Zitat entfällt.
Queimada ~ I/F 1969
Directed By: Gillo Pontecorvo
Der britische Marineoffizier Walker (Marlon Brando) wird in den 1840ern auf die Antilleninsel Queimada geschickt, eine portugiesische Ansiedlung, die vom Zuckerrohranbau lebt. Walker hat den Auftrag, als agent provocateur die schwarzen Sklaven zu einem Aufstand zu führen, der dann mittelfristig zur politischen Autonomie und schließlich zu einer wirtschaftlichen Übernahme durch die britische Zuckerrohrgesellschaft führen soll. Seinen Mann findet Walker in dem wütenden, jungen Sklaven José Dolores (Evaristo Márquez), der tatsächlich bald die Revolution losschlägt, sich am Ende jedoch seiner Unerfahrenheit in politischen Dingen beugen muss. Zehn Jahre später, Walker steht nicht mehr im Dienst der Admiralität, wird er erneut nach Queimada abberufen. Dolores hat einen Guerillakrieg gegen die Zuckerrohrbosse vom Zaun gebrochen, den Walker entscheiden soll. Er trifft auf einen völlig veränderten Dolores, der jede Offerte ablehnt.
Erneut erzählt Ponecorvo, untermalt von heroisch-schmissigen, fast sakralen Revolutionsrhythmen von Ennio Morricone, von politischer Instabilität und vom immerwährenden Freiheitskampf der Unterdrückten gegen ihre imperialistischen Knechte. Marlon Brando, mit dem Pontecorvo ausnahmsweise einen Weltstar bei sich auftreten lässt, liefert ein faszinierendes Porträt des sich autodekonstruierenden Antihelden, der mit zunehmendem Alter an seiner Mission zu zweifeln beginnt und erst kurz vor seinem Ende ein einziges Mal eine Entscheidung um seiner selbst Willen trifft. Doch da ist es längst zu spät, für Dolores, für die Sklaven und auch für ihn selbst.
"Queimada" bedeutet "verbrannt", denn die titel- und handlungstragende Insel ist längst verbrannte Erde. José Dolores ist nicht der erste Rebell, dessen Aufstand hier sein lichterloh entflammtes Ende findet und er wird möglicherweise auch nicht der letzte sein. Der Weltspion Walker weiß, wie man diesen aufmüpfigen Inselpatron auszuschalten hat: Kurzerhand lässt er die Zuckerrohrfelder anzünden, so dass Dolores' Männer, die sich darin versteckt halten, gezwungen sind, sich zu zeigen um dann von den Soldaten seelenruhig abgeknallt werden zu können. Auf die Anmerkung des Company-Abgesandten, dass diese Kriegstaktik aber höchst unökonomisch sei, entgegnet Walker: "Manchmal muss erst alles niedergebrannt werden, damit etwas Neues daraus erstehen kann." Dass er selbst im weitesten Sinne zu jenen überkommenen Traditionen gehört, wird ihm erst viel zu spät bewusst.
9/10
Sklaverei period piece Historie Karibik Revolution Kolonialismus Gillo Pontecorvo
Queimada ~ I/F 1969
Directed By: Gillo Pontecorvo
Der britische Marineoffizier Walker (Marlon Brando) wird in den 1840ern auf die Antilleninsel Queimada geschickt, eine portugiesische Ansiedlung, die vom Zuckerrohranbau lebt. Walker hat den Auftrag, als agent provocateur die schwarzen Sklaven zu einem Aufstand zu führen, der dann mittelfristig zur politischen Autonomie und schließlich zu einer wirtschaftlichen Übernahme durch die britische Zuckerrohrgesellschaft führen soll. Seinen Mann findet Walker in dem wütenden, jungen Sklaven José Dolores (Evaristo Márquez), der tatsächlich bald die Revolution losschlägt, sich am Ende jedoch seiner Unerfahrenheit in politischen Dingen beugen muss. Zehn Jahre später, Walker steht nicht mehr im Dienst der Admiralität, wird er erneut nach Queimada abberufen. Dolores hat einen Guerillakrieg gegen die Zuckerrohrbosse vom Zaun gebrochen, den Walker entscheiden soll. Er trifft auf einen völlig veränderten Dolores, der jede Offerte ablehnt.
Erneut erzählt Ponecorvo, untermalt von heroisch-schmissigen, fast sakralen Revolutionsrhythmen von Ennio Morricone, von politischer Instabilität und vom immerwährenden Freiheitskampf der Unterdrückten gegen ihre imperialistischen Knechte. Marlon Brando, mit dem Pontecorvo ausnahmsweise einen Weltstar bei sich auftreten lässt, liefert ein faszinierendes Porträt des sich autodekonstruierenden Antihelden, der mit zunehmendem Alter an seiner Mission zu zweifeln beginnt und erst kurz vor seinem Ende ein einziges Mal eine Entscheidung um seiner selbst Willen trifft. Doch da ist es längst zu spät, für Dolores, für die Sklaven und auch für ihn selbst.
"Queimada" bedeutet "verbrannt", denn die titel- und handlungstragende Insel ist längst verbrannte Erde. José Dolores ist nicht der erste Rebell, dessen Aufstand hier sein lichterloh entflammtes Ende findet und er wird möglicherweise auch nicht der letzte sein. Der Weltspion Walker weiß, wie man diesen aufmüpfigen Inselpatron auszuschalten hat: Kurzerhand lässt er die Zuckerrohrfelder anzünden, so dass Dolores' Männer, die sich darin versteckt halten, gezwungen sind, sich zu zeigen um dann von den Soldaten seelenruhig abgeknallt werden zu können. Auf die Anmerkung des Company-Abgesandten, dass diese Kriegstaktik aber höchst unökonomisch sei, entgegnet Walker: "Manchmal muss erst alles niedergebrannt werden, damit etwas Neues daraus erstehen kann." Dass er selbst im weitesten Sinne zu jenen überkommenen Traditionen gehört, wird ihm erst viel zu spät bewusst.
9/10
Sklaverei period piece Historie Karibik Revolution Kolonialismus Gillo Pontecorvo














