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In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0





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PATRIOT GAMES (Phillip Noyce/USA 1992)



"I want back in!"

Patriot Games (Die Stunde der Patrioten) ~ USA 1992
Directed By: Phillip Noyce

Jack Ryan (Harrison Ford) hat sich mittlerweile aus der CIA verabschiedet und hält nun Vorträge und Seminare in der Militärausbildung ab. Bei einer Reise nach London wird er zufällig Zeuge, wie der IRA-Terrorist Sean Miller (Sean Bean) auf offener Straße ein Familienmitglied (James Fox) der Windsors kidnappen will. Ryan verhindert den Anschlag und tötet dabei Millers ihn begleitenden, jüngeren Bruder (Karl Hayden). Miller schwört Rache, setzt sich mit einigen Kameraden (u.a. Patrick Bertgin, Polly Walker) vom gemäßigten Teil der IRA ab und startet, nachdem er bei einem Gefangenentransport fliehen kann, einen Privatfeldzug gegen Ryan und seine Familie (Anne Archer, Thora Birch). Der einzige Weg, um den zunehmend irrsinnig handelnden Miller aufzuhalten, führt für Ryan geradewegs zurück zur CIA...

In einer deutlich erdiger angelegten, wenngleich wiederum eindimensional abgespulten Action-Politthriller-Melange überführt der Australier Phillip Noyce Jack Ryan in seine nächste Film-Inkarnation - rund zwanzig Jahre älter aber mit einem nur geflissentlich älteren Töchterchen als im "Vorgängerfilm" beginnt Ryan hier noch nichtmal mehr als etwas unbeholfener Agent, sondern als steifer Bücherwurm, der in Ohnmacht fällt, wenn er im Nahkampf angeschossen wird und dicke Krokodilstränen am Krankenbett seiner Kleinen vergiest. Mann, ist der Mann männmenschlich! Dennoch: Als Miller seinen Liebsten an den Kragen will, greift Ryan zu entschlossener Kompromisslosigkeit. Er hetzt eine ganze Abteilung von CIA-Mitarbeitern gegen Miller und seine terroristische, längst von allen Idealen abgewichene Splittergruppe und wird schließlich via Satellitenübertragung Zeuge, wie die SAS ein libysches Terroristencamp, in dem Ryan seine Gegner vermutet, ausradiert. Hier erreicht "Patriot Games" ein nicht nur bei Ryan Gänsehaut erzeugendes, dem Film ansonsten eigentlich gar nicht zukommendes, kritisches Reflexionsniveau über moderne Kriegsführung und Militärmanagement. "Patriot Games" ist anders als "Red October", aber zumindest auch geflissentlich aufregender: Er versteht es, den Zuschauer emotional deutlich zwingender zu involvieren, macht Ryans persönliche Sache zugleich zu der des Publikums und hält Selbiges damit gut bei der Stange. Der recht brutale Showdown sorgt dann endgültig für eine deutliche Emanzipation dieses Films gegenüber McTiernans: Jack Ryan schlägt zu!

7/10

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