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In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0


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THE CALL OF THE WILD (William A. Wellman/USA 1935)


"I'll take bourbon. It kills you slower, but a lot more pleasant like."

The Call Of The Wild (Goldfieber In Alaska) ~ USA 1935
Directed By: William A. Wellman

Alaska, 1900: Durch Zufall erfährt der Glücksritter Jack Thornton (Clark Gable) von einem vakanten Claim in der Wildnis, dessen ehemaliger Besitzer kürzlich verstorben ist. Zusammen mit seinem Kumpel Shorty (Jack Oakie) und dem ungebärdigen, aber treuen Bernhardiner Buck macht sich Thornton auf, die Schürfstelle zu finden und in Beschlag zu nehmen. Mitten im Schnee lesen sie die verlassene Claire Blake (Loretta Young) auf, deren Ehemann John (Frank Conroy) von einer Jagd nicht zurückgekehrt ist. Jack verliebt sich in Claire, nicht ahnend, dass John noch lebt.

Brave London-Adaption von William Wellman, die weniger von einer Romanze in den eisigen Weiten des nördlichsten US-Staates erzählt, denn von der Freundschaft eines Mannes zu seinem Hund. Der knuffige Buck dient dabei als etwas plump codiertes Symbol des typisch maskulinen Freiheits- und Paarungsdranges: Während der bärenstarke Bernhardiner eine Romanze mit einer Wolfsdame pflegt, hat der arme Thornton beziehungstechnisch leider das Nachsehen. Wenngleich sich sich ihm die schöne Loretta bereits zur Hälfte hingegeben hat, so ergreifen ganz fix wieder zivilisatorische Domestizierung und Ratio Besitz von ihr, als ihr totgeglaubter Ehemann schließlich doch wieder auf der Bildfläche erscheint. Immerhin ist Buck mittlerweile stolzer Papa ein paar süßer kleiner Berner-Wolf-Bastarde und Jack und Shorty werden stinkreich. Auch nicht die schlechteste Entwicklung für ein Trio gestandener Mannsbilder.

7/10

William A. Wellman Alaska Goldrausch period piece Hund Jack London


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WESTBOUND (Budd Boetticher/USA 1959)


"I'd appreciate that."

Westbound (Messer an der Kehle) ~ USA 1959
Directed By: Budd Boetticher

Während des Sezessionskrieges wird der Unionsoffizier John Hayes (Randolph Scott) mit der Spezialmission betraut, eine für die Armee strategisch wichtige Postkutschenstation der Overland-Linie in dem Nest Julesburg, Colorado aufzubauen, um von dort aus die Goldtransporte von Kalifornien nach dem Osten besser überwachen und vor konföderierten Plünderern sichern zu können. Zusammen mit dem jungen Kriegsinvaliden Miller (Michael Dante) und dessen Frau (Karen Steele) gelingt das Vorhaben, doch der südstaatentreue Stadtobere Putnam (Andrew Duggan), ein alter Rivale von Hayes, der zudem dessen frühere Geliebte (Virginia Mayo) geheiratet hat, versucht mit allen Mitteln, Hayes' Aktivitäten in Julesburg zu durchkreuzen. Dabei unterstützen ihn besonders der rücksichtslose Bandit Mace (Michael Pate) und dessen Gang.

"Westbound", der fünfte Beitrag des insgesamt siebenteiligen "Boetticher-/Scott-Zyklus", gilt gemeinhin als schwächster Film jener kleinen Serie, die, für vergleichsweise geringes Geld produziert, durchweg gewisse thematische und formale Analogien aufweist und gemeinhin als geheime Meisterwerke des Genres und Spitzenkollaborationen eines Regisseurs und seines Leibdarstellers gilt; ähnlich wie bei Ford/Wayne oder Mann/Stewart. Augenscheinlich war Boetticher selbst nicht ganz mit "Westbound" zufrieden. Zum Einen schätzte er die ausnahmsweise Arbeit für Warner nicht, zum Anderen vermisste er seinen obligatorischen Mitstreiter Burt Kennedy als Scriptautor. Entsprechend oberflächlich die psychologische Zeichnung der Figuren: Scott ist als alternder Kriegsheld deutlich schattierungsärmer und simpler gezeichnet als seine oftmals zerrissenen, nach Rache dürstenden Einzelgänger in den übrigen Filmen der Reihe. Zudem fungiert er eher als väterlicher Freund des jungen Ehepaars im Film, wobei, daran lässt das Ende nur wenig Zweifel, er vermutlich und pikanterweise schließlich die wesentlich jüngere, ihm nachschmachtende Witwe heiraten wird. Auch bemäkelte Scott, dass ihm auf Seiten der Finsterlinge kein Haudegen vom Schlage eines Lee Marvin oder Claude Akins zur Verfügung stand.
Doch, wie sagt man so schön: Das alles ist Jammern auf hohem Niveau. Ein Western von Boetticher, mit Schmiss und Schwung inszeniert, stets fesselnd und unterhaltend, ist auch ohne das letzte Glanzfinish immer noch ein besserer Genrefilm als achtzig Prozent aller übrigen Genrefilme.

7/10

Budd Boetticher Sezessionskrieg Militär Colorado


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THE WESTERNER (William Wyler/USA 1940)


"I'm as much an attorney as you are a judge!"

The Westerner (In die Falle gelockt) ~ USA 1940
Directed By: William Wyler

Vinegarroon, Texas in den 1880ern. Der umherziehende Abenteurer Cole Harden (Gary Cooper) trifft auf den diktatorisch agierenden "Hanging Judge" Roy Bean (Walter Brennan), der ihn sogleich wegen Pferdediebstahls anklagt und hängen will. Glücklicherweise kann Harden den Fall rasch zu seinen Gunsten aufklären und begeht hernach eine höchst seltsame Freundschaft mit dem zum Größenwahn neigenden Richter. Als dieser sich als weniger verlässlich herausstellt als Harden ihm zugetraut hätte und sich als verlängerter Arm der örtlichen Viehzüchter entpuppt, lässt sich Harden zum Hilfssheriff ernennen und stellt Bean eine Falle.

Roy Bean und sein zum Gerichtssaal umfungierter Saloon zählen zu den großen Mythen des Wilden Westens und wie es ebenjene Mythen im Allgemeinen so an sich haben, nahm sich irgendwann Hollywood ihrer an und machte einen schönen, historisch höchst unakkuraten Film daraus. Dass "The Westerner" weniger durch Authentiztitätstreue denn durch seine schöne Atmosphäre und die Beschreibung einer höchst eigenwilligen Freundschaft glänzt, gehört zum Wesen der Gattung. Die Beziehung zwischen Bean und Harden wurde von Filmhistorikern nicht selten als eine latent homoerotische erörtert, worin durchaus ein Funken Wahrheit zu finden ist. Auch wenn jeweils beide sich zu für sie nur schwer zu erobernden Damen [Bean verehrt die Sängerin Lily Langtry (Lilian Bond), während Harden der aufrechten Farmerstochter Jane (Doris Davenport) nachsteigt, die ihn schließlich sesshaft werden lässt] hingezogen fühlen, können sie einen undefinierbaren, magischen Draht zueinander, der ihr aufkeimendes Vater-Sohn-Verhältnis umso mehr erschwert, nicht leugnen. Am Ende, Brennan hat eine der schönsten Sterbeszenen im ganzen Western-Genre, ebnet Harden ihm seinen Weg ins Jenseits auf eine fast schon als zärtlich zu bezeichnende Weise. Überhaupt Walter Brennan: Sonst gern als zahnloser, väterlicher best friend von John Wayne und James Stewart besetzt, kann dieser bei allen großen Filmemachern stets gern gesehene Gast einmal zeigen, was wirklich in ihm steckte. Suff, Freundschaft, Verrat, Tod. Das Leben eben.

9/10

William Wyler Texas Cattle War Roy Bean


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SERGEANT RUTLEDGE (John Ford/USA 1960)


"Lady, you don't know how hard I'm trying to stay alive."

Sergeant Rutledge (Der schwarze Sergeant) ~ USA 1960
Directed By: John Ford

Der farbige Kavallerie-Sergeant Brax Rutledge (Woody Strode) vom berühmten 9. Kavallerie-Regiment, einer der "Buffalo-Soldier"-Abteilungen, steht vor Gericht. Er wird angeklagt, seinen Vorgesetzten ermordet und dessen Tochter (Toby Michaels) brutal vergewaltigt und ermordet zu haben. Durch einen Fluchtversuch hat Rutledge sich noch zusätzlich verdächtig gemacht. Doch Rutledges Freund und Lieutenant Cantrell (Jeffrey Hunter) glaubt, die Wahrheit zu kennen. Er steht zu ihm und verteidigt ihn vor Gericht gegen den rassistischen Ankläger (Carleton Young) und gegen den zu einem Schauprozess zu verkommen drohenden Verhandlungsablauf.

1960 war das antirassistische, liberale Gedankengut nicht nur in Hollywood, sondern gar im ureigenen amerikanischen Filmgenre des Western angekommen und dessen Großmeister bemächtigte sich des Themas, um ein weiteres formvollendetes Spätwerk zu schaffen. Woody Strode, der soeben im Begriff war, zum wahrscheinlich ersten dunkelhäutigen Genrestar Hollywoods aufzusteigen, setzte sich mit dem Porträt des Sergeant Rutledge selbst ein ewiges Denkmal. Strodes würdevolles, fast hochherrschaftliches Antlitz erweist sich als geradezu geschaffen dafür, die Bürde und den Stolz von Generationen von Geknechteten in sich widerzuspiegeln und einen faktisch aussichtslosen Kampf um "weiße" Gerechtigkeit zu führen. Ford macht Leid und Unterdrückung der ersten farbigen Soldaten regelrecht erfahrbar: Kaum der Sklaverei entkommen, galt es nach jedem Strohhalm es zu greifen und trotzdem einen zuverlässigen Job zu tun. Dass ein perfekter Kommisskopf wie Sergeant Rutledge dafür auch noch bestraft werden soll, ist selbst in der wohlfeil geordneten Welt eines alten Filmpiraten wie John Ford unverzeihlich. Insofern glaubt man ihm, der in "Sergeant Rutledge" dennoch mit Rassismen nicht spart (Zielobjekte andersfarbiger Aggression sind dafür die Indianer, denen Ford ja fast immer mit einigem Misstrauen zu begegnen pflegte). Diese durchaus kritikwürdige Ambivalenz ändert jedoch nichts daran, dass "Sergeant Rutledge" einer von Fords schönsten Filmen ist, dem bis heute leider nicht die Aufmerksamkeit zuteil wurde, die ihm eigentlich gebührte.

9/10

John Ford Courtroom Kavallerie Militär Rassismus


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THE BIG TRAIL (Raoul Walsh/USA 1930)


"When you stop fighting, that's death!"

The Big Trail (Der große Treck) ~ USA 1930
Directed By: Raoul Walsh

Der Trapper Breck Coleman (John Wayne) ist hinter ein paar Pelzdieben her, die ihm seine Wolfsfelle gestohlen und seinen Partner umgebracht haben. Als er sich anheuern lässt, einen Siedlertreck von Missouri aus über den Oregon Trail nach Westen als Scout zu begleiten, ahnt er noch nicht, dass ausgerechnet einer der Verbrecher (Tyrone Power Sr.) Treckführer ist. Sein latenter Verdacht bestätigt sich jedoch später und neben all den gefährlichen Naturgewalten und Widrigkeiten, die den Pionieren ihren Weg Richtung Pazifik erschweren, hat Coleman sich bald gegen ein ganzes Trio von Halunken zu erwehren.

Hollywoods erster großer Tonwestern, ein Meilenstein des Genres und zudem mit seiner neuartigen Technik ein elementares Stück Filmgeschichte. Bei "The Big Trail" handelte es sich nämlich um eines der wenigen Werke, die im Fox-Grandeur-Verfahren hergestellt wurden, einem der ersten 70mm-Leinwandformate. Die seinerzeit mangelhafte technische Ausstattung der Lichtfilmtheater, die zur Präsentation der Grandeur-Version eines speziellen Projektionsgerätes bedurft hätten, dessen Anschaffung faktisch jedoch viel zu teuer gewesen wäre, verhinderte weitere 70mm-Filme, bis die Fox 1953 mit CinemaScope ein ähnliches, technisch jedoch weitaus praktikableres Breitwand-Verfahren präsentieren konnte. In weiser Voraussicht ließ produzent Winfried Sheehan von Raoul Walsh parallel eine herkömmliche 35mm-Fassung drehen, und dies zusätzlich in vier verschiedenen Sprachversionen mit jeweils landeseigenen Schauspielern. Man muss natürlich die restaurierte 70mm-Version sehen, die mit all ihrer Pracht und Tiefenschärfe wirkt wie ein gut 30 Jahre jüngerer Film. Wahnsinn.
Das schwere, unbewegliche Equipment tut "The Big Trail" wider Erwarten sehr wohl: Der Film ist voll von wunderschön komponierten Tableaus, von Totalen und Halbtotalen, die von einer zumeist statisch präparierten Kamera unter Verwendung nur ganz weniger Schwenks aufgenommen wurden und immer wieder durchbrochen werden von erläuternden Schrifttafeln, ein Relikt der soeben im Sterben begriffenen Stummfilmzeit. Letztlich bestimmt allein der Schnitt Dramaturgie und Tempo; eine sowohl technisch als auch künstlerisch vollends beeindruckende Pionierleistung betreffs des Einsatzes von widescreen angles.
Motivisch nimmt Walshs Film eine Menge von dem vorweg, was das Genre in den nächsten vier Dekaden bewegen sollte: Grenzausweitung, weiße Landannektierung, unzerbrechlicher Pioniergeist im Angesicht von Romantik und Tod, die persönliche Rache eines frontierman. Außerdem zeigt er einen mit knapp 23 Jahren kaum vorstellbar jungen John Wayne in seiner ersten kreditierten Rolle, als Protagonist zudem. Insofern ist "The Big Trail" von einer derart explosiven Initialkraft, dass man mit Fug und Recht annehmen kann, dass das Kino sich ohne sie wahrscheinlich völlig anders entwickelt hätte.

9/10


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BLINDMAN (Ferdinando Baldi/I, USA 1971)


Zitat entfällt.

Blindman ~ I/USA 1971
Directed By: Ferdinando Baldi

Ein blinder Glücksritter (Tony Anthony), der fünfzig künftige Ehefrauen zu den Arbeitern einer texanischen Minengesellschaft eskortieren soll, wird von seinen Kompagnons übers Ohr gehauen. Doch der Blinde ist alles andere als ungeschickt im Umgang mit Schusswaffen und Sprengstoffen und besitzt zudem eine hervorragende Spürnase, die ihn geradewegs zum Enteigner seiner "Ware" führt: Dem Gangsterboss Domingo (Lloyd Battista), der zusammen mit seinem Bruder Candy (Ringo Star) und seiner Schwester Margherita (Marisa Solinas) in Mexiko krumme Geschäfte treibt.

Wie sehr Baldi an seinen Aufgaben gewachsen ist, das zeigt dieser ebenso verrückte wie gelungene späte Italowestern, der sich von der von Spencer & Hill angefeuerten Spaßwelle allerhöchstens minimal hat anstecken lassen und stattdessen nochmal ein knüppelhartes Abschiedsgeschenk des Genres vollbringt, bevor Baldi und sein Kollege Tony Anthony dann erst ein paar richtig durchgedrehte Machwerke vom Stapel ließen.
"Blindman", der im Zuge einer ihrer raren Kinovorstöße von Allen Kleins ABKCO mitproduziert wurde (was auch die Mitwirkung des Ex-Beatles-Drummers Ringo Starr erklärt), präsentiert jedoch noch goldenes Handwerk; einen hübsch charakteristischen, gehandicapten Helden, der trotz kleinerer Rückschläge hier und da stets am längeren Hebel sitzt und dessen bisweilen durchschimmernde Naivität sowieso bloß gespielt ist, weil er im Grunde nicht das Glück in Form von Reichtum, sondern von Abenteuern sucht.
Toller Film, der immer noch dazugewinnt, je öfter man ihn schaut.

8/10

Ferdinando Baldi Mexiko Italowestern


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IL PISTOLERO DELL'AVE MARIA (Ferdinando Baldi/I, E 1969)


Zitat entfällt.

Il Pistolero Dell'Ave Maria (Seine Kugeln pfeifen das Todeslied) ~ I/E 1969
Directed By: Ferdinando Baldi

Mexiko, in den frühen 1860ern: Der Landknecht Rafael (Pietro Martellanza) hat nur Eines im Sinn: Endlich Sebastian (Leonard Mann), den Bruder seiner geliebten Isabella (Pilar Velázquez) ausfindig zu machen und diesen zur Blutrache an seiner Mutter (Luciana Paluzzi) und deren Liebhaber (Alberto De Mendoza) zu animieren. Das schändliche Paar hat nämlich den Vater (José Suárez) der beiden auf dem Gewissen, kaum, dass dieser aus dem Kriege heimgekehrt war. Vor Sebastian und Isabella liegen jedoch noch einige ungeheure Enthüllungen, bevor sie ihre Rache bekommen.

Diesen Western inszeniert Baldi mit dem großen Odem antiker griechischer Tragödie: Spuren von Aischylos' und Euripides' "Orestie" finden sich; der vertriebene, halbverwaiste Caballero, dem die schrecklichen Kindheitserlebnisse eine Amnesie verabreicht haben und der erst wieder zu sich finden muss, um für sein Recht einzustehen; der brüderliche Freund und die Liebe zur Schwester des Ersteren, schließlich familiäre Enthüllungen und der latente Verdacht auf inzestuöse Verwicklungen, wobei einige Entwicklungen davon ziemlich verwildert und unscharf über das klassische Format hinausschießen. Recht starker Tobak zudem für einen Film und ganz nebenbei dem ein paar Jahre älteren "Texas, Addio" nicht sonderlich unähnlich. Dennoch einer der besseren Spaghetti-Western, da mit einiger Chuzpe und Stil gemacht, eine gewisse Ernsthaftigkeit und somit auch eine besondere Seriosität wahrend und über eine erstklassige Musik von Roberto Pregadio mit hohem Wiedererkennungswert verfügend.

7/10

Rache Mexiko Ferdinando Baldi Familie Italowestern


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ODIA IL PROSSIMO TUO (Ferdinando Baldi/I 1968)


Zitat entfällt.

Odia Il Prossimo Tuo (Hasse deinen Nächsten) ~ I 1968
Directed By: Ferdinando Baldi

Weil er den Lageplan einer Goldmine besitzt, muss Pat Dakota (Claudio Castellani) mitsamt seiner Frau sterben. Übrig bleiben nur sein kleiner Sohn und und Pats Bruder Ken (Spiros Focás), der alles daran setzt, die Mörder zur Strecke zu bringen. Diese findet er mit der Hilfe des Bestattungsunternehmers Duke (Roberto Risso) in den Personen des habgierigen Gary Stevens (George Eastman) und des sadistischen Chris Malone (Horst Frank).

Ungelenk inszeniert und mit einem Minimalbudget versehen dürfte dies der schwächste Western aus Baldis Feder sein, daran ändert selbst die klassische Besetzung nebst der hübschen Nicoletta Macchiavelli nichts. Für seine Produzenten dürfte "Odia Il Prossimo Tuo" sowieso von vornherein die Funktion eines Abschreibungsobjektes erfüllt haben, denn seine mangelnde Ambition trieft dem Film aus jeder Pore. Die set pieces sehen teilweise aus wie bei uns im Hünxer Staatsforst abgefilmt, was der Ausweisung des Streifens als in Mexiko spielender Western leider nicht eben zugute kommt. Das kleine Bisschen Erwärmungsmotivation, das sich für Baldis Film aufbringen lässt, ist wirklich nur den Schauspielern zu verdanken, die, wenn sie die oben genannten, klangvollen Namen tragen, zu sehen grundsätzlich immer ein wenig Freude bereitet. Ansonsten ist dieser leidlich spannende kleine, blutarme Trasher bestenfalls etwas für Komplettisten.

4/10

Ferdinando Baldi Italowestern Mexiko Rache


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COLORADO TERRITORY (Raoul Walsh/USA 1949)


"Go forward my children. Follow the trail over the pass beyond the Canyon of the Dead."

Colorado Territory (Vogelfrei) ~ USA 1949
Directed By: Raoul Walsh

Ein letzter großer Coup noch, dann wartet endlich der Ruhestand vom ewigen Banditendasein. Dies zumindest erhofft sich Wes McQueen (Joel McCrea), als er aus dem Gefängnis ausbricht, um sich seinem alten Gönner Rickard (Dave Ruysdael) anzuschließen um dessen Plan, einen Zug in Colorado zu überfallen, mit auszuführen. Dummerweise sind Wes' Partner höchst unzuverlässige und gierige Gesellen, die einen erfolgreichen Abschluss der Sache verhindern. Eine glückliche Zukunft mit der unterdessen kenen- und lieben gelernten Tingeltangelsängerin Colorado (Virginia Mayo), das erkennt Wes bald, muss und wird ein schöner, kurzer Traum bleiben.

Als Synopse für diesen wunderschönen, leider nicht hinreichend populären Western könnten ebensogut auch die Lyrics des elegischen Queen-Songs "Who Wants To Live Forever?" stehen, der die Atmosphäre von Raoul Walshs Film (freilich in einem popkulturell leicht veränderten Kontext) vorzüglich subsummiert. Doch fort von solch freien Assoziationsspielchen: Mit "Colorado Territory" fertigte Walsh eine Neuverfilmung seines eigenen "High Sierra" an, der erst acht Jahre zuvor entscheidend am stardom Humphrey Bogarts mitgefeilt hatte. Diesmal spielt sich die existenzialistisch angehauchte, melancholische Geschichte des Gangsters auf der Suche nach Erlösung im Westernmilieu ab und Walsh schafft es sogar, die letzten, ohnehin marginalen Unebenheiten von "High Sierra" durch diese Transponierung auszumerzen und ein nunmehr endgültig vollkommenes Werk zu präsentieren. Aus der dramatischen Geschichte um das behinderte Mädchen, mit dem der in Herzensangelegenheiten hoffnungslos blinde Bandit sich zunächst ein gesichertes Dasein erhofft, wird hier eine klarere, patinabefreite Episode: Dorothy Malone spielt die ebenso schöne wie kalte Farmerstochter Julie Ann, die im Gegensatz zu ihrem lieben Vater (Henry Hull) rein auf den eigenen Vorteil bedacht ist und Wes am Ende freimütig zu denunzieren versucht. Die niemals liebenswertere Virginia Mayo indes ist ein wildwüchsiges, aber dafür umso authentischeres und verlässlicheres Halbweltmädchen mit nicht ganz astreiner Vergangenheit; eine, die ein Kerl wie Wes McQueen gänzlich verdient. McCreas traurige Präsentation des von Anfang an zum Scheitern Verdammten fügt sich dem nahtlos an, wenngleich er natürlich kein Bogey war. Dennoch bewerkstelligt "Colorado Territory" das rare Kunststück, noch einen Hauch besser als seine filmische Vorlage dazustehen.

10/10

Heist Raoul Walsh Remake Colorado


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THE TRUE STORY OF JESSE JAMES (Nicholas Ray/USA 1957)


"Noone will be able to shoot me!"

The True Story Of Jesse James (Rächer der Enterbten) ~ USA 1957
Directed By: Nicholas Ray

Die letzten 18 Lebensjahre des Outlaw Jesse James (Robert Wagner), dessen letzter großer Überfall auf die Northfield-Bank in Minnesota schließlich zu seinem Verhängnis wird.

Nicholas Ray darf wohl mit Fug und Recht als einer jener Filmemacher bezeichnet werden, die den Western endgültig seiner Unschuld beraubten. Von den vier Genrefilmen, die er binnen sechs Jahren inszenierte, ist auf seine spezielle jeder Weise ein vordringliches Beispiel für gezielten Dekonstruktivismus. In "The True Story Of Jesse James", mit dem sich Ray einer authentischen Biographie annahm, triumphiert schließlich die Form über den Inhalt. Die Narration verläuft teils verwirrend achronologisch, die Fox preist ihr prestigeträchtiges Scope-Format, das sich für den Film jedoch als vollkommen nebensächlich erweist. Schließlich die Ausbleichung und Farbentledigung der Bilder. Anstelle der breit grinsenden Präsentation von knalligem DeLuxe, wofür sich Genrearbeiten üblicherweise ja vorzüglich eignen, lässt Ray seinen Film zwischen sepiafarben und trübem Grau oszillieren und somit die nihilistische Atmosphäre des Films stützen. Überhaupt wird man die letzte große Hollywood-Variation des Stoffs, Andrew Dominks "The Assassination Of Jesse James By The Coward Robert Ford" hernach mit ganz anderen Augen sehen - Dominik verdankt Rays Fassung nämlich offensichtlich nicht eben wenig.

8/10

Nicholas Ray Jesse James Biopic period piece Historie Missouri





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Funxton

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