Sir Oliver Tressilian hat sich in die reizende Lady Rosamund vom Schloß gegenüber verliebt und will sie ehelichen. Eigentlich müßte er als gute Partie gelten, zumal ihn die Queen gerade zum Söhr gemacht hat. Doch es hadert zwischen seiner und ihrer Familie, Neid und Mißgunst treiben Keile ins adelige Gebälk. Ganz schlimm wird es, als Olivers Halbbruder Lionel den Bruder von Rosamund erschlägt. Der untadelige Oliver hilft dem Gestrauchelten, doch er soll es bereuen: Aus Angst vor Enttarnung läßt Lionel den Bruder von Galgenstricken entführen und an die Mauren verkaufen. Freigemauert wird Oliver von den feindlichen Spaniern, unter denen er fortan eine Karriere als 1a-Galeerensträfling verfolgt. Dem einstmals hehren Oliver wächst ein eiserner Körper, allein die Seele geht verloren. Als er von Muselmanen befreit wird, schließt er sich ihnen an und bekämpft fortan spanische Schiffe, Jollen, Barkassen, um den Ruhm Allahs zu mehren. Doch als er hört, daß Rosamund ausgerechnet den verräterischen Bruder ehelichen will, wird es ihm zu bunt. Er schmiedet satanische Verse...
Der Stummfilm THE SEA HAWK hat mit dem späteren Errol-Flynn-Klassiker HERR DER SIEBEN MEERE (THE SEA HAWK) nichts zu tun, sondern ist die Verfilmung eines Werkes des durch seine Piratenromane bekannt gewordenen Rafael Sabatini. (Der schrieb u.a. auch die Vorlagen zu CAPTAIN BLOOD – der tatsächlich mit Flynn in der Hauptrolle verfilmt wurde – und THE BLACK SWAN.) Der 1924er SEA HAWK gehört neben THE BLACK PIRATE zu den ersten richtig großen „Swashbucklern“ und war ein für seine Entstehungszeit beeindruckend aufwendiger Film. Regisseur Frank Lloyd schuf in jenen Tagen so einige Großproduktionen, und während er sicherlich nicht zu den Filmpionieren der Griffith-Liga gehört, so zeichnen sich seine Filme durch ein Auge für attraktive Details aus. THE SEA HAWK wird trotz seiner 124 Minuten Laufzeit niemals langweilig, liefert im Anfangsteil saftiges – gelegentlich etwas christelndes – Melodram, das im Mittelteil durch die „Bekehrung“ des renegaten Edelmannes interessante Akzente erhält und auch reichlich Piratenaction liefert – Enterhaken ahoi! Es geht um Verrat, Familienzwist, die tragische Entwicklung eines aufrechten Mannes, Herzeleid und Haue, und damit hat man ja eigentlich alles beisammen, was man von solch einem Film erwartet. Einziges Manko ist, daß Hauptdarsteller Milton Sills zwar okay ist, aber natürlich kein kantiger Charismatiker vom Schlage eines Douglas Fairbanks oder eines Errol Flynn. (Vielleicht hätte er sich noch dazu entwickelt, wenn er nicht mit 38 Jahren beim Tennisspielen umgekippt wäre...) Für Fans von Piratenfilmen stellt der Film eine lohnende Anschaffung dar.
P.S.: Einen weitgehend komödiantischen Auftritt als saufender Galgenstrick hat Wallace Beery, dessen ihm extrem ähnlich sehender Neffe Noah später TV-Ruhm einheimsen sollte als Detektiv Rockfords Vater Rocky.
Bearbeitet von Cjamango, 03. Juli 2009, 12:38.

















