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Howard Hawks: The Winchester - Filmforen.de

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Howard Hawks: The Winchester

Aviatorfilm Gangsterfilm Gefängnisfilm Kriegsfilm Komödie Monumentalfilm Western Screwball

8 Antworten in diesem Thema

#1 sicomastik

    Schlundforscher

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Geschrieben 17. September 2014, 23:20

Howard Winchester Hawks. Der zweite Vorname dieses Mannes beinhaltet auch ein Stück seines Regiestils. Howard Hawks kann zusammen mit John Ford und Alfred Hitchcock zu den drei bedeutendsten Regisseuren des (amerikanischen) Kinos gezählt werden. Anders als diese hat er sich jedoch immer auf die Montage verlassen (können). Ford entwickelte den "long shot", das Schneiden in der Kamera, um auf diese Weise zu verhindern, dass man seine Inszenierung hinterher störte. Nur wenn er wusste, dass allein er den Film schneidet, verließ er sich auf die Montage. Hitchcock ging sogar noch weiter, da er mit der Kamera schnitt und seinen Film so zu einem nur für ihn zu entwirrenden Puzzle machte. Doch Hawks war derjenige, der sich von Anfang an auf die Montage verließ. Der Grund warum die Beteiligten des chahier du cinema in Hawks den größten aller Hollywood-Regisseure sahen lässt sich vor allem dadurch erklären, dass er als einziger alle Stadien des Filme machens durchlaufen hatte. Er hatte sie nicht nur, wie Ford und Hitchcock, kennen gelernt; er hatte sie selbst ausgeführt. Darum wurde er von den Franzosen, die sich selbst ehrfürchtig "Hawksianer" nannten, als der ultimative Regisseur angesehen. Und so ist Hawks der Regisseur, der wie kaum ein anderer filmische Formen entwickelte und seine Filme rhythmisierte, dass sie heute so zeitlos erscheinen, wie die keines anderen Regisseurs der klassischen Ära. Während Ford den gravitätischen Mythos mitschleppt und Hitchcock aus dem Kader der genau komponierten Einzel-Shot-Einstellungen nicht ausbrechen kann, ist Hawks pure Geschwindigkeit, purer Sound, purer Film. Er ist vielleicht nicht wie Ford pures Kino, oder wie Hitchcock pure Form(-vielfalt), aber er ist purer Film.

#2 sicomastik

    Schlundforscher

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Geschrieben 17. September 2014, 23:55

FIG LEAVES

Da ich den ersten Film von Howard Hawks, das Blindendrama THE ROAD TO GLORY, nicht auftreiben konnte, muss es der zweite ebenfalls aus dem Jahr 1925 machen. Eine zu Beginn irrwitzige Komödie, welche das Geschlechterverhältnis aufs Korn nimmt und damit der Screwballcomedy einige Jahre vorweg greift. Der Grundton ist arg chauvinistisch, da unsere weibliche Hauptfigur ihren Ehemann mit ihrem Wunsch nach schicken Klamotten in den Wahnsinn treibt und diesen sogar damit konfrontiert, dass sie arbeiten gehen will, um sich diese zu kaufen. Das kommt natürlich nicht infrage, würde es unseren tapferen Ehemann doch damit konfrontieren, dass er unzureichend ist. Doch ein latent homosexueller Mode-Designer scheint Abhilfe zu schaffen. Hawks verbindet wie im Film angegeben 869 oder vielleicht auch 879 Millionen Jahre Menschheitsgeschichte, indem er darwinistische Evolutionsgeschichte und Bibel mit den Ereignissen des Jahres 1925 parallelisiert, ständig mit Überblendungen und der Montage arbeitet und in einem ständigen Erzählfluss Metaphern verwendet. Mit wie viel Sicherheit er diesen Film inszeniert, ist mehr als beeindruckend. Es wirkt, als habe er nie etwas anderes gemacht.

Auch im Paradies schnarcht Adam seinen Kasten Holz weg

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Dobbin ist der Haussaurier

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Eva ist entsetzt, hat sie doch kaum etwas Brauchbares zum Anziehen

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Die Tageszeitung wird als Steinplatte ins Haus geworfen

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Der 8:15 Uhr kommt pünktlich

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Die Schlange schnattert Eva so einiges ein

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In der Gegenwart ist Adam Klempner und muss sich von seinem Partner zeigen lassen, wie man mit Frauen umgeht, die Forderungen stellen

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Mode-Designer André hat eine seiner vielen Visionen

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Eine Blond-Schwarz-Färbung gab es schon vor 90 Jahren. Die Szenen der Modeschau wurden im Original-Print sogar in Technicolor gedreht

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Parallelisierung der Zeiten

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Durch einen Kuss kann man sich einigen, dass man sich nicht einigen kann

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#3 Short Cut

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Geschrieben 19. September 2014, 19:23

SICO ! ICK KÖNNT DIR KNUTSCHEN ! :love: :popcorn: :cheers: :D :)
Jeder Film schreibt Geschichte. Um Filmgeschichte zu verstehen muss man Film immer im geschichtlichen und natürlich im Genrespezifischen Kontext sehen. So ist das und nicht anders.

#4 sicomastik

    Schlundforscher

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Geschrieben 23. September 2014, 22:04

BEZAHLTE LIEBE

Nach dem Drama THE ROAD TO GLORY (1925), welches emotional recht niederschmetternd sein soll und ein Flop war, soll Howard Hawks erkannt haben, dass ihm die melodramatischen Töne nicht so liegen und schuf mit seinem Folgefilm FIG LEAVES eine kurzweilige Komödie über Geschlechterklischees. Sol Wurtzel hatte ihn zur FOX rüber geholt, mit dem Versprechen, dass Hawks, der nun schon in nahezu allen Bereichen des Films wenigstens einmal tätig war und sich bereits Mitte der 1920er zu einem Spezialisten für das Überarbeiten von Drehbüchern entwickelt hatte, eigenständig Regie führen dürfe. Somit wurden nun auch Resultate erwartet. FIG LEAVES war kommerziell erfolgreich und sicherte Hawks einen Fortbestand seines Vertrages. 1926 entstand schließlich die Verwechslungskomödie BEZAHLTE LIEBE. Hierfür wurde abermals auf George O'Brien zurückgegriffen, der in den 20ern einer der größten Stars der FOX war und auch diverse Filme mit John Ford gedreht hatte.

Die Story um ein kleines europäisches Königsreich, welches durch amerikanische Gelder saniert werden soll, war schon zur Entstehungszeit nicht mehr sonderlich frisch. Hawks peppte die Geschichte mit der Prämisse auf, dass der Vertreter der Geldgeber fordert, dass der noch unverheiratete Kronprinz sich mal möglichst schnell anfangen soll für Frauen zu interessieren, da ein junger, kräftiger Bursche adliger Abstammung, der mit Frauen nichts im Sinn hat verdächtig erscheint. Der König und der Ami machen sich auf in die verrufenste Gegend von Paris, wo man, wie der amerikanische Investor verspricht, "Frauen findet, bei denen noch der mumifizierte Pharao wieder aus der Pyramide springt". In einem Nachtlokal, wo jeden Abend eine gefakete Messerstecherei zwischen einem sich streitenden Liebespaar stattfindet, um unwissende Touristen zu unterhalten und zu erschrecken, werden sie schließlich fündig.

Bereits hier entwickelt Hawks, wie er es später perfektionieren sollte, permanent Meta-Ebenen, welche die eigentliche Erzählung bilden und macht fast schon selbstreferentiell deutlich, dass wir eine erfundene Geschichte zu sehen bekommen. Das wird am Ende vollständig gedeckelt, wenn Dolores aufgrund vieler Missverständnisse aus dem Königshaus geflohen ist und der Prinz sie in eben jener Spelunke aufsucht. Als sich zwischen ihnen ein wahrhaftiger Liebesschwur ergibt, wo eigentlich wieder die Messerstecherei stattfinden sollte und das Touristen-Publikum vom intradiegetischen Erlebnis ganz ergriffen ist, verweist ein französischer Gast darauf, dass das doch nur eine Inszenierung ist, die sie hier wahrscheinlich jeden Abend abziehen. Stilistisch war Murnau zu diesem Zeitpunkt angesagt wie kein anderer Regisseur. NOSFERATU - EINE SYMPHONIE DES GRAUENS und DER LETZTE MANN, sowie auch bereits der noch nicht ganz fertig gestellte SONNENAUFGANG - DAS LIEDER ZWEIER MENSCHEN, der bei der FOX entstand und dem diverse Regisseure beiwohnten, weil sie von Meister Murnau lernen sollten, nimmt Einfluss auf Hawks. Allerdings das einzige Mal. Auch wenn Hawks hier viel mit der Lichtsetzung des Expressionismus und der "entfesselten Kamera" arbeitet, so war dies nicht so ganz seins.

König und amerikanischer Investor werden zu Saufkumpanen. So hecken sie auch ihren schwachsinnigen Plan aus

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In der Pariser Spelunke waren alle schon kurz vorm Einschlafen, doch als der Bus mit Touristen kommt, wird Leben in die Bude gebracht. Der Herr, der hier wie wahnsinnig mit dem Messer rumfuchtelt und droht jeden abzustechen, hat vorher einen Pullover gestrickt.

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Man möchte kuriose Gestalten darbieten

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Dolores ist die erste Hawks-Frau. Sie ist sexuell aggressiv. Sie raucht, in den 1920ern ein Tabu für Frauen, was ihre Unabhängigkeit verdeutlicht. Durch den Plan der Greise wird sie zur Nobel-Hure

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Da sie mit dem Auto liegen bleibt, bittet sie in einem abgelegenen Haus um Hilfe. Sie stürzt unwissentlich dem Kronprinz in die Arme. Beide verlieben sich tatsächlich, doch keiner soll vom anderen Wissen wer er ist

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Der Cousin des Kronprinzen verfolgt eigene Ziele und zerstört die Liebe der beiden. Er hat herausgefunden, dass Dolores nur eine engagierte Hure ist und beobachtet sie, ohne dass sie es weiß, wie sie sich auszieht. Das langsame "Ausziehen" und essen der Banane ist dabei wie ein sexueller Akt inszeniert

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Eine der vielen Verkehrungen. Ein Diener glaubt seine Frau neben sich, doch tatsächlich ist es sein König, dem er jetzt einen innigen Kuss geben möchte

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Der Kronprinz in der Spelunke muss Dolores um Verzeihung bitten

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#5 sicomastik

    Schlundforscher

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Geschrieben 26. September 2014, 13:34

IN JEDEM HAFEN EINE BRAUT

Da die Komödie THE CRADLE SNATCHERS nur als Fragment erhalten ist, überspringe ich sie und mache weiter mit dem Buddy-Film IN JEDEM HAFEN EINE BRAUT, der auch unter dem Titel BLAUE JUNGEN - BLONDE MÄDCHEN lief. In diesem Film befinden sich weitere typische Hawks-Themen in ihren Anfängen. Spike ist ein Seefahrer und grast gerne die Frauen in jeweiligen Häfen ab. Wo er war notiert er in ein kleines schwarzes Buch, damit er die Damen z.T. noch Jahre später aufsuchen kann. Doch seit einiger Zeit gibt's da ein Problem. Irgendein Typ, dessen Markenzeichen das Herz und der Anker sind, ist immer schon etwas früher da und beschenkt seine Frauen mit einem Kettchen, wo genanntes Markenzeichen als Anhänger dran ist. Spike will nicht die abgelegten Weiber dieses Typen und im Hafen von San Pedro treffen er und Bill, auch Salami genannt, aufeinander. Nachdem sie sich zu Freunden geprügelt haben, verprügeln sie die halbe Armee und prügeln sich durch sämtliche Häfen nun gemeinsam als Team. Nichts soll sie trennen, bis..., ja bis da wieder eine Frau kommt.

Hawks Film ist eine Ode an die Männerfreundschaft, die von ihm mit kaum noch als kaschiert zu bezeichnenden sexuellen Konnotationen aufgeladen scheint. Wenn Spike und Bill sich am Ende in den Armen halten und das Schlussbild haben, wartet man jeden Moment auf den Kuss. Vor allem John Fords Kompagnon, der ehemalige Schwergewichtsboxer und Mega-Untier Victor McLaglen, zeigt eine derart weiche Seite, dass man ihn schon als Model für Make-Up verwenden könnte. Wieder etwas besser als bei BEZAHLTE LIEBE beherrscht Hawks den Wechsel aus Halb-Totale und Close-Up. Seine Montage ist so genau rhythmisiert, dass der Film einem förmlich entgegenspringt. Hawks Stil ist für all diejenigen, die Probleme mit Stummfilmen haben, mehr als empfehlenswert.

Spike ist in Amsterdam und freut sich schon darauf Eroberungen zu machen

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Doch Bill hat jeder Frau schon sein Zeichen eingebrannt

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Endlich begegnen sich beide. Bill war schon wieder schneller und macht Spike nur eine lange Nase

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Nachdem man sich zu Freunden geprügelt hat, verprügelt man die Ordnungsmacht

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Aus dem Knast entlassen, ist man von nun an ein unzertrennliches Paar

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Manchmal hat Bill "Aua" an seinem Mittelfinger und Spike weiß schon, wie man das richtet

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Marie ist sexuelle Power pur.

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Sie zeigt sich nicht nur gerne körperbetont... (man sieht sogar ihre Brustwarzen und der Sprung wurde vollständig in Zeitlupe aufgelöst)

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... sie hat Spike auch soweit abgerichtet, dass er mit Freuden ihre High Heels putzt

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Doch Spike und Bill kann nichts trennen. In der letzten Einstellung schwören sie sich ewig zusammenzubleiben

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#6 sicomastik

    Schlundforscher

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Geschrieben 28. September 2014, 15:43

HINTER HAREMSMAUERN

Dieser Film entstand eigentlich vor IN JEDEM HAFEN EINE BRAUT, doch wurde er ca. ein halbes Jahr nach diesem veröffentlicht. Durch diesen Film verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Hawks und Sol Wurtzel zunehmend. Ungewöhnlicherweise entwickelt Hawks sein Thema über Frau und Mann nicht auf der für ihn typischen Weise über die gegenseitige Durchdringung, sondern im Stile Fords über den unüberbrückbaren Aufeinanderprall der zur Katastrophe führt und nur durch den Tod transzendiert werden kann. Für Hawks-Aficionados aufgrund des ungewöhnlichen und formal trotzdem absolut sicheren Vorgehens mehr als einen Blick wert. Vor allem die Innenansichten seiner Protagonisten durch symbolische Überblendungen zu verdeutlichen war faszinierend.

Fazil ist der Prinz eines arabischen Stammes und ein strenger Muslim. Bei einer Fleischbeschau, wo er seine zukünftige Frau auswählen soll, stellt er sie von der Nutzbarkeit her unter Kamele und Maulesel

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Fabienne ist Französin, lebt in Paris, ist selbstbewusst und wickelt Männer um den kleinen Finger

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In Venedig begegnen sich beide zufällig. Ein vorbeifahrender Gondoliere erkennt seine Chance sein Klischee zu erfüllen und schmettert für beide ein Lied

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In einer halsbrecherischen Montage-Sequenz zeigt Hawks, wie der sexuelle Rausch alle kulturellen Hindernisse zu überwinden scheint. Vom Kuss unter Wasser, auf das Rad eines Autos mit dem sie wie die Irren durch den dichten Stadtverkehr heizen, zu einem Schnellboot, mit dem sie durch den Hafen rasen und Unfälle provozieren

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Nach glücklichen Flitterwochen kommt es zum Knall. Fazil ist zwar bereit im langweiligen Europa zu bleiben, doch Fabienne soll sich gefälligst nach den Regeln des Islam verhalten. Fabienne macht ihm deutlich, dass er das Vergessen kann. Fazil, bereit Fabienne freizugeben und ein Verstoß gegen seinen Glauben, lässt die Ehe annullieren und geht zurück nach Hause

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Fabienne kann Fazil nicht vergessen. Fazil kann Fabienne nicht vergessen. Fabienne ist bereit in das arabische Land zu reisen, um bei Fazil zu bleiben, als seine Frau. Als sie mit ihrer Freundin ankommt, sehen sie auf dem Dorfplatz, wie ein Ehemann seine Frau auspeitscht, weil sie ihr Gesicht einem anderen zeigte

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Fabienne durchschreitet Fazils Harem, den er sich angeschafft hat, um Fabienne zu vergessen. Er verzichtet auf seine Frauen, weil Fabienne bei ihm bleibt. Beide wissen nicht, worauf sie sich eingelassen haben. Was es bedeutet, wenn die wahre Liebe kulturelle Unterschiede nicht aufheben kann, wird Hawks auf drastische Weise verdeutlichen

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#7 sicomastik

    Schlundforscher

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Geschrieben 26. Oktober 2014, 23:11

START IN DIE DÄMMERUNG

Howard Hawks erster vollständiger Tonfilm über eine Fliegerstaffel im Ersten Weltkrieg. Ich präsentiere diese Besprechung im Rahmen meiner Rubrik "Auf Video-Sehen". Viel Vergnügen!



#8 Short Cut

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Geschrieben 27. Oktober 2014, 20:41

DER Film den ich dieses Jahr auf der Berlinale verpasst habe ! Jetzt, wo ich Deinen/Euren Ausführungen lausche ärgere ich mich umso mehr. :glare:
Jeder Film schreibt Geschichte. Um Filmgeschichte zu verstehen muss man Film immer im geschichtlichen und natürlich im Genrespezifischen Kontext sehen. So ist das und nicht anders.

#9 sicomastik

    Schlundforscher

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Geschrieben 12. Dezember 2014, 00:01

DAS STRAFGESETZBUCH

Es ist in diesem Film erkennbar, dass Howard Hawks einen gänzlich eigen Stil zur Inszenierung von Filmen verfolgt. Wie bei START IN DIE DÄMMERUNG lässt sich sagen, dass Hawks Themen nicht inszeniert, thematisiert oder irgendwie herausstellt. Als würde Realität sich einfach nur ereignen filmt er diese mit, so scheint es. Ereignisse geschehen, werden vom Zuschauer in ein narratives Gerüst gepackt, lassen ihn am Geschehen teilnehmen, weil es interessiert. Was wird mit den Figuren als nächstes geschehen? Hawks gestattet Einblicke als würde er die Schicksale realer Menschen begleiten. Wir sind dabei und müssen unser eigenes Urteil fällen. Diskurse über Humanität des Strafvollzuges, moderne Erkenntnisse psychiatrischer Forschung soziale Bindungstheorien, Revidierung juristischer Entscheidungen und justizieller Entwicklungen, Vergegenwärtigung individueller Lebensverläufe, Spiegelung mit dem eigenen Ich. Absoluter Wahnsinn, was Hawks auf den Zuschauer loslässt, ohne dass dieser es merken muss bzw. damit behelligt wird. Ohne Zweifel eines der großen filmischen Meisterwerke des Gefängnisfilms.





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