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In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0


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THE WINGS OF EAGLES (John Ford/USA 1957)


"I'm gonna move that toe!"

The Wings Of Eagles (Dem Adler gleich) ~ USA 1957
Directed By: John Ford

Der Navy-Commander Frank 'Spig' Wead (John Wayne) ist ein das Leben liebendes Fliegeras. Mit seinen trinkfreudigen Späßen eckt er immer wieder bei Vorgesetzten und Kommandatur an, lässt sich jedoch durch nichts den Spaß verderben - bis ausgerechnet ein häuslicher Treppensturz-Unfall seinem Frohsinn ein jähes Ende setzt: Eine Notoperation kann ihm zwar das Leben retten, doch er ist hüftabwärts gelähmt und gibt sich und seine Ehe mit seiner Frau Min (Maureen O'Hara) auf. Dem unermüdlichen Einsatz seines besten Freundes Jughead Carson (Dan Dailey) verdankt Spig schließlich, dass er zumindest an Stöcken gehen kann. Von der Navy retiriert, beginnt Spig, Drehbücher für Hollywood zu schreiben, darunter viele, die mit der Navy und der Army zu tun haben. Erst Jahre später rauft er sich wieder mit Min zusammen. Nach dem Überfall auf Pearl Harbor bittet Spig um seine Wiederaufnahme in den aktiven Dienst und leistet mit seiner Idee der Jeep-Carrier, kleiner Ersatz-Flugzeugträger für die Schlachtennachhut, einen wertvollen strategischen Beitrag im Pazifikkrieg.

Wundervbar vitales Biopic, dass Ford über seinen Freund 'Spig' Wead "machen musste, weil es sonst ein anderer gemacht hätte". Mit Duke Wayne und Maureen O'Hara vereint er zum dritten Mal seine zwei bevorzugten Hauptdarsteller nach "Rio Grande" und "The Quiet Man". Die unglaublich authentisch wirkende Harmonie zwischen den beiden wird gleich von Beginn des Films an als völlig selbstverständlich exponiert - im Grunde wirkt es fast lachhaft fehlgeleitet, dass sie nicht auch privat eine Lebensallianz geschmiedet haben. "The Wings Of Eagles" ist trotz der phasenweisen existenziellen Schwere seiner Geschichte - die Weads verlieren ihr erstes Baby, geraten häufig aneinander; schließlich Spigs Unfall und später noch seine hinzukommende Herzkrankheit - ein alterslockeres Ford-Werk geworden, das die vom Meister als solche erachteten Lebensqualitäten hervorhebt, festen Mut verbreitet und vor allem als liebevolle Ode an einen Freund Bestand hat. Alkohol spielt eine wichtige, auf der Leinwand ausnahmsweise einmal didaktisch unverbrämte Rolle in Weads Biographie. Tatsächlich verdankt er seine Rekonvaleszenz vornehmlich der ungetrübten Whiskeylaune seines Kumpels Jughead, der hinter der Spiegelkommode von Spigs Krankenzimmer ein ganzes Arsenal an Buddeln per Kleiderbügel verstaut. Auch Maureen O'Hara trinkt gerne mal ein doppeltes Schlückchen on the rocks und die herbe Freundschaft zwischen Spig und seinem Army-Kollegen Hazard (Kenneth Tobey) fußt vornehmlich auf alkoholgetränkten Prügelgelagen. It was a man's world back then.

8/10

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SPRINGFIELD RIFLE (André De Toth/USA 1952)


"After the war, well, bitterness loses its taste and many things are forgotten." - "I hope so."

Springfield Rifle (Gegenspionage) ~ USA 1952
Directed By: André De Toth

Washington D.C., 1864. Für den Obersten Sharpe (Wilton Graff) gibt es keinen Zweifel: Ein unerkannter Spion der Rebellen in den Reihen der Union sorgt dafür, dass jeder Pferdetransport der letzten Zeit abgefangen und den Konföderierten zugespielt wird. Hier hilft nur die Maßnahme der Gegenspionage: Major Lex Kearney (Gary Cooper) wird zum Schein unehrenhaft aus der Armee entlassen, um herauszufinden, wer für die Pferdediebstähle verantwortlich ist. Nach einigen Reibereien hat Kearney den Schuldigen ausgemacht, wird aufgrund eines dummen Fehlers allerdings festgesetzt, bevor er Meldung machen kann. Seine früheren Kameraden stehen ihm in der Not bei: Zusammen mit ihnen und einigen neuartigen Repetiergewehren kann Kearney die Gegner zur Strecke bringen und seine einstige Ehre wiederherstellen.

Ein Kriegswestern, der ebensogut auch zwanzig Jahre zuvor hätte gemacht werden mögen: Von den Fortschritten, die das Genre vor allem in psychologischer Hinsicht und bezogen auf die Konturierung der Figuren gemacht hat, lässt "Springfield Rifle" nicht viel durchblicken. Wie der zwei Jahre ältere "Winchester 73" trägt De Toths Film die Bezeichnung eines legendären Gewehrs im Titel und beweist damit vor allem eines: Niemand mit Ausnahme der Amerikaner ist zu der völlig atavistischen Kulturaussage imstand, einen Gründermythos rund um eine Feuerwaffe zu spinnen. Hier ist der deutsche Ttel ausnahmsweise sogar mal treffender, erzählt er doch wesentlich mehr über den Film als die Bezeichnung der tatsächlich bestenfalls als Gadget eingesetzten Flinte. Was bleibt, ist vor allem De Toths großartiges Talent zum Geschichtenerzählen. Er gehört noch immer zu den vollendetsten Western-Handwerkern seiner Zeit und verstand es, die bloße Story jedweder Ausschmückung entledigt und dennoch höchst sorgfältig arrangiert zu präsentieren. Für einen Platz ganz oben im Pantheon neben Ford, Hawks, Mann oder Boetticher mag das nicht reichen, ein silberner Lorbeerkranz aber ziert ganz bestimmt auch De Toths Haupt droben, im Wildwest-Olymp.

7/10

André De Toth Kavallerie Militär Sezessionskrieg Pferde Washington D.C.


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THE RED BADGE OF COURAGE (John Huston/USA 1951)


"Lordy, what a fight! And I got shot!"

The Red Badge Of Courage (Die rote Tapferkeitsmedaille) ~ USA 1951
Directed By: John Huston

Nach Wochen des ermüdenden Marschierens und Exerzierens ist es endlich so weit: Der Nachwuchsinfanterist Henry Fleming (Audie Murphy) zieht für die Union in seine erste Schlacht. Doch je näher das Scharmützel mit den Rebellen rückt, desto panischer wird Fleming und tatsächlich ergreift er in der Stunde der Bewährung das Hasenpanier, freilich unbemerkt von seinen Mitkämpfern. Um sein schlechtes Gewissen zu erleichtern, müht sich Fleming von nun an, aufrecht und in vorderster Front dabei zu sein, was ihm schon bald den Ruf eines Helden zuteil werden lässt.

Basierend auf Stephen Cranes gleichnamigem Romanklassiker - der Titel bezeichnet die blutenden Wunden und Narben, die sich der kämpfende Soldat auf dem Schlachtfeld zuzieht - fertigte Huston einen seiner künstlerisch relevantesten Filme, der die Tradition des großen Antikriegsepos "All Quiet On The Western Front" aufgreift: Ein Junge, noch grün hinter den Ohren, verliert ganz flugs seinen anfänglichen Enthusiasmus, als er mit dem wahren Schrecken der Bestie Krieg, mit Gewalt und Tod konfrontiert wird. Dann jedoch findet er sich wieder, tilgt Flucht und Lüge durch Einsatz und reift so zu einem Mann, der, im Zeichen eines Bruderkriegs, in wenigen Tagen durch das bizarre Zerrbild eines eigentlich jahrelangen Entwicklungsprozesses geht. Dass die Rolle dieses Bemitleidenswerten ausagerechnet vom höchstdekorierten US-Soldaten des Zweiten Weltkriegs, nämlich Audie Murphy, gespielt wird, zeugt von dem bitteren Sarkasmus, der "The Red Badge Of Courage" geleitet.
Hustons Film wurde keine erfreuliche Behandlung zuteil. Die MGM kürzte ihn mehrfach (die Mutmaßungen um die zeitlice Länge des entfernten Materials reichen von zwanzig bis hin zu fünfzig Minuten) infolge mieser Previews und unterlegte die Off-Stimme James Whitmores, der Originalzitate aus Cranes Buch einsprach. Huston, der die ursprüngliche Fassung des selbst in dieser Form immer noch meisterlichen Filmes als sein bestes Werk betrachtete, zeigte sich jener unflätigen, kunstfeindlichen Behandlung gegenüber erstaunlich wenig interessiert - was natürlich zu ihm passte. Wie stets in sich ruhend, verzichtete er darauf, sich einem Orson Welles gleich zum Don Quichote der Hollywood-Regisseure aufzuschwingen, der gegen die Studiomühlen antritt. Vergebene Liebesmüh'. Wenngleich Huston und Audie Murphy sich später noch darum bemühten, eine Rekonstruktion des Originals anzustreben, kam eine solche bis heute nicht zustande. Das entfernte Material existiert angeblich nicht mehr. Eines der großen (Kunst-)Verbrechen der Tinseltown-Historie.

9/10

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ACROSS THE PACIFIC (John Huston/USA 1942)


"Mine's bigger than yours."

Across The Pacific (Abenteuer in Panama) ~ USA 1942
Directed By: John Huston

Zum Schein lässt sich der Agent Rick Leland (Humphrey Bogart) unehrenhaft aus der Armee entlassen und signalisiert den Wunsch, zu den Japanern überzulaufen. An Bord eines japanischen Kreuzers, der über den Panamakanal von der Ost- zur Westküste der USA übersetzt, lernt er neben der netten Alberta (Mary Astor) auch den asiaphilen Dr. Lorenz (Sidney Greenstreet) kennen und freundet sich mit ihm an. Bald zeigt der vermeintliche Soziologe Lorenz sein wahres Gesicht: Er stiftet Rick an, ihm gegen Bezahlung den Lageplan eines panamaischen Militärflughafens zu verschaffen. Auf der Plantage von Albertas Vater hat Lorenz zudem eine geheime Startbahn für einen japanischen Bomber errichtet, der den Panamakanal als Schiffspassage für die Navy unbrauchbar machen soll.

Über böse Fu-Manchus, dicke Verräter und Pistolen als Penisersatz: Seinen dritten Langfilm, besetzt mit drei Hauptdarstellern aus seinem Erstling "The Maltese Falcon" in ähnlichen Parts (außer Mary Astor, die diesmal brav ist und Bogeys Freundin bleiben darf), konnte John Huston nicht mehr ganz fertigstellen, weil er kurz vor Drehschluss einberufen wurde, um Dokumentarfilme für die Army zu machen. Der Routinier Vincent Sherman beendete den chronologisch abgefilmten "Across The Pacific" und hatte somit immerhin die Ehre, Bogeys denkwürdigen Einsatz am MG, mit dem er die Bösewichte schlussendlich samt und sonders lahmlegt, auf Zelluloid zu bannen. Ein charmanter Reißer, der Bogarts neues Heldenimage festigte, war das erstklassige Resultat. Die ursprüngliche Story sah Oahu als Zielobjekt für die Verschwörer vor, was der tatsächliche Überfall der Japaner am 7. Dezember 41 zunichte machte: Die tatsächliche Realität hatte die filmische einmal mehr überholt; Bogey konnte Pearl Harbor nun nicht mehr retten.

8/10

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OPERATION PACIFIC (George Waggner/USA 1951)


"Take her down!"

Operation Pacific (Unternehmen Seeadler) ~ USA 1951
Directed By: George Waggner

Die 'USS Thunderfish', ein Torpedo-U-Boot der Navy, kreuzt zwischen kräftezehrenden Einsätzen und seinem Heimathafen Pearl Harbor hin und her. Für den Kommandanten Duke Gifford (John Wayne) ein Spießrutenlauf aus privaten und militärgefechtlichen Wogen: In Hawaii wartet seine ihn immer noch liebende Exfrau Mary Stuart (Patricia Neal), während er es auf See mit defekten Torpedos und dem Tode seines besten Freundes Pop (Ward Bond) zu tun bekommt. Am Ende fügt sich freilich alles zum Besten.

Ein gutgelaunter Actionfilm, in dem Duke ausnahmsweise auch mal vor der Kamera Duke heißen durfte. Wenngleich der Pazifikkrieg im historischen Mittelpunkt von "Operation Pacific" steht, so ist Waggners Film wohl einer jener thematisch verbandelten Werke Waynes, das das ohnehin stets unbequeme Präfix "Anti-" gleich komplett ausspart und nichtmal in den Verdacht einer kritischen Auseinandersetzung mit seinem Sujet gerät. Krieg und Sterben finden sich hier als erhebendes Männerabenteuer, das einen echten Seemann nicht erschüttern kann. Ins Grübeln kommt hier garantiert niemand, weder vor noch auf der Leinwand. Die Thunderfish-Besatzung feiert die Landurlaube auf Oahu als ausgelassene Trinkgelage, was sie wegen nächtlicher Ruhestörung auch schonmal ins örtliche Militärgefängnis bringt, aus dem ihr väterlicher Lt.-Commander sie natürlich mittels geschickter Schliche wieder befreit (übrigens eine wunderbar witzige Szene, die jeder Komödie Ehre machte). Auch sonst hat man eine Menge Spaß beim Torpedieren und Versenken immenser (freilich stets anonym gehaltener) japanischer Flottenteile. Und weil Duke so ein unverbesserlicher Haudegen ist, der aus seinen charakterlichen Fehlern sowieso nicht lernt, bekommt er am Ende auch seine (leicht masochistisch veranlagte) Frau zurück. All dieses furchtbar naive Trara ändert allerdings nichts daran, dass Waggner einen durchaus schönen, altbackenen und dem reinen Entertainment verpflichteten Film zuwege gebracht hat, der zumindest gewisse Rezipientenschichten auch heute noch zu erfreuen versteht.

8/10

George Waggner WWII Pazifikkrieg Pazifik U-Boot Militär Hawaii


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SANDS OF IWO JIMA (Allan Dwan/USA 1949)


"What is war?" - "Trading real estate for men."

Sands Of Iwo Jima (Todeskommando) ~ USA 1949
Directed By: Allan Dwan

Eine Gruppe von Marine-Privates bekommt den als ultrahart berüchtigten Sergeant John Stryker (John Wayne) als Korpsführer zugeteilt. Mit verbissener Strenge schleift der wegen einer zerbrochenen Ehe privat traumatisierte Stryker die Männer, die ihn nach außen hin zwar leidenschaftlich verabscheuen, andererseits aber bereits zu ahnen scheinen, dass Strykers gnadenlose Schule durchaus Sinn und Zweck hat. Besonders Stryker und Private Conway (John Agar), dem Sohn von Strykers früherem, gefallenen Mentor, entwickelt sich zu einer beinahe väterlich-söhnlich geprägten Hassliebe. Als Stryker und seine Männer schließlich bei der Landung auf Iwo Jima dabei sind, macht sich die ganze vormalige Gnadenlosigkeit des ehernen Kommisskopfes bezahlt.

Klassischer Genrefilm irgendwo aus der Mitte der vielen Pazifikkriegsabenteuer, in denen Duke Wayne mitgewirkt hat und der so etwas wie die große Schnittmenge bildet aus allem, dass der Star in dieser Richtung gemacht hat. Und nicht nur daraus: Auch ein wenig "Red River" findet sich wieder in "Sands Of Iwo Jima", wobei Wayne den Patronengurt freilich ohnehin nie ganz ablegen konnte. 1949 war Duke 42 Jahre alt und seine Jugend bereits verraucht. Er spielte jetzt häufig Vaterfiguren, heimliche oder unheimliche Patriarchen oder langsam ergrauende Raubeine, die sich nicht selten lediglich durch Nuancen voneinander abgrenzten. Ford hatte ihn kurz zuvor in seinem wunderschönen Kavallerie-Mittelteil "She Wore A Yellow Ribbon" als kurz vor dem Gnadenbrot stehenden Blaurock-Offizier eingesetzt. Von grauem Haar und Bart war er jetzt zwar wieder befreit, dennoch blieb der übermächtige Flor des abgeklärten Kampfweisen, der viel, fast alles kennt und gesehen hat und weiß, welche Richtung einzuschlagen ist. Seinen ideologischen und mentalen Widersacher findet er in der Figur John Agars, der von Vorschriften und soldatischer Lehrbuchpraxis zunächst nicht viel hält und mit Stryker als Stellvertreter den nie gänzlich ausgetragenen Konflikt mit dem eigenen Vater weiterspinnt. Letzterer derweil kann den Kontakt zum eigen Sohn, der bei der Mutter geblieben ist, nicht halten und findet in Conway einen Ersatz für ihn. Doch auch die anderen Jungens aus seinem Platoon, großmäulige Spaßmacher und Greenhorns auf dem Schlachtfeld, gerieren sich wie eine Art Schar widerspenstiger Eleven, die in Form gebracht werden müssen, bevor sie die Ernsthaftigkeit ihrer Situation realistisch einschätzen können. Iwo Jima - viele Jahre vor Eastwood inszeniert Dwan hierin bereits die Errichtung der Flagge auf dem Mount Suribachi - bildet freilich die finale Initiallösung. Strykers Männer, die, die übrigbleiben, erkennen im Angesicht von Tod und Massaker endlich, wie unverzichtbar wichtig die zuvor so missmutig aufgenommenen Härten ihres Sergeants waren. Der alte Held kann nun abtreten (Stryker wird nach fast vollendeter Mission ganz unspektakulär von einem Heckenschützen abgeknallt) und den Weg freimachen für seine Nachrücker. Conway übernimmt ohne weitere Diskussion die Führung der Gruppe.

9/10

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BACK TO BATAAN (Edward Dmytryk/USA 1945)


"Miss Barnes, I'm sorry I never learned how to spell 'liberty'."

Back To Bataan (Stahlgewitter) ~ USA 1945
Directed By: Edward Dmytryk

Bataan, 1944: Colonel Joseph Madden (John Wayne) erhält den Auftrag, im Hinterland phillipinische Guerilla-Truppen aufzustellen, zu organisieren und gegen die Japaner zu führen. Bis die alliierten Kräfte schließlich vor Leyte landen, ist es noch ein langer, verlustreicher Weg für Madden, der viele große und kleine Freunde hinzugewinnt und manche wieder verliert.

Kurz vor John Fords "They Were Expendable" ein weiterer Film um die zahlreichen Scharmützel um die Philippinen, die schließlich in der (im Film lediglich angedeuteten) Schlacht um Leyte kulminierten. Ich möchte nicht so weitgehen, zu behaupten, Dmytryk habe seinen Film besser im Griff als Ford den seinen, dafür ist "Back To Bataan" einerseits a priori viel zu simplifizierend, pathetisch und naiv und meine Ehrfurcht vor Fords Kunst andererseits allzu übermächtig.
Jedoch liegt Dmytryk deutlich nach Punkten vorn, was seine Pointiertheit sowie die rein physische Inszenierung von Aktion anbelangt. Es gibt wohl nur wenige Filme dieses oder umliegender Jahrgänge, die etwa den Beschuss von schwerem Artillerie-Feuer und dessen Effekt derart eindrucksvoll und realistisch auf die Leinwand zu projizieren vermochten und auch sonst schreckt Dmytryk vor manch naturalistischer Bebilderung nicht zurück, wo Berufsgenossen ihrerzeit sicherlich deutlich diskreter zu Werke gegangen wären.
"Back To Bataan" hat noch heute Bestand als mitreißender Kriegsfilm und ragt aus Waynes umfassendem Pazifikkriegs-Zyklus als ein Höhepunkt heraus.

8/10

Edward Dmytryk Philippinen WWII Pazifikkrieg Militär


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THE SEA CHASE (John Farrow/USA 1955)


"I won't lie for you."

The Sea Chase (Der Seefuchs) ~ USA 1955
Directed By: John Farrow

Am 1. September 39 liegt der deutsche Marinekapitän Karl Ehrlich (John Wayne) mit seinem alten Kohlendampfer, der 'Ergenstraße', bei Sidney vor Anker. Als der Krieg beginnt, weigert sich Ehrlich, sich und seine Mannschaft internieren zu lassen und flüchtet mit dem Schiff Richtung Südpazifik, an Bord die flüchtige Gestapo-Agentin Elsa Keller (Lana Turner). Verfolgt wird die Ergenstraße von einem Kriegsschiff der Royal Navy mit Ehrlichs früherem Freund Jeff Napier (David Farrar) an Bord, der Elsa liebt und einen fehlgeleiteten Hass auf Ehrlich entwickelt. Der gescheite Seefuchs holt aus Mannschaft und schiff das Letzte heraus gelingt die Flucht bis um Kap Hoorn und hinauf an die Nordatlantikküste Norwegens, wo der verbissene Napier ihn stellt.

Ein schönes, altmodisches Wayne-Vehikel in Scope und Farbe von "Hondo"-Regisseur Farrow, in dem Duke einen alternden, kaisertreuen Seebären gibt, der dem Führer und seinem Nazi-Tross bei jeder sich bietenden Gelegenheit die kalte Schulter zeigt und eine Herzensflucht bewerkstelligt, die eigentlich gleich zu Anbeginn mehr der Wahrung seiner persönlichen Integrität geschuldet ist als der überaus geringen Erfolgsaussichten. Lana Turner als streng gefönte femme fatale macht Laune, ist aber eigentlich bloß ein Alibi-Blondchen, um dem bisweilen allzu verbissen wirkenden Helden eine romantische Breitseite zu verpassen. So entsteht ein liebenswert-kitschiges Kriegsabenteuer ohne den Propaganda-Ballast der Vorjahre, das sich in seiner Eigenschaft als maritim angelegtes US-Pendant zu Käutners "Des Teufels General" allerdings als ziemliche Travestie feilbietet. In den Nebenrollen gibt es mit Paul Fix, Claude Akins, John Qualen und James Arness nicht bloß ein Duke-Faktotum zu bewundern.

7/10

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VILLA RIDES! (Buzz Kulik/USA 1968)


"It's very much better that I die a fool trusting too much, than live a tyrant trusting no one at all."

Villa Rides! (Pancho Villa reitet) ~ USA 1968
Directed By: Buzz Kulik

Mexiko, 1912: Der US-Pilot Lee Arnold (Robert Mitchum) fliegt Waffen für die regierungsfeindlichen Colorados über die Grenze. Als er feststellen muss, welchen Praktiken gegen die Landbevölkerung die von ihm gelieferten Gewehre dienen, schließt er sich - zunächst mehr oder weniger freiwillig - dem Revolutionsführer Pancho Villa (Yul Brynner) an. Mit seinem Flugzeug ist Arnold eine große militärische und strategische Hilfe für Villa. Als dieser und seine Armee jedoch von dem hinterlistigen General Huerta (Herbert Lom) hintergangen werden, verfinstert sich auch die Lage für Arnold. Mit einer beträchtlichen Geldbeute setzt er sich zurück in die Staaten ab. Nachdem Villa aus der Gefangenschaft fliehen kann und Arnold in El Paso aufsucht, entschließt jener sich nach anfänglicher Ablehnung, seinem alten Freund zurück nach Mexiko zu folgen und weiter für die Revolution zu kämpfen.

Eine knallbunte Mischung aus Fakten und Fiktion, die Revolution als Abenteuer! "Villa Rides!" war ein recht teures Studioprojekt, an dem Robert Towne und Sam Peckinpah mitgeschraubt haben, das mit epischen Bildern und Massenszenen aufwarten konnte und dieses ebenso verworrene wie faszinierende Kapitel mexikanischer Historie auf ein gut aufgelegtes Männerabenteuer herunterbrach. Nicht der Titelheld spielt freilich den Part des Protagonisten, sondern der Publikumsagent Robert Mitchum, der als bodenständiger, eher profitorientierter Opportunist die Grauzonen besser auszuloten lernt und erst als freier Mann eine endgültige Entscheidung für sein Seelenheil treffen kann. "Villa Rides" ist daher in erster Instanz eine Entwicklungsgeschichte jenes freilich fiktiven Revolutionshelden. Villa und sein Gefolgsmann Rodolfo Fierro, von Charles Bronson bereits in der typischen Pose der kommenden Erfolgsjahre gespielt, finden sich derweil geradezu liebevoll als raubeinige Schießwüter porträtiert, die trotz ihrer zuweilen lockeren Kanonen auf der richtigen Seite stehen. Besonders Fierros Darstellung mutet seltsam divergent an: Gleichermaßen komische Figur zeigt man ihn als Massenmörder, der nicht nur die Hinrichtungen gefangener Gegner als lustiges Spiel praktiziert. Möglicherweise symbolisiert besonders dieser Charakter recht treffend die Bipolarität der mexikanischen Lebensart jener Ära: unbändige Existenzfreude, gepaart mit einer beinahe hingebungsvollen Akzeptanz des allgegenwärtigen Todes.

8/10

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THE DRESSER (Peter Yates/UK 1983)


"Stop that train!"

The Dresser (Ein ungleiches Paar) ~ UK 1983
Directed By: Peter Yates

England im Zweiten Weltkrieg: Während der deutschen Bomberangriffe tourt der große Shakespeare-Mime Sir (Albert Finney) zusammen mit seinem Ensemble unverdrossen weiter über die Insel und hält der Bevölkerung mit seinen Aufführungen die Stange. Angewiesen ist Sir dabei a priori auf seinen Garderobier Norman (Tom Courtenay), der seit sechzehn Jahren Sirs Mädchen für alles ist und ihn durch und durch kennt. Am Tage seiner 227. Interpretation des King Lear wird Sir dann zum Opfer seiner bereits lange schlummernden Demenz. Während rings um das Theater Bomben fallen, schafft es Norman mit Mühe und Not, Sir auf die Bühne zu bewegen und ihn schließlich eine weitere, gefeierte Vorstellung geben zu lassen. Zwischen den Akten beginnt Sir derweil, sein Testament aufzusetzen...

Großartiges, intimes Schauspielkino, im Prinzip ein Zwei-Personen-Stück, in dem die beiden in der "Kitchen-Sink"-Ära verwurzelten, britischen Star-Akteure Finney und Courtenay die ganze Bandbreite ihres Könnens zum Besten geben, der eine als vom Größenwahn bedrohter Gala-Mime, der andere als sein tuntiger Lakai. Fast unmerklich ersteht während ihrer mitunter von der Groteske angehauchten Dialoge eine Reflexion über unbemerkte Abhängigkeiten, Beziehungsgeflechte und deren subjektive Wahrnehmung, die am Ende, als das ahnbar Unvermeidliche eingetreten ist, kulminiert. Eine reiche, komplexe und strikt britische Tragikomödie ist das opulente Resultat.
Die Tatsache, dass Peter Yates knapp fünf Monate zuvor das naive Science-Fiction-Märchen "Krull" in die Kinos gebracht hatte, zeugt von der Bandbreite und auch von der Arbeitsweise des unberechenbaren Filmemachers. Wo der wohl nicht ganz verwunderlicherweise etwas verwaist wirkende "Krull" als Kommerzprodukt für das Studio gefertigt wurde, ist der ungleich ambitioniertere "The Dresser" auch und vor allem ein Film seines Regisseurs, und einer seiner exzellentesten noch dazu.

9/10

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