Film ist sowie Hammer.
the killer in me is the killer in you
#31
Geschrieben 20. Februar 2004, 22:00
Film ist sowie Hammer.
#32
Geschrieben 20. Februar 2004, 23:14
Dorkheimer sagte am 20.02.2004, 21:55:
Aber das find ich ja das interessante an dem Film: er ist der Hammer, er wirkt unglaublich nach. Aber als klassischer Lieblingsfilm will er nicht funktionieren - und gerade daraum ist er zu verteidigen.
#33
Geschrieben 03. März 2004, 00:33
schade nur, dass ich ihn mir nun bald anschauen werde, denn dann bleiben mir -in der galerie 451- nur noch made in usa und eloge de l'amour
#34
Geschrieben 03. März 2004, 00:45
Ippolit sagte am 03.03.2004, 00:33:
schade nur, dass ich ihn mir nun bald anschauen werde, denn dann bleiben mir -in der galerie 451- nur noch made in usa und eloge de l'amour
und seine Texte lesen (wenn maX sie nicht weggeschnappt hat
Und letztendlich - hat er ein umfangreiches Werk geschaffen (zB die Videoperiode).
EDIT: ... und schön auch, dass meine Jugendsünden noch zu was gut sind
Bearbeitet von Kasi, 03. März 2004, 00:46.
#35
Geschrieben 29. März 2004, 17:02
#36
Geschrieben 29. März 2004, 17:04
El_Kramo sagte am 29.03.2004, 18:02:
Hab ja auch sicher genügend Verwirrung gestiftet und nicht zuviel verraten, denk ich.
#38
Geschrieben 29. März 2004, 17:10
Immo sagte am 29.03.2004, 18:07:
#39
Geschrieben 29. März 2004, 17:19
Zitat
Sehr, sehr schön!
#40
Geschrieben 29. März 2004, 17:34
Kasi sagte am 29.03.2004, 18:10:
Immo sagte am 29.03.2004, 18:07:
#41
Geschrieben 29. März 2004, 18:45
Groucho Marx sagte am 29.03.2004, 18:19:
Zitat
Sehr, sehr schön!
Und @ Immo: Da muss ich tatsächlich die cut-Version gesehen haben
#42
Geschrieben 31. März 2004, 13:39
Zitat
Hier würde mich interessieren, ob sich dies auf die Macher des Werkes, die Zuschauer oder auf beide Gruppen bezieht.
Zu DJANGO:
Ich finde, Du hast den Nihilismus des Filmes schon zu einer träumerischen meta- physischen Erfahrung erklärt. Geht' s da gerade etwas mit mir durch.
Freut mich sehr, dass der Film Dir gefallen hat.
Wenn Du in ähnliche Richtungen mal weiterforschen möchtest empfehle ich:
LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG
KEOMA- DAS LIED DES TODES
MANNAJA- DAS BEIL DES TODES
und noch einige andere Verteter, wie z. B. den von mir in meinem Tagebuch erwähnten Italo- Western.
Ironisierungen dieser Darstellungen betreibt Corbucci selbst dann auch schon wieder im Revolutionswestern:
DIE GEFÜRCHTETEN ZWEI
LASST UNS TÖTEN COMPANEROS
Auch sehr empfehlenswert.
Bestimmt habe ich mich hier jetzt wiederholt und das wurde Dir schon von anderer Seite vorgeschlagen, aber ich wollte meinen Senf auch nochmal dazugeben
"Der Unterschied zwischen dem Kino damals und heute ist, dass man heute die Kackwurst zeigt."
#43
Geschrieben 31. März 2004, 15:08
Der Außenseiter sagte am 31.03.2004, 14:39:
LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG
KEOMA- DAS LIED DES TODES
MANNAJA- DAS BEIL DES TODES
und noch einige andere Verteter, wie z. B. den von mir in meinem Tagebuch erwähnten Italo- Western.
Zitat
DIE GEFÜRCHTETEN ZWEI
LASST UNS TÖTEN COMPANEROS
Auch sehr empfehlenswert.
Von Koch erscheint übrigens bald der Revolutionswestern "Quien Sabe?" (Töte Amigo!)
#44
Geschrieben 31. März 2004, 15:50
Der Außenseiter sagte am 31.03.2004, 14:39:
Zitat
Hier würde mich interessieren, ob sich dies auf die Macher des Werkes, die Zuschauer oder auf beide Gruppen bezieht.
Zitat
Ich finde, Du hast den Nihilismus des Filmes schon zu einer träumerischen meta-physischen Erfahrung erklärt. Geht' s da gerade etwas mit mir durch.
Wenn ich den letzten Satz als Frage an mich verstehe, du wirst sicher richtig liegen mit deiner Vermutung. Schon bei meinem Bonnie and Clyde hab ich mir "Schwärmerei" vorwerfen lassen. Das war ja eine erste Impression, die ich recht schnell hingekliert hab, kurz nach dem Film. Wäre mir sehr lieb, in der Richtung weiterzureden, besonders auch, da ich den Text sowieso gerade überarbeite.
Kann sein, dass ich ihn romantisch verkläre, aber das waren meine ersten Gedanken ...
Ansonsten: Die Lechen plastern ... hab ich ja schon da und ich werde mich dann auch mal informieren ob ich hier an Keaoma rankomme. Nur ist hier noch einiges zu tun, von daher weiß ich nicht, wann die Sichtung ansteht. Die Leichen ... sind jedenfalls ganz oben auf der Liste
(Und Töte Django! - da hab ich glaub ich bei CK einiges interessante drüber gelesen, dass er mich auch schon interessiert hat).
Mir ist dann nur nochmal aufgefallen, dass der Italowestern natürlich auch innerhalb des Gesamtgenres betrachtet ungeheuer interessant ist. Etwa mit Blick auf Peckinpah, 12 Uhr Mittags, Shane, Fuller, Boetticher ... - und was weiß ich, was noch alles ...
Da gibts haufenweise Ansätze, da weiterzudenken - aber das haben sicher schon viele gemacht - ich hab zB mal was von der "Rückbeeinflussung" auf den amerikanischen Western gelesen ...
#45
Geschrieben 31. März 2004, 16:20
Zitat
Da gibts haufenweise Ansätze, da weiterzudenken - aber das haben sicher schon viele gemacht - ich hab zB mal was von der "Rückbeeinflussung" auf den amerikanischen Western gelesen ...
Ja, Italo- und amerikanischer Western befruchten sich gegenseitig. Da ist Keoma dann ein ganz gutes Beispiel, der seinerseits Elemente aus "The Wild Bunch" übernimmt...
#46
Geschrieben 31. März 2004, 18:47
Kasi sagte am 31.03.2004, 15:50:
Diese Rückbeeinflussung geht ja sogar soweit, dass man sich sogar den vorher geschmähten Eastwood nach Hollywood geholt hat mit HÄNGT IHN HÖHER. Bronson übrigens auch.
"Der Unterschied zwischen dem Kino damals und heute ist, dass man heute die Kackwurst zeigt."
#47
Geschrieben 31. März 2004, 19:02
Der Außenseiter sagte am 31.03.2004, 19:47:
Kasi sagte am 31.03.2004, 15:50:
Diese Rückbeeinflussung geht ja sogar soweit, dass man sich sogar den vorher geschmähten Eastwood nach Hollywood geholt hat mit HÄNGT IHN HÖHER. Bronson übrigens auch.
Danke, ist sehr verstänlich
#48
Geschrieben 31. März 2004, 19:43
#49
Geschrieben 31. März 2004, 19:47
Zitat
Man denke auch an den Beginn von SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD, mit den Auftritten von Woody Strode und Jack Elam, die beide eigentlich mit dem US-Western verbunden sind. Woody Strode hat ja auch in KEOMA eine tragende Rolle.
Oder Lee van Cleef, der in einer ganzen Reihe von US-Western auftauchte (darunter auch HIGH NOON), bevor er zu einer Ikone des italienischen Westerns wurde.
#50
Geschrieben 31. März 2004, 19:58
Immo sagte am 31.03.2004, 20:47:
Zitat
Man denke auch an den Beginn von SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD, mit den Auftritten von Woody Strode und Jack Elam, die beide eigentlich mit dem US-Western verbunden sind. Woody Strode hat ja auch in KEOMA eine tragende Rolle.
Oder Lee van Cleef, der in einer ganzen Reihe von US-Western auftauchte (darunter auch HIGH NOON), bevor er zu einer Ikone des italienischen Westerns wurde.
Und das mit Woody Strode hat ja Wenders damals schon angekotzt, das mit ihm der Western abgeknallt wurde, ein Mythos ("beide waren amerikanisch"). Das ist die totale Emphase, die da aus Wim spricht, wenn er die vorgebliche Trennung vollzieht. Das es die nicht gibt, wollte ich oben mit der kurzen Liste andeuten. Es ist ja im Western selber (inhaltlich, mythologisch, historisch) als auch in der Soziologie desselben diese Wort das wohl wichtigste -: Ausseinadersetzung.
Und die Komplimente, die du erwähnst konnten demzufolge mitunter auch Faustschläge sein, das ist klar (auch Amerika-intern ...).
#51
Geschrieben 31. März 2004, 20:31
Einen Zettel an den Sarg geheftet …
Das ist keine wirklich einsame Welt in Sergio Corbuccis „Django“: Sie muss erst dazu gemacht werden. Ja: muss. Das ist der kleinste gemeinsame Nenner, das ist ein Ziel.
Der Film handelt von einem Mann und von einem Paar, beide geschunden in einer Welt, die um sie herum in Blut und Boden geschossen wird. Auch von den beiden. Das mag komisch klingen, wenn jetzt kommt, dass der Mann die eine Hälfte des Paares ist. Na ja, so ist das aber: Die Figurenzeichnung läuft auf einen Cowboy und ein Paar hinaus, denn ersterer hat eine Geschichte und das zweite, das ist die Zukunft. Und es ist schon ganz schön Klasse von diesem Männer-morden-Männer-Western, dass er neben seinen Helden noch das Paar stellt.
Ikonen: Der Film„held“ Django schleift einen Sarg hinter sich her – und keiner weiß, was drin ist. Auf dem Sarg prangt ein Kreuz. Ein Revolverheld ist nichts ohne seine Hände. Ein Ohr kann man abschneiden (und dem Besitzer in den Mund stecken), einen Säbel noch versuchen zu ziehen, nachdem man schon von mehreren Kugeln getroffen wurde. – Das ist schon verwunderlich, wie die Signifikanten hier gesetzt werden und wie seltsam sicher mit ihnen umgegangen wird. Das ist mit ein Anfang des Italo-Westerns (der aber schon auf diesen selber rekurriert: auf Leones Dollar-Filme) und der etabliert schon allein den Grund für ein ganzes Genre.
Der Zuschauer baut mit an diesem Film. Da folgt auf eine wunderschön gerahmte Einstellung eines Blicks durch einen Hausdurchgang das Close-up einer Spagetti-Westernfresse – wie hingeklatscht. Die Montage der Szenen, deren Zusammenstellung überhaupt, ist kaum zu fassen. Da muss sich im Kopf hernach einiges tun, um da noch was zu kitten. Showdown, Prügelei der Huren im Schlamm, Showdown, Showdown, Showdown. (Und es gibt dazwischen nur ab und an ein karges Bild vom Schlamm um durchzuatmen.) Genau das drückt sich dadurch aus: Schlafen kann ich noch genug, wenn ich tot bin.
Die absolute Weltbereinigung. The bad shoot the helpless. Django shoots the bad. Die Reihenfolge dabei ist wichtig, denn Django – gemartert aus einer trostlosen Erinnerung heraus – ist kalt inzwischen, hat ein Ziel und geht mechanisch darauf zu, den Plan und sich selber abarbeitend. Wen er gerade dafür gebrauchen kann, den nimmt er dafür her. Sein Ziel ist das Töten (und selber getötet werden), wer nebenbei da noch sein Leben lässt … das ist nicht seins. Der Tod ist hier einzig der Wechsel der Figur von der Vertikalen in die Horizontale. Eine Bewegung, keine Moral. In amerikanischen Western hätten dessen Helden noch versucht, den Hilflosen beizustehen (und wären meinetwegen dabei romantisch umgekommen). Aber hier wird bald jeder, wenn er nur ins Bild tritt, da gleich wieder (regelrecht) hinausgemäht. Übrig bleibt am Ende nur der Staat und das demolierte Paar Adam & Eva. Die bleiben in diese Welt gezwungen, die ihnen sogar den Tod verwehrt.
Was ist nun in dem Sarg? Dazu gibt’s nichts zu sagen. Da muss der Zuschauer wieder selber ran. Denn im Sarg ist drin, was im Kopf des Zuschauers sich drin befindet. Der McGuffin ist wandelbar. In Etappen vollzieht sich das. – In der Mitte des Films wird der Sarg dann geöffnet, kurz davor schon ist darüber alles klar. Aber dennoch geht die Geschichte weiter und mit dem Sarg dann geht ein Traum nach unten. (Es ist der Traum vom zusammen tot sein dürfen.)
Unfertiges Stückwerk? Nein, man hat mit diesem Film wenigstens etwas zu tun. Und selten genug ist das so. Jetzt noch schnell die Worte Egoismus, Zynismus, Nihilismus in den Text genommen und Schluss. Time to see, goodbye.
28. Mrz. 2004
Django
Italien 1966
Sergio Corbucci, Regie
Kritik?
#52
Geschrieben 01. April 2004, 17:10
Kasi sagte am 31.03.2004, 21:31:
#53
Geschrieben 17. April 2004, 21:09
Kasi sagte am 17.04.2004, 21:59:
Wunderschöner Anfang für einen Endlos-Text. Sollte vielleicht jeder schreiben. Aber wer, andersherum, sollte das alles lesen?
(Klaus Theweleit)
"I was always killing myself, but it was always the bystander who died."
(Dennis Nilsen)
#54
Geschrieben 17. April 2004, 21:25
"Das einzige, was zählt, ist das Ende. Das ist der wichtigste Teil der Geschichte."
http://www.das-geheime-fenster.de
-> Trailer
(Klaus Theweleit)
"I was always killing myself, but it was always the bystander who died."
(Dennis Nilsen)
#55
Geschrieben 17. April 2004, 22:15
#56
Geschrieben 17. April 2004, 22:28
Kasi sagte am 17.04.2004, 23:15:
(Klaus Theweleit)
"I was always killing myself, but it was always the bystander who died."
(Dennis Nilsen)
#57
Geschrieben 19. April 2004, 19:36
Zitat
Schön, hat ein bischen was von Kempowski, dieses fragmentarische. Auch wenn der nicht ganz so abgehackt schreibt...
#58
Geschrieben 19. April 2004, 19:42
Groucho Marx sagte am 19.04.2004, 20:36:
Zitat
Schön, hat ein bischen was von Kempowski, dieses fragmentarische. Auch wenn der nicht ganz so abgehackt schreibt...
#59
Geschrieben 05. Mai 2004, 21:07
#60
Geschrieben 11. Mai 2004, 16:21
maX
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