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Die Kamera als Theorie-Maschine (Forts.) - Filmforen.de

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Die Kamera als Theorie-Maschine (Forts.)


5 Antworten in diesem Thema

#1 Hick

    mit extrem hoher Leistungsfähigkeit

  • Senior-Member
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  • 7.293 Beiträge

Geschrieben 09. April 2003, 08:26

Als ich heute Morgen Ulrike Bergermanns Annäherung an "The Matrix" und "eXistenZ" las, ist mir mal wieder ein altes Thema aus Lynch-Zeiten in den Sinn gekommen, dass ich vorhabe in einem Artikel aufzugreifen: Warum sind so viele Filme so offensichtlich theorieresistent?

Gerade bei der Diskussion um Matrix hat sich ja gezeigt, dass der Versuch, die Erzählung des Films an verschiedenen ontologischen/erkenntistheoretischen Modellen zu spiegeln, eigentlich immer in eine Paraphrasierung der Erzählung mündet. Ich meine, das liegt daran, dass Filme wie Matrix, eXistenZ und Lost Highway selbst nicht nur als Kunstwerke von ihren Autoren in den Diskurs eingebracht worden sind, sondern auch als Beitrag zu dem "wissenschaftlichen Thema", dass sie behandeln. Teilweise habe ich diese Überlegungen ja auch in die Jack the Ripper-Thematik einfließen lassen.

Nun würde ich das ganze gern noch etwas ausbauen und von euch erst einmal ein paar lohnende Filme genannt bekommen. Außerdem interessiert mich natürlich, ob ihr das Konzept sinnvoll findet und wo eventuelle Schwachstellen (Intentionalismusfalle)?

maX

#2 Horrorcollector

  • Senior-Member
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  • 87 Beiträge

Geschrieben 09. April 2003, 15:47

Max.Renn sagte am 09.04.2003, 08:26:

Als ich heute Morgen Ulrike Bergermanns Annäherung an "The Matrix" und "eXistenZ" las, ist mir mal wieder ein altes Thema aus Lynch-Zeiten in den Sinn gekommen, dass ich vorhabe in einem Artikel aufzugreifen: Warum sind so viele Filme so offensichtlich theorieresistent?
mmhh, also gerade bei lynch bps. finde ich (obwohl ich der sache lösung auch nicht parat habe) das die filme theorieresistent sind weil man bei ausergewöhnlichen filmen wie diesen erstmal einen aussergewöhnlichen zugagn finden muss/sollte. aber was mir auch, besonders bei mulholland d., aufgefallen ist das filme dieser art absichtlich verschlossen gedreht worden sind, nur für die perspektive der gesamthinname. was ich damit meine ist das man einen mulholland erstmal so annehmen muss um eine "annäherung" an das werk zu sichern wie es, so glaube ich, in lynchs sinne war/ist.


avalon oder naked lunch würden mir so spontan einfallen

bye

dennis :)

#3 Immo

    zombie

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  • 4.096 Beiträge
  • Ort:Berlin

Geschrieben 09. April 2003, 16:45

Horrorcollector sagte am 09.04.2003, 14:47:

Max.Renn sagte am 09.04.2003, 08:26:

Als ich heute Morgen Ulrike Bergermanns Annäherung an "The Matrix" und "eXistenZ" las, ist mir mal wieder ein altes Thema aus Lynch-Zeiten in den Sinn gekommen, dass ich vorhabe in einem Artikel aufzugreifen: Warum sind so viele Filme so offensichtlich theorieresistent?
mmhh, also gerade bei lynch bps. finde ich (obwohl ich der sache lösung auch nicht parat habe) das die filme theorieresistent sind weil man bei ausergewöhnlichen filmen wie diesen erstmal einen aussergewöhnlichen zugagn finden muss/sollte. aber was mir auch, besonders bei mulholland d., aufgefallen ist das filme dieser art absichtlich verschlossen gedreht worden sind, nur für die perspektive der gesamthinname. was ich damit meine ist das man einen mulholland erstmal so annehmen muss um eine "annäherung" an das werk zu sichern wie es, so glaube ich, in lynchs sinne war/ist.


avalon oder naked lunch würden mir so spontan einfallen

bye

dennis :)
Es geht auch, glaube ich, weit weniger darum, dass man einen Film "auseinanderklamüsert", um dann darinnen eine Theorie zu finden, auch dieses "Verschlossene" (natürlich ist das Intention, kloar!)ist ja schon Teil eines Film gewordenen "Filmreflektierens", somit Teil einer über den Film selbst kommunizierten Filmtheorie.

Perspektive: irgendwann erwirbt man mit einem Kinoticket auch die Gesamtausgabe von McLaren und Baudrillard, vor dem Screening gibt es eine gemeinsame Lesung! :D

Dass diese "Theorieresistenz" attestiert werden kann, liegt wohl vor allem auch darin, dass die "üblichen Verdächtigen" ja selber einem gewissen Typus "belesenen Filmemachers" entsprechen, zumal sich ja gerade Baudrillard stellenweise selbst wie "Science Fiction" liest. Der typische Textprozess also

Film => Text über Film => Lektüre => Film => Text über Film => ....

Die Diskurse verdauen sich selbst immer wieder und die Wissenschaft ist längst schon selbst Teil dieses ganzen Geschehens, vgl. zB den Popstar-Status von Butler und so.

Cheers,
IMMO

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#4 Hick

    mit extrem hoher Leistungsfähigkeit

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Geschrieben 09. April 2003, 17:04

Du Schlingel :D Na, wenigstens weiß ich jetzt, wo ich mein "Der symbolische Tausch und der Tod" liegen lassen habe.

Aber recht so!

Theorie-Resistenz ist auch nur ein Problem "derselben Ebene". Denn, wenn ich darüber schreiben will, dass es resistente Filme gibt, dann habe ich ja schon einen Zugang (wenn auch einen meta-theoretischen).

maX

#5 BogeysCigarette

    Blum sah auf die Uhr. Höchste Zeit.

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Geschrieben 09. April 2003, 21:27

Max.Renn sagte am 09.04.2003, 17:04:

Du Schlingel :D Na, wenigstens weiß ich jetzt, wo ich mein "Der symbolische Tausch und der Tod" liegen lassen habe.
Der Titel dieses Buches klingt doch schon mal ganz interessant.
Bei Amazon.de ist dieses Buch leider nicht verzeichnet. Lässt sich dieses auf anderem Wege erwerben?

BogeysCigarette

#6 Hick

    mit extrem hoher Leistungsfähigkeit

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  • 7.293 Beiträge

Geschrieben 10. April 2003, 05:32

"Der symbolische Tausch und der Tod" gilt als Baudrillards Hauptwerk. Darin sind etliche seiner Thesen aufbereitet und zusammengefasst. Allerdings ist liegt dem Buch (wie auch seiner Schrift "Das jahr 2000 findet nicht statt" (Merve)) Baudrillards Interpretation der marx'schen politischen Ökonomie zu Grunde gelegt. Die ist zwar ganz interessant, aber für meine Zwecke nicht direkt brauchbar.

Dass es vergriffen ist, wusste ich gar nicht. In D ist es bei Matthes & Seitz erschienen und wird dieses Jahr neu aufgelegt, wie ich gerade bei Amazon lese. Bis dahin empfehle ich dir den sehr guten Einstieg (der gleichzeitig eine Zusammenfassung ist) "Paßwörter". Ein kleiner Band, der versucht, der "eleganter Unsinn"-Debatte ein paar der wichtigsten Baudrillard'schen Terminologien entgegen zu definieren

maX





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