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The Room-Files


1994 Antworten in diesem Thema

#1981 Mr. Room

    Man sagt, er sei ein guter Mensch

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Geschrieben 07. Januar 2010, 01:03

„The Black Cat“ (IT 1981), DVD (Laser Paradise);
Regie: Lucio Fulci

Liebes Tagebuch...
Happy Halloween!!!
Eine Katze hing am Glockenseil!

Ein Film mitten aus Lucio Fulcis produktivster und, im Nachhinein gesehen, auch mitten aus seiner besten Zeit, damals in Deutschland unveröffentlicht und nun in Form von verschiedenen Auflagen auf den Markt geschmissen. Diese DVD, die es auf einer Filmbörse als Dreingabe oben drauf gab, verärgert vor allem durch ihre misslungene deutsche Tonspur, weil bei dieser der englische Originalton im Hintergrund zu hören ist. Dann also Plan B: nur die englische Tonspur!

Vielleicht lag es an Plan B, daß mir nicht vollständig klar wurde, wer hier nun wirklich die treibende böse Kraft war. War es wirklich die schwarze Katze, die ihren potenziellen Opfern so tief in die Augen blicken konnte, daß sich diese wie hypnotisiert selbst verletzten? Oder war es ihr tattriges Herrchen, ein griesgrämiger Wissenschaftler (Patrick Magee), der mittels harmloser Experimente die Stimmen von Verstorbenen auf diversen englischen Friedhöfen auf Tonband aufnehmen wollte? Fragen über Fragen, die der Film aufwirft, als der Totenforscher seiner zweifelsfrei teuflisch bösen Katze den Garaus macht, diese dann als Geisterkatze herumspukt, während der Wissenschaftler nichts besseres im Sinn hat, als die neugierige Fotografin Jill (Mimsy Farmer) im Keller seines Hauses einzumauern.

Auch sonst ist „The Black Cat“ leider keine dieser Perlen, wie sie davor oder danach aus Fulcis Feder entsprangen (Glockenseil, Geisterstadt, Friedhofsmauer), auch weil das Finale nur leidlich spannend und der Rest auch nicht besonders höhepunktreich ist. Immerhin gibt’s schöne Kameraarbeit und Pino Donnagios absolut hörenswerte Musik. Die Katze/die Katzen selbst sind zwar gut trainiert, aber, ausgestattet mit etwas Katzenkenntnis, kann man leider erkennen, wie die eine oder andere Szene entstanden sein muß: Eine Katze, egal ob schwarz oder nicht, die mit hoch erhobenem Schwanz fröhlich durchs Bild trabt, geht nicht zum Angriff über, sondern steuert ihrem Fressnapf, welcher randvoll mit Whiskas gefüllt ist, entgegen.

Samstag, 31.10.2009/13:35 - 15:00 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1982 Mr. Room

    Man sagt, er sei ein guter Mensch

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Geschrieben 07. Januar 2010, 01:05

„Das Phantom von Soho“ (GER 1963), HDD (TV/Das Erste);
Regie: Franz Josef Gottlieb

Liebes Tagebuch...
England in Deutschland:

Deutlich schmuddeliger als die Konkurrenz-Filme von Horst Wendlandt kommt diese Produktion von Artur Brauner daher, was jedoch nicht heißen soll, daß sie deswegen irgendwie minderwertiger wäre. Der Film glänzt durch verruchte Eleganz.

In Soho gibt es nicht nur einen Buckligen, einen Gorilla und einen Todesrächer, sondern auch ein Phantom, daß mit Gespenstermaske und silbern glänzenden Geisterhandschuhen die Beteiligten eines Versicherungsbetruges unschädlich macht - und es waren viele an dem Betrug beteiligt und bald ist der Platz knapp im Leichenschauhaus. Scotland Yard, vertreten durch Dieter Borsche, tappt im Dunkeln, während der Kriminalkommissar, dargestellt von Peter Vogel unbekümmert Witzchen reißt und Sir Johns Bruder im Geiste Sir Philipp (Hans Söhnker) die Arbeit seiner Mannschaft untergräbt.

So entstand eine abwechslungsreiche, spannende und überaus gut fotografierte Kriminalposse, deren Kreis der Verdächtigen zum Ende hin zwar ziemlich ausgedüngt wird, man aber trotzdem nur schwer die Identität des Täters erraten kann, weil Hans Söhnker als Oberverdächtiger quasi alle Blicke auf sich zieht.

Samstag, 31.10.2009/17:30 - 19:00 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1983 Mr. Room

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Geschrieben 07. Januar 2010, 01:10

„Frankenstein muß sterben“ (GB 1969), DVD (Warner);
Regie: Terence Fisher

Liebes Tagebuch...
Deutschland in England:

Frankenstein muß sterben - und zwar zu Recht, denn der hier agierende Baron Frankenstein (natürlich: Peter Cushing) ist wirklich kein Sympathieträger (Ich weiß gar nicht, ob er das überhaupt jemals gewesen ist). Er erpresst nicht nur einen Unglücksraben im Ärztekittel, sondern vergeht sich sogar an seiner Frau. Nebenbei will er einen noch verrückteren Wissenschafter aus der Irrenanstalt befreien, weil er glaubt, dieser könnte ihm noch etwas Fachwissen in Sachen Hirntransplantation am lebenden Objekt vermitteln. Aber weil der verrückte Wissenschafter in einem ziemlich schlechten Zustand ist, wird dieser nicht weiter zu Rate gezogen, nein, ihm wird gleich höchstpersönlich sein Hirn transplantiert.

Entstanden ist ein teilweise etwas zu langer, aber vor allem sehr schön und aufwändig gestalteter Film aus der Hammer-Schmiede, der mit ein paar hübschen Schockmomenten und einem sehenswert feurigem Finale ausgestattet ist.

Samstag, 31.10.2009/21:20 - 23:00 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1984 Mr. Room

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Geschrieben 07. Januar 2010, 01:21

„Angriff aus der Tiefe“ aka „Polyp - Die Bestie mit den Todesarmen“ (IT/USA 1977), HDD (TV/Das Erste);
Regie: Oliver Hellman aka Ovidio G. Assonitis

Liebes Tagebuch...
Teilweise überraschend innovativer, dann aber auch wieder erschreckend schlecht gemachter Abklatsch vom „Weißen Hai“. Besonders gut ist hier die fast schon als wunderbar zu bezeichnende Musik eingesetzt - immerhin in den Momenten, in denen die Tonspur nicht ihre eigene Interpretation vom möglichen Klang einer Unterwasserwelt imitieren möchte. Echte Highlights sind die Szenen in denen vollkommen auf Dialoge und Hintergrundgeräusche verzichtet und einfach nur Musik gespielt wird. Das verleiht dem Film einen individuellen Ausdruck - ebenso wie das effektive Arbeiten mit Standbildern. Das Drehbuch aber hinkt. Identifikationsfiguren sucht man vergebens. Die amerikanischen „Hauptdarsteller“ (John Huston, Shelley Winters, Henry Fonda) waren offensichtlich zu teuer um sie zu wirklichen Eckpfeilern der Handlung auszuarbeiten. So lebt der Film hauptsächlich von seinen Nebenhandlungen und schwer nachvollziehbaren Unterwasseraktionen, was ihn unpersönlich erscheinen läßt.

Außerdem überforderte der menschenfressende Riesentintenfisch wohl das Budget und die Effektspezialisten, so daß sich der Kraken nur selten oberhalb der Wasseroberfläche zeigt und darunter nur in verwackelten und arg dunklen Großaufnahmen zum Angriff übergeht. So kann man nur erahnen, was gerade von statten geht und da die Filmemacher anscheinend nicht wirklich als Meister der Bildersprache zu bezeichnen sind, hat man als Zuschauer von Zeit zu Zeit große Probleme dem Geschehen zu folgen.

Sonntag, 01.11.2009/13:45 - 15:10 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1985 Mr. Room

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Geschrieben 07. Januar 2010, 01:23

„The Hills have Eyes II“ (USA 2007);
Regie: Martin Weisz

Liebes Tagebuch...
Eine durch die Bank enttäuschende Fortsetzung - selbst in der noch etwas längeren Unrated-Version, die zwar ein paar blutige Details mehr bereithält, welche aber allesamt nur als plump zu bezeichnen sind. Ärgerlich ist vor allem, wie billig und einfallslos der Film erscheint. Billig, weil nun wirklich keine Schauwerte geboten werden. In der ersten Hälfte kraxeln die blöden Army-Soldaten die langweilig ins Bild gerückten Steinhügel rauf und runter, während sich die zweite Hälfte im fast vollständig dunklen Höhlenlabyrinth der blutigen Hügel abspielt.

Bögen zum Vorgängerfilm werden keine gespannt. Antworten auf den Verbleib der drei Überlebenden aus dem ersten Teil (zwei Menschen, ein Hund) werden nicht serviert. Stattdessen muß man sich mit dem tumben Soldatentrupp herumschlagen, der von einem Klischeefettnäpfchen ins andere tritt und man fragt sich, was die dort in den Wüstenbergen überhaupt machen, vorhaben oder erreichen wollen. Sehr ärgerlich - auch ein wenig überraschend ärgerlich, denn seinerzeit im Kino konnte ich dem Film wenigstens noch ein paar positive Akzente abgewinnen.

Sonntag, 01.11.2009/21:00 - 22:25 Uhr (zum zweiten Mal gesehen)
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#1986 Mr. Room

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Geschrieben 08. Januar 2010, 11:00

„Orphan - Das Waisenkind“ (USA/CND/GER/FR 2009), Kino (Cinecittà, Nürnberg);
Regie: Jaume Collet-Serra

Liebes Tagebuch...
In Form des Trailers einst noch als „Esther“ angekündigt, von mir mit dem Wunschtitel „Es stimmt etwas nicht mit Esther“ versehen, kam nun „Orphan - Das Waisenkind“ ins Kino - getreu dem Motto des Fantasy-Filmfests: Böse Kinder regieren die Welt.

Und es stimmt: Esther scheint wirklich ein böses Kind zu sein. Mit Redegewandtheit und gespielter Freundlichkeit wickelt sie ihre Adoptiveltern um den Finger, spielt diese danach gegeneinander aus und bringt sogar deren leibliche Kinder gegen sie auf. Mit schonungsloser Härte zeigt der Film nach dieser Einleitung, was alles geschehen kann, wenn ein Kind aus der „eigenen“ Sippschaft zum Angriff bläst und sich mit allen Mitteln gegen alles auflehnt, was die Eltern für richtig halten. Zwar färbt sich Esther nicht die Haare grün, sie zieht auch keine Springerstiefel an und hängt auch kein umgedrehtes Kreuz in ihrem Zimmer auf. Dafür setzt sie auf subtilere und ungemein wirkungsvollere Mittel, packt die wohlgeratene Familie am Schopf, dreht alles auf den Kopf und richtet jedes noch so kleine Detail zu ihren Gunsten aus. Das ist wirklich harter Tobak, obwohl der Film über weite Strecken wirklich bedächtig daher kommt.

Aber, „Orphan - Das Waisenkind“ ist auch ein Dark-Castle-Film, mit ordentlichem Showdown wie es sich gehört - inklusive Plottwist, der gar nicht mal so weit hergeholt ist. Noch ein Beweis, für die Qualitäten dieses Filmes: seine Laufzeit. Astronomische 125 Minuten läuft der Film - eine Zeit, bei der schon längst ein Großteil seines Publikums eingeschlafen sein müßte. Aber, der Film hält durch. Hänger sind kaum auszumachen und, von machen Anflügen von Hollywood-Dramaturgie mal abgesehen, bietet „Orphan - Das Waisenkind“ wirklich zwei Stunden überaus spannende und, reduziert auf den ganzen Kinderkram, tatsächlich grenzwertig gute, böse Unterhaltung.

Dienstag, 03.11.2009/20:20 - 22:25 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1987 Mr. Room

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Geschrieben 10. Januar 2010, 12:14

„Der Auslandskorrespondent“ (USA 1940), HDD (TV/Arte);
Regie: Alfred Hitchcock

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Den Beginn des zweiten Weltkriegs nahm Alfred Hitchcock zum Anlass für eine außergewöhnlich ereignisreiche Spionagegeschichte, in der ein amerikanischer Reporter in Europa die Machenschaften einer Geheimorganisation unter die Lupe nehmen soll. Diese gibt an, den Krieg verhindern zu wollen, aber der Journalist entdeckt, daß die Gruppe eigene Ziele verfolgt.

Neben spannenden Wendungen und einer zwingend notwendigen Liebesgeschichte besticht der Film vor allem durch technische Raffinesse und seine großartigen Kulissen. Die holländischen Windmühlen sehen zwar, typisch für Hitchcock, künstlich aus, lassen aber gerade deswegen beim Zuschauer erahnen, daß hier „irgendetwas nicht stimmt“, was sich aus als richtig herausstellt.

Zum Abschluß des Films gibt es dann noch einen spektakulären Flugzeugabsturz, welcher auch heute noch überzeugen kann, inklusive einer durch eine Glasscheibe schwebenden Kamera. Letzteres bekam man dann erst wieder Jahrzehnte später zu sehen.

Freitag, 06.11.2009/20:10 - 22:05 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1988 Mr. Room

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Geschrieben 10. Januar 2010, 12:39

„Babel“ (FR 2008), TV (Arte);
Regie: Hendrick Dusollier

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Aufgenommen in China und danach am Computer extrem elegant verfremdet in Frankreich, schwelgt „Babel“ in unglaublich berauschenden Bildern, die jedoch leider für mich keine erkennbare Aussage über den Sinn des Gezeigten liefern, was sehr schade ist. Auf erklärende Dialoge wurde verzichtet und so brachte erst das kurze Interview mit dem Regisseur, welches im Anschluß zu „Babel“ gezeigt wurde, etwas Licht ins Dunkel.

Samstag, 07.11.2009/00:20: 00:35 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1989 Mr. Room

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Geschrieben 10. Januar 2010, 12:41

„Akumi“ (GER 2005), TV (Arte);
Regie: Moritz Mohr

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Wo im letzten Film noch zu wenig geredet wurde, hört man hier zu viel - auch wenn es sich nur um eine Stimme aus dem Off handelt, die jedoch leider etwas aufdringlich und geschwätzig rüberkommt.

Akumi ist ein aufmüpfiges junges Mädchen, daß sich nichts gefallen, geschweige denn von anderen anfassen läßt. Erst als ein Virus ausbricht und die gesamte Menschheit sich in Zombies verwandelt hat, fasst die widerstandsfähige Akumi den Entschluss, sich kurzerhand in die neu entstandene Gesellschaft zu integrieren.

„28 Days later“ hat Pate gestanden. So gibt es auch hier hyperaktive Untote, die im Finale in stakkatohaften Schockmomenten für Bruchteile von Sekunden ihre Fratze in die Kamera halten, bevor ihnen in Zeitlupe der Kopf weggeschossen wird. Weiter spielt der in Schwarzweiß gedrehte Kurzfilm effektiv mit schnellen Schnitten und Licht und Schatten, was ein ordentliches Tempo und ein fesselndes Szenario ergibt. Eigentlich sehr sehenswert.

Samstag, 07.11.2009/00:40: 00:50 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1990 Mr. Room

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Geschrieben 10. Januar 2010, 12:41

„Behind the Mask - The Rise of Leslie Vernon“ (USA 2006), DVD (Sunfilm);
Regie: Scott Glosserman

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Anatomie eines Slasherfilms:

Auch wenn die Ausgangssituation unglaubwürdig erscheint (Wieso sollte sich ein angehender Serienkiller von einem Kamerateam über die Schulter schauen lassen? Welches Kamerateam würde zulassen, daß dafür eventuell Menschen umgebracht werden? Höchstens ein unsympathisches Team, was hier nicht der Fall ist...), der Effekt, der dadurch erzielt wird, ist äußerst reizvoll und interessant, denn die Regeln und Klischees des Slashergenres können dadurch ausgiebig erörtert werden, was ähnlich amüsant ist, wie einst bei „Scream - Schrei!“, hier aber wegen des anfänglichen Dokumentarstils noch deutlicher in Erscheinung tritt.

Ab der Hälfte wendet sich das Blatt. Aus der Mockumentary wird ein echter Slasher-Film, der genüsslich Klischees bestätigt, dabei leider etwas unblutig bleibt (zu wenig Geld) aber trotzdem unheimlich unterhaltsam rüberkommt. Ich stelle fest: mit dem Horrorgenre läßt sich, vorausgesetzt, man hat etwas Geld und gute Ideen, sehr gut spielen.

Samstag, 07.11.2009/17:45 - 19:15 Uhr (zum zweiten Mal gesehen)
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#1991 Mr. Room

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Geschrieben 10. Januar 2010, 12:44

„Oscar“ (FR 1967), HDD (TV/Das Vierte);
Regie: Edouard Molinaro

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Wahrscheinlich einer der beliebtesten Filme mit Louis de Funès. Trotzdem steht er bei mir nicht ganz oben. Das hat zwei Gründe:

Erster Grund:
Ich hatte zuerst das Remake „Oscar - Vom Regen in die Traufe“ gesehen und war davon ziemlich begeistert. Als ich dann etwas später „Oscar“ sah, war ich der Meinung, daß das Original in vielerlei Hinsicht nicht dem Remake das Wasser reichen kann. Das liegt zum Beispiel an der Figur Oscar, die, dramaturgisch geschickt im Film von 1991 erst in der allerletzten Szene auftritt, während zuvor permanent die Rede von ihr war.

Zweiter Grund:
Die Synchronisation. Genau wie bei „Der Gendarm vom Broadway“ hat Louis de Funès einfach die falsche Stimme abgekommen. Diese ist nicht nur äußerst gewöhnungsbedürftig, sondern wird auch dem Temperament de Funès’ in keinster Weise gerecht - und er bringt in „Oscar“ ordentlich viel Schauspieltemperament an den Tag.

Als Verfilmung eines Bühnenstückes/Boulevardstückes ist der Film natürlich ziemlich wortlastig, voller Verwechslungen, mit allerhand turbulentem Klamauk angereichert, spielend vor überkandidelter Kulisse (Kein Haus würde jemals so aussehen. Die Bewohner würden schon in der ersten Woche zu Tode stürzen - erst recht, wenn es so wild zu geht, wie in diesem Film!). Ein spaßiger Film, der seinen Höhepunkt erreicht, als Louis de Funès Grimassen schneidend ausrastet. Hhm, wie mir wohl „Oscar - Vom Regen in die Traufe“ heute gefallen würde?

Sonntag, 08.11.2009/11:40 - 13:00 Uhr (zum zweiten Mal gesehen)
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#1992 Mr. Room

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Geschrieben 10. Januar 2010, 12:46

„Mr. und Mrs. Smith“ (USA 1941), HDD (TV/Arte);
Regie: Alfred Hitchcock

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Eine Beziehungskomödie von Alfred Hitchcock?

Daß Hitchcock stets zeitlose Filme inszenierte wird hier großspurig widerlegt. Dieser Film ist so dermaßen von konservativen und biederen Elementen geprägt, daß er mir streckenweise gehörig auf die Nerven ging. Vielleicht war es ja nur eine Auftragsarbeit, vielleicht nur eine Verschnaufpause Hitchcocks, die er brauchte um der Master of Suspense zu werden.

Als das temperamentvolle Ehepaar Smith erfährt, daß ihre Eheschließung nicht rechtsgültig war, liefern sich die beiden einen heftigen Schlagabtausch bei dem sie genauestens prüfen wollen, ob sie es ein zweites Mal miteinander probieren wollen. Da für Mrs. Smith recht schnell die Fortsetzung ihrer wilden Ehe überhaupt nicht in Frage kommt, und sie nicht im Traum daran denkt, ihren Mr. Smith jemals wieder in ihre Nähe zu lassen, flüchtet sie mit dem gemeinsamen Freund Jeff in eine neue Beziehung (erstmal nur Händchen halten, wenn die Sonne scheint) und plant wenig später diesem ihrem ehemaligen Ehemann vorzuziehen. Der halb gehörnte Mr. Smith rennt den beiden nun treudoof wie ein Hund nach und legt ein paar Stolperfallen. Zum Beispiel informiert er Jeffs Eltern darüber, daß die Verlobte ihres Sohnes schon einmal mit ihm, also Mr. Smith, Händchen gehalten hat, was natürlich ein ebenso großer Skandal ist, als wie wenn bei Fürstin Gloria von Thurn und Taxis ein evangelischer Blitz einschlagen würde...

Von ein paar gepfefferten Dialagen mal abgesehen, ist „Mr. und Mrs. Smith“ so verstaubt wie der Boden unter meinem Sofa. Typische Hitchcock-Scherze gibt’s zwar, aber ich mußte erkennen, daß das längst nicht alles ist, daß diese erst im Rahmen einer spannenden Inszenierung zu strahlen beginnen. Also, der bislang schwächste Film, den ich von Alfred Hitchcock gesehen habe.

Sonntag, 08.11.2009/14:00 - 15:30 Uhr (zum zweiten Mal gesehen)
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#1993 Mr. Room

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Geschrieben 10. Januar 2010, 12:48

„Feuerwerk - Oh, mein Papa“ (GER 1954), HDD (TV/Das Erste);
Regie: Kurt Hoffmann

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Der Film liefert wieder einmal den Beweis, daß Kurt Hoffmann (neben Helmut Käutner) ein großer Ausnahmeregisseur des deutschen Nachkriegskinos war. Zwar erfüllt der Film alle Anforderungen, die damals von einem leichten/seichten Unterhaltungsfilm gefordert wurden (es gibt Revue-, Musik- und Zirkuseinlagen, Liebeswirrwarr inklusive Eifersüchteleien und Heile-Welt-Gedöns), aber all das geschieht in einem beachtenswert gut gelungenen Rahmen. Verschwenderische, überqualifiziert gute Ausstattung, putzig einfallsreiche Trickaufnahmen und spitzer, leicht satirischer Humor katapultieren den durchweg prominent besetzten Film in eine qualitativ hochwertigere Liga, so daß man sich ihn getrost auch heute noch anschauen kann, ohne rote Stresspusteln zu bekommen.

Für mich der Höhepunkt: Eine Traum-/Alptraumsequenz von Romy Schneider (ähnlich der in „Monpti - Eine Pariser Geschichte“), die so knallig rot und grün, noch dazu hübsch surreal geworden ist, daß sie vielleicht sogar Dario Argento gefallen könnte.

Sonntag, 08.11.2009/15:30 - 17:05 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1994 Mr. Room

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Geschrieben 25. Januar 2010, 19:32

„Polizeiruf 110: Endspiel“ (GER 2009), TV (Das Erste);
Regie: Andreas Kleinert

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Während Kommissarin Jo Obermeier (Michaela May) schon von ihrer bevorstehenden Versetzung in den Innendienst träumt, wird ihr Kollege Tauber (Egar Selge) Opfer internen Tratsches. Warum sich seine Kollegen ausgerechnet jetzt über seine eventuelle Homosexualität das Maul zerreißen, bleibt mir ein Rätsel. Ist es vielleicht nur der etwas platte Versuch des Autors, ihn aus dem Revier zu graulen?

Tauber ist alt, müde und ausgelaugt. In Matthias Kurtz (Wanja Mues) findet er einen kollegialen Freund vom Dezernat der organisierten Kriminalität, der Tauber und Obermeier dabei unterstützen soll, einen vermeintlichen Drogendealer dingfest zu machen. Tauber ist fasziniert von den ungewöhnlichen Methoden seines jungen Kollegen und schon bald überschreiten die beiden bei ihren Ermittlungen die Grenzen der Legalität. Kein Wunder also, wenn hinten den Rücken der beiden das Getuschel groß ist und bald hat Tauber nur noch eine Verbündete: Jo Obermeier, die ihren neuen Job im Büro mittlerweile mit eher kritischen Äuglein betrachtet.

Ein teilweise extrem spannender, aber auch unsympathischer Fernsehkrimi, weil Tauber arg böse aus seinem Job gemobbt wird - die Frage ob Tauber seinen Kollegen Kurtz nicht nur wegen seiner beruflichen Fähigkeiten bewundert, bleibt jedoch ungeklärt. So weit, das Endspiel aus München, wo in den letzten Jahren einige gute Polizeirufe entstanden sind. Highlights, unter anderem: „Die Maß ist voll“, „Mit anderen Augen“ und „Rosis Baby“.

Sonntag, 08.11.2009/20:15 - 21:45 Uhr (zum ersten Mal gesehen)
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#1995 Mr. Room

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Geschrieben 25. Januar 2010, 19:32

„Curse of the Blair Witch“ (USA 1999), DVD (Kinowelt);
Regie: Daniel Myrick, Eduardo Sánchez

Liebes Tagebuch...
All das, was einem bei „The Blair Witch Project“ unterbewusst in Angst und Schrecken versetzt hat, wir hier nun ausführlich erklärt - der ganze fiktive Legende um die Hexe von Blair. Daß sich dieser Mythos aus einer Abfolge von verschiedenen Schauergeschichten und grauseligen Ereignissen zusammensetzt spielte im Kinofilm nur eine untergeordnete Rolle. Dort mußte man die Details der Vorgeschichte nicht kennen, denn diese dienten nur dem perfekt funktionierenden Vorhaben der Filmemacher, dem Zuschauer kleine Erinnerungsknoten ins Unterbewusstsein zu pflanzen, welche im Verlauf des Filmes an der richtigen Stelle explodieren mussten, was sie dann auch taten.

So ist es also vollkommen in Ordnung, wenn man diese kompetent produzierte Mockumentary quasi also Bonus und Sahnehäubchen zu „The Blair Witch Project“ anschaut und sich im Nachhinein mit dem Vertraut macht, was einem zuvor wie ein Blitz in die Knochen gefahren ist.

Na so was! Gut drei Wochen, nachdem ich „The Blair Witch Project“ gesehen hatte, weil ich durch den Hinweis einer Freundin auf „Paranormal Activity“ plötzlich Lust drauf bekam, hab ich jetzt erfahren, daß der Start des Geisterhaus-Spektakels um satte zwei Monate vorverlegt wurde.

Dienstag, 10.11.2009/21:55 - 22:40 Uhr (zum zweiten Mal gesehen)
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