Peter und Carla sind ein nicht mehr ganz junges Paar, das sich in die australische Wildnis stürzt, um ein erholsames Wochenende an einem einsamen Strand zu verleben. Obendrein wollen sie dort auch ihre Ehe kitten, über die sich nach 10 Jahren nicht mehr die Feen gebeugt haben. Schon bald aber geschehen merkwürdige Dinge, die sich zum handfesten Desaster auswachsen...
Australien scheint Jamie Banks gut zu bekommen. Jener begann seine Karriere einst in Hollywood mit den beiden schwachen Neo-Slashern DÜSTERE LEGENDEN und SCHREI WENN DU KANNST. Einen Achtungserfolg konnte er mit dem in Australien entstandenen Backwoods-Schocker STORM WARNING verbuchen, vor allen Dingen bei der deutschen Staatsanwaltschaft. Nach diesem blutrünstigen Opus führte ihn seine nächste Arbeit erneut mit Everett De Roche zusammen, der einige der bekannteren Beispiele australischen Genrekinos geskriptet hat: PATRICK, HARLEQUIN, TRUCK DRIVER, RAZORBACK und eben auch LONG WEEKEND, einen recht mysteriösen, aber gut gemachten Öko-Schocker. Da ich das Original zum letzten Mal als Teenager gesehen habe, kann ich mich daran nicht mehr gut erinnern, weiß nur noch, daß es mir ziemlich gut gefiel. Das Remake führt zwei in jeder Hinsicht überforderte Stadtfräcke zusammen, deren Einstellung zur Natur bestenfalls ausbeuterisch ist. Tatsächlich hatte ich zu Beginn des Filmes große Probleme damit, daß mir die Protagonisten so massiv unsympathisch waren. Ist aber Absicht! Jim Catweazle hat seinen Jesusbart abgeschoren und spielt hier einen selbstgefälligen, in die Jahre gekommenen Surferboy, der meint, mit seinem Grinsen lassen sich alle Probleme beseitigen. Die in Australien sehr populäre Claudia Karvan ist eine ebenfalls stramm auf die 40 zugehende Schönheit, die ganz offensichtlich Schwierigkeiten mit ihrer tickenden Uhr hat. In ihr wabert wohl Kinderwunsch, aber sie traut sich nicht so recht, gibt der Natur die Schuld. Deshalb ist ihr das ganze Unternehmen mit der unbefleckten Wildnis sofort suspekt. Nach 10 Jahren haben sich zudem massive Aggressionen angestaut, die die Ehepartner nur mühsam unterdrücken. Die kleinen Sticheleien werden aber schon bald zum flächendeckenden Bombardement, als die Natur um sie herum querzuschießen beginnt. Anders als in vergleichbaren Tierhorrorfilmen sind die Aktionen der Naturteilnehmer unspektakulär, funktionieren eher wie ein guter Psychologe: Sie kitzeln all das, was in den Menschen wohnt, unbarmherzig heraus. Gemessen an dem gut gemachten, aber nicht eben subtilen STORM WARNING (der zu Anfang kurz zitiert wird) ist es schon erstaunlich, wie behutsam Blanks hier bei seinem Öko-Paranoia-Terrorspektakel vorgeht. Mir persönlich drückt er dabei am Ende etwas zu sehr auf die Tube, aber insgesamt werte ich den Film als eine überaus angenehme Überraschung, viel, viel besser gemacht als das Gros neuerer Horrorfilme. Seine Subtilität wird hier eindeutig zu einem Plus. (Ich empfehle, auf die brennende Zigarette zu achten, die Peter am Anfang aus dem Autofenster schmeißt...) Wer Schwierigkeiten mit den Protagonisten hat – sich selbst überschätzender Naturbursche à la DELIVERANCE und eine unter dem Sternzeichen des „Wäwäwäwäwäwä“ geborene Meckerliese –, der darf sich auf den Rest des Filmes freuen, denn die bekommen mal so richtig ihr Fett!
P.S.: Den mittlerweile leider verstorbenen Regisseur des Originals, Colin Eggleston, verewigte De Roche, indem er im Remake ein Hotel nach ihm benannte...
Bearbeitet von Cjamango, 13. August 2009, 13:31.
















