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In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0


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THE OTHER GUYS (Adam McKay/USA 2010)


"I'm a peacock and I need to fly!"

The Other Guys (Die etwas anderen Cops) ~ USA 2010
Directed By: Adam McKay


Nachdem die arroganten, von aller Welt angehimmelten beiden Supercops Highsmith (Samuel L. Jackson) und Danson (Dwayne Johnson) endgültig übergeschnappt und zu Tode gekommen sind, gibt es in der New Yorker Verbrechensbekämpfung eine klaffende Lücke. Diese auszufüllen hat sich ausgerechnet Terry Hoitz (Mark Wahlberg) vorgenommen, dessen Partner Allen Gamble (Will Ferrell) jedoch ein absoluter Vollidiot ist, der am liebsten Büroarbeit tut und dabei Melodien von Sechziger-Jahre-TV-Serien summt. Dennoch, die große Chance des bekloppten Duos ist gekommen, als der britische Unternehmer Ershon (Steve Coogan) in eine Veruntreuungsaffäre rutscht...

Qualitätsarbeit aus dem Hause McKay/Ferrell. Obschon das Erscheinen des Frat-Pack-Personals sich mittlerweile auf seinen ungekrönten König zu beschränken scheint und solch schöne cameo appearances wie einst offenbar der Vergangenheit angehören, gibt es noch immer hinreichend zu lachen. Der obskure Humor, der sich eigentlich immer wieder aus denselben Quellen speist, scheint einfach nicht zu versiegen. Dass der anscheinend brave Allen Gamble, bei dem zu Hoitz' Unverständnis garantiert jedes Betthupferl impromptu das Höschen fliegen lässt, eine unrühmliche Vergangenheit als Großzuhälter hat, verwundert da ebenso wenig wie die ohnedies hinlänglich bekannte Tatsache, dass Wahlberg im Grunde nur einen personellen support für Ferrells wie immer herrlich bescheuerten Schwachsinn darstellt. Musikalisches Highlight: Ferrells höchstselbst komponierter Song "Pimps Don't Cry". Fomales Highlight: Eine fürstlich gefilmte Plan-Kneipenbesäufnis-Sequenz.

8/10

Adam McKay New York Buddy Movie Will Ferrell


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PIRANHA (Alexandre Aja/USA 2010)


"Fish with boobies."

Piranha ~ USA 2010
Directed By: Alexandre Aja


Im schönen Lake Victoria wird durch einen Erdrutsch eine prähistorische Piranha-Art befreit. Dumm für die dort auflaufenden Teenager, die hier ihren Spring Break feiern wollen und bei Bier und Spaß jede Warnung ignorieren.

"Heute schon remaket?" möchte man Monsieur Aja beinahe fragen angesichts seiner gegenwärtig ja keinesfalls ungewöhnlichen Tendenz, klassische Horrorstoffe neu aufzubereiten. Nun, solange die Qualität stimmt, habe ich ja nun gar nichts dagegen. "Piranha" kümmert sich einen lausigen Schmutz um jedwede Niveaufalle und liefert bösen, blutigen Spaß im Zuge eines lauten, inflationär spritzenden Splatter-Feuerwerks, wie es seit dem seligen "Braindead" nurmehr selten zu sehen war. Dabei werden die fiesesten Kollateralschäden keinesfalls durch die verfressenen Ur-Piranhas verursacht, sondern durch die Massenpanik der Flüchtenden. Jene denkwürdige Szene, in dem sich ein langer Haarschopf in einer Motorboot-Schraube verfängt, um dann... aber man sehe sich das besser selbst an. Dank der herrlichen Effektarbeit von Berger & Nicotero gibt es überhaupt einiges zu spitzen, die ausnehmend schicken Damen Kelly Brook und Riley Steele bekanntlich inbegriffen.
Des ohnehin wackligen Verdachts, einen wegweisenden Horrorfilm gesehen zu haben, kann ich "Piranha" zwar guten Gewissens entheben, ebenso wahr ist aber, dass iman mächtig viel Vergnügen haben kann mit ihm. Lecker fish with boobies halt.

7/10

Remake Alexandre Aja Arizona Fisch 3-D Monster Splatter Summer Splash Tierhorror


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THE RETURN OF THE SWAMP THING (Jim Wynorski/USA 1989)


"That's okay, I'm a vegetarian."

The Return Of The Swamp Thing (Das grüne Ding aus dem Sumpf) ~ USA 1989
Directed By: Jim Wynorski


Acht Jahre nach seiner ersten begegnung mit dem teuflischen Wissenschaftler Arcane (Louis Jourdan) dackelt das Swamp Thing (Dick Durock) noch immer durch die Sümpfe Louisianas - und auch Arcane betreibt auf der Suche nach dem Geheimnis der ewigen Jugend tollere Experimente denn je. Als Arcanes Nichte Abby (Heather Locklear) im Bayou auftaucht, wird die festgefahrene Feindesidylle merklich gestört - zwischen Sumpfding und Blondine entspinnt sich eine flotte Romanze.

Nachdem Wes Craven eine wenn schon nicht bemerkenswerte, so zumindest doch charmante Erstadaption des DC-Comics vorgelegt hatte, oblag es dem vorsätzlichen Quatsch-Regisseur Wynorski, im großen "Batman"-Jahr 1989 das Sequel einzustielen. Wynorski, der es im Prinzip noch merklich schwerer haben sollte als Craven, da der britische Autor Alan Moore unterdessen die Print-Reihe nach ihren bescheidenen Anfängen als Gruselschmöker zum Flaggschiff anspruchsvoller Erwachsenen-Comics inthroniert hatte, wählte den Weg des geringsten Widerstands und machte aus seiner Arbeit eine tolldreiste Slapstick-Klamotte, deren Effekt irgendwo zwischen 'haarsträubend doof' und 'ganz nett' frequentiert werden kann. Mit den B-Women Sarah Douglas und Monique Gabrielle hat Wynorski das fandom schonmal grundsätzlich auf seiner Seite, dazu kommen ein sehr viel fluffigeres Äußeres für das Sumpfding und einige nicht zu verachtende Hybriden-Monster. In- und Outro liefert - what else - 'ye olde, golden CCR-classic': "Born on The Bayou". Von Louis Jourdans einstmals noch so brillant böser Charakterstudie ist nichts mehr übrig; der stets distinguiert auftretende Schauspieler kürt kurzerhand die Not zur Tugend und scheint stets den virtuellen Mittelfinger Richtung Objektiv zu recken. Das kleine bisschen Horror aus Cravens Erstling ist nunmehr völlig entwichen.
Den letzten Faden beißt die Maus jedoch mit der deutschen Synchronfassung ab, die sich sogar noch unterhalb des Niveaus der hiesigen Vertonungskunst der "Cheech-&-Chong"-Filme bewegt. Extrem starker Tobak, der der Kinnlade keine Erholung gönnt.

4/10

Jim Wynorski Comic Sumpf Louisiana DC Comics


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DUE DATE (Todd Phillips/USA 2010)


"My father loved coffee, and now we loved him as coffee."

Due Date (Stichtag) ~ USA 2010
Directed By: Todd Phillips


Der Businessman Peter Highman (Robert Downey jr.) will unter allen Umständen rechtzeitig zur Geburt seines Söhnchens in Los Angeles sein, doch die Begegnung mit dem Laienschauspieler Ethan Tremblay (Zach Galifianakis) am Atlanta Airport macht ihm einen dicken Strich durch die Rechnung. Der chaotische Spinner Tremblay sorgt dafür, dass Peter den Weg heimwärts mit dem Mietwagen antreten muss und, damit nicht genug, diverse, von Tremnblay mit traumwandlerischer Sicherheit aufgespürte Stolpersteine ebenjenen Weg erschweren.

"Due Date" ist natürlich ein nicht ganz offizielles Remake von "Plains, Trains & Automobiles", das exakt dieselbe Thematik - arroganter Manager wird durch unfreiwillige Reise mit einsamem Exzentriker ent-zynisiert - nach philips'scher Manier modernisiert und modifiziert. Seine Familienkompatibilität entreißt Philips der wohlbekannten Road-Trip-Story und ergänzt sie dafür um ein paar unappetitliche bzw. politisch unkorrekte Gags um Onanie, Totenasche, Gewalt gegen Kinder und Marihuana-Konsum, die allesamt höchst witzig daherkommen und aus "Due Date" somit eine zwar vorhersehbare, nichtsdestotrotz aber prächtig unterhaltende Komödie machen, die, take a look, Judd Apatow!, sogar unter 100 Minuten bleibt.

7/10

Marihuana Todd Phillips Hund Grand Canyon Road Movie Mexiko


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PINOCCHIO (Hamilton Luske, Ben Sharpsteen/USA 1940)


"What does an actor want with a conscience, anyway?"

Pinocchio ~ USA 1950
Directed By: Hamilton Luske/Ben Sharpsteen


Eine gute Fee erfüllt dem Tischler Gepetto den Wunsch, dass seine Holzpuppe Pinocchio zum Leben erwachen möge. Doch bis zum "richtigen" Jungen aus Fleisch und Blut ist es noch weit hin: Zunächst muss Pinocchio lernen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, dass ohne Bildung nichts geht im Leben und nur wahre Redlichkeit sich am Ende auszahlt.

Es ist weniger Carlo Collodis etwas hausbackene, mit preußischer Eisenpädagogik gespickte Geschichte des dummen Jungen, dessen Holzkopf erst mit Eselsohren garniert werden muss, bevor er sein Väterlein schlussendlich glücklich machen kann, als Disneys so übermütige wie liebenswert-saubere Animation, die "Pinocchio" zum Klassiker des Animationsfilms macht. Ganz abgesehen davon, dass die Adaption der Geschichte, wie bei Disney üblich, auf sehr losgelöstem Wege geschieht, sind es ohnehin primär die Figuren nebst ihrer Gestaltung, die Rührung und Spannung hervorrufen: Pinocchio selbst, der sympathische alte Gepetto, seine Haustiere Figaro und Cleo, Jiminy Grille, die per Rotoskopie zum Leben erweckte Fee und sogar die beiden Halunken Fuchs und Kater, denen ich persönlich sowieso noch nie böse sein konnte.
Immerhin erst Disneys zweiter Langfilm nach "Snow White And The Seven Dwarves" und dennoch bereits von atemberaubender Perfektion.

9/10

Walt Disney Hamilton Luske Ben Sharpsteen Maerchen Kinder Puppe


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HOPE AND GLORY (John Boorman/UK, USA 1987)


"The law of life. Cruel isn't it?"

Hope And Glory ~ UK/USA 1987
Directed By: John Boorman


Für Bill (Sebastian Rice Edwards), einziger Sohn und mittleres Kind der Londoner Familie Rowan, ist der heraufziehende Zweite Weltkrieg keineswegs ein Grund für Entsetzen und Traurigkeit. Obgleich sein Dad (David Hayman) sich freiwillig zum Kriegsdienst meldet: Die Bombenangriffe der deutschen Flieger verfolgt Bill zusammen mit seiner Ma (Sarah Miles) und seinen zwei Schwestern (Sammi Davis, Geraldine Muir) aus dem heimischen Luftschutzbunker heraus mit gespannten Adrenalinschüben. Seine beeindruckende Granatsplitter-Sammlung wächst stetig an und in den ausgebombten Ruinen lässt es sich vorzüglich spielen. Der Schulunterricht wrd immer wieder durch Fliegeralarm unterbrochen und die Wochen, die Bill und seine Familie bei dem etwas knarzigen Großvater (Ian Bannen) auf dem Land verbringen, werden zur erlebnisreichsten Zeit überhaupt für ihn.

Ausgerechnet die entbehrungsreichen Jahre des Zweiten Weltkriegs als periodischen Hintergrund für eine nostalgische Kindheitsgeschichte zu nutzen, mag zunächst keinem allzu offensichtlichen Einfall geschuldet sein; was Boorman jedoch daraus macht, ist bestes britisches Philanthropenkino, das nur ganz selten einmal von ernsthaften oder nachdenklichen Momenten durchbrochen wird. Boormans Fokus lagert darauf, zu zeigen, dass sich durch bloßen, kindlichen Enthusiasmus, gekoppelt mit der bedingungslosen Annahme gegebener, durch nichts änderbarer Zustände - schon gar nicht durch die Machtlosigkeit eines Neunjährigen - alles noch so Widrige bewältigen lässt. Diese unbeschwerte, liebenswerte und lebensbejahende Sicht der Dinge macht "Hope And Glory" zu einem von Boormans schönsten Filmen.

9/10

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SPOOKIES (Genie Joseph, Thomas Doran, Brendan Faulkner/USA, NL 1986)


"I'm Duke, the horny ghost."

Spookies ~ USA/NL 1986
Directed By: Genie Joseph/Thomas Doran/Brendan Faulkner


Duke (Nick Gionta) und seine Kumpels wollen eine dufte Mitternachtsparty feiern. zu diesem Zwecke eiern sie durch die Provinz und suchen sich eine scheinbar verlassene Villa aus, die bereits durch den zu einem Friedhof umfunktionierten Vorgarten ein besonderes Ambiente bereithält. Im Haus finden sie ein Ouija-Bord, das ihnen unmissverständlich bedeutet: Aus diesem Hause gibt es kein Entkommen! Der Grund dafür ist ebenfalls rasch aufgedeckt. Der bereits semiverweste Magier Magier Kreon (Felix Ward) braucht Seelen für die Frischhaltung seiner vor vielen Jahren verblichenen, jedoch noch immer knackigen Braut Isabelle (Maria Pechukas) und schickt allerlei Dämonen und Zombies auf Duke und seine Baggage los.

Die Beschau von "Spookies" lässt sich vielleicht am Ehesten mit der Fahrt in einer rappeligen, alten Kirmes-Geisterbahn vergleichen: Man weiß von vornherein, dass es darin fürchterlich quietscht und muffig riecht und die einzige Angst, die das Ganze zu vermitteln vermag, besteht darin, mit seiner altersschwachen Gondel vom schlecht geölten Gleis zu fallen. Dennoch, Charme und Spaß dieses billigen Vergnügens lassen sich nicht leugnen und die Unterhaltsamkeit des Ganzen korreliert mit dem individuellen Alkoholpensum und der jeweiligen Gesellschaft.
"Spookies" nun darf sich wohl mit Fug und Recht als beherzt-ambitioniertes Fanprojekt bezeichnen. Inhaltlich eine Fantasy-Variation von "The Evil Dead" hat es hier nicht nur Zombies, sondern auch ein paar phantasievolle Gummimonster, zu denen als Quasi-Höhepunkt sogar eine ganz hübsch gemachte Riesenspinne zählt. Ansonsten ist die deutsche Synchronisation mit ihren adäquat blödsinnigen Dialogen hier quasi ein Pflichteinkauf.

5/10

Trash Independent Thomas Doran Genie Joseph Zombies Brendan Faulkner Magie Dämon


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FRÜHREIFEN-REPORT (Ernst Hofbauer/BRD 1973)


"Mach schneller... meine Hummel brummt schon ganz gewaltig!"

Frühreifen-Report ~ BRD 1973
Directed By: Ernst Hofbauer


Ein eifriger Jugendbeamter mit der Stimme von Manfred Schott klärt die Bevölkerung darüber auf, dass nicht jede® "Frühreife" gleich eines Exorzismus bedarf, sondern mit viel Liebe und "Nestwärme" auch eine halbwegs normale Entwicklung begehen kann - Vorwand für diverse Hügel- und Busch-Szenarien.

Manchmal geht's ein bisschen durch mit Autor und Regisseur - was ein pädophiler und gewalttätiger Malochertyp, der seiner elfjährigen Stieftochter zunächst allenthalben den Hintern versohlt und sie dann zum Koitus nötigt, in einem Film dieses Titels verloren hat, erschließt sich jedenfalls wohl nur Eingeweihten. Ansonsten gibt es die üblichen Gags rund um die notgeile bayrische teenage league und wenn das kleinwüchsige italienische Titten-Faktotum Rinaldo Talamonti, im süddeutschen Sexfilm der siebziger Jahre stets das postnazistische Symbolbild des unterbelichteten Gastarbeiters, hier als Hausmeister und Schwerenöter aus Verona seiner "Apfelmausi" nachstellt und seinen "Apollo" schwingt, dann fühlt man sich doch ohnedies glei ganz wie dahoam.

4/10

Report-Reihe Ernst Hofbauer


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TREFFER (Dominik Graf/BRD 1984)


"Ich hab keinen Bock mehr auf diese selbstgedrehte Scheiße. Ich will 'nen guten Wein, 'nen gescheiten Börek und 'ne Reval ohne."

Treffer ~ BRD 1984
Directed By: Dominik Graf


Die drei Freunde Albi (Max Wigger), Franz (Dietmar Bär) und Tayfun (Tayfun Bademsoy) stehen auf Motorräder und gehen zusammen durch dick und dünn. Als ihr Chef und Meister (Fritz Bachschmidt) stirbt, geht die dazugehörige Werkstatt und damit der Arbeitsplatz des Trios ausgerechnet an ihren erzfeind Alf (Rainer Grenkowitz) und seine Schrottplatz-Assis. Die krummen Geschäfte, in die sich Albi, Franz und Tayfun hernach verstricken, machen nichts besser - im Gegenteil...

Einmal Verlust der Unschuld für Tisch 13? Kommt sofort!
Frühwerk von Graf, verliebt in die von ihm porträtierte Subkultur der provinziellen Schrauber, Rennfahrer und Kleinganoven, für die ein schicker Anzug gar nichts und eine kalte Pulle Bier alles ist. Entsprechend sympathisch sind die drei Hauptfiguren, auch wenn die südliche Pfalz als Schauplatz mir als eingefleischtem Ruhrgebietler erstmal nicht viel gibt - gerade wo man doch weiß, dass Typen wie Dietmar Bär eigentlich original Pottinventar sind. Doch es lässt sich auch so gut auskommen mit "Treffer", da der Film, obgleich bis kurz vorm Ende eher wenig Weltbewegendes passiert, stets interessant bleibt, seine stark maskulin gefärbte Sicht der Dinge gut durchhält und sein loses episodisches Konzept traumwandlerisch fortspinnt. Da verzeiht man dann sogar das etwas überdramatische Finale. Aber irgendwann müssen die Jungs ja mal erwachsen werden und ihr coming of age erleben...

8/10

Dominik Graf Coming of Age Pfalz Freundschaft TV-Film Subkultur Motorräder


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TEACHERS (Arthur Hiller/USA 1984)


"You're not gonna betray ol' JFK, are ya?"

Teachers (Die Aufsässigen) ~ USA 1984
Directed By: Arthur Hiller


Der John-F.-Kennedy-High-School stehen schwere Zeiten bevor: Nicht nur, dass die Familie eines graduierten Schülers die ohnehin in der Kritik stehende Bildungsinstitution verklagt, weil betreffender Eleve nach wie vor Analphabet ist; auch der Lehrkörper steht am Rande des Abgrunds. Ausgebrannte, Frustrierte, Angstpatienten, Alkoholiker, ein Sportlehrer, der eine Schülerin schwängert sowie ein semiseniler Direktor bestimmen das Bild des Kollegiums. Als ein Psychiatriepatient durch Zufall den Geschichtsunterricht übernimmt, merkt zunächst niemand etwas, weil seine Unterrichtsgestaltung so ausnehmend lebendig ist. Und der versoffene, aber bei seinen Schülern beliebte Alex Jurel (Nick Nolte), der zumindest immer halbwegs den Überblick behalten hat, soll abgesägt werden.

"Teachers" hat stets viel Kritik einstecken müssen: Für ein realistisches Porträt des amerikanischen Schulsystems sei er zu unrealistisch, für eine Satire zu grell, für eine Komödie sei er zu düster, für ein Drama zu albern. Alles Blödsinn, wenn man mich fragt. Die Zustände, die in "Teachers" angeprangert werden, sind in ihrer radikalen Darstellung möglicherweise nicht repräsentativ, aber an den entsprechenden Schulen auch heute noch akut und keineswegs so überzogen, wie uns manch gutgläubiger Feuilletonist vielleicht weismachen möchte. Gut, es mag nicht alle Tage vorkommen, dass ein Lehrer (Royal Dano) im Unterricht verstirbt und wegen dessen gewohnt lahmer Schnarchdidaktik zunächst niemand etwas davon merkt. Auch, dass eine Polizei-Razzia zum Unfalltod eines Schülers (Crispin Glover) führt, mag eher der Seltenheit anheim gestellt sein. Aber da ist "Teachers" dann eben wieder ganz bitterböse Satire, hier und da vielleicht geschmacklos, möglich. Aber nichtsdestotrotz von eminenter Klugheit und Hellsichtigkeit beseelt.

8/10

Ohio Schule Arthur Hiller Satire





Filmtagebuch von...

Funxton

    Avanti, Popolo

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