"Well, all Indians are superstitious."
The Deerslayer (Lederstrumpf: Der Wildtöter) ~ USA 1957
Directed By: Kurt Neumann
Zu Zeiten des Englisch-französischen Krieges gerät auch der Kampf der Siedler gegen die Ostküsten-Stämme der nordamerikanischen Indianer zu einem erbitterten Nebenschauplatz: Die Huronen, Delawaren, Mohikaner, Irokesen und Mingos gehen erbarmungslos gegen die weiße Landnahme vor, was dazu führt, dass die Skalpjägerei auf der Seite der Weißen zu einem gesetlich legitimierten, einträglichen Geschäft wird. Inmitten dieser Scharmützel treffen die Blutsbrüder Wildtöter (Lex Barker) und der Mohikanerhäuptling Chingachcook (Carlos Rivas) auf den fanatischen alten Skalpjäger Hutter (Jay C. Flippen), seine beiden Töchter Hetty (Rita Moreno) und Judith (Cathy O'Donnell), sowie seinen Geschäftspartner Harry March (Forrest Tucker). Die Mingos sind hinter Hutters Skalps her und Wildtöter und Chingachcook beschützen ihn nach Kräften vor den grausamen Indianern, wenngleich sie mit seiner Vorgehensweise alles andere als einverstanden sind.
Ausnahmsweise ein reiner Erfahrungsbericht: Die jüngst auf DVD erschienene, mir vorliegende Fassung von "The Deerslayer" zu beurteilen, erweist sich als praktisch unmöglich, da sie keinesfalls den von Neumann inszenierten Integralschnitt beinhaltet, sondern eine im Deutschland der Sechziger ummontierte "Spezialversion". Diese entstand, um Lex Barker, der als Natty Bumpoo im Grunde nichts anderes als eine Vorstudie zu seinem Old Shatterhand gibt, vor dem Hintergrund der May-Filme von Rialto und CCC eine zusätzliche Erfolgsplattform im deutschen Kino zu verschaffen. 1965 wurde der Film, erleichtert um einige Skalpier-Sequenzen und stattdessen "angereichert" mit einigen im Grunde völlig unpassenden Actionszenen aus Ernst Hofbauers "Die schwarzen Adler von Santa Fé", von den Münchenern neu synchronisiert (u.a. mit Barkers jetzigem Stammsprecher G.G. Hoffmann) und mit typischer "Euro-Musik" von Gert Wilden ausgestattet, wiederaufgeführt, um die wachsende Zahl May-Fans in die Kinos zu holen. Aus diesem Umstand heraus erfolgt wohl auch die Nennung des mysteriösen Zweitregisseurs "Clinf Reinard", dessen reale Existenz ich für fraglich halte. Erwartungsgemäß ist infolge all dieser Modifikationen vom Original wenig übrig geblieben und wenngleich die Ummontierung durchaus sorgfältig gelungen ist, so bleibt sie doch eine künstlerisch überaus fragwürdige Angelegenheit, die retrospektiv bestenfalls eine sekundäre Vergleichsfunktion erfüllen kann. Natürlich ist es rein basal betrachtet nicht nur völliger Blödsinn, sondern darüber hinaus eine handfeste Unverschämtheit, die von Cooper vor dem historischen Hintergrund des Siebenjährigen Krieges angesiedelten "Lederstrumpf"-Geschichten um handelsübliche Wildwest-Sequenzen mit Planwagen und Militärforts zu ergänzen, die sich, laut Off-Erzähler-Weissagung, zudem im Osten des Landes befinden sollen, dabei jedoch ganz offensichtlich den Westen darstellen, und dem gutwilligen Zuschauer somit eine blamable Halbbildung zu unterstellen. Ebendiese Version, die wie erwähnt kaum mehr als ein nationales, filmhistorisches Kuriosum markiert, befindet sich jedoch, in immerhin schöner Qualität, als einzige auf der DVD. Von Neumanns ursprünglicher Fassung ist weit und breit nichts zu sehen und die Anschaffung des Silberlings damit höchstens für Komplettisten zuzuraten. Bleibt zu hoffen, dass uns irgendwann auch die Integralversion mit originaler Synchro zugänglich gemacht werden kann.
period piece Kurt Neumann Lederstrumpf J.F. Cooper French-/Indian War Siebenjähriger Krieg
The Deerslayer (Lederstrumpf: Der Wildtöter) ~ USA 1957
Directed By: Kurt Neumann
Zu Zeiten des Englisch-französischen Krieges gerät auch der Kampf der Siedler gegen die Ostküsten-Stämme der nordamerikanischen Indianer zu einem erbitterten Nebenschauplatz: Die Huronen, Delawaren, Mohikaner, Irokesen und Mingos gehen erbarmungslos gegen die weiße Landnahme vor, was dazu führt, dass die Skalpjägerei auf der Seite der Weißen zu einem gesetlich legitimierten, einträglichen Geschäft wird. Inmitten dieser Scharmützel treffen die Blutsbrüder Wildtöter (Lex Barker) und der Mohikanerhäuptling Chingachcook (Carlos Rivas) auf den fanatischen alten Skalpjäger Hutter (Jay C. Flippen), seine beiden Töchter Hetty (Rita Moreno) und Judith (Cathy O'Donnell), sowie seinen Geschäftspartner Harry March (Forrest Tucker). Die Mingos sind hinter Hutters Skalps her und Wildtöter und Chingachcook beschützen ihn nach Kräften vor den grausamen Indianern, wenngleich sie mit seiner Vorgehensweise alles andere als einverstanden sind.
Ausnahmsweise ein reiner Erfahrungsbericht: Die jüngst auf DVD erschienene, mir vorliegende Fassung von "The Deerslayer" zu beurteilen, erweist sich als praktisch unmöglich, da sie keinesfalls den von Neumann inszenierten Integralschnitt beinhaltet, sondern eine im Deutschland der Sechziger ummontierte "Spezialversion". Diese entstand, um Lex Barker, der als Natty Bumpoo im Grunde nichts anderes als eine Vorstudie zu seinem Old Shatterhand gibt, vor dem Hintergrund der May-Filme von Rialto und CCC eine zusätzliche Erfolgsplattform im deutschen Kino zu verschaffen. 1965 wurde der Film, erleichtert um einige Skalpier-Sequenzen und stattdessen "angereichert" mit einigen im Grunde völlig unpassenden Actionszenen aus Ernst Hofbauers "Die schwarzen Adler von Santa Fé", von den Münchenern neu synchronisiert (u.a. mit Barkers jetzigem Stammsprecher G.G. Hoffmann) und mit typischer "Euro-Musik" von Gert Wilden ausgestattet, wiederaufgeführt, um die wachsende Zahl May-Fans in die Kinos zu holen. Aus diesem Umstand heraus erfolgt wohl auch die Nennung des mysteriösen Zweitregisseurs "Clinf Reinard", dessen reale Existenz ich für fraglich halte. Erwartungsgemäß ist infolge all dieser Modifikationen vom Original wenig übrig geblieben und wenngleich die Ummontierung durchaus sorgfältig gelungen ist, so bleibt sie doch eine künstlerisch überaus fragwürdige Angelegenheit, die retrospektiv bestenfalls eine sekundäre Vergleichsfunktion erfüllen kann. Natürlich ist es rein basal betrachtet nicht nur völliger Blödsinn, sondern darüber hinaus eine handfeste Unverschämtheit, die von Cooper vor dem historischen Hintergrund des Siebenjährigen Krieges angesiedelten "Lederstrumpf"-Geschichten um handelsübliche Wildwest-Sequenzen mit Planwagen und Militärforts zu ergänzen, die sich, laut Off-Erzähler-Weissagung, zudem im Osten des Landes befinden sollen, dabei jedoch ganz offensichtlich den Westen darstellen, und dem gutwilligen Zuschauer somit eine blamable Halbbildung zu unterstellen. Ebendiese Version, die wie erwähnt kaum mehr als ein nationales, filmhistorisches Kuriosum markiert, befindet sich jedoch, in immerhin schöner Qualität, als einzige auf der DVD. Von Neumanns ursprünglicher Fassung ist weit und breit nichts zu sehen und die Anschaffung des Silberlings damit höchstens für Komplettisten zuzuraten. Bleibt zu hoffen, dass uns irgendwann auch die Integralversion mit originaler Synchro zugänglich gemacht werden kann.
period piece Kurt Neumann Lederstrumpf J.F. Cooper French-/Indian War Siebenjähriger Krieg














