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Original/Remake-Debatte - Filmforen.de

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Original/Remake-Debatte


52 Antworten in diesem Thema

#1 sicomastik

    Schlundforscher

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Geschrieben 25. Oktober 2011, 15:19

(abgespalten aus dem Kurzkommentar-Thread - Anm. des Admin)

Beitrag anzeigenFunxton sagte am 25. Oktober 2011, 08:26:

Näh. Ein Peckinpah-Remake zur Zeit sollte auch ohnehin genug des Guten sein.

Welcher wirdn grade geriehmäkt?

#2 Funxton

    Avanti, Popolo

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Geschrieben 25. Oktober 2011, 20:21

Beitrag anzeigensicomastik sagte am 25. Oktober 2011, 15:19:


Welcher wirdn grade geriehmäkt?

"Straw Dogs". Ist in den Staaten schon vor ein paar Wochen angelaufen.

#3 sicomastik

    Schlundforscher

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Geschrieben 25. Oktober 2011, 20:36

Beitrag anzeigenFunxton sagte am 25. Oktober 2011, 20:21:


"Straw Dogs". Ist in den Staaten schon vor ein paar Wochen angelaufen.

Ach du meine Güte.

#4 Funxton

    Avanti, Popolo

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Geschrieben 25. Oktober 2011, 20:42

Du sagst es :(

#5 Bastro

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Geschrieben 25. Oktober 2011, 21:05

In einem Forum las ich neulich, dass man dieses Remake sehr begrüßen sollte, da der Original-"Streifen" so stinklangweilig sei. :otto: :puni:

#6 sicomastik

    Schlundforscher

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Geschrieben 25. Oktober 2011, 21:09

Ich freu mich schon auf ein Remake der Saw-Filme. Das würde diesen stinklangweiligen Streifen sehr zugutekommen.

#7 hoolio21

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Geschrieben 25. Oktober 2011, 22:26

gibt ne recht positive Ebert-Review

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#8 sicomastik

    Schlundforscher

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 10:42

Beitrag anzeigenhoolio21 sagte am 25. Oktober 2011, 22:26:

gibt ne recht positive Ebert-Review
Die is aber enorm an seinen psychischen Edukationsprozess gekoppelt. "Wie Mr. Ebert die Gewalt kennen lernte."

#9 bekay

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 10:54

Die Vorverurteilung von nicht-gesehenen Filmen ist gerade bei Remakes ziemlich beliebt. :cheers:

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#10 Bastro

    * peng *

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 11:02

Beitrag anzeigenbekay sagte am 26. Oktober 2011, 10:54:

Die Vorverurteilung von nicht-gesehenen Filmen ist gerade bei Remakes ziemlich beliebt. :cheers:
Wieso ein " :cheers:"? Wolltest du nicht das Gegenteil anzeigen? :huh:

#11 sicomastik

    Schlundforscher

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 11:06

In 50 Jahren wird das aus wissenschaftlicher und analytischer Sicht mal eine wahre Goldgrube werden, Filme aus der Mitte des 20. Jahrhunderts mit ihren Wiederaufbereitungen des frühen 21. Jahrhunderts zu vergleichen. Jetzt ist das eher noch Schwachsinn, da man keinerlei Abstand zu unserer heutigen Zeit hat.
Aus künstlerischer Sicht versagen jedoch viele Remakes, da sie in bestimmten Grundzügen eben doch nur repetieren, was das Original vorexerziert. Eines der krassesten Beispiele für die (unnötige) Auswalzung eines Originals, das künstlerisch bereits alles "gesagt" hat, ist Peter Jacksons King Kong.

#12 bekay

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 11:38

Beitrag anzeigenBastro sagte am 26. Oktober 2011, 11:02:

Wieso ein " :cheers:"? Wolltest du nicht das Gegenteil anzeigen? :huh:
Das sollte beißender Sarkasmus sein. :muhaha:

@sicomastik: Das Zeit-Argument würde ich gerade gegenteilig betrachten. 10 bis 20 Jahren sind - was mediale Darstellungsmittel angeht - eine richtig lange Zeit. Ein Großteil der Menschen würde ein Film aus den 1970ern als alt empfinden, ihm seinen spezifischen Zeitkontext ansehen und darüber nicht hinwegkommen. Das mag Filminteressiertere wie uns nicht stören buw. gerade reizen. Aber für jene werden diese Remakes - besonders da sie aus dem Hollywood-System kommen - ja nicht gemacht, sondern für eben diesen Großteil der Menschen, der einen gewissen filmischen Stil, aber auch die Mise-en-scène (Kleidung, Äußeres, Architektur, Farben etc. - alles, was sich vor der Kamera abspielt) einer gewissen Zeit sofort als altmodisch und deswegen als unguckbar erkennen. Aus diesem Grunde gebe ich Jacksons KING KONG Remake auch volle Daseinsberechtigung. Ich habe das Original zwar auch danach geschaut, fand es aber auf jeden Fall intensiver. Aber diese Empfindung musste natürlich mit einem eigenen Beitrag - der Anerkennung des Zeitkontextes und der Effekte - "erkauft" werden. Eine Leistung, die ich vom gelegenltichen Filmgucker kaum verlangen kann. Der braucht Jacksons mediale und besonders visuelle Neuauflage, um den eigentlich alten, aber eben auch mit alten Mitteln erzählten Stoff neu zu erfassen...

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#13 sicomastik

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 11:47

Äh,...ja, da stimme ich dir weitgehend zu.

Hat mit dem was ich jetzt meinte aber dann doch eher nichts zu tun.

#14 bekay

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 11:52

Doch, natürlich! Solange ich jedenfalls davon ausgehen kann, dass das, was du geschrieben hast, auch das ist, was du meintest, so bin ich auf zwei deiner Punkte eingegangen (jedenfalls meinte ich es so, vielleicht schrieb ich es nicht eindeutig genug :D ):
(1) Ein, zwei Jahrzehnte sind ein gewaltiger Zeitabstand für die Entwicklung und Veränderung von Rezeptionsgewohnheiten.
(2) Remakes brauchen einiges an künstlerischer Eigenleistung, um alte Stoffe in diese neuen Gewohnheiten einzupassen.

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#15 Funxton

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 12:01

Beitrag anzeigenbekay sagte am 26. Oktober 2011, 10:54:

Die Vorverurteilung von nicht-gesehenen Filmen ist gerade bei Remakes ziemlich beliebt. :cheers:

"...unter Kennern der Originale" wäre da noch hinzuzusetzen. Ansonsten erfreuen sich beim gemeinen Publikum doch speziell Remakes sogar immenser Beliebtheit. In den derzeitigen Top-5 der US-Box-Office-Charts befinden sich mit "Footloose" und "The Three Musketeers" gleich zwei Remakes bzw. Neuverfilmungen, wie ein Blick auf das entsprechende Kästchen der imdb-Homepage mir soeben verraten hat.
Ansonsten stehe ich nach früherer Skepsis Remakes mittlerweile eher gleichgültig bzw. befriedet gegenüber. Den Großteil der ganzen Horror-Remakes der letzten Jahre fand ich sehr unterhalt-, jedoch keinesfalls bedeutsam und gemessen an den Originalen letzten Endes bloß redundant. Außerdem verrät die momentan gewaltige Remake-Schwemme viel Demografisches über den Zustand des Kinos, was ja auch interessant ist. Dass du, B.K., "King Kong" 05 vor dem Original gesehen hat und danach von selbigem nicht mehr hinreichend berührt werden konntest, finde ich ganz ernstlich sehr bemitleidenswert :mango:

#16 bekay

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 12:06

Beitrag anzeigenFunxton sagte am 26. Oktober 2011, 12:01:

Dass du, B.K., "King Kong" 05 vor dem Original gesehen hat und danach von selbigem nicht mehr hinreichend berührt werden konntest, finde ich ganz ernstlich sehr bemitleidenswert :mango:
Ich schrub, mein lieber Funxton: "Ich habe das Original zwar auch danach geschaut, fand es aber auf jeden Fall intensiver." Mein Sprachverständnis liest da heraus: Ich fand das Original intensiver. Mach dir also nicht die Welt, wie sie dir gefällt. :D (Aber selbst wenn ich Jacksons Film intensiver gefunden hätte, fände ich solch ein Mitlied etwas fehl am Platze und dünkelhaft - auch wenn ich weiß, dass du es wohl wirklich empathischerweise empfinden würdest...)

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#17 sicomastik

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 12:11

Beitrag anzeigenbekay sagte am 26. Oktober 2011, 11:52:

(1) Ein, zwei Jahrzehnte sind ein gewaltiger Zeitabstand für die Entwicklung und Veränderung von Rezeptionsgewohnheiten.


Ja, sicher, aber das ist doch gar nicht meine Aussage. Ich rede von größeren historischen Dimensionen auf politischer und gesellschaftlicher Ebene, sowohl der Menschheit im (sehr) Allgemeinen, als des Films im Besonderen, die bei entsprechender Verarbeitung dieser geschichtlichen Prozesse eine Kontextualisierung ermöglichen, wie sie Menschen, die diese Zeit gerade aktiv erleben - also in diesem Fall die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts - noch nicht möglich sind. Nicht mal, um deinen Gag aufzugreifen, wenn sie mit einer Zeitmaschine in die Mitte des 21. Jahrhunderts reisen würden, da sie die entsprechenden soziologischen und psychologischen Schritte bis zu diesem Punkt gesellschaftlich nicht vollzogen haben.

Mediale Rezeptionsgewohnheiten sind dabei erst mal gar nicht mein Thema.

Beitrag anzeigenbekay sagte am 26. Oktober 2011, 11:52:

(2) Remakes brauchen einiges an künstlerischer Eigenleistung, um alte Stoffe in diese neuen Gewohnheiten einzupassen.


Die von dir genannten Aspekte sind künstlerischen Eigenelistungen in handwerklicher Sicht. Verbesserte Techniken. Nach der im Kunstbetrieb goldenen Regel, dass man spätestens nach 20 Jahren alles wieder neu aufkochen kann, weil die neue Generation sich für das vorherige nicht interessiert - da kann man dann auch deine Argumentation einbauen - ist es nicht schwer durch die Weiterentwicklung der Technik das Publikum neu zu cashen. Der künstlerischen Urkraft des Originals sind damit aber nicht in seinen Grundfesten wesentlich neue Merkmale hinzugefügt.

Deshalb habe ich auch die Sichtweise des Otto-Normal-Zuschauers - die du ins Spiel gebracht hast - genau deswegen nicht angeführt, da sie viel zu starken temporären Schwankungen unterworfen ist. Sie besitzt in der Rückschau allenfalls demographischen Aussagecharakter.

#18 Funxton

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 13:02

Beitrag anzeigenbekay sagte am 26. Oktober 2011, 12:06:

Ich schrub, mein lieber Funxton: "Ich habe das Original zwar auch danach geschaut, fand es aber auf jeden Fall intensiver." Mein Sprachverständnis liest da heraus: Ich fand das Original intensiver. Mach dir also nicht die Welt, wie sie dir gefällt. :D (Aber selbst wenn ich Jacksons Film intensiver gefunden hätte, fände ich solch ein Mitlied etwas fehl am Platze und dünkelhaft - auch wenn ich weiß, dass du es wohl wirklich empathischerweise empfinden würdest...)

Argh, diese übereilte Querleserei, entschuldige. Und natürlich wäre mein Mitleid aufrichtig gemeint gewesen und keineswegs bloße Kokettiererei; dir gegenüber und gegenüber jedem anderen genauso.

@ sico: :cheers: Hervorragend auf den Punkt gebracht.

#19 bekay

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 13:26

Okay, du meinst also, dass wir die gesellschaftltichen und kulturellen Veränderungen, die die Differenzen zwischen Original und Remake auslösen, in ihrer vollen Tragweite gar nicht abschätzen können, da wir noch keinen Abstand zu unserer heutigen Zeit, unserem derzeitigen Status (sozial, kulturell etc.) haben. Kann man schlecht abstreiten und ist wohl absolut richtig. Natürlich kein Grund, besonders als jemand, der viele Filme sehr genau anschaut (ich gehe davon aus, dass du so jemand bist), schon einmal rein formalästhetische und oberflächliche Differenzen auszumachen und zu beschreiben, welche ein Hinweis auf veränderte Rezeptionsgewohnheiten sind, welche wiederum unzweifelhaft Teil unsere gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungsstandes sind. Zu letzterem mögen wir noch keine Distanz haben, zu medialen Darstellungsmitteln aber genug, um sich schon produktiv damit zu beschäftigen. (Dies ist ja so oder so immer ein wichtiger Schritt, wenn nicht gar der erste, wenn man sich intensiver mit Film beschäftigen will.)

Ich teile die Ansicht nicht, dass es eine "künstlerische Urkraft" eines Werkes gibt. Alles, was der Mensch erschafft, lässt sich zum großen Teil auf davor Dagewesenes beziehen, ist Entwicklung und Variation von bereits Geschaffenen. Natürlich gibt es da mal größere oder kleinere Schritte, aber die mythische Heiligkeit des "Originals", die in vielen Remake-Diskussionen auftaucht, kann ich nicht nachvollziehen. Ich glaube, es braucht mehr als bloßes Handwerk, eine alte Geschichte mit neuen erzählerischen Mitteln zu schaffen. Oder zugespitzt: Meines Erachtens besteht künstlerische Leistung hauptsächlich darin, alte Geschichten neu zu erzählen, Aspekte und Gewichtungen unerwartet zu verschieben. Das kann ein Remake ebenso leisten - mich befremdet eben, dass du grundsätzlich auszuschließen scheinst, dass Remakes dazu in der Lage sind. Dem würde ich eben erst einmal grundsätzlich widersprechen. Jacksons KING KONG z.B. geht ja sowieso eine vollkommen andere Richtung, in dem er den Affen vermenschlicht und nicht mehr als rein Fremdes oder eben auch Aggressiv-Männliches Prinzip darstellt. Und m.E. findet das Remake dabei auch wirklich äußerst passende Bilder für diese Beziehung zwischen Frau und Riesenaffe - ein unerwarteter, interessanter Aspekt, der im Orginal gar nicht existent war. (So gnädig war ich letztens nach der Sichtung vom 1933er aber nicht... :D ) Es mag auch die goldene Regel des Kunstbetriebes sein, nach 20 Jahren alles wieder neu aufzukochen, aber für mich ist es eigentlich die conditio sine qua non menschlicher Kreativität. Die bezieht sich doch immer auf Voriges. Ob man das nun Remake nennt und somit etwas direkter mit seinen geistigen Vorgängern umgeht oder es eben einfach verschleiert oder gar nicht weiß...

Das Remakes grundsätzlich größere Variationsschritte oder neue Aspekte vermissen lassen, hat nichts mit dem Remake an sich zu tun, sondern dass ein größerer Wurf eben auch unter den "normalen Filmen" (welche sich zwar nicht als Remakes bezeichnen wollen, aber nichtsdestotrotz welche sind: ob von einem Film, verschiedenen Filmen, einer Gattung von Filmen - sprich ein Genre-Film etc.) selten ist. Aber es gibt eben auch sowas wie Zombies HALLOWEEN Remakes, welches ich beispielsweise äußerst lohnend finde.

Schlusswort: Jeder Film ist ein Remake. :)

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#20 sicomastik

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 21:56

Beitrag anzeigenbekay sagte am 26. Oktober 2011, 13:26:

Ich teile die Ansicht nicht, dass es eine "künstlerische Urkraft" eines Werkes gibt. Alles, was der Mensch erschafft, lässt sich zum großen Teil auf davor Dagewesenes beziehen, ist Entwicklung und Variation von bereits Geschaffenen. Natürlich gibt es da mal größere oder kleinere Schritte, aber die mythische Heiligkeit des "Originals", die in vielen Remake-Diskussionen auftaucht, kann ich nicht nachvollziehen. Ich glaube, es braucht mehr als bloßes Handwerk, eine alte Geschichte mit neuen erzählerischen Mitteln zu schaffen. Oder zugespitzt: Meines Erachtens besteht künstlerische Leistung hauptsächlich darin, alte Geschichten neu zu erzählen, Aspekte und Gewichtungen unerwartet zu verschieben.

Im Grunde sehen wir manches schon recht ähnlich, nur verstehe ich unter "künslerischer Urkraft" nicht etwas so konventionelles wie ein Element, dass so noch nie dagewesen ist, weil das Unsinn ist, sondern dass bestimmte Elemente, die so schon eine Zillionen Mal verwendet worden sein können, in genau einem Moment (historisch) auf genau eine Weise (die zig Künstler hinter dem Werk) genau so zusammengefügt wurden, dass es genau auf den Punkt so funktionieren konnte, dass es die Zeiten überdauern konnte, dass es eine Vollendung erreichte, die es einzigartig macht. Einem der wenig wirklich erhellenden Remakes, nämlich Gus van Sants Psycho, verdanken wir die Erkenntnis, dass die filmischen Dinge mehr als die Summe ihrer Teile sind. Der Film selbst weist die gleichen Spannungskonstruktionen auf und kann auch als spannend erlebt werden (ich fand ihn spannend), aber er kann nie die originäre Kraft des Originals erreichen, weil das schon passiert ist.

Beitrag anzeigenbekay sagte am 26. Oktober 2011, 13:26:

Jacksons KING KONG z.B. geht ja sowieso eine vollkommen andere Richtung, in dem er den Affen vermenschlicht und nicht mehr als rein Fremdes oder eben auch Aggressiv-Männliches Prinzip darstellt. Und m.E. findet das Remake dabei auch wirklich äußerst passende Bilder für diese Beziehung zwischen Frau und Riesenaffe - ein unerwarteter, interessanter Aspekt, der im Orginal gar nicht existent war.

Die Vermenschlichung ist allein durch die Tricktechnik im Original gegeben. Die braucht man nicht in einem 3-Stunden-Film auszubuchstabieren. Das Jackson das macht zeigt, wie gut er das Original vertsanden hat und lässt einen stärker darin schwelgen. Einen grundsätzlich neuen Aspekt hat er damit nicht aufgeworfen. Gerade die Anthropomorphisierung durch O'Brien verhalf King Kong zu dem Erfolg, der er wurde.

Beitrag anzeigenbekay sagte am 26. Oktober 2011, 13:26:

Das Remakes grundsätzlich größere Variationsschritte oder neue Aspekte vermissen lassen, hat nichts mit dem Remake an sich zu tun, sondern dass ein größerer Wurf eben auch unter den "normalen Filmen" (welche sich zwar nicht als Remakes bezeichnen wollen, aber nichtsdestotrotz welche sind: ob von einem Film, verschiedenen Filmen, einer Gattung von Filmen - sprich ein Genre-Film etc.) selten ist. Aber es gibt eben auch sowas wie Zombies HALLOWEEN Remakes, welches ich beispielsweise äußerst lohnend finde.

Dein erster Satz leiste m.E. mehr der Komplexitätsreduktion Vorschub. Zombies Remake fand ich bei erster Sichtung toll. Bei zweiter Sichtung scheiße.
Carpenters Film, der auf expliziter wie impliziter Ebene alles aus dem Remake beinhaltet, gefällt mir auch noch bei der 65. Sichtung.

Beitrag anzeigenbekay sagte am 26. Oktober 2011, 13:26:

Schlusswort: Jeder Film ist ein Remake.

Bei Gott, nein. Jeder Film ist einzigartig. Er bedient sich lediglich bei vorherigen.

#21 bekay

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 22:41

Zitat

Im Grunde sehen wir manches schon recht ähnlich, nur verstehe ich unter "künslerischer Urkraft" nicht etwas so konventionelles wie ein Element, dass so noch nie dagewesen ist, weil das Unsinn ist, sondern dass bestimmte Elemente, die so schon eine Zillionen Mal verwendet worden sein können, in genau einem Moment (historisch) auf genau eine Weise (die zig Künstler hinter dem Werk) genau so zusammengefügt wurden, dass es genau auf den Punkt so funktionieren konnte, dass es die Zeiten überdauern konnte, dass es eine Vollendung erreichte, die es einzigartig macht.
Ein interessantes Konzept, sehr romantisch. Aber nichts für mich. Trotzdem schön! :)

@King Kong: Da meinte ich noch etwas anderes. Die Vermenschlichung beim Original mag zwar da gewesen sein und tricktechnisch auch beeindruckend, aber ich meinte das eher in der Charakterisierung der Trickfigur. 33er Kong war ein mitleidsloses Monster, ein schwanzgesteuerter Riesenaffe, der nur das eine wollte. (Aber klar, diese sexuelle Gier, das war toll gemacht für die Zeit, besonders die Augen!) Ann hatte kein Interesse an dieser Kreatur. Daraus entwickelt der Film ja auch seine Kraft, in der Darstellung dieses bedrohenden Prinzips. Jackson gestaltet die Affen-Figur ja vollkommen anders: als verständnisvollen und gefühlvollen Softie, der mit seinen instinkthaften Trieben in Konflikt steht. Und darauf fährt Ann ja voll ab. Wie schon gesagt: Das rettet zwar nicht den Film, zeigt aber, wie ein Remake dem Originalstoff doch noch innovative Wendungen und Aspekte abgewinnen kann, was m.E. nach hier passiert ist.

Dass jeder Film einzigartig ist, darauf können wir uns doch einigen. Und nach Logik Grundkurs I kommt das auch dem Remake zu gute:

Jeder Film ist einzigartig.
Jedes Remake ist ein Film.
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Jedes Remake ist einzigartig.

:cheers:

(Ach ja, hier gab es auch schon einmal eine kleine Remake-Diskussion!)

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#22 sicomastik

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 22:49

Beitrag anzeigenbekay sagte am 26. Oktober 2011, 22:41:

Ein interessantes Konzept, sehr romantisch. Aber nichts für mich. Trotzdem schön! :)

Was hat das mit Romantik zu tun, dass Entitäten einer örtlichen, zeitlichen und individuellen Singularität unterworfen sind? Die Romantik kann sich aus allem ergeben - auch aus Völkermord - aber sie ist kaum das Grundmotiv meiner Überlegung.

#23 bekay

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 22:57

Habe auch gar nicht behauptet, dass die Romantik ein Grundmotiv deiner Überlegungen ist. Was Entitäten sind und ob sie Singularitäten unterworfen sind, das überlassen ich den Ontologen, auf deren Gebiet ich mich nicht auskenne. Grundsätzlich aber interessiere ich mich sowieso eher für den Schein als das Sein. :blush:

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#24 sicomastik

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Geschrieben 26. Oktober 2011, 23:30

Beitrag anzeigenbekay sagte am 26. Oktober 2011, 22:57:

Habe auch gar nicht behauptet, dass die Romantik ein Grundmotiv deiner Überlegungen ist.

Stimmt. Wortklauberisch hast du das nicht gesagt, aber "Ein interessantes Konzept, sehr romantisch." zeugt von ähnlichem Nicht-Verständnis.

Beitrag anzeigenbekay sagte am 26. Oktober 2011, 22:57:

Grundsätzlich aber interessiere ich mich sowieso eher für den Schein als das Sein. :blush:

So viel Realitätsflucht, dass muss ich unumwunden eingestehen, besitze ich leider nicht. :schlomo:

#25 bekay

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Geschrieben 27. Oktober 2011, 09:13

Ich habe aus meinem Nicht-Verständnis überhaupt keinen Hehl gemacht. Ähnlich wie du aus deiner gewagten Forderung, andere müssten dich offenbar verstehen, keinen Hehl machst.

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#26 sicomastik

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Geschrieben 27. Oktober 2011, 11:19

Aber bekay, das entstand doch alles nur, weil du auf etwas von mir eine Replik schriebst, die mir den Eindruck vermittelte, du hättest mich nicht verstanden. Als ich erkläre, dass es mir um etwas anderes geht, bist du doch derjenige gewesen, der genau zu wissen schien, was ich eigentlich meine. Wenn ich mich unverstanden fühle, dann erkläre ich, was ich meine, so wie ich es weiter oben getan habe. Und zumindest Funxton scheint es ja verstanden zu haben.

#27 Funxton

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Geschrieben 27. Oktober 2011, 11:33

Beitrag anzeigensicomastik sagte am 27. Oktober 2011, 11:19:

Und zumindest Funxton scheint es ja verstanden zu haben.

Die Fraternisierung liegt in dem Falle nahe, weil ich die bewussten Aspekte ganz genauso sehe.
@ bekay: Die etwas naserümpfend (den Terminus 'dünkelhaft' wollte ich jetzt nicht mehr benutzen :D ) anmutende Bezeichnung von sicos obigem Ansatz als "romantisch" kann ebensogut retour gehen als "akademisch". Ich vermisse bei deinen Argumentationen ja häufig eine objektbezogene Emotionalität, die beherzte Leidenschaft des Filmliebhabers, an deren Stelle ein manchmal allzu unbeirrbarer Hang zum Dogmatismus tritt.

#28 bekay

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Geschrieben 27. Oktober 2011, 12:08

Akademisch und dogmatisch fand ich in diesem Falle eher sico mit den Entitäten und ihrer Einmaligkeit, mit denen er argumentativ seine Sicht von der Originalität eines Filmes zu untermauern suchte. Nun mag es sein, dass ich während meines Studiums zu sehr mit Nietzsche, Foucault und all den anderen (post)modernen Pack traktiert wurde, aber da schimmert eben - soweit ich es verstehe - eine Sicht durch, die ich nicht ganz teilen kann. Eben jene Feier des Authentischen, Einmaligen, Nur-so-und-nicht-anders-Seins etc. Ich glaube einfach nicht daran. Ich glaube an Perspektiven, die Akzente anders setzen, in denen das Remake plötzlich der interessantere Film sein kann - oder eben das Original. Aber: es sind gleichberechtigte Perspektiven. Da ist die eine - z.B. sicomastiks Idee einer historischen Einmaligkeit - nicht mehr wert als die andere. Dass ein Film Zeiten überdauert, dass er ein Klassiker ist - da bin ich ganz der Diskursanalyse verhangen - hat nichts mit seinen eigentlichen Attributen zu tun, sondern damit, dass er zu einer bestimmten Zeit von bestimmten Personen als solches bestimmt wurde und das in einem kontingenten Umfeld aus relativen Beziehungen, Kontexten und Meinungen: Es hätte also so, aber auch ganz anders kommen können.

Meine Leidenschaft ist dann eben, jeden Film als erst einmal grundsätzlich verteidigungswürdig anzusehen - es kommt eben nur auf die Perspektive an, die man auf ihn wirft. Das ist dann wohl wirklich nicht eine objektbezogene Emotionalität, Funxton, sondern eine subjektbezogene, in der ich die je subjektive Erfahrung eines Zuschauers an erster Stelle setze. Deswegen finde ich es auch ein bisschen komisch, dass man jemanden bemitleidet, der mit einem Remake vielleicht mehr anfangen kann, es intensiver empfindet, als das Original. Jene Empfindungen können vielleicht dazu führen, dass das Remake der neue Klassiker wird. Aber da hat sico recht: Erst sehr viel später werden wir sowas erkennen...

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#29 Funxton

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Geschrieben 27. Oktober 2011, 12:35

Dann müsen wir eben mit unseren differierenden Perspektiven leben, was ja im Zeitalter der Vernunft durchaus möglich sein sollte :)

Dennoch: Natürlich sind in der Hauptsache bestimmte künstlerische Merkmale verantwortlich für die Zeitlosigkeit sowie den gegenwärtigen (und besonders künftigen) Rang eines Werks, wobei beim Film, das gilt es schon zu berücksichtigen, durchaus das glückliche Zusammentreffen bestimmter Einzelfaktoren entscheidend sein kann.

Und nochmal zum Thema "King Kong" O./R. / 'bemitleiden'. Wir pflegen offenbar auch unterschiedliche Auslegungen dieses Verbs bzw. Wortstammes. 'Jemanden zu bemitleiden' heißt in meiner Sicht der Dinge nicht a priori, sich in arroganter Weise über ihn zu stellen (auch wenn ich einräume, dass man in Zeiten, in denen Jugendliche das Wort "Opfer" als gezielte Beleidigung pflegen, durchaus in Gefahr dieses Verdachts laufen kann), sondern tatsächlich ein empathisches Gefühl des Bedauerns, des Mit-Leidens zu empfinden. Bezogen auf Menschen, die, speziell im angesprochenen Fall, sich aus welchen Gründen auch immer, stärker, vielleicht sogar viel stärker vom Remake affizieren lassen, verspüre ich tatsächlich ein unwillkürliches - sogar immenses - Bedauern, aus genau den o.g. Gründen.
(Ich behalte mir - das aber wirklich nur nebenbei - darüberhinaus das Recht des Freidenkers vor, von Menschen zu halten, was ich im Moment für richtig erachte, natürlich stets unter dem Vorbehalt, meine Meinung später ändern zu können.)

Innerhalb der nunmehr acht Jahrzehnte andauernden Ära des Tonfilms fällt mir übrigens kein Fall ein, in dem ein Remake / einer Neuadaption eine Urverfilmung bezüglich ihres allgemeinen filmhistorischen oder -wissenschaftlichen Ranges überflügelt hätte (wobei dir derlei diskursfremde Kategorisierungen vermutlich ohnehin egal sind)...
(Das nehme ich mit eingekniffenem Schwanz zurück, s.u.) :nocomment:

#30 sicomastik

    Schlundforscher

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Geschrieben 27. Oktober 2011, 13:04

Ach bekay, wir sind uns in so vielem nahe, aber irgendwie denkst du dich mehr selbst durcheinander. Zum Teil vertrittst du die gleichen Ansichten wie ich und wenn ich dir da entgegenkommen möchte, habe ich den Eindruck, du willst eigentlich nicht, dass wir uns verstehen.

Mir geht es halt nicht um Überlegungen, die Menschenbilder transportieren, die über den Menschen gestülpt werden; mir geht es um den Menschen selbst.

Um dir mal die Grundlagen für mein "romantisches" Konzept näher zu bringen:

(meine erste Version ist irgendwie verschwunden, musste alles noch mal neu schreiben und habe es deshalb vereinfacht, bin davon jetzt auch erledigt)

Bei einem Szenenvergleich zwischen der Spannungskonstruktion "Norman Bates versenkt Auto in Sumpf" in Psycho 1960/1998 konnten bei einer EEG und EMG-Messung für die Szenen keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden (leichter, aber vernachlässigbarer Arousalanstieg beim Original, vor allem im Beta-Wellenbereich). Bei einer Befragung der Probandengruppen, die entweder nur den alten oder nur den neuen Psycho gesehen haben, wurden nach dem Emotionsfragebogen von Lazarus eine deutliche Tendenz in Richtung Unwohlsein und subjektiv erlebter Erregung Richtung Original erkennbar. Nur anhand der Messergebnisse lässt sich dies nicht erklären. Es kommt der Verdacht auf, dass eine holistische Betrachtungsweise, unabhängig von Einzelwirkungen, während des Rezeptionsvorgangs zwischen Rezipient und Werk auftritt, der nicht durch die Zerlegung in Einzelszenen erklärbar ist. Das Original wurde von allen Probanden von Gruppe 1 intensiver erlebt bzw. retrospektiv beschrieben als das Remake von der zweiten Gruppe. Auch die (niemandem bekannte) Auflösung des Filmes wurde von der Original-Gruppe als Schock, von der Remake-Gruppe mehr als erklärende Conclusio wahrgenommen.
Bei einer Nachuntersuchung gaben tatsächlich 2/3 der Original-Gruppe an, wenigstens einmal an den Film gedacht zu haben. Dabei wurde sogar ein Unwohlsein beim Duschen geschildert (tätä). Von der Remake-Gruppe dachte niemand mehr an den Film bzw. konnten sich einige an zentrale Inhalte schon nicht mehr erinnern. Der Film war vorrangig mit der Information im Gedächtnis geblieben, dass es dazu doch ein Original gäbe.

Leider war die Effektstärke mit 0,3 sehr gering, aber es ergeben sich zumindest erst mal gewisse Hinweise, die Rückschlüsse auf eine holistische Verarbeitung unseres Gehirns bzgl. Empathie und Emotion zulassen. Offensichtlich funktionieren Spannungskonstruktionen auf eine bestimmte Weise - siehe, dass es keinen Unterschied bei einem Vergleich der Einzelszene gibt - aber vom Werk geht eine noch nicht zu entschlüsselnde Gesamtwirkung aus. Deshalb mein Verweis, dass das nahezu einstellungsgleiche Farbremake uns einen Hinweis gibt, inwiefern die filmischen Dinge mehr sind als die Summe ihrer Teile und inwiefern das ursprüngliche Werk eine Ur-Kraft besitzt, die nicht replizierbar ist.

Diese Untersuchung fand 2004 im Rahmen eines Experimentalpraktikums statt und war sehr aufwändig und belastend für die Beteiligten.

Und nun noch ein paar Remakes, die das Original überflügeln:

The Man, who knew too much
What price glory
The 3 Godfathers
The Sun shines bright
Mogambo

und noch zig weitere.





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