Drei College-Torfnasen haben in einem Skigebiet in Colorado eine schöne Zeit mit Wein, Weib und Gesang. Auf der Rückfahrt bauen sie einen Unfall und bleiben im Schnee stecken. Einer von ihnen ist schwer verletzt. Sie suchen Zuflucht in einem nahegelegenen Haus, aber das hätten sie besser bleiben lassen sollen, jo-ho-ho...
Allmählich habe ich die Nase voll. Vielleicht steige ich demnächst um auf Kinderfilme oder belasse es bei den Klassikern des Horrorkinos. SCARCE ist ein kanadischer Independent-Horrorfilm, und für das, was er beabsichtigt, ist er auch gar nicht schlecht gemacht. Das Problem aber, das ich zunehmend bei dieser Art von Kino habe, hat mit der Schwemme an ähnlich gelagerten Produkten zu tun, die eine simple Grundsituation zu einer vorhersehbaren Übung in Survival-Horror werden lassen. Verglichen mit dem gerade vor ein paar Tagen gesichteten THE HILLS RUN RED, der seine Metzgerei mit einigen neunmalklugen Mätzchen anreicherte, versieht SCARCE sein Tagewerk wenigstens geradlinig und ohne Prätention. Daß ihn das sympathischer erscheinen ließe, kann ich aber nicht behaupten. Erst gestern habe ich Jack Ketchums Debütroman „Off Season“ – der sich ebenfalls mit Kannibalismus befaßt – beendet. (Das erste Buch, das bei mir jemals zu Einschlafproblemen geführt hat!) Was aber bei Ketchum funktioniert, da man die handelnden Figuren in- und auswendig (im wahrsten Sinne des Wortes!) kennenlernt und so eine Beziehung zu ihnen aufbauen kann, führt in einem Film wie SCARCE lediglich dazu, daß einige Dummspacken von Geisteskranken durch den Wald gehetzt werden, was trotz allen Jedönses ziemlich kalt läßt. Da ist es dann auch relativ wurscht, daß der Hauptdarsteller (=der Chefschurke) recht gut spielt. Das Ergebnis ist nur eine typische Backwoods-Hatz, in das die beiden Jungregisseure noch widerwärtiges Gefolter eingebaut haben, das in der deutschen Fassung zumindest teilweise durch Abwesenheit glänzt. (Es fehlen ca. 4 Minuten, die ich, glaube ich, auch nicht sehen muß.) Früher war es so, daß, wenn mal ein Film wie TCM oder LAST HOUSE ON THE LEFT voll durchzog und keine Gefangenen machte, wirklich ein schockierendes Erlebnis dabei heraussprang. Heutzutage treten diese „gross out“-Schocker dermaßen inflationär auf, daß es fast Usus wird, vom Film angewidert zu sein und nicht von dem, was seine Charaktere treiben. Jack Ketchum gefiel sich in seinem Debütroman als Spielverderber, der Horrorkonventionen in den Po tritt und ihnen herben Realismus entgegensetzte. Filme wie SCARCE hingegen dilettieren mit Material, das den Regelverstoß nur noch vortäuscht. Die deutsche Fassung besitzt im übrigen eine lausige Synchronisation, die mich bereits nach zwei oder drei Minuten auf die originale Tonspur hat ausweichen lassen.
Bearbeitet von Cjamango, 04. November 2009, 14:59.
















