Zum Inhalt wechseln


Ubaldo Terzanis Schreibstube Volume 2

Hier polemisiert der Meista!

Foto

quarterly results


ubaldo verkündet ex cathedra die 12 besten filme (aus weit über 100 gesehenen) des ersten quartals 2014:



12.
Eingefügtes Bild

11.
Eingefügtes Bild

10.
Eingefügtes Bild

09.
Eingefügtes Bild

08.
Eingefügtes Bild

07.
Eingefügtes Bild

06.
Eingefügtes Bild

05.
Eingefügtes Bild

04.
Eingefügtes Bild

03.
Eingefügtes Bild

02.
Eingefügtes Bild

01.
Eingefügtes Bild


honorable mentions:


SHORT TERM 12 * OUT OF THE FURNACE * INSIDE LLEWYN DAVIS * JEG ER DIN * TIAN ZHU DING * SNOWPIERCER * 12 YEARS A SLAVE * CANIBAL * TUMMAN VEDEN PÄÄLLÄ *

liste kulturbanausenbelehrung


Foto

That was 2013 (plus etwas geschwurbel zum lesbenfilm)


am freitag den 13. veröffentliche ich mal meine 13 lieblingsfilme des jahres '13. (boah, ist ubaldo kreativ, du ! :rolleyes:) über die reihenfolge der platzierungen könnte ich mich mit mir selber streiten (würde die liste morgen anstatt heute machen, wäre film xy vielleicht nicht auf platz soundso sondern auf platz hastenichtgesehen). anyhow: das sind die 13 filme, die mir dieses jahr am bessten gefallen haben:

13: LE CAPITAL
Eingefügtes Bild

12: PARADIES HOFFNUNG
Eingefügtes Bild

11: STARLET
Eingefügtes Bild

10: AMERICAN MARY
Eingefügtes Bild

09: DRUG WAR
Eingefügtes Bild

08: DANS LA MAISON
Eingefügtes Bild

07: ZERO DARK THIRTY
Eingefügtes Bild

06: ASHLEY
Eingefügtes Bild

05: TO THE WONDER
Eingefügtes Bild

04: SPRING BREAKERS
Eingefügtes Bild

03: BLANCANIEVES
Eingefügtes Bild

02: MAGIC MAGIC
Eingefügtes Bild

01: LA VIE D'ADELE
Eingefügtes Bild
natürlich findet mann (insbesondere lesbenporno-freund ubaldo) es prickelnd, einen film zu sehen, in dem zwei hübsche junge frauen (die in den szenen ohne make-up nebenbei bemerkt am hübschesten aussehen) dauernd ausgiebig gezeigten sex miteinander haben. aber um den eindruck zu vermeiden, es handele sich hier um einen spannerfilm für perverslinge wie mich: es ist ein durchaus vielschichtiges, mehrere jahre umspannendes drama über den selbstfindungsprozess einer jungen frau (der am filmende nicht abgeschlosseen zu sein scheint). und der film ist vor allem die chronik einer liebesbeziehung von den glücklichen anfängen über unterschwelliges kriseln und kommunikationsdefizite bis hin zu eifersuchtsgetriebenen menschlichen fehlern, woraufhin das beziehungsende, aber nicht das filmende folgt.

emotional ist das schon sehr starker tobak (besonders die trennungs- sowie die wiedersehensszene). und die große stärke des films ist dass er alle zuschauer (egal welchen geschlechts und welcher sexuellen orientierung) anspricht; die hier empathisch und überraschend komplex verhandelten themen der sehnsucht, der liebe, des glücks, des leids, der verpassten chancen im leben sind nämlich menschlich universell. so kann eigentlich jeder zuseher von diesem film berührt werden, und in manchen szenen auch mal nen kräftigen tritt in die magengrube kriegen.

LA VIE D'ADELE stellt homosexuelle liebe als etwas normales dar (ganz unverkrampft, ganz natürlich und ganz frei von penetranter bündnis90-grüner toleranz-attitüde), und er bemüht sich zu zeigen dass homo-paare die gleichen (beziehungs)probleme hätten wie hetero-paare und weder schlechtere noch bessere menschen wären. es ist also sozusagen ein film, der sich gegen ausgrenzung/diskriminierung stellt, diesen umstand aber nicht ausspricht (und aufgrund seiner darstellung dieser beziehung auch nicht betonen muss).

sehr gelungen ist auch die struktur des films: durch zeitsprünge werden wichtige passagen ausgelassen und mehrfach probleme (hänseleien der mitschüler; probleme im elternhaus, etc.) nur angerissen, aber letztendlich nicht aufgelöst. der film konzentriert sich fast gänzlich auf die beziehung der beiden frauen, die aus sicht von adele gezeigt wird. und auch hier gibt es zeitsprünge und auslassungen (die der zuschauer selber füllen muss). dies unterbricht aber zu keiner zeit den filmischen fluss: der film wirkt wie aus einem guss. (reimt sich). die circa 3 stunden sind ideal ausgefüllt: es gibt keinen unwichtigen oder störenden moment. selten gehen drei stunden so schnell vorbei wie in diesem film, der von anfang bis ende interessiert, fasziniert, zum nachdenken bringt, berührt.

hirnfurz nicht korrekturgelesen

Jahresendliste mit Flügeln


Foto

ach ja, ganz vergessen: ich hab ja ein filmtagebuch


bevor das ding endgültig verstaubt, mache ich mal eine top 12 der besten filme des ersten halbjahres 2013:

TOP 12 (aus weit mehr als hundert gesehenen Filmen)

12
PARADIES: GLAUBE

11
DJANGO UNCHAINED

10
LIKE SOMEONE IN LOVE

09
EVIL DEAD

08
ABRIR PUERTAS Y VENTANAS

07
TRANCE

06
LE CAPITAL

05
ZERO DARK THIRTY

04
STARLET

03
GERGEDAN MEVSIMI

02
TO THE WONDER

01
SPRING BREAKERS



Auch gut waren:


LINCOLN
L'ORDRE ET LA MORALE
THE SESSIONS
LES ADIEUX A LA REINE
SILVER LININGS PLAYBOOK
HA-SIPPUR SHEL YOSSI
MY BROTHER THE DEVIL
AMERICAN MARY
レンタネコ
A PERFECT ENDING
ANTIVIRAL
A PERDRE LA RAISON
CORPO CELESTE
A MOI SEULE
DEN SKALDEDE FRISOR
VICEVAERTEN
STAND UP GUYS
THE LAST STAND
SIGHTSEERS
UN GIORNO SPECIALE
MER ELLER MINDRE MANN
THE BROKEN CIRCLE BREAKDOWN
THE PLACE BEYOND THE PINES
THE GHOSTMAKER
LA MIGLIORE OFFERTA
PAULETTE
LE NOIR (TE) VOUS VA SI BIEN
STOKER
EL SEXO DE LOS ANGELES
SLEEPWALK WITH ME
AFTERSHOCK
THE LESSER BLESSED
KERRON SINULLE KAIKEN

Liste


Foto

MAMA


MAMA Dafür dass das sein erster Spielfilm ist, zeigt Muschietti überdurchschnittliches Können. Sein Szenenaufbau ist mitunter sehr spannend (Paradebeispiel die exponentiell creepiger werdende, in nur einer Einstellung gefilmte Szene mit dem Hausflur und der halb offenen Kinderzimmertür), ein Gespür für beeindruckende, aber nicht zu effekthascherische Bilder durchzieht zudem den ganzen Film. Richtig bedrückende Atmosphäre kommt dennoch selten auf. Die paranormale Präsenz wird bis ins Detail erklärt, wodurch das Ganze schnell seinen Schrecken verliert. Man hat gar das Gefühl, dass die Figuren mehr Zeit mit paranormaler Detektiv- und Aufklärungsarbeit verbringen als dass sie in Angst und Terror leben angesichts des Spuck. (Mal ehrlich: In nem Horrorfilm will ich Horror und Schrecken erleben, *nicht* erklärt bekommen, wer da spukt und warum).
Jessica Chastain als nonkonforme Rockerin und überforderte Pflegemutter ist grandios und zeigt hier eine große Wandlungsfähigkeit gegenüber ihrer ebenfalls tollen Rolle in ZERO DARK THIRTY. Dennoch hapert es irgendwo mit der Figurenzeichnung und mit der ganzen Struktur der Handlung. Eine der vielen Merkwürdigkeiten: Gatte fällt ins Koma, irgendwie scheint das seine Angebetete nicht zu jucken, dann erwacht er irgendwann aus dem Koma (nach Tagen? Wochen? Monaten? - kein Gespür für Zeit hat der Film) und ist halt wieder da. Na ja, und das weinerliche Finale des Films mit Mensch und Gespenst-Mama, die ja auch Gefühle hat, kann man wirklich nur noch als supernatural kitsch bezeichnen.
Trotzdem: Der Regisseur hat Potential.

leicht überdurchschnittliche 5,5/10


hirnfurz nicht korrekturgelesen

Drama Mystery supernatural kitsch


Foto

ZERO DARK THIRTY


ZERO DARK THIRTY Die 10 jährige Jagd auf Osama bin Laden wird hier sehr nüchtern und wertfrei skizziert. Dem Zuschauer wird in vielen harten Szenen zwar starker Tobak vorgesetzt, doch verweigern sich die Produzenten jeder filmischen Botschaft, jeder Kommentierung sowie Emotion, und die im Filmverlauf aufgeworfenen ehtischen Fragen muss sich der Zuschauer selbst beantworten, oder auch nicht. Die pseudo-dokumentarische Nüchternheit geht sogar soweit dass das Privatleben und die persönlichen Probleme der Figuren weitgehend ausgeblendet werden: Die Menschen in diesem Film werden ausschließlich durch ihre Tätigkeit im Geheimdienst definiert. Das ist auch gut so und ein schöner Kontrast zu all den vielen Filmen, welche in epischer Länge die schon zig-fach gehörten seelischen Buhbuhs ihrer Figuren verhandeln, obwohl das keine Sau interessiert. So brillant Jessica Chastain die Protagonistin Maya (eine Frau zwischen Verletzlichkeit, kalter Härte und eifriger Besessenheit) auch verkörpert, erfährt man über diese Person bloß Ansätze - bzw. der Zuschauer muss sich aus den Gefühlsregungen dieser Frau selbst ein Persönlichkeitsbild zusammeninterpretieren.

Man wird also alleine gelassen mit dem Gezeigten, mit den Figuren, mit ethischen Fragen zu Amerika nach 9/11. Der Film nimmt seine Zuschauer ernst und das ist auch gut so. Neben packend inszenierten Actionszenen und knallharten Folter- und Anschlagsszenen bestehen die 150 Minuten vorwiegend aus zermürbender Ermittlungsarbeit, Analysen am Schreibtisch, kleinen Ermittlungserfolgen, vielen Rückschlägen. Die Suche nach Osama wird fast schon als rein bürokratischer Behördenvorgang dargestellt, und Waterboarding als routinierter behördlicher Akt.

Viel zu denken gibt dieser Film. Viele Szenen brennen sich im Hirn ein. Vor allem sind die 150 Minuten zu keiner Zeit langweilig sondern durchgehend interessant und trotz bekannten Ausgangs der Geschichte spannend.

Eingefügtes Bild


8/10

hirnfurz nicht korrekturgelesen


Foto

MISERABLES, LES


MISERABLES, LES Wenn man musikalische Nummern kürzt (teilweise bis um 2/3!), Nummern zum Teil weglässt und zum Teil in veränderter Reihenfolge bringt, zerstört man freilich die gesamte musikalische Struktur des Werkes. Das Musiktheater schöpft primär aus der Musik seine Dramatik, seine Emotion, aber in dieser Musicalverfilmung, die ihre Vorlage zusammenstreicht, neu sortiert und den dramatischen Aufbau der einzelnen Lieder zerstört, funktioniert das nicht so wirklich. Zwar gibt es einige durchaus emotionale Lieddarbietungen in den zweieinhalb Stunden Laufzeit, das meiste wirkt aber wie ein pflichtbewusstes Abklappern und Abhaken von Schönbergs bekannten Melodien.

Nach dem Motto "Abklappern und Abhaken" hat Regisseur Tom Hooper auch den ganzen Film strukturiert. Die komplexe Handlung ist aalglatt runterinszeniert, Kameraflüge durchs virtuelle Paris und CGI-Panoramabilder scheinen wichtiger als innere Konflikte und filmische Atmosphäre. So wirkt zum Bleistift der tragische, blutige Studentenaufstand auf den Barrikaden bisweilen wie ein Campingausflug mit Liederabend.

Das größte Problem dieses Werkes ist also dass die Musik nicht nur oberflächlich gemacht wurde, sondern auch noch auf die oberflächlichen Filmbilder des Tom Hooper trifft, weswegen der Film auf keiner Ebene funktioniert oder tangiert. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel. Manche Szenen sind berührend - wie zum Beispiel im 1. Akt die am Boden zerstörte Anne Hathaway als Fantine. Solche Beispiele gibt es im Filmverlauf einige, aber das meiste in diesem Film wirkt eingedenk des hochdramatischen, tragischen Inhalts einfach ...banal.

Ubaldo ist doch sehr unterwältigt von LES MISERABLES. Enttäuscht aber nicht. Schließlich waren die allermeisten Musiktheaterverfilmungen der letzten Jahre für die Tonne. Eigentlich allesamt außer DREAMGIRLS.

4,5/10

hirnfurz nicht korrekturgelesen

Musical Drama


Foto

LIBERAL ARTS


LIBERAL ARTS Josh Radner, der Ted Mosby aus HOW I MET YOUR MOTHER, schrieb nicht nur das Drehbuch und führt Regie, sondern spielt auch selbst die Hauptrolle - nämlich einen mäßig erfolgreichen Mann in seinen Dreissigern, der an sein altes College zurückkehrt, um der Abschiedsfeier seines ehemaligen Professors beizuwohnen, der in den Ruhestand geht. Dabei lernt er die 19-jährige Studentin Zibby (wie immer großartig: Elizabeth Olsen) kennen und fühlt sich trotz des Altersunterschieds schnell zu ihr hingezogen. Ins Berufsleben zurückkehren würde er am liebsten nicht, weil der Ausflug in sein ehemaliges College ihm vor Augen führt, wie unbeschwert sein eigenes Studentenleben war und wie hart der Lebensalltag nach dem Studium ist.

Die vier Hauptfiguren -- herzliche, intelligente, aber naive 19-Jährige (Olsen); vom Leben enttäuschter, in die Vergangenheit flüchtender Mitt-Dreissiger (Radnor); frustrierte, zynische 50-jährige Professorin (Janney); ein im Ruhestand sein Selbstwertgefühl verlierender ehemaliger Professor (Jenkins) -- erlauben dem Film, den Lauf und die Schwierigkeiten des menschlichen Lebens aus der Perspektive von vier verschieden alten Personen zu zeigen. Etwas aufgesetzt und künstlich mutet es dabei freilich an, dass alle Figuren in ihren Dialogen und Monologen unaufgefordert zu hochtrabenden privat-philosophischen Ausführungen ansetzen, die nicht wirklich natürlich, sondern in ihrer Mitteilungsfreudigkeit wie ein Drehbuchkonstrukt wirken. Ebenfalls hochtrabend fällt der poetische Briefverkehr zu klassischer Musik aus.

Diese aufgesetzt schöngeistigen Momente weiß Josh Radner aber sehr schön zu kompensieren durch tolle komische Momente, durch viel Herzlichkeit und durch viel Liebe zu seinen Figuren. Man fühlt sich als Zuschauer sehr wohl in diesem Film und interessiert sich ehrlich für die handelnden Personen und ihre individuellen Sorgen. Viel Charme verleiht dem Film auch die Selbstironie (nach der Literatur-Diskussion zweier Intellektueller verfangen sich in ein die beiden in ein lustiges Streitgespräch über die Qualität der "Twilight"-Romane, etc.).

Summa Summarum ist mit LIBERAL ARTS ein herzlicher und lustiger, lebensreflektierender Wohlfühlfilm gelungen, dem aber leider noch inszenatorische Rafinesse fehlt und sich zudem manchmal in eitlen Drehbuch-Hirnfürzen verrennt. Man kann aber gespannt sein auf Josh Radnors künftige Regie/Drehbuch-Arbeiten. Potential ist durchaus vorhanden. Vor allem spielt und wirkt er in seiner Rolle hier völlig anders als Ted Mosby in HIMYM (und das liegt nicht nur an dem Bart).


6,5 bis 7/10


hirnfurz nicht korrekturgelesen


p.s.: erwähnte ubaldo schon wie wunderbar und charismatisch elizabeth olsen wieder ist?

Komödie Drama Lebensreflexion


Foto

돈의 맛 - DO NUI MAT


돈의 맛 - DO NUI MAT Die Exposition gibt einiges her. Während die Welt im Zeitraffer an ihnen vorbeirauscht, bewegen sich die reichen Protagonisten retardiert, als würden sie in ihrem eigenen Kosmos leben. Auch ansonsten macht dieser sehr ästhetisch bebilderte und kunstvoll beleuchtete Film einiges her. An inszenatorischer Finesse fehlt es Sang-soo Im wahrlich nicht, wenngleich dieses zum großen Teil in einer Familienvilla spielende Werk bisweilen anmutet wie eine Hochglanz-Architekurschau, die die Insignien des Geldadels effektvoll in Szene setzt. Auch der Ästhetik des weiblichen Körpers wird ausführlich, fast schon mit voyeuristischer Penibilität gefrönt, wenn die reichen Herren des Hauses mal wieder eine ihrer zahlreichen Fick-Parties abhalten. Aber es gibt auch düstere, atemstockende Szenen wie wenn die alte Hausherrin den Familien-Diener halb vergewaltigt oder die Geliebte ihres Mannes im Pool ersäufen lässt.

Diesen Film um eine schwerreiche, elitäre, dekadente, intrigante, sich gegenseitig zerfleischende Familie muss man schon als Groteske bezeichnen. Die Figuren sind wandelnde Klischees, alles ist comichaft überzeichnet, die Handlungsabläufe folgen den üblichen Seifenopern-Mustern, die politisch linken Anliegen des Films sind überdeutlich herausgearbeitet. Als ernstes Drama will Sang-Soo Im dieses Werk hoffentlich nicht verstanden wissen. Und tatsächlich entdeckt man überall im Film Anflüge schwarzen Humors (oder es ist einfach unfreiwillige Komik).

So geraten die 2 Stunden Laufzeit zu einer Mischung aus mal hanebüchen grotesken, mal deppert lustigen und mal atemstockend bitterbösen und intensiven Momenten. Ganz rund ist das alles nicht, wird aber durch Sang-soo Ims virtuose Inszenierung zusammengehalten, die zwar bisweilen arg plakativ und klotzend ist, aber eine stimmige Symbiose von Mensch, Handlung und Setting hinbekommt.

Love it or hate it. Dieser durchaus angreifbare Film wird das Publikum polarisieren. Ubaldo aber gibt, lan:

8/10

hirnfurz nicht korrekturgelesen

Groteske Dekadenz Macht Titten


Foto

SILENT HILL REVELATION


SILENT HILL REVELATION SILENT HILL war seiner Zeit ein Film, der Ubaldo positiv überrascht hat. War ruhig, wenig effekthascherisch, von morbider Atmosphäre durchtränkt, teilweise beklemmend und hatte im letzten Drittel nette Seitenhiebe gegen religiösen Fanatismus. REVELATION, in dem es nun um die Identitätsfindung der Tochter der damaligen Protagonistin geht, kommt leider sehr "verteenageisiert" rüber. Zudem sind die Bilder wegen 3D heller als ihnen gut tun würde, es gibt blödsinnige "in ya face"-3D-Effekte (fliegende abgetrennte Finger, etc.). Vor allem wird zu viel erzählt und aufgeklärt, wodurch der Ort Silent Hill irgendwann keine Geheimnisse und keinen Mythos mehr hat. Ubaldo predigt es ja immer wieder: In Horrorfilmen soll man nicht zu viel erklären, weil der Zuschauer nur vor dem Unbekannten Angst hat.

Auf der Habenseite ist zu verbuchen dass der Film auf sehr passable Weise die Identitätssuche im Teenageralter anhand einer alptraumhaften Horrorgeschichte zeigt. Und zumindest hat der Film im Gegensatz zu den meisten anderen amerikanischen Teenagerfilmen nicht so brunzdumm infantile Dialoge. Durchaus zu gefallen weiß auch die paranoide Stimmung des Films und der Umstand dass besonders im ersten Drittel oftmals die Grenzen zwischen Realität, Traum und Wahnvorstellung verschwimmen. Da kommt also bisweilen durchaus gute Horror/Grusel-Stimmung auf. Lässt man das blöde 3D und das zu viel aufklärende letzte Filmdrittel außer Acht, ist SILENT HILL ein überdurchschnittlich atmosphärischer und gruseliger amerikanischer Horrorfilm. Trotzdem: An den ersten Teil kommt das Sequel nicht ansatzweise ran. Und der unmissverständliche Hinweis am Ende dass es noch einen dritten Film geben könnte, ist ärgerlich weil wie gesagt wurde der Ort Silent Hill bereits all seiner Geheimnisse beraubt.

6/10

hirnfurz nicht korrekturgelesen

Horror Verfolgung Identitätsfindung


Foto

DE ROUILLE ET D'OS


DE ROUILLE ET D'OS Alleinerziehender Pleite-Vater kommt mit Söhnchen nach Frankreich, um bei seiner Schwester und ihrem Mann, nem Quoten-Neger, zu wohnen. Zuerst verdient er seine Brötchen als Türsteher in ner Zappelbude, wo er die hübsche Marion Cottilard kennenlernt. Später arbeitet er bei einer Sicherheitsfirma, die illegal Kameras zum Ausspionieren von unliebsamen Supermarkt-Mitarbeitern installiert. Nebenbei nimmt er an illegalen Kämpfen teil, wo er viel Kohle verdient, aber ständig in die Fresse kriegt. Nachdem er erfährt dass Marion Cottilard bei einem Arbeitsunfall beide Beine verloren hat, wird aus der anfänglichen flüchtigen Bekanntschaft eine Freundschaft, später sogar mehr. Dumm nur dass er seinen Sohn vernachlässigt und ihm offen seine Abneigung zeigt...

Während die beiden Hauptfiguren sehr stark und differenziert, im Falle des Mannes sogar komplex ausgearbeitet sind, ihre schwierige Beziehung durchaus starke, emotionale und kluge Momente besitzt und viele unangenehme Facetten des menschlichen Seins verhandelt werden und das Ganze zwischen Melancholie und neuer Hoffnung pendelt, bleiben die restlichen Figuren und Handlungsstränge dieses Films etwas unterbeleuchtet. Das Problem ist einfach eine regelrechte Überladung von Themen und Personen, die in zwei Stunden Laufzeit nicht vernünftig verhandelt werden können. Selbst die schwierige Vater-Sohn-Beziehung ist völlig unrund ausgestaltet, ist dem Film mal mehr, mal weniger wichtig und ist zudem mit Klischees und Vorhersehbarkeiten (Eisszene) gespickt.

Und als würden nicht schon genügend tragische menschliche Probleme aufgefahren in zwei Stunden, kommen die Filmemacher im letzten Drittel noch plötzlich auf die Idee dass man ja auch mal Kapitalismuskritik üben und das Schicksal der unterdrückten Werktätigen beweinen könnte.

Trotz aller positiven Zuschauer- und Pressestimmen ist mir DE ROUILLE ET D'OS zu uneben und holprig strukturiert, so dass man als Betrachter ständig aus dem Film geworfen wird. Aber nochmal: Das, worum es hauptsächlich geht, nämlich die Beziehung der beiden Hauptfiguren und ihr Wesen, sind gut gelungen und menschlich ansprechend.

6,5/10

hirnfurz nicht korrekturgelesen

Drama Freundschaft Vater-Sohn Liebe





Filmtagebuch von...

Ubaldo Terzani

    Reader discretion is advised, lan

  • Senior-Member
  • PIPPIPPIPPIPPIP
  • 1.110 Beiträge

Filmtagebuch durchsuchen

Aktuelle Besucher

Mitglieder: 0, Gäste: 0, unsichtbare Mitglieder: 0

Letzte Besucher

April 2014

M D M D F S S
 123456
78910111213
14151617181920
21222324 25 2627
282930