Zum Inhalt wechseln


FakeShemp's Blog

Buchstaben, Wörter und Sätze. Sogar Satzzeichen!




Foto

Eaten Alive, USA 1977



Tobe Hooper hatte ja gewissermaßen zwei Leben. Eines als Terror-Maestro der Siebziger und eines als Scherge Hollywoods, das mit seinem Namen so manchen Hirnrotz immerhin etwas besser verkauft haben dürfte, als womöglich ohne diesen nichtssagenden "Qualitätsstempel". „Eaten Alive“ ist allerdings sein zweiter Film, direkt nach dem sagenumwobenen König aller Terror-Movies „The Texas Chainsaw Massacre“, also noch frei von der herausgesägten Leber weg inszeniert quasi, obschon ihn vom großen Meisterwerk nicht wenig unterscheidet. Zum einen handelt es sich nun wirklich um Garagen-Horror im besten Sinne des Wortes. Die Story besteht hauptsächlich aus einem heruntergekommenen Motel, einem Tümpel mit einem Krokodil, dem Besitzer und irgendwelchen Gästen. Der Film schickt sich handlungstechnisch an vornehmlich zu zeigen, wie sein handelsüblicher Bekloppter hölzernen Beines voranschreitet, hereinschneiende Gäste, oftmals nicht minder derangiert, umbringt und dann dem ebenso hölzernen Krokodil zum Fraße vorwirft. Mehr ist es eigentlich nicht. Und doch ist es irgendwie nicht mal so wenig, was diese Horrorposse auf den zweiten Blick feilzubieten hat. Zum einen habe ich mich spontan in den schäbigen, aber nicht lieblosen Look dieses sehr billigen Streifens verguckt. Farbgestaltung und schöner „Evil Dead“-Gedächtnis-Qualm sorgen für Wohlbefinden, wo man hinschaut. Der Hauptdarsteller ist ein typischer Kaputter vom Schlage eines “hooperschen“ Sympathiebolzens, den man wie Chop Top aus „TCM 2“ sofort ins Herz schließt. Die Atmosphäre wird eher von abseitigem Humor und ständigem Country-Gedudel getragen, was zum Schrägen irgendwie auch etwas Warmherziges beisteuert, zwischen den abartigen Höhepunkten, die aber diesmal, ob der nicht so ernsten Linie, eher harmlos anmuten. So wird an einer Stelle sogar ein wenig Mitgefühl mit dem Kroko-Liebhaber erzeugt, der, neben Menschen zu meucheln und zu verfüttern, wohl auch ganz gerne mal einen wegstecken würde. Na ja…, wie bereits angedeutet ist der Film meilenweit davon entfernt, ein zweiter „TCM“ zu sein, wenngleich er noch als Schwippschwager vierten Grades durchgeht. Mir hat er ausgesprochen gut gefallen. Wie ein Besuch in einem absolut heruntergewirtschafteten Spuk-Etablissement auf der allerletzten Kirmes im tiefsten amerikanischen Busch. So fertig, dass man sich zwar nicht mehr so sehr vor den eigentlichen Installationen fürchtet, aber vor dem Speiseplan der Betreiber, für den sie unter Umständen sorgen. Und irgendwie kommt einem bei ihrem Anblick dann doch das Grausen, wenn man das alles mit einbezieht…

Tobe Hooper Alligator The Texas Chainsaw Massacre Horror Farce



Neuste Kommentare

Kategorien