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In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0





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WILLARD (Daniel Mann/USA 1971)



"You made me hate myself!"

Willard ~ USA 1971
Directed By: Daniel Mann

In Willard Stiles (Bruce Davison), einem introvertierten jungen Mann, schlummert die Aggression. Seine Mutter (Elsa Lanchester) belästigt ihn permanent mit irgendwelchen Reparaturwünschen und deren Freunde und Freundinnen sind ausnahmslos unangenehme Speichellecker. Derweil leitet der fiese Emporkömmling Mr. Martin (Ernest Borgnine) ausgerechnet die Firma, die einst Willards Vater gehörte und in der Willard nurmehr als Martins kleiner Laufburche arbeiten darf. Eines Tages soll Willard die Ratten im Garten ausmerzen, bringt dies jedoch nicht übers Herz und freundet sich stattdessen mit ihnen an. Besonders zwei von ihnen, eine sehr zutrauliche, weiße Ratte, die Willard "Sokrates" tauft und eine graue, verschlagene, die er "Ben" nennt, haben es ihm angetan. Willard beginnt sie zu dressieren und als ständige Begleiter überall mit hin zu tragen. Als Willards Mutter stirbt, Martin immer unverschämter wird und schließlich sogar den armen Soktrates tötet, sind die letzten Bande gebrochen: Willard benutzt die mittlerweile riesige Rattenschar als Racheinstrument. Doch Ben hegt längst eigene Pläne...

Ein schöner, mit sanfer Ironie operierender New-Hollywood-Tierhorrorfilm, der sich in ein ähnliches Szenario begibt wie "Harold And Maude": Verblassender Kleinstadtadel, ein einen psychisch ungesunden Jungen heranzüchtendes Matriarchat, Einsamkeit, Protest, Rückschlag. Was in Ashbys Film allerdings schließlich als inner struggle auf internalisierter Ebene gelöst werden kann, führt in "Willard" zur Katstrophe. Willards einzige Freunde, die sich natürlich unkontrolliert fortpflanzende und somit rasend schnell anwachsende Rattenschar, entwickeln bald ein unkontrollierbares Intelligenzpotenzial, das ihr Boss Ben, ein hyperintelligenter Vertreter seiner Spezies, vortrefflich zu nutzen weiß. Als der weiße weise Mastermind und Regulator Sokrates ausfällt, heißt es dann irgendwann endgültig Deus-ex animalis und die von Willard im Keller gehaltenen und zu seinen Zwecken benutzten Tiere wenden sich, bevor er ihnen nach erfolgtem Rachefeldzug den Garaus machen kann, gegen ihren vermeintlichen Herrn und Meister.
Durchzogen von einer sanft-melancholischen Note ist "Willard" damit noch ein unspektakulärer Vertreter seiner Subgattung, die ja im sich anschließenden Jahrzehnt bisweilen regelrecht megalomanische, exploitative Züge annehmen sollte.

7/10

Daniel Mann Ratten Rache Satire Tierhorror



Filmtagebuch von...

Funxton

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