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In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0


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KILL BILL (Quentin Tarantino/USA 2003/04)


"That woman deserves her revenge and we deserve to die."

Kill Bill ~ USA 2003/04
Directed By: Quentin Tarantino

Beatrix Kiddo (Uma Thurman) gehörte einst der "Deadly Viper Assassination Squad" an, einer sechsköpfigen Gruppe von in fernöstlichen Tötungskünsten ausgebildeten Profikillern. Dieser steht Bill (David Carradine) vor, ein alternder, zynischer Amerikaner, der mit Beatrix eine Liaison pflegte bis zu dem Tag, als sie sich zum Ausstieg entschloss. Schwanger von Bill wollte sie ihrer Tochter ein Leben abseits ihres einstigen Milieus ermöglichen und suchte sich unter neuem Namen Tommy Plympton (Chris Nelson), einen Plattenladenbesitzer aus El Paso, als künftigen Ehemann und Ziehvater des Kindes aus. Der rachsüchtige Bill bekommt jedoch Wind von Beatrix' Plänen und überfällt sie mit dem Rest der Truppe bereits bei der Hochzeitsprobe. Vermeintlich tot und um das Leben des Babys gebracht verbringt Beatrix vier Jahre im Koma, während derer sie ein schmieriger Krankenpfleger (Michael Bowen) als willenloses Vergewaltigungsopfer feilbietet. Infolge eines Mückenstichs erwacht Beatrix nach dieser langen Zeit und begibt sich auf einen beispiellosen Rachefeldzug, an dessenen Ende sich Berge von von Leichen auftürmen und sie ihre kleine Tochter (Perla Haney-Jardine) doch noch in die Arme schließen kann.

Ich mag es ja. ohnehin Zusammengehöriges in einem Guss zu betrachten und soweit als möglich auch wahrzunehmen und zu bewerten. Im Falle "Kill Bill", der im Abstand von sechs Monaten in zwei Teilen mit den Untertiteln "Vol. 1" und "Vol. 2" ins Kino kam, erscheint mir diese Art der Rezeption als probat. Zwar scheinen die meisten Zeitgenossen nur allzu gern auf die Divergenz der beiden Segmente zu pochen, mich interessiert dies jedoch bestenfalls geringfügig. Sicherlich gibt es offenkundige Einzelheiten, die jedem der beiden volumes halbwegs eindeutig zuzurechnen sind: Der erste Film liebäugelt noch sehr viel mehr als der zweite mit ostasiatischen "traditionals": Zu Beginn kommt das altehrwürdige ShawScope-Logo, eines der Kapitel ist als Anime gestaltet, Sonny Chiba und Gordon Liu treten auf, es geht nach Japan und gegen eine Yakuza-Chefin (Lucy Liu) , die vormals zur Viper Squad gehörte. Fontänen von Blut und herumfliegenden Extremitäten im üblich gnadenlos überzeichneten Finale gemahnen an Vertraut-Klassisches wie die "One Armed Swordsman"-Reihe oder die "Kozure-Ôkami"- und "Goyôkiba"-Serials. Der zweite Film beinhaltet dann noch einen Rückblick, in dem Beatrix, die erst hierin ihren wahren Namen zurückerhält und vormals lediglich als "The Bride" firmierte, ihre kämpferische Ausbildung bei dem höhnisch-arroganten Meister Pai Mei (Gordon Liu in einem Zweitauftritt) begeht. Ansonsten führt sie ihr Weg nach Texas und Mexiko, wo sie den übrigen Schergen Bills begegnet, darunter seinem jüngeren Bruder Budd (Michael Madsen), dessen ehrloser Verzicht auf kämpferische Tradition sie am Dichtesten an die Schwelle des Heldinnen-Todes trägt. Sie wird lebendig begraben, kann sich jedoch durch eine von Pai Meis Techniken befreien. Eine weitere verleiht ihr zugleich die elementarste Handhabe, selbst mit dem Oberboss Bill fertig zu werden, der sich am Ende und recht zufrieden mit dem Verlauf der Ereignisse seinem Schicksal stellt.
Selbstredend kann "der eine" nicht ohne "den anderen" Film bestehen und es wird niemand ernstlich behaupten können, sich mit der Beschau des zuerst aufgeführten Teils, also unter Verzicht auf den inhaltlich komplexeren und wesentlich emotionaleren zweiten Film, zufrieden geben zu wollen. Tatsächlich haben beide ihre spezifischen, besonderen Vorzüge und decken im Prinzip das gesamte Spektrum tarantino'scher Interessen ab. Vol. 1 bietet subsummiert karnevalesken, von einem Maximum an Referenzen getragenen, knallbunten Intentionstrash, Vol. 2 legt dann mehr Wert auf leise Töne, zärtliche Tragik und jenes bisschen an Vulgärpsychologie, zu dem Tarantino eben fähig ist. Dem umfassenden Erlebnis der "ganzen, blutigen Affäre" trägt man allerdings einzig mit bedingungsloser Nahtlosigkeit adäquat Rechnung. Vier Stunden sollten sich dann auch hinreichend planungsaffin ausnehmen.

9/10

Quentin Tarantino Hommage Martial Arts Texas Profikiller Japan Okinawa Tokio Rache Splatter Mexiko


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PULP FICTION (Quentin Tarantino/USA 1994)


"Just because you are a character doesn't mean that you have character."

Pulp Fiction ~ USA 1994
Directed By: Quentin Tarantino

Binnen etwa 18 Stunden ereignen sich im Schmelztiegel von L.A. mehrere einschneidende Episoden rund um den Gangsterboss Marsellus Wallace (Ving Rhames): Zwei von ihm entsandte Profikiller, Vincent Vega (John Travolta) und Jules Winfield (Samuel L. Jackson) müssen einen Wallace geraubten Koffer mit mysteriösem Inhalt sicherstellen. Im Zuge dessen kommt es zu mehreren beabsichtigten und unbeabsichtigten Todesfällen, dem halsbrecherischen Einsatz eines Cleaners (Harvey Keitel) und der Konfrontation mit einem Räuber-Pärchen (Tim Roth, Amanda Plummer). Später muss Vincent Vega im Auftrag seines Bosses dessen Frau Mia (Uma Thurman) ausführen, die am Ende des Abends beinahe an einer Überdosis fälschlicherweise geschnupften Heroins krepiert. Parallel dazu weigert sich der von Wallace geschmierte Boxer Butch Coolidge (Bruce Willis), einen getürkten Kampf zu verlieren und schlägt seinen Gegner stattdessen tot. Auf der Flucht vor dem wütenden Betrogenen muss Butch noch unbedingt seine Armbanduhr sicherstellen und begegnet dabei ausgerechnet seiner Nemesis in Person. Zusammen landen die beiden im Keller einer nachgerade gestörten Vergewaltiger-Clique, aus der Butch sich und Wallace befreien kann und im Gegenzug einen Freifahrtschein kassiert.

Nach "Pulp Fiction" avancierte Quentin Tarantino zu ausnahmslos everybody's darling, der Film und Kino etwas abgewinnen konnte. Machten sich bereits in "Reservoir Dogs" und "True Romance" etliche intertextuelle Referenzen und Bezüge bemerkbar, so bestimmten diese bereits weite Teile der mentalen Landschaft, die "Pulp Fiction" grundierte: Angelegt als achronologische Schilderung miteinander auf obskure Art verwobener Ereignisse im folkloristisch gezeichneten, südkalifornischen Gangstermilieu erweisen sich die einzelnen Episoden rasch als stark beeinflusst von den bereits ihrerseits oftmals reziprok plagiierten harboiled crime stories der vierziger und fünfziger Jahre und den entsprechenden B-Filmen aus Hollywood. Der Begriff "pulp", eine Art unschuldige(re) Vorstufe zum "camp", bezeichnet eben diesen Umgang mit popkulturellen Schemata: die nur geringfügig modifizierte Varianz überschaubarer Motive und Topoi. Tarantino pickte sich davon nach eigenem Bekunden ein paar der besonders archetypischen heraus und legierte diese zu jenem gefeierten cineastischen Großereignis, dem rückblickend vor allem großes Lob gebührt, weil es erstmals bewusst die Grenzen zwischen seit jeher schief beäugtem Genrestoff und etablierter Erzählkunst aufstieß. Die scheinbar endlos geführten, stets ironisch konnotierten Dialoge über Allerweltsthemen, die jeder zweite freundschaftlich geführte, reale Dialog irgendwann streift - das begeisterte die Leute. Man spricht über Fast Food, erotische Avancen und Drogen, später auch über Gewalt und Ethik; die Schauplätze sind ordinäre Vorstadthäuser und hippe Retro-Restaurants, das Valley und Glendale, auf der Musikspur laufen Surfrock, Soul und ein neues Stück, die künftig alle feste Assoziationen zu den Bildern wecken: Als Exempel für einen in jeder Hinsicht, also qualitativ wie quantitativ, maximal konsumierten Kultfilm, der einen globalen Nervnenner getroffen hat, ist und bleibt "Pulp Fiction" konkurrenzlos.
Dass einem mit dem Abstand der Jahre (Wahnsinn, es sind schon über 20) dann doch kleinere Schönheitsfehler ins Auge stechen, Überreizungen, Makel, ohne die der Film möglicherweise glatter, aber eben nicht mehr er selbst wäre, erscheint mir eher wertungsneutral. Einen anderen "Pulp Fiction" als eben diesen, den ja jeder kennt, möchte ja doch keiner haben.

10/10

Quentin Tarantino Roger Avary Ensemblefilm Los Angeles Profikiller Freundschaft Drogen Heroin neo noir


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L'ANNÉE DERNIÈRE À MARIENBAD (Alain Resnais/F, I 1961)


Zitat entfällt.

L'Année Dernière À Marienbad (Letztes Jahr in Marienbad) ~ F/I 1961
Directed By: Alain Resnais

Eine Frau, A (Delphine Seyrig) und ein Mann, X (Giorgio Albertazzi) begegnen sich in einem mondänen Kurhotel. X versucht, A davon zu überzeugen, dass man sich bereits vor einem Jahr kennen (und auch lieben) gelernt und dass sie ihn nach einer kurzen Romanze dazu angehalten habe, noch über ebendiese Distanz auf sie zu warten. Nun allerdings will A nichts mehr von einer wie auch immer gearteten Bekanntschaft mit X wissen; sie sähe ihn heuer zum ersten Mal.

Resnais' zweiter Langfilm "L'Année Dernière À Marienbad" gibt sich jede Menge Mühe, Kunst zu sein. Narration und Chronologie verschwimmen zusehends, die an Installationen erinnernden Bilder gleichen artifiziellen Arrangements, symbolisch für die unterschiedlichen Versionen der beiden Protagonisten wechseln die Perspektiven häufig aufs Abenteuerlichste, so dass sich in der einen Einstellung noch der berühmte Lustgarten im Hintergrund zeigt und in der anderen eine Furt. Die gezeigten Abläufe folgen, so sich dieses Verb hier überhaupt anbietet, bestenfalls einer Traumlogik; Assoziation, stream of consciousness, Unterbewusstsein, Sublimierung. Vielleicht findet all das im Zuge einer Hypnosesitzung beim Psychiater statt, die eine erlebte Vergewaltigung aufarbeiten soll, möglicherweise auch den sich seiner Schuld unbewussten Täter therapiert. Wenngleich Delphine Seyrig traumhaft schön ist und der mit ihr anscheinend legal verbendelte Sacha Pitoëff als M allein durch seine hohlwangige Physiognomie gepflegten Grusel verbreitet (ein Stück weit ist "Marienbad" nämlich auch Horrorfilm und seine Figuren sind Gespenster), so erweist sich die perfekt komponierte Photographie (Sacha Vierny) als die größte Attraktion des Films. Die in verschiedenen bayrischen Palästen und Schlössern getätigten Aufnahmen zeigen das namenlose Hotel selbst als eine Art schlafenden Organismus, dessen lange Gänge voller Gemälde, feinster Teppiche und Bergen von Stuck es wie ein unendliches Adergeäst durchziehen.
"Marienbad" ist kein im Vorbeigehen zu konsumierender Film, er will eher erfahren denn gesehen werden. Zeit seiner Existenz stößt er Massen von Publikum vor den Kopf und hat bereits in seiner frühesten Aufführungszeit die Leute in Scharen aus dem Kino gejagt. Über solche Filme weiß man heute: Sie sind oft die lohnenwertesten.

9/10

Alain Resnais Alain Robbe-Grillet Volker Schlöndorff Nouvelle Vague Surrealismus period piece


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EIN MÄDCHEN AUS FLANDERN (Helmut Käutner/BRD 1956)


"Der hatte'n Riecher für Blumen. War Lehrer."

Ein Mädchen aus Flandern ~ BRD 1956
Directed By: Helmut Käutner

Leutnant Alexander Heller (Maximilian Schell), dessen Vater General Haller (Friedrich Domin) längst eine militärische Legende im Kaiserreich ist, kämpft 1914 an der Front in Flandern. Als er mit seiner Garnison durch ein kleines Dorf zieht, begegnet er der scheuen Angeline (Nicole Berger), die er fortan nicht mehr vergessen kann. Immer wieder sucht er während der Kriegsjahre nach dem Mädchen, das ihrerseits die heimischen Partisanen unterstützt, und dessen weitere Odyssee es in ein Arbeitslager und später, als Zigarettenmädchen, in ein Brüsseler Bordell verschlägt. Alexanders Romanze mit seiner Angeline jedoch bleibt trotz aller kriegerischen Wirrnisse stets präsent, bis er am Ende sogar bereit ist, für sie zu desertieren.

Eine bittersüße Kriegsromanze, die glücklicherweise ein glückliches Ende für (fast) alle Beteiligten bereithält; sonst könnte man sie vor lauter zurückbleibendem Weltschmerz wohl auch kaum mehr ertragen. Was diese zwei durchweg guten Menschen alles durchmachen müssen, um sich schlussendlich und vor allem wohlverdient in die Arme schließen zu können, das bedeutet schon in "Ein Mädchen aus Flandern" allerschwerste Existenzbürde. Vor allem jedoch zeigt er, dass der bundesdeutsche Film selbst in den Wirtschaftswunderjahren, in denen Heimatfilm, Eskapismus und Vergangeheitsignoranz oberste Priorität im Kino hatte, immer wieder leuchtende Vorbilder hervorbrachte und noch immer, trotz der zwischenzeitlichen Nazi-Regentschaft und des damit einhergehenden Massen-Exodus großer Filmkünstler, durchaus internationale Konkurrenzfähigkeit besaß.
Große Schauspieler in kleinen und Kleinstrollen sind zu sehen, etwa Ralf Wolter, der in einer beeindruckenden Szene als Gefreiter einen kurzen, aber umso tragischeren Schützengraben-Tod stirbt, Wolfgang Völz, Herbert Weissbach, Fritz Tillmann und ein launiger Gert Fröbe als beleidigter, polternder Rittmeister mitsamt Monokel und Bismarck-Schnauzbart.
Nicole Berger ist derweil in der Tat zauberhaft und Schell demonstriert, dass er zu Hohem geboren ist.
Rundum fein!

9/10

Helmut Käutner Carl Zuckmayer WWI Vater & Sohn


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ET DIEU... CRÉA LA FEMME (Roger Vadim/F, I 1956)


Zitat entfällt.

Et Dieu... Créa La Femme (...und immer lockt das Weib) ~ F/I 1956
Directed By: Roger Vadim

Die aufreizend-sinnliche Juliete (Brigitte Bardot) ist in St. Tropez bekannt wie ein bunter Hund - alle Männer zwischen 15 und 75 hecheln ihr hinterher wie Nachbars Lumpi und sie genießt die testeronale Aufmerksamkeit mit einigem Körpereinsatz. Besonders dem gesetzten Unternehmer Carradine (Curd Jürgens) hat sie es angetan. Doch ausgerechnet Antoine Tardieu (Christian Marquand), den sie selbst aufrichtig liebt, sieht in Juliete wie die meisten anderen nur die flotte Dorfschlampe, die man einmal rumkriegen und dann absägen sollte. So kommt es, dass Juliete Antoines jüngeren Bruder Michel (Jean-Louis Trintignant) ehelicht, mit dem sie zunächst glücklich wird. Doch ein Geschäft zwischen Carradine und den Tardieus sorgt dafür, dass der zuvor weggezogene Antoine zurückkehrt nach St. Tropez. Das Unglück ist vorprogrammiert...

Roger Vadims Regiedebüt in knalligen Farben und Scope ist zugleich sein populärster Film geblieben. Die Sittenwächter liefen im Entstehungsland von "Et Dieue... Créa La Femme" Sturm gegen die tatsächlich jeweils nur angedeutete Nacktheit der Hauptdarstellerin, zugleich Vadims damalige Muse, Ehefrau und damit die Erste einer ganzen Riege von mondänen Schönheiten, die der gewiefte Franzrussen-Philou sich zeitlebens in die Kiste und vor die Linse holte. Tatsächlich befand sich die damals 22-jährige BB in einem "gefährlichen" Stadium: Zwischen Lolita (Gesicht) und Vollweib (Rest) changierend bringt sie die ganze Tragik knospender weiblicher Schönheit auf den Punkt: Zwischen Gefallsucht und echtem Liebesbedürfnis liegt nämlich eine weite Kluft, die Juliete erst durchschreiten muss, bevor sie eine vernünftige Ehe zu führen bereit ist. Doch ernsthaft: Der Film ist so schick photographiert wie erzreaktionär in seinem Geschlechterbild und wahrscheinlich ein Höhepunkt verfilzter Misogynie. BBs Figur ist zu unvernünftig und triebgesteuert, um auch nur eine Sekunde lang autonom geschweige denn rational agieren zu können; das arme Mädchen kann, sow wie es gebaut ist, ja gar nicht anders, als seine körperlichen Reize im Dauereinsatz rotieren zu lassen. Also muss nicht sie sich emanzipieren - denn das schaffte sie ohnehin nicht - sondern der Ehemann, der vom geschrumpften Pantoffelhelden über sich hinauswächst, den großen Bruder zusammenwichst und seinem betrunkenen Weibchen ein paar gepfefferte Backpfeifen verpasst, bevor diese dann erleichtert und reumütig hinter ihm her nach Hause trottet. Und der Curd, der hat ja eh schon alles gewusst. Leider kommt er bei Juliete nicht zum Zuge, aber als Graue Eminenz von St. Tropez macht ihm trotzdem keiner was vor.

Roger Vadim Femme Fatale Côte dAzur Ehe amour fou Camp


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ONE CRAZY SUMMER (Savage Steve Holland/USA 1986)


"I beg to differ!"

One Crazy Summer (Ein ganz verrückter Sommer) ~ USA 1986
Directed By: Savage Steve Holland

Wenn die High School erstmal geschafft ist, und man merkt, dass man eigentlich noch gar nichts erreicht hat, dann steht der verrückteste Sommer des Lebens bevor! Für Basketball-Null und Hobby-Cartoonist Hoops McCann (John Cusack) spielt sich dieser auf der beschaulichen Insel Nantucket ab, wo er die Ferien mit seinem besten Kumpel George (Joel Murray), dessen kleiner Schwester Squid (Kristen Goelz) und ihrem operationsvernarbten Hund Boscoe bei Oma Calamari (Billie Bird) verbringt. Bereits auf dem Hinweg lernt Hoops die nette Sängerin Cassandra (Demi Moore) kennen, verirrt sich jedoch erstmal zu Cookie (Kimberly Foster), der heißen Biene des Insel-Gorillas Teddy (Matt Mulhern). Dass ausgerechnet dessen Dad (Mark Metcalf) dabei ist, Cassandra zu enteignen, bedeutet jedoch schon bald Krieg...

Savage Steve Holland und John Cusack hatten ein Jahr zuvor bereits die Wintersport-Groteske "Better Off Dead" verdreidübelt und griffen dessen Konzept für "One Crazy Summer" gleich nochmal auf. Außer, dass sich das Ganze diesmal vor sommerlichem Ambiente abspielt, ändert sich nicht allzuviel. Cusack spielt wieder einen grenzdepressiven Teenager mit Liebesnöten, wieder gibt es die hübschen, zu Leben erwachenden Papierzeichnungen und die für den eintritt ins Erwachsenenleben dringend notwendige Erkenntnis, alles schaffen zu können, was man sich nur vornimmt. Freilich bilden die einmal mehr bescheuerten Gags das eigentliche Zentrum des Ganzen, respektive den wahren Grund, warum man sich in dem Film wirklich wohlfühlt: Speziell Bobcat Goldthwait, der seine in den "Police Academy"-Filmen etablierte Komik nahtlos nach Nantucket überführt, verleiht dem Film zusammen mit Auftritten anderer beliebter Gesichter jener Tage (Jeremy Piven, William Hickey, Curtis Armstrong, John Matsuszak oder des kürzlich leider viel zu früh verstorbenen Taylor Negron) seine besondere Würze. Wie Goldthwait im Godzilla-Suit unter dem Beifall eines japanischen Bankers (Donald Li) eine kleines Stadtmodell zertrampelt, das ist schon echt knuffig.
Schöner, kleiner Film auch sonst.

7/10

Savage Steve Holland Massachusetts Sommer Freundschaft Insel Teenager Zwillinge Coming of Age


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MARTY (Delbert Mann/USA 1955)


"See, dogs like us, we ain't such dogs as we think we are."

Marty ~ USA 1955
Directed By: Delbert Mann

Der italienischstämmige Fleischer-Geselle Marty Pilletti (Ernest Borgnine) ist mit seinen 34 Jahren das älteste von sechs Geschwistern. Zugleich ist er der einzige, der noch nicht verheiratet ist und bei der Mutter (Esther Minciotti) lebt, deren Hauptgesprächsthema wiederum Martys Hängen an ihrem Rockzipfel ist. Der junge Mann ist derweil frustriert wegen seiner ihm über den Kopf wachsenden Einsamkeit und durchlebt des Öfteren depressive Episoden. Eines Abends lernt Marty durch Zufall bei einer Tanzveranstaltung die schüchterne, spröde Lehrerin Clara (Betsy Blair) kennen und verliebt sich in sie. Entgegen seiner Freunde und auch seiner Mutter, die Marty in Wahrheit am liebsten dort sehen, wo er steht, ringt sich Marty durch, eine Beziehung mit Clara aufzubauen.

Mit "Marty" wehte ein sanfter Hauch Neorealismus durch das amerikanische Kino, das, vermutlich die bis heute einzige, wirklich innovationsfreudige Entscheidung der Academy, mit vier Oscars gekrönt wurde; darunter dem für den besten Film. "Marty" ist ein gänzlich unglamouröses, bodenverhaftetes Werk, entstanden unter bewusstem Verzicht auf modisches CinemaScope und Farbe; eine Geschichte gewöhnlicher Menschen in unbedeutenden, kleinen Berufen. Völlig alltäglich, ohne großes Drama oder spektakuläre Wendungen berichtet Paddy Chayefsky im Remake seines eigenen, zwei Jahre älteren Teleplays (in dem Rod Steiger die Titelrolle spielt), von dem nicht eben schönen Nachwuchsmetzger Marty; Kriegsveteran, katholisch und von einem Übermaß an Verantwortungsbewusstsein für die umfangreiche Familie gebeutelt. Marty ist der Kerl, den alle brauchen und alle mögen; einer, der schlecht nein sagen kann, an dem gern und viel gemäkelt wird, der aber seine Rolle in seinem Sozialzirkel genau so ausfüllt, wie er sie justament spielt. An diesem Wochenende jedoch gelingt Marty endlich die Emanzipation - von seiner Mutter, seinen Freunden, seiner Familie und auch von sich selbst. Und der Film lässt erahnen, dass es "seiner" Clara" genauso geht. Diese Beschränktheit auf Elementares beschert "Marty" seinen besonderen Status, bezogen jedoch nicht nur auf das Berichtete sondern auch auf die Form, die ebenso brillant wie zweckdienlich ausfällt. So entstand einer der wahrhaft großen New-York-Filme und zudem einer der wichtigsten Vertreter von Erzählungen im amerikanisch-italienischen Ostküsten-Milieu.

10/10

Delbert Mann New York Mutter & Sohn ethnics Paddy Chayefsky Remake Best Picture


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THE UNBEARABLE LIGHTNESS OF BEING (Philip Kaufman/USA 1988)


"Take off your clothes."

The Unbearable Lightness Of Being (Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins) ~ USA 1988
Directed By: Philip Kaufman

Zur Zeit des Prager Frühlings lernt der renommierte Hirnchirurg Tomas (Daniel Day-Lewis), ein wilder Filou, die sanfte Kellnerin Tereza (Juliette Binoche) kennen und lieben. Zusammen mit der lebenslustigen Künstlerin Sabina (Lena Olin), mit der Tomas schon seit langem ein rein sexuelles Verhältnis pflegt, das Tereza trotz ihrer baldigen Heirat mit Tomas weiterhin widerwillig duldet, erlebt das Paar Höhen und Tiefen ihrer Beziehung. Angewidert von der Systemtreue des Altherren-Parteiflügels verfasst Tomas ein Pamphlet, in dem er die Kommunisten mit dem durch die Erkenntnis der Wahrheit gestraften König Ödipus vergleicht und das ein liberales Blatt veröffentlicht. Kurz vor dem Einmarsch der Hardliner-Kommunisten und Dubčeks Rücktritt im August desselben Jahres setzt sich Sabina nach Genf ab; Tomas und Tereza folgen ihr. Terezas Ängste und Unsicherheiten angesichts Tomas' nach wie vor sehr freigiebigem Lebensstil treiben sie jedoch nach einiger Zeit allein zurück in das mittlerweile trist anmutende Prag. Tomas, der Tereza bald vermisst, folgt ihr nach und soll einen Widerruf seiner dereinst verfassten Schrift unterzeichnen. Als er sich weigert, erhält er Berufsverbot und muss sich als Fensterputzer durchschlagen, heißt die "Degradierung" zum einfachen Arbeiter jedoch umweglos willkommen. Schließlich gehen er und Tereza aufs Land, wo sie bei dem Bauern Pavel (Pavel Landowský), einem früheren Patienten von Tomas, unterkommen und noch einmal glückliche Tage erleben. Ein gemeinsamer Autounfall setzt ihrer beider Leben ein Ende. Die mittlerweile in die USA emigrierte Sabina erhält Nachricht von Tod ihrer Freunde und ist zutiefst erschüttert.

An meinen erstmaligen Kontakt mit Kunderas Jahrhundertroman erinnere ich mich noch gut: Das war noch vor der Verfilmung, irgendwann Mitte der Achtziger, als "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" gerade der heißeste Belletristik-Scheiß all around war und meine vier Jahre ältere Cousine das Buch (leihweise, wenn ich mich recht erinnere) las - zur größten Empörung meiner erzspießigen Tante (von der ich später zumindest die Berufswahl übernahm), die dahinter für Teenager höchst ungeeignete Pornographie witterte und dementsprechend wetterte. Es gab dann bei einem sommerlichen Grillfest bei den Verwandten eine hitzige Tischdiskussion, der ich höchst gespannt lauschte. Bis ich selbst zu Kunderas Buch griff, war ich bereits mit literarischen Schmutzfinken wie Miller und Bukowski vertraut; der Tscheche konnte mir also in dieser Hinsicht nichts mehr anhaben. Erst jetzt begriff ich, wie im Prizip herrlich symptomatisch der einstige Disput zwischen Cousine und Tante war; meine Cousine war die Prager Jeunesse im lüsternen Reformtaumel, meine Tante die Sowjets beim Okkupieren ihres gefährdeten Geistes. Fehlte nur noch der Panzer unter ihrem Arsch.
Die von dem für epische bzw. geschichtsträchtige Stoffe perfekt geeigneten Produzenten Saul Zaentz vorbereitete und von Phil Kaufman inszenierte Adaption hält mit Kunderas peitschender Schreibe nicht ganz Schritt, ist aber ein höchst delektables Hollywoood-Epos voller Grandeur und Brillanz, dessen berauschende, tatsächlich niemals ins Anzügliche abfriftende Bilder über die gesamte Distanz des Films vereinnahmen; ganz so, wie es schwierige Liebesgeschichten vor historischen Zäsuren ja im besten Falle immer tun sollten. In den Szenen um den Einmarsch der Truppen und Panzer des Warschauer Pakts erreicht der Film seinen höchsten Effektivitätsgrad: Authentische Aufnahmen des tschechischen Filmemachers Jan Nemec vermischen sich nahtlos mit von dp Sven Nykvist nachgedrehten Sequenzen um die beiden Protagonisten. Hier gehen Fakt und Fiktion eine fast schon beängstigend "wahre" Symbiose ein. Zum Schluss muss man dann gleich zweimal heftigst schlucken: Erst wird die die Geschicke von Tereza und Tomas stets begleitende, unter Krebs leidende Hündin Karenin eingeschläfert, dann, Karenins Ableben weist bereits darauf hin, "entfliehen" die beiden Helden dem repressiven System auf die einzig optionale Art. Weiß, schwarz, Abblende. Aus.

10/10

Philip Kaufman Milan Kundera Prag Prager Frühling Tschechoslowakei Schweiz Genf Ehe Sittengemälde Widerstand Bohème


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CASABLANCA (Michael Curtiz/USA 1942)


"Of all the gin joints, in all the towns, in all the world, she walks into mine."

Casablanca ~ USA 1942
Directed By: Michael Curtiz

Das in Marokko liegende Casablanca dient 1942 als Zwischenstation für Nazi-Flüchtlinge, die von hier aus via Lissabon in die Staaten reisen wollen. Dafür benötigt man jedoch Pässe, Ausweise und Papiere die auf dem hiesigen Schwarzmarkt nur für teures Geld zu bekommen sind. Einer der Hauptumschlagsplätze ist "Rick's Café", ein beliebter Nachtclub, der von dem undurchsichtigen und als höchst arrogant geltendem Amerikaner Rick Blaine (Humphrey Bogart) geführt wird. Von dem Kleinganoven Ugarte (Peter Lorre) erhält Rick eines Abends kurz vor dessen Verhaftung zwei von ermordeten deutschen Kurieren gestohlene Transit-Visa, die ungehindertes Geleit nach Lissabon garantieren. Jene sind gedacht für den flüchtigen Widerständler Victor Laszlo (Paul Henreid) und seine Frau Ilsa Lund (Ingrid Bergman). Doch Rick, der einst in Paris eine Affäre mit Ilsa hatte und sich von ihr sitzengelassen glaubt, weigert sich aus trotzigem Stolz, ihnen die Visa zu überlassen. Für Laszlo wird die Situation derweil zunehmend brenzlig: Der Gestapo-Major Strasser (Conrad Veidt) ist ihm auf den Fersen. Ilsa liebt Rick noch immer und will zu ihm zurückkehren, wenn er zumindest Victor Laszlo eines der Visa überlässt. Doch gerade noch rechtzeitig erwacht in dem herzlosen Zyniker Rick der alte, rebellische Widerstandsgeist und sein verdorrtes Herz beginnt wieder zu schlagen...

"Casablanca" ist Meta-Kino in seiner denkbar pursten Form und eine gar nicht oft genug zu genießende, unerlässliche Lektion, wenn man etwas über den amerikanischen Film und Film per se zu lernen wünscht; und dies nicht allein, weil seine vielen Dialogzeilen, Standfotos, Songs und Filmplakate solitär in ganz besonders ihrer geballten Form an Einfluss beispiellose Bestandteile des popkulturellen Kanons sind. "Casablanca" ist sehr viel mehr: die vielleicht schönste Liebesgeschichte des Kinos; in jedem Falle die schönst unerfüllte; er ist ein leuchtendes Fanal für den Sieg von Integrität über Opportunismus; hat den coolsten Protagonisten aller Kinofilme und dazu eine Ménagerie zumeist zwielichtiger, aber, bis auf den Nazi Strasser, durchweg liebenswerter Charaktere. Selbst der ölige Gauner und Kriecher Ugarte erhält seinen Platz im Herzen des Publikums; immerhin hatte er hinreichend Chuzpe, zwei deutsche Funktionäre zu ermorden und ist im Grunde auch nur einer der vielen Träumer in Casablanca, zumindest aber einer, der (vielleicht unbedachten) Aktionismus lähmender Passivität vorzieht. Ferner darf man nicht vergessen: Ugarte ist der eigentliche Motor der geschilderten Ereignisse. Dann wäre da der dicke Sidney Greenstreet als Signor Ferrari, Besitzer des "Blue Parrot", ein unverwechselbarer Typ, der vielleicht älter und unbeweglicher ist als sein Geschäftskonkurrent Rick, ansonsten jedoch ein recht exaktes mentales Pendant zu diesem darstellt. Oberhaupt des ideologisch nebulösen Tribunals ist Louis Renault, der hiesige Polizei-Präfekt, der, wie er selbst eingesteht, sein Fähnchen stets nach dem Wind zu hängen pflegt. Ein ungewöhnlicher Repräsentant einer vormals revolutionären, stolzen Nation, durch die infolge des unglückseligen Teufelspakt Henri Philippe Pétains ein tiefer Riss verläuft: Irgendwo in Renault schlummert noch der ruhmreiche Patriotismus seiner Väter, sein Hang zu Spiel, Alkohl und schönen Frauen jedoch macht ihn zu einem noch unsteteren Wendehals als Rick. So gewinnt "Casablanca" zum Abschluss dann doch noch sein (vielleicht ohnehin einzig denkbares) Happy End - zwei einstmals schätzenswerte Individuen haben zu ihrer alten Klasse zurückgefunden und können mit wechselseitiger Unterstützung einen neuen Lebensabschnitt beginnen, über dem, soviel ist sicher, insbesondere wegen Männern wie ihnen eines Tages nicht mehr die Hakenkreuz-Flagge wehen wird.

10*/10

Michael Curtiz Marokko Casablanca WWII Nationalsozialismus Vichy-Frankreich Freundschaft amour fou based on play Paris Alkohol Widerstand film noir Propaganda Best Picture


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THE SANDPIPER (Vincente Minnelli/USA 1965)


"What would you do, in my shoes?" - "Wear them."

The Sandpiper (...die alles begehren) ~ USA 1965
Directed By: Vincente Minnelli

Die hippieeske, libertinäre Künstlerin Laura Reynolds (Elizabeth Taylor) lebt abgelegen an der nordkalifornischen Küste. Dort erzieht sie ihren Sohn Danny (Morgan Mason) allein, selbstständig und frei. Durch Dannys nonkonformistisches Verhalten gerät der gebildete Junge jedoch immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt, bis Laura von einem Richter (Torin Thatcher) dazu verdonnert wird, ihn auf die Privatschule des Episkopal-Pfarrers Edward Hewitt (Richard Burton) zu schicken. Zunächst weigert sich Laura, sich mit dieser Auflage zu arrangieren, findet jedoch bald gesteigerte Sympathie an dem ausgeglichen scheinenden Geistlichen. Ungeachtet der Tatsache, dass dieser selbst Familie hat, beginnen er und Laura eine stürmische Affäre, die jedoch bald auffliegt. Für Hewitt heißt es nun, sich für oder gegen sein früheres Leben und auch Laura zu entscheiden...

Ein typisches Taylor-/Burton-Vehikel; von der MGM produziert, von Vincente Minnelli flamboyant und mit ausufernder Verve inszeniert. Stürmisch wie die Gezeiten des Pazifik geht die kurze, von vornherein zu bösem Scheitern verdammte Beziehung der zwei garantiert nicht füreinander geschaffenen Liebenden vonstatten, und Minnelli scheut keine Gelegenheit, diesen blumigen Vergleich auch gleich in Bilder zu fassen. Wie eigens für sie verfasst, bekommen die beiden Katastrophen-Eheleute starke Dialoge verehrt, an denen unter anderem Dalton Trumbo mitgefeilt hat: Man lernt Verständnis füreinander und noch sehr viel mehr Lebensinhaltliches voneinander. Die Metaphorik erscheint derweil vielleicht etwas aufgesetzt literarisch: Der titelspendende "Strandläufer" ist ein kleiner Vogel mit gebrochenem Flügel, der von Laura zärtlich gesundgepflegt wird und sich seiner wiedergewonnen Freiheit zunächst unschlüssig ist. Ein klares Bild für Burtons Reverend Hewitt: Ein längst der gesellschaftlichen Korruption anheim gefallener Kirchen-Obmann, der sich wesentlich mehr um den finanzträchtigen Erhalt seiner Schule kümmert denn um geistliche Belange, gewinnt erst durch die Liebe zu Laura seine frühere Entschlusskraft, sprich: mentale Reinheit zurück. Burton ist also "der Sandläufer" ("Der Schluckspecht" wäre vielleicht auch etwas zu offensichtlich gewesen).
Zudem bekommt man hier die einmalige Gelegenheit, Charles Bronson (mit der deutschen Stimme von Günther Pfitzmann) als ebenso trinkfesten wie intellektuell ausbalancierten Bohèmien zu bewundern; eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Schöner Film ansonsten.

8/10

Vincente Minnelli Kalifornien amour fou Ehe Bohème Dalton Trumbo Taylor/Burton





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