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In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0





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BLACK WIDOW (Bob Rafelson/USA 1987)



"The truth is, it's not over yet."

Black Widow (Die schwarze Witwe) ~ USA 1987
Directed By: Bob Rafelson

Die privat etwas unstete Justizbeamte Alex Barnes (Debra Winger) wird eher zufällig auf eine männermordende Serienmörderin (Theresa Russell) aufmerksam, die ihre wohlsituierten Ehegatten jeweils in eigener Abwesenheit zu vergiften und sich hernach mit deren beträchtlicher Erbschaft aus dem Staube zu machen pflegt. Alex verfolgt die Unbekannte, deren letztes Opfer, ein steinreicher Museumskurator, in Kalifornien wohnhaft war, von dort bis nach Hawaii. Dort hat sich Christine Peterson, wie sich die eiskalte Dame nun nennt, bereits den Multimillionär Paul Nuytten (Sami Frey) als nächsten Witwenmacher auserkoren. Zwischen den zwei charakterstarken Frauen beginnt ein tödliches Spiel um falsche Freundschaft, zumal beide sich etwas vorspielen, derweil jedoch um die wahre Identität der jeweils anderen genau Bescheid wissen.

In den Achtzigern war es mal Mode, Qualitätskrimis auszustoßen, in deren Fertigung nicht selten auch ehemalige Schlüsselfiguren New Hollywoods involviert waren. Bob Rafelson, just eine derselben, legte nach der Cain-Adaption "The Postman Always Rings Twice", als neo noir und vor dem Hintegrund der Deptressionsära spielend noch ein relativ typischer Nachzieher der kreativen Bewegung, zunächst eine sechsjährige Pause ein, wohl infolge der relativ verhaltenen Rezeption seiner Neuverfilmung, für die man sich ohnehin lediglich wegen der Sexszenen zwischen Nicholson und Lange zu interessieren schien. Nach jener zwischenzeitlichen Sinnsuche tat Rafelson das, was die meisten fähigen, häufig jedoch kreativ zerfaserten Hollywood-Regisseure dieser Jahre zu tun beliebten und inszenierte einen sauberen, aber unspektakulären Thriller als Studio-Auftragsarbeit. Ungewöhnlich mutet hieran allerhöchstens an, dass das Duell zwischen Polizist und Kriminellem von zwei Frauen bekleidet wird, die mit den altklischierten, weiblichen Waffen gegeneinander antreten, sprich: Sex und Durchtriebenheit. Am Ende entscheidet die mit dem schärferen (und natürlich gesünderen) Verstand die wechselseitige Jagd für sich, derweil die andere nicht etwa spektakulär abserviert, sondern ganz ordinär den Händen der Justiz übergeben wird. Dabei zuzuschauen ist ein guter Zeitvertreib, dessen Qualität neben Rafelsons Abgewichstheit auch seiner wohlfeil durchdachten Besetzung mit vielen stets gern gesehenen Gesichtern (James Hong als nervöser Fixer-Detektiv - mein Highlight) zuzuschreiben ist.

7/10

Bob Rafelson Serienmord Jagd Hawaii San Francisco Duell femme fatale



Filmtagebuch von...

Funxton

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