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jackIIIs Filmtagebuch





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Drive, Halloween, Dr. No



DRIVE, 2011

Ob Neo-Noir, Neo-Western, Valhalla Rising in L.A., eigentlich völlig egal. Drive funktioniert höchstwahrscheinlich auch ohne Kenntnis der Vorbilder, schwebt nach grandioser Anfangssequenz leichtfüßig in den Abgrund, um dort zu bleiben, und verliert seinen Stil trotzdem nicht. Bislang der überragende Film dieses deutschen Kinojahres.
Für mich ganz klar ein Charakterportrait von großer Wucht, ein bisschen erinnernd an Cronenbergs History of Violence.
Und an alle, die sich noch ein Bild machen wollen: Der Trailer ist furchtbar. Ist aber egal, der Film ist es nicht.



Dr. No, 1962

Erstaunlich, wieviel Bond schon im ersten Bond steckt. Erstaunlich, wie stilsicher genreprägende Mittel eingeführt wurden. Sehr angenehm erzählt, trotzdem spannend. Bleibt für mich einer der besten Film dieser Agentenserie.
Und wie schön es ist, wenn man on location und nicht im Studio dreht. Sieht man diesem Film auch wieder an. Toll.



Halloween, 1978

Das ist auch alles extrem stilprägend. Überraschend ist, bei erneuter Ansicht, nachdem ich den Film mit 14 das erste Mal sah, dass der gar nicht sonderlich brutal ist. Slasher? Ja, aber beinahe subtil. Erinnert mich in der bedrohlichen Stimmung an Romeros Night Of The Living Dead, auch weil Myers irgendwie Zombie ist.. unaufhaltsam, unkaputtbar und extrem langsam. Über Inszenierung, Kamera und Musik brauchen wir gar nicht sprechen, für einen Film mit dem Budget ist das der Wahnsinn. Halloween funktioniert auch heute noch, und das ist doch bei all dem Tortureporn irgendwie eine gute Sache.




Sehr schön, Du hast Dich auch zum Führen eines Filmtagebuchs entschlossen! Freut mich schon mal sehr.

Zu den Filmen: "Drive" habe ich nicht gesehen (hatte bisher auch nicht unbedingt die Absicht), bei "Dr. No." kann ich eigentlich allem zustimmen, und bei "Halloween" im Prinzip zumindest auch. Ich muß zwar zugeben, daß ich es nie so besonders mit Carpenter hatte, "Halloween" aber zumindest handwerklich ausgezeichnet finde.
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Carpenter vermochte seinerzeit schon eine seltsame Wirkung auszuüben (das Grauen aus dem Kleinen). Wenn ich aber bedenke, dass das, was sich später in "A Fish Called Wanda" (1988) von jedem Mann mit Fremdsprachen zum Orgasmus treiben liess, Halloween mit kreischendem Herumrennen verbrachte, tun sich Grotten auf, deren Grauen wesentlich kostspieliger gewesen sein dürfte als das beim jungen Carpenter. :D

P.S.: Auch von mir Gratulation zum Filmtagebuch! Ich schaue bekanntlich gerne in das rein, was ihr an Besprechungen zu bieten habt. :)
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Zitat

von jedem Mann mit Fremdsprachen

Nicht von jedem. Dieser Tierfreund wäre gescheitert. Aber von Otto. Meinem absoluten Helden in diesem feinen Film. Und von John Cleese natürlich.

Aber noch mal zu den Grotten. Alter Schwede, ihr seid doch gerade bei Hitchcock. Das ist die Tochter von Janet Leigh. Jener Janet Leigh, die in "Psycho" an einem Brotmesser unter Dusche stirbt, und noch fünfzig Jahre später weiß jeder Grundschüler, wie die Szene geht. Das war die Vorlage des modernen Slasher-Wesens, und "Halloween" ist der Prototyp. Mit der Tochter in der Hauptrolle! Ich aber sage: Das durfte gar niemand anderes spielen. Perfekt nur so.

Und: Man kann so und so kreischen. Jamie Lee Curtis hat die Scream Queen definiert. Ehre wem Ehre gebührt.
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Marylin Burns ist die unangefochtene Scream-Queen. Das Tony-Curtis-Janet-Leigh-Produkt ist nur die Nachklapp-Tussi. :mad:

Hough, ich habe gesprochen.
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Korrekt, ich vergaß. Trotzdem ein schöne Fußnote der Filmgeschichte, das Jamie-Janet-Slasherding.
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Oh ja. :love:
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hoolio21 sagte am 24. Februar 2012, 00:18:

Das ist die Tochter von Janet Leigh. Jener Janet Leigh, die in "Psycho" an einem Brotmesser unter Dusche stirbt, und noch fünfzig Jahre später weiß jeder Grundschüler, wie die Szene geht.

Yup! Sogar Gus Van Sant hats herausgefunden. :D Obwohl ihn Otto geil angemacht und ihm anschliessend einen Fisch ins Maul gesteckt hätte. ;)

@jacklll
Nimms nicht tragisch! So führen wir uns auf, wenn die anderen besoffen sind. :)
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Hoolio trinkt nicht, dass möchte unser einer mal klar stellen. :kramo:
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Der Außenseiter sagte am 24. Februar 2012, 01:23:

Hoolio trinkt nicht, dass möchte unser einer mal klar stellen. :kramo:

Ups! Und ich darf nicht. Soll das heissen, wir führen uns so auf, wenn wir nüchtern sind? :blush: - Das hinterlässt aber einen Eindruck...
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:schlomo: Keine Sorge. Ich nehme alles auf mich.
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Schöne Anekdote mit Janet Leighs Schrei-Vermächtnis! Gefällt mir.
Die nüchtern-betrunkene Konversation danach hat mich immerhin zum Schmunzeln gebracht, also immer weitermachen.


Settembrini,
Drive könnte dir gut gefallen!
Carpenter liegt mir, im Gegensatz zu dir, ziemlich.
Bin großer Fan von Assault on Precinct 13, Dark Star, Escape From New York / L.A., Big Trouble in Little China, They Live und ganz besonders von The Thing. Natürlich gibts da auch ein paar Ausfälle, aber mir gefällt seine außerordentliche Bandweite: Von klassischem Hollywood bis zum absoluten Genre-Kino ist da alles bei.
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Settembrini, auch ich denke, dass Drive ein sehr guter Film ist, und er jemanden wie dir, der le Samourai zu schätzen weiß, durchaus gefallen sollte.
Mit Drive zeigt Nikolas Wending Refn, dass er es schafft, aus einer völlig unbedeutenden Geschichte, aus der in anderen
Händen ein völlig unbedeutender Action-Film geworden wäre,
einen bemerkenswerten Film zu drehen. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass Refn aus einer besseren, nicht so einem Genre-Schema entsprechenden Geschichte, noch einen ungleich besseren Film drehen könnte. Denn auch wenn viele Spuren Drives zu Melville führen, kommt er an Melvilles Meisterschaft aus Genre-Filmen weit mehr als Genre-Filme zu machen doch nicht ganz heran.
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Antoine Doinel sagte am 24. Februar 2012, 13:45:

Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass Refn aus einer besseren, nicht so einem Genre-Schema entsprechenden Geschichte, noch einen ungleich besseren Film drehen könnte.

Ja! Das hab ich auch gedacht. Das Gleiche dachte ich übrigens kürzlich bei Hugo Cabret. Diese beiden Filme wirken wie in ein Schema, ein Muster gepresst und passen eigentlich gar nicht da rein, weil sie viel größer sind als dieses Muster.
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