"Polizeiruf 110 - Mein letzter Wille" (GER 2003), TV (Das Erste);
Regie: Ulrich Stark
Liebes Tagebuch...
Zeugenschutzprogramm, 1. Teil:
1995 wurde für der erste Polizeiruf für den WDR produziert. Vor die Kamera trat ein ungewöhnliches Quartett: Oliver Stritzel, Martin Lindow, Andrea Sawatzki und Inge Meysel. Schauplatz: Eine Kleinstadt namens Volpe. Drei Folgen lang ("1 A Landeier", "Roter Kaviar" & "Gänseblümchen"), sorgte das Team für guten Quoten und einen regelrechten Preishagel. Danach schied zuerst Inge Meysel und dann Andrea Sawatzki aus. Um so mehr überraschte es mich, als ich, nichts böses ahnend, von der Reunion der vier Hauptdarsteller hörte. Andrea Sawatzki legte eine Tatort-Pause ein, Martin Lindows Charakter kehrte aus Wuppertal zurück und Inge Meysel meldete sich aus dem vor zwei Jahren selbstverordnetem Ruhestand zurück.
Elisabeth Kampnagel ist der Meinung, daß sie ihr Verfallsdatum längst überschritten hat. Beim Versuch mit ihrem Auto über die Kante einer halbfertigen Autobahnbrücke zu rasen, überfährt sie einen Passanten, was ihr das Leben rettet. Der Fußgänger aber verliert sein Gedächtnis. Nun ist es ihr letzter Wunsch, dem Verletzten seine Identität wieder zurückzugeben. Dazu klingelt sie, mittels einer kleinen Erpressung und diverser Rückblenden, ihre alten Bekannten Herren und Damen Polizisten zurück ins alte Leben nach Volpe. Bald stellt sich heraus, daß der Namenslose Mr. Nobody ein Mafiakiller ist, der sich zu allem Unglück auch noch in seinen Auftrag verliebt hat: die schöne italienische Nachbarin von Elisabeth Kampnagel.
Irgendetwas ist faul Staate Dänemark, denn dieser Polizeiruf ist eine Mogelpackung. Noch weiß ich nicht genau, was es ist. Aber das wird sich schon noch rausfinden lassen. Ein geübtes Auge merkt jedoch sofort, daß Inge Meysel und die drei Polizisten keine gemeinsame Szene haben. Immer wurde mit Gegenschnitt und Rückendoubles gearbeitet. Manchmal tritt Inge Meysel auch nur in Form von Videobotschaften an ihre alten Bekannten heran. Warum aber spielt sie zusammen mit dem göttlichen Andreas Kunze (der genau so dick ist, wie in "Jazzclub - Der frühe Vogel fängt den Wurm"). Wurden Frau Meysel's Szenen, aufgrund ihres immer schlechter werdenden Gesundheitszustandes, etwa früher gedreht? Sind es teilweise enfallene Szenen aus früherern Polizeirufen? Kann es sein, das Frau Meysel manchmal etwas jünger aussieht (letzte Szene), als bei anderen Aufnahmen (im Krankenhaus)? Fragen über Fragen! Werde, rein interessehalber, mal eine E-Mail an den WDR senden und deren Ergebnis dann als Ergänzung hier vermerken.
Auch wenn der Film inhaltlich manchmal etwas konfus ist, bietet er spannende Unterhaltung und stellt doch einen schönen Abschluß für die Karriere der Inge Meysel dar. Einen weiteren Film mit ihr wird es nicht mehr geben. Jetzt kann ich nur für sie hoffen, daß sie die Kurve noch bekommt und durch das Hintertürchen geht, daß sie sich immer offen halten wollte. Ich fürchte aber, es ist zu spät...
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Nachtrag vom 14.07.2004:
Laut einer Mail des WDRs vom 14.06.2004 hatte Inge Meysel unter anderem jeweils einen Drehtag mit dem Polizistentrio, einen mit Andreas Kunze und einen mit dem italienischen Motorradfahrer. Weiter sagt der WDR, daß nur in den Rückblenden altes Material verwendet wurde. Die restlichen Szenen mit Inge Meysel wurden im Frühjahr und Sommer 2003 gedreht. Schade, daß sie sich manchmal nicht in den Film einfügen wollen und das Endergebnis nicht wirklich das Quartett gemeinsam zeigt, daß es gemeinsam zu zeigen gehabt hätte. So ist nicht viel ist von dem gemeinsamen Drehtag mit dem Polizistentrio an die Öffentlichkeit geraten.
Und Inge Meysel hat es mittlerweile auch geschafft. Sie mußte das Hintertürchen nicht mal selber öffnen. Ihr Herz bleib einfach so stehen...
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Montag, 31.05.2004/20-15 - 21:40 Uhr
Out of Signature.