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One Night Stands und wahre Liebe





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APOCALYPTO



APOCALYPTO :deepshit: APOCALYPTO :deepshit: (DVD: Concorde, Deutschland)
(OT: Apocalypto | USA 2006 | Regie: Mel Gibson)


Infos zum Film:
IMDB
OFDB


Jaguar Paw (Rudy Youngblood) ist der Sohn des Oberhauptes eines Stammes, dessen Mitglieder ein friedliches und glückliches Leben leben. Doch eines Tages wird das Dorf von feindlichen Kriegern überfallen und dem Erdboden gleichgemacht, der Großteil der Männer gefangen genommen und anschließend verschleppt...

Ach du meine Güte, mit was für einen unglaublich Müll hat mich Herr Gibson denn da geschlagene 130 Minuten gequält und drangsaliert. Apocalypto war mir irgendwie von Anfang an komplett unsympathisch und ist mir einfach nur tierisch auf die Nerven gegangen. Das hat schon in den ersten Minuten mit den völlig unpassenden Scherzen auf Teeniekomödien-Niveau angefangen (nicht, dass ich etwas gegen diese Art von Humor hätte, aber halt bitte nur in Filmen, in denen es auch passt) und sich danach munter fortgesetzt. Eine komplett unglaubwürdige "Gut gegen Böse"-Geschichte, Charaktere für die der Begriff klischeehaft schon fast nicht mehr ausreicht, Logikfehler und Ungereimtheiten (nur ein Beispiel: der Marsch der Entführten dauerte eine gefühlte Ewigkeit, die Flucht Jaguar Paws führte diesen vergleichsweise schnell wieder zurück in seine Heimat) und dann dieses vollkommen beschissene Ende (Stichworte: Unterwassergeburt und Entdecker), bei dem ich vor lauter Wut über meine vergeudete Lebenszeit am liebsten den heimischen Fernseher eingetreten hätte. Und das soll ein Epos über die Kultur der Maya gewesen sein? Das ich nicht lache. Meinetwegen gestehe ich dem Streifen zu, dass er auf der handwerklichen Ebene ganz gut gelungen sein mag; das ändert aber nichts an meiner Meinung zu diesem Film: Apocalypto ist wohl der mit ganz großem Abstand beschissenste Streifen, den ich in den letzten Jahren über mich ergehen lassen musste.

TRAILER:


female nudity Oscar Nominee 2000er Mel Gibson 16. Jahrhundert



Zitat

Und das soll ein Epos über die Kultur der Maya gewesen sein?
Oh, ist das so? Ich dachte, das sei einfach ein reines Action-Brett. :unsure:
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Es ist ja auch nichts anderes als ein reines Action-Brett. Aber er wurde halt als etwas gänzlich anderes verkauft bzw. vermarktet.

Wenn ich mir allein schon die offizielle "Inhaltsangabe" des deutschen Verleihs anschaue:

Zitat

Es ist die Zeit, in der der Niedergang einer der ältesten und geheimnisvollsten Hochkulturen aller Zeiten bevorsteht: der Maya. Bis heute birgt diese Zeit offene Fragen und ungeklärte Geheimnisse. Die Eroberung Mexikos und Zentralamerikas durch die Spanier besiegelt endgültig den Untergang dieses hochzivilisierten Volkes.
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Bastro sagte am 09. März 2010, 11:10:

Zitat

Und das soll ein Epos über die Kultur der Maya gewesen sein?
Oh, ist das so? Ich dachte, das sei einfach ein reines Action-Brett. :unsure:

Und ich dachte, es sei Gibsons übliches Gewimmer über den Sündenpfuhl Babel und die erlösende Kraft des Christentums.
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Splatter-Fanatic sagte am 09. März 2010, 13:15:

Es ist ja auch nichts anderes als ein reines Action-Brett. Aber er wurde halt als etwas gänzlich anderes verkauft bzw. vermarktet.
Okay, das wußte ich nicht. Dann wird's natürlich peinlich rassistisch.

Ohne Vorabinformationen würde man sich dem Film aber vermutlich unvoreingenommener nähern.
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The Critic sagte am 09. März 2010, 13:35:

die erlösende Kraft des Christentums.
Ja, aber dieser Kommentar ist doch nur ganz am Ende eine kurze Szene mit den anlandenden Conquistadores. Inhaltlich wird das doch gar nicht mehr ausgeführt.
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Bastro sagte am 09. März 2010, 14:24:

Ohne Vorabinformationen würde man sich dem Film aber vermutlich unvoreingenommener nähern.

Kann gut möglich sein. Wobei ich auch sagen muss, dass mich der Film schon gleich am Anfang mit seinen unpassenden Witzchen auf "American Pie Teil 28"-Niveau vollkommen angekotzt hat. Und diese Antipathie gegenüber dem Film hat sich während der Laufzeit immer mehr gesteigert. Ich breche prinzipiell nie einen Film ab, bei APOCALYPTO war ich seit sehr langer Zeit mal wieder kurz davor, den Streifen einfach abzuschalten.
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Bastro sagte am 09. März 2010, 13:34:

The Critic sagte am 09. März 2010, 13:35:

die erlösende Kraft des Christentums.
Ja, aber dieser Kommentar ist doch nur ganz am Ende eine kurze Szene mit den anlandenden Conquistadores. Inhaltlich wird das doch gar nicht mehr ausgeführt.

Braucht sein Zielpublikum auch gar nicht. Das ausführliche Zeigen der sündigen falschen Religion, das die armen reinen Seelen quält und ihnen die Hölle auf Erde bereitet, reicht dafür vollkommen aus. In dem Kontext ist dann auch die metaphorische Vertreibung aus dem Paradies am Anfang zu lesen. In so etwas sind die amerikanischen christlichen Fundamentalisten geschult.
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Oh, ein Streit um APOCALYPTO - da mische ich jederzeit gern mit!

Ich stimme da Critic voll und ganz zu - gerade die exponierte Stellung am Filmende und die mangelnde Ausführung scheint mir das Ganze eher noch perfider zu machen. Weil es eben dieses Gegenargument ermöglicht und so seine eigene evozierte Bedeutung noch hinter einem Schutzwall verschanzt.

Hab ich seinerzeit zum Kinostart schon ähnlich gesehen, und geurteilt:

"Das Schlimmste, mit dem man sich derzeit so die Laune verhageln und die Zeit verschwenden kann."
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Kingsley Zissou sagte am 09. März 2010, 17:54:

Hab ich seinerzeit zum Kinostart schon ähnlich gesehen, und geurteilt:

"Das Schlimmste, mit dem man sich derzeit so die Laune verhageln und die Zeit verschwenden kann."

:cheers: :love:
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Wenn man an den Film ohne vorgefertigte Meinung über den bösen Herrn Gibson und seine christlichen Präferenzen herangeht, ist es ein sehr guter, spannender und ungewöhnlicher Film.

Und weil ich so an den Film herangegangen bin, habe ich die Eroberer am Schluss auch nicht als christliche Erlöser (wie kann man bei diesen Bildern nur auf so eine Idee kommen?) empfunden, sondern als weitere Bedrohung, der der Hauptdarsteller und seine Familie auch wohlweislich aus dem Wege gehen. Insofern passt auch der Pressetext "Die Eroberung Mexikos und Zentralamerikas durch die Spanier besiegelt endgültig den Untergang dieses hochzivilisierten Volkes."

So what? Vielleicht einfach an den eigenen Vorurteilen gegen evil Mel gescheitert?
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Ich hege keinerlei Vorurteile gegenüber Mel Gibson und bin definitiv nicht mit einer vorgefertigten Meinung an den Streifen rangegangen. Aber APOCALYPTO hat mich schon nach wenigen Minuten mit seinen unsäglichen und komplett unpassenden Teenie-Komödien-Scherzen dermaßen auf die Palme gebracht, dass danach wohl eine "neutrale" Sichtweise nicht mehr möglich war.
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