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FakeShemp's Blog

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28.12.03 – Der 13te Krieger, USA 1999



Zwiespältiges Vergnügen. Die zugrunde liegende Geschichte gefällt mir sehr gut und die Inszenierung, vor allem die der Kämpfe, ist recht schön und derb. Der Film vermag zu unterhalten, nur schafft er es nicht wirklich zu überzeugen, wobei die Zutaten fast alle stimmen. Gleich zu Beginn gibt es da ein paar unnötige Dämpfer, die den Sehgenuss arg schmälern können, wenn man nicht sonderlich wohl gesonnen ist. Zum einen ist da Ahmed Ibn Fahdlan Ibn Al Abbas Ibn Rashid Ibn Hamads ( :doof: ) Lernprozess, was die Sprache der Nordmänner anbelangt. Da ich das Buch damals vor dem Kinostart gelesen hatte, wusste ich natürlich, wie das im Film gemeint ist. Und dennoch fand ich es irgendwie misslungen. Jemand, der das Buch nicht kennt, kommt womöglich auf die Schnapsidee, dass der geniale Ibn die fremde Sprache an einem einzigen Abend am Lagerfeuer lernt. Dem ist natürlich nicht so. Er lernt deren Sprache im Zuge ihrer (wenn ich mich recht entsinne) monatelangen Reise zum Ort ihrer Bestimmung. Im Film wird dieses Verstreichen der Zeit lediglich durch den Einsatz von Regen ausgedrückt. Aber das wirkt noch lange nicht so, als ob man vielen Lagerfeuern beiwohnt, über Wochen und Monate hinweg…, sondern lediglich so, als ob es in der vermeintlich einen Nacht etwas später halt zu Regnen beginnt. Den zeitlichen Aspekt hätte man wirklich ein wenig deutlicher unterstreichen können. Die Idee als solche finde ich aber gut. Dann ist da diese saublöde CGI-Schiffspassage, wenn unsere “Blondmänner“ und der Araber auf stürmischer See sind. Das sieht echt Scheiße aus! Nicht nur, weil es schlecht gemacht ist, es schleppt auch so einen “technologischen“ Beigeschmack ein in einen Film, der sich eigentlich rundum rustikal anfühlen sollte. Beim „Herrn der Ringe“ ist das etwas anderes, weil das ist Fantasy. Doch „Der 13te Krieger“ hat einen realen Hintergrund und da stört mich so etwas einfach. Aber Schwamm drüber, sind ja nur ein paar Sekunden. Letztendlich bekommt man noch einige schöne stimmungsvolle Szenen, als auch blutige Kämpfe serviert, so dass man alles in allem einen ruppigen Filmabend erleben kann. Nur schade, dass hier die Chance zu einem wirklich guten Film leider verschenkt wurde.

Der 13te Krieger



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