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One Night Stands und wahre Liebe


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TOMBOY


TOMBOY TOMBOY (DVD: BCI Eclipse, USA)
(OT: Tomboy | USA 1985 | Regie: Herb Freed)

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Sehr zum Leidwesen ihrer besten Freundin Seville (Kristi Somers) interessiert sich die attraktive Tommie (Betsy Russell) nicht im geringsten für Jungs und Klamotten, sondern jobt lieber in einer Kfz-Werkstatt als Automechanikerin. Dies ändert sich jedoch als Tommie den Rennfahrer Randy Starr (Gerard Christopher) kennenlernt und dieser sich tatsächlich für sie zu interessieren scheint...

Ich hab mir schon viel zu lange keinen Film aus der “Crown International“-Library mehr angesehen und es wurde höchste Zeit, dieses Versäumnis nachzuholen. Die Wahl fiel auf Tomboy mit der süßen Betsy Russell - die ja in den letzten Jahren mit ihrer Rolle in den Saw-Filmen ein kleines Comeback feiern konnte - in der Hauptrolle. Und auch Tomboy ist eindeutig als Crown-Film zu identifizieren. Die Handlung in Herb Freeds Mischung aus Komödie und Love Story ist komplett zu vernachlässigen und plätschert im Endeffekt nur so vor sich hin. Das einzige Ziel von Herb Freed dürfte es gewesen sein, in Tomboy möglichst viele entblößte Damenbrüste unterzubringen und so in diesem immer wieder nett anzusehenden Wettstreit mit ähnlichen Konkurrenzprodukten einen der vorderen Plätze zu belegen. Und dieses Ziel darf man definitiv als erreicht betrachten. Tomboy bombardiert den Zuschauer mit Schauwerten und nackten Tatsachen am laufenden Band und hat sich so seinen Platz in der “Nudity Hall of Fame“ definitiv gesichert. Freunde des Teensploitation-Films der 80er Jahre können hier ohne großes Zögern zugreifen. Es lohnt sich. :D

CLIP:


Herb Freed Betsy Russell 1980er female nudity car chase Crown International Pictures Teensploitation


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IRON SKY


IRON SKY IRON SKY (Blu-ray: Revolver Entertainment, Großbritannien)
(OT: Iron Sky | Australien/Deutschland/Finnland 2012 | Regie: Timo Vuorensola)

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Der Afroamerikaner James Washington (Christopher Kirby) traut seinen Augen nicht. Nach der nicht unbedingt planmäßigen Landung auf der dunklen Seite des Mondes muss er feststellen, dass sich dort ein riesiger Gebäudekomplex befindet, der von den Nazis erbaut wurde als die nach dem 2. Weltkrieg von der Erde auf den Mond flüchteten. Und der unverzüglich in Gefangenschaft genommene Washington muss zu seinem Entsetzen weiterhin feststellen, dass die Nazis unter Leitung ihres neuen Führers Wolfgang Kortzfleisch (Udo Kier) und dessen rechter Hand Klaus Adler (Götz Otto) mitten in den Planungen zum erneuten Angriff auf die Erde stecken. Und ausgerechnet die Technologie seines beschlagnahmten Smartphones könnte diesen Angriff nun schneller als gedacht einleiten...

Erste Teaser zu Iron Sky von Regisseur Timo Vuorensola schwirrten ja schon vor Jahren durchs Netz, die endgültige Fertigstellung des Films scheiterte jedoch fast an den finanziellen Mitteln und letztendlich wurde der Streifen mit Spenden von Fans doch noch realisiert. Iron Sky ist also im wahrsten Sinne des Wortes ein Fanprojekt. Ein kleiner Film von Fans für Fans und mit Hilfe der Fans finanziert. Allein schon aufgrund der herrlich bescheuerten Ausgangssituation des Streifens - die Nazis bereiten vom Mond aus einen Angriff auf die Erde vor - dürfte vollkommen klar sein, dass Iron Sky komplett nerdig geraten ist und selbstverständlich keineswegs ernst genommen werden sollte. Hier darf dann wirklich mal von ganzem Herzen über die braune Pest gelacht werden und Iron Sky bietet dazu reichlich Möglichkeiten. Herrlich beispielsweise die Unterrichtsszenen in der Nazischule auf dem Mond, in denen beispielsweise mal kurz Chaplins Der große Diktator zum Propagandafilm umgeschnitten wird. Zum Ende hin geht dem wahnwitzigen Spektakel zwar ein bisschen die Puste aus und nicht alle Gags sind wirklich so böse und respektlos wie sie es gerne sein möchten, als Partyfilm eignet sich Iron Sky aber ganz vorzüglich. Vuorensolas Film ist wirklich ein extrem spaßiger und irgendwie auch sympathischer, kleiner Streifen, der mich übrigens auch mit richtig guten Effekten positiv überrascht hat. Die hätte ich in dieser Qualität nicht wirklich erwartet.

TRAILER:


Timo Vuorensola 2010er Nahe Zukunft Nazisploitation


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DER PLANET SATURN LÄSST SCHÖN GRÜSSEN


DER PLANET SATURN LÄSST SCHÖN GRÜSSEN DER PLANET SATURN LÄSST SCHÖN GRÜSSEN (DVD: CMV Laservision, Deutschland)
(OT: The Incredible Melting Man | USA 1977 | Regie: William Sachs)

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Nach der Rückkehr von einer nicht reibungsfrei verlaufenen Mission zum Saturn wird Astronaut Steve West (Alex Rebar) in Quarantäne gelegt. West hat sich eine rätselhafte Krankheit eingefangen, die dazu führt, dass sein Körper anfängt zu zerschmelzen und er nur noch seinen Instinkten folgt. Als es West gelingt, aus dem Krankenhaus auszubrechen, müssen der Arzt Dr. Nelson (Burr DeBenning) und die Behörden in Form von General Perry (Myron Healey) alles daran setzen, West so schnell wie möglich wieder einzufangen. Denn der hat mittlerweile einen regelrechten Heißhunger auf Menschenfleisch entwickelt und bereits die ersten Mahlzeiten zu sich genommen...

Der Planet Saturn lässt schön grüßen genießt bei Freunden des schlechten Geschmacks einen gewissen Kultstatus und das ist auch durchaus verständlich. Denn Sachs Streifen ist eines dieser "good bad movies" und hat richtig was zu bieten. Beispielsweise genau das Maß an Spannung und Atmosphäre, welches man sich als Fan solcher Filme eigentlich immer erhofft und nicht immer bekommt. Außerdem überzeugt Der Planet Saturn lässt schön grüßen mit so einigen wirklich deftigen Effekten, ein paar herrlich schwarzhumorigen Momenten und einem dieser - für die 70er Jahre so typischen - Enden, bei denen einem nur ein Gedanke in den Kopf kommt: "What The Fuck!?!". Die wirklich gelungenen Make-Up-Effekte stammen von Rick Baker (der später Streifen wie American Werewolf und die Men in Black-Reihe mit seiner Arbeit veredeln sollte) und dann gibt es in Sachs Film noch einen der wenigen Filmauftritte des späteren Das Schweigen der Lämmer-Regisseurs Jonathan Demme zu bewundern. An Der Planet Saturn lässt schön grüßen gibt es in meinen Augen rein gar nichts auszusetzen und Freunde von B-Movies aus den 70ern sollten definitiv ihren Spaß an Sachs Genrebeitrag haben. Und überhaupt sind Filme, in denen die bezaubernde und leider viel zu jung verstorbene Cheryl 'Rainbeaux' Smith einen Auftritt hat und ihre perfekten Rundungen in die Kamera hält, sowieso immer sehenswert!

TRAILER:


William Sachs Cheryl Smith Jonathan Demme 1970er female nudity American International Alien


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MARIHUANA


MARIHUANA MARIHUANA (DVD: Something Weird Video, USA)
(OT: Marihuana | USA 1936 | Regie: Dwain Esper)

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Burma Roberts (Harley Wood) leidet sehr unter der Tatsache, dass ihre kurz vor der Hochzeit stehende Schwester Elaine (Dorothy Dehn) die ganze Aufmerksamkeit der Familie abbekommt und sie selbst keinerlei Unterstützung finanzieller Art von Seiten ihrer Mutter (Juanita Fletcher) erfährt. Durch die anstehende Hochzeit ist für Burma weder Geld für neue Kleidung noch für Freizeitaktivitäten vorhanden. Um ihre Sehnsucht nach Vergnügen wenigstens ein bisschen zu befriedigen, begibt sich Burma unter dem Vorwand, mit Freunden für die Schule zu lernen, mit ihrem Freund Dick (Hugh McArthur) in zwielichtige Bars und gerät dort an die ausgesprochen spendablen Nicki Romero (Pat Carlyle) und Tony Santello (Paul Ellis), die jedoch alles andere als ehrbare Pläne verfolgen...

Marihuana von Regisseur Dwain Esper ist definitiv einer dieser Streifen aus dem Kuriositätenkabinett der Filmgeschichte. Nach dem Inkraftsetzen des "Hays Codes" mussten sich die Filmemacher Mitte der 30er Jahre neue Wege ausdenken, um ihr Publikum mit spektakulären Schauwerten zu unterhalten. Wie bringt man am besten aufmüpfige Teenager, wilde Parties, nackte Haut und Drogenkonsum in einem Film unter? Indem man ihn als Anklageschrift gegen den angeblich immer größeren Marihuana-Verbrauch verkauft. Marihuana gehört zum Kreis dieser als Aufklärungsfilm getarnten Exploiter und bringt so seine Schauwerte zielsicher an den Mann, wobei der Film gar nicht mal so sehr "over the top" ausgefallen ist, wie man sich das vielleicht vorstellen würde (und wie ähnliche Filme wie beispielsweise Reefer Madness wohl tatsächlich auch zu sein scheinen). Regisseur Dwain Esper nutzt seine titelgebende Droge lediglich als Aufhänger für einen typischen Crime-Plot, der auf den ersten Blick zwar arg konstruiert wirkt, in meinen Augen bei genauerem Betrachten aber gar nicht mal so extrem abwegig erscheint. Esper erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die aufgrund verschiedener, widriger Umstände in einen Strudel aus Verbrechen gerät und aus diesem einfach nicht mehr herauskommt. Die Story ist ausgesprochen kurzweilig und spannend erzählt und unterhält den Zuschauer über die recht übersichtliche Laufzeit von gut einer Stunde in meinen Augen ganz vorzüglich. Marihuana macht Lust auf mehr Filme dieser Art und ich werde wohl nicht allzu lange warten, bis ich mir Assassin of Youth und Reefer Madness, die beiden anderen auf der DVD enthaltenen Streifen, zu Gemüte führen werde.

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Dwain Esper 1930er female nudity Los Angeles Drugsploitation


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VILLAGE OF THE GIANTS


VILLAGE OF THE GIANTS VILLAGE OF THE GIANTS (DVD: MGM, USA)
(OT: Village of the Giants | USA 1965 | Regie: Bert I. Gordon)

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Eher zufällig entwickelt der kleine Genius (Ron Howard) bei Experimenten mit diversen Chemikalien eine Substanz, die das Wachstum extrem fördert. So werden aus normalen Hausgänsen schnell mannshohe Tiere. Als ein paar auf Krawall gebürstete Teenager (u.a. Beau Bridges) die Substanz in die Finger bekommen und zu sich nehmen, verwandeln sie sich innerhalb von Sekunden in riesige Giganten und tanzen den Erwachsenen fortan sprichwörtlich auf dem Kopf herum...

Teenage-Rebellion aus den 60ern von Regisseur Bert I. Gordon, der ja eigentlich ein Spezialist für Monsterfilme war und sich in dieser spaßigen Mischung aus Juvenile-Delinquent-Film, Komödie und Science Fiction mit monströsen Teenagern abgeben musste. Die Handlung von Village of the Giants ist dabei so herrlich bescheuert, dass man diesem Film unmöglich böse sein kann. So etwas wie Spannung oder Grusel darf man von Village of the Giants natürlich nicht erwarten. Der Film erinnert vom Aufbau und der Machart eher an die Beach Party-Filme aus der damaligen Zeit und weniger an einen Streifen, der dem Genre des phantastischen Films zuzurechnen ist, wobei Regisseur Gordon in dem reichlich unspektakulären Klamauk zumindest eine kurze, spannende Sequenz mit einer Riesenspinne unterbringen durfte. Die Effekte des Films sind übrigens ganz gut gelungen, auch wenn manchmal die Proportionen zwischen normalen Menschen und den Giganten so gar nicht stimmen mögen. Das absolute Highlight von Village of the Giants ist allerdings der Soundtrack. Die Ohren des Zuschauers werden von einem wirklich hammergeilen Score von Komponist Jack Nitzsche ("The Last Race" aus Tarantinos Death Proof ist eigentlich das Titelthema dieses Films hier) und Songs der The Beau Brummels verwöhnt. Insbesondere in den wieder mal ausufernden Party- und Tanzszenen - Teenager-B-Movies gab es ohne solche Sequenzen damals einfach nicht - kommt dadurch eine extrem coole Stimmung und Atmosphäre auf.
Und dann noch ein bisschen Trivia: In der Rolle des kleinen Genius, der das Wachstumsserum durch seine chemischen Experimente eher zufällig entwickelt, ist der heutige Regisseur Ron Howard zu sehen, der zum Zeitpunkt des Drehs 11 Jahre alt war.

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Bert I. Gordon Ron Howard 1960er Juvenile Delinquent Movie


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THE CHILD - DIE STADT WIRD ZUM ALPTRAUM


THE CHILD - DIE STADT WIRD ZUM ALPTRAUM THE CHILD - DIE STADT WIRD ZUM ALPTRAUM (DVD: Eyecatcher, Deutschland)
(OT: Chi l’ha vista morire? | Deutschland/Italien 1972 | Regie: Aldo Lado)

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Nachdem seine kleine Tochter Roberta (Nicoletta Elmi) tot in einem Kanal treibend aufgefunden wurde, bricht für den in Venedig lebenden Bildhauer Franco Serpieri (George Lazenby) eine Welt zusammen. Getrieben von Trauer und Wut macht er sich gemeinsam mit seiner von ihm getrennt lebenden Frau Elizabeth (Anita Strindberg) auf die Suche nach dem Mörder und stößt dabei auf einen ähnlichen Mordfall aus der Vergangenheit, der nie aufgeklärt wurde...

Mit The Child - Die Stadt wird zum Alptraum hat Regisseur Aldo Lado einen grundsoliden Giallo gedreht, der - auch wenn er an Meilensteine des Genres wie beispielsweise Der Killer von Wien (von Sergio Martino) oder Malastrana (auch von Aldo Loda) nicht ganz herankommt - in seinen besten Momenten nicht nur Venedig als Schauplatz der Handlung mit Nicolas Roegs Geniestreich Wenn die Gondeln Trauer tragen teilt, sondern auch viel von dessen bedrückender und albtraumhafter Stimmung vorwegnimmt. The Child - Die Stadt wird zum Alptraum zieht - absolut typisch für das Genre - seine Spannung dann auch weniger aus seinem Plot, der wie im Giallo üblich oft reichlich konfus und am Ende arg konstruiert wirkt, sondern viel mehr aus seiner unheimlichen und teils wirklich furchteinflößenden Atmosphäre. Lados Film hat so einige Sequenzen zu bieten die man einfach nur als extrem spannend und ungemein "scary" bezeichnen kann (das Verschwinden des Mädchens, der Mord im Kino, das Finale in der Kirche) und wartet zudem mit einem phänomenalen Score von Ennio Morricone auf, dessen Titelthema allein bestens dazu geeignet ist, dem Zuschauer bzw. Zuhörer schlaflose Nächte zu bereiten. Dieses verdammte Kinderlied verursacht pure Gänsehaut.
Besetzt ist The Child - Die Stadt wird zum Alptraum übrigens durchaus prominent. Ex-Bond-Darsteller George Lazenby macht sich als streitbare Sympathiefigur auf die Suche nach dem Mörder seiner kleinen Tochter, die attraktive Schwedin Anita Strindberg ist als eine Art Love Interest mit von der Partie und darf ihr hübsches Gesicht und ihre üppigen Silikonhupen in die Kamera halten und mit Bond-Bösewicht Adolfo Celi gibt sich einer der ganz großen Genredarsteller der 60er und 70er Jahre die Ehre.

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Aldo Lado George Lazenby Anita Strindberg 1970er female nudity Venedig Rache Giallo


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SHARKTOPUS


SHARKTOPUS SHARKTOPUS (Blu-ray: Sunfilm, Deutschland)
(OT: Sharktopus | USA 2010 | Regie: Declan O'Brien)

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Vor den Stränden von Mexiko treibt eine gefährliche Kreuzung aus Hai und Oktopus ihr Unwesen und verschlingt alles was in ihre Nähe kommt. Entwickelt wurde das Monster von Wissenschaftler Nathan Sands (Eric Roberts) für das Militär, dem es allerdings gleich beim ersten Testlauf entwischen konnte. Sands’ Tochter Nicole (Sara Malakul Lane) soll das Biest nun wieder einfangen, und zwar am besten lebendig...

Wenn man sich einen Film wie Sharktopus ansieht, sollte man wissen, was einen erwartet. Eine hanebüchene Story, nicht nur eine stereotype Figur vom Reißbrett, maximal ein halbwegs bekanntes Gesicht - in diesem Fall ist es Eric Roberts, der ältere Bruder von Hollywood-Superstar Julia Roberts - unter einer Horde von Schauspielern, die diese Berufsbezeichnung nicht wirklich verdient haben, eine gewöhnungsbedürftige, digitale Optik (der Streifen wurde für den Syfy-Channel in den USA gedreht) und ein ziemlich mies animiertes CGI-Monster. Auf den ersten Blick gibt es also vielleicht keinen wirklichen Grund, sich einen Film wie Sharktopus anzusehen. Aber Sharktopus wurde halt auch von Roger Corman produziert und der gute Mann beweist nun schon seit Jahrzehnten, dass er es bestens versteht, sein Publikum auch mit offensichtlich miesen Filmen verdammt gut zu unterhalten. Und diese Tatsache macht Sharktopus dann am Ende des Tages auch richtig sehenswert. Das ist einer dieser Filme, auf den das Gütesiegel "So Bad It’s Good" definitiv zutrifft. Denn Sharktopus ist trotz all seiner Unzulänglichkeiten immer als Corman-Film erkennbar und teilt somit auch die Stärken der typischen Corman-Produktionen. In Sharktopus ist immer was geboten, es wird einfach nie langweilig und der "Flow" der Geschichte ist genauso wie das Timing der spektakulären Szenen nahezu perfekt. Und dann gibt es da noch diese kurze Szene in der Radiostation, in der in wenigen Dialogen auf treffende und herrlich selbstironische Art und Weise erklärt wird, wie das Corman'sche Prinzip des Filmemachens schon seit Jahrzehnten funktioniert. Und natürlich der herrliche Gastauftritt von Corman in der einen Strandszene. Einfach toll!
Sollte Corman als nächstes vielleicht einen Tierhorror- oder Monsterfilm produzieren, in dem eine Kreuzung aus Rehkitz und Heuschrecke Jagd auf Menschen macht - ich werde ihn mir definitiv ansehen.

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Declan OBrien Roger Corman 2010er Tierhorror


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CHOKE CANYON


CHOKE CANYON CHOKE CANYON (DVD: Code Red, USA)
(OT: Choke Canyon | USA 1986 | Regie: Charles Bail)

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Der Wissenschaftler Dr. Lowell (Stephen Collins) hat sich im verlassenen Choke Canyon ein riesiges Labor aufgebaut und steht mit seinen Forschungen kurz vor einem spektakulären Durchbruch. Doch dummerweise interessiert sich auch der skrupellose Konzernboss John Pilgrim (Nicholas Pryor) für den sich im Eigentum von Lowell befindlichen Landstrich, eignet sich dieser doch hervorragend dazu, heimlich nuklearen Müll zu entsorgen. Pilgrim will Lowell schnellstmöglich loswerden und hetzt seine Männer (u.a. Bo Svenson, Lance Henriksen) auf den scheinbar harmlosen Wissenschaftler. Doch der denkt gar nicht daran, sich von seinem Land und seinen Forschungsarbeiten vertreiben zu lassen...

Choke Canyon ist eindeutig als typisches Kind der 80er Jahre zu identifizieren und stellt praktisch so etwas wie eine Blaupause des damaligen B-Action-Films dar. Ein muskelbepackter und mit Fönfrisur unter seinem Cowboyhut versehener Stephen Collins - dem man mit gutem Willen vielleicht tatsächlich viel abnimmt, aber sicher nicht die Tatsache, auch nur annähernd so etwas wie ein Wissenschaftler sein zu können - liefert sich hier einen erbitterten Kampf gegen einen skrupellosen Geschäftsmann und dessen Befehlsempfänger die ihn aus seinem geliebten Canyon vertreiben wollen um dort nuklearen Abfall (!) zu entsorgen. Natürlich steht dem Held mit der extrem schnuckeligen Janet Julian ein entsprechendes Love Interest zur Seite und natürlich rettet der Held am Ende den Tag. So wirklich mitreißen konnte mich Choke Canyon allerdings nicht. Der Film ist - trotz aller vorhandener Action und einem ziemlich spektakulären Finale - doch ziemlich zäh und spannungsarm geraten und so bleibt mir persönlich von Choke Canyon in erster Linie die tolle Kameraarbeit von Dante Spinotti im Gedächtnis (der im selben Jahr ja auch Michael Manns Manhunter veredelt hat). Für einen Film, der auf Seiten der Bösewichter immerhin Bo Svenson und Lance Henriksen zu bieten hat, ist Choke Canyon definitiv zu schwach und unspektakulär ausgefallen. Fans von 80er-Jahre-Action dürfen natürlich dennoch einen Blick riskieren.

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Charles Bail Bo Svenson Lance Henriksen 1980er


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PERRAK


PERRAK PERRAK (DVD: Pidax Film/Al!ve/Kinowelt, Deutschland)
(OT: Perrak | Deutschland 1970 | Regie: Alfred Vohrer)

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Der Mord an einen Transvestiten ruft Kommissar Perrak (Horst Tappert) auf den Plan und dieser stößt bei seinen Ermittlungen in der Hamburger Unterwelt auf ein undurchsichtiges Geflecht aus Erpressung, Prostitution und Mord, welches bis in höchste Gesellschaftskreise zu reichen scheint...

Bevor Horst Tappert als Oberinspektor Stephan Derrick praktisch unsterblich werden sollte, wirkte er in nicht gerade wenigen Genreproduktionen mit und veredelte u.a. auch Perrak von Regisseur Alfred Vohrer mit seiner bloßen Anwesenheit. Der im Kiez-Milieu spielende Streifen dürfte dabei ein absolutes Paradebeispiel für wildes Exploitation-Kino aus deutschen Landen darstellen. Perrak ist nicht nur richtig schön spannend, sondern in allererster Linie auch herrlich schmierig geraten und dürfte bei Genrefreunden für das eine oder andere dicke Grinsen im Gesicht sorgen. Entstanden in einer Zeit, in der das leider viel zu kurzlebige deutsche Genrekino noch in den Kinderschuhen steckte, kommt Perrak schon reichlich derbe und heftig rüber, was neben der nicht gerade Wohlgefühle auslösenden Wahl der verschiedenen Kulissen (tiefgraue Häuser, Müllhalden, zwielichtige Spelunken und das verdammt “creepy“ wirkende “Heim der betenden Schwestern“) insbesondere auch dem extrem “cool“ rüberkommenden Tappert zu verdanken ist, der sich als titelgebende Hauptfigur regelrecht in einem Sumpf aus Erpressung, Prostitution und Mord suhlt und dabei selbst in den prekärsten Situationen immer den Überblick behält. Geiler Film, gerne mehr von dieser Sorte!

Alfred Vohrer Horst Tappert 1970er female nudity Hamburg


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DELINQUENT GIRL BOSS: WORTHLESS TO CONFESS


DELINQUENT GIRL BOSS: WORTHLESS TO CONFESS DELINQUENT GIRL BOSS: WORTHLESS TO CONFESS (DVD: Panik House, USA)
(OT: Zubekô banchô: Zange no neuchi mo nai | Japan 1971 | Regie: Kazuhiko Yamaguchi)

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Rika (Reiko Ôshida) wurde gerade aus der Jugendstrafanstalt entlassen und begibt sich auf die Suche nach ihren vier Freundinnen (u.a. Yumiko Katayama, Yukie Kagawa), die bereits vor ihr wieder die Luft der Freiheit atmen durften. Sehr schnell muss Rika feststellen, dass sich ihre Freundinnen nicht sonderlich gut im neuen Leben zurechtfinden und praktisch jede wieder in den gefährlichen Strudel der Kriminalität geraten ist. Ein Strudel, aus dem sie nur mit vereinten Kräften wieder herauskommen können…

In Delinquent Girl Boss: Worthless to Confess erzählt Regisseur Kazuhiko Yamaguchi die Geschichte von 5 jungen Frauen, die sich nach ihrer Entlassung aus der Jugendstrafanstalt erst wieder in der Freiheit zurechtfinden müssen und die sehr schnell wieder in den Strudel der Kriminalität geraten. Im Vergleich mit so manch anderem japanischen Exploiter aus den 70er Jahren fehlen in Delinquent Girl Boss: Worthless to Confess nicht nur die ganz großen Namen - wie bspw. Sonny Chiba, Meiko Kaji, Miki Sugimoto oder Reiko Ike -, sondern Yamaguchis Film ist überraschenderweise auch relativ zahm ausgefallen. Die wenigen Gewaltausbrüche sind ziemlich moderat geraten und auf das Präsentieren nackter Tatsachen wurde sogar fast gänzlich verzichtet. Regisseur Yamaguchi konzentriert sich mehr auf den dramatischen Anteil seiner Geschichte und verbindet diesen mit - für den asiatischen Zuschauer normalen, für den westlichen Zuschauer oft befremdlich wirkenden - komischen Elementen, die teilweise sogar in Richtung Slapstick abdriften. Den slapstickhaften Momenten fast zum Trotz nimmt Yamaguchi seine Figuren ausgesprochen ernst und versucht, deren Charaktere sorgfältig zu entwickeln. Dies gelingt ihm auch durchaus gut und so ist Delinquent Girl Boss: Worthless to Confess insbesondere auch wegen seiner überzeugend agierenden Darsteller/innen - vor allem Reiko Ôshida und Yumiko Katayama ragen heraus - ein richtig guter Genrebeitrag geworden, der im Finale den Zuschauer dann auch noch mit echten Gänsehautmomenten überrascht. Wenn die fünf Freundinnen am Ende - alle in lange, rote Mäntel gekleidet - mit entschlossenen Blicken durch die nächtlichen Straßen schreiten um ihren zuvor beschlossenen Racheplan in die Tat umzusetzen, dann verbreitet das eine einfach nur ungemein intensive Atmosphäre und wird darüber hinaus von Kameramann Hanjirô Nakazawa in einfach nur betörend schönen Bildern festgehalten. Eine dieser Sequenzen für die Ewigkeit. Grandios!

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Kazuhiko Yamaguchi Reiko Ôshida 1970er female nudity Toei Pink Eiga Rache


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EUGENIE …THE STORY OF HER JOURNEY INTO PERVERSION


EUGENIE …THE STORY OF HER JOURNEY INTO PERVERSION EUGENIE …THE STORY OF HER JOURNEY INTO PERVERSION (DVD: Blue Underground, USA)
(OT: Eugenie | Deutschland/Spanien 1970 | Regie: Jesus Franco)

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Als die junge und ausgesprochen attraktive Eugenie (Marie Liljedahl) die Einladung der wohlhabenden Madame Saint Ange (Maria Rohm) annimmt, bei dieser ein Sommerwochenende auf einer idyllisch gelegenen Insel zu verbringen, ahnt sie noch nicht, dass sie dort sehr schnell in einen regelrechten Strudel aus sexueller Begierde und Obsession geraten wird…

An Jess Franco scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Für die einen ist der spanische Vielfilmer ein unerträglicher Stümper, für die anderen ein wahnsinniges Genie, welches in seiner kaum mehr zu überschauenden Filmographie neben verdammt viel Käse auch einige echte Highlights gedreht hat. Für Franco-Neulinge ist es wohl ganz entscheidend, welchen Film man von ihm als erstes zu sehen bekommt. Erwischt man eine Vollgurke, wird man für alle Ewigkeiten seine Finger von Frano lassen, erwischt man eines seiner Highlights, wird man sich auch an seine anderen Filme wagen.
Eugenie dürfte für Neueinsteiger durchaus geeignet sein. Der Film bietet praktisch alle Zutaten, die man als Franco-Fan im Lauf der Jahre schätzen und lieben gelernt hat. Eine wunderbare Atmosphäre zum Dahinschmelzen, einen tollen Score von Bruno Nicolai, traumhaft schöne Bilder von Kameramann Manuel Merino, mit Maria Rohm und Marie Liljedahl zwei ungemein attraktive und oft nur sehr spärlich bekleidete Hauptdarstellerinnen und im Finale schaut auch noch Christopher Lee kurz vorbei. Was Eugenie für Einsteiger in die Welt von Jess Franco in meinen Augen absolut empfehlenswert macht ist die Tatsache, dass der Streifen für einen Franco-Film ausgesprochen eingängig geraten ist. Eugenie bietet nämlich tatsächlich so etwas wie eine geradlinig erzählte und einen gewissen Sinn ergebende Geschichte und besteht nicht wie manch andere Streifen von Franco nur aus einer Aneinanderreihung traumhafter Sequenzen, die bei unbedarften Zuschauern ausschließlich für Verwirrung sorgen dürften.

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Jesus Franco Christopher Lee Maria Rohm Marie Liljedahl 1970er female nudity Sexploitation


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WALKING TALL


WALKING TALL WALKING TALL (DVD: Paramount, USA)
(OT: Walking Tall | USA 1973 | Regie: Phil Karlson)

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Der ehemalige Wrestler Buford Pusser (Joe Don Baker) kehrt nach langen Jahren in seine kleine Heimatstadt zurück und muss feststellen, dass sich diese in einen Sumpf aus Korruption, Glücksspiel, Prostitution und Schnapsbrennerei verwandelt hat. Als Pusser vom korrupten Sheriff (Gene Evans) grundlos vor Gericht gezerrt und von den Geschworenen glücklicherweise freigesprochen wird, entschließt er sich dazu selbst als Sheriff zu kandidieren und dem Verbrechen den Kampf anzusagen…

Walking Tall wurde inspiriert vom Leben des Buford Pusser, der von 1964-1970 als Sheriff in einer Kleinstadt in Tennessee wirkte. Obwohl auch die von Joe Don Baker gespielte Hauptfigur auf den Namen Buford Pusser hört, ist Walking Tall kein streng autobiographischer Film, sondern nimmt lediglich Ereignisse im Leben des echten Buford Pusser auf und platziert diese innerhalb einer fiktiven Geschichte.
Walking Tall ist eine Mischung aus Actiondrama, Krimi und Rachefilm und funktioniert wegen zwei entscheidender Komponenten ganz hervorragend. Zum einen liefert Joe Don Baker eine absolute Glanzleistung ab und spielt seinen Buford Pusser absolut glaubwürdig und überzeugend, zum anderen inszeniert Regisseur Phil Karlson, für den dies die vorletzte Regiearbeit war (und der auch in seinem letzten Film Framed erneut das Rachemotiv aufgriff und wiederum Joe Don Baker in der Hauptrolle besetzte), Walking Tall auf so eindringliche Art und Weise, dass man als Zuschauer über die komplette Laufzeit von knapp über 2 Stunden dem Geschehen einfach nur gebannt und gefesselt folgen kann. Karlson lässt sich viel Zeit mit der Einführung seiner Charaktere, schafft eine Stimmung stetigen Unbehagens und zeigt auf erschütternde Art und Weise auf, wie sinn- und ausweglos die Spirale von Gewalt und Gegengewalt im Endeffekt ist. Durch die eher ruhige Art der Inszenierung treffen die wenigen heftigen Gewaltausbrüche den Zuschauer direkt ins Mark und Walking Tall beweist so auch eindrucksvoll, wie man Action- und Spannungssequenzen perfekt platziert und dass vereinzelte Highlights innerhalb eines etwas langsameren Erzähltempos weitaus effektiver sind als der im Blockbusterkino der jüngeren Vergangenheit so gerne zelebrierte Dauerbeschuss des Zuschauers.
Wie hinlänglich bekannt sein dürfte, wurde auch Walking Tall ein Opfer des Remake-Wahns der letzte Jahre. Die gleichnamige Neuverfilmung von Regisseur Kevin Bray aus dem Jahr 2004 bietet Dwayne Johnson in der Hauptrolle und hat mit Ausnahme der Ausgangssituation mit dem Original nicht mehr wirklich viel zu tun. Auf seine eigene Art und Weise ist aber auch Brays Streifen durchaus unterhaltsam geraten.

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Phil Karlson Lynn Borden 1970er car chase female nudity Hixploitation Rache


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MEIN NAME IST GATOR


MEIN NAME IST GATOR MEIN NAME IST GATOR (DVD: MGM, Deutschland)
(OT: Gator | USA 1976 | Regie: Burt Reynolds/James Best)

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Der ehemalige Schwarzbrenner Gator McKlusky (Burt Reynolds) wird nicht ganz freiwillig vom FBI rekrutiert, um den skrupellosen Bama McCall (Jerry Reed) zur Strecke zu bringen. Ein Auftrag, von dem Gator nicht wirklich begeistert ist, handelt es sich bei Bama doch um einen alten Jugendfreund, den er nun schon Jahre nicht mehr gesehen hat. Als Gator nach kurzer Zeit jedoch realisiert, welche Ausmaße Bamas verbrecherische Aktivitäten mittlerweile angenommen haben, ist auch er davon überzeugt, dass sein alter Freund hinter Gitter gehört…

3 Jahre nach Der Tiger hetzt die Meute schlüpfte Burt Reynolds für Mein Name ist Gator noch einmal in die Rolle des Gator McKlusky und führte bei dem Streifen auch gleich noch Regie. Im Vergleich zum Vorgänger ist Mein Name ist Gator weniger actionreich ausgefallen, dafür wurde deutlich mehr Wert auf die Story gelegt. Und das tut - so sehr mir der erste Teil auch gefallen hat - dem Film richtig gut. Mein Name ist Gator überzeugt mit einem hervorragend aufgelegten Burt Reynolds, einer spannenden und fesselnden Geschichte die praktisch nie langweilig wird und innerhalb des Storyverlaufs perfekt platzierten und in Szene gesetzten Actionsequenzen. Das Setting im heißen Süden der USA sorgt gemeinsam mit dem tollen Score von Charles Bernstein für eine ausgesprochen intensive Atmosphäre, die durch einige verdammt komische Szenen immer wieder aufgelockert wird (vor allem die Einbruchsszene im letzten Drittel ist ein tolles Beispiel dafür, wie man Spannung, Atmosphäre und Humor perfekt miteinander verbindet). Und das Ende, diese letzten Sequenzen, die so gar nicht dem typischen "Der Held kriegt das Mädchen und sie reiten gemeinsam in den Sonnenuntergang"-Klischee entsprechen, verursacht Gänsehaut pur. Klasse! Einen Film wie Mein Name ist Gator habe ich nach Guy Ritchies Müllfilm zuvor einfach gebraucht. :)

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Burt Reynolds James Best 1970er Sequel Hixploitation


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DER TIGER HETZT DIE MEUTE


DER TIGER HETZT DIE MEUTE DER TIGER HETZT DIE MEUTE (DVD: MGM, Deutschland)
(OT: White Lightning | USA 1973 | Regie: Joseph Sargent)

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Als der wegen Alkoholschmuggel im Knast sitzende Gator McKlusky (Burt Reynolds) erfährt, dass sein Bruder vom korrupten Sheriff J.C. Connors (Ned Beatty) ermordet wurde, bietet er den Behörden an, als Undercoveragent zu arbeiten um Beweise gegen den korrupten Connors und dessen Männer zu sammeln. Doch Gator ist natürlich weit davon entfernt, seine Aktivität auf die Sammlung von Beweisen zu beschränken, und viel mehr fest entschlossen, den Tod seines Bruders zu rächen…

Der Tiger hetzt die Meute von Regisseur Joseph Sargent ist ein absolutes Paradebeispiel für das von mir so sehr geliebte Kino aus den 70er Jahren - intensiv, atmosphärisch, spannend, spektakulär. In Der Tiger hetzt die Meute dürfte Hauptdarsteller Burt Reynolds in einer seiner besten und bekanntesten Rollen (3 Jahre später sollte Reynolds in Mein Name ist Gator ja noch mal die Figur des Gator McKlusky spielen) zu sehen sein und Sargents Film stellt im Endeffekt genau das dar, was man gemeinhin als echten Männerfilm bezeichnet. Ausgestattet mit einem simplen Racheplot und garniert mit grandios inszenierten Car-Chase-Sequenzen verbreitet Der Tiger hetzt die Meute über seine komplette Laufzeit verdammt gute Laune und gönnt dem Zuschauer mit seinem ziemlich rasanten Grundtempo praktisch keine Verschnaufpausen. Veredelt mit einem einfach nur grandiosen Score von Komponist Charles Bernstein, der in Teilen auch von Quentin Tarantino für Kill Bill: Vol. 1 und Inglourious Basterds (wieder-)verwendet wurde, rockt Der Tiger hetzt die Meute das sprichwörtliche Haus! Geil! Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Joseph Sargent Burt Reynolds 1970er car chase Hixploitation Rache


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AMERICAN MONSTER


AMERICAN MONSTER AMERICAN MONSTER (DVD: Koch Media, Deutschland)
(OT: Q | USA 1982 | Regie: Larry Cohen)

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Blutrünstige Ritualmorde und das auf den ersten Blick nicht mit diesen in Zusammenhang stehende Verschwinden verschiedener Menschen bereiten der New Yorker Polizei in Gestalt der Ermittler Shepard (David Carradine) und Powell (Richard Roundtree) Kopfzerbrechen. Während die beiden Polizisten noch nicht ahnen, dass beide Fälle miteinander verbunden sind und für das Verschwinden der Menschen ein riesiges, fliegendes Monster verantwortlich ist, entdeckt der Kleinganove Jimmy Quinn (Michael Moriarty) eher zufällig das Nest des Monsters hoch oben im Chrysler Building und versucht, aus seinem Wissen Kapital zu schlagen…

Direkt im Anschluss an einen Streifen wie God's Bloody Acre kommt einem wahrscheinlich so ziemlich jeder Film wie ein verkanntes Meisterwerk vor. American Monster von Regisseur Larry Cohen dürfte aber auch ohne vorherige Sichtung einer absoluten Gurke zu Begeisterungsstürmen hinreißen. Denn der Film bietet wirklich all das, was man sich von einem richtig guten B-Movie erwartet und überzeugt als gelungene Mischung aus Monsterfilm und Thriller auf der ganzen Linie. American Monster ist spannend und extrem kurzweilig, hat ein wirklich hübsch anzusehendes Stop-Motion-Monster zu bieten, welches exakt so viel Screentime abbekommen hat, wie es notwendig ist, und begeistert außerdem mit ganz vorzüglichen Schauspielerleistungen. Neben den gewohnt souverän aufspielenden David Carradine und Richard Roundtree, ist es insbesondere Michael Moriarty, der in der Rolle des Kleinkriminellen Jimmy Quinn absolut überzeugen kann und hier eine Vorstellung für die Ewigkeit abgibt. Eine so intensive und überzeugende Leistung habe ich in Genrefilmen selten zuvor zu sehen bekommen. Dazu gesellt sich die von den Kameramännern Robert Levi und Fred Murphy perfekt in Szene gesetzte Stadt New York als weiterer Hauptdarsteller, die als Austragungsort für die Handlung optimal funktioniert und die insbesondere auch dafür sorgt, dass American Monster den Zuschauer mit einer ganz eigenen Atmosphäre - die schweißtreibende Großstadthitze ist richtiggehend spürbar - vom Anfang bis zum Ende fesseln kann. Toller Film!

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Larry Cohen David Carradine Richard Roundtree 1980er female nudity New York


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GOD'S BLOODY ACRE


GOD'S BLOODY ACRE GOD'S BLOODY ACRE (DVD: Code Red, USA)
(OT: God's Bloody Acre | USA 1975 | Regie: Harry Kerwin)

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Die in den Wäldern lebenden Brüder Ezra (Daniel Schweitzer), Benny (Sam Moree) und Monroe (William Kerwin) sehen sich eines Tages mit der Tatsache konfrontiert, dass ihr Lebensraum zu einem riesigen Campinggebiet umgewandelt werden soll. Fest entschlossen, ihre Heimat zu verteidigen, versuchen die drei Brüder mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, die beginnenden Bauarbeiten zu sabotieren. Als auch noch verschiedene Städter (u.a. Wayne Crawford, Jennifer Stock) in der Nähe ihr Campinglager aufschlagen, kommt es schließlich zur Katastrophe...

Fans von Exploitation-Filmen und B-Movies neigen ja durchaus dazu, Filme, die einigermaßen objektiv betrachtet nun wahrlich nicht als gelungen zu bezeichnen sind, abzufeiern und für den heißesten Scheiß zu erklären. Ich nehme mich davon sicher nicht aus. Bei einem Film wie God's Bloody Acre hilft aber selbst die rosaroteste Fanboy-Brille und die standardisierten Verweise aufs niedrige Budget und widrige Produktionsumstände nicht mehr weiter. Der Streifen von Regisseur Harry Kerwin ist halt einfach eine ganz üble Gurke. Das größte Problem von God's Bloody Acre - der dem Subgenre des Hixploitation-Films zuzuordnen ist und dessen großes Vorbild Beim Sterben ist jeder der Erste gewesen sein dürfte - ist die Tatsache, dass sich Regisseur Kerwin nie entscheiden kann, aus welcher Perspektive er seine Geschichte nun erzählen will. Stehen anfangs noch die in der Wildnis lebenden Brüder im Mittelpunkt, die erschüttert feststellen müssen, dass aus ihrer unberührten Heimat ein Gelände für Camper werden soll, begleitet man als Zuschauer kurze Zeit später die unbedarften Stadtbewohner, die schon mal das noch nicht fertiggestellte Campingareal antesten wollen. Kerwin versucht irgendwie, beide Seiten als Sympathieträger aufzubauen und erreicht damit im Endeffekt nur, dass einem als Zuschauer bald die Schicksale beider Seiten vollkommen egal sind und man mit keinem der Protagonisten mehr mitfiebern kann. Diese erzählerische Schwäche würde ich einem Exploitation-Film natürlich niemals vorwerfen, wenn denn wenigstens die Schauwerte passen würden und der Streifen auf dieser Ebene unterhalten würde. Aber auch hier herrscht bei God's Bloody Acre tote Hose. In der ersten Stunde des Films passiert außer verschiedenen Perspektivwechseln und dem verzweifelten und stümperhaften Versuch, die handelnden Figuren einzuführen nicht sonderlich viel und die letzte halbe Stunde besteht zu 95 % aus Gekreische und planlosem “In der Nacht durch den Wald Rennen“. Ein Film, den man sich definitiv sparen kann.

Harry Kerwin 1970er female nudity Hixploitation Rache


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IT! THE TERROR FROM BEYOND SPACE


IT! THE TERROR FROM BEYOND SPACE IT! THE TERROR FROM BEYOND SPACE (DVD: MGM, USA)
(OT: It! The Terror from Beyond Space | USA 1958 | Regie: Edward L. Cahn)

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Die Besatzung eines Raumschiffes, welches zum Mars geschickt wurde, um die Mitglieder einer früheren Mission zu bergen, findet dort in Col. Carruthers (Marshall Thompson) lediglich einen Überlebenden vor und verdächtigt diesen sogleich, die anderen Besatzungsmitglieder ermordet zu haben. Den Ausführungen Carruthers, eine Art Monster hätte seine Besatzung umgebracht, wird nur wenig Glauben geschenkt. Bis sich die Männer und Frauen der Rettungsmission auf dem Rückflug zur Erde damit auseinandersetzen müssen, dass einer nach dem anderen von ihnen unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt...

Die vorstehenden Einträge waren Teil eines kleinen Exploitation-Marathons, den ich am Sonntag vor Ostern gemacht habe und bei dem ich mir insgesamt 5 Genrefilme hintereinander reingezogen habe. Den Auftakt machte dabei Lipstick, zum Abschluss meines kleinen Marathons habe ich mich zurück in die 50er Jahre begeben, dem Jahrzehnt des Paranoia-Kinos, welches im Genrebereich ja einige ganz wunderbare Horror- und Sci-Fi-Streifen hervorgebracht hat, und mir It! The Terror from Beyond Space angesehen. In diesem Film muss sich die Besatzung eines Raumschiffs gegen ein außerirdisches Wesen zur Wehr setzen, welches wie eine mutierte Variante von Jack Arnolds Monster aus Der Schrecken vom Amazonas aussieht. Regisseur Edward L. Cahn hält sich in dem mit einer knackig-kurzen Laufzeit von 70 Minuten ausgestatteten Film gar nicht erst lange mit einer Exposition auf, sondern kommt lieber gleich zur Sache. Er wirft den Zuschauer mitten hinein in die Handlung und es gelingt ihm dabei richtig gut, seine Geschichte mit einer unheimlichen Atmosphäre auszustatten und - im Rahmen seiner ihm gegebenen Möglichkeiten - entsprechende Spannung zu erzeugen. Spielverderber dürfen sich natürlich gerne über die Unzulänglichkeiten von Filmen dieser Art auslassen - das tapsig wirkende Monster, die teils hölzern und oft bierernst agierenden Darsteller oder das komplette Missverhältnis zwischen Innen- und Außenaufnahmen des Raumschiffs (hier stimmen die Proportionen überhaupt nicht). Für mich gehören diese Unzulänglichkeiten bei solchen Streifen einfach dazu, machen sie doch einen Großteil des Charmes dieser Filme aus. Und die Tatsache, dass speziell It! The Terror from Beyond Space als Hauptinspirationsquelle für Ridley Scotts Alien gedient haben dürfte, darf sicher auch mal erwähnt werden. Ein wunderbarer Film zum Abschluss dieses kleinen Marathons.

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Edward L. Cahn 1950er Nahe Zukunft Alien


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STONE COLD


STONE COLD STONE COLD (DVD: MGM, USA)
(OT: Stone Cold | USA 1991 | Regie: Craig R. Baxley)

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Der wegen seiner brachialen Ermittlungsmethoden vom Dienst suspendierte Cop Joe Huff (Brian Bosworth) wird vom FBI mit ebenfalls nicht ganz sauberen Methoden davon überzeugt, dass es für seine weitere Karriere das beste ist, wenn er sich dazu bereit erklärt, sich als Undercover-Ermittler in die gemeingefährliche Motorradgang von Chains Cooper (Lance Henriksen) einzuschleusen und dort Beweise zu sammeln, um Cooper und seine Männer für immer aus dem Verkehr zu ziehen...

Mit der Stirb langsam- und der Lethal Weapon-Reihe wurde Ende der 80er Jahre ja eine neue Ära des Action-Films eingeleitet. Regisseur Craig R. Baxley hat davon ganz offensichtlich nichts mitbekommen. Zum Glück muss man sagen. Denn sein Stone Cold - bei dem übrigens Michael Douglas als Co-Produzent mit an Bord war - aus dem Jahr 1991 steht ganz in der Tradition der Action-Klopper vor Stirb langsam und Lethal Weapon und erinnert praktisch über seine komplette Laufzeit an Filme wie Invasion U.S.A., Die City Cobra oder Phantom Kommando. Der Streifen, der dem Publikum schon damals wohl wie ein Relikt aus längst vergangenen Tagen vorgekommen sein dürfte, macht sprichwörtlich keine Gefangenen. Hier geht es von der ersten bis zur letzten Minute rund ohne Ende. Die Geschichte des Undercover-Cops, mit ausgesprochen limitierten schauspielerischen Fähigkeiten dargestellt von Ex-NFL-Profi Brian Bosworth, der in eine Motorrad-Gang eingeschleust wird, bietet extrem viel Platz für ausgiebige Schau- und Unterhaltungswerte. Schlägereien, Schießereien, Verfolgungsjagden und ganz viel nackte Haut - Stone Cold bietet alles im Überfluss und kann mit gutem Gewissen als kleines Highlight des Actiongenres bezeichnet werden. Und Lance Henriksen in der Rolle des fast schon dämonischen Bösewichts ist grandios! This movie rocks!!!

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Craig R. Baxley Lance Henriksen 1990er car chase female nudity Rache


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THE NEW KIDS


THE NEW KIDS THE NEW KIDS (DVD: Sony, USA)
(OT: The New Kids | USA 1985 | Regie: Sean S. Cunningham)

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Die Geschwister Loren (Shannon Presby) und Abby (Lori Loughlin) sind als Kinder eines hoch dekorierten Soldaten (Tom Atkins) auf einer Militärbasis aufgewachsen und stehen nachdem ihre Eltern bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen urplötzlich ohne Zuhause da. Eine neue Bleibe erhalten sie bei ihrem Onkel Charlie (Eddie Jones) und ihrer Tante Fay (Lucy Martin), die in einem kleinen Städtchen in Florida eine Tankstelle mit angeschlossenem Vergnügungspark betreiben. Alles scheint sich zum Guten zu wenden, jedoch nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem Loren und Abby in ihrer neuen Schule Bekanntschaft mit dem psychopathischen Dutra (James Spader) und seiner Gang machen...

So, von den 70er Jahren geht es ab in die 80er und zu einem Film von Friday the 13th-Regisseur Sean S. Cunningham. The New Kids steht in der Tradition von Filmen wie Class of 1984 und erzählt - wie in der obigen Inhaltsangabe schon ausgeführt - die Geschichte eines Geschwisterpaares, welches nach dem Unfalltod der Eltern zu Verwandten nach Florida zieht und an der dortigen Highschool Ärger mit einer Gang bekommt. Wie das bei diesem insbesondere in den 80ern ausgesprochen beliebten Subgenre des "Terror an der Highschool"-Films so ist, schaukeln sich auch in The New Kids Aktion und Reaktion gegenseitig immer weiter nach oben bis es am Ende schließlich zum blutigen Finale kommt. Im Vergleich mit dem großen Vorbild Class of 1984 oder ähnlichen Streifen wie 3:15 oder The Principal geht The New Kids allerdings nur als zweiter Sieger hervor. Die Handlung plätschert über weite Strecken nur so dahin, alle handelnden Charaktere bleiben blass und sind einfach viel zu klischeehaft gezeichnet und dem Streifen fehlt es insgesamt an der nötigen Spannung und Härte.
Interessant an The New Kids ist in erster Linie die deutsche Zensurgeschichte. Bei uns in den 80ern unter dem Titel Die Kids von Orlando veröffentlicht, wurde dieser wirklich absolut harmlose Film in sieben Szenen geschnitten, ab 18 Jahren freigegeben und stand bis März 2011 (!!!) sogar noch auf dem Index. Irrsinn!

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Sean S. Cunningham 1980er female nudity Rache


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COVER GIRL MODELS


COVER GIRL MODELS COVER GIRL MODELS (DVD: Shout! Factory, USA)
(OT: Cover Girl Models | Philippinen/USA 1975 | Regie: Cirio H. Santiago)

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Gemeinsam mit dem Fotografen Mark (John Kramer) reisen die drei Models Barbara (Pat Anderson), Claire (Lindsay Bloom) und Mandy (Tara Strohmeier) für ein Fotoshooting nach Asien und werden dort in allerlei Abenteuer verstrickt, welche sich u.a. um einen Mikrofilm drehen, der in ein Kleid eingenäht wurde...

Ich bleibe in den 70ern und begebe mich mal wieder in die Welt des Roger Corman. Auch Cover Girl Models gehört zu den Filmen, die Corman kostengünstig auf den Philippinen gedreht hat und wurde - wie viele andere Filme dieser Art auch - von Regisseur Cirio H. Santiago inszeniert. Und eigentlich könnte ich jetzt hier auch meinen Text zu Fly Me per Copy&Past-Verfahren einfügen. Denn Cirio H. Santiago lässt mit Cover Girl Models eine Art Remake des 2 Jahre zuvor entstandenen, von mir erst vor ein paar Tagen gesehenen und sich in der selben DVD-Edition wie Cover Girl Models befindlichen Fly Me auf das geneigte Genre-Publikum los. Anstelle von 3 Stewardessen sind es hier 3 Fotomodels die diverse "Abenteuer" in Hongkong erleben. Ein richtiges Drehbuch dürfte es auch hier nicht gegeben haben. Zumindest kann von der Entwicklung eines Plots praktisch keine Rede sein. Stattdessen werden einmal mehr diverse Schauwerte (ein bisschen Klamauk, ein bisschen nackte Haut, ein bisschen Action, ein bisschen Martial Arts) planlos aneinandergereiht. Wurden die diversen Handlungsfragmente in Fly Me am Ende noch mittels der guten alten Holzhammermethode zusammengeführt, lässt Regisseur Santiago in Cover Girl Models selbst das bleiben. Das nenn ich dann mal konsequent. :D
Und die Tatsache, dass ich persönlich auch Cover Girl Models als in höchstem Maße unterhaltsam und spaßig empfunden habe, muss ich wahrscheinlich nicht großartig erwähnen.

CLIP:


Cirio H. Santiago Mary Woronov 1970er female nudity Sexploitation Hongkong New World Pictures


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LIPSTICK


LIPSTICK LIPSTICK (DVD: Paramount, USA)
(OT: Lipstick | USA 1976 | Regie: Lamont Johnson)

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Um ihrer kleinen Schwester Kathy (Mariel Hemingway) einen Gefallen zu tun, erklärt sich das Topmodel Chris McCormick (Margaux Hemingway) dazu bereit, sich die Eigenkompositionen von Kathys Musiklehrer Gordon Stuart (Chris Sarandon) anzuhören. Als sie ihn jedoch in ihr Apartment lässt und seiner Musik nicht die von ihm gewünschte Aufmerksamkeit schenkt, eskaliert die Situation. Gordon fällt über Chris her und vergewaltigt sie brutal…

Erneut eine Reise in die 70er und in die Welt dieser unglaublichen Produktionen, die damals auch von großen Studios - im vorliegenden Fall Paramount Pictures - in die Kinos gebracht worden sind und die zudem mit einer eindrucksvollen Besetzung aufwarten können. In Lipstick - einer Mischung aus Thriller, Gerichtsdrama und Rachefilm - tummeln sich beispielsweise Anne Bancroft, Chris Sarandon, Perry King sowie die beiden Schwestern Margaux und Mariel Hemingway in ihrem jeweiligen Leinwanddebüt. Lipstick erzählt die Geschichte eines Fotomodels, welches vom Musiklehrer ihrer kleinen Schwester brutal vergewaltigt wurde und dann mit ansehen muss, wie ihr Peiniger vor Gericht frei gesprochen wird. Lamont Johnsons Film ist typisches Kino der 70er Jahre und erinnert in seiner ganzen Inszenierung - Zurückhaltung gab es in diesem Jahrzehnt praktisch nicht - schon stark an die kleinen, reudigen Exploitation-Streifen der diversen Independent-Studios der damaligen Zeit. Die Inszenierung der Vergewaltigung ist für eine Studioproduktion wirklich ausgesprochen heftig ausgefallen, die Inszenierung des Prozesses ist einfach nur schmierig geraten und das Finale bietet dem Zuschauer genau das, was er sich nach den vorangegangenen Ereignissen in einem solchen Film einfach wünscht. Auch wenn die Rache der Protagonistin nicht eiskalt geplant geplant wird, sondern eher im Affekt passiert - Lipstick geht locker als Light-Variante von Winners Death Wish durch. Der Film krankt zwar an der einen oder anderen Ungereimtheit im Drehbuch, schafft es - insbesondere mit Hilfe seiner beiden wirklich überzeugend aufspielenden Hauptdarsteller, Margaux Hemingway in der Opfer- und Chris Sarandon in der Täterrolle - insgesamt betrachtet aber definitiv, den Zuschauer über die komlette Laufzeit bei der Stange zu halten und bietet ein herrlich schönes "What the Fuck!?!"-Finale. Exploitation-Herz, was willst du mehr?

Lamont Johnson Anne Bancroft 1970er female nudity Rache Los Angeles


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CORMAN’S WORLD: EXPLOITS OF A HOLLYWOOD REBEL


CORMAN’S WORLD: EXPLOITS OF A HOLLYWOOD REBEL CORMAN’S WORLD: EXPLOITS OF A HOLLYWOOD REBEL (DVD: Anchor Bay, USA)
(OT: Corman’s World: Exploits of a Hollywood Rebel | USA 2011 | Regie: Alex Stapleton)

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Ein Einblick in das Leben und Wirken von Filmproduzent Roger Corman...

Was haben Schauspieler wie Jack Nicholson, Robert De Niro, Peter Fonda, Dennis Hopper, Sylvester Stallone, William Shatner oder Sandra Bullock und Regisseure wie Francis Ford Coppola, Martin Scorsese, Jonathan Demme, Joe Dante, Ron Howard, James Cameron oder Peter Bogdanovich gemeinsam? Sie alle starteten ihre Karriere in Filmen von Roger Corman, dem Großmeister der B-Movies.
Mit Corman's World: Exploits of a Hollywood Rebel setzt Regisseur Alex Stapleton dem Vielfilmer nun ein entsprechendes Denkmal und gewährt dem Zuschauer interessante Einblicke in das Leben und das Wirken des im Jahr 2009 mit einem Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichneten Hollywoodrebellen. Aktuelle Interviews mit langjährigen Weggefährten (u.a. eine Vielzahl der im ersten Satz genannten Schauspieler und Regisseure), Ausschnitte aus unzähligen Corman-Filmen und jede Menge Archivaufnahmen machen diese Dokumentation zu einer kurzweiligen und hochinteressanten Angelegenheit. Und wenn ziemlich zum Ende hin ein Mann wie Jack Nicholson berichtet, dass er seine ganze Karriere und seinen ganzen Erfolg einzig und allein Roger Corman zu verdanken hat und ihm dabei vor lauter Rührung und Dankbarkeit die Stimme wegbleibt und die Tränen in die Augen schießen, dann bekommt man auch als Zuschauer eine echte Gänsehaut.
Die IMDB listet Roger Corman bei mittlerweile knapp über 400 Filmen als Produzent, Co-Produzent oder ausführenden Produzenten. Auch im mittlerweile hohen Alter (Corman wurde am 05.04. stolze 86 Jahre alt) bleibt Corman dem Filmbusiness treu. Filme mit verführerischen Titeln wie Attack of the 50ft Cheerleader befinden sich gerade in der Post-Production-Phase, andere werden soeben gedreht. Es steht zu befürchten, dass auch Roger Corman nicht mit dem ewigen Leben gesegnet sein wird. Der Tag, an dem dieser Mann seinem Schöpfer gegenübertritt, wird ein ausgesprochen trauriger Tag für die gesamte Filmwelt sein. Möge er in ferner Zukunft liegen.

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Alex Stapleton Jack Nicholson Roger Corman Robert De Niro Peter Bogdanovich Joe Dante Jonathan Demme Martin Scorsese Peter Fonda Dick Miller Ron Howard Pam Grier Mary Woronov 2010er female nudity


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FLY ME


FLY ME FLY ME (DVD: Shout! Factory, USA)
(OT: Fly Me | Philippinen/USA 1973 | Regie: Cirio H. Santiago)

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Die frisch gebackene Stewardess Toby (Pat Anderson) führt ihr erster Flug nach Hongkong, wo sie gemeinsam mit ihren beiden Kolleginnen Andrea (Lenore Kasdorf) und Sherry (Lyllah Torena) ein paar Tage Aufenthalt hat. Doch die exotische Stadt zu erkunden, fällt für Toby ziemlich schwer, denn dummerweise hat ihre überprotektive Mutter (Naomi Stevens) es sich nicht nehmen lassen, ihre Tochter auf deren ersten Flug zu begleiten und diese folgt ihr nun auf Schritt und Tritt. Während Toby also verzweifelt versucht, ihre Mutter abzuschütteln, plagen Andrea und Sherry gänzlich andere Sorgen. Während Andrea versucht, ihren wie vom Erdboden verschwundenen Liebhaber aufzufinden, landet Sherry in den Fängen eines Mädchenhändlerringes...

Ein Film, dessen Original-US-Kinoplakat u.a. die verführerische Tagline "See Stewardesses Battle Kung Fu Killers!" ziert, kann nur unglaublich geil oder unglaublich mies sein. Fly Me ist beides gleichzeitig. Regisseur Cirio H. Santiago verzichtet auf solche Banalitäten wie einen echten Plot - hier gibt es nur bruchstückhaft Erlebnisse dreier Stewardessen in Hongkong und Manila zu bestaunen, die auf den ersten Blick einfach überhaupt keinen Sinn ergeben und am Ende mit der berühmten Holzhammertaktik zusammengeführt werden - und konzentriert sich stattdessen lieber auf Schau- und Unterhaltungswerte, die insbesondere aus nackten Tatsachen, ein paar Action-Einlagen und herrlich stümperhaft inszenierten Martial-Arts-Sequenzen bestehen. Letztere sehen tatsächlich aus, als wären sie von einer Handvoll Kindergartenkinder choreographiert worden. Nach exakt 72 Minuten ist der Zauber wieder vorbei. Fly Me, der vom B-Movie-Gott Roger Corman für billiges Geld auf den Philippinen produziert wurde und an dessen Herstellung u.a. Gremlins-Regisseur Joe Dante als Dialogue Director und Das Schweigen der Lämmer-Regisseur Jonathan Demme als Second Unit Director beteiligt waren, ist eine echte Kuriosität und man darf froh sein, dass man Filme wie diesen überhaupt noch zu Gesicht bekommt und sie nicht endgültig in der Versenkung verschwinden.
Das US-Label Shout! Factory hat Fly Me für die Nachwelt gerettet, den Film von einer der letzten existierenden und wohl auch nicht mehr ganz vollständigen Filmrollen (zahlreiche Jumpcuts und abrupte Szenenwechsel deuten darauf hin, dass hier bereits die eine oder andere Sequenz für immer verloren sein dürfte) abgetastet, eindrucksvoll restauriert und auf DVD veröffentlicht. Die Filmwelt wäre ohne Streifen wie diesen ein gutes Stück ärmer.

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Cirio H. Santiago Dick Miller 1970er female nudity New World Pictures Sexploitation Hongkong


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GAMES GIRLS PLAY


GAMES GIRLS PLAY GAMES GIRLS PLAY (DVD: Dark Sky Films, USA)
(OT: Sex Play | Großbritannien 1974 | Regie: Jack Arnold)

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Nachdem die frühreife Bunny O'Hara (Christina Hart) schon allen Männern auf einem US-Militärstützpunkt den Kopf verdreht und einiges an Schaden angerichtet hat, wird ihr Vater (Gordon Sterne) in den diplomatischen Dienst nach England versetzt. Eine Versetzung, die einzig und allein dem Zweck dient, Bunny von weiteren Eskapaden abzuhalten. Bunny muss in England fortan eine streng geführte Privatschule besuchen und ihr Vater hofft inständig, seine Tochter so in ihre Schranken weisen zu können. Doch Bunny, die sich sehr schnell mit ihren Mitschülerinnen (u.a. Jane Anthony, Jill Damas) anfreundet, findet schon bald Mittel und Wege, um ihrer Passion mit deren Hilfe auch in ihrer neuen Heimat nachgehen zu können…

Ich hab irgendwie schon viel zu lange keinen Ausflug mehr in die Welt des Exploitation-Kinos der 70er Jahre unternommen. Es wurde mal wieder Zeit und die Wahl fiel auf Games Girls Play, einer ausgesprochen kurzweiligen Mischung aus Sexploitation und Teensploitation. Regisseur Jack Arnold, den man wahrscheinlich nicht unbedingt auf dem Regiestuhl einer Teenie-Sexkomödie erwartet hätte, verbindet man mit seinem Namen doch eher Filme wie Gefahr aus dem Weltall, Der Schrecken vom Amazonas, Die Rache des Ungeheuers oder Tarantula, liefert dem geneigten Genrefreund hier ein regelrechtes Feuerwerk aus Klamauk und nackten Tatsachen, welches stellenweise schon die Grenzen zum Slapstick überschreitet und in manchen Sequenzen so extrem überdreht bescheuert ist, dass die Sichtung dieses Streifens einem diebischen Vergnügen gleichkommt. Insbesondere über fehlende Schauwerte kann man sich hier wahrlich nicht beklagen. Christina Hart in der Rolle der Bunny O'Hara sieht einfach nur fantastisch aus und nutzt wirklich jede Gelegenheit, dem Publikum ihre perfekten Rundungen in all ihrer Pracht zu präsentieren. Und ihre nicht minder attraktiven Co-Stars stehen ihr in puncto Zeigefreudigkeit praktisch in nichts nach. Der Nackedei-Faktor dieses Streifens ist wirklich exorbitant hoch und die Leute aus der Kostümabteilung dürften während des Drehs dieses Films eine relativ ruhige Kugel geschoben haben. Ein Großteil der Mitwirkenden hat eh nie etwas an.

Jack Arnold Christina Hart 1970er female nudity Teensploitation Sexploitation


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HOBO WITH A SHOTGUN


HOBO WITH A SHOTGUN HOBO WITH A SHOTGUN (Blu-ray: Momentum, Großbritannien)
(OT: Hobo with a Shotgun | Kanada 2011 | Regie: Jason Eisener)

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In einer amerikanischen Kleinstadt möchte ein namenloser Landstreicher (Rutger Hauer) ein neues Leben beginnen und sieht sich schon bald mit der Tatsache konfrontiert, dass sich die Stadt und ihre Einwohner fest in der Hand des skrupellosen Gangsterbosses Drake (Brian Downey) befindet, der hier mit Hilfe seiner beiden psychopathischen Söhne Slick (Gregory Smith) und Ivan (Nick Bateman) ein regelrechtes Terrorregiment führt. Der Landstreicher entschließt sich dazu, dem Verbrechen den Kampf anzusagen und schreitet mit einer Schrotflinte bewaffnet zur Tat...

Manche Filme walzen regelrecht über einen hinweg und legen praktisch alles in Schutt und Asche. Hobo with a Shotgun ist einer von ihnen und stellt einen weiteren Höhepunkt der nun schon seit einigen Jahren andauernden Welle moderner Exploitation-Filme dar. Wie Machete basiert auch Hobo with a Shotgun auf einen Trailer aus dem Grindhouse-Projekt von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez, genauer gesagt auf den Sieger-Trailer des im Rahmen des Projektes veranstalteten Trailer-Wettbewerbs. Und an dem, was Regisseur Jason Eisener hier abliefert, müssen sich künftige Exploiter messen lassen. Und die Messlatte liegt verdammt hoch. Hobo with a Shotgun dürfte zu den durchgeknalltesten, abgefahrensten, chaotischsten und respektlosesten Streifen gehören, die ich je gesehen habe. Im Grunde ist der als eiskalter Rachestreifen getarnte Hobo with a Shotgun eine amoklaufende Komödie, ein Film, der zu keiner Sekunde einen Zweifel daran lässt, dass er unbedarfte Zuschauer gehörig vor den Kopf stoßen möchte und den man um Gottes willen nicht ernst nehmen darf. Davon zeugt schon der ganze Look des Films. Denn der ist einfach nur bunt, kunterbunt sogar. Hobo with a Shotgun leuchtet in so extrem grellen Farben, man könnte der Ansicht sein, Eisener wolle den Zuschauer davon überzeugen, Hobo with a Shotgun sei der erste Farbfilm, der je gedreht worden ist. Und dann diese ganzen komplett überdrehten Effekte und diese einfach nur herrlich überzeichneten Charaktere, denen der Cast ein regelrechtes Denkmal setzt. Praktisch alle Schauspieler agieren mit einem solch enthusiastischen Overacting, dass man meinen könnte, es gäbe kein Morgen mehr und insbesondere Rutger Hauer gibt in der Titelrolle des Hobo eine absolute Granatenleistung ab. Laut, grell, bunt, grandios!

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Jason Eisener Rutger Hauer 2010er female nudity Rache


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SCHULMÄDCHEN-REPORT 13 - VERGISS BEIM SEX DIE LIEBE NICHT


SCHULMÄDCHEN-REPORT 13 - VERGISS BEIM SEX DIE LIEBE NICHT SCHULMÄDCHEN-REPORT 13 - VERGISS BEIM SEX DIE LIEBE NICHT (DVD: Kinowelt, Deutschland)
(OT: Vergiss beim Sex die Liebe nicht - Der neue Schulmädchenreport, 13. Teil | Deutschland 1980 | Regie: Walter Boos)

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Während einer Probe des Schultheaters entwickelt sich zwischen dem Lehrer Dr. Burkhard (Tonio von der Meden) und seinen Schülern (u.a. Renate Langer) eine angeregte Diskussion zum Thema Sex und Liebe, bei der die Schüler mit Beispielen aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis ihre jeweiligen Standpunkte untermauern…

Vor knapp 6 Jahren habe ich mit der Sichtung der Schulmädchen-Report-Reihe begonnen, nun rotierte der 13. und letzte Teil im Player. Da kommt fast ein bisschen Wehmut auf, dass keine weiteren Streifen mehr folgen werden. Denn rückblickend betrachtet hat die Reihe - was Schau- und Unterhaltungswert angeht - doch ziemlich viel Spaß bereitet, so einige Episoden aus den einzelnen Filmen bleiben im Gedächtnis (insbesondere die Sequenz mit Christina Lindberg aus dem 4. Teil) und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mir die Reihe irgendwann mal wieder zu Gemüte führen werde. Der 13. Teil stellt dann auch einen würdigen Abschluss der Reihe dar, bietet die gewohnte Mischung aus komischen und ernsthaften Episoden, welche wieder in eine hauchdünne Rahmenhandlung eingebettet worden sind, und lässt mich abermals staunend ob des Faktes zurück, dass diese Streifen tatsächlich mal erfolgreich im Kino gelaufen sind und nicht nur von gestörten Exploitation-Liebhabern wie mich goutiert wurden. Was von diesem Film speziell im Gedächtnis bleibt, sind Kleinigkeiten. Beispielsweise die Tatsache, dass es hier erstmals richtige Anfangscredits mit Schauspielerangaben gibt und hierfür der altbekannte Vorspann samt des Titelthemas von Komponist Gert Wilden geopfert wurde. Und die extrem schnuckelige Renate Langer, die Darstellerin der Thea in der Rahmenhandlung, die leider keine Möglichkeit hatte, in ihrer Rolle blank zu ziehen (muss mal nach anderen Filmen mit ihr Ausschau halten). Oder bloße Verwunderung darüber, wie es möglich gewesen ist, Katja Bienert zum damaligen Zeitpunkt so zu zeigen. Und in diesem Zusammenhang noch größere Verwunderung über die FSK-Freigabe dieses Streifens. In diesem Sinne: Mach’s gut Schulmädchen-Report-Reihe. War ne schöne Zeit mit dir. Bis irgendwann mal wieder.

Walter Boos 1980er female nudity Sequel Sexploitation Teensploitation


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MILL OF THE STONE WOMEN


MILL OF THE STONE WOMEN MILL OF THE STONE WOMEN (DVD: Mondo Macabro, USA)
(OT: Il mulino delle donne di pietra | Frankreich/Italien 1960 | Regie: Giorgio Ferroni)

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In einer alten Mühle in der Nähe von Amsterdam befindet sich ein morbides Figurenkabinett, welches nun schon seit 100 Jahren von der Familie von Professor Wahl (Herbert A.E. Böhme) betrieben wird und das steinerne Frauenfiguren in verschiedensten Todesposen präsentiert. Anlässlich des Jubiläums möchte der Student Hans von Arnim (Pierre Brice) einen Artikel über das Kabinett schreiben und begibt sich aus diesem Grund in die alte Mühle, in der ihm während seiner Arbeit plötzlich eine mysteriöse, überaus lebendige junge Frau über den Weg läuft…

Bevor Pierre Brice als Apachenhäuptling Winnetou hierzulande berühmt wurde, spielte er die Hauptrolle in diesem kleinen Gruselfilm, der auf den deutschen Titel Die Mühle der versteinerten Frauen hört und in dem für den von Brice gespielten Hans mit dem Kennenlernen der mysteriösen, jungen Dame das Unheil seinen Lauf nimmt. Mill of the Stone Women steht dabei ganz im Zeichen des Gothic Horror. Die französisch-italienische Co-Produktion von Regisseur Giorgio Ferroni aus dem Jahr 1960 erinnert stark an die Filme der britischen Hammer Studios. Wenn man nicht immer wieder Außenaufnahmen der Mühle - die sich in diesen unzweifelhaft als Modell entpuppt - zu Gesicht bekommen würde, man könnte fast meinen, man wäre auf dem Schloss des Grafen Dracula oder dem mondänen Anwesen von Baron Frankenstein zu Gast. Ferronis Film verwöhnt mit praktisch allen Zutaten, die man als Genrefan von einem Streifen dieser Art erwartet. Ein altes Gemäuer voll unheimlicher Schatten, einen Mad Scientist, einen Helden der langsam aber sicher in den Wahnsinn abzudriften droht und natürlich eine mysteriöse Schönheit mit einem schrecklichen Geheimnis. Und dann gibt es da im Finale noch ein paar erstaunlich freizügige Einstellungen der attraktiven Dany Carrel zu bewundern, die zum damaligen Zeitpunkt sich für einiges Aufsehen gesorgt haben dürften. Klar, Mill of the Stone Women kann ein heutiges Publikum nicht mehr wirklich schocken, aber er überzeugt mit einer schaurig-schönen Atmosphäre, tollen Settings und einer sympathischen Gruselgeschichte. Kurzweilig, unterhaltsam, schön!

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Giorgio Ferroni Pierre Brice 1960er female nudity


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LANCE - STIRB NIEMALS JUNG


LANCE - STIRB NIEMALS JUNG :love: LANCE - STIRB NIEMALS JUNG :love: (DVD: Attraction Movies, Deutschland)
(OT: Never Too Young to Die | USA 1986 | Regie: Gil Bettman)

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Der wahnsinnige Velvet Van Ragnar (Gene Simmons) plant die Trinkwasserversorgung zu vergiften und benötigt hierzu eine bestimmte Diskette. Diese hat der Geheimagent Drew Stargrove (George Lazenby), noch kurz bevor er von Van Ragnar ermordet wurde, seinem Sohn Lance (John Stamos) zukommen lassen. Und Lance, der nichts vom wahren Beruf seines Vaters wusste, gerät schon bald ins Visier des verrückten Terroristen…

Die Erfahrung mit Der Tanz des Drachen lässt sich noch steigern, wenn man danach Lance - Stirb niemals jung einlegt. Ein Film, der nicht von dieser Welt, nicht einmal aus diesem Universum zu stammen scheint. In diesen Streifen haben sich u.a. Ex-Bond-Darsteller George Lazenby und Robert "Freddy Krueger" Englund verirrt und in der Rolle des Bösewichts ist KISS-Mastermind Gene Simmons zu sehen. Die Story ist komplett irrsinnig, die Requisiten wurden wahrscheinlich vom Set des ein Jahr zuvor gedrehten dritten Teils der Mad Max-Saga geklaut und auch hier sind Frisuren, Make-up und Kostüme wieder jenseits von Gut und Böse. Es fällt mir schwer, diesen Film überhaupt zu beschreiben. Man muss ihn tatsächlich gesehen haben, um begreifen zu können, was hier von Regisseur Gil Bettman auf die Menschheit losgelassen wurde. Lance - Stirb niemals jung kann irgendwie Alles und Nichts und das gleichzeitig. Ein unfassbarer geiler Film!
Das Bindeglied zwischen Der Tanz des Drachen und Lance - Stirb niemals jung heißt übrigens Vanity. Die spielt in beiden Streifen die weibliche Hauptrolle und legte damit einen durchaus "beeindruckenden" Einstieg in eine leider relativ kurze Karriere hin! Schade, dass sie ihren perfekten Körper nur in einer relativ kleinen Anzahl von Filmen zur Schau stellen durfte. Für mich war das eine der attraktivsten Darstellerinnen der 80er Jahre.

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Gil Bettman Vanity George Lazenby Robert Englund 1980er car chase female nudity


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BERRY GORDY'S THE LAST DRAGON


BERRY GORDY'S THE LAST DRAGON BERRY GORDY'S THE LAST DRAGON (DVD: Sony, USA)
(OT: Berry Gordy's The Last Dragon | USA 1985 | Regie: Michael Schultz)

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Um die höchste Stufe seiner Kampfkünste zu erreichen, begibt sich der leicht naive Leroy Green (Taimak) auf die Suche nach dem Meister. Auf seinem Weg macht er Bekanntschaft mit dem fiesen Sho'nuff (Julius Carry) und rettet eher zufällig die attraktive Laura Charles (Vanity) vor einem skrupellosen Musikproduzenten…

Ein Schwarzer, der sich für einen Chinesen hält, macht sich auf die Suche nach dem wahren Meister der fernöstlichen Kampfkünste und stolpert dabei von einer Keilerei in die nächste. Der Tanz des Drachen ist ein kunterbunter, herrlich bescheuerter Film. Eine echte Wundertüte, bei der man sich nie sicher sein kann, welche Überraschung in der nächsten Sequenz aus dem Hut gezaubert wird. Ich liebe beispielsweise den ersten Auftritt des von Julius Carry wahnwitzig gespielten Sho'nuff im Kino. Sein Outfit hätte einen eigenen Credit im Abspann des Films verdient gehabt. Und natürlich liebe ich diese unglaubliche Naivität, mit der sich der von Taimak gespielte Leroy Green auf die Suche nach dem "Glow" macht, befürchte allerdings, dass diese Naivität keinesfalls gespielt ist. Außerdem ist es auch immer wieder spaßig, wen man in solchen Streifen entdeckt. Hier "blamieren" sich beispielsweise William H. Macy und Chazz Palminteri in kleineren Rollen. Und im Finale dreht Der Tanz des Drachen dann komplett hohl und verlässt die Grenzen jeder irdischen Logik. Must be seen to be believed! Und die Leute, die für Frisuren, Make-up und Kostüme verantwortlich waren, dürften ihre Arbeit damals definitiv unter extremen Drogeneinfluss verrichtet haben. Ein halbwegs nüchterner Mensch kann sich solche Designs nicht mal in den 80ern ausgedacht haben. Unfassbar!

TRAILER:


Michael Schultz Vanity 1980er New York


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FROM DUSK TILL DAWN


FROM DUSK TILL DAWN :love: FROM DUSK TILL DAWN :love: (Blu-ray: Miramax/Lionsgate, Großbritannien)
(OT: From Dusk Till Dawn | USA 1996 | Regie: Robert Rodriguez)

Infos zum Film:
IMDB
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Die beiden gemeingefährlichen Brüder Seth (George Clooney) und Richard Gecko (Quentin Tarantino) wollen vor der Polizei nach Mexiko flüchten und nehmen in einem Motel den früheren Priester Jacob Fuller (Harvey Keitel) sowie dessen Sohn Scott (Ernest Liu) und dessen Tochter Kate (Juliette Lewis) als Geiseln. Die Familie soll die beiden Gangster in ihrem Wohnmobil über die Grenze schmuggeln, was tatsächlich auch gelingt. Doch die Einreise in Mexiko bedeutet für die Geiseln noch nicht die Freiheit. Eine Nacht müssen sie noch gemeinsam mit den Geckos verbringen, bis diese am nächsten Morgen ihren Kontaktmann treffen können. Im Titty Twister, einem Nachtclub irgendwo im Nirgendwo, wollen die Geckos gemeinsam mit ihren Geiseln die Zeit bis zum Morgengrauen überbrücken. Doch im Nachtclub erwartet sie schon bald eine böse Überraschung...

Schon knapp 8 Jahre nicht mehr gesehen, definitiv eine viel zu lange Zeit. Und man hat bei solchen Filmen ja dann doch immer gewisse Bedenken, ob die Begeisterung von früher auch heute noch Bestand haben wird. Allen Bedenken waren unbegründet, From Dusk Till Dawn bleibt für mich auch nach dieser erneuten Sichtung neben Peter Jacksons Braindead ohne Frage einer der besten Genrefilme der 90er. Rodriguez’ Mischung aus Road Movie und Vampirhorror läuft vor denk- und zitierwürdigen Szenen fast über und ist dabei gleichzeitig eine einzige Hommage an verschiedenste Genrefilme. Das fängt schon mit der Besetzung in den Nebenrollen an. Da tummeln sich Leute wie Cheech Marin (gleich in 3 Rollen), Effekt-Guru Tom Savini und Exploitation-Altmeister wie John Saxon, Fred Williamson und natürlich Danny Trejo. Und dann diese vielen, wunderbaren Zitate. Das Titty Twister erinnert an die Bar aus Russ Meyers Up!, der Rollenname von Salma Hayeks Charakter ist der Titel eines alten, mexikanischen Nunsploitationfilms und das T-Shirt von Harvey Keitels Sohn mit der Aufschrift "Precinct 13" ist eine Referenz an Carpenters Assault on Precint 13. Und diese Liste ließe sich noch durchaus fortsetzen. Dann hat der Streifen noch die geilste Tanzszene aller Zeiten zu bieten und George Clooney und Quentin Tarantino sind im Bereich des Genrefilms das vielleicht beste Psychopathen-Duo, das je das Licht der Leinwände erblickt hat. Und ich liebe dieses Ende mit Marins und Clooneys "Psychos"-Dialog ("So, what, were they psychos, or..." - "Did they look like psychos? Is that what they looked like? They were vampires. Psychos do not explode when sunlight hits them, I don't give a fuck how crazy they are!"). Ein Kultklassiker! Wer das Gegenteil behauptet, lügt! :D

TRAILER:


George Clooney Quentin Tarantino Harvey Keitel Juliette Lewis Salma Hayek Cheech Marin Danny Trejo Tom Savini Fred Williamson John Saxon Kelly Preston 1990er female nudity Vampir





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