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Short Cuts





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Alien (Ridley Scott) 1979



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Alien (Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt)


Nach "Close Encounters" sollte es sofort in das wohl zur damaligen Zeit schwärzeste Loch der Science Fiction gehen.
Alien steht im krassen Gegensatz zu Spielbergs harmonischen Himmelswesen.

Scott schuf hier in Zusammenarbeit mit H.R. Giger ein wahres Monstrum von einem Science Fiction Film. Vielmehr ein Schocker als einen reinen S/F Film. Zudem etabliert "Alien" das erste wirklich ernstzunehmende Monster im Science Fiction Bereich. Sowie eine Frauenfigur, die es bis dato so, in einem Genre Film, noch nicht gegeben hat.

Aber eins nach dem anderen.....

Das Set-Design innerhalb des Raumschiffes (Nostromo) wirkt so realistisch, abgesehen von den DOS Programmen der Computer, dass der Film auch heute noch, 30 Jahre später, null veraltet aussieht. Immer noch wie grad abgedreht. Die Gänge, die Schächte erinnern eher an das Innenleben eines U-Boots als an ein Raumschiff.
Im Gegensatz zu einigen anderen Vertetern des Genres nimmt Scott hier eine Crew, die aus stinknormalen Astronauten besteht, sprich Arbeitern. Bezeichnend hierfür die Rollen der Mechaniker (Harry Dean Stanton und Yaphet Kotto), die erstmal übers Geld reden wollen, bevor hier irgendwelche Hilfsaktionen vorgenommen werden.

Dieses Realismus Konzept geht soweit, dass es keine Identifikation zu einem typischen Weltraumhelden gibt. Zuerst wird der Fokus zwar auf den Captain (Tom Skerrit) gelegt doch spätestens als das Wesen an Bord ist, kristallisiert sich dies als Finte und erst wesentlich später wird mit Ripley (Sigourney Weaver) die eigentliche Heldin eingeführt. Dadurch das im Prinzip alle kammerspielartig gleichberechtigt agieren fehlt einem der bestimmte Halt und macht einen als Zuschauer umso angreifbarer.

Das Monster ist hier ein inneres Monster. Es wächst heran als Virus im Menschen, der es dann schlussendlich gebiert. Die aggressive, sexuelle Symbolik des Films tritt dabei nicht erst durch das Wissen um H.R. Gigers Bilderwelten zum Vorschein. Nein, sie springt einen doch regelrecht an.

Das Alien ist ein männlicher Vergewaltiger, der Konzern der es haben will, wird repräsentiert durch einen Boardcomputer der "Mutter" heißt, der Android Ash (Ian Holm) handelt im Auftrag des Konzerns als ebenso männlicher Aggressor indem er versucht Ripley mit einer zusammengerollten Zeitschrift zu ersticken, die so wirkt als würde er ihr einen Penis in den Mund schieben.

Sei noch gesagt, dass "Alien" einfach fabelhaft fotografiert ist. Der kühle und dokumentarische Look, sowie die Lichtgestaltung zeugen von einem besessenen Perfektionismus. Zudem kommt noch die Tongestaltung. Der "Goldsmith" Score vereint sich immer wieder mit den Geräuschen des Films bzw. den Geräuschen des Schiffes, dem Atmen der Crew oder einem dröhnenden Pulsschlag, der bis ins Unterbewusstsein geht.

Scott´s "Alien" ist und bleibt eine der dichtesten Erfahrungen im modernen Spannungskino der 70er Jahre.

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Guter Text zu einem meiner unangefochtenen Lieblingsfilme. Daß ich "Alien" so großartig finde, hat natürlich mehrere Gründe:
- zum einen das schleimige Monster, ein Schreckensgeschöpf, wie nur wenige auf die Kinozuschauer losgelassen wurden, und das zwar immer nur sehr kurz zu sehen ist, sich dafür aber um so mehr ins Gedächtnis einprägt
- die sonstige Ausstattung (hast Du ja auch herausgestrichen), die zur Atmosphäre beiträgt
- die raffinierte Schock-Dramaturgie. Ähnlich wie in PSYCHO ist die drastischste Szene ungefähr in der Mitte des Films platziert, danach reichen schon zurückhaltere Szenen, um (auch durch die Erinnerung) für neuerliche Schocks zu sorgen
- die dystopischen Qualitäten des Films: die Mannschaft der "Nostromo" ist bestenfalls eine Zweckgemeinschaft, und hinter allem steht der finstere Konzern, der noch schrecklicher erscheint als das Alien: und dieser Konzern hat dann auch den vielleicht furchterregendsten aller Filmroboter (Trotz der "Terminator"-Filme) an Bord untergebracht
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