„Sado - Stoß’ das Tor zur Hölle auf“ (IT 1979), DVD (CMV);
Regie: Joe D’Amato
Aus dem Tagebuch von Anne und Frank...
„Sado - Stoß’ das Tor zur Hölle auf“: Eine
Sau von einem Film!
Es muß im Herbst 1989 gewesen sein, als ich, zusammen mit „Geisterstadt der Zombies“, zum ersten Mal Kontakt mit „Sado“ hatte - wenn auch nur in Ausschnitten. Diese Freß-, Hack- und Wühlszenen, denen ich damals noch keinen Titel zuordnen konnte, verstörten/verwirrten mich zutiefst - immerhin hatte ich gerade mal 11 Kerzen auf dem Geburtstagskuchen auszupusten. Diese namenslosen Gräuelszenen entdeckte ich dann per Zufall wieder. Genau 10 Jahre später, bei einer berüchtigten Kellersession beim Lieblingsarbeitskollegen. Sichtlich begeistert war ich nicht, denn der Rahmen, in dem sich diese Scheußlichkeiten abspielten, ließ zu wünschen übrig. Jetzt, gute vier Jahre später, wo ich mit D’Amato’s „Man Eater - Der Menschenfresser“ quasi per Du bin, sollte auch dem lieben „Sado - Stoß’ das Tor zur Hölle auf“ noch eine ehrliche Chance gewährt werden.
Joe D’Amato schreckt vor nichts zurück. So sehr er auch die Dramaturgie vernachlässigt, so umtriebig arbeitet er daran, jedes noch so große Tabu zu brechen. Mit schonungsloser Hinterfotzigkeit unterbreitet er seinen Zusehern ein Werk das vor selbstzweckhaften Brutalitäten nur so strotzt - und immer haben diese einen sadistischen Unterton. Man hört ihn quasi, den D’Amato’s Joe, wie er händereibend hinter seiner Kamera sitzt und hinterhältig lacht, über all die Dreistigkeiten, die er da fabriziert. Nur mit Kopfschütteln kann man verfolgen, wenn Anne, die später Anna, dann wieder Anne heißt, „ausgestopft“ wird, wenn das Girly aus Santa Monica, Los Angeles in Kalifornia zerhackt, in Säure aufgelöst und dann in der Sickergrube versenkt wird, wenn die Joggerin neben einer Toten durchgevögelt wird und dann den Weg durch den Kamin gehen muß. „Sado - Stoß’ das Tor zur Hölle auf“ ist ultraböse, schmierig und zutiefst schmuddelig. Italo-Sleaze von einzigartiger Statur. Passend dazu wird locker klimpernde Musik von Goblin gereicht.
Eine Stunde lang kann Joe D’Amato sein Publikum auf Trab halten. Danach führt er eine Kriminalhandlung in die Geschichte ein und bringt zum Ende mit höchst klassischen Mitteln noch einen Hauch von Gruselatmosphäre auf den Plan. Wer jemals das Glück hatte, den Schlußschock im Kino sehen zu dürfen, wird ihn wohl sein Leben lang nicht vergessen. Das ist „Sado - Stoß’ das Tor zur Hölle auf“ - der schrecklichste Film dieser Zeit!
Ps.:
Seltsam, was sich hinter einer Friedhofsmauer alles abspielen kann. Viel seltsamer ist jedoch, was sich alles davor abspielt. Man achte bei Anne(a)’s Beerdigung darauf.
Und jetzt? Sich am besten eine Einlandung zum Dinner bei Franca Stoppi organisieren und sich nach Strich und Faden bekochen lassen...
Mittwoch, 14.04.2004/22:30 - 00:05 Uhr
Out of Signature.