MAN WITHOUT A STAR (King Vidor/USA 1955)
von Funxton ·
30 März 2011
Kategorie:
Western
Aufrufe: 875
"I didn't make a fool out of you, kid. You have to do that yourself."
Man Without A Star (Mit stahlharter Faust) ~ USA 1955
Directed By: King Vidor
Der trampende Cowboy Dempsey Rae (Kirk Douglas) gelangt mit dem Zug, in dem er den jungen Hobo Jeff (William Campbell) kennenlernt, in ein Städtchen nahe der "Triangle"-Ranch. Diese wurde soeben von Reed Bowman (Jeanne Crain), einer feinen und vor allem gewinnsüchtigen Lady aus dem Osten, erworben. Dempsey und Jeff lassen sich auf der Ranch anstellen und geraten bald in Konflikt mit den kleineren Viehzüchtern der Gegend: Diese schützen ihre Weidegründe vor den riesigen Herden Reeds mit Stacheldraht. Auf derlei Begrenzungen ist Dempsey besonders schlecht zu sprechen, da der Stacheldraht für ihn ein Sinnbild für Repression, Einschränkung und Konflikt darstellt. Als er erkennt, mit welch ruchlosen Methoden seine neue Chefin zu Werke geht, stellt er sich dann, entgegen seiner ablehnenden Haltung, doch auf die Seite der Konkurrenz.
Der "Star" im Originaltitel bezeichnet nicht etwa das erwartungsgemäße Fehlen eines Sheriffsterns und damit den Einsatz von Selbstjustiz, sondern die Ermangelung eines orientierten Lebensweges. Jeder Mann brauche einen Stern um sich danach zu richten, konstatiert der lebenserfahrene Dempsey Rae, nur habe er seinen eben noch nicht gefunden. Bis zum Ende des Films wird sich daran nichts ändern; im Gegensatz zu seinem jüngeren Partner bleibt der opportunistische Held weiterhin auf der Suche nach einer klaren Linie. Der Stacheldraht als Symbol für die Eingrenzung von ländlichem Besitz und einer Art "Flurbereinigung" bildete tatsächlich eines der ersten Zivilisationsmerkmale des Westens. Das in den 1870ern patentierte Zaungut zog sich plötzlich über unzählige Meilen unkultivierten Ranchlandes und markierte die raffgierige Besitzsucht seiner Eigentümer. Für die Vorstellung des Westens als raue, endlose Weite bedeutete der Stacheldraht einen buchstäblichen Riegel. Wehe dem, der sich einmal unvorsichtigerweise darin verfängt - die Narben auf Dempsey Raes muskulöser Brust sind stumme Zeugen davon.
"Man Without A Star" galt zunächst als Abschreibungsobjekt und günstiger Kleinwestern; Kirk Douglas' Part als banjospielender Luftikus und trinkfester Womanizer ist nicht von ungefähr eng an den seines Harpuniers Ned Land aus dem kurz zuvor entstandenen "20,000 Leagues Under The Sea" angelehnt. Erst die Filmhistorie erkannte, dass dieses in wunderbaren, verschwenderischen Farben gedrehte Werk einen Meilenstein seines Genres und eine von Vidors vordringlichsten Arbeiten darstellt.
8/10
Cowboy Ranch Stacheldraht King Vidor Cattle War
Man Without A Star (Mit stahlharter Faust) ~ USA 1955
Directed By: King Vidor
Der trampende Cowboy Dempsey Rae (Kirk Douglas) gelangt mit dem Zug, in dem er den jungen Hobo Jeff (William Campbell) kennenlernt, in ein Städtchen nahe der "Triangle"-Ranch. Diese wurde soeben von Reed Bowman (Jeanne Crain), einer feinen und vor allem gewinnsüchtigen Lady aus dem Osten, erworben. Dempsey und Jeff lassen sich auf der Ranch anstellen und geraten bald in Konflikt mit den kleineren Viehzüchtern der Gegend: Diese schützen ihre Weidegründe vor den riesigen Herden Reeds mit Stacheldraht. Auf derlei Begrenzungen ist Dempsey besonders schlecht zu sprechen, da der Stacheldraht für ihn ein Sinnbild für Repression, Einschränkung und Konflikt darstellt. Als er erkennt, mit welch ruchlosen Methoden seine neue Chefin zu Werke geht, stellt er sich dann, entgegen seiner ablehnenden Haltung, doch auf die Seite der Konkurrenz.
Der "Star" im Originaltitel bezeichnet nicht etwa das erwartungsgemäße Fehlen eines Sheriffsterns und damit den Einsatz von Selbstjustiz, sondern die Ermangelung eines orientierten Lebensweges. Jeder Mann brauche einen Stern um sich danach zu richten, konstatiert der lebenserfahrene Dempsey Rae, nur habe er seinen eben noch nicht gefunden. Bis zum Ende des Films wird sich daran nichts ändern; im Gegensatz zu seinem jüngeren Partner bleibt der opportunistische Held weiterhin auf der Suche nach einer klaren Linie. Der Stacheldraht als Symbol für die Eingrenzung von ländlichem Besitz und einer Art "Flurbereinigung" bildete tatsächlich eines der ersten Zivilisationsmerkmale des Westens. Das in den 1870ern patentierte Zaungut zog sich plötzlich über unzählige Meilen unkultivierten Ranchlandes und markierte die raffgierige Besitzsucht seiner Eigentümer. Für die Vorstellung des Westens als raue, endlose Weite bedeutete der Stacheldraht einen buchstäblichen Riegel. Wehe dem, der sich einmal unvorsichtigerweise darin verfängt - die Narben auf Dempsey Raes muskulöser Brust sind stumme Zeugen davon.
"Man Without A Star" galt zunächst als Abschreibungsobjekt und günstiger Kleinwestern; Kirk Douglas' Part als banjospielender Luftikus und trinkfester Womanizer ist nicht von ungefähr eng an den seines Harpuniers Ned Land aus dem kurz zuvor entstandenen "20,000 Leagues Under The Sea" angelehnt. Erst die Filmhistorie erkannte, dass dieses in wunderbaren, verschwenderischen Farben gedrehte Werk einen Meilenstein seines Genres und eine von Vidors vordringlichsten Arbeiten darstellt.
8/10
Cowboy Ranch Stacheldraht King Vidor Cattle War














