Zum Inhalt wechseln


In meinem Herzen haben viele Filme Platz 2.0





Foto

MYSTERY TRAIN (Jim Jarmusch/USA, J 1989)



"Don't call me Elvis!"

Mystery Train ~ USA/J 1989
Directed By: Jim Jarmusch

Drei sich in einer Nacht abspielende Episoden ranken sich um das Arcade Hotel in Memphis, Tennessee: Das aus Yokohama stammende Teenage-Rockabilly-Pärchen Jun (Masatoshi Nagase) und Mitsuko (Youki Kudoh) tourt durch die Staaten, um sich die Lebens- und Wirkungsstätten der großen Rock'n'Roll-Musiker anzusehen. Dazu gehören natürlich auch Graceland und das Sun Studio, sowie eine Nacht im Arcade mitsamt dem elften Beischlaf der beiden.
Die frisch verwitwete Luisa (Nicoletta Braschi) will ihren toten Gatten in die alte Heimat zurückeskortieren und verbringt die Nacht zuvor im Arcade. Dabei begegnen ihr die just von ihrem Freund Johnny (Joe Strummer) getrennte Dee-Dee (Elizabeth Bracco) und der Geist von Elvis (Stephen Jones).
Der verlassene Johnny hat nicht nur seine Freundin, sondern auch seinen Job eingebüßt und säuft sich bis obenhin zu. Zusammen mit seinem Kumpel Will (Rick Aviles) und Dee-Dees Bruder Charlie (Steve Buscemi) landet er nach einer nächtlichen Fluchtfahrt durch Memphis infolge der Verwundung eines rassistischen Schnapsverkäufers (Rockets Redglare) im Arcade, das Wills Schwager (Screamin' Jay Hawkins) leitet.

Ein Schuss und Elvis' "Blue Moon"-Version verbinden die drei Episoden um ein paar Menschen in der Krise, die in Memphis ohnehin keine Möglichkeit haben, dem King nicht zu begegnen, selbst zwölf Jahre nach dessen Tod. Jarmusch verabreicht in diesem seinem ersten Episodenfilm ein prächtiges Kaleidoskop angeknackster und/oder fertiger Charaktere, die sich in einer allnächtlichen Nacht in Memphis örtlich näher kommen als sie ahnen und dabei doch meilenweit voneinander entfernt sind. Besonders die kurzen Einstellungen mit Screamin' Jay Hawkins und Cinqué Lee sind dabei von gewinnender Lakonie beseelt; ansonsten ist "Mystery Train", der glücklicherweise nicht den eigentlich viel offensichtlicheren Titel "Heartbreak Hotel" verabreicht bekam, ein Jarmusch-Standard par excellence. Lange Einstellungen, ausnahmsweise nicht von Robby Müller, poetischer Allerweltsdialog, dünne Komik. Und der große Joe Strummer ist an Bord.

9/10

Jim Jarmusch Tennessee Elvis Presley Alkohol Hotel Independent Ensemblefilm




Trackbacks auf diesen Eintrag [ Trackback URL ]

Keine Trackbacks auf diesen Eintrag

Filmtagebuch von...

Funxton

    Avanti, Popolo

  • Supermoderator
  • PIPPIPPIPPIPPIPPIPPIPPIPPIP
  • 8.080 Beiträge

Neuste Kommentare