Ich bin nun etwas ratlos, weil ich die Ursache für das intensive Filmerlebnis gerade eben eigentlich nicht recht fassen kann. Die Stimmung in „Aguirre“ ist nicht von dieser Welt. Bilder, Musik, Kinski und der sehr eigenwillige Stil Herzogs, der es wie so oft schafft, ein Laienensemble (bis auf Klausewitz) in Kombination mit zum Teil abstrusen Einfällen - seien es Dialoge oder sonst was - in Einklang mit der Atmosphäre zu dieser unverwechselbaren Intensität zu verschmelzen…, bilden ein höheres Ganzes, das reine Poesie heraufbeschwört. Deswegen ist es wahrscheinlich oft so schwierig für Frischlinge in Sachen Herzog, weil man als solche geneigt ist, zu sehr auf Einzelheiten zu achten, die für sich allein gesehen nicht selten seltsam bis unverständlich oder gar dilettantisch anmuten, was mehrere Gründe haben dürfte. Zum einen die wohl extrem schwierigen Bedingungen unter denen Herzogs Filme damals entstanden sind, was nicht nur an Kinski gelegen haben dürfte. Dann ist Herzogs Fokus sicher nicht der eines handelsüblichen Filmemachers. Irgendwo denke ich, dass er in erster Linie intuitiv angetrieben wird. Herzog kommt mir wirklich manchmal vor wie ein überschäumendes Kind. Und dann muss er auch noch ein Genie sein und ein Bekloppter dazu! Erst wenn man mit etwas Erfahrung und Abstand zu den sonst üblichen Sehgewohnheiten an seine Filme herangeht, beginnt man wohl emotional zu begreifen und dann sieht man weniger einen Film, als vielmehr eine Art Gemälde oder in Bildern ausgedrückte Musik, bzw. Poesie eben, oder was weiß ich…!
"Aguirre" ist jedenfalls ein Wahnsinnsfilm.
Herzog Aguirre der Zorn Gottes Kinski
Herzog Aguirre der Zorn Gottes Kinski













