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One Night Stands und wahre Liebe


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THE LAST CHASE


THE LAST CHASE THE LAST CHASE (DVD: Code Red, USA)
(OT: The Last Chase | Kanada/USA 1981 | Regie: Martyn Burke)


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In THE LAST CHASE versucht der ehemalige Rennfahrer Franklyn Hart (Lee Majors) gemeinsam mit einem Internatsschüler (Chris Makepeace) im letzten Fahrzeug, welches sich noch im Privateigentum befindet, in einer Fahrt quer durch Amerika in den freien Staat von Kalifornien zu gelangen und soll mit allen Mitteln daran gehindert werden, sein Ziel zu erreichen.
Entstanden zur Zeit der zweiten Ölkrise Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre ist THE LAST CHASE von Regisseur und Co-Autor Martyn Burke in allererster Linie natürlich eine dystopische Zukunftsvision einer Welt, in der der Rohstoff Öl nur noch der Regierung zur Verfügung steht und die Bevölkerung der "privaten" Mobilität vollends beraubt wurde. THE LAST CHASE ist aber auch ein Plädoyer für Freiheit, denn um nichts anderes geht es dem Hauptcharakter dieser Geschichte, die von Burke in einer Mischung aus Drama, Road Movie und Carsploitation erzählt wird. In seinen besten Momenten erinnert THE LAST CHASE dann auch ein kleines bisschen an eine post-apokalyptische Version des grandiosen VANISHING POINT.
Doch leider sind echte Highlights in Burkes Film ziemliche Mangelware und das ist für den Unterhaltungswert eines B-Movies, welches ja gerade von seinen Schauwerten zu leben hat, natürlich pures Gift. Die Handlung plätschert über die komplette Laufzeit nur so vor sich hin und dem ganzen Film fehlt es einfach an Dynamik und Rasanz. Die Tatsache, dass keinerlei Autos mehr existieren und Franklyn Hart in seinem Rennen mit dem Ziel Kalifornien so keine Gegner auf der Straße hat, sondern stattdessen von einem alten Kampfjet gestoppt werden soll, raubt THE LAST CHASE zusätzlich die Spannung und lässt den ganzen Verlauf der Flucht in die Freiheit doch ziemlich unglaubwürdig erscheinen. So bleibt am Ende lediglich eine interessante Idee übrig, die leider in einer absolut mittelmäßigen Genreproduktion verwurstet wurde.

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Martyn Burke Lee Majors 1980er car chase Dystopie Carsploitation Nahe Zukunft Crown International Pictures


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PROJECT X (Extended Cut)


PROJECT X (Extended Cut) :love: PROJECT X (Extended Cut) :love: (Blu-ray: Warner, Deutschland)
(OT: Project X | USA 2012 | Regie: Nima Nourizadeh)


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Von THE HANGOVER-Regisseur Todd Phillips produziert, ist PROJECT X vielleicht tatsächlich eine der besten Komödien die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Ich habe zeitweise fast Tränen gelacht.
Praktisch komplett mit Handkamera im "Found Footage"-Stil gedreht (auch wenn dieser Stil nicht konsequent umgesetzt wird, da es insbesondere während des Verlaufs der Fete doch immer wieder Einstellungen zu sehen gibt, die zwar mit Handkamera gedreht sind, aber definitiv nicht zum "Found Footage"-Stil passen) und von der größten Haupt- bis zur kleinsten Nebenrolle ausschließlich mit unbekannten Gesichtern besetzt, ist man als Zuschauer in PROJECT X mittendrin statt nur dabei und wird Zeuge, wie eine als "normale" Geburtstagsparty geplante Fete langsam aber sicher vollkommen außer Kontrolle gerät. PROJECT X konfrontiert den Betrachter mit einer ganzen Armada von Unglaublichkeiten, steigert sich praktisch von Minute zu Minute mehr und mündet in einem schier unfassbaren Finale. Die größte Stärke des Films ist dabei die Tatsache, dass der Verlauf des Plots bzw. der Party - trotz aller Unglaublichkeiten - immer plausibel und glaubwürdig erscheint und aufgrund des halbdokumentarischen Stils, in dem PROJECT X gedreht ist, vollkommen selbstverständlich wirkt.
PROJECT X läuft vor denkwürdigen Szenen fast über und ist für mich persönlich die (Komödien-)Entdeckung des Jahres. Nur zwei meiner persönlichen Highlights des Films (ohne zu viel verraten zu wollen): der Hund in der Hüpfburg und der Kleinwüchsige im Ofen.
Fucking awesome!

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Nima Nourizadeh 2010er female nudity Teensploitation


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DIE SCHLÜMPFE


DIE SCHLÜMPFE DIE SCHLÜMPFE (Blu-ray: Sony, Deutschland)
(OT: The Smurfs | USA 2011 | Regie: Raja Gosnell)


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35 Jahre nach ihrem ersten Leinwandabenteuer und 30 Jahre nach dem Start der Serie bekommen die Schlümpfe ihren zweiten Kinofilm spendiert in dem sie sich nicht nur wagemutig durch New York kämpfen, sondern auch noch das Leben von Hauptdarsteller Neil Patrick Harris gehörig auf den Kopf stellen.
THE SMURFS von Regisseur Raja Gosnell bietet kindgerechte Unterhaltung, die bei der anvisierten Zielgruppe definitiv für große Augen sorgen dürfte. In dem ziemlich rasant inszenierten Film ist eigentlich immer was geboten - über die für einen Kinderfilm fast schon episch zu nennende Laufzeit von gut 100 Minuten schleichen sich praktisch keine Längen ein -, die Gags dürften für die anvisierte Zielgruppe richtig gut funktionieren und lassen ab und an auch das erwachsene Publikum ein bisschen schmunzeln. Anders als bei einer Vielzahl der Animationsfilme aus den letzten Jahren, die eigentlich immer auch eine erwachsene Zielgruppe ansprechen, gibt es bei THE SMURFS jedoch nicht sonderlich viel für ein erwachsenes Publikum zu entdecken. Ein paar Filmzitate (beispielsweise eine nette Hommage an Wilders THE SEVEN YEAR ITCH) und Neil Patrick Harris, den man sich eigentlich immer anschauen kann. Das war es dann auch schon. Hätte mir da schon ein bisschen mehr erhofft. Allerdings relativiert sich diese Erwartungshaltung nach einem kurzen Blick auf die Filmographie des Regisseurs. Schaut man sich nämlich die bisherigen Regie-Credits von Gosnell mit Filmen wie HOME ALONE 3, BIG MOMMA’S HOUSE oder BEVERLY HILLS CHIHUAHUA an, dürfte einem sehr schnell klar sein, dass THE SMURFS nicht viel mehr als kindgerechte Unterhaltung bieten kann.

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Raja Gosnell 2010er New York Remake


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THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE


THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE (DVD: MGM/Sony, USA)
(OT: The Little Girl Who Lives Down the Lane | Frankreich/Kanada 1976 | Regie: Nicolas Gessner)


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Faszinierende Mischung aus Drama, Liebesgeschichte, Horrorthriller und Psychogramm über ein junges Mädchen, welches - zumindest angeblich - allein mit ihrem Vater in einem großen Haus außerhalb einer Kleinstadt lebt und aufgrund der Tatsache, dass noch kein Mensch je ihren Vater zu Gesicht bekam, das Misstrauen der Bevölkerung der kleinen Stadt - in Gestalt ihrer neugierigen Vermieterin und deren schmierigen Sohnes - auf sich zieht und drastische Schritte unternimmt, um ihre Privatsphäre zu schützen.
Regisseur Nicolas Gessner vermischt gekonnt verschiedene Genreelemente zu einem großen Ganzen, verbindet schwarzen Humor mit einfühlsamen Sequenzen und überrascht im nächsten Augenblick wieder mit unheimlicher Gruselatmosphäre. Dass THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE so gut funktioniert liegt natürlich in erster Linie an Gessners wirklich großartig agierender Hauptdarstellerin - der zum Zeitpunkt des Filmdrehs gerade mal 13 Jahre alten Jodie Foster (die zuvor schon in Scorseses TAXI DRIVER brillierte und eine Oscar-Nominierung für ihre Leistung an der Seite von Robert De Niro einheimste) -, der es mit einer unfassbaren Leichtigkeit gelingt, praktisch den ganzen Film alleine zu tragen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Film gesehen zu haben, der von einer noch so jungen Schauspielerin dermaßen geprägt wurde. Ein weiterer Pluspunkt in dem fast schon kammerspielartig inszenierten Streifen ist Martin Sheen, der einen herrlich fiesen und schmierigen Bösewicht abgibt und der in jeder seiner Szenen eine fast schon Gänsehaut verursachende Bedrohung ausstrahlt. Ja, THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE ist schon ziemlich beeindruckend.

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Nicolas Gessner Jodie Foster Martin Sheen 1970er female nudity American International Canuxploitation


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MAX PAYNE (Director's Cut)


MAX PAYNE (Director's Cut) MAX PAYNE (Director's Cut) (Blu-ray: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Max Payne | Kanada/USA 2008 | Regie: John Moore)


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Durchaus brauchbare Videospielverfilmung von Regisseur John Moore, die zunächst zwar daran krankt etwas planlos und konfus zu wirken, zum richtigen Zeitpunkt aber doch noch die Kurve kriegt und bis zum spektakulären Finale dann auch bestens unterhalten kann. Wobei ich, da ich das Spiel nicht kenne, natürlich nicht wirklich gut einschätzen kann, ob die Vorlage adäquat umgesetzt wurde. Das sollen die Zocker selbst beurteilen.
Mir hat an MAX PAYNE vor allem die Atmosphäre und Stimmung gefallen, die John Moore langsam entwickelt und mit der er es hinbekommt, seine doch recht herkömmliche Rachegeschichte interessant und kurzweilig an den Mann zu bringen. Ja, diese Mischung aus Videoclip-Optik und Film-Noir-Ästhetik mit ihrem ständigen Hang zu Melancholie und Mystery hatte schon was. Auch die Actionszenen, anfangs noch sehr verhalten inszeniert, zum Ende hin immer intensiver werdend, konnten mich absolut überzeugen. Da waren schon ein paar wirklich grandiose Shoot-Out-Sequenzen dabei und Hauptdarsteller Mark Wahlberg konnte so einige Male unter Beweis stellen, dass er sich in diesem Genre pudelwohl zu fühlen scheint. Die weitere Besetzung des Films konnte sich mit Schauspieler/innen wie Mila Kunis, Beau Bridges, Donal Logue, Ludacris und Chris O'Donnell außerdem absolut sehen lassen und da ich persönlich mit keiner großartigen Erwartungshaltung an MAX PAYNE herangetreten bin, hat mich Moores Streifen durchaus positiv überraschen können.

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John Moore Mark Wahlberg Mila Kunis 2000er New York Rache female nudity


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CHUNGKING EXPRESS


CHUNGKING EXPRESS CHUNGKING EXPRESS (DVD: Kinowelt/Arthaus, Deutschland)
(OT: Chung Hing sam lam | Hongkong 1994 | Regie: Wong Kar-Wai)


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Zwei Geschichten über zwei Polizisten, die jeweils von ihrer Partnerin verlassen wurden und nun ihren Liebeskummer verarbeiten müssen.
Konnte mich die erste, kürzere Episode noch nicht so wirklich fesseln, hat mich Episode Nr. 2 - der glücklicherweise der Großteil der Laufzeit eingeräumt wird - regelrecht weggeblasen. Ich habe selten einen Film erlebt, der dem Zuschauer eine so perfekte Mischung aus purer Melancholie und herzerfrischender Lebensfreude präsentiert wie in diesen letzten 70 Minuten von CHUNG HING SAM LAM. Regisseur Wong Kar-Wai ist dank Handkameraeinsatz hautnah an seinen Protagonisten dran, nimmt den Zuschauer durch Verwendung schneller Schnitte und dem Einsatz betörend schöner Farbpaletten regelrecht in Gefangenschaft und katapultiert ihn mitten hinein in das pulsierende Hongkong und in die Wohnung von Cop 663, die von der einfach nur zauberhaften Faye immer wieder in kleinen Nuancen verändert wird und die dem todtraurigen Polizisten so wieder einen Hauch an Hoffnung und Lebensfreude zurückgibt. Tony Leung Chiu-Wai als Polizist und Faye Wong als Faye spielen ihre Rollen einfach nur grandios und man möchte gar nicht mehr raus aus ihrer kleinen Welt inmitten der hektischen Großstadt. CHUNG HING SAM LAM ist richtig, richtig toll. Kino zum Wohlfühlen, das sich für immer im Gedächtnis einbrennen wird. Allein schon wegen der Tatsache, dass ich wohl nie mehr in meinem Leben "California Dreamin'" von The Mamas and the Papas hören kann, ohne vor meinem geistigen Auge die bezaubernde Faye Wong durch den Imbiss tanzen zu sehen.

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Wong Kar-Wai Tony Leung Chiu-Wai 1990er Hongkong


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SHANGHAI BABY


SHANGHAI BABY SHANGHAI BABY (DVD: Delta Pictures, Italien)
(OT: Shanghai Baby | Deutschland 2007 | Regie: Berengar Pfahl)


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Etwas arg krude Mischung aus Drama und Love Story, in der eine junge Schriftstellerin versucht, ihren ersten Roman zu schreiben und während ihrer Recherche hierzu in ein fast schon zerstörerisches Beziehungsgeflecht gerät.
SHANGHAI BABY basiert auf dem gleichnamigen "Skandal"-Roman der chinesischen Schriftstellerin Zhou Wei Hui (das Buch wurde in China kurz nach seiner Veröffentlichung im Jahr 1999 verboten und öffentlich verbrannt, eine Tatsache, die nun nicht wirklich viel über die Skandalträchtigkeit des Stoffes auszusagen vermag) und ich will - getreu dem Motto "Im Zweifel für den Angeklagten" - einfach mal hoffen, dass es an der mir nicht bekannten Vorlage liegt, dass Pfahls Film ziemlich planlos wirkt. Der ganzen Story fehlt es in meinen Augen einfach an Substanz, die Charaktere bleiben dem Zuschauer über die komplette Laufzeit fremd und so tut SHANGHAI BABY vor allem eines: über die komplette Laufzeit - unter Präsentation des einen oder anderen Schauwertes - gemütlich vor sich hinplätschern. Die seltsame Mischung aus exotischer Kulisse, steriler TV-Optik und extrem unterkühlter Atmosphäre leistet ihr Übriges, den Zuschauer stets schön auf Distanz zu halten. Wenn das die Intention von Regisseur Berengar Pfahl gewesen sein sollte, dann hat er diese tatsächlich mit Bravour umgesetzt.
Sehenswert ist SHANGHAI BABY eigentlich nur wegen der verführerischen Bai Ling, die mit der Rolle der Coco mal eine echte Hauptrolle abbekommen hat - auch wenn dies fast unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit passiert ist; ein echter Kinostart wurde der deutschen Produktion nur in Italien spendiert, ansonsten erblickte SHANGHAI BABY lediglich beim Filmfestival in Cannes und beim Asia Filmfest in München das Licht der Leinwände und wurde meines Wissens bisher ausschließlich in Italien auf DVD veröffentlicht - und die es mit ihrer ganz eigenen, nämlich wilden und auch irgendwie exzentrischen Art tatsächlich schafft, eine gewisse Anziehungskraft auszuüben, der man sich nur schwer entziehen kann.

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Berengar Pfahl Bai Ling 2000er female nudity Berlin


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SKYFALL


SKYFALL SKYFALL (Blu-ray: MGM/20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Skyfall | Großbritannien/USA 2012 | Regie: Sam Mendes)


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Mit CASINO ROYALE und Daniel Craig als neuen Bond-Darsteller zogen die Macher im Jahr 2006 die Notbremse und verhalfen dem Franchise zu einem sicher streitbaren, aber auch dringend notwendigem Reboot. Doch die Ernüchterung folgte 2 Jahre später mit QUANTUM OF SOLACE, einem ganz vorzüglichen Actionfilm, der allerdings nicht mehr wirklich als Bond-Film zu identifizieren war. In QUANTUM OF SOLACE hätte der Hauptcharakter auch Jason Bourne heißen können und keinen Menschen hätte es gewundert.
Nun also SKYFALL, der dritte Auftritt von Daniel Craig in der Rolle des britischen Agenten, und mit dem unmittelbaren Vorgänger im Hinterkopf hatte ich doch meine Bedenken, ob die Reihe noch mal die Kurve kriegen kann. Diese Bedenken stellten sich zum Glück als weitestgehend unbegründet heraus. Zwar gibt es auch in SKYFALL Licht und Schatten, die positiven Seiten überwiegen aber ganz klar. Eigentlich gibt es für mich persönlich nur zwei Gründe zur Kritik: zum einen Javier Bardem als Bösewicht, der mich in dieser Rolle überhaupt nicht überzeugen konnte (die Figur war viel zu überzeichnet angelegt und Bardems ständiges Overacting hat überhaupt nicht zum ansonsten recht ernsten Tonfall des Films gepasst) und zum anderen die praktisch völlige Abwesenheit eines klassischen Bondgirls (weder Naomie Harris als Eve noch Bérénice Marlohe als Severine können diese Rolle ausfüllen; und ein Bond-Film ohne echtes Bond-Girl geht eigentlich gar nicht). Auf der Haben-Seite stehen dafür eine unfassbar gute Pre-Credits-Sequenz, die nicht mehr und nicht weniger als "Bond pur" ist und bei deren Sichtung man sofort weiß, dass man in den nächsten 2 Stunden einen Bond-Film zu sehen bekommt. Und auch die Tatsache, dass mit Ben Whishaw ein neuer Q installiert wurde und auch das eine oder andere kleinere Gadget seinen Weg in den Film gefunden hat, hat mich positiv überrascht. Der Plot von SKYFALL ist zudem ausgesprochen spannend geraten und Regisseur Sam Mendes hat seine vereinzelten Action-Set-Pieces richtig gut platziert. Großartig die Sequenz während der Anhörung von M, toll die Verfolgungsjagd durch die U-Bahn-Stationen und einfach nur spektakulär das explosive Finale. Weitere Pluspunkte: das typische Bond-Flair und diese gewisse Leichtigkeit in der Inszenierung, die auch in CASINO ROYALE trotz aller Ernsthaftigkeit noch vorhanden waren und die QUANTUM OF SOLACE vollkommen vermissen hat lassen, kehren in SKYFALL langsam aber sicher zurück. Die zum 50-jährigen Jubiläum der Reihe eingefügten Referenzen an diverse frühere Bond-Abenteuer (u.a. gibt es ein Wiedersehen mit dem Aston Martin aus GOLDFINGER) fand ich absolut gelungen, Adeles Titelsong ist einer der besten Bondsongs aller Zeiten und diese letzte Minute vor dem Abspann schürt unglaubliche Vorfreude auf das, was da in Zukunft noch so kommen mag. Ja, ich bin schon ziemlich begeistert von SKYFALL.

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Sam Mendes Daniel Craig Javier Bardem Ralph Fiennes 2010er Oscar Winner Oscar Nominee car chase London Sequel Rache


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SCUOLA GUIDA


SCUOLA GUIDA SCUOLA GUIDA (DVD: Koch Media, Italien)
(OT: Moving Violations | USA 1985 | Regie: Neal Israel)


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MOVING VIOLATIONS ist nicht mehr und nicht weniger als purer Eskapismus aus den 80er Jahren. Neal Israels Komödie schwimmt ganz eindeutig im Fahrwasser von POLICE ACADEMY und präsentiert eine Horde von Verkehrssündern, die bei fiesen Ausbildern versuchen müssen, ihre Führerscheine und Fahrzeuge wieder zu erlangen. Die Parallelen zu POLICE ACADEMY sind wirklich überdeutlich und nicht von der Hand zu weisen. Und auch wenig verwunderlich, wenn man einen Blick auf die Credits wirft. Regisseur und Drehbuchautor Neal Israel war ein Jahr vor diesem Film nämlich nicht nur für Regie und Drehbuch des grandiosen BACHELOR PARTY verantwortlich, sondern verfasste auch das Skript zum Auftakt der Reihe um die chaotischen Polizisten. Die Gagdichte in MOVING VIOLATIONS ist zwar nicht ganz so hoch wie im Auftaktfilm der POLICE ACADEMY-Reihe, kann sich aber immer noch sehen lassen und bietet vor allem einige grandiose Slapsticksequenzen, bei denen man auch heute noch Gefahr läuft, vor lauter Lachen von der heimischen Couch zu kugeln. Insbesondere die Szenen mit der fast blinden älteren Dame sind einfach nur zum Schreien komisch. Ansonsten ist das hier natürlich alles andere als anspruchsvolle Unterhaltung und ausschließlich dazu geeignet, für gut 90 Minuten in eine infantile Welt diverser Albernheiten abzutauchen und einfach mal den Alltagsstress hinter sich zu lassen.

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Neal Israel 1980er car chase Los Angeles


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FRANKENWEENIE


FRANKENWEENIE FRANKENWEENIE (Blu-ray: Disney, Großbritannien)
(OT: Frankenweenie | USA 2012 | Regie: Tim Burton)

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Regisseur Tim Burton beackert erneut sein Lieblingsthema und recycled sich dabei selbst. FRANKENWEENIE ist ein auf Spielfilmlänge gestrecktes Remake seines eigenen Realkurzfilms aus dem Jahr 1984 und so etwas wie die PET SEMATARY-Variante der klassischen FRANKENSTEIN-Geschichte. Burtons Handschrift ist in dem im Stop-Motion-Verfahren gedrehten Puppen-Animationsfilm dabei zu jeder Sekunde zu erkennen. Das fängt beim Design der Puppen an, geht weiter über die Art und Weise wie Burton seine ebenso skurrile wie komische und auch zu Herzen gehende Geschichte erzählt (nämlich mit viel schwarzem Humor und einer dichten Atmosphäre) und endet letztendlich bei den Referenzen an Burtons Vorbilder, die praktisch in jedem seiner Filme untergebracht sind. FRANKENWEENIE erweist sich einmal mehr als eindeutige Liebeserklärung an die klassischen Filmmonster der Universal- und Hammer-Studios sowie an die Monster-B-Movies der 50er und 60er Jahre aus den Staaten und aus Japan (insbesondere die GODZILLA-Referenz ist nicht zu übersehen). Nachdem ich bei Burtons letzten Filmen immer das Gefühl hatte, es würde einfach dieses gewisse Etwas fehlen, das Burton früher immer ausgezeichnet hatte, scheint er nun mit dem komplett in schwarz/weiß gedrehten FRANKENWEENIE - ein Stilmittel, das wirklich perfekt zu diesem Film passt - langsam aber sicher wieder zu alter Stärke zurückfinden. Toll!

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Tim Burton Winona Ryder 2010er Oscar Nominee Remake


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COLOMBIANA


COLOMBIANA COLOMBIANA (Blu-ray: Universum, Deutschland)
(OT: Colombiana | Frankreich 2011 | Regie: Olivier Megaton)

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Hauptdarstellerin Zoe Saldana hat ja bereits in dem ausgesprochen unterhaltsamen THE LOSERS bewiesen, dass sie auch in Actionrollen eine verdammt gute Figur macht und diesen positiven Eindruck aus Whites Film aus dem Jahr 2010 kann sie auch in COLOMBIANA von Regisseur Olivier Megaton bestätigen.
Megaton erzählt mit COLOMBIANA eine klassische Rachegeschichte und setzt dabei vor allem auf die Spannungskarte. Der typische Action-Overkill neuerer Genreproduktionen bleibt aus und wer auf einen weiteren Krawall-Film gehofft hat, dürfte mit COLOMBIANA wahrscheinlich nicht sonderlich viel anfangen können. Denn Megaton lässt sich für einen Actionthriller erstaunlich viel Zeit um seine Geschichte und seine Charaktere einzuführen, baut seine Spannung langsam aber stetig auf, setzt gezielt einzelne Action- und Suspense-Höhepunkte und steuert so absolut zielgerichtet auf sein spektakuläres Finale zu. Hauptdarstellerin Zoe Saldana ist in der Rolle des ebenso eiskalten wie zerbrechlichen Racheengels großartig und schafft es durch ihr eindringliches Spiel mit Leichtigkeit, den Zuschauer für sich zu gewinnen. Selten hat man in einem Actionfilm der jüngeren Vergangenheit so mit der Hauptfigur mitfiebern können wie in diesem hier. Und dann stellt COLOMBIANA auch noch eindrucksvoll folgendes unter Beweis: Es ist durchaus möglich, schnelle Schnitte in Actionsequenzen so einzusetzen, dass die jeweilige Szene die notwendige Dynamik erhält ohne dass dadurch die Übersichtlichkeit komplett verloren geht und der Zuschauer plötzlich nicht mehr weiß, wo oben und unten ist und mit aufkommenden Schwindelgefühlen zu kämpfen hat.

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Olivier Megaton Zoe Saldana 2010er Rache female nudity


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KUFFS


KUFFS KUFFS (DVD: Universal, USA)
(OT: Kuffs | USA 1991 | Regie: Bruce A. Evans)

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Regisseur und Drehbuchautor Bruce A. Evans präsentiert mit KUFFS - dem ersten von bis heute gerade mal 2 Filmen, die Evans selbst inszeniert hat - eine nette Mischung aus Action, Krimi und Komödie, die von Stimmung und Atmosphäre an die BEVERLY HILLS COP- und LETHAL WEAPON-Reihen erinnert. KUFFS kann man nun sicher nicht als Genrehighlight bezeichnen, aber Evans überrascht seine Zuschauer mit einigen so nicht zu erwartenden Elementen und für einen Film dieser Art ungewöhnlichen Stilmitteln. So durchbricht Evans ständig die "Vierte Wand" und lässt seine titelgebende Hauptfigur immer wieder direkt zum Zuschauer sprechen. Die in weiten Teilen gelungenen Gags tragen oft fast schon slapstickartige Züge und die dazu im krassen Widerspruch stehende Action ist teils ausgesprochen hart und für einen Film, der in den USA eine PG-13-Freigabe erhalten hat, extrem blutig ausgefallen (in Deutschland wurde KUFFS damals für eine FSK 12 um knapp 5 Minuten gekürzt). Und auch die Besetzung von KUFFS kann sich sehen lassen. Mit Christian Slater stand damals einer der aufstrebendsten Jungstars der späten 80er und frühen 90er Jahre für die Hauptrolle zur Verfügung (ich finde es immer noch jammerschade, dass Slaters Karriere Ende der 90er irgendwo im Sand verlaufen ist und von Uwe Boll mit ALONE IN THE DARK endgültig begraben wurde), als Love Interest fungierte die damals noch ziemlich am Anfang ihrer Karriere stehende Milla Jovovich und in weiteren Rollen gaben sich bekannte Gesichter wie Leon Rippy, Bruce Boxleitner, Don A. Davis, Mary Ellen Trainor und Ashley Judd die Ehre. Runde Sache.

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Bruce A. Evans Christian Slater Milla Jovovich 1990er San Francisco


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THE EXPENDABLES 2


THE EXPENDABLES 2 THE EXPENDABLES 2 (Blu-ray: Splendid, Deutschland)
(OT: The Expendables 2 | USA 2012 | Regie: Simon West)

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Ganz nüchtern betrachtet ist THE EXPENDABLES 2 ein leicht über dem Durchschnitt liegender, unterhaltsamer, aktueller Actionfilm, der auf den ersten Blick vor allem mit seiner grandiosen Besetzung punkten kann, mich persönlich allerdings bei Weitem nicht so gut unterhalten konnte wie andere aktuelle Actionfilme der jüngeren Vergangenheit. Insbesondere gegen Kracher wie BATTLESHIP oder G.I. JOE: THE RISE OF COBRA geht THE EXPENDABLES 2 eindeutig als zweiter Sieger hervor.
Aber so wirklich nüchtern betrachten kann ich THE EXPENDABLES 2 einfach nicht. Denn Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis, Dolph Lundgren, Jean-Claude Van Damme und Chuck Norris gemeinsam in einem Film zu sehen - vor gut 20 Jahren wäre das wohl die Erfüllung feuchter Träume eines jeden Action-Aficionades gewesen. Heute dürfte es eher einem Albtraum für jeden Actionfan gleichkommen, der mit dem kompromisslosen und sicher streitbaren Actionkino der 80er Jahre aufgewachsen ist und Filme wie COMMANDO, COBRA oder INVASION U.S.A. in sein Herz geschlossen hat. Denn auch dieser zweite Versuch von Stallone, den Fans einen Film zu schenken, der als Liebeserklärung und Hommage an die Actionkracher der 80er Jahre funktionieren kann, scheitert auf ganzer Linie. War im von Stallone selbst inszenierten Vorgänger aus dem Jahr 2010 insbesondere die katastrophale Inszenierung der Actionszenen (viel zu schnelle und hektische Schnitte, miese CGI-Effekte, chaotische und planlose Inszenierung des Raums) für das Scheitern verantwortlich, ist es nun der vollkommen deplatziert wirkende Humor und die mit dem Holzhammer vorgetragene Selbstironie, die THE EXPENDABLES 2 zur echten Enttäuschung werden lässt. Nein, es ist nicht lustig, wenn Chuck Norris einen Chuck-Norris-Witz erzählt und nein, es ist nicht selbstironisch, wenn sich Willis, Stallone und Schwarzenegger plumpe Oneliner der Marke "I’ll be back" um die Ohren hauen, so dass auch noch der letzte Depp im Publikum die offensichtliche Referenz bemerken kann. Auch wenn die Actionsequenzen im Vergleich zum Vorgänger richtig gut gelungen sind und die nötige Härte aufweisen, die man sich von einem solchen Film erwarten kann und auch wenn es natürlich schon irgendwo geil ist, Stallone, Schwarzenegger, Willis und Norris gemeinsam in einem Film zu sehen, es überwiegt am Ende doch die große Enttäuschung, erneut Zeuge einer vergebenen Chance geworden zu sein. Und es tut als Fan der sichtlich gealterten Helden von damals schon fast ein bisschen weh, wenn man sich mit ansehen muss, wie sie sich hier zum Affen machen. Einziger Sieger innerhalb des Ensembles ist Jean-Claude Van Damme, der einen wunderbar diabolischen Bösewicht gibt und der sich als solcher eben nicht zum Deppen machen muss. Und die größten Sieger von THE EXPENDABLES 2 sind all die Actionstars aus den 80ern/90ern, die in diesem Film nicht mitspielen konnten/durften/wollten und die somit ihre von vielen Fans geliebte Filmographie von damals nicht mit Füßen treten mussten. Leuten wie Michael Dudikoff, Wesley Snipes, Carl Weathers und sogar Steven Seagal kann man nur dazu gratulieren, kein Teil dieses Films gewesen zu sein. Reicht ja auch, wenn sich ein paar von ihnen dann noch im unausweichlichen dritten Teil zum Affen machen.

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Simon West Sylvester Stallone Jason Statham Arnold Schwarzenegger Bruce Willis Dolph Lundgren Jean-Claude Van Damme Chuck Norris Jet Li Charisma Carpenter 2010er Rache


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STATE OF MIND


STATE OF MIND STATE OF MIND (DVD: e-m-s, Deutschland)
(OT: The United States of Leland | USA 2003 | Regie: Matthew Ryan Hoge)

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THE UNITED STATES OF LELAND ist ein Drama über einen Teenager, der scheinbar ohne Motiv einen behinderten Jungen ermordet hat, nun in einer Haftanstalt für jugendliche Straftäter einsitzt und dort langsam aber sicher eine Bindung zu seinem Lehrer aufbaut, der - nicht ganz ohne Hintergedanken - in zahlreichen 4-Augen-Gesprächen versucht, hinter die Beweggründe für die Tat zu kommen.
Regisseur und Drehbuchautor Matthew Ryan Hoge erzählt seine Geschichte auf eine wirklich extrem ruhige Art und Weise. In langen Dialogsequenzen, zahlreichen Monologen aus dem Off und jeder Menge Rückblenden erhält der Zuschauer Einblick in das Innenleben des jugendlichen Mörders, den Hauptdarsteller Ryan Gosling absolut überzeugend darstellt. Die von Hoge gewählte Art der Inszenierung ist für meinen Geschmack allerdings fast schon etwas zu ruhig ausgefallen. THE UNITED STATES OF LELAND plätschert über weite Strecken einfach so vor sich hin und läuft immer wieder Gefahr, das Interesse des Zuschauers zu verlieren. Am Ende des Tages sind es Ryan Gosling und seine ausgesprochen prominenten und durch die Bank glaubwürdig agierenden Co-Stars (u.a. Don Cheadle, Lena Olin, Kevin Spacey, Michelle Williams, Jena Malone, Chris Klein) sowie dieses einfach nur Gänsehaut verursachende Finale, die den Unterschied ausmachen, THE UNITED STATES OF LELAND vor der Mittelmäßigkeit retten und aus Hoges Drama doch noch in einen guten und sehenswerten Film verwandeln.

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Matthew Ryan Hoge Ryan Gosling Kevin Spacey Lena Olin 2000er Rache


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HANNIBAL


HANNIBAL HANNIBAL (Blu-ray: Universum/Tobis, Deutschland)
(OT: Hannibal | Großbritannien/USA 2001 | Regie: Ridley Scott)

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10 Jahre nach dem riesigen Erfolg von THE SILENCE OF THE LAMBS kam mit HANNIBAL die Fortsetzung und Verfilmung des dritten Lecter-Romans von Thomas Harris in die Kinos. An Julianne Moore in der Rolle der Clarice Starling muss man sich als Zuschauer bei der Sichtung des Films ebenso gewöhnen wie an die Tatsache, dass HANNIBAL kein Thriller im herkömmlichen Sinne geworden ist. Regisseur Ridley Scott hat da eher eine Mischung aus Drama, Thriller und rabenschwarzer Komödie gedreht, die zwar mit einigen extrem deftigen Gewaltausbrüchen aufwarten kann, die ansonsten allerdings wenig spannend geraten ist. Ja, HANNIBAL läuft während der doch recht üppigen Laufzeit von über 130 Minuten ein ums andere Mal Gefahr, langweilig zu werden, und es ist vor allem Anthony Hopkins, der - mit einer erneut einfach nur denkwürdigen Darstellung des charismatischen Kannibalen - diesen Film trägt. Auf der Habenseite des Films tummeln sich außerdem das einfach nur als "creepy" zu bezeichnende Make-Up von Gary Oldman, den man als Mason Verger so extrem verunstaltet hat, dass man - außer in einer kurzen Rückblende - keine Chance hat, ihn überhaupt zu erkennen, sowie diese durch Scotts extrem ruhige Inszenierung hervorgerufene Atmosphäre eines steten Unbehagens, die bestens geeignet ist, dem Zuschauer den einen oder anderen kalten Schauer über den Rücken zu jagen. Und dann natürlich dieses denkwürdige Finale, in dem Ray Liotta einen Teil seines eigenen Gehirns verspeisen darf und in dem HANNIBAL endgültig wieder da angelangt ist, wo THE SILENCE OF THE LAMBS ursprünglich herkam: in den Tiefen des mit Schauwerten um sich werfenden Exploitationfilms.

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Ridley Scott Anthony Hopkins Gary Oldman Julianne Moore Ray Liotta 2000er Sequel Rache


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TÖDLICHE VERSPRECHEN - EASTERN PROMISES


TÖDLICHE VERSPRECHEN - EASTERN PROMISES TÖDLICHE VERSPRECHEN - EASTERN PROMISES (DVD: Universum/Tobis, Deutschland)
(OT: Eastern Promises | Großbritannien/Kanada/USA 2007 | Regie: David Cronenberg)

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Mit EASTERN PROMISES habe ich mir seit längerer Zeit mal wieder einen Film von Regisseur David Cronenberg angeschaut, einem einstigen "Enfant terrible" der Regiegilde, der sich jedoch spätestens mit seiner grandiosen Gewaltstudie A HISTORY OF VIOLENCE auch einem Mainstreampublikum zugewandt hat und mit EASTERN PROMISES nun tatsächlich im Mainstream angekommen zu sein scheint.
Was vom "alten" Cronenberg-Kino übrig geblieben ist, ist die schonungslose Inszenierung von Sex und Gewalt, insbesondere diese verdammte Saunaszene, in der Hauptdarsteller Viggo Mortensen schon fast mehr bietet als nur vollen Körpereinsatz, ist in ihrer Intensität absolut typisch für die Filme von David Cronenberg. Ansonsten erzählt EASTERN PROMISES eine fast schon genretypische Gangstergeschichte, eine Story über die russische Mafia, ihre Verknüpfungen und die Gefahren, in die man sich begibt, wenn man sich mit ihr anlegt. Vielleicht sind manche Charaktere etwas zu klischeehaft gezeichnet (Naomi Watts als etwas zu naive Krankenschwester, Armin Mueller-Stahl als etwas zu diabolischer Gangsterboss, Vincent Cassel als etwas zu theatralisch wirkender Psychopath), aber das ist in meinen Augen nur eine kleine Schwäche in einem ansonsten über praktisch jeden Zweifel erhabenen Film. Der Verlauf der Geschichte von EASTERN PROMISES wirkt immer glaubwürdig und nachvollziehbar, die Story bleibt über die komplette Laufzeit spannend und interessant und die ganze Stimmung und Atmosphäre des Films ist von genau der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit geprägt, die einen wesentlichen Bestandteil des Plots darstellt. Die vereinzelten Gewaltexzesse hinterlassen innerhalb der eher ruhigen und verhaltenen Inszenierung - insbesondere durch ihre hyperrealistische Darstellung - einen extrem schmerzhaften Eindruck und Viggo Mortensen spielt sich in der Rolle als Fahrer regelrecht die Seele aus dem Leib. Beeindruckend!

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David Cronenberg Viggo Mortensen Naomi Watts 2000er Oscar Nominee female nudity Rache


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THE STRAIGHT STORY


THE STRAIGHT STORY THE STRAIGHT STORY (DVD: Disney/Buena Vista, USA)
(OT: The Straight Story | Frankreich/Großbritannien/USA 1999 | Regie: David Lynch)

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THE STRAIGHT STORY erzählt die wahre Geschichte von Alvin Straight, der im Jahr 1994 im Alter von 73 Jahren auf einem Rasenmäher knapp 400 km von Iowa nach Wisconsin zurücklegte, um seinen älteren Bruder zu besuchen, der einen Schlaganfall erlitten hatte.
Regisseur David Lynch, dessen außergewöhnlichster - weil eingängister, geradlinigster und positivster - Film dies sein dürfte, erzählt diese Geschichte auf eine Art und Weise, der man sich einfach nicht entziehen kann und die dafür sorgt, dass man während der knapp 2-stündigen Laufzeit immer wieder eine Gänsehaut bekommt. THE STRAIGHT STORY ist ein wirklich ausgesprochen schöner und lebensbejahender Film geworden. Eingefangen in einfach nur traumhaften Bildern von Kameramann Freddie Francis und unterlegt mit einem herrlich zurückhaltenden, verträumten Score von Komponist Angelo Badalamenti verbreitet Lynch von Beginn an eine Atmosphäre, bei der man sich als Zuschauer einfach nur wohlfühlen kann. Insbesondere die vielen Sequenzen, in denen Alvin (den Richard Farnsworth einfach nur großartig spielt) auf seiner langen Reise auf verschiedenste Menschen trifft und durch diese Treffen deren Leben auf gewisse Weise nachhaltig verändert, sind einfach nur grandios gelungen und regen den Zuschauer definitiv zum Nachdenken an.
THE STRAIGHT STORY ist toll, einfach nur toll!

TRAILER:


David Lynch Sissy Spacek 1990er Oscar Nominee


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THE TOWN - STADT OHNE GNADE (Extended Cut)


THE TOWN - STADT OHNE GNADE (Extended Cut) THE TOWN - STADT OHNE GNADE (Extended Cut) (Blu-ray: Warner, Deutschland)
(OT: The Town | USA 2010 | Regie: Ben Affleck)

Infos zum Film:
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Nach einem verheißungsvollen Karrierestart in den 90er Jahren wurde es längere Zeit doch recht ruhig um Schauspieler Ben Affleck, zumindest bis dieser sich ziemlich überraschend im Jahr 2007 mit dem von der Kritik überwiegend gefeierten GONE BABY GONE als Regisseur zurückmeldete. THE TOWN ist nun Afflecks zweite Regiearbeit und bestätigt eindrucksvoll sein Talent als Regisseur.
THE TOWN, in dem Affleck zusätzlich noch das Drehbuch mitverfasst und die Hauptrolle übernommen hat, ist sowohl eine Liebeserklärung an Afflecks Heimatstadt Boston und ihre Einwohner als auch eine ausgesprochen gelungene Mischung aus Gangsterdrama, Krimi und Heist Movie.
Affleck nimmt sich viel Zeit mit der Einführung und Entwicklung der Charaktere, dem Aufbau von Spannung und der Inszenierung der zentralen Action Set Pieces (bei denen er erfreulicherweise auf modernen Schnickschnack wie Schnittgewitter, unübersichtlicher Kameraführung und ähnlichem Tamtam komplett verzichtet) und verleiht seiner eigentlich altbekannten Geschichte somit einen Hauch von fast schon epischer Größe. THE TOWN ist mit seinen sorgfältig ausgearbeiteten Charakteren, seinen perfekt getimeten Action-Highlights und seiner stets interessanten und spannenden Geschichte, die nie Gefahr läuft, auch nur im Ansatz langweilig zu werden, eine echte Wohltat und innerhalb größerer Hollywoodproduktionen heutzutage leider ein ziemliches Unikat. In den besten Momenten weht durch Afflecks ganz vorzüglichen Film sogar ein Hauch von Streifen wie Brian De Palmas CARLITO'S WAY oder Michael Manns HEAT. THE TOWN ist nach GONE BABY GONE eindeutig mehr als ein weiterer Achtungserfolg. Er ist ein klares Anzeichen dafür, dass da ein echter Stern am Regisseurs-Himmel aufzugehen scheint. Ein Stern, der mit dem in diesem Jahr für den Oscar für den besten Film ausgezeichneten ARGO schon verdammt hell leuchtet.

TRAILER:


Ben Affleck 2010er Oscar Nominee car chase female nudity Boston Heist Movie Rache


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FIGHT CLUB


FIGHT CLUB :love: FIGHT CLUB :love: (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Fight Club | Deutschland/USA 1999 | Regie: David Fincher)

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"The first rule of Fight Club is: you do not talk about Fight Club."

Es gibt Filme, die walzen bei der Erstsichtung regelrecht über einen hinweg und man ist der festen Überzeugung, gerade Zeuge eines absoluten filmischen Meisterwerks geworden zu sein. Eindrücke, die sich bei weiteren Sichtungen, wenn man den Storyverlauf, Plottwists und das Ende bereits kennt, oft relativieren und aus einem vermeintlichen Meisterwerk am Ende des Tages doch nur einen überdurchschnittlich guten Streifen machen. Es gibt aber auch Glücksfälle, in denen sich die Eindrücke der Erstsichtung eben nicht relativieren, sondern sich von Mal zu Mal eher noch zu verstärken und zu intensivieren scheinen, deren Thema nichts von seiner damaligen Aktualität verloren hat, sondern eher wichtiger denn je erscheint.

"It's only after we've lost everything that we're free to do anything."

FIGHT CLUB ist so ein Glücksfall. Ein Film wie eine Naturgewalt, der mich persönlich tatsächlich bei jeder erneuten Sichtung noch sprachloser und noch faszinierter zurücklässt als bei der jeweiligen Sichtung zuvor. Und eben auch ein Film, der, nachdem nun schon 14 Jahre seit seinem Erscheinen in die Lande gezogen sind, rein gar nichts von seiner Aktualität verloren hat, sondern in Zeiten zunehmender Vereinsamung, in Zeiten von immer häufiger auftretenden Zivilisationskrankheiten wie Schlaflosigkeit, Burn-Out & Co. und in Zeiten, in denen sich jeder selbst der Nächste zu sein scheint und ohne Rücksicht auf Verluste nur noch auf seinen eigenen Vorteil aus ist, aktueller ist denn je.

"You're not your job. You're not how much money you have in the bank. You're not the car you drive. You're not the contents of your wallet. You're not your fucking khakis. You're the all-singing, all-dancing crap of the world."

Regisseur David Fincher zeichnet diesen Ist-Zustand der Yuppie-Generation, der Konsum- und Wegwerfgesellschaft auf extrem zynische und absolut treffende Art und Weise. Menschen, die sich nur noch über diverse Statussymbole definieren zu scheinen und sich im tiefsten Inneren nur danach sehnen, aus ihrem Leben auf irgendeine Art und Weise ausbrechen zu können. Und wie Fincher diesen Ausbruch inszeniert, lässt einen als Zuschauer ein ums andere Mal einfach nur erschaudern und atemlos zurück. Fincher bietet dem Zuschauer mit diesem Ausbruch nur auf den ersten Blick eine Lösung an, lässt ihn bei näherer Betrachtung allerdings komplett alleine zurück. Denn natürlich kann das Gründen einer terroristischen Vereinigung keine geeignete Lösungsmöglichkeit für das gesellschaftliche Dilemma sein. Und FIGHT CLUB will dem Zuschauer auch keinerlei Lösung präsentieren, er will sich in meinen Augen vielmehr als Mahnmal verstanden wissen, will seine Zuschauer aufrütteln, dass es so nicht weitergehen kann und die Gesellschaft sich auf diese Art und Weise früher oder später selbst zerstören wird.

"Listen up, maggots. You are not special. You are not a beautiful or unique snowflake. You're the same decaying organic matter as everything else."

Mit Edward Norton und Brad Pitt hat Fincher zwei Hauptdarsteller, die hier tatsächlich Darbietungen für die Ewigkeit abgeben und einfach nur perfekt in ihre jeweiligen Rollen passen. Schnitt und Kameraarbeit sind über jeden Zweifel erhaben und der Score der Dust Brothers ist ein einziger Glücksfall. Und dann natürlich diese letzte Szene zu den Klängen des genialen Pixies-Klassikers “Where Is My Mind?“, in der selbst die Gänsehaut des Zuschauers noch Gänsehaut zu bekommen scheint.

"The things you own end up owning you."

FIGHT CLUB ist ein atemberaubendes Meisterwerk, nicht nur einer der besten Filme seiner Zeit und neben PULP FICTION vielleicht soger DER Film der 90er Jahre, sondern in meinen Augen einer der besten Filme aller Zeiten. FIGHT CLUB ist einer der Filme, die wohl nie in Vergessenheit geraten werden, an die man sich auch noch in 100 Jahren erinnern wird. Ein Geniestreich, ein persönlicher Lieblingsfilm. Es gibt nicht viele Filme, die mir mehr bedeuten als dieser hier. Und die Tatsache, dass Finchers Glanzstück bei den damaligen Oscars lediglich mit einer Nominierung für die besten Soundeffekte abgespeist wurde, ist für mich ein Armutszeugnis und eine der peinlichsten Verfehlungen der Oscar-Geschichte.

"Hitting bottom isn't a weekend retreat. It's not a goddamn seminar. Stop trying to control everything and just let go!"

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David Fincher Edward Norton Brad Pitt Helena Bonham Carter 1990er Oscar Nominee female nudity


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NO COUNTRY FOR OLD MEN


NO COUNTRY FOR OLD MEN NO COUNTRY FOR OLD MEN (Blu-ray: Paramount, Deutschland)
(OT: No Country for Old Men | USA 2007 | Regie: Ethan Coen/Joel Coen)

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Fasznierende Mischung aus Spätwestern und Neo Noir, die den Zuschauer in die flirrende Hitze und die ausladenden Landschaften von Texas entführt und Zeuge eines ausgeklügelten Katz-und-Maus-Spiels zwischen einem eiskalten Killer und einem einfachen Mann werden lässt.
Die Coen-Brüder entwickeln ihre Geschichte extrem langsam, bauen mit Hilfe der einfach nur vorzüglichen Kameraarbeit von Roger Deakins und dem kompletten Verzicht auf einen Filmscore als Hintergrunduntermalung eine ungemein dichte und melancholische Atmosphäre auf, steigern die Spannung dabei ins schier Unermessliche und knallen dem Zuschauer inmitten der knisternden Spannung und Atmosphäre immer wieder extreme Gewaltausbrüche vor den Bug, die regelrecht ins Mark treffen.
Javier Bardem spielt den Killer dabei so extrem überzeugend, dass man ihn in einer Bestenliste der fiestesten Filmschurken wohl auf Anhieb auf die vordersten Plätze wählen würde. Sein Anton Chigurh strahlt eine Kälte und eine Gefahr aus, wie es schon lange kein Bösewicht auf der Leinwand mehr getan hat. NO COUNTRY FOR OLD MEN ist kein einfacher Film, kein Film, den man sich mal so kurz nebenbei anschauen könnte. Es ist ein Film, der die volle Aufmerksamkeit fordert, den man bei der ersten Sichtung wahrscheinlich gar nicht richtig fassen kann und der erst bei weiteren Sichtungen seine ganze Größe entfalten wird.

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Ethan Coen Joel Coen Javier Bardem Tommy Lee Jones Josh Brolin Woody Harrelson 2000er Oscar Winner Oscar Nominee Rache 80er Jahre


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EIN EINFACHER PLAN


EIN EINFACHER PLAN EIN EINFACHER PLAN (Blu-ray: Concorde, Deutschland)
(OT: A Simple Plan | Deutschland/Frankreich/Großbritannien/Japan USA 1998 | Regie: Sam Raimi)

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Neben dem ganz vorzüglichen FARGO von den Coen-Brüdern ist das hier der zweite große "Schnee"-Film aus den 90er Jahren.
In Raimis A SIMPLE PLAN findet der grundehrliche Angestellte Hank (Bill Paxton) gemeinsam mit seinem etwas einfältigen Bruder Jacob (Billy Bob Thornton) und dessen ebenso einfältigen Kumpel Lou (Brent Briscoe) mitten in der Wildnis ein abgestürztes und vom Schnee bedecktes Sportflugzeug mit einem toten Piloten und einer schwarzen Tasche mit über 4 Mio. Dollar. Die Versuchung, die stolze Summe für sich zu behalten, ist groß und so hecken die drei Finder einen scheinbar einfachen Plan aus um das Geld nicht bei den Behörden abliefern zu müssen. Ein Plan, der sich aufgrund diverser Unwägbarkeiten und Zufälle jedoch schnell verkompliziert und letztendlich dazu führt, dass am Schluss jede Menge Leichen und keinerlei Gewinner übrig bleiben.
Dass die ganze Angelegenheit kein gutes Ende nehmen wird, ist relativ schnell klar und A SIMPLE PLAN bezieht seine Spannung nicht so sehr aus der Frage ob die Gauner wider Willen durchkommen werden, sondern vielmehr aus der Frage, wie das vorprogrammierte Scheitern des Trios ablaufen wird. Regisseur Sam Raimi inszeniert seinen Thriller ausgesprochen ruhig, teilweise fast kammerspielartig, läuft dabei aber nie Gefahr, das Interesse seines Zuschauers zu verlieren. Zu sorgfältig ist der schleichende Spannungsaufbau inszeniert, zu interessant die sicher streitbaren Charaktere, die durchaus zur Selbstreflexion einladen. Wie würde man selbst reagieren, wenn man so eine Tasche irgendwo unbemerkt in der Wildnis finden würde? Raimi gibt mit der Charakterisierung von Hanks Ehefrau Sarah (Bridget Fonda) eine eindeutige Antwort auf diese Frage. Von ihrem Ehemann zuerst rein hypothetisch gefragt, was sie tun würde, wenn sie eine Tasche mit so viel Geld finden würde, antwortet sie standardgemäß, dass sie es den Behörden übergeben würde. Mit den Tatsachen konfrontiert, wird aus ihr urplötzlich die Person, die mit am erbittertsten um die Durchführung des Planes kämpft.
Neben der ganz vorzüglich geskripteten Geschichte und den allesamt großartig aufspielenden Darstellern (Raimi braucht gerade mal eine Handvoll größerer Rollen um seine Story zu erzählen) ist es insbesondere die grandiose Location in diesem kleinen Kaff in Minnesota, in dem die Zeit scheinbar stehengeblieben ist und der schneereiche Winter gefühlte 365 Tage im Jahr dauert, die dafür sorgt, dass A SIMPLE PLAN den Zuschauer absolut zu fesseln vermag. Ein echter Volltreffer!

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Sam Raimi Bridget Fonda Billy Bob Thornton 1990er Oscar Nominee


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BROADWAY DANNY ROSE


BROADWAY DANNY ROSE BROADWAY DANNY ROSE (DVD: MGM/20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Broadway Danny Rose | USA 1984 | Regie: Woody Allen)

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In BROADWAY DANNY ROSE versucht ein leidenschaftlichter Agent alles, um seinem größten Star, dem Sänger Lou Canova, jeden auch nur erdenklichen Wunsch zu erfüllen und gerät dabei ins Fadenkreuz des organisierten Verbrechens.
Woody Allen, hier mal wieder in Personalunion als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller tätig, verwöhnt sein Publikum einmal mehr mit einer urkomischen Komödie rund um einen sympathischen Intelektuellen und dessen Ticks. Der immer leicht vorhandene Zynismus der von Allen gespielten Charaktere tritt hier im Vergleich zu manch anderen Film jedoch eher in den Hintergrund. Allens Danny Rose ist ein herzensguter und einfach viel zu gutmütiger Mensch um großartig zynisch zu sein. Ein Mensch, der in all seinem Engagement und in all seiner Euphorie für seine oft nicht sonderlich begabten Künstler leider häufig übersieht, dass die Talentierteren unter seinen Klienten durchaus dazu neigen, ihn auszunutzen und eiskalt abzuservieren wenn der nächste und im Normalfall erstmals richtig lukrative Schritt auf der Karriereleiter ansteht. So umgibt den mit - wie man das von Allen gewohnt ist - Dialogen zum Niederknien gespickten und eigentlich federleicht inszenierten Film ein ständiger Hauch von Melancholie und auch eine gewisse Traurigkeit, die durch die wunderschöne Schwarz/Weiß-Fotografie von Kameramann Gordon Willis noch intensiviert wird. Natürlich fügt BROADWAY DANNY ROSE keine großartigen Neuerungen zu Allens Kosmos hinzu, als Fan bekommt man im Endeffekt genau das, was man sich von Allen erwartet und erhofft und das ist weitaus mehr, als einem die meisten aktiven Filmemacher bieten können. Großes Kino!

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Woody Allen Mia Farrow 1980er Oscar Nominee New York


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ES TANZT DIE GÖTTIN


ES TANZT DIE GÖTTIN ES TANZT DIE GÖTTIN (DVD: Sony, Deutschland)
(OT: Cover Girl | USA 1944 | Regie: Charles Vidor)

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COVER GIRL ist ein klassisches Hollywood-Musical aus den 40er Jahren, in dem 2 der größten Stars der damaligen Zeit, Rita Hayworth und Gene Kelly, zum ersten und einzigen Mal gemeinsam vor der Kamera standen.
COVER GIRL erzählt eine relativ einfach gestrickte, klassische Liebesgeschichte und dient in allererster Linie dazu, die Tanzkünste seiner beiden Stars in aufwändig choreographierten Musicaleinlagen auf die Leinwand zu zaubern. Die Chemie zwischen Hayworth und Kelly passt und Regisseur Charles Vidor gelingt es mit Hilfe seiner beiden Stars ohne große Probleme, den Zuschauer um seine Finger zu wickeln und mit auf eine kurzweilige Reise ins Land des kunterbunten Kitschs zu nehmen.
COVER GIRL startete Ende März 1944, zu Zeiten des 2. Weltkriegs, in den amerikanischen Kinos und Filme wie diese wollten im Endeffekt nicht viel mehr bewirken, als das Publikum in eine Welt zu entführen, in der es alle Sorgen für gut 2 Stunden vergessen konnte. COVER GIRL dürfte das damals definitiv gelungen sein. Natürlich ist COVER GIRL kitschig, aber er ist auf seine Art und Weise auch einfach nur wunderschön. Und Rita Hayworth ist auf ihre unnachahmliche Art und Weise in praktisch jeder ihrer Szenen einfach nur atemberaubend.

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Charles Vidor Rita Hayworth 1940er Oscar Winner Oscar Nominee New York


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DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER


DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER :love: DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER :love: (DVD: MGM, Deutschland)
(OT: The Silence of the Lambs | USA 1991 | Regie: Jonathan Demme)

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Über THE SILENCE OF THE LAMBS zu schreiben, ist eigentlich wie Eulen nach Athen zu tragen. Ich mach es trotzdem. Denn schließlich ist das hier eine der wenigen waschechten Genreproduktionen die einst mit einem Oscar ausgezeichnet wurden. Und nicht nur in einer der kleinen Kategorien wie Sound oder Visual Effects, sondern gleich in den 5 (!!!) wichtigsten Kategorien der Academy. Regisseur Jonathan Demme, der aus der Schule des Roger Corman stammt und seine Karriere einst mit so wunderbaren Filmen wie CAGED HEAT, CRAZY MAMA und FIGHTING MAD startete, freut sich noch heute diebisch darüber, dass er - Originalzitat aus einer DVD-Featurette innerhalb der “Roger Corman’s Cult Classics“-Reihe des US-Labels Shout! Factory - damals den Regieoscar für einen lupenreinen Exploitation-Film einheimsen konnte.
Ja, ein Film über einen Serienkiller, der seine Opfer lebendig häutet, und eine junge FBI-Agentin in spe, die mit Hilfe eines charismatischen Kannibalen versucht, den Mörder dingfest zu machen, war zum damaligen Zeitpunkt sicher noch kein Blockbustermaterial, sondern ganz eindeutig als Stoff aus dem B-Movies gestrickt sind zu identifizieren. THE SILENCE OF THE LAMBS hat das nachhaltig geändert, ist ganz eindeutig als Vorläufer großer Hollywoodproduktionen wie SE7EN zu erkennen und machte Jodie Foster und Anthony Hopkins praktisch über Nacht zu Weltstars. Auch so ein Indiz, dass wir es hier eben nicht mit einer Produktion aus der 1. Liga Hollywoods zu tun haben. Denn Foster und Hopkins gehörten vor THE SILENCE OF THE LAMBS sicher nicht zu Hollywoods Superstars und auch sonst hat sich Jonathan Demme bei der Besetzung weiterer Rollen eher an seinen Wurzeln und weniger an großen Namen orientiert. Mit Scott Glenn besetzte er in der Rolle von Starlings Vorgesetzten beispielsweise einen Schauspieler, mit dem er schon in FIGHTING MAD zusammenarbeitete und auch Darsteller wie Charles Napier und Frankie Faison kommen eindeutig aus dem Bereich des Genrefilms. Und natürlich dürfen auch alte Weggefährten wie Harry Northup und Demmes Mentor Roger Corman in kleineren Rollen nicht fehlen und wer ganz genau hinschaut, dürfte auch DAWN OF THE DEAD-Regisseur George A. Romero als einen der FBI-Agenten identifizieren können.
THE SILENCE OF THE LAMBS ist der "lebende" Beweis dafür, dass auch Genreproduktionen wie diese richtig großes Kino mit relativ kleinem Budget (der Film kostete - für heutige und auch damalige Verhältnisse - lächerliche $ 19. Mio.) bieten können.
Die schauspielerischen Leistungen sind tatsächlich einfach nur grandios und insbesondere beim Zusammenspiel zwischen Jodie Foster und Anthony Hopkins bekommt man als Zuschauer mehr als nur eine Gänsehaut (und diese kurze Sequenz, wenn sich die Finger der beiden für einen Sekundenbruchteil berühren, ist eine dieser Szenen für die Ewigkeit). Und dann diese unglaubliche Spannung und Atmosphäre, die Demme hier von der ersten Sekunde an aufbaut. THE SILENCE OF THE LAMBS wird auch bei wiederholten Sichtungen einfach nicht langweilig und obwohl man mittlerweile ganz genau weiß, wie dieser Film ausgehen wird, fiebert man doch bis zum Ende mit der von Foster gespielten Clarice Starling mit. Das Finale im Haus des Killers ist noch heute der pure Wahnsinn und ein Paradebeispiel dafür, wie effektiv man mit gezielt gesetzten Schnitten die Wahrnehmung des Zuschauers täuschen kann.
Genug geschrieben, THE SILENCE OF THE LAMBS ist ein Meilenstein, ein Meisterwerk, ein Lieblingsfilm.

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Jonathan Demme Anthony Hopkins Jodie Foster Roger Corman George A. Romero 1990er Oscar Winner Oscar Nominee


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NIXON (Director's Cut)


NIXON (Director's Cut) NIXON (Director's Cut) (Blu-ray: Hollywood Pictures, USA)
(OT: Nixon | USA 1995 | Regie: Oliver Stone)

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Nach dem 4 Jahre zuvor in die Kinos gekommenen JFK ist NIXON der zweite große Politfilm von Regisseur Oliver Stone und ähnlich wie mit JFK gelingt es Stone auch mit NIXON, seinem Publikum das auf den ersten Blick so "trockene" Thema Politik auf ausgesprochen fesselnde Art und Weise näher zu bringen.
Der von mir angesehene Director's Cut läuft stattliche 3 1/2 Stunden und diese vergehen tatsächlich wie im Flug. Stone legt mit NIXON ein hochinteressantes Portrait eines komplexen und sicher streitbaren Menschen vor und hat mit Anthony Hopkins in der Titelrolle einen Hauptdarsteller zur Verfügung, der diesen Menschen absolut überzeugend und authentisch darzustellen vermag, beim Zuschauer in so manchen Szenen gar Mitleid mit diesem umstrittenen US-Präsidenten evoziert. Aber es ist nicht nur Hopkins, der NIXON trägt, es ist vor allem auch Stones visueller Stil, der dafür sorgt, dass dem Zuschauer bei NIXON über die fast schon episch zu nennende Laufzeit nicht die Puste ausgeht und er nicht das Interesse an dem Streifen verliert. Außergewöhnliche Kameraeinstellungen, visuelle Verfremdungseffekte und jede Menge Verwendung diversen Archivmaterials sorgen für Abwechslung innerhalb dieses Kammerspiels und verleihen dem Film außerdem ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit.
Und dann hätten wir da natürlich noch die Besetzung hinter Hopkins, für die Stone ein schier unfassbares Staraufgebot aus Hollywoods zweiter Reihe verpflichten konnte. Zuverlässige Charakterköpfe wie E.G. Marshall, J.T. Walsh, Kevin Dunn, Powers Boothe, Ed Harris, Bob Hoskins, Paul Sorvino, Saul Rubinek, Dan Hedaya, John C. McGinley u.v.a bevölkern dieses epische Biopic und liefern durch die Bank ganz hervorragende Leistungen ab. Schauspieler, die es nie in die 1. Reihe der großen Hollywoodstars geschafft haben, ohne deren Mitwirken ein Film wie NIXON - bzw. Filme überhaupt - jedoch nur schwer vorstellbar wären.

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Oliver Stone Anthony Hopkins James Woods 1990er Oscar Nominee 60er Jahre 70er Jahre Bai Ling


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HUGO CABRET


HUGO CABRET HUGO CABRET (Blu-ray: Paramount, Deutschland)
(OT: Hugo | USA 2011 | Regie: Martin Scorsese)

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In HUGO lebt ein Waisenjunge in den 30er Jahren hinter den Wänden im Pariser Hauptbahnhof, hält dort unbemerkt die Uhren am laufen und versucht verzweifelt eine mechanische Figur, das einzige Vermächtnis seines Vaters, zu reparieren und wieder gangbar zu machen.
Innerhalb der Filmographie von Regisseur Martin Scorsese dürfte HUGO sicher der außergewöhnlichste Film sein, ist er doch ziemlich weit weg von den sonst so toughen Gangstergeschichten (u.a. GOODFELLAS, CASINO), Thrillern (u.a. THE DEPARTED, SHUTTER ISLAND) und Dramen (u.a. TAXI DRIVER, RAGING BULL, BRINGING OUT THE DEAD) für die Scorsese üblicherweise bekannt ist und von Filmfans auf der ganzen Welt verehrt wird. Aber Scorsese beweist auf beeindruckende Art und Weise, dass er auch die Inszenierung eines Films wie HUGO beherrscht wie fast kein Zweiter.
Mit maßgeblicher Unterstützung seiner beiden Jungschauspieler Asa Butterfield und Chloë Grace Moretz (letztere ist seit ihrem fulminanten Auftritt in KICK-ASS ja schon fast nicht mehr aus der aktuellen Kinolandschaft wegzudenken) zaubert Scorsese mit HUGO einen einfach nur traumhaft schönen Film auf die Leinwand. HUGO ist ein Plädoyer für die Macht der Fantasie, eine Liebeserklärung an die Magie des Kinos und eine Hommage und tiefe Verneigung vor den Pionieren im Bereich der "moving pictures" im Allgemeinen und Georges Méliès im Besonderen. Weiter veredelt mit großartigen Schauspielern wie beispielsweise Ben Kingsley, Christopher Lee und Sacha Baron Cohen, ausgestattet mit einem wundervollen Score von Komponist Howard Shore und eingefangen in teils wunderschönen und das tolle Production Design voll zur Geltung bringenden Bildern von Kameramann Robert Richardson ist HUGO nicht mehr und nicht weniger als visuell einzigartig und einfach nur atemberaubend schön zu bezeichnen. Und dann ist HUGO auch noch ein wunderbares Beispiel dafür, wie gewinnbringend die neuartige 3D-Technik für Filme sein kann, wenn jemand auf dem Regiestuhl sitzt, der sein Handwerk versteht. Toll, toll, toll.

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Martin Scorsese Ben Kingsley Christopher Lee Sacha Baron Cohen Jude Law Oscar Winner Oscar Nominee 2010er Paris 30er Jahre


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SHUTTER ISLAND


SHUTTER ISLAND SHUTTER ISLAND (Blu-ray: Concorde, Deutschland)
(OT: Shutter Island | USA 2010 | Regie: Martin Scorsese)

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Leonardo DiCaprio begibt sich auf die Insel. Und zwar um in einer Anstalt für geistesgestörte Kriminelle Ermittlungen im Fall einer spurlos verschwundenen Insassin aufzunehmen. Und während DiCaprio gemeinsam mit Mark Ruffalo seine Nachforschungen anstellt, beschleicht ihn immer mehr das ungute Gefühl, dass mit der Anstalt etwas nicht zu stimmen scheint.
Wenn sich ein Mann wie Martin Scorsese hinter und Schauspieler wie Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Ben Kingsley, Max von Sydow, Michelle Williams, usw. vor der Kamera befinden, kann eigentlich gar nicht viel schief gehen. Und so ist SHUTTER ISLAND fast schon erwartungsgemäß tatsächlich ein absolut sehenswerter Film geworden. Aus dem mehr als namhaften Ensemble sticht insbesondere Leonardo DiCaprio hervor, der den langsam aber sicher in den Wahnsinn abzugleiten scheinenden Polizisten einfach nur großartig verkörpert und hier einmal mehr unter Beweis stellt, weshalb er nun schon seit einigen Jahren zu den gefragtesten Schauspielern der Traumfabrik gehört. Aber die größte Schauspielkunst nützt nicht sonderlich viel, wenn das Drumherum nicht stimmt und auch hier lässt Scorsese nichts anbrennen. Die Spannung steigert sich von Minute zu Minute mehr und entlädt sich letztendlich in einem Gänsehaut verursachenden Finale und auch die Atmosphäre des ganzen Films ist ausgesprochen unheimlich und bedrohlich geraten (einen großen Anteil daran haben zum einen der vornehmlich aus klassischen Stücken bestehende Soundtrack und die brillante Auswahl der Locations und Settings, welche für stetes Unbehagen sorgen). Richtig, richtig gut!

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Martin Scorsese Ben Kingsley Leonardo DiCaprio Mark Ruffalo Jackie Earle Haley 2010er 50er Jahre


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LOST - STAFFEL 4


LOST - STAFFEL 4 LOST - STAFFEL 4 (Blu-ray: Touchstone/Buena Vista, Deutschland)
(OT: Lost: Season 4 | USA 2008 | Idee: J.J. Abrams/Jeffrey Lieber/Damon Lindelof)

Infos zur Serie:
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Im direkten Vergleich zur vorherigen Staffel ist Season Nr. 4 deutlich kurzweiliger, spannender und zielgerichteter ausgefallen. Scheinbar überflüssige Füller-Episoden wie in der Staffel zuvor sind praktisch nicht mehr vorhanden und die Rückblenden, die in Staffel 3 fast keine Wirkung mehr zeigen konnten, wurden durch Blicke in die Zukunft diverser Protagonisten ersetzt. Diese - wieder in jeder der nur noch 14 Folgen vorkommenden - kurzen Ausflüge weg von der Insel konnten dann auch durchaus wieder dem ursprünglichen Zweck dieses Stilmittels, nämlich dem Aufbau von Spannung, erfüllen.
Ja, diese Staffel war halbwegs objektiv betrachtet deutlich "besser" als die vorhergehende und doch muss ich sagen, dass mich persönlich LOST mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes "verloren" hat. Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem ich mich von LOST nur noch kurzweilig unterhalten und berieseln lasse und mir die diversen Charaktere und ihre verschiedenen Schicksale komplett am Allerwertesten vorbeigehen. Hauptgrund dafür ist die Tatsache, dass man bisher praktisch keinerlei befriedigende Erklärungen für die unzähligen aufgeworfenen Fragen bekommen hat und wohl auch nicht bekommen wird. LOST kommt mir mittlerweile wie ein überdimensionales, aufgeblasenes Nichts vor, bei dem selbst die Macher zum jetzigen Zeitpunkt der Geschichte keinen Plan zu haben scheinen, wie sie ihr angefangenes Chaos halbwegs bereinigen können. Diese "willing suspension of disbelief", die man als Zuschauer wohl einfach aufbringen muss, um sich von LOST weiterhin fesseln zu lassen, kann ich im Moment einfach nicht leisten. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich wäre in irgendeiner Weise gespannt darauf, wie es in der 5. Staffel weitergeht. Ich bin es nicht. Es ist mir sogar vollkommen egal.

J.J. Abrams Jeffrey Lieber Damon Lindelof Cheech Marin 2000er


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TED (Extended Cut)


TED (Extended Cut) TED (Extended Cut) (Blu-ray: Universal, Großbritannien)
(OT: Ted | USA 2012 | Regie: Seth MacFarlane)

Infos zum Film:
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In TED wünscht sich der kleine John, dass sein Teddy-Bär lebendig wird und staunt nicht schlecht, als dieser Wunsch tatsächlich in Erfüllung geht. Es entsteht eine Freundschaft, die auch knapp 30 Jahre später noch Bestand hat, sehr zum Leidwesen der hübschen Lori (Mila Kunis), die mit John (Mark Wahlberg) seit nunmehr 4 Jahren liiert ist und ihren Freund mit einem sprechenden, kiffenden und rüpelhaften Teddy-Bären teilen muss.
Hört sich albern und bescheuert an? Ja, ist es in gewisser Weise auch. Aber TED ist halt auch extrem lustig, reiht einen gelungenen Gag an den nächsten und begeistert mit seinem komplett ungezügelten und respektlosen Humor. Mark Wahlberg und Mila Kunis spielen souverän wie eh und je, Flash-Gordon-Darsteller Sam J. Jones hat einen einfach nur grandiosen Gastauftritt in einer ausufernden Party-Sequenz für die Ewigkeit und sogar die obligatorische Love Story wirkt hier nicht störend oder nervig, sondern hält TED vielmehr richtiggehend zusammen und sorgt dafür, dass der Streifen nicht zur reinen Nummernrevue verkommt. Autor und Regisseur Seth MacFarlane hat mit TED eigentlich alles richtig gemacht, was man mit einem solchen Film richtig machen kann. Geil!

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Seth MacFarlane Mark Wahlberg Mila Kunis Patrick Stewart 2010er Oscar Nominee car chase


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CHANGELING


CHANGELING CHANGELING (Blu-ray: Universal, Großbritannien)
(OT: Changeling | USA 2008 | Regie: Clint Eastwood)

Infos zum Film:
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Das Erstaunlichste an CHANGELING ist vielleicht die Tatsache, dass diese wirklich unglaubliche und auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte nicht schon viel früher mal verfilmt worden ist. Und ein riesiges Plus von CHANGELING ist dann halt auch der Fakt, dass er auf dieser wahren Geschichte basiert, ansonsten würde Eastwoods Film Gefahr laufen, einfach nur als hanebüchen und unglaubwürdig abgestempelt zu werden. Aber so kommt man erst gar nicht in den Versuch, die Glaubwürdigkeit des Plots anzuzweifeln und kann sich vollkommen unvoreingenommen auf den Film einlassen.
Und Clint Eastwood - der ja in den letzten Jahren schon zur Genüge unter Beweis gestellt hat, dass er dramatische Stoffe perfekt beherrscht - hat hier wirklich einen richtig, richtig guten Film gedreht. CHANGELING ist großes Schauspielkino, präsentiert Angelina Jolie in einer ihrer besten und überzeugendsten Rollen ihrer Karriere und hat mit u.a. John Malkovich, Jeffrey Donovan, Michael Kelly und Colm Feore Co-Stars zu bieten, die hier allesamt mehr als überzeugend aufspielen. Und dann dieses grandiose Production Design, das dafür sorgt, dass man sich als Zuschauer tatsächlich ins Los Angeles der späten 20er und frühen 30er Jahre versetzt fühlt. Und natürlich die Art und Weise wie Eastwood seinen Film inszeniert. CHANGELING ist von der ersten Minute an fesselnd, zieht den Zuschauer in seinen Bann und kann in meinen Augen nur als absolut packend, extrem spannend und auch ausgesprochen berührend bezeichnet werden. Klasse!

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Clint Eastwood Angelina Jolie John Malkovich 2000er Oscar Nominee female nudity 20er Jahre 30er Jahre Los Angeles





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