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jackIIIs Filmtagebuch





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Update im Juli



Cosmopolis, 2012

Ist für mich völlig ungreifbar und out of this world. Lange nicht mehr so beeindruckt gewesen. Bin froh, DeLillos Roman nicht zu kennen und auch nur den völlig irreführenden Teaser gesehen zu haben. Pattinson ist eine Wucht!
Wurde gestern gefragt, worum es denn geht in Cronenbergs Werk. Tja. Keine Ahnung. Theaterhafte Abhandlung über eine durch und durch verkommene Gesellschaft, in der nichts mehr wichtig ist, in der gar nichts zählt. Charakterstudie eines Mannes, der von Geld und Macht vollkommen abgestumpfte vor sich hin existiert? Ich weiß es wirklich nicht. Fand den Film nicht witzig, egal, ob er es manchmal sein wollte oder nicht, eher bedrückend, absurd (ja). Bin schwer beeindruckt. Wird noch sacken müssen.


Hick, 2011

Seltsames Südstaaten-Coming-of-Age-Drama, das nicht viel neues erzählt, das aber immerhin mit schöner Musik unterlegt. War lange Zeit völlig aufgeschmissen, was der Film denn überhaupt sein soll, bis mir ganz am Ende klar wurde, dass alles total ernst sein soll. Bin mir nicht sicher, ob das gelungen ist. Chloe Moretz spielt wirklich hervorragend, ansonsten ist der Film Durchschnittsware.


Jeff, Who Lives At Home, 2011

Wegen Jason Segel geschaut, auch hier: Relativ unausgegorene Mischung von Comedy und Drama, die mir langsam auf den Senkel geht. Ich wünschte, da würde man sich häufiger mal entscheiden. Aber mit Humor ist wohl jede Tragik leichter zu schlucken. Auch ein Phänomen unserer Zeit, beobachte das nun schon seit mehreren Jahren. Ist trotzdem ein nett anzusehender Film, der natürlich gar nicht richtig funktioniert, weil die Figuren völlig überzeichnet und unglaubwürdig sind.


21 Jump Street, 2012

Der Humor bleibt einfach derbe, völlig egal, in welcher aktuellen Hollywood-Komödie man gerade sitzt: Austauschbar ist das alles, wenn auch zumindest ein bisschen witzig: Ob jetzt Hangover, Bridesmaids, Superbad, Knocked Up, Get Him To The Greek, Bad Sitter, Due Date... blablabla - oder eben jetzt 21 Jump Street. Überall die gleichen Witzchen in anderer Form, oft dargeboten von denselben Schauspielern. Hat mich, wie all diese Filme, sowohl amüsiert als auch gelangweilt. Immer in die Fresse, immer peinlich, subtil wie eine Autobahn. Scheint das Publikum zu lieben.


Coffy, 1973

Na also, geht doch. Blaxploitation-Kracher mit allem, was dazugehört. Furchtbare Synchro, übrigens, die dem Ganzen nochmal das gewisse Extra gibt. Man merkt, dass der Film einfach runtergedreht wurde, so schnell wie es geht, Sex und Violence werden aus völlig absurden Gründen immer wieder zum Mittelpunkt der Leinwand.. abgefahren. Will jetzt schnell mehr von der Sorte sehen!




Der Cronenberg klingt dann ja doch recht interessant, den hatte ich bislang gar nicht so sehr auf dem Radar. Vielleicht sollte ich das ja ändern (ich bin aber noch unentschlossen, momentan sehe ich ohnehin kaum Filme...).

Deinen Sätzen zu aktuellen Hollywood-Komödien kann ich nur beipflichten. Insgesamt steckt die Filmkomödie in einer tiefen Krise, oder wenn sie es nicht tut, dann paßt mein Humor nicht mehr in die Zeit - jedenfalls hat es in den letzten Jahren da kaum etwas erwähnenswertes gegeben. Ich bin ja kein bedingsloser Verfechter der "Früher war alles besser"-These, aber bei Filmkomödien geht es mir wirklich so: wo sind sie nur hin, die intelligenten Werke a la Lubitsch, Wilder oder Hawks? Oder so schwarzhumorig-intellektuelle, dabei auch visuell bemerkenswerte Filme wie die Monty-Python-Truppe sie in ihrer besten Zeit gemacht hat?
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Zum Thema heutige Gross-Out-Komödien: Größtenteils :cheers:

Zum Thema "früher <-> heute":

Nun, das hängt mit Veränderungen in der Gesellschaft, Veränderungen in der Bildsprache und Narration des Kinos und Veränderungen der Rezeptionsgewohnheiten zusammen. Lubitsch, Wilder und Hawks haben filmgeschichtlich in einer völlig anderen Epoche Filme gedreht. Die Codes, die sie in ihren Bildern verwenden, wurden z.T. vor 80 oder 90 Jahren herausgebildet. Das wäre ähnlich, als würde man sich in der Malerei zur Zeit des Klassismus fragen, warum niemand so kraftvoll farb-intensiv wie zur Zeit des Manierismus arbeitet. Durch die Wandlungen in den 1950er und 60er Jahren zum modernen Kino hin, wurden Inhalte, die früher codiert waren, explizit in die Bildsprache eingearbeitet oder wurden im Dialog jetzt direkt benannt. Das führt natürlich zu einer gesteigerten Prätentiösität, an deren Ende wir offensichtlich immer noch nicht angekommen sind.
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Naja,
das stimmt natürlich alles. Andere Zeit, anderes Publikum, anderer Humor.
Trotzdem kann man ja zum Beispiel folgendes festhalten:
Ich erkenne einen Lubitsch, wenn ich ihn sehe.
Ich erkenne auf jeden Fall einen Wilder, wenn ich ihn sehe.
Ich erkenne auch Hawks, wenn ich ihn sehe.

Natürlich gibt es so wie heute viele ähnliche Gross-Out-Komödien (schöner Ausdruck) auch viele frühere Screwball-Comedies, die sich ähnlich sind.
Das Ding ist aber, dass ich im Film gar nicht mehr unterscheiden kann, aus welchen Film das jetzt ist. Welcher Darsteller das jetzt war. Ganz zu schweigen davon, welcher Regisseur die Zügel in der Hand hatte. Das ist ein völliger Brei. Und er ist völlig egal. Ich lache zwar trotzdem, finde Superbad zum Beispiel recht witzig. Aber ich werde müde von den immergleichen Penis-, Sex-, Kotz- und Auf-die-Fresse-Witzen, die scheinbar innerhalb dieses Genres beliebig austauschbar sind. Das ist, was mich nervt.

Es gibt Ausnahmen, aber die zweite Gruppe (neben der Jonah-Hill-Seth-Rogen blabla-Gruppe) ist die Gruppe um Ben Stiller, Owen Wilson und Will Ferrell. Ich lache auch hier in jedem Film, aber auch hier ganz klar: Austauschbar. Anchorman ist für sich genommen sehr lustig, man kann aber Szenen einfach bei Step Brothers reinschneiden, ohne dass es auffällt, und Szenen von Dodgeball bei Zoolander... und und und... ich denke ihr wisst, was ich meine.
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@ jackll

Ich verstehe schon was Du meinst und es ist natürlich auch etwas müßig die Großmeister der (klassischen) Filmkomödie mit irgendwelchen Hans-Wurst-Typen von heute zu vergleichen. Die serielle Gleichförmigkeit, die Dich stört, ist so aber schon damals wahrgenommen worden. Nur dann halt mit anderen Darstellern. Hitchcock parodiert dies übrigens in einem Dialog in COCKTAIL FÜR EINE LEICHE. Wir sehen das heute natürlich anders, weil wir nicht mehr im Vermarktungsstream der damaligen, sondern eben der heutigen Zeit stecken.

Andererseits möchte ich Dir auch beipflichten. Ich habe das Gefühl, diese seriellen Prinzipien werden heute noch geschickter und berechnender genutzt. Das ist wohl der ständigen Weiterentwicklung marktstrategischer Untersuchungen und Manipulationsmöglichkeiten geschuldet.
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Ich möchte das Thema nicht totreiten, aber zu dem von Dir genannten Punkt "Andere Zeit, anderes Publikum, anderer Humor" wollte ich noch anmerken, dass es mir in meinen Ausführungen darum ging, dass es damals eben kein anderer Humor war. Der Humor war ein und derselbe. Damals wie heute funktioniert er über das Fallhöhenprinzip, gesellschaftliche Tabus und Konventionen. Seine "künstlerische Codierung" funktionierte anders. Dem seriellen Empfinden tut dies natürlich keinen Abbruch.
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