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One Night Stands und wahre Liebe


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THE MOST BEAUTIFUL WIFE


THE MOST BEAUTIFUL WIFE THE MOST BEAUTIFUL WIFE (DVD: NoShame Films, USA)
(OT: La moglie più bella | Italien 1970 | Regie: Damiano Damiani)


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Antonina Stella (Amerigo Tot), Mafiaboss in einer sizilianischen Kleinstadt, steht kurz vor seiner Verhaftung und gibt seinem potenziellen Nachfolger Vito (Alessio Orano) noch einen letzten Rat mit auf den Weg. Vito soll sich eine Frau suchen und schnellstmöglich heiraten, am besten ein Mädchen aus ärmeren Verhältnissen, die ihm schon allein aufgrund ihrer Herkunft immer dankbar sein und treu bleiben wird. Vito entscheidet sich für die erst 15 Jahre alte Francesca (Ornella Muti), welche anfangs tatsächlich Gefühle für den Mafiosi entwickelt, ihn aber kurz darauf doch abweist. Eine Schmach, die Vito nicht auf sich sitzen lassen kann. Mit aller Macht versucht er, Francesca an sich zu binden, rechnet dabei aber nicht mit der unglaublichen Willensstärke der jungen Frau...

Ich habe bisher leider nur wenige Filme von Regisseur Damiano Damiani gesehen und kann mir somit sicher schlecht ein Urteil über sein ganzes Werk erlauben. Ich denke aber einfach mal, dass seine Polit-Thriller sicher zu den Höhepunkten in seinem Schaffen zählen. The Most Beautiful Wife fällt genau in diese Kategorie und wenn ich ihn mit den beiden ähnlich gelagerten und mir bereits bekannten Filmen Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert und Warum musste Staatsanwalt Traini sterben? vergleiche, muss ich sagen, dass er mich noch um einiges mehr gefesselt hat als diese beiden etwas später entstandenen und sicher auch bekannteren Streifen. Damiani zeichnet einmal mehr ein schonungslos offenes Bild über die Zustände in Italien - insbesondere in Sizilien - zur damaligen Zeit und mit dem Wissen im Hinterkopf, dass die erzählte Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, empfand ich den Streifen als noch schwerer verdaulich als er ohnehin schon war. Die bei den Dreharbeiten erst 14 Jahre alte Ornella Muti liefert in ihrem Leinwanddebüt eine wahrlich beachtliche Vorstellung ab und es ist neben der fesselnden Geschichte und dem schon fast standardmäßig guten Morricone-Score vor allem auch ihre großartige Darstellung der jungen Francesca, die The Most Beautiful Wife zu einem Film macht, der im Gedächtnis haften bleibt. Klasse!

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Ornella Muti Damiano Damiani 1970er


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PSYCHOS IN LOVE


PSYCHOS IN LOVE PSYCHOS IN LOVE (DVD: CMV, Deutschland)
(OT: Psychos in Love | USA 1987 | Regie: Gorman Bechard)


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Joe (Carmine Capobianco) ist Besitzer eines Striplokals und verbringt seine Freizeit vornehmlich damit, Frauen zu töten. Als der Serienkiller eines Tages auf Kate (Debi Thibeault) trifft, merken die beiden schnell, dass sich ihre Freizeitgestaltung sehr ähnelt. Denn Kate teilt Joes Leidenschaft und bringt schon seit längerer Zeit Männer um die Ecke. Zwischen den beiden Seelenverwandten entwickelt sich eine echte Liebesbeziehung...

Das dürfte wohl eine der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten sein, die ich bisher zu Gesicht bekommen habe. Kate und Joe sitzen vor der Kamera und erzählen von ihrer wirklich außergewöhnlichen Beziehung. Eine Geschichte voller Blut, grotesker und bizarrer Situationen, makabrer Scherze, nackter Haut und jeder Menge schwarzen Humors. Regisseur Gorman Bechard hat da mit wirklich geringsten Mitteln eine saukomische und - auf ihre ganz eigene Art und Weise - auch irgendwie sehr romantische Trash-Perle geschaffen, die das Herz eines jeden Exploitation-Liebhabers sicher ein bisschen höher schlagen lassen dürfte. Ein mit diversen Genre-Hommagen bzw. -Persiflagen gespicktes C-Movie, dass mich wirklich vorzüglich unterhalten konnte und für dessen weltweite Erst-Veröffentlichung auf DVD man das kleine Genre-Label CMV gar nicht genug loben kann.

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Gorman Bechard 1980er female nudity Slasher


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DEBBIE DOES DALLAS II


DEBBIE DOES DALLAS II DEBBIE DOES DALLAS II (DVD: VCA, USA)
(OT: Debbie Does Dallas Part II | USA 1981 | Regie: Jim Clark)


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Nachdem es mit der Cheerleader-Karriere in Texas nicht geklappt hat, begibt sich Debbie (Bambi Woods) trampend und ohne jeden Cent in der Tasche auf den Rückweg. Hilfe erhofft sie sich von einer Tante, die sie zwar schon seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat, die aber ganz in der Nähe von Texas auf einer Ranch wohnt und der sie nun einen Besuch abstatten will. Die Ranch entpuppt sich als Freudenhaus und Debbie, obwohl anfangs noch schockiert, findet relativ schnell Interesse an dem bunten Treiben im Anwesen ihrer Tante...

Was für die normale Filmindustrie gilt, trifft erst recht auf die HC-Branche zu: Erfolgreiche Filme erhalten eine Fortsetzung. Und so ist es auch nicht sonderlich verwunderlich, dass nach dem großen Erfolg von und den Skandalen um Debbie Does Dallas aus dem Jahr 1978 drei Jahre später ein zweiter Teil gedreht wurde. Der schließt dann auch direkt an die Ereignisse aus dem ersten Teil an und geht somit tatsächlich als echte Fortsetzung durch. Debbie hat es zwar bis nach Texas geschafft, die Cheerleader-Karriere blieb ihr aber verwehrt und auch das im ersten Teil gesammelte Geld ist aufgebraucht. Der Film steigt ein, als sich Debbie gerade wieder auf dem Rückweg befindet und sich entschließt, bei ihrer Tante vorbeizuschauen, die zufälligerweise ein Freudenhaus betreibt. Diese Ausgangssituation bietet natürlich Raum für ausgiebige Ferkeleien und Regisseur Jim Clark, der auch schon den ersten Teil inszenierte, hat diesen Raum auch ausgiebig genutzt. Die wirklich schnuckelige Bambi Woods steht dieses Mal absolut im Zentrum der Geschehnisse (in Teil 1 war die Titelheldin ja nur in der letzten Szene des Films mit vollem Körpereinsatz zu bewundern) und ist bei einem Großteil der immer relativ kurz gehaltenen Sexszenen beteiligt. Die Klasse und den Charme des Vorgängers erreicht die Fortsetzung zwar nicht ganz, für einen nostalgischen und kurzweiligen Blick zurück auf eine vergangene (Porno-)Zeit eignet sich der Streifen meines Erachtens jedoch ganz vorzüglich.

Jim Clark Ron Jeremy 1980er female nudity Sequel


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L'ANGE DE LA VENGEANCE


L'ANGE DE LA VENGEANCE L'ANGE DE LA VENGEANCE (DVD: Aquarelle/Seven 7, Frankreich)
(OT: Ms .45 | USA 1981 | Regie: Abel Ferrara)


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Gleich zwei Mal an einem Abend wird die stumme Thana (Zoë Lund) Opfer von Verbrechen. Zuerst wird sie auf dem Nachhauseweg von einem maskierten Mann überfallen und vergewaltigt, danach überrascht sie in ihrer Wohnung einen Einbrecher, der ebenfalls versucht sie zu vergewaltigen und den sie letztendlich in Notwehr tötet. Traumatisiert von diesen schrecklichen Ereignissen verwandelt sich die unscheinbare junge Frau in einen Racheengel, der, mit einer 45er Magnum in der Tasche, schon bald der kompletten New Yorker Männerwelt den Krieg erklärt...

Auf den ersten Blick mag der Plot von Die Frau mit der 45er Magnum (so der deutsche Titel) an einen typischen Rachefilm erinnern. In meinen Augen ist Ferraras Film aber viel mehr ein Psychodrama und weist deutlich größere Parallelen zu dem ein Jahr zuvor entstandenem Maniac von William Lustig als zu dem sieben Jahre früher gedrehten Death Wish von Michael Winner auf. Die Ähnlichkeiten zu Maniac sind meines Erachtens nicht von der Hand zu weisen. Auch in Ms .45 geht es um einen Menschen, der durch ein traumatisches Erlebnis zum Psychopathen wird und einen regelrechten Hass auf das andere Geschlecht entwickelt. Waren es bei Maniac die Misshandlungen durch die Mutter in der Kindheit, die Frank Zito zum Mörder werden ließen, ist es hier die zweifache Vergewaltigung, die Thana zur Psychopathin macht. Denn mit Rache haben Thanas Taten eigentlich nichts zu tun. Rein zufällig wählt sie ihre Opfer aus (das wird vor allem in der Szene mit dem jungen asiatischen Mann überdeutlich) und lässt danach die Leichen verschwinden. Wie Lustigs Maniac lebt auch Ferraras Ms .45 einerseits von der durchweg bedrückenden und düsteren Atmosphäre, die insbesondere durch die eindrucksvollen Aufnahmen des nächtlichen New York entsteht, und andererseits von der großartigen Leistung seiner Hauptdarstellerin. Wie sich Zoë Lund vom unscheinbaren Mauerblümchen in den attraktiven Vamp und eiskalten Racheengel verwandelt ist schlichtweg klasse und genau wie Joe Spinell in Maniac ist auch Zoë Lund in Ms .45 zu einem großen Teil dafür verantwortlich, dass der Streifen mehr ist als lediglich ein weiterer guter Beitrag zum Exploitation-Genre.
Ganz interessant sind übrigens auch die Parallelen zwischen den beiden Regisseuren zum Entstehungszeitpunkt des Films. Wie Lustig stand auch Ferrara damals am Anfang seiner Karriere und wie Lustig hatte auch Ferrara diese Karriere als Regisseur in der HC-Branche begonnen. Während William Lustig unter dem Pseudonym Billy Bagg im Jahr 1977 bei den beiden Porno-Streifen The Violation of Claudia und Hot Honey Regie führte, nahm Abel Ferrara unter dem Pseudonym Jimmy Boy L im Jahr 1976 beim Dreh des HC-Films 9 Lives of a Wet Pussy auf dem Regiestuhl Platz.

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1980er Abel Ferrara New York Femme fatale Rache


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SCHULMÄDCHEN-REPORT 9 - REIFEPRÜFUNG VOR DEM ABITUR


SCHULMÄDCHEN-REPORT 9 - REIFEPRÜFUNG VOR DEM ABITUR SCHULMÄDCHEN-REPORT 9 - REIFEPRÜFUNG VOR DEM ABITUR (DVD: Kinowelt, Deutschland)
(OT: Schulmädchen-Report, 9. Teil - Reifeprüfung vor dem Abitur | Deutschland 1975 | Regie: Walter Boos)


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Ein Autorennen endet für eine Gruppe Jugendlicher erst an einem Baum bzw. im Straßengraben und anschließend auf einer Polizeiwache. Nachdem alle Protokolle aufgenommen sind und die Jugendlichen nach Hause dürfen, werfen die beiden diensthabenden Polizisten einen näheren Blick auf die Akten der Beteiligten und bringen so das eine oder andere pikante Detail ans Tageslicht...

Der 9. Teil der berühmt-berüchtigten Schulmädchen-Report-Reihe hat zwar im direkten Vergleich mit seinen Vorgängern - fast erwartungsgemäß - keine großartigen Neuerungen zu bieten, konnte mich aber wieder mal mit seiner Mischung aus skandalösen und komischen Episoden ganz gut unterhalten. Dieses Mal werden u.a. die Folgen einer zu frühen Hochzeit thematisiert, eine Gruppensex-Party verläuft nicht wirklich wie geplant, der vom Stiefvater erzwungene Geschlechtsverkehr endet in einer ungewollten Schwangerschaft der Stieftochter, ein junges Mädchen leidet unter den Folgen einer Begegnung mit einem Exhibitionisten und besorgte Eltern versuchen sich der Sprache und dem Stil der Jugend anzupassen und machen sich so vollkommen zum Affen. Den Humor empfand ich in diesem Film nicht ganz so nervig wie in manch anderen Teilen zuvor und durch die Tatsache, dass dieses Mal wirklich alle Episoden irgendwie miteinander verbunden sind und am Ende des Streifens zusammenlaufen machte der 9. Teil auf mich einfach einen runden Eindruck und ich möchte - insbesondere im Vergleich zu den beiden unmittelbaren Vorgängern - schon fast von einer kleinen Qualitätssteigerung sprechen. Bis ich mir Teil 10 ansehe, werden aber sicher wieder einige Wochen ins Land gehen. Denn in zu kurzen Abständen sollte man die Schulmädchen-Report-Filme in meinen Augen auf keinen Fall ansehen.

Walter Boos 1970er female nudity Sequel Sexploitation Teensploitation


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DER ROTE KREIS


DER ROTE KREIS DER ROTE KREIS (DVD: Tobis/UFA/Universum, Deutschland)
(OT: Der rote Kreis | Dänemark/Deutschland 1960 | Regie: Jürgen Roland)


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Ein Erpresser versetzt die wohlhabende Londoner Bevölkerung in Angst und Schrecken. Wer den gestellten Forderungen nicht nachkommt, wird kaltblütig ermordet. Als Markenzeichen hinterlässt der Verbrecher am jeweiligen Tatort einen roten Kreis. Sonstige Hinweise auf den oder die Täter gibt es nicht. Da der mit der Klärung des Falles beauftragte Polizeiinspektor Parr (Karl-Georg Saebisch) noch keinen Erfolg bei seinen Ermittlungen aufweisen kann, bittet Scotland Yard den Privatdetektiv Derrick Yale (Klausjürgen Wussow) um Hilfe. Gemeinsam mit Parr soll Yale den Fall aufklären und den Erpresser schnappen...

Nur ein Jahr nach dem Erfolg von Der Frosch mit der Maske kam mit Der rote Kreis die zweite Verfilmung nach einer Vorlage von Edgar Wallace in die Kinos. Regisseur Jürgen Roland setzt im Gegensatz zu Harald Reinl ein bisschen mehr auf Action und leider ein bisschen weniger auf Spannung. Der Vorgänger hat mich auf jeden Fall mehr in seinen Bann ziehen können als dieser Film. Das lag vielleicht auch daran, dass Klausjürgen Wussow in der Rolle als außenstehender Helfer der Polizei seine Sache zwar sicher ganz gut macht, im direkten Vergleich mit Joachim Fuchsberger aus dem ersten Film - insbesondere im Hinblick auf dessen Ausstrahlung und Präsenz - aber eindeutig den kürzeren zieht. Sehenswert und unterhaltsam ist Rolands Film aber dennoch. Denn die Mischung aus Spannung, Action und Komik (Eddi Arent ist wieder mit von der Partie) geht letzten Endes dann doch wieder auf und mit der zauberhaften Renate Ewert, die sich tragischerweise im Dezember 1966 im Alter von gerade mal 33 Jahren das Leben genommen hat, hat der Streifen auch einen echten Hingucker zu bieten.

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Jürgen Roland Eddi Arent 1960er London Euro Crime


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THE TRIP


THE TRIP THE TRIP (DVD: MGM, Niederlande)
(OT: The Trip | USA 1967 | Regie: Roger Corman)


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Werbefilmregisseur Paul Groves (Peter Fonda) steht kurz vor der Scheidung von seiner Frau Sally (Susan Strasberg) und befindet sich in einer schweren persönlichen Lebenskrise. Unter Aufsicht seines Freundes John (Bruce Dern) entschließt sich Paul, einen Selbstfindungsprozess unter LSD-Einfluss einzuläuten...

Trash-Papst Roger Corman führte Regie, Jack Nicholson schrieb das Drehbuch und neben den in der Inhaltsangabe genannten Schauspielern ist auch noch Dennis Hopper mit von der Partie. Eigentlich ganz gute Voraussetzungen für einen unterhaltsamen Film. The Trip scheitert jedoch daran, dass er eigentlich keine Geschichte zu erzählen hat und somit relativ schnell Langeweile einkehrt. Denn so sehenswert der verfilmte Drogenrausch mit seinen teils obskuren und mit psychedelischer Musik unterlegten Bildern anfangs auch sein mag, der Sättigungseffekt tritt lange vor dem Abspann ein und so bleibt am Ende doch ein sehr dürftiges und durchschnittliches Filmerlebnis übrig.

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Roger Corman Peter Fonda Dennis Hopper Peter Bogdanovich Dick Miller 1960er female nudity American International Drugsploitation


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FLUCHT AUS L.A.


FLUCHT AUS L.A. FLUCHT AUS L.A. (DVD: Paramount, Deutschland)
(OT: Escape from L.A. | USA 1996 | Regie: John Carpenter)


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Die USA im Jahr 2013: Jeder, der sich nicht an die strengen Gesetze der Regierung hält oder dieser sonst in irgendeiner Art und Weise ein Dorn im Auge ist, wird nach Los Angeles verbannt. Die Stadt der Engel wurde nach einem schweren Erdbeben im Jahr 2000 zu großen Teilen überflutet und dient mittlerweile als Gefängnisinsel von der es kein Entkommen mehr gibt. Auch Snake Plissken (Kurt Russell) wird 16 Jahre nach seiner erfolgreichen Mission in New York mal wieder wegen mehrerer Vergehen geschnappt und steht kurz davor seine Strafe anzutreten. Aber auch dieses Mal wird ihm ein Freispruch in Aussicht gestellt. Er soll Utopia (A.J. Langer), die durchgeknallte Tochter des Präsidenten (Cliff Robertson), finden. Die hat sich mit einem gefährlichen Satellitenkontrollgerät nach Los Angeles abgesetzt und sich dem dortigen Rebellenführer angeschlossen...

Kurt Russell, Steve Buscemi, Stacy Keach, Pam Grier, Peter Fonda, Michelle Forbes, Cliff Robertson, Valeria Golino und Bruce Campbell - Regisseur John Carpenter hat für die Fortsetzung seines großartigen Escape from New York aus dem Jahr 1981 eine durchaus illustre Darstellerriege vor der Kamera versammelt. Schade, dass nicht mehr dabei herausgekommen ist. Die Fortsetzung ist ein knallbuntes Trash-Spektakel in dem die Story des ersten Teils praktisch noch einmal wiederholt wird und den Film so eher wie ein Remake als eine Fortsetzung aussehen lässt. Von der Atmosphäre und der Spannung des Originals ist rein gar nichts mehr vorhanden, dafür knallt es ständig an allen Ecken und Enden und so mies der Streifen auch geraten ist, einen gewissen Unterhaltungswert kann man ihm sicher nicht absprechen. Erwähnenswert sind sicher noch zwei vollkommen verschiedene Dinge: Zum einen die extrem miserablen CGI-Effekte, die ich in so schlechter Form selten zuvor gesehen habe, zum anderen die Tatsache, dass Carpenter mit seiner Zukunftsvision aus dem Jahr 1996 gar nicht mal so falsch gelegen hat. Denn gewisse Parallelen seines Films mit der Administration unter George W. Bush sind sicher nicht von der Hand zu weisen.

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Pam Grier Valeria Golino Peter Fonda Steve Buscemi Kurt Russell John Carpenter Bruce Campbell 1990er Sequel Nahe Zukunft Los Angeles Dystopie


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MOONLIGHTING WIVES


MOONLIGHTING WIVES MOONLIGHTING WIVES (DVD: Retro-Seduction Cinema, USA)
(OT: Moonlighting Wives | USA 1966 | Regie: Joseph W. Sarno)

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Da das Geld hinten und vorne nicht reicht, beschließt die ehrgeizige Hausfrau Joan Rand (Tammy Latour) sich mit einem Stenotypistinnen-Service etwas nebenher zu verdienen. Schnell muss sie erkennen, dass ihre Kunden weniger an ihren Fähigkeiten an der Schreibmaschine interessiert sind, sondern sich vielmehr für ihre körperlichen Reize begeistern. Joan entschließt sich dazu, ihr Angebot der Nachfrage entsprechend anzupassen und kommt - da die Nachfrage ihrer besonderen Zusatzleistungen immer größer wird - schon bald in eine Art Lieferengpass. Neue und vor allem willige Frauen müssen engagiert werden und aus dem anfänglichen Stenotypistinnen-Service wird schon bald ein regelrechter Prostituierten-Ring...

So, das war dann wohl der Gegenentwurf zur einen oder anderen Hollywood-Produktion mit Doris Day in der Hauptrolle. Aber obwohl der Inhalt von Joseph W. Sarnos erstem Farbfilm entsprechende Schauwerte praktisch herausfordert, gibt es in dem Exploitation-Streifen erstaunlich wenig Exploitation zu bewundern. So zeigefreudig wie in manch anderem seiner späteren Werke geht Sarno hier nicht zur Sache; ein nackter Frauenrücken, ein paar verführerische Dessous, viel mehr gibt es nicht zu sehen (das hängt eventuell auch mit dem Produktionsjahr zusammen; ob seine früheren S/W-Filme mehr nackte Haut gezeigt haben entzieht sich meiner Kenntnis, da ich bisher noch keinen dieser Streifen gesehen habe). Das Hauptaugenmerk der Story liegt auf dem Rekrutieren der neuen Angestellten und dem Ausbau des Prostituierten-Ringes. Das ist zwar alles andere als spektakulär und bis auf ein paar eher am Rand behandelte Problemfelder (wie beispielsweise die Folgen von Joans Unternehmen auf ihre Ehe) kann man die Geschichte auch nicht wirklich als abwechslungsreich bezeichnen, auf seine ganz eigene Art und Weise ist der Film aber doch ziemlich kurzweilig und unterhaltsam geraten.

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Joseph W. Sarno 1960er Sexploitation


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BEAST FROM HAUNTED CAVE


BEAST FROM HAUNTED CAVE BEAST FROM HAUNTED CAVE (DVD: Synapse, USA)
(OT: Beast from Haunted Cave | USA 1960 | Regie: Monte Hellman)


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Eine Gruppe von Bankräubern plant unter der Leitung des Gangsters Alexander Ward (Frank Wolff) einen großen Coup. Die Bank von Deadwood, South Dakota, soll um einige Goldbarren erleichtert werden, die Flucht soll unbemerkt durch einen Skiausflug unter Leitung des ahnungslosen Skilehrers Gil Jackson (Michael Forest) zu einer abgelegenen Berghütte erfolgen. Um die örtliche Polizei vom Überfall auf die Bank abzulenken, sprengen die Gangster eine nahegelegene Mine in die Luft und ahnen nicht, dass sie dadurch eine schreckliche Kreatur befreien, die sich umgehend auf die Jagd nach Futter macht...

Beast from Haunted Cave war die erste Regie-Arbeit von Monte Hellman, dessen Name den meisten - mich eingeschlossen - wohl nur bekannt sein dürfte, da er auch bei Two-Lane Blacktop auf dem Regiestuhl saß und als ausführender Produzent des Tarantino-Streifens Reservoir Dogs in den Credits auftauchte. Hellman hat bei seinem Debüt als Regisseur sicher das Maximale aus den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln herausgeholt. Der Versuch, die Spannung langsam aber stetig aufzubauen, ist meines Erachtens ganz gut geglückt, das Monster wird erst zum Ende hin in seiner vollen Pracht präsentiert und durch die relativ kurze Laufzeit von nicht einmal 75 Minuten schleichen sich auch keine allzu unnötigen Längen ein. Und dann hat Hellman mit Sheila Carol (aka Sheila Noonan, so ihr Name in der IMDB) in der Rolle der Gypsy Boulet auch noch einen echten Hingucker am Start. Alles in allem ganz nette Unterhaltung der etwas trashigeren Art.

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Monte Hellman 1950er


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DER FROSCH MIT DER MASKE


DER FROSCH MIT DER MASKE DER FROSCH MIT DER MASKE (DVD: Tobis/UFA/Universum, Deutschland)
(OT: Der Frosch mit der Maske | Dänemark/Deutschland 1959 | Regie: Harald Reinl)


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In London treibt die berüchtigte "Frosch"-Bande ihr Unwesen und verbreitet Angst und Schrecken. Der ermittelnde Polizeiinspektor Elk (Siegfried Lowitz) tappt bei der Suche nach dem Anführer der Bande, dem geheimnisvollen Frosch mit der Maske, weitestgehend im Dunkeln und so fühlt sich der Millionenerbe und Hobbydetektiv Richard Gordon (Joachim Fuchsberger) gemeinsam mit seinem Diener James (Eddi Arent) dazu berufen, die Polizei bei ihren Ermittlungen tatkräftig zu unterstützen...

Der Frosch mit der Maske war der erste Film der insbesondere in den 60er Jahren äußerst erfolgreichen Edgar Wallace-Reihe. Der Film überzeugt vor allem mit seinem nostalgischen Charme, überrascht mit der einen oder anderen Gewaltspitze, die mich unter Berücksichtigung des Produktionsjahres doch sehr gewundert hat, und unterhält mit seiner Mischung aus Spannung sowie freiwilliger und teilweise sicherlich auch unfreiwilliger Komik einfach vorzüglich. Der Anfang ist gemacht und ich habe mir fest vorgenommen, mir in losen Abständen in den nächsten Wochen und Monaten sämtliche Wallace-Filme anzusehen. Meine Erinnerung an die Streifen ist nur noch bruchstückhaft vorhanden, viele Filme kenne ich wahrscheinlich noch überhaupt nicht und nach diesem wunderbaren Auftaktfilm will ich einfach mal hoffen, dass auch die Nachfolger ähnlich unterhaltsam sind und mein Vorhaben somit zu einem spaßigen Unterfangen wird.

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Eddi Arent Joachim Fuchsberger Harald Reinl 1950er Euro Crime London


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BUCKTOWN


BUCKTOWN BUCKTOWN (DVD: MGM, USA)
(OT: Bucktown | USA 1975 | Regie: Arthur Marks)


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Duke Johnson (Fred Williamson) besucht eine kleine Stadt um seinen verstorbenen Bruder zu beerdigen und dessen Erbe anzutreten. Zum Nachlass gehört auch ein Nachtclub, den Duke möglichst schnell versilbern will. Um einen potentiellen Käufer zu finden, muss Duke das Lokal jedoch mit Hilfe der attraktiven Aretha (Pam Grier) erst wieder eröffnen und macht so bald Bekanntschaft mit der lokalen Polizei. Die korrupten Gesetzesdiener verlangen Schutzgeld und Duke, der überhaupt nicht einsieht entsprechende Zahlungen zu leisten, bittet daraufhin seinen alten Freund Roy (Thalmus Rasulala) um Hilfe, der auch umgehend mit seinem Schlägertrupp (u.a. Carl Weathers) anrückt...

Es gibt Filme, die einem aus irgendwelchen Gründen bereits von der ersten Minute an gefallen. Bucktown war genau einer dieser Kandidaten. Da hat für mich einfach alles zusammengepasst: Die Story, die auch gut aus einem Western stammen könnte, die Atmosphäre, die dieses wunderbare Gefühl der 70er-Jahre hervorragend herüberbringt, die ganze Ausstattung des Streifens und natürlich die Darsteller, allen voran Fred Williamson und die einfach nur hammermäßig aussehende Pam Grier ( :love: ) sorgten für Ex- bzw. Blaxploitationunterhaltung erster Güteklasse. Welchen Stellenwert man Bucktown innerhalb des Blaxploitation-Genres einräumen könnte, kann ich - da ich noch nicht so extrem viele Filme dieser Art gesehen habe - schlecht beurteilen, ich persönlich fühlte mich mindestens genauso gut unterhalten wie bei Streifen wie Foxy Brown oder Coffy. Bucktown hat auf jeden Fall richtig Lust auf mehr gemacht und ich werde wohl bei meinen US-Bestellungen in den nächsten Monaten auch noch den einen oder anderen Titel der Soul Cinema-Reihe von MGM ordern müssen.

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Carl Weathers female nudity 1970er Arthur Marks Pam Grier Fred Williamson Blaxploitation American International Rache


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STAGEFRIGHT


STAGEFRIGHT STAGEFRIGHT (DVD: Anchor Bay, USA)
(OT: Deliria | Italien 1987 | Regie: Michele Soavi)


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In einer abgelegenen Halle laufen die letzten Proben für ein Horror-Musical. Als sich die Hauptdarstellerin Alicia (Barbara Cupisti) am Knöchel verletzt und sich heimlich im nächstgelegenen Krankenhaus behandeln lassen will, hat dies ungeahnte Konsequenzen. Auf schnellem Wege erreichbar ist nur eine nahegelegene psychiatrische Klinik und als Alicia nach der ärztlichen Versorgung wieder zu den Proben zurückfährt, hat sie einen blinden und extrem gefährlichen Passagier an Bord...

Beim Regie-Debüt von Michele Soavi handelt es sich um einen lupenreinen Slasher. Nach dem 10-kleine-Negerlein-Prinzip metzelt sich der Killer durch die Cast- und Crew-Mitglieder des Theaterstücks und hinterlässt dabei eine teilweise extrem blutige Spur. Das große Plus des Films sind die Schauwerte, sprich die verdammt graphisch ausgefallenen Splatter- und Gore-Effekte, sowie die im letzten Drittel aufkommende Spannung (zu einem Zeitpunkt, in dem die Opfer für den Killer so langsam aber sicher auszugehen drohen). Mit der teils haarsträubend konstruierten Geschichte gibt es dagegen keinen Blumentopf zu gewinnen. Das war in manchen Momenten sogar für einen Slasher zu viel des Guten. Wer wie ich über solche Drehbuchschwächen hinwegsehen kann, wird mit StageFright aber sicher seinen Spaß haben.

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1980er Slasher Michele Soavi female nudity


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BLUT FÜR DRACULA


BLUT FÜR DRACULA BLUT FÜR DRACULA (DVD: Anolis, Deutschland)
(OT: Dracula: Prince of Darkness | Großbritannien 1966 | Regie: Terence Fisher)


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Den Warnungen eines Mönchs (Andrew Keir) zum Trotz machen sich zwei britische Ehepaare (Francis Matthews, Charles Tingwell, Barbara Shelley und Suzan Farmer) während ihres Urlaubs in den Karpaten auf den Weg in den kleinen Ort Carlstadt und landen zufällig und vollkommen unbeabsichtigt im Schloss des nun schon seit mehreren Jahren toten Grafen Dracula (Christopher Lee). Dort scheinen sie zu ihrer großen Überraschung bereits erwartet zu werden...

Im dritten Film der Dracula-Reihe von Hammer muss man zwar leider auf Peter Cushing in der Rolle des Van Helsing verzichten, dafür ist aber Christopher Lee als Graf Dracula wieder mit von der Partie. Bis zum ersten Auftritt Draculas dauert es allerdings gute 45 Minuten und Regisseur Terence Fisher nutzt diese Zeit um entsprechende Spannung aufzubauen und eine schaurig-schöne Atmosphäre zu schaffen. Diese gruselige Stimmung des Films bleibt auch nach der lang ersehnten Auferstehung des Grafen erhalten und wird durch die wieder mal tolle Ausstattung des Streifens und die unglaubliche Präsenz von Christopher Lee nur noch verstärkt. Lediglich das Finale ist für meinen Geschmack ein bisschen zu holprig und unspektakulär ausgefallen. Insgesamt betrachtet hat mir Blut für Dracula ein bisschen besser gefallen als der zweite Teil, an den Auftakt der Reihe aus dem Jahr 1958 kommt er aber nicht ganz heran.

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Terence Fisher Christopher Lee 1960er Sequel Hammer Film Vampir


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DAS TAL DER PUPPEN


DAS TAL DER PUPPEN DAS TAL DER PUPPEN (DVD: 20th Century Fox, Deutschland)
(OT: Valley of the Dolls | USA 1967 | Regie: Mark Robson)


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Um in Hollywood Karriere zu machen, verlässt Anne Welles (Barbara Parkins) gegen den Willen ihrer Eltern ihren Heimatort in New England und beginnt als Sekretärin bei einem angesehenen, im Showgeschäft tätigen Rechtsanwalt. Dadurch lernt sie die talentierte Sängerin Neely O'Hara (Patty Duke) und die äußerst attraktive, ebenfalls im Showbusiness tätige Jennifer North (Sharon Tate) kennen. Den Traum von der großen Karriere teilen alle drei Frauen und tatsächlich legt jede von ihnen schon bald einen rasanten Aufstieg auf der Karriereleiter hin. Doch der erworbene Ruhm hat auch viele Schattenseiten...

Bei Valley of the Dolls handelt es sich um die Verfilmung des gleichnamigen Skandalromans von Jacqueline Susann, der vom Aufstieg und Fall dreier Frauen im Showgeschäft erzählt. Ich kann mir gut vorstellen, dass u.a. der tragische Tod von Marilyn Monroe zu den Inspirationsquellen für Buch und Film gedient haben dürfte. Hollywood wird als einziger Moloch dargestellt, in dem es neben Neid und Missgunst nur noch Alkohol, Tabletten und sonstige Drogen zu geben scheint. Eine Mixtur, die zwangsläufig in die Katastrophe führen muss. Da mag ja vielleicht sogar ein bisschen Wahrheit dahinter stecken, wirklich ernst nehmen kann man Robsons Film jedoch meines Erachtens nicht. Das ist alles doch ein bisschen viel zu klischeehaft und viel zu platt gezeichnet und wirkliches Interesse an den Charakteren wird durch den episodenhaften Aufbau des Streifens und den dadurch etwas planlos erscheinenden Verlauf der Handlung auch nicht wirklich erzeugt. Ich möchte Valley of the Dolls irgendwo zwischen Edel-Trash und Exploitation ansiedeln. Der Unterhaltungswert ist trotz aller Schwächen enorm hoch, die Schauwerte passen (insbesondere Sharon Tate war wirklich ein absoluter Hingucker :love: ) und so manche Thematik hätte ich in einem Studiofilm aus dieser Zeit auch nicht wirklich erwartet. Ja, ich hatte durchaus meinen Spaß mit dem Streifen.

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Mark Robson 1960er Los Angeles Oscar Nominee New York


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DELIRIUM (International Version)


DELIRIUM (International Version) DELIRIUM (International Version) (DVD: Anchor Bay, USA)
(OT: Delirio caldo | Italien 1972 | Regie: Renato Polselli)


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Der Psychologe Dr. Lyutak (Mickey Hargitay) arbeitet schon seit längerer Zeit eng mit der Polizei zusammen und hilft dieser bei der Aufklärung von Mordfällen. Nach dem Mord an einer jungen Frau, den Lyutak begangen hat, gerät der Psychologe vollkommen zurecht ins Visier der Ermittlungen. Als jedoch weitere Morde nach ähnlichem Muster verübt werden und Lyutak für diese Taten eindeutige Alibis nachweisen kann, gestalten sich die weiteren Ermittlungen schwierig und auch Lyutak selbst kann sich nicht erklären, wer für die weiteren Morde verantwortlich ist...

So wirklich vom Hocker gerissen hat mich Das Grauen kommt nachts - so der deutsche Titel - nicht gerade. Dafür war die Handlung einfach zu wirr und der Film insgesamt betrachtet zu spannungsarm. Da meine Vorliebe für Euro-Sleaze aber einfach viel zu groß ist, die Atmosphäre einigermaßen gepasst hat und auch mit den typischen Genrezutaten (ein bisschen Blut und viel nackte Haut) nicht gespart wurde, fühlte ich mich doch ganz ansprechend unterhalten und erlebte mit der internationalen Version des Streifens - die sich von der ebenfalls auf der DVD von Anchor Bay enthaltenen und von mir jedoch noch nicht gesichteten US-Version doch ziemlich unterscheiden muss - vergnügliche 100 Minuten.

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Renato Polselli 1970er Giallo female nudity


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WHO CAN KILL A CHILD?


WHO CAN KILL A CHILD? WHO CAN KILL A CHILD? (DVD: Dark Sky Films, USA)
(OT: ¿Quién puede matar a un niño? | Spanien 1976 | Regie: Narciso Ibáñez Serrador)


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Das Pärchen Tom (Lewis Fiander) und Evelyn (Prunella Ransome) machen während ihres Urlaubs in Spanien einen Ausflug zu einer abgelegenen Insel und müssen feststellen, dass diese wie ausgestorben ist. Nur ein paar vereinzelte Kinder sind in den Straßen zu sehen. Und diese werden schon bald zur Bedrohung für die beiden unbedarften Urlauber...

Kinder empfinde ich im phantastischen Film immer als eine extrem effektive Bedrohung. Wer kann schon ein Kind töten? Diese Frage stellt der Titel dieses spanischen Schockers und zeigt damit schon das große Dilemma auf, in dem sich die von Kindern angegriffenen Protagonisten befinden. Die Spannung und die Bedrohung bauen sich langsam und schleichend auf. Schockt Regisseur Serrador zu Beginn noch mit unbequemen Bildern aus verschiedenen Kriegen, die aufzeigen sollen, dass es die Kinder dieser Welt immer am schlimmsten trifft (eine Sequenz, die ich persönlich übrigens für absolut misslungen empfunden habe, da somit die Taten der Kinder im Verlauf des Films legitimiert werden und in meinen Augen dem Streifen ein großes Stück seiner Bedrohung schon im Vorfeld genommen wird), verwöhnt er den Zuschauer im Anschluss erst mal mit Bildern aus dem sonnigen Spanien, die so gar nicht an einen Horrorfilm erinnern wollen. Doch spätestens als die beiden Urlauber auf der Insel ankommen, dreht Serrador die Spannungsschraube extrem an und schafft eine schier unglaublich bedrohliche Atmosphäre, die er allerdings nicht über die komplette Restlaufzeit des Films aufrechterhalten kann. Dafür ist der Streifen für meinen Geschmack ein bisschen zu lang geraten und es schleichen sich doch gerade im letzten Drittel des Films einige Längen ein. Eine etwas kürzere Laufzeit hätte dem Film sicher gut getan und Who Can Kill a Child? hätte mir dann vielleicht sogar noch besser gefallen, als er es ohnehin getan hat. Eine kleine Perle ist der Film aber auf jeden Fall.

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Narciso Ibáñez Serrador 1970er Shocksploitation


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DRACULA UND SEINE BRÄUTE


DRACULA UND SEINE BRÄUTE DRACULA UND SEINE BRÄUTE (DVD: Koch Media, Deutschland)
(OT: The Brides of Dracula | Großbritannien 1960 | Regie: Terence Fisher)


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Als ihre Kutsche ohne sie abfährt, muss die junge Lehrerin Marianne Danielle (Yvonne Monlaur) ihre Reise in ein Mädchen-Internat unterbrechen und nimmt die Einladung der Baroness Meinster (Martita Hunt), die Nacht in ihrem Schloss zu verbringen, dankend an. Dort macht sie Bekanntschaft mit dem geheimnisvollen Sohn der Baroness, dem Baron Meinster (David Peel), der wegen einer schweren Krankheit in seinem Zimmer angekettet ist. Als Marianne vom Baron darum gebeten wird, ihn von seinen Ketten zu befreien, kommt sie dieser Bitte nach und ahnt nicht, welches Unheil sie dadurch auslöst...

Die erste Fortsetzung der Dracula-Serie der britischen Hammer Studios muss leider ohne Dracula und somit auch ohne Christopher Lee auskommen. Dracula selbst wird ja erst im dritten Teil der Hammer-Reihe wieder zum Leben erweckt und der Titel des Films ist also durchaus etwas irreführend. Einen Vampir gibt es in Gestalt des Baron Meinster natürlich trotzdem zu bewundern und auch Peter Cushing ist als Vampirjäger Dr. Van Helsing wieder mit von der Partie. An die Qualitäten des Auftaktfilms aus dem Jahr 1958 kann Dracula und seine Bräute allerdings nicht ganz anknüpfen. Auch wenn man sich über fehlende Atmosphäre und Spannung sicher nicht beklagen kann, fehlt doch die unglaubliche Präsenz von Christopher Lee. Der von David Peel gespielte Baron Meinster wirkt lange nicht so furchterregend wie der von Lee verkörperte Graf Dracula und genau dieser Unterschied ist es dann auch, der die Fortsetzung in meinen Augen etwas schwächer erscheinen lässt als das Original.

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Sequel 19. Jahrhundert 1960er Peter Cushing Terence Fisher Hammer Film Vampir


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ASSAULT - ANSCHLAG BEI NACHT


ASSAULT - ANSCHLAG BEI NACHT :love: ASSAULT - ANSCHLAG BEI NACHT :love: (DVD: e-m-s, Deutschland)
(OT: Assault on Precinct 13 | USA 1976 | Regie: John Carpenter)


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Polizist Ethan Bishop (Austin Stoker) erhält den Routineauftrag, in einem alten Polizeirevier eine Nacht vor dessen endgültiger Schließung die Stellung zu halten. Doch nachdem zuerst ein Transport mit drei Gefangenen dort Halt macht und anschließend ein unbekannter Fremder in dem Revier Zuflucht sucht, beginnt für Bishop die härteste Nacht seines Lebens. Das Revier wird von unzähligen Gangmitgliedern angegriffen, welche die Herausgabe des Unbekannten erzwingen wollen...

Mit Assault - Anschlag bei Nacht geht es mir ähnlich wie mit dem fünf Jahre später entstandenen Die Klapperschlange. Der Film will und will sich einfach nicht abnützen. Jede Sichtung dieses beklemmenden Streifens begeistert mich aufs Neue und Carpenter zieht mich mit seinen einfachen Mitteln immer wieder in seinen Bann. Wie er beispielsweise Motive des Westerns und des Horrorfilms miteinander vermischt und es teilweise allein durch den minimalistischen Synthie-Score schafft, Gänsehaut zu erzeugen, ist wahrlich meisterhaft. Assault nimmt darüber hinaus schon ein ganzes Stück der Endzeitstimmung aus Die Klapperschlange vorweg und vielleicht könnte man Snake Plisskens Abenteuer fast als eine Art Sequel zum Angriff auf das Polizeirevier sehen. Demnächst werde ich mich auch mal dem 2005 entstandenen Remake des Films widmen und bin schon gespannt, ob dieses zumindest als gelungen bezeichnet werden kann. Die Fußstapfen, in die der französische Regisseur Jean-François Richet da zu treten versuchte, haben in meinen Augen definitiv Übergröße.

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John Carpenter 1970er Rache


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MALABIMBA - THE MALICIOUS WHORE


MALABIMBA - THE MALICIOUS WHORE MALABIMBA - THE MALICIOUS WHORE (DVD: Severin Films, USA)
(OT: Malabimba | Italien 1979 | Regie: Andrea Bianchi)


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Eine Séance im Anwesen des verwitweten Andrea (Enzo Fisichella) zieht ungeahnte Folgen nach sich. Andreas Tochter (Katell Laennec) wird von einem Dämon besessen und beginnt damit, sämtliche Bewohner des Anwesens in sexuelle Handlungen zu verwickeln...

Malabimba hat eigentlich so gut wie gar nichts zu bieten. Eine Story ist praktisch nicht vorhanden und der Film besteht im Endeffekt lediglich aus einer Aneinanderreihung von meist unästhetischen Erotik-Szenen, die von den Produzenten im Nachhinein dahingehend "aufgewertet" wurden, dass ziemlich stümperhaft vereinzelte Hardcore-Clips in den Film geschnitten wurden. Und doch muss ich gestehen, dass ich selbst diesem Machwerk einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen kann und den Streifen trotz sämtlicher Unzulänglichkeiten als erstaunlich kurzweilig empfunden habe.

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Andrea Bianchi 1970er female nudity Sexploitation Nunsploitation


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52 PICK-UP


52 PICK-UP 52 PICK-UP (DVD: MGM, Deutschland)
(OT: 52 Pick-Up | USA 1986 | Regie: John Frankenheimer)


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Gangster erpressen den Unternehmer Harry Mitchell (Roy Scheider) mit kompromittierenden Aufnahmen, die ihn beim Liebesspiel mit seiner Geliebten Cini (Kelly Preston) zeigen. Als Harry sich weigert, die geforderten 105.000 Dollar zu bezahlen, bekommt er die volle Wut der Erpresser zu spüren und muss auf eigene Faust versuchen, sich und seine Frau Barbara (Ann-Margret), vor den Gangstern zu schützen...

Regie-Veteran John Frankenheimer inszenierte diesen reißerischen Thriller nach einem Roman von Elmore Leonard Mitte der 80er Jahre für die Cannon Group und die "Handschrift" dieser kleinen Produktionsfirma ist auch sofort erkennbar. Auf einen glaubwürdigen Storyverlauf wurde auf jeden Fall weit weniger Wert gelegt als auf entsprechende Schauwerte. Die sind dafür reichlich vorhanden und verleihen dem Film eine gewisse schmierige und dreckige Atmosphäre. Neben einigen blutigen Details gibt es in dem im Porno-Milieu spielenden Streifen (in einer Party-Szene sind eine ganze Reihe Porn-Stars wie z.B. Ron Jeremy, Jamie Gillis, Tom Byron, Herschel Savage und Amber Lynn in kurzen Cameos zu sehen) vor allem ziemlich viel nackte Haut zu bewundern und allein die Strip-Szene, in der die wunderschöne Vanity ( :love: ) - die meines Erachtens in viel zu wenigen Filmen ihre körperlichen Reize zeigen konnte - ihren nahezu perfekten Körper präsentiert, macht 52 Pick-Up schon irgendwie sehenswert.

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Kelly Preston Ron Jeremy Vanity John Frankenheimer Ann-Margret Roy Scheider 1980er female nudity Jamie Gillis Cannon Films


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THE FOREST


THE FOREST THE FOREST (DVD: Media Blasters/Code Red, USA)
(OT: The Forest | USA 1982 | Regie: Donald M. Jones)


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Da sie ihren Ehemännern beweisen wollen, dass sie auch ohne sie klar kommen, begeben sich zwei Freundinnen ohne ihre Männer auf einen Camping-Ausflug in die nahe liegenden Wälder. Die Männer sollen ein paar Tage später nachkommen. Doch bereits am ersten Abend in der Wildnis müssen die beiden Frauen feststellen, dass sie nicht alleine in den Wäldern zu sein scheinen…

Von dem Film hatte ich mir - auch wenn mir von vornherein klar war, dass es sich bestenfalls um ein C-Movie handeln wird - doch ein kleines bisschen mehr versprochen. Ich hatte auf einen netten Backwood-Slasher alter Schule gehofft. Mit ein bisschen Spannung, ein bisschen Blut und ein bisschen nackter Haut. Gesehen habe ich einen größtenteils langweiligen Streifen, in dem die Handlung um den Killer mit einer Geistergeschichte kombiniert wurde und dadurch jegliche Spannung flöten ging. Das war wirklich eine sehr durchwachsene Angelegenheit.

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1980er Donald M. Jones Slasher


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VANESSA


VANESSA VANESSA (DVD: Severin Films, USA)
(OT: Vanessa | Deutschland 1977 | Regie: Hubert Frank)


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Die Klosterschülerin Vanessa (Olivia Pascal) reist nach dem Tod ihres letzten Verwandten nach Hong Kong um dort ihr Erbe anzutreten. Zum Nachlass gehört u.a. eine ganze Reihe von Bordellen und eine gut laufende Plantage. Schnell freundet sich Vanessa mit der äußerst freizügigen Jackie (Uschi Zech), der Tochter eines Angstellten des Erblassers, an und macht ihre ersten erotischen und sexuellen Erfahrungen. Doch Vanessa wird nicht nur mit offenen Armen empfangen. Adrian (Günter Clemens), der Betreiber der Plantage, behauptet, der uneheliche Sohn des Verstorbenen zu sein und pocht auf sein Erbe…

Der deutsche Erotik- und Sex-Film bestand in den 70er Jahren ja hauptsächlich aus Komödien und Report- und Aufklärungsfilmen. Vanessa dürfte innerhalb des Genres eine der berühmten Ausnahmen sein, die die Regel bestätigen. Hubert Franks Film orientiert sich mehr an Genrebeiträgen aus Italien und Frankreich. Die etwas verworrene und teilweise auch ein bisschen planlos erscheinende Geschichte könnte auch aus einem der Black Emanuelle-Filme stammen und der exotische Schauplatz Hong Kong tut sein übriges, um diesen Eindruck zu bestätigen. Kameramann Franz Xaver Lederle holt dann auch verdammt viel aus den Reizen des Drehortes und der Darstellerinnen heraus und verzaubert den Genrefan mit teils hervorragend fotografierten Bildern. Einen Mangel an nackter Haut in atemberaubender Umgebung gibt es sicher nicht zu beklagen. Nichtsdestotrotz steht und fällt ein Film dieses Genres natürlich vor allem mit der erotischen Ausstrahlung der Hauptdarstellerin. Und da liegt dann leider auch die große Schwäche des Streifens. Olivia Pascal, so schnuckelig sie auch sein mag, erreicht nie die Ausstrahlung einer Laura Gemser, einer Gloria Guida oder einer Corinne Clery und so fehlt dem Film dieses gewisse Flair und diese gewisse Atmosphäre, die andere europäische Genre-Produktionen aus dieser Zeit einfach haben. Trotz durchaus guter Ansätze bleibt da meines Erachtens am Ende nur ein durchschnittliches Filmerlebnis übrig.

Hubert Frank Olivia Pascal 1970er female nudity Hongkong Lisa Film Sexploitation


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TARZAN - HERR DES URWALDS


TARZAN - HERR DES URWALDS TARZAN - HERR DES URWALDS (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Tarzan, the Ape Man | USA 1981 | Regie: John Derek)


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Nach dem Tod ihrer Mutter reist Jane Parker (Bo Derek) nach Afrika um dort ihren Vater (Richard Harris), zu dem sie seit ihrer Kindheit keinen Kontakt mehr hatte, aufzusuchen. James Parker ist vom Besuch seiner Tochter und der Tatsache, dass diese ihn auf einer gefährlichen Expedition ins Landesinnere begleiten will, nicht gerade begeistert…

Einem Film, der mit solchen Bildern verzückt, kann man doch gar nicht böse sein:
Eingefügtes BildEingefügtes Bild

Und so muss ich offen zugeben, dass mir diese absolute Trash-Granate aufgrund der nicht wegzudiskutierenden optischen Reize der Hauptdarstellerin verdammt viel Spaß gemacht hat. Über den Rest legen wir lieber den Mantel des Schweigens. Neben dem nahezu perfekten Körper von Bo Derek hat der Film nämlich nicht viel zu bieten. Einzig erwähnenswert ist da noch das herrliche Over-Acting von Richard Harris und die Tatsache, dass Miles O'Keeffe die wohl lächerlichste Tarzan-Besetzung aller Zeiten ist. In seinem Filmdebüt erinnert O'Keeffe mit seinem gestählten Körper eher an ein Mitglied der Chippendales als an einen Urwald-Bewohner und wenn sich bei irgendeiner Verfilmung des Tarzan-Stoffes die Frage stellt, ob der Herr des Urwalds im Besitz eines Rasierapparates ist oder einfach keinen Bartwuchs hat, dann bei dieser hier.

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Bo Derek John Phillip Law John Derek 1980er female nudity Afrika Sexploitation


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DRACULA


DRACULA DRACULA (DVD: Warner, Deutschland)
(OT: Dracula | Großbritannien 1958 | Regie: Terence Fisher)


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Vampirjäger Jonathan Harker (John Van Eyssen) gibt sich als Bibliothekar aus und will sich so das Vertrauen des berüchtigten Grafen Dracula (Christopher Lee) erschleichen und den gefährlichen Vampir für immer vernichten. Doch der Plan geht schief. Bevor Harker selbst getötet wird, schafft er es lediglich, Draculas Gespielin zu pfählen. Der wütende Vampir macht sich nun auf den Weg in Harkers Heimatstadt, um sich dort für den Verlust seiner Gespielin an Harkers Familie zu rächen. Nur Dr. Van Helsing (Peter Cushing), Harkers Freund und Vertrauter, scheint in der Lage zu sein, Dracula aufzuhalten…

Als vorlagentreu kann man den Auftakt der Dracula-Reihe der britischen Hammer Studios sicher nicht bezeichnen. Drehbuchautor Jimmy Sangster und Regisseur Terence Fisher haben sich schon sehr viele Freiheiten bei der Verfilmung des Romans von Bram Stoker genommen, dabei jedoch auch einen Horrorfilm geschaffen, den man mittlerweile sicher schon als zeitlosen Klassiker bezeichnen kann und der mit seinen Fortsetzungen - die ich mir in den nächsten Wochen so nach und nach anschauen möchte (allerdings muss ich mir dazu erst mal den zweiten Teil auf DVD besorgen) - dazu beigetragen hat, dass man Christopher Lee wohl auf Ewigkeiten mit der Rolle des Grafen Dracula verbinden wird. Fishers Film bietet eigentlich alles, was ich mir persönlich von einem klassischen Horrorfilm verspreche: Spannung, tolle Sets und Kulissen, eine schaurig-schöne Atmosphäre und mit Peter Cushing und Christopher Lee in den beiden Hauptrollen eine perfekte Besetzung. Ich bin schon sehr gespannt darauf, ob die eine oder andere Fortsetzung auch so gut gelungen ist wie der Auftakt der Reihe.

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19. Jahrhundert 1950er Christopher Lee Terence Fisher Peter Cushing Hammer Film Vampir


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DIE KLAPPERSCHLANGE


DIE KLAPPERSCHLANGE :love: DIE KLAPPERSCHLANGE :love: (DVD: Universum/UFA, Deutschland)
(OT: Escape from New York | Großbritannien/USA 1981 | Regie: John Carpenter)


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Im Jahr 1997 ist Manhattan ein einziges Hochsicherheitsgefängnis aus dem es kein Entkommen gibt. Auch Ex-Lieutenant Snake Plissken (Kurt Russell) wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und bekommt kurz vor Haftantritt eine Chance, seiner Strafe zu entgehen. Terroristen haben die Air Force One genau über Manhattan Island zum Absturz gebracht und nun befindet sich der US-Präsident (Donald Pleasance) in der Hand der Verbrecher. Plissken soll den Präsidenten retten und im Gegenzug seine Freiheit erhalten…

Es gibt nicht sehr viele Filme, die mich auch bei der x-ten Sichtung noch so fesseln und begeistern wie Carpenters düstere Zukunftsvision aus dem Jahr 1981. Bereits nach den ersten Klängen des minimalistischen Titel-Themas während des Vorspanns bekomme ich eine Gänsehaut und die bedrückende Atmosphäre des ganzen Films will mich einfach nicht loslassen. Obwohl ich den Streifen mittlerweile schon fast auswendig kenne, fiebere und leide ich immer wieder mit Snake Plissken - wohl einer der coolsten Helden überhaupt - mit. Die Klapperschlange ist für mich ein Meisterwerk, ein absoluter Klassiker, der in meinen Augen bis zum heutigen Tag kein bisschen von seiner Faszination verloren hat.

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Season Hubley Ernest Borgnine Lee Van Cleef Donald Pleasance Kurt Russell John Carpenter 1980er Nahe Zukunft New York car chase


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THE HILLS HAVE EYES


THE HILLS HAVE EYES THE HILLS HAVE EYES (DVD: Anchor Bay, Großbritannien)
(OT: The Hills Have Eyes | USA 1977 | Regie: Wes Craven)


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Die Familie Carter ist mit ihrem Wohnwagen auf dem Weg nach Kalifornien. Ein Tankwart gibt den Carters noch den gutgemeinten Ratschlag, die Hauptstraße nicht zu verlassen, doch das Familienoberhaupt entscheidet sich doch für eine Abkürzung und so landen die Carters nach einem Unfall mit einem kaputten Auto mitten in der Wüste. Während der Vater sich zu Fuß auf den Weg zurück macht, um Hilfe zu holen, nähert sich den Carters eine in der Wüste lebende, degenerierte Familie, die sich mit Vorliebe von Menschenfleisch ernährt...

Ohne Kenntnis des Originals habe ich vor einger Zeit das Remake von Alexandre Aja gesehen und war von dem harten und kompromisslosen Streifen durchaus angetan. Nun war endlich mal Wes Cravens Film aus dem Jahr 1977 dran und der wirkte auf mich dann doch noch um einiges bedrohlicher und beängstigender als die Neuverfilmung, bietet eine viel bedrückendere Atmosphäre und ist insgesamt betrachtet einfach spannender. Irgendwie bin ich froh, dass ich Cravens Film erst jetzt gesehen habe. Hätte ich den schon gekannt, wäre ich damals von Ajas Version wahrscheinlich weniger begeistert gewesen. So hatte ich mit beiden Filmen großen Spaß und so bleiben auch beide Streifen - jeder auf seine eigene Weise - als absolut sehenswert im Gedächtnis.

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Wes Craven Michael Berryman 1970er


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DEBBIE DOES DALLAS


DEBBIE DOES DALLAS DEBBIE DOES DALLAS (DVD: Media Blasters/Raincoat Theater/VCX, USA)
(OT: Debbie Does Dallas | USA 1978 | Regie: Jim Clark)


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Debbie (Bambi Woods) ist der Kapitän des Cheerleader-Teams der örtlichen Football-Mannschaft und träumt davon nach Dallas zu reisen, um dort Cheerleaderin des ansässigen Profi-Teams zu werden. Doch die Reise ist kostspielig und ihre Eltern sind nicht bereit, Debbie entsprechend zu unterstützen. Aus diesem Grund erklären sich ihre Freundinnen (u.a. Arcadia Lake und Georgette Sanders) dazu bereit, Debbie durch Einnahmen aus Neben- und Aushilfsjobs zu unterstützen. Doch diese Jobs gestalten sich als äußerst langweilig und uneinbringlich und schließlich kommen die Mädchen auf eine Idee, wie sich in kürzester Zeit ungleich mehr Geld verdienen lässt...

Bei Debbie Does Dallas handelt es sich um einen der bekanntesten und erfolgreichsten Filme aus der Hochzeit des Feature-Films. Der große Erfolg, den der Streifen damals im Kino hatte, lässt sich wahrscheinlich vor allem darauf zurückführen, dass der Film sich durch seine Titelgebung und seine Story auf die Dallas Cowboys, den Gewinner des Super Bowls aus dem Jahr 1977, bezieht. Das ging sogar so weit, dass die Dallas Cowboys die Produktionsfirma ein Jahr nach Start des Films verklagte, da die Cheerleader-Outfits auf den Werbematerialien zum Film denen der echten Cheerleader der Dallas Cowboys zu sehr ähnelten. Dem steigenden Bekanntheitsgrad des Films dürfte dieser Prozess - den die Cowboys übrigens gewannen - sicher nicht abträglich gewesen sein. Debbie Does Dallas wurde im Lauf der Zeit - auch durch ein eher trauriges Ereignis, nämlich den mysteriösen Tod der Hauptdarstellerin Bambi Woods im Jahr 1986 - zum absoluten Klassiker des Porno-Spielfilms, von dessen Erfolg das US-Label Vivid sogar noch heute zehrt und der im Jahr 2001 sogar als Musical (natürlich ohne Sex-Szenen) am Broadway seine Premiere feierte. Mir fällt - mit Ausnahme von Kirdy Stevens' Taboo aus dem Jahr 1980 - kein anderer Film klassischer Feature-Film ein, der es auf so viele Fortsetzungen gebracht hat wie Jim Clarks Komödie. Erst im letzten Jahr kamen mit Debbie Does Dallas ...Again und Debbie Loves Dallas zwei weitere Fortsetzungen bzw. Remakes auf dem Markt.
Nüchtern betrachtet ist DDD vielleicht auch nur ein weiterer Porno-Spielfilm, in dem sich mehr oder weniger attraktive Darstellerinnen durch eine hauchdünne Handlung vögeln. Einen gewissen Charme und Witz kann man dem kurzweilig inszenierten Streifen aber sicherlich nicht absprechen. Und die unglaublich erotische Ausstrahlung von Hauptdarstellerin Bambi Woods - die leider nur in der finalen Ferkelei im vollen Körpereinsatz zu bewundern ist - ist auch nicht zu verachten. Mal schauen, wie sich die zahlreichen Fortsetzungen im Laufe der Jahre so entwickelt haben. Da steht sicher die eine oder andere in den nächsten Wochen und Monaten auf dem Heimkino-Spielplan.

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Jim Clark 1970er female nudity


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TDR - THE DEVIL'S REJECTS


TDR - THE DEVIL'S REJECTS TDR - THE DEVIL'S REJECTS (DVD: Sunfilm, Deutschland)
(OT: The Devil's Rejects | Deutschland/USA 2005 | Regie: Rob Zombie)


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Als das Haus der Familie Firefly von der Polizei gestürmt wird, kann Otis (Bill Moseley) gemeinsam mit seiner Schwester Baby (Sheri Moon Zombie :love: :love: :love: ) entkommen. Mutter Firefly (Leslie Easterbrook) wird zwar verhaftet, das Oberhaupt der Sippe, Captain Spaulding (Sid Haig), kann jedoch auch noch rechtzeitig flüchten und verabredet sich mit seinen beiden Kindern in einem abgelegenen Motel um mit diesen gemeinsam unterzutauchen. Verfolgt vom rachsüchtigen Sheriff Wydell (William Forsythe) hinterlässt die wahnsinnige Familie auf ihrer Flucht eine triefende Blutspur...

Ich bin mal wieder ein bisschen später dran und hab Rob Zombies Fortsetzung zu House of 1000 Corpses tatsächlich erst jetzt zum ersten Mal gesehen. Während mich der Vorgänger vor einigen Wochen erst im zweiten Anlauf überzeugen konnte, hat es bei The Devil's Rejects sofort gefunkt. Roh und kompromisslos - diese Attribute des Vorgängers treffen auf TDR vielleicht sogar noch mehr zu. Auf die ganzen audiovisuellen Spielereien hat Rob Zombie in seiner großartigen Mischung aus Terrorfilm und Road Movie verzichtet und konzentriert sich lieber auf das Wesentliche. Die extrem blutige Flucht der Fireflys ist geradlinig inszeniert, die Tötungsszenarien wirken verstörend und gehen an die Nieren und die Suche nach Identifikationsfiguren gestaltet sich äußerst schwierig. Während man beim Vorgänger noch mit den Teenagern mitfiebern konnte, gibt es hier eigentlich keine Guten mehr. Denn auch Sheriff Wydell ist als Identifikationsfigur nicht zu gebrauchen, da der von Rachegelüsten getriebene Gesetzeshüter letztendlich selbst zum wahnsinnigen Killer wird. Am Ende schließt sich dann der Kreis zu House of 1000 Corpses. Auch in TDR gibt es keine Überlebenden - dieses Mal jedoch auf Seiten der Bösen (und das schließt den Sheriff mit ein). Die finale Sequenz, in der das Auto der Fireflys zu den Klängen von Lynyrd Skynyrds "Free Bird" auf die Straßensperre zurast, kann man übrigens getrost als magischen Moments des modernen Horrorkinos bezeichnen. Das war - wie der ganze Film - einfach nur klasse. Überhaupt hat Rob Zombie ein unglaubliches Gespür für den richtigen Soundtrack bewiesen. So eine perfekte Songauswahl bin ich normalerweise nur von Tarantino gewohnt. Unbedingt erwähnenswert sind auch noch die Auftritte einiger alter Recken in kleineren und größeren Nebenrollen. Ken Foree, Michael Berryman, P.J. Soles, Danny Trejo und die ehemalige Porn Queen Ginger Lynn Allen geben sich die Ehre und es sind auch diese Auftritte, die einen großen Anteil daran haben, dass Zombies Streifen wirklich sehr große Begeisterung bei mir ausgelöst hat.

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Ginger Lynn Allen Michael Berryman Ken Foree Sid Haig Leslie Easterbrook Sheri Moon Zombie Rob Zombie Danny Trejo Mary Woronov Sequel 2000er car chase female nudity Shocksploitation Rache


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DIE SCREAMING MARIANNE


DIE SCREAMING MARIANNE DIE SCREAMING MARIANNE (DVD: Media Blasters/Shriek Show, USA)
(OT: Die Screaming Marianne | Großbritannien 1971 | Regie: Pete Walker)


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Die Go-Go-Tänzerin Marianne (Susan George) ist in Portugal auf der Flucht vor ihrem Vater (Leo Genn) und läuft dabei dem Engländer Sebastian (Christopher Sandford) vors Auto. Sebastian nimmt Marianne mit nach England und will sie bereits wenige Wochen später heiraten. Als die Hochzeit wegen eines Fehlers des Standesbeamten scheitert und Marianne sich entschließt, Sebastian wieder zu verlassen, sucht der Mariannes Vater auf um fortan mit diesem gemeinsame Sache zu machen...

Eine sexy Hauptdarstellerin, ein guter Score und diese typische Atmosphäre der 70er Jahre - eigentlich beste Voraussetzungen für einen Film nach meinem Geschmack. Doch leider war das Vergnügen mit Die Screaming Marianne dann doch nicht so groß wie es hätte sein können wobei den Film selbst dabei die geringste Schuld trifft. Der Großteil der Spannung des Films entsteht aus der lange ungeklärten Frage, weshalb Marianne auf der Flucht vor ihrem Vater ist. Dummerweise habe ich mir vor Sichtung des Films die Inhaltsangabe auf dem Backcover der DVD durchgelesen und da wird genau diese Frage - sehr zu meinem Ärgernis - beantwortet. Dadurch war natürlich ein Großteil der Spannung flöten und als hätte das nicht schon gereicht, bin ich bei diesem Streifen zum ersten Mal beim O-Ton an meine Grenzen gestoßen. Untertitel waren nicht vorhanden und die sich nicht mehr im besten Zustand befindliche Tonspur war ziemlich schwer zu verstehen (vor allem das extreme Genuschel von Leo Genn war eine absolute Katastrophe). Diese widrigen Umstände waren dem Filmgenuss dann doch eher abträglich. Schade drum.

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Susan George Pete Walker 1970er Rache





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