...ist auf den ersten Blick ein untypischer Cronenberg, weil erstaunlich wenig (lies: gar keine) Kehlendurchtritte und gesprengte Köpfe zu sehen sind, auf den zweiten dann aber doch wieder eine Behandlung der Themen, denen sich der Regisseur mit Vorliebe und immer auf neue, spannende und kluge Weise widmet: Macht und Gewalt. Auch dass er sich hier auf das Terrain der Sexualität wagt, ist nur auf den ersten Blick ein Novum, man denke nur an die superbe, radikale Treppenfickszene in "A History of Violence", die in ihrer Brutalität und Ambivalenz nichts gemein hatte mit der netten Cheerleader-Nummer, die Mortensen und Bello im gleichen Film zu Beginn schoben oder auch einfach mit ein wenig (hmm, ja, eigentlich wirklich SEHR wenig) Phantasie an "Die Fliege".
Ich mag ja Cronenbergs Philosophie des Weglassens sehr. Bei anderen hätte der Film locker über zwei Stunden gedauert (Missgestimmtere werden sagen, er hätte diese Zeit auch gebraucht), so viele verschiedene große Themen werden angerissen: neben den genannten seien hier noch die Geburt und Probleme der Psychoanalyse, die zerbrechende Freundschaft zwischen Freud und Jung, das Verführerisch-Zerstörerische an der Polygamie sowie in Ansätzen sogar der aufkeimende Antisemitismus und der 1. Weltkrieg genannt. Dass bei einer so reichhaltigen Fülle bei einer Laufzeit von 100 Minuten inklusive Abspann das Ganze fragmentarisch wirkt, ja, wirken muss, finde ich einmal mehr nicht schlimm, sondern toll, habe ich doch stets bei Cronenberg das Gefühl, dass er die Lücken in seinen Filmen bewusst einsetzt, damit sie von den (hoffentlich) reichhaltigen Gedanken, Gefühlen und Phantasien der Zuschauer gefüllt werden können. Toll gespielt! Keira Knightley ist tatsächlich besser, als ich es ihr wiederholt zugestehe, Fassbender gibt einen sehr vielschichtigen Jung ab, Vincent Cassell versteht es einfach, die verquersten Figuren zu spielen, als wäre da überhaupt nichts weiter dabei und wer immer auf die komplett absurde Idee kam, Viggo Morstensen als Sigmund Freud zu besetzen, hat am Ende Recht behalten.
D.C.L
Ich mag ja Cronenbergs Philosophie des Weglassens sehr. Bei anderen hätte der Film locker über zwei Stunden gedauert (Missgestimmtere werden sagen, er hätte diese Zeit auch gebraucht), so viele verschiedene große Themen werden angerissen: neben den genannten seien hier noch die Geburt und Probleme der Psychoanalyse, die zerbrechende Freundschaft zwischen Freud und Jung, das Verführerisch-Zerstörerische an der Polygamie sowie in Ansätzen sogar der aufkeimende Antisemitismus und der 1. Weltkrieg genannt. Dass bei einer so reichhaltigen Fülle bei einer Laufzeit von 100 Minuten inklusive Abspann das Ganze fragmentarisch wirkt, ja, wirken muss, finde ich einmal mehr nicht schlimm, sondern toll, habe ich doch stets bei Cronenberg das Gefühl, dass er die Lücken in seinen Filmen bewusst einsetzt, damit sie von den (hoffentlich) reichhaltigen Gedanken, Gefühlen und Phantasien der Zuschauer gefüllt werden können. Toll gespielt! Keira Knightley ist tatsächlich besser, als ich es ihr wiederholt zugestehe, Fassbender gibt einen sehr vielschichtigen Jung ab, Vincent Cassell versteht es einfach, die verquersten Figuren zu spielen, als wäre da überhaupt nichts weiter dabei und wer immer auf die komplett absurde Idee kam, Viggo Morstensen als Sigmund Freud zu besetzen, hat am Ende Recht behalten.
D.C.L













