - dürfte das allerdings ziemlich egal sein. Alle anderen Rezipienten können während der Sichtung dieses Streifens ein paar Experimente ausprobieren. Beispielsweise wie lange sie es aushalten, den schnell geschnittenen Actionszenen zu folgen ohne dabei nervöse Zuckungen zu bekommen. Oder wie belastbar die heimische Surroundanlage und insbesondere deren Subwoofer ist. Kein Film für das Kind, sondern viel mehr für das Kleinkind im Manne. Ich hol jetzt meine Matchbox-Autos vom Dachboden und spiel die Stunts aus dem Streifen nach.

TRAILER:


Justin Lin Vin Diesel Sonny Chiba 2000er car chase Sequel Carsploitation


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STONE COLD


STONE COLD STONE COLD (DVD: MGM, USA)
(OT: Stone Cold | USA 1991 | Regie: Craig R. Baxley)

Infos zum Film:
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Der wegen seiner brachialen Ermittlungsmethoden vom Dienst suspendierte Cop Joe Huff (Brian Bosworth) wird vom FBI mit ebenfalls nicht ganz sauberen Methoden davon überzeugt, dass es für seine weitere Karriere das beste ist, wenn er sich dazu bereit erklärt, sich als Undercover-Ermittler in die gemeingefährliche Motorradgang von Chains Cooper (Lance Henriksen) einzuschleusen und dort Beweise zu sammeln, um Cooper und seine Männer für immer aus dem Verkehr zu ziehen...

Mit der Stirb langsam- und der Lethal Weapon-Reihe wurde Ende der 80er Jahre ja eine neue Ära des Action-Films eingeleitet. Regisseur Craig R. Baxley hat davon ganz offensichtlich nichts mitbekommen. Zum Glück muss man sagen. Denn sein Stone Cold - bei dem übrigens Michael Douglas als Co-Produzent mit an Bord war - aus dem Jahr 1991 steht ganz in der Tradition der Action-Klopper vor Stirb langsam und Lethal Weapon und erinnert praktisch über seine komplette Laufzeit an Filme wie Invasion U.S.A., Die City Cobra oder Phantom Kommando. Der Streifen, der dem Publikum schon damals wohl wie ein Relikt aus längst vergangenen Tagen vorgekommen sein dürfte, macht sprichwörtlich keine Gefangenen. Hier geht es von der ersten bis zur letzten Minute rund ohne Ende. Die Geschichte des Undercover-Cops, mit ausgesprochen limitierten schauspielerischen Fähigkeiten dargestellt von Ex-NFL-Profi Brian Bosworth, der in eine Motorrad-Gang eingeschleust wird, bietet extrem viel Platz für ausgiebige Schau- und Unterhaltungswerte. Schlägereien, Schießereien, Verfolgungsjagden und ganz viel nackte Haut - Stone Cold bietet alles im Überfluss und kann mit gutem Gewissen als kleines Highlight des Actiongenres bezeichnet werden. Und Lance Henriksen in der Rolle des fast schon dämonischen Bösewichts ist grandios! This movie rocks!!!

TRAILER:


Craig R. Baxley Lance Henriksen 1990er car chase female nudity Rache





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