Als ich heute Morgen Ulrike Bergermanns Annäherung an "The Matrix" und "eXistenZ" las, ist mir mal wieder ein altes Thema aus Lynch-Zeiten in den Sinn gekommen, dass ich vorhabe in einem Artikel aufzugreifen: Warum sind so viele Filme so offensichtlich theorieresistent?
Gerade bei der Diskussion um Matrix hat sich ja gezeigt, dass der Versuch, die Erzählung des Films an verschiedenen ontologischen/erkenntistheoretischen Modellen zu spiegeln, eigentlich immer in eine Paraphrasierung der Erzählung mündet. Ich meine, das liegt daran, dass Filme wie Matrix, eXistenZ und Lost Highway selbst nicht nur als Kunstwerke von ihren Autoren in den Diskurs eingebracht worden sind, sondern auch als Beitrag zu dem "wissenschaftlichen Thema", dass sie behandeln. Teilweise habe ich diese Überlegungen ja auch in die Jack the Ripper-Thematik einfließen lassen.
Nun würde ich das ganze gern noch etwas ausbauen und von euch erst einmal ein paar lohnende Filme genannt bekommen. Außerdem interessiert mich natürlich, ob ihr das Konzept sinnvoll findet und wo eventuelle Schwachstellen (Intentionalismusfalle)?
maX
Die Kamera als Theorie-Maschine (Forts.)
Erstellt von Hick, 09.04.2003, 08:26
5 Antworten in diesem Thema
#1
Geschrieben 09. April 2003, 08:26
#2
Geschrieben 09. April 2003, 15:47
Max.Renn sagte am 09.04.2003, 08:26:
Als ich heute Morgen Ulrike Bergermanns Annäherung an "The Matrix" und "eXistenZ" las, ist mir mal wieder ein altes Thema aus Lynch-Zeiten in den Sinn gekommen, dass ich vorhabe in einem Artikel aufzugreifen: Warum sind so viele Filme so offensichtlich theorieresistent?
avalon oder naked lunch würden mir so spontan einfallen
bye
dennis
#3
Geschrieben 09. April 2003, 16:45
Horrorcollector sagte am 09.04.2003, 14:47:
Max.Renn sagte am 09.04.2003, 08:26:
Als ich heute Morgen Ulrike Bergermanns Annäherung an "The Matrix" und "eXistenZ" las, ist mir mal wieder ein altes Thema aus Lynch-Zeiten in den Sinn gekommen, dass ich vorhabe in einem Artikel aufzugreifen: Warum sind so viele Filme so offensichtlich theorieresistent?
avalon oder naked lunch würden mir so spontan einfallen
bye
dennis
Perspektive: irgendwann erwirbt man mit einem Kinoticket auch die Gesamtausgabe von McLaren und Baudrillard, vor dem Screening gibt es eine gemeinsame Lesung!
Dass diese "Theorieresistenz" attestiert werden kann, liegt wohl vor allem auch darin, dass die "üblichen Verdächtigen" ja selber einem gewissen Typus "belesenen Filmemachers" entsprechen, zumal sich ja gerade Baudrillard stellenweise selbst wie "Science Fiction" liest. Der typische Textprozess also
Film => Text über Film => Lektüre => Film => Text über Film => ....
Die Diskurse verdauen sich selbst immer wieder und die Wissenschaft ist längst schon selbst Teil dieses ganzen Geschehens, vgl. zB den Popstar-Status von Butler und so.
Cheers,
IMMO
#4
Geschrieben 09. April 2003, 17:04
Du Schlingel
Na, wenigstens weiß ich jetzt, wo ich mein "Der symbolische Tausch und der Tod" liegen lassen habe.
Aber recht so!
Theorie-Resistenz ist auch nur ein Problem "derselben Ebene". Denn, wenn ich darüber schreiben will, dass es resistente Filme gibt, dann habe ich ja schon einen Zugang (wenn auch einen meta-theoretischen).
maX
Aber recht so!
Theorie-Resistenz ist auch nur ein Problem "derselben Ebene". Denn, wenn ich darüber schreiben will, dass es resistente Filme gibt, dann habe ich ja schon einen Zugang (wenn auch einen meta-theoretischen).
maX
#5
Geschrieben 09. April 2003, 21:27
Max.Renn sagte am 09.04.2003, 17:04:
Du Schlingel
Na, wenigstens weiß ich jetzt, wo ich mein "Der symbolische Tausch und der Tod" liegen lassen habe.
Bei Amazon.de ist dieses Buch leider nicht verzeichnet. Lässt sich dieses auf anderem Wege erwerben?
BogeysCigarette
#6
Geschrieben 10. April 2003, 05:32
"Der symbolische Tausch und der Tod" gilt als Baudrillards Hauptwerk. Darin sind etliche seiner Thesen aufbereitet und zusammengefasst. Allerdings ist liegt dem Buch (wie auch seiner Schrift "Das jahr 2000 findet nicht statt" (Merve)) Baudrillards Interpretation der marx'schen politischen Ökonomie zu Grunde gelegt. Die ist zwar ganz interessant, aber für meine Zwecke nicht direkt brauchbar.
Dass es vergriffen ist, wusste ich gar nicht. In D ist es bei Matthes & Seitz erschienen und wird dieses Jahr neu aufgelegt, wie ich gerade bei Amazon lese. Bis dahin empfehle ich dir den sehr guten Einstieg (der gleichzeitig eine Zusammenfassung ist) "Paßwörter". Ein kleiner Band, der versucht, der "eleganter Unsinn"-Debatte ein paar der wichtigsten Baudrillard'schen Terminologien entgegen zu definieren
maX
Dass es vergriffen ist, wusste ich gar nicht. In D ist es bei Matthes & Seitz erschienen und wird dieses Jahr neu aufgelegt, wie ich gerade bei Amazon lese. Bis dahin empfehle ich dir den sehr guten Einstieg (der gleichzeitig eine Zusammenfassung ist) "Paßwörter". Ein kleiner Band, der versucht, der "eleganter Unsinn"-Debatte ein paar der wichtigsten Baudrillard'schen Terminologien entgegen zu definieren
maX
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