Verwirrender Anfang, ruhiges Tempo, schöner Film.
Darren Aronofsky kann, glaube ich, keinen schlechten Film machen. Seine bisherigen Arbeiten hatten immer etwas mit „quests“ zu tun, mit einer Suche nach etwas, das das Leben für die Protagonisten lebenswert macht. Manchmal führt die Suche in die Irre und endet im Chaos. Das Ende von REQUIEM FOR A DREAM kann man nicht wirklich als ermunternd bezeichnen. Ich erinnere mich noch daran, wie ich mit einem Kumpel den Film kuckte, und nach dem Abspann saßen wir mehrere Minuten völlig geplättet vor dem Bildschirm und konnten überhaupt nichts mehr sagen. THE FOUNTAIN erzählt zwei Geschichten parallel. Geschichte 1 schildert die Suche eines spanischen Konquistadors nach dem Quell des ewigen Lebens, mit dem er seine Königin beglücken will, die sich gegen mächtige Staatsfeinde zur Wehr zu setzen hat. Geschichte 2 erzählt von der Suche des Wissenschaftlers Tom Creo nach einem Mittel gegen Krebs. Seine eigene Lebensgefährtin, Izzi, ist daran erkrankt und wird nur noch kurze Zeit zu leben haben. Es gibt Überschneidungen: Izzi schreibt an einem Buch über spanische Eroberer und die Suche nach dem Quell; beide Geschichten werden von den selben Darstellern dargeboten. Das letzte Kapitel von Izzis Buch ist noch ungeschrieben. Vielleicht bleibt es ihr vorbehalten, das letzte Kapitel zu schreiben, vielleicht auch nicht...
Man kann das Ende von THE FOUNTAIN auf verschiedene Art und Weise deuten. Man mag es kitschig finden, ermutigend oder ernüchternd. Fest steht aber, daß der Film in sehr kunstvoller und schöner Weise eine eigentlich sehr simple Geschichte erzählt, die nahelegt, daß alles Wissen bedeutungslos ist gemessen an dem, was Menschen einander bedeuten. Wie sehr man sich auch abstrampelt, um nach den Sternen zu greifen und Träume wahr werden zu lassen – man muß sehen und verstehen, was einem das diesseitige Leben an realisierbaren Träumen zu bieten hat, dann ist es fast belanglos, wer das letzte Kapitel schreibt. Sinn oder Unsinn des ewigen Lebens sind in der Filmgeschichte einige Male behandelt worden. Nie aber so schön und einfühlsam wie hier. THE FOUNTAIN gibt einem viele religiöse Bezugnahmen, aber ich empfinde ihn nicht als einen religiösen Film, sondern als einen sehr dem Leben zugewandten und letztlich ermutigenden. Trotz einer großen Flut an Farben und Formen, die er über den Zuschauer ausgießt und nicht immer eine Erklärung mitliefert, legt der Film nahe, das Unerklärbare zu akzeptieren und nicht die Freude am Leben durch ständigen inneren Widerstreit zu beschmutzen. Die Suche des Filmes führt nach innen, nicht nach außen. Das ist zumindest meine Deutung. In jedem Fall empfehle ich die Bereitstellung einer ausreichenden Anzahl von Taschentüchern, denn daß man bei dem Film losheult wie ein Schloßhund, halte ich für gut möglich.
Bearbeitet von Cjamango, 07. August 2007, 12:26.
















